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Mittagszeit, Informationszeit.
Sie hören das ORF-Mittagsjournal.
Ihr Begleiter durch die Sendung ist heute Manfred Kronsteiner.
Die Mittagsthemen heute.
Südautobahn bei Neunkirchen, Unfall mit einer rollenden Bombe, glimpflicher Ablauf.
Hintergründe zur UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo.
Es geht nicht um die Bevölkerungsexplosion allein.
Plädoyer des grünen Wiener Stadtrats Chorherr für eine komplexere Sicht des globalen Problems.
Abkehr von der Suche nach einem Aids-Impfstoff.
Vorschau auf den morgen beginnenden Aids-Kongress in Wien.
Für Frieden in Nordirland, Protagonist John Hume zu Besuch bei Kanzler Franitzki.
Elektronische Novitäten, Eröffnung der Hit 94 in Wien.
Dozierende Stimme aus dem Underground, Blixer Bargeld lehrt Autoren in Spee in Wien das Dichten.
Ein Leben für 007, James Bond Regisseur Terence Young verstorben.
Zunächst jedoch ein Nachrichtenüberblick von Susanne Meisner-Sindeler, lesen wird Christian Neheber.
Deutschland.
Berlin nimmt Abschied von den westlichen Alliierten.
Heute finden zahlreiche Feiern und militärische Zeremonien statt.
Neben Bundeskanzler Kohl nehmen auch der französische Präsident Mitterrand, der britische Premierminister Major und der amerikanische Außenminister Christopher teil.
Vor einer Woche haben die letzten russischen Truppen Deutschland verlassen.
Europäische Union Österreich Die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität ist heute Thema der EU-Beratungen in Berlin.
In die Gespräche der Innen- und Justizminister werden zum ersten Mal auch die Minister der Mittel- und Osteuropäischen Staaten einbezogen.
Konkret soll über Rauschgifthandel, Atomschmuggel und Autodiebstähle gesprochen werden.
Innenminister Löschner sieht im organisierten Verbrechen eine wachsende Herausforderung für Österreich.
Nach Ansicht von Löschner könnte in einigen Jahren jedes dritte Verbrechen in Österreich von internationalen Banden begangen werden.
Nach dem Bombenanschlag von Klagenfurt ist offenbar keine rasche Aufklärung in Sicht.
Der Innenminister meinte, er wolle die Erwartungshaltung in dieser Frage bremsen.
Jetzt gibt es auch Morddrohungen gegen FPÖ-Chef Haider.
Nach Angaben von FPÖ-Bundesgeschäftsführer Gernot Rumpold ist Haider schriftlich und telefonisch bedroht worden.
Die Aufzeichnungen wurden der Staatspolizei und dem Innenministerium übermittelt.
Haider bekommt nun den gleichen Personen- und Veranstaltungsschutz wie Vizekanzler Busek und die Klubchefin der Grünen, Martijn Petrovic.
Auch gegen Busek und Petrovic hat es Bombendrohungen gegeben.
Die Südautobahn war heute in Fahrtrichtung Graz nach einem Unfall stundenlang gesperrt.
In der Nacht verunglückte ein steirischer Tanklastwagen vor dem Knoten Sebenstein.
Der Anhänger kippte um, etwa 5000 Liter Heizöl flossen aus.
Nach Ansicht der Behörden dürfte es der Feuerwehr gelungen sein, eine Umweltkatastrophe abzuwenden.
Das verseuchte Erdreich muss jetzt händisch abgegraben und dann entsorgt werden.
Die Aufräumungsarbeiten werden wahrscheinlich noch den ganzen Tag dauern.
Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden.
Vatikan.
Papst Johannes Paul II.
hat heute eine Messe für Sarajevo zelebriert.
Dabei betete der Papst um Frieden auf dem Balkan.
Er sei mit dem Herzen bei den Menschen in der belagerten bosnischen Hauptstadt, sagte Johannes Paul.
Die Predigt wurde über Radio und Fernsehen auch in Sarajevo ausgestrahlt.
Der Papst hätte eigentlich heute in die bosnische Hauptstadt kommen sollen, hat seinen Besuch aber aus Sicherheitsgründen abgesagt.
Serbien, Bosnien-Herzegowina.
Präsident Milosevic verstärkt den Druck auf die bosnischen Serben.
Milosevic hat jetzt akzeptiert, dass internationale Beobachter das Embargo an den Grenzen zu Bosnien überwachen.
Das hat der französische Außenminister Juppé mitgeteilt.
Details über die Kontrolle sollen noch ausgehandelt werden.
Milosevic versucht, die bosnischen Serben zur Annahme des internationalen Teilungsplans zu bringen.
Er erhofft sich dadurch eine Aufhebung der Sanktionen gegen Belgrad.
Ägypten.
Die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo bemüht sich weiter um eine Lösung in der umstrittenen Abtreibungsfrage.
Die USA verlangen, dass es bis morgen eine Einigung gibt.
Der ägyptische Familienminister befürchtet, die Konferenz könnte sich nur noch auf das Thema Abtreibung konzentrieren.
Griechenland, Albanien.
Das Verhältnis zwischen Athen und Tirana hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.
Ein albanisches Gericht hat fünf Mitglieder der griechischen Minderheit in Albanien wegen Spionage zu Haftstrafen zwischen sechs und acht Jahren verurteilt.
Die Regierung in Athen hat daraufhin ihren Botschafter aus Tirana zurückgerufen.
Österreich.
Bei einem Wohnungsbrand in Wien hat es einen Schwerverletzten gegeben.
Ein Mann sprang in Panik aus dem vierten Stock in ein noch nicht voll aufgeblasenes Sprungtuch der Feuerwehr.
Dabei brachen sich beide Beine und das Becken.
Nach Angaben der Feuerwehr hätte der Mann nur noch zehn Sekunden warten müssen, dann wäre das Sprungtuch funktionsfähig gewesen und ihm wäre nichts passiert.
Frankreich.
James Bond Regisseur Terence Young ist tot.
Young ist im Alter von 79 Jahren in Cannes an Herzversagen gestorben.
Er wollte in dem südfranzösischen Badeort einen Dokumentarfilm drehen.
Bekannt wurde Terence Young als Regisseur der James Bond Streifen Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau und Feuerball.
USA.
Thomas Muster ist im Viertelfinale der US Open-Tennis-Meisterschaften ausgeschieden.
Muster verlor gegen den Amerikaner Andrew Agassi in drei Sätzen, 6 zu 7, 3 zu 6 und 0 zu 6.
Bleibt die Frage nach dem Wetter.
Wie wird's?
Peter Sterzinger hat die Antwort.
Es stellt sich für die nächsten Tage von Westen her nachhaltig um.
Kaltluft nähert sich und wie so oft in diesen Fällen ist zuvor bei uns der Föhn da.
Er hat vorerst das Inntal erreicht.
In der Schweiz regnet es seit Stunden und dichte Wolken reichen von dort auch nach Vorarlberg herein.
Sonst ist es weitgehend sonnig.
Hier die entsprechenden aktuellen Meldungen.
Wien Heiter 23°, Eisenstadt und St.
Pölten ebenfalls Heiter 23°, in Eisenstadt Ostwind 20 km pro Stunde.
Linz und Salzburg Heiter 22°, Innsbruck stark bewölkt 24°, Südostwind 25 bis 55 km pro Stunde.
Das ist der Föhn.
Bregenz bedeckt 17°, Graz Heiter 23° und Klagenfurt Heiter 22°.
Es dauert noch ein wenig, bis sich der Föhn an der Alpen-Nordseite ausbreitet.
In Vorarlberg beginnt es nun aufzulockern.
Dieser föhnige Südwind erreicht im Gebirge Spitzen um 100 km pro Stunde, aber auch im Flachland sind hohe Geschwindigkeiten zu erwarten.
Im Raum Wien legt der Wind jetzt zu und steigert sich auf etwa 50 bis 60 km pro Stunde.
Es bleibt in den nächsten Stunden sonnig, die Temperaturen steigen je nach Föhn rasch oder allmählich auf Höchstwerte zwischen 26 und immerhin 30 Grad, vielleicht im Westen stellenweise nur auf 22, in 2000 Meter Höhe bis rund 15 Grad.
Im Lauf des Nachmittags erlischt der Föhn in Westösterreich und dann sind sehr schnell Regenschauer und Gewitter da, zuerst in Vorarlberg und im Tiroler Oberland.
Über Nacht breiten sie sich dann langsam ostwärts aus.
Morgen Freitag ist es dann um einiges kühler.
In der Früh muss im Großteil Österreichs mit einigen Regenschauern gerechnet werden.
Tagsüber ist es dann meist stark bewölkt, aufgelockert am ehesten im Raum Wien.
Ab und zu wird es regnen, am meisten im Süden Österreichs, wo auch mit Gewittern zu rechnen ist.
Der Wind kommt nun aus Nordwest und wird zeitweise sehr lebhaft.
Die Temperaturen bleiben morgen zwischen 17 und bloß 23 Grad.
Auch im Gebirge kühlt es stark ab, in 2000 Meter Höhe auf etwa 6 Grad.
Noch ein kurzer Blick auf das Wochenende.
Am Samstag ganz ähnlich dem Freitag mit den gleichen Temperaturen, also kühl.
Am Sonntag wird es wieder sonnig und doch auch wärmer.
8 nach 12 jetzt zu den ausführlichen Berichten.
Die A2, die Südatobahn, war heute Nacht bei Neukirchen nach einem Tankwagenunfall stundenlang gesperrt.
Fast 6000 Liter Heizöl sind ausgeflossen.
Das Grundwasser der Region ist aber nicht gefährdet.
Andreas Bohusch mit Details des Tankwagenunfalls.
Der vollbeladene Lkw-Zug war von der Raffinerie Schwächert kommend nach Graz unterwegs.
Knapp vor Sebenstein springt plötzlich ein Tier auf die Fahrbahn, sagt der Lkw-Lenker.
Er verreist, das Fahrzeug, der Anhänger mit 16.000 Litern Heizöl, kippt um.
Erst nach 200 Metern steht der Lkw.
Aus mehreren Legs im Anhänger fließen tausende Liter Öl.
Der LKW-Lenker bleibt unverletzt.
Schon nach wenigen Minuten trifft die Feuerwehr am Unfallort ein.
Durch rasches Umpumpen des Öls und moderne Bindemittel verhindert die Feuerwehr eine Umweltkatastrophe.
Nach den bisherigen Untersuchungen ist das Grundwasser nicht gefährdet.
Etwa 300 Quadratmeter Autobahnböschung und ein Ackerstreifen sind verschmutzt.
Das Öl dürfte aber höchstens 20 bis 30 Zentimeter ins Erdreich gedrungen sein und soll daher dem Wasser nicht schaden.
Die Entsorgung der Böschung wird schwierig.
In der Böschung ist eine wichtige Fernleitung verlegt, die zum Beispiel das zentrale Datenkabel der ÖBB enthält.
Damit diese wichtige Leitung nicht beschädigt wird, muss der Großteil des Geländes händisch abgetragen werden.
Zum Reinigen der ölverschmutzten Fahrbahn wurden Spezialgeräte angefordert, die das Öl abwaschen und sofort aufsaugen.
Wegen der Aufräumungsarbeiten muss bei der Unfallstelle den ganzen Tag über mit Behinderungen gerechnet werden.
Soviel vom Tankwagenunfall auf der A2, der glücklicherweise glimpflich abgelaufen ist.
Rund neuneinhalb Millionen Tonnen Industrieabfälle kommen pro Jahr in Österreich zusammen.
Dazu dann noch etwa zweieinhalb Millionen Tonnen Haushalts- und Kleingewerbeabfälle.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil davon zählt zu den gefährlichen Abfällen.
Doch wie groß dieser Anteil ist, darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander.
Im Bundesabfallwirtschaftsplan wird von etwa 600.000 Tonnen ausgegangen, andere schätzen bis zu anderthalb Millionen Tonnen gefährlichen Mülls.
Auch wenn man angesichts der unterschiedlichen Zahlen den Überblick leicht verlieren könnte, eines ist gewiss, es gibt gefährlichen Abfall in Österreich, der irgendwo verschwindet.
Ein Umstand, auf den heute auch die Arbeiterkammer wieder einmal hingewiesen hat.
Mehr von Franz Sinnbürger.
Die ASA, die Abfallservice Austria, hat schon darüber geklagt.
Der Chef der Entsorgungsbetriebe Simmering, Ruckenthaler, hat sogar zum Vernadern von Umweltsündern aufgerufen.
Das Problem, es gibt in Österreich offiziell viel weniger Müll, als eigentlich vorhanden sein sollte.
Und das ist insbesondere beim gefährlichen Abfall natürlich höchst bedenklich.
Von den 600.000 Tonnen gefährlicher Abfälle, die laut Bundesabfallwirtschaftsplan jährlich anfallen, wird nach vorsichtigen Schätzungen ein Viertel nicht ordnungsgemäß entsorgt.
In Wahrheit könnte es noch viel mehr sein, da nach Ansicht von Müllexperten schon die Ausgangszahlen des Abfallwirtschaftsplans viel zu niedrig angesetzt sind.
Die Arbeiterkammer hat sich nun einen Müllfachmann für die Analyse der Abfallsituation in Österreich geholt.
Gerhard Gilnreiner, ehemals Leiter der Wiener Müllabfuhr, jetzt Zivilingenieur.
Und auch er hat, trotz seiner, wie er sagt, guten Kontakte, nichts Genaues über die tatsächlichen Müllmengen herausgefunden.
Weshalb Gilnreiner zu dem Schluss kommt,
Wir haben in Österreich am Sektor Abfall und insbesondere am Sektor gefährliche Abfälle eine zutiefst unbefriedigende Datensituation, die für die Schaffung von Gesetzen oder auch nur für die Diskussion darüber oder auch für
Dispositionen jeder Art im Abfallbereich ungeeignet ist.
Wie schwer man zu Daten kommt, belegt ein Beispiel.
Ein Bundesland hat Gilnreiner zwar eine Übersicht über sogenannte Begleitscheine für Transporte gefährlicher Abfälle gegeben, ihn aber verpflichtet nicht bekannt zu geben, aus welchem Bundesland die Daten stammen.
Von den Begleitscheinen hält Gillenreiner ohnehin nicht allzu viel, denn es sei jedem Bezirkshauptmann möglich, gefährliche Frachten als wertvolle Wirtschaftsgüter einzustufen, dann braucht es keine Begleitscheine mehr und gibt keine lästigen Kontrollen.
Und so fahren dann Tellerminen als ungefährliches Wirtschaftsgut durch die Gegend, sagt Gillenreiner.
Oder, ein Beispiel, Gillenreiner saß seinerzeit als Leiter der Müllabfuhr in Wien,
Als wir begannen, den Bauschutt, der auf die Deponie Rautenweg geführt wird, zu kontrollieren, haben sie frech den Kauf genommen, ein, zwei Stunden länger zu fahren, um ihn irgendwo in Niederösterreich abzuladen.
Und das, obwohl der Bauschutt seinerzeit gratis abgegeben werden konnte.
Wenig überraschend daher gilt Reiners Gesamtanalyse der Abfallsituation in Österreich.
Ich behaupte es aus Indizien, dass flüssige Abfälle in Vorfluter
entsorgt werden und dass gefährliche Abfälle fester Natur den Bauschutt als Trägersubstanz verwenden.
Darüber hinaus muss uns klar sein, dass der einfachste Weg für gefährliche Abfälle auf eine Deponie natürlich der Mistkübel einer kommunalen Müllabfuhr ist.
Der Müllfachmann weiß auch einen Ausweg aus dieser Situation.
Erstens eine lückenlose Stoffbilanz vom Ursprung eines Produktes bis zu seiner Entsorgung.
Und zweitens sollten, so Gilnreiner, die Entsorgungskosten schon am Anfang einer Produktkette eingehoben werden, nicht erst am Ende, wo keiner mehr was von dem Mist wissen will.
Das maximale Interesse ist für den Unternehmer im Moment des Verkaufs, für den Händler im Moment des Verkaufs und für den Konsumenten im Moment des Kaufs gegeben.
Das ist keine Frage.
Gestatten Sie mir ein Beispiel in der Prostitution.
Hier, die Dame weiß, dass sie nur im Moment des maximalen Interesses kassieren kann.
Erst kassieren und dann entsorgen, lautet also der Vorschlag gegen Reiners.
Weniger plastisch, aber in die gleiche Richtung gehend auch die Forderungen der Arbeiterkammer.
lückenlose Kontrolle der Stoffströme vom Entstehen bis zum Ende eines Produktes, höhere Strafen für Abfallsünder und höhere Deponiegebühren für jene Müllhalden, die nicht den modernsten Anforderungen des Umweltschutzes entsprechen.
Achtung Autofahrer, Geisterfahrermeldung für die Steiermark.
Auf der A2 der Südautobahn kommt Ihnen im Bereich Liboch zwischen Graz und der Park ein Geisterfahrer entgegen.
Bitte bleiben Sie in beiden Richtungen rechts und überholen Sie nicht.
Ich wiederhole, in der Steiermark auf der A2 der Südautobahn im Bereich Liboch kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen.
Bleiben Sie in beiden Richtungen rechts und überholen Sie nicht.
Auf dem Messegelände in Wien ist heute die HIT 94, die größte Schau für Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik, eröffnet worden.
Alle namhaften Hersteller präsentieren ihre neuesten Produkte und Errungenschaften.
Dafür, dass die HIT auch beim Publikum ein HIT wird, garantieren zahlreiche Gewinnspiele und auch der ORF, der mit eigenen Studios vertreten ist und Sendungen direkt vom Messegelände abwickelt.
Von der HIT 94 Josef Schweinzer.
Die neuen PAL-Plus-Fernseher mit Breitformat und noch brillanterem Bild, Kino-Ton mit Dolby Pro Logic Surround, der kleinste Minidisc-Spieler der Welt von Sony, die ersten DCC-Taschengeräte von Philips, Video-TV-Kombinationen, Camcorder mit eingebautem Bildschirm, Hi-Fi, Mini- und Mikro-Türme, das neue Europa-Mobiltelefon GSM und natürlich auch in der Haushaltstechnik die neue Energie-, Wasser- und Waschmittel-Sparmeister.
Die HIT hat für jeden was zu bieten, auch wenn man gar nicht so genau weiß, was man will.
Das weiß ich noch nicht, was mir am besten gefallen wird.
Wenn ich mich für die Unterhaltungselektronik interessiere.
Was bestimmtes?
Fernseher und Satellitenanlagen.
Warum kommen Sie auf die HIT?
Was interessiert Sie da?
Was mich interessiert?
Ich bin geschäftlich da.
Ich tausche regelmäßig, alle Jahre.
Und somit schaue ich, was es Neues gibt.
Alles.
Alles, Radio, Haushalt, alles.
Mich interessiert nichts Besonderes.
Ich möchte nur die allgemeine Situation kennenlernen, was es Neues am Markt gibt und informativ.
Und ein bisschen wegen der Gaudi auch?
Na ja, auch.
Natürlich ist es auch nett, wenn was los ist.
Gaudi gibt es auf der HIT genug.
Gewinnspiele an fast jedem Stand, eine Erotik-Show für Hobby-Videofilmer und die Aktionen des ORF.
Den HIT-Besuchern präsentiert der ORF live Fernsehen und Radio.
Während der Messe sendet der ORF vor den Augen des HIT-Publikums eine Zeit-im-Bild-Mittagsausgabe, einen Wurlitzer, eine Millionenrad-Show, sowie einen Autofahrer unterwegs und ein Ö3-Freizeichen und das 100.000-Chilling-Quiz.
Radio Wien ist ständig dabei.
Bei der Eröffnung, die ganz im Zeichen der Diskussion um die Datenautobahn stand, dankte Bundespräsident Klestil dem ORF für sein Engagement auf der Hit.
Zugleich bekannte er sich zum freien Wettbewerb auch bei den elektronischen Kommunikationsströmen.
Auch was den vielzitierten Griff der Partei nach dem ORF betreffe, gebe es kein besseres Gegenmittel als den freien Wind der Konkurrenz, sagte der Bundespräsident.
Und Klestil weiter?
Bekenne mich aber auch und ganz nachdrücklich zur Notwendigkeit einer gesunden, einer verantwortungsbewussten, unverwechselbar österreichischen Sendeanstalt und damit selbstverständlich zur Wettbewerbsfähigkeit des ORF.
Solange der ORF Gebühren einheben dürfe, müsse er seinem Bildungs- und Kulturauftrag auch über die Grenzen hinaus nachkommen, wobei man auch über die Nutzung von Satelliten nachdenken solle.
Und Kleestil stellte auch die rechtlichen Grundlagen in Frage.
Wir müssen auch den Bestellungsmodus der ORF-Geschäftsführung, so glaube ich, kritisch überdenken.
Wir müssen uns fragen, ob die Möglichkeiten, die Beweglichkeit,
da allein des Alleingeschäftsführers, die vom Rundfunkgesetz 1974 in vielfältiger Hinsicht begrenzt wurden, angesichts des rasanten technischen Wandels und des immer schärferen Konkurrenzdrucks nicht zu sehr eingeschränkt sind.
Wir sind es unserer nationalen Sendeanstalt schuldig, sie so zu strukturieren,
dass er künftig am Markt bestehen und seine Aufgabe erfüllen kann.
Ich weiß, dass der Wiener Bürgermeister als Fernsehmann der ersten Stunde zuletzt, ich glaube gestern, dazu aufgerufen hat, bei der neuerlichen Abstimmung über die künftige Geschäftsführung für eine möglichst große Mehrheit zu sorgen.
Vielleicht noch wichtiger scheint mir, dass die Amtszeit des provisorischen Generalintendanten nicht als Zeit des Stillstands, des Wartens, der Führerlosigkeit verstanden wird.
Sie muss vom ersten Tag an zur Erarbeitung der notwendigen Entscheidungsgrundlagen für die künftige Geschäftsführung genützt werden.
Vor wenigen Minuten gab Bundespräsident Thomas Klestil den Startschuss zum Spektakel HIT 94.
Übrigens, heute ist bei der HIT Damentag, das heißt Damen haben heute freien Eintritt und morgen ist Schülertag.
Schüler zahlen nur 30 Schilling.
Der Erwachsenentarif beträgt 100 Schilling.
Die HIT dauert bis Sonntag, täglich von 9 bis 18 Uhr.
Josef Schweinzer vom Wiener Messegelände.
Vierter Tag der UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo.
Weiter debattiert wird über den 20-Jahre-Aktionsplan zur Eindämmung des rasanten Anwachsens der Weltbevölkerung.
Nicht debattiert wird zur Zeit die so kontroversielle Abtreibungsfrage, nachdem vor allem Vatikan und islamisch-fundamentalistische Staaten Front dagegen gemacht hatten, die Abtreibungsdiskussion wurde also aufgeschoben.
Grundsätzliches zur Weltbevölkerungskonferenz hat der grüne Wiener Stadtrat Christoph Korherr zu sagen.
Korherr gilt in seiner Fraktion als Vordenker.
Zuletzt machte er von sich reden, als er im Gegensatz zu den meisten Grünen für den EU-Beitritt Österreichs plädierte, zusammen mit der grünen Beitrittsbefürworterin Monika Langthaler.
Zur UNO-Weltbevölkerungskonferenz merkt Korherr im Gespräch mit Gisela Hopfmüller an, das globale Entwicklungsproblem liege eben nicht bloß in den explodierenden Bevölkerungszahlen.
Das Hauptproblem ist nicht, aus meiner Sicht, wie viele Menschen verträgt die Welt, sondern welche Menschen verträgt die Welt.
Und um es ganz böse zu sagen, Menschen wie uns Österreicher, Menschen wie uns Europäer vertragst nicht 5 Milliarden wie derzeit, sondern nicht einmal 2 Milliarden.
Das heißt, wir müssen dramatisch unseren Ressourcenverbrauch, unseren Lebensstil ändern.
um zu einer richtigen Entwicklung zu kommen.
Wir haben im Moment auf der Welt etwa 5,5 Milliarden Menschen.
Die Prognosen laufen ziemlich einhellig darauf hinaus, dass im Jahr 2050 zwischen 8 und 12 Milliarden Menschen auf der Welt leben werden.
Reicht da einfach ein Umstellen des Lebensstils in den sogenannten industrialisierten westlichen Ländern aus?
Es geht nicht um entweder Änderung des Lebensstils oder Stabilisierung der Weltentwicklung.
Zu Recht wird in Cairo darüber gesprochen, dass nur über eine Stärkung der Rechte der Frau die Bevölkerungsentwicklung in den Griff bekommen werden kann.
Das ist eine richtige gute Entwicklung.
Nur diese Konferenz heißt Bevölkerung und Entwicklung.
Und wir sollten uns nicht nur darüber unterhalten, wie sich in Afrika die Bevölkerung entwickelt, sondern wie wir leben.
Und da muss ich ganz knallhart sagen, wenn
5, 6, 7 oder gar 10 Milliarden Menschen so leben wie wir, ist das undenkbar.
Und darüber müssen wir nachdenken.
Und hier müssen wir dramatisch unseren Lebensstil ändern.
Darf ich einen Vergleiche bringen?
250 Millionen Amerikaner brauchen so viele Ressourcen, so viel Öl, produzieren so viel Müll wie derzeit drei Milliarden Menschen in Entwicklungsländern.
Das ist das Problem.
Unser Lebensstil ist nicht multiplizierbar.
Das tun wir aber.
Europäische Konzerne sind jetzt ganz gierig drauf in China.
in Indien, in diesen Ländern, Autos, Öl, Strom, all unseren Lebensstil zu exportieren, damit die nachmachen wie wir.
Haben nicht aber auch die Entwicklungsländer ein Recht auf industrielle Entwicklung, ein Recht darauf, Wohlstand haben zu wollen?
Ja, selbstverständlich.
Ja, selbstverständlich.
ist ja auch nicht mein Adressat Indien oder China oder Sahire, sondern mein Adressat ist Österreich, ist Amerika, ist die EU.
Damit diese Länder sich entwickeln können, müssen wir ein Entwicklungsmodell
entwickeln, weil wir reich sind und weil wir die Technologien haben, die es möglich machen, dass 5, 6, 7 Milliarden Menschen auch so leben.
Mein Anspruch ist bitte kein moralischer, verzichtet, sondern mein Anspruch ist ein politisch-technischer.
Wir haben die Technologien, unseren Reichtum, anders zu organisieren.
Und Aufgabe der Politik ist es, dramatisch hier Änderungen herbeizuführen, dass wir ein Reichtumsmodell entwickeln, das auch für diese Länder denkbar ist.
Aber was kann Österreich zum Beispiel zu einem Konzept beitragen, das die Situation verbessern hilft, die da unter anderem lautet, 85 Prozent der Weltbevölkerung werden bis zum Jahr 2020 in den Ländern der dritten Welt leben mit einem hohen Nachholbedarf an einfachsten energetischen Dienstleistungen?
noch ganz einfach.
Indem wir zum Beispiel einen Großteil der Energieforschung, der auch in Österreich noch in Atomenergie geht, der auch insbesondere in der EU in Atomenergie geht, nutzen, um die Technologien, die längst reif und entwickelt sind,
Diese Energieträger bei uns so modern und entwickelt zu machen, dass es denkbar ist, sie in diesen Ländern verbreitet zu entwickeln.
Oder ein Mobilitätssystem.
Solange bei uns alle Leute im Auto fahren, solange Mobilität gleich verbunden ist mit Automobilität, werden es diese Länder genauso machen.
Unsere Aufgabe wäre es, ein Mobilitätssystem zu entwickeln, das teuer ist,
das auf öffentliche Verkehrsträger, das aber auch auf Fahrrad und neue Technologien beim Individualverkehr setzt.
Das ist ein fast revolutionärer Anspruch.
Wir können nicht sagen, ihr macht das anders, sondern wir müssen es anders machen.
Wir können es anders machen, das wäre eine hervorragende Aufgabe für Politik.
soweit Christoph Korhers grüne Gedanken zu globalen Entwicklungsfragen.
Am Rande der großen UNO-Konferenz in Kairo tagen auch die nicht regierungsgebundenen Organisationen, international gebräuchliches Kürzel NGOs.
Oft sind diese Initiativen viel unmittelbarer mit Familienplanungsprogrammen befasst als die Regierungen.
So zum Beispiel die in Nordafrika tätige Organisation International Planned Parenthood, also internationale geplante Elternschaft.
Ihr Ziel ist in der Hauptsache die Aufklärung völlig unwissender Massen über Familienplanung.
Mit einer Mitarbeiterin der Organisation hat Hartmut Fiedler in Kairo gesprochen.
Die Schwierigkeiten kämen meistens durch die örtlichen Würdenträger, sagt die Ägypterin Sina Pidar.
Nicht durch die Regierungen, jedenfalls in einigen Ländern.
etwa beim Thema Sexualerziehung und Beratung von Jugendlichen, einem der Schwerpunkte der Arbeit von International Planned Parenthood.
Einige Geistliche, zum Beispiel meint die Entwicklungshelferin, verstünden nicht, wenn man über Sexualerziehung spreche.
Sie dächten dann, die Leute sollten dazu gebracht werden, unkontrolliert Sex zu haben.
Da ist noch Geduld nötig, bis wir ihnen klar machen können,
was wir mit Sexualerziehung meinen.
Die Organisation hilft in zahlreichen Ländern beim Aufbau eigenständiger Hilfsgruppen.
Etwa in Algerien oder in Marokko mit dem Programm Jugend für Jugend.
Sinab Hida.
Wir bauen Beratungszentren für Jugendliche auf, um über die Probleme zu reden, um herauszufinden, ob sie Hilfe bei der Familienplanung brauchen, Informationen über Aids oder Geschlechtskrankheiten.
Jugendlichen werden auf wissenschaftlicher Basis beraten.
Viele Jugendliche in den arabischen Ländern haben keinerlei Zugang zu Informationen über Verhütung.
Benachteiligt werden insbesondere junge Frauen, die nicht selten auch gegen die hier und da bestehenden Gesetze im Alter von 13, 14 oder 15 Jahren verheiratet und dann kurz danach schwanger werden.
Die gesundheitliche Belastung und die oft jämmerliche medizinische Versorgung machen sie zu einer Risikogruppe, um die es bei der Bevölkerungskonferenz in Kairo besonders geht.
500.000 Menschen sterben jährlich in der dritten Welt bei der Schwangerschaft an den Folgen einer Geburt oder bei misslungenen Abtreibungen.
Daher kommt die Forderung nach der sogenannten Fortpflanzungsgesundheit.
Eine Frau hat das Recht, Ja oder Nein zu sagen, ob sie schwanger werden will, Ja oder Nein zu sagen, wenn sie ungewollt schwanger ist.
Die Menschenrechte gelten auch für Frauen, auch wenn manchmal Männer denken, Menschenrechte gelten nur für sie.
Dabei hat die Entwicklungshelferin die Erfahrung gemacht,
dass die Männer selber Hilfe brauchen.
Sie wissen gar nicht über sich, über Sex, über Familienplanung.
Sie haben sogar Angst davor.
Sie fragen nicht nach Informationen oder Hilfe.
Wir denken daher, dass Familienplanung für beide Geschlechter sein sollte.
Jeder soll Zutritt zu Gesundheitszentren und Krankenhäusern haben, zu Informationen, Erziehung und Bildung.
Dann können sie auch gesund und in Frieden zusammenleben.
Soweit unser Cairo-Schwerpunkt im ORF-Mittagsjournal.
Geisterfahrerentwarnung für die Steiermark.
Auf der A2 der Südautobahn kommt ihnen im Bereich Liboch kein Geisterfahrer mehr entgegen.
Genau vor einer Woche ist der von der irisch-republikanischen Armee verkündete Waffenstillstand in Kraft getreten.
Seitdem hat es mehrere Anschläge der protestantischen Unionisten gegeben, doch die katholische IRA hat ihr Wort vorerst gehalten und der Nordirland-Friedensprozess kann weitergehen.
Einer, der an diesem Prozess still, aber maßgeblich beteiligt ist, ist John Hume, der Vorsitzende der gemäßigt katholischen Nordirischen Arbeiterpartei.
In zahlreichen Geheimgesprächen hat er den Sinn-Fan-Politiker Jerry Adams schließlich von der Notwendigkeit einer friedlichen Konfliktlösung überzeugen können.
John Hume ist heute in Wien beim Bundeskanzler bei Franz Franitzki zu Besuch, Elisa Wasch berichtet.
Schon jahrelang predigt der Vorsitzende der gemäßigt katholischen nordirischen Sozialdemokraten John Hume den Frieden.
Er hat den Terror der IRA immer abgelehnt.
Und er konnte seine Linie in den Gesprächen mit dem IRA-nahen Sinn Fähnführer Jerry Adams nun durchsetzen.
Auch wenn die radikalen Protestanten die Gewalt fortsetzen, werde die IRA bei ihrem Waffenstillstand bleiben, gibt sich John Hume überzeugt.
Die Waffenruhe der irisch-republikanischen Armee sei eine permanente.
Ich habe keinen Zweifel darüber.
Bevor ich hierher kam, bin ich mit Sinnfein-Führer Adams und dem irischen Ministerpräsidenten Reynolds zusammengetroffen und in unserem gemeinsamen Statement haben wir uns für eine demokratische und absolut friedliche Lösung unseres Konflikts ausgesprochen.
Wir dürfen nicht vergessen, wir sind ein geteiltes Volk.
Daher können wir unsere Probleme nur durch Übereinkunft und nicht durch Zwangsmaßnahmen lösen.
Noch nie waren unsere Friedenshoffnungen so groß.
Ich hoffe, dass mein Traum wahr wird und dass das 21.
Jahrhundert das erste in der irischen Geschichte ohne Gewehre und Bomben sein wird.
Der gemäßigte Nationalist Hume hofft, dass sich nun auch die Protestanten dem Friedensprozess anschließen und einen Waffenstillstand ausrufen werden.
Ansonsten, so Hume, würden sie die Sympathie in der ganzen Welt verlieren.
Derzeit sieht es aber ganz und gar nicht nach einem Einlenken der protestantischen Unionisten aus.
Sie schalten auf stur und sie behaupten, London habe Geheimabsprachen mit der IRA getroffen und die London-treuen Unionisten sozusagen verkauft.
John Hume bestreitet, dass es so ein Geheimabkommen gibt.
Ich glaube nicht an Geheimabkommen.
Dieser Prozess hat begonnen, weil ich mit Jerry Adams Gespräche aufgenommen habe.
Ich wollte einfach versuchen, durch den direkten Dialog Leben zu retten und über das Ergebnis der Gespräche bin ich sehr erfreut.
In Österreich sei er, um die Wirtschaftskontakte zu stärken.
Die diesbezüglichen Gespräche mit Bundeskanzler Wranicki verliefen sehr positiv.
Eine Verbesserung der Wirtschaftslage in Nordirland sei dringend nötig, sagt John Hume.
Die Arbeitslosenrate sei speziell unter den Jugendlichen sehr hoch.
Ein Bericht von Elisa Wasch war das.
Und jetzt ein Hinweis auf heute Abend.
Ich darf Sie heute ansprechen.
Ich bin Kandidat der Sozialdemokratischen Partei für den Nationalrat und Sie wissen ja, dass eine sehr intensive Wahlbewegung ist.
Fragen gibt es viele, nicht nur solche inhaltlicher Natur.
Denn diese Nationalratswahlen bringen ein völlig neues Wahlrecht und das treibt die Kandidaten auf die Straße.
Jeder muss um Vorzugsstimmen kämpfen, weil das die Chance auf den Einzug ins Parlament gewaltig erhöht.
Die Parole lautet, jeder gegen jeden.
Für den Wähler wird es spätestens am 9.
Oktober kompliziert, wenn er in der Wahlzelle einen Stimmzettel im Handtuchformat vorfindet.
Was Sie schon immer über das neue Wahlrecht wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten, erfahren Sie heute Abend um 18.20 Uhr in Österreich 1 in einem Journal Panorama.
Zwei nach halb eins und für die zweite Journal-Hälfte planen wir die folgenden Berichte.
Lassen die Serben Kontrollen an der Grenze zu Bosnien zu?
James-Bond-Regisseur Terence Young verstorben.
Die Geisterfahrerfalle in Raba in der Steiermark hat zugeschlagen, zunächst aber nach Kärnten.
Der Klagenfurter Langzeitbürgermeister Leopold Guggenberger hat heute zur Bundespolitik Stellung bezogen.
Der älteste Bürgermeister einer österreichischen Stadt und älteste aktive ÖVP-Politiker sagte in einem Interview, dass er dem ORF-Landesstudio Kärnten anlässlich seines 76.
Geburtstags gegeben hat.
Nach den Nationalratswahlen am 9.
Oktober
sollte jede Koalition möglich sein.
Im Gespräch mit Wolfgang Dittmar spricht sich Guggenberger deutlich gegen die Festlegung ÖVP-Chefs Bussex aus, nach den Wahlen auf jeden Fall die Große Koalition fortzusetzen.
Es ist nichts fix in dieser Politik, auch in Österreich.
Nichts fix.
Aber wenn die Wahl da ist, dann habe ich das Ergebnis, wie das österreichische Volk sein Parlament in den nächsten vier Jahren zusammengesetzt haben will.
Und da muss ich die Kräfte abmessen, welche Konstellation der Kräfte wird in der Lage sein, das Beste für diese Republik, für Sand und seine Menschen zu leisten.
Also diese Vorgabe, wie sie von ihrem Bundesparteiobmann kommt, dass nämlich die Große Koalition in jedem Fall Priorität hat und fortgesetzt werden soll, diese Vorgabe würden Sie dem Wähler nicht unterbreiten?
Ich würde es ihm nicht unterbreiten.
Ich würde sagen, Wähler entscheide.
Wir sind der Meinung, wenn ich aus der Sicht Busek spreche, dass diese Koalition für Österreich gut und wichtig und schädlich ist.
Das könnt ihr jetzt in der Wahl entscheiden, dann werden wir eurem Votum entsprechend handeln.
Aber ich werde nie ausschließen, dass es sich mit diesem oder jenem in einer Demokratie gibt, dass ich gar nicht aus irgendwelchen Gründen jemandem ausscheide oder ausgrenze, wie das so schön in unserer Politik heißt.
Also was die Festlegung des Parteiobmannes Bussek betrifft zur Fortsetzung der Großen Koalition und dem Ausschluss der Freiheitlichen Partei und der Haider für eine Koalition, da sind Sie nicht seiner Meinung?
bin ich nicht seiner Meinung, sicher nicht.
Also für Sie ist nach dem 9.
Oktober alles offen, was die Bildung der Bundesregierung betrifft?
Wenn Buzik mit seiner Aussage 20% zulegt, würde ich sagen, du hast recht gehabt, ich habe mich da getäuscht.
Umgekehrt, wenn Buzik verlieren sollte?
Dann würde ich sagen, du hast ein bisschen daneben gedacht.
Ich habe einen Freund, der in wichtigen Dingen
über Telefon oder Funktelefon sich sofort mit mir in Verbindung setzt, das ist unser Außenminister Dr. Mock.
Für mich ist er der Beste, den wir in ganz Österreich haben.
Da kann man sehr deutlich heraushören, Herr Bürgermeister Guggenberger, dass es Ihnen möglicherweise recht wäre, würde Alois Mock an vorderster Stelle der ÖVP gereiht sein.
Ich hielte das für sehr gut für die Volkspartei.
Aber er ist ja kein gewählter Parteiobmann.
Man hätte ihn wählen können, man hätte ihn wählen sollen, aber wir müssen uns mit den Fakten abfehlen.
Das ist ein Faktor.
Aber Sie meinen, es wäre günstiger für die ÖVP?
Aus meiner Sicht genießt Alois Mock ein ganz, ganz großes Vertrauen der österreichischen Bevölkerung weit über die Parteigrenzen hinaus.
was man sicherlich bei Pussek nicht so klar feststellen kann, erklärt Klagenfurts Langzeitbürgermeister Guggenberger zur Koalitionsfrage und zu allgemeinen politischen Fragen.
Vor etwas mehr als zwei Wochen, wir haben detailliert berichtet, wurde bei der wenig befahrenen Autobahnausfahrt Puchwerk in Graz eine Geisterfahrersperre, eine Pilotanlage installiert.
Zwei Facharbeiter der Maschinenfabrik Lietzen hatten diese 400.000 Schilling teure Anlage in ihrer Freizeit konstruiert.
Fingerlange Krallen schlitzen die Reifen all jener Fahrzeuge auf, die in falsche Richtung auf die Autobahn auffahren.
Nach der Präsentation dieser Geisterfahrerfalle gab es großes Interesse aus dem In- und aus dem Ausland.
Gestern Abend soll es aber eine Fehlauslösung gegeben haben, berichtet Gernot Rath.
Fehlauslösung oder nicht.
Tatsache ist, dass bei einem LKW gestern Abend die Reifen der mittleren und hinteren Achse aufgeschlitzt worden waren, obwohl dieser in der richtigen Richtung unterwegs gewesen sein will.
Der LKW-Lenker Manfred Zoretz schildert den Vorfall so.
Also ich bin abgefahren von der Autobahn, bin schwer gewesen, 37 Tonnen, und dann bin ich drüber gefahren und auf einmal ist das Fahrrad runtergegangen.
Ich schaue immer in den Spiegel rein, wenn ich drüber fahre und dann ist es untergegangen und dann war der letzte Reifen kaputt.
Sie sind in der korrekten Richtung gefahren.
Richtig, ja.
Warum, glauben Sie, hat die Falle hier trotzdem ausgelöst?
Keine Ahnung.
Das müssen die Herren wissen, die das gemacht haben.
Ich weiß es nicht.
Jedenfalls am Reifen sieht man, dass der letzte ist durchgestochen und der vorletzte hat die Einstiche von den Zacken.
Haben Ihre Kollegen schon etwas erzählt, dass es ähnliche Vorfälle schon einmal gegeben hat?
Ja, andere Sattelschlepper von anderen Firmen, die beladen runterfahren, die sagen auch, dass die Zacken immer ein bisschen vorstehen.
Also wenn wir drüber vorstehen, sind wir ein Stück weit vor.
Aus Lietzen kamen heute die beiden Konstrukteure der Geisterfahrerfalle angereist, um die Sache genau zu untersuchen.
Wie Anton Schreiner einer der beiden meint, sei die ganze Sache rätselhaft.
Ich kann mir das überhaupt nicht erklären.
Weil, würde sich die Klappe senken von der richtigen Richtung, dann legen sich die Krallen um.
Also, es kann nichts passieren da.
Für mich ist das unverständlich.
Ich weiß nicht, was sie draufhaben.
Das gibt's normal nicht.
Wir haben das daheim getestet und es hat alles wunderbar hingekriegt.
Und jetzt läuft das bald drei Wochen und auf einmal wäre das da, dass es stecken bleibt oder was.
Von unserer Sicht ist das unmöglich.
Gibt es für diese Falle schon großes Interesse auch außerhalb der Steiermark?
Ja.
Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Deutschland, Holland, Schweiz, also überall schon.
Also es wäre eigentlich ein Hoffnungsprodukt für die Maschinenfabriken?
Das ist richtig, ja.
Die genaue Ursache wird nun gründlich untersucht.
Es geht schließlich nicht nur um die Schadensersatzansprüche des Lkw-Besitzers, sondern auch um das Renommee der Konstrukteure der Litziner Maschinenfabrik.
Hofrat Gunther Dirnböck, der höchste steirische Beamte für Straßen- und Verkehrssicherheit, hat eine Erklärung für den Zwischenfall von gestern Abend bereit.
Nach dem mäßigen Urteil sagen die Fachleute, dass es wohl am ehesten wahrscheinlich ist, dass das Fahrzeug doch
etwa mehr als zwei Meter zurückgefahren ist.
Ein Fahrmanöver, das allerdings, wie es in der Straßenverkehrsordnung heißt, also absolut unzulässig ist.
Aber es wäre doch, dass die wahrscheinlichste Erklärung
Ob jetzt also die Geisterfahrerfalle oder der LKW-Lenker versagt hat, das wird noch geprüft.
Auf das Ergebnis der Untersuchung darf man auf alle Fälle gespannt sein.
9 nach halb 1.
Serbiens Präsident Slobodan Milošević als Friedensapostel.
Eine seltsame Mutation.
Er versucht nun verstärkt, die bosnischen Serben unter Druck zu setzen, den Teilungsplan der internationalen Kontaktgruppe zu akzeptieren.
Laut Frankreichs Außenminister Alain Juppé hat Milošević auch nichts mehr dagegen, internationale Beobachter das Embargo an den Grenzen zu Bosnien überwachen zu lassen.
Dies in der Hoffnung, dass die Sanktionen gegen Belgrad aufgehoben werden könnten, wenn er sich willfährig zeigt.
Doch wie gut kann diese serbisch-bosnische Grenze überhaupt überwacht werden?
Zoram Oprar dazu aus Belgrad.
Die Grenze zwischen der seltsamen Serbischen Republik in Bosnien und Serbien und Montenegro ist 350 Kilometer lang.
Nach dem Ausbruch des Bosnischen Krieges im Jahre 1992 wurden zehn Grenzübergänge nach rechts Jugoslawien errichtet.
Sechs davon werden laut Angaben des Hohen Kommissariats für Flüchtlinge für humanitäre Hilfe benutzt.
Zwei Drittel dieser Grenze sind nach Expertenmeinung praktisch unzugänglich und daher sehr schwer zu kontrollieren.
Denn dort trennen die hohen Gebirgsmassive von Zara und Zlatibor und tiefe Canyons und Gebirgsschluchten Serbien von dem Karadžić-Staat.
Die letzten Urwälder Europas, die sich zwischen den gebirgsmassiven Ljubusnica und Maglic in Montenegro und den Grenzen zu Bosnien-Herzegowina erstrecken, bieten den Schmugglern idealen Schutz und sind ebenfalls unkontrollierbar.
Nur in der Ebene, wo der Fluss Brina Serbien von Bosnien trennt, ist eine internationale Überwachung möglich.
Der serben Präsident Milosevic hat zu den internationalen Beobachtern öffentlich keine Stellung genommen.
Die belgradeunabhängige Tageszeitung Borwa berichtete vor kurzem, dass Milošević den Beobachtern aus den sogenannten befreundeten Staaten, etwa Russland und Griechenland, zustimmen würde.
Die innerserbische Blockade, die Milošević in August verhängt hat, behindert den Personenverkehr nicht.
Der Warenverkehr für humanitäre Zwecke erfolgt ebenfalls reibungslos.
Für andere Güter erteilt das Außenhandelsministerium Restjugoslawiens die Ausfuhrerlaubnis.
Auch die Oppositionsparteien in Serbien sehen in internationalen Beobachtern keine Garantie für eine sichere Blockade.
So erklärte der Vizepräsident der serbischen Erneuerungsbewegung Milan Komnenic auf einer Pressekonferenz, dass eine internationale Kontrolle wenig Aussicht auf Erfolg habe.
Die Kontrolle der militärischen Unterstützung wird dabei nicht gewährleistet.
Und dies ist wohl das Hauptproblem, so Komnenic wörtlich.
so viel aus Belgrad.
1994 ist für Deutschland ein sogenanntes Superwahljahr.
Obwohl natürlich die Bundestagswahl am 16.
Oktober, also eine Woche nach der österreichischen Parlamentswahl, der Höhepunkt sein wird, sind die Landtagswahlen davor auch als Trendanzeiger sehr wichtig.
Wobei die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom Juni dieses Jahres im jetzigen Wahlkampf eine Rolle spielt, war ihr Ergebnis doch eine rot-grüne Minderheitsregierung, die auch von der Unterstützung der PDS
der Nachfolgepartei der DDR-Einheitspartei SED abhängig ist.
Kommenden Sonntag wählen wieder zwei Bundesländer im Osten neue Landtage und zwar Brandenburg und Sachsen.
Derzeitiger Ministerpräsident in Sachsen ist der CDU-Politiker Kurt Biedenkopf, dessen Verhältnis zum Parteivorsitzenden Helmut Kohl ein durchaus gespanntes ist.
Ein Lagebericht von Gerhard Seyfried.
Ein Solo für Kurt Biedenkopf.
Auf diesen einfachen Nenner lässt sich der Wahlkampf in Sachsen bringen.
Der einstmals jüngste Hochschulrektor Deutschlands, spätere Wirtschaftsmanager und CDU-Generalsekretär, regiert in Dresden mit absoluter Mehrheit.
Schafft er die absolute auch diesmal oder nicht, das ist die spannendste Frage.
Auf den großflächigen Wahlplakaten kommt die CDU nur kleingedruckt vor, wird überstrahlt von König Kurt, wie der Regierungschef im Land genannt wird.
Angesichts eines Bekanntheitsgrades von an die 100 Prozent ist es für die Herausforderer schwer, gegen das Monument Biedenkopf anzukämpfen.
Gestern Abend versuchte sich SPD-Spitzenkandidat Karl-Heinz Kunkel.
Unterstützt von SPD-Chef Rudolf Scharping brachte der großgewachsene Elektrotechniker im Dresdner Kulturpalast seine Botschaft und das Parteivolk.
Kunkels SPD, bei der letzten Wahl mit knapp 20 Prozent schwergeschlagen, setzt auf soziale Kompetenz, auf die Anliegen des kleinen Mannes, auf sächsisches Selbstbewusstsein.
Ich rege mich auf, dass man jetzt versucht, unser Land in veraltete Politikmonturen zu stecken.
Gebt uns die Chance, uns mit unseren Ideen zu verwirklichen.
Wir sind fleißig und gescheit und deshalb lassen wir uns auch nicht verkohlen und nicht verbieten kopfen.
Der Applaus für derlei Wortspiele bleibt bescheiden.
Kurt Biedenkopf gefällt sich in der Rolle des gütigen Landesvaters mit Wirtschaftskompetenz, steigt kaum ein auf parteipolitisches Hickhack.
Die Probleme in dem Freistaat mit 4,6 Millionen Einwohnern sind gewaltig.
In den letzten fünf Jahren ging eine Million Arbeitsplätze verloren.
15 Prozent beträgt die Arbeitslosenrate.
Sachsen hängt am Tropf der Transferzahlungen aus dem Westen.
Ministerpräsident Biedenkopf zog in den letzten Wochen wie ein Wanderprediger durchs Land.
Seine Botschaft lautet, Ärmel aufkrempeln, Geduld, es geht aufwärts, irgendwann werden die Löhne Westniveau erreichen.
um Ihnen mal eine Vorstellung von dem zu geben, was da passiert ist, weil wir das heute schon wieder als völlig normal empfinden, dass man telefonieren kann.
Wir hatten etwas mehr als 500.000 Telefone im ganzen Freistaat zu Beginn des Aufbaus.
Mitte 1994 hatten wir 1,2 Millionen Telefone im Freistaat und Ende 1997 werden wir die gleiche Telefondichte haben wie in Baden-Württemberg.
Jeder Haushalt soll also über einen Telefonanschluss verfügen.
Offensiv wie kaum ein anderes Bundesland im Osten wirbt Sachsen um Investoren.
Siemens etwa baut in Dresden ein großes Produktionszentrum für Mikroelektronik.
In den Landkreisen reiht sich ein Gewerbepark an den nächsten.
Kritik an dieser Politik übt die PDS, die am Wahlsonntag mit 16 bis 17 Prozent der Stimmen rechnet.
Gegen das Bauen und Ansiedeln sei grundsätzlich nichts einzuwenden, sagt Peter Porsch, gebürtiger Wiener und heute Germanistik-Professor an der Universität Leipzig.
Aber was entsteht?
Es entstehen Kaufhäuser, das ist ja auch nicht schlecht.
kann man ja schöne Sachen kaufen.
Es entstehen Banken, es entstehen Versicherungen und es entstehen Wohnhäuser mit Mieten, die ein normaler Bürger nicht bezahlen kann.
Es entstehen keine Sozialwohnungen.
Die PDS wird in Sachsen ebenso misstrauisch beäugt wie anderswo in Deutschland.
Die Stunde der SED-Nachfolgepartei in Sachsen könnte schlagen, wenn die Biedenkopf-CDU ihre Absolute verliert und die PDS zum Zünglein an der Waage wird.
Kaum wahrzunehmen sind Grüne und FDP.
Beide Parteien müssen bangen.
die für den Einzug in den Landtag nötige Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.
Gerhard Seyfried über die Sachsenwahlen.
Tod in Cannes.
Der britische Filmregisseur Terence Young ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Young, der sich in Cannes aufhielt, wo er einen Dokumentarfilm drehen wollte, erlag einen Herzinfarkt.
Er war es, der in den 60er Jahren die ersten drei James-Bond-Filme mit Sean Connery gedreht hat.
Außerdem geht eine weitere Handvoll erstklassiger Action-Thriller auf das Konto von Terrence Young.
Renate Wagners Nachruf beginnt mit einer Szene aus dem ersten James-Bond-Film 007 Jagd Dr. No.
James, wo sind Sie bloß gewesen?
Ich habe ganz London nach Ihnen abgesucht.
007 ist hier, Sir.
Er wird Sie gleich reinrufen.
Moneypenny, wo brennt es denn?
Strange Race.
Und es sieht ernst aus.
Wir haben den Äther zwischen London und Jamaika in den letzten Stunden ganz schön knistern lassen.
Ich hab's gern, wenn es knistert.
Man kann von ihm sagen, dass er James Bond ebenso geschaffen hat, wie der Autor Jan Fleming.
Es war Terence Young, dem man 1962 das Drehbuch zu 007 Jagd Dr. No anvertraute, mit dem er, was damals noch keiner ahnen konnte, den berühmtesten Geheimagenten der Leinwand kreierte.
Und den besonderen Stil dieser Actionfilme.
Die exotischen Schauplätze, die wilden Verrenkungen der Story, die dämonischen Widersacher, die gefährlichen, atemberaubenden Frauen.
All das immer mit einer Prise britischen Humors gewürzt.
Tatsächlich war Terence Young irischer Abstammung, in Shanghai geboren, als 21-Jähriger zum Film gekommen, 1948 erstmals selbst als Regisseur hinter der Kamera.
Er hat sich dann, gelegentlich auch mit eigenen Drehbüchern, einen Namen als Action-Regisseur in England und Amerika gemacht, wobei die Vielfalt der Sujets für ihn typisch blieb.
Er legte sich nicht fest, ob er einen Kostümschinken im Himalaya drehte, wie Zarak Khan, oder eine Krimi-Komödie, wie Zu heiß zum Anfassen mit Jane Mansfield.
Die drei James-Bond-Filme Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau und Feuerball stehen auf seiner Liste.
In Österreich begrüßte man ihn, als er das schmalzige Meierling-Epos für den amerikanischen Geschmack mit Oma Sharif und Catherine Deneuve hier drehte.
Und frille Freunde werden den nun verstorbenen Regisseur mit einigen recht bemerkenswerten Streifen in Erinnerung behalten.
Es war doch sehr schön, wie Audrey Hepburn ihn Warte bis es dunkel wird als Blinde im Bedrängnis geriet.
Oder wie Terence Young in Rivalen unter roter Sonne die seltsamste und denkbar reizvollste Mischung im Wilden Westen vor die Kamera brachte, nämlich neben Charles Bronson noch den Franzosen Alain Delos und den Japaner Toshiro Mifune.
Ganz abgesehen natürlich von Ursula Andres, mit der er einst ein neues Rollen-Genre geschaffen hatte, jenes des Bond-Girls.
Soweit unser Nachruf auf Terence Young.
Die Schule für Dichtung in Wien kann sich seit neuestem mit einem weiteren prominenten Lehrer schmücken.
Blixer Bargeld, Idol des deutschen Industrial Rock und Sänger der einstürzenden Neubauten, lehrt an der Septemberakademie angehende Poeten die Textvernichtung.
Robert Billek hat aus diesem Anlass mit Blixer Bargeld gesprochen und den folgenden Beitrag gestaltet.
Blixer Bargeld ist nicht bloß ein Rocksänger, der deutsche Sprachbrocken durch den Brachiallärm seiner Band, die einstürzenden Neubauten röhrt und für Nick Cave die Gitarre schlägt.
Längst haben ihn auch die Theaterszene und das deutsche Feuilleton umarmt.
Bargeld hat mit Peter Zadek und Heiner Müller kooperiert, der verstorbene Grazer Autor Werner Schwab hat ihm die Rolle des Mephisto auf den Leib geschrieben und er ist in einem von Erich Wander inszenierten Spektakel über die Wiener Ringstraße gezogen.
Derzeit allerdings schleppt sich Blixer Bargeld, ganz Profi, trotz gewaltiger Verkühlung in Wien fiebrig von Interview zu Interview.
Journalistenschreck, wie immer gesagt wird, sei er keiner, bedeutet der mit schwarzem Anzug und schwarzer Künstlerkappe begleitete Star des deutschen Undergrounds gleich zu Beginn des Gesprächs und besteht darauf, dass seine künstlerischen Aktivitäten der jüngeren Vergangenheit alles andere seien als ein Flirt mit der Hochkultur.
Ich habe nicht mit der Hochkultur geflirtet.
Aber derjenige, der sich außerhalb dieses Metiers mit einiger
Energietik zu bewegen weiß, wird zwangsläufig auch eben von diesem Kulturbetrieb wieder eingenommen.
Es ist inzwischen so, dass eigentlich der Underground schlechthin eine Erfindung des Kulturbetriebes ist.
Es gibt keinen Underground, der vom Kulturbetrieb wirklich abgesondert wäre.
Sie sind Schauspieler, Musiker, Dichter... Ich bin gar nichts.
Ich gehe davon aus, dass ich eigentlich nichts besonders gut kann.
und dass ich eigentlich meine Wirkung am besten entfalte, indem ich mich in verschiedenen Disziplinen bewege und verschiedene Disziplinen miteinander verknüpfe.
Welche Rolle spielt in diesem Spektrum der Dichter Blixer Bargeld?
Ich würde mich freiwillig nie als Dichter bezeichnen.
Ich würde mich beim Arbeitsamt nicht als arbeitslosen Dichter melden.
Aber Sie werden an der Schule für Dichtung unterrichten.
Was werden Sie den Studenten da erzählen?
Das erste und wichtigste, was man ihnen vermitteln müsste, ist, dass man zuerst etwas verlernen muss.
Und was man verlernen muss, ist meiner Meinung nach das Tagebuchschreiben, das Schreiben für die Schublade und das Schreiben ohne Grund.
Und das Zweite, was zu verlernen ist, ist die Selbstbefindlichkeit und die Subjektivität.
Das versuche ich zu vermitteln.
Sie werden im Rahmen dieser Unterrichtstätigkeit längere Zeit in Wien sein.
Haben Sie zu Wien, zu der Stadt hier, zu der Atmosphäre hier irgendeine Art von Beziehung?
Gewohnheitsmäßig stellt sich jetzt eine Beziehung ein, dadurch, dass ich so gut wie jedes Mal, dass ich in Wien bin, krank bin.
Was für eine Beziehung soll ich mit dieser Stadt eingehen?
Es kommt mir fast vor, als würde ich hier sterben irgendwann.
Ich bin gar nichts, sagt der Undergroundler Blixer Bargeld und bei uns ist noch Zeit für Nachrichten.
Österreich.
Im Wiener Messezentrum hat die HIT 94 die Fachmesse für Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik begonnen.
137 Aussteller präsentieren die neuesten Produkte, wovon einige erstmals in Europa gezeigt werden.
Bundespräsident Klestil ging in seiner Eröffnungsrede auch auf die Zukunft des ORF ein.
Klestil sprach sich dafür aus, den Bestellungsmodus der ORF-Geschäftsführung zu überdenken.
Man müsse sich fragen, ob die Möglichkeiten des Alleingeschäftsführers, die vom Rundfunkgesetz 1974 begrenzt wurden, angesichts des technischen Wandels und des schärferen Konkurrenzdrucks nicht zu sehr eingeschränkt seien, sagte der Bundespräsident.
Die Nationale Sendeanstalt Österreichs müsste so strukturiert werden, dass sie künftig am Markt bestehen kann.
Wirtschaftsminister Schüssel würdigte den Beitrag, den Österreichs Wirtschaft bei der Entwicklung hochwertiger Elektronikgeräte leistet.
Die HIT 94 dauert noch bis 11.
September.
Auch gegen FPÖ-Chef Haider gibt es jetzt Morddrohungen.
Nach Angaben von Bundesgeschäftsführer Rumpold ist Haider schriftlich und telefonisch bedroht worden.
Haider bekommt vom Innenministerium nun den gleichen Personen- und Veranstaltungsschutz wie Vizekanzler Busek und die Klubchefin der Grünen Madeleine Petrovic.
Gegen beide hatte es ebenfalls Bombendrohungen gegeben.
Bei der Grazer Geisterfahrer Sperre gab es einen ersten Zwischenfall.
Einem Lastwagen wurden sechs Reifen aufgeschlitzt, nachdem aus bisher ungeklärten Gründen die sogenannten Krallen ausgefahren waren.
Das System basiert auf einer Reihe von versenkten Metallspitzen, die dann automatisch in die Höhe fahren, wenn ein Fahrzeug in der falschen Richtung unterwegs ist.
Der Lkw-Lenker gab allerdings an, er habe die Sperre vorschriftsmäßig überfahren.
Geklärt wird jetzt, ob der Lastwagen nicht doch ein Stück zurückgerollt ist.
Bis auf weiteres bleibt die Anlage gesperrt.
Nach dem Tankerunfall auf der Südautobahn besteht keine Gefahr für das Grundwasser.
Ein steirischer Lastwagen mit Heizöl war in der Nacht vor dem Autobahnknoten Siebenstein verunglückt.
5000 Liter Heizöl flossen dabei aus.
Etwa 300 Quadratmeter Autobahnböschung und Acker sind verseucht.
Das Erdreich muss händisch abgegaben werden, weil in der Böschung das zentrale Datenkabel der ÖBB und andere Datenleitungen verlegt sind.
Die Aufräumungsarbeiten werden wahrscheinlich noch den ganzen Tag über dauern.
AKG-Gründer Rudolf Göricke ist gestern im Alter von 86 Jahren verstorben.
Göricke gründete 1947 das Wiener Elektronikunternehmen Akustische und Kino-Geräte AKG.
Gemeinsam mit dem Wissenschaftler Pless machte er eine Reihe von Erfindungen, unter anderem das erste dynamische Richtmikrofon.
Vatikan.
Papst Johannes Paul II.
warnt vor einer Verschärfung des Konflikts in Bosnien.
Bei einer Messe vor tausenden Gläubigen in Rom rief der Heilige Vater die Kriegsgegner dazu auf, einander zu verzeihen.
Die Predigt in serbo-kroatischer Sprache wurde auch von Fernsehen und Radio in Bosnien und Kroatien übertragen.
Die ursprünglich für heute geplante Reise nach Sarajevo hatte der Papst in letzter Minute aus Sicherheitsgründen abgesagt.
Bosnien-Herzegowina.
Rest-Jugoslawien lässt nun doch Beobachter an der Grenze zu Bosnien zu.
Damit soll das Embargo gegen die bosnischen Serben kontrolliert werden.
Allerdings ist Belgrad weiter dagegen, dass Soldaten an der Grenze stationiert werden.
Gegen zivile Beobachter gibt es nach Angaben des französischen Außenministers Juppé keine Einwände mehr.
Das Wetter heute Nachmittag, meist sonnig und sehr warm, mit kräftigem Südfön.
Die Temperaturen erreichen meist 26 bis 30 Grad.
In Vorarlberg aber und im Tiroler Oberland ziehen allmählich Regenschauer und Gewitter auf.
Das also war's, das heutige ORF-Mittagsjournal.
Technik Herbert Hainer, Regie Ilse Oberhofer, Präsentation Manfred Kronsteiner.
Wir wünschen einen angenehmen Donnerstag Nachmittag.
Vor etwas mehr als 2 Wochen wurde bei der wenig befahrenen Autobahnausfahrt Puchwerk in Graz eine Pilotanlage einer Geisterfahrersperre installiert. Ausfahrbare Krallen schlitzen die Reifen von potentiellen Geisterfahrern auf. Nun soll es zu einer Fehlauslösung gekommen sein. Interview: LKW-Fahrer Manfred Zorec, Interview: Konstrukteur Anton Schreiner, Interview: Hofrat Gunther Dirnböck.
Mitwirkende:
Rath, Gernot [Gestaltung]
, Zorec, Manfred [Interviewte/r]
, Schreiner, Anton [Interviewte/r]
, Dirnböck, Gunther [Interviewte/r]
Datum:
1994.09.08 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
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Technik
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Verkehr
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Interview
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Bundesland / Steiermark
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
1994 ist für Deutschland ein Superwahljahr. Neben der Bundestagswahl am 16. Oktober sind die Landtagswahlen ebenfalls sehr wichtig. Im Osten der Republik stehen die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen als nächstes am Programm. Einblendung: SPD-Politiker Karl-Heinz Kunkel, Einblendung: CDU-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, Einblendung: PDS-Kandidat Peter Porsch
Mitwirkende:
Seifried, Gerhard [Gestaltung]
, Kunkel, Karl-Heinz [Interviewte/r]
, Biedenkopf, Kurt Hans [Interviewte/r]
, Porsch, Peter [Interviewte/r]
Datum:
1994.09.08 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik
;
Föderalismus
;
Wahlen
;
Konservative
;
Sozialismus und Sozialdemokratie
;
Reden und Ansprachen
;
Wirtschaftspolitik
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Bundesrepublik Deutschland
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten