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Marker setzen in: Mittagsjournal 1976.10.20
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KI-generiertes Transkript
Mittagsjournal.
Zwölf Uhr war es soeben.
Sie hören eine Stunde Mittagsinformation des aktuellen Dienstes in den Programmen Österreich 1 und Ö3.
Redakteurin im Studio des Mittagsjournals ist Ilse Vögel.
Die Kollegen von der Innenpolitischen Redaktion melden sich heute zu zwei Ereignissen zu Wort.
Sie berichten zunächst einmal von der Sitzung des ÖGB-Bundesvorstandes in Wien.
Dort gibt es heute zwei wichtige Themen, nämlich die bevorstehende Preis- und Lohnrunde und die Frage, wer wird Nachfolger Weißenbergs im Amt des Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger.
Weißenberg, wie Sie ja wissen, gehört seit kurzem der Bundesregierung als Sozialminister an.
Und ebenfalls um ein Nachfolgespiel geht es beim österreichischen Bauernbund.
Auch dort soll heute der neue Bauernbunddirektor bestellt werden.
Ein Nachfolger also für Sixtus Lanner, der als Generalsekretär in die ÖVP-Zentrale übersiedelt ist.
Ferner geplant ist ein Bericht von einem Pressegespräch, das Bundeskammergeneralsekretär Musil heute Vormittag in Wien gab.
Musil wirft der Regierung vor, eine Inflationspolitik zu betreiben.
Weiter ins Ausland, hier die Schlagzeilen.
Amerika liefert modernste Waffen an Israel und neuerlich schwere Unruhen in der südafrikanischen Jägerstadt Soweto.
700 Farbige sind in der vergangenen Nacht verhaftet worden.
Und in Genf ist heute ein, wie uns scheint, interessantes Buch erschienen, Thema Die kranken Männer, die uns regieren.
Eine Klatsch- und Tratschgeschichte vom Krankenbett der Großen in der Politik.
Weiter zur Kultur.
Sie bringt eine Vorschau auf eine Premiere im Volkstheater.
Gespielt wird eine dramatisierte Fassung von Josef Roths Radetzky Marsch.
Und aus Vordelberg erwarten wir näheres zum Programm der Pregenzer Randspiele für 1977.
In Pregenz gab es dazu heute Vormittag eine Pressekonferenz.
Das also wäre unser geplantes Programm bis 13 Uhr.
Ein Programm, das wir zunächst, und wie Sie es auch gewohnt sind, mit Weltnachrichten beginnen.
Verantwortlicher Chef vom Dienst Rainer Warnecke, Sprecherin Annemarie Bertet.
Österreich.
Der Bundesvorstand des Gewerkschaftsbundes ist heute Vormittag zu einer seiner routinemäßigen Sitzungen zusammengetreten.
In einer Stellungnahme dazu heißt es, die Sicherung der Vollbeschäftigung bleibe die Hauptaufgabe des ÖGB.
Dies, obwohl aufgrund der verbesserten konjunkturellen Situation in der jüngsten Zeit die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen deutlich abgenommen habe und die Zahl der offenen Stellen gestiegen sei.
Allerdings sei in nächster Zeit mit einer ständig wachsenden Zahl von Schulabgängen zu rechnen, denen geeignete Ausbildungsplätze angeboten werden müssten, heißt es in der Stellungnahme des Gewerkschaftsbundes.
Der Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer Mussil warf heute der Regierung in einem Pressegespräch vor, einen Inflationskurs anstelle einer Stabilitätspolitik zu verfolgen.
Mussil nannte hier die Erhöhung der Posttarife, der Mehrwertsteuer, der Mineralöl und der Bundeskraftfahrzeugsteuer sowie die Belastungen durch die 32.
ASVG-Novelle und die Urlaubsverlängerung ab kommendem Jahr.
Bundesrepublik Deutschland Die SPD-FDP-Koalition wird im Bonner Bundestag einen Vorsprung von 10 und nicht wie ursprünglich angenommen von 8 Mandaten haben.
Nach dem heute veröffentlichten offiziellen Endergebnis verfügt die Koalition über 253 Sitze, die CDU-CSU-Opposition über 243.
Die Erhöhung des Vorsprungs ist zunächst bei der Wahl des neuen Bundeskanzlers wichtig, der mit der absoluten Mehrheit von 249 der 496 Parlamentarier gewählt werden muss, weiters bei Gesetzesvorlagen, bei denen der Bundestag einen Widerspruch des von CDU und CSU beherrschten Bundesrates mit absoluter Mehrheit zurückweisen kann.
Ursache für die Mandatsverschiebung sind Zählfehler in Wahlkreisen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bayerns.
Deutsche Demokratische Republik.
In den Großstädten Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt hat es die meisten Gegenstimmen bei den Wahlen zur Volkskammer am vergangenen Sonntag gegeben.
Nach dem heute im SED-Zentralorgan Neues Deutschland veröffentlichten endgültigen Wahlergebnis wurden in diesen Städten zwischen 0,22 und 0,34 Prozent Gegenstimmen abgegeben.
Im Gesamtergebnis waren es 0,14 Prozent, die gegen den Wahlvorschlag der Nationalen Front stimmten.
Italien
Die drei großen Gewerkschaftsorganisationen haben ein eigenes Anti-Inflationsprogramm ausgearbeitet.
Die ursprüngliche Unterstützung des Stabilitätsprogramms der Regierung durch die Gewerkschaften war bei der Bevölkerung auf starke Kritik gestoßen.
Ziel des neuen Plans ist gerechtere Verteilung der zu leistenden Opfer.
Aus diesem Grund wird stärkeres Gewicht auf die Besteuerung der Vermögen gelegt.
Die Zunahme der Einkommen der Selbstständigen soll analog der von der Regierung vorgesehenen Regelung für höhere verdienende Angestellte begrenzt werden.
Restriktionen des privaten Verbrauchs werden von den Gewerkschaften akzeptiert, allerdings werden strenge Kontrollen verlangt, damit spekulative Käufe verhindert werden können.
Die Erhöhung der Benzinpreise wird abgelehnt.
Auch innerhalb der kommunistischen Partei ist ein Streit über die Sparenmaßnahmen der Regierung ausgebrochen.
Während der frühere Parteivorsitzende Longo betonte, die Interessen der Mitglieder dürften nicht geopfert werden, um einen Beweis für die Verantwortungsbereitschaft der Partei abzulegen, setzte sich der Exponent des rechten Parteiflügels, Amendola, für Notstandsmaßnahmen ein, die noch über die von der Regierung beschlossenen Bestimmungen hinausgehen.
Parteichef Berlinguer hat in seiner Rede vor dem Zentralkomitee kritische Unterstützung der Regierung befürwortet und dafür verstärkte Konsultationen der KPI durch Ministerpräsident Andriotti gefordert.
Der Misstrauensantrag der Linksopposition gegen den Anti-Inflationsplan der Regierung unter Ministerpräsident Barr ist in der vergangenen Nacht in der Pariser Nationalversammlung erwartungsgemäß abgelehnt worden.
Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im französischen Parlament stand von vornherein fest, dass der von Kommunisten, Sozialisten und Linksradikalen eingebrachte Antrag nicht die erforderliche absolute Mehrheit erhalten werde.
Für den Misstrauensantrag sparen sich lediglich 181 Abgeordnete der Opposition von insgesamt 490 Parlamentariern aus.
Ministerpräsident Bahr betonte vor der Abstimmung, es gebe keine präzise und wirksame Alternative zum Anti-Inflationsprogramm seiner Regierung.
Nahe Osten
Der Palästinenser Führer Arafat ist heute überraschend in Damaskus zu Gesprächen mit dem syrischen Präsidenten Assad eingetroffen.
Es ist dies der erste Besuch des PLO-Chefs in Damaskus seit dem Einmarsch syrischer Truppen in den Libanon im vergangenen Juni.
Die Außenminister der Arabischen Liga setzen heute in Kairo ihre Gespräche zur Vorbereitung der für Montag geplanten gesamtarabischen Gipfelkonferenz fort.
Hauptthemen sind die Aufstellung einer 30.000 Mann starken Friedenstreitmacht für den Libanon, sowie Fragen der Finanzierung für den Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes.
In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es heute Vormittag erneut zu schweren Gefechten zwischen rechten und linken Milizen gekommen.
Rundfunksender beider Konfliktparteien warnten die Bevölkerung vor dem Verlassen der Häuser.
Morgen früh soll der vom sogenannten kleinen Aragab-Gipfel in Riyadh ausgehandelte Waffenstillstand für den Libanon in Kraft treten.
Aus dem Südlibanon wird gemeldet, heute früh hätten Israelis das Muslimdorf Jarun nahe der israelischen Grenze besetzt.
Gestern soll es etwa 20 Kilometer weiter nördlich heftige Kämpfe zwischen israelischer Artillerie und palästinensischen Streitkräften gegeben haben.
Vereinte Nationen
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben durch ihr Veto im Weltsicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zum Scheitern gebracht, in dem ein bindendes Waffenembargo gegen Südafrika gefordert wurde.
Der Vertreter der nabibischen Befreiungsbewegung SWAPO bei den Vereinten Nationen bezeichnete das Veto als unerfreulichen Akt der Beweise, wie weit die imperialistischen Mächte gehen wollten, um ihre Interessen in Namibia und Südafrika zu verteidigen.
Die Vereinigten Staaten Großfrankreich und Frankreich hatten das Veto mit dem Hinweis begründet, in jüngster Zeit habe es ermutigende Gespräche über einen Machtwechsel in Südwestafrika gegeben.
Deshalb seien derzeit Sanktionen gegen Südafrika nicht angebracht.
Südafrika
Wie erst jetzt bekannt wird, sind nach den Zwischenfällen vom vergangenen Sonntag in Soweto, der größten von Schwarzafrikanern bewohnten Vorstadt von Johannesburg, mehr als 700 junge Afrikaner verhaftet worden.
Am Sonntag hatten mehrere hundert Jugendliche eine Autobusgarage in Johannesburg gestürmt und etwa 30 Fahrzeuge in Brand gesteckt.
Auch heute soll es in Soweto erneut zu Unruhen gekommen sein.
Mit Anfang kommenden Jahres soll der Wehrdienst in Südafrika um sechs Monate auf zweieinhalb Jahre verlängert werden.
Offiziell wird diese geplante Maßnahme mit der zunehmenden kommunistischen Bedrohung gegenüber Südafrika gegründet.
Rhodesien
Der rhodesische Ministerpräsident Smith reist heute als Leiter einer 30-Mann-starken Delegation nach Genf, wo am 28.
Oktober die Konferenz zur Bildung einer Übergangsregierung beginnen soll.
Auch der britische Sonderbeauftragte Richard, der die Rhodesien-Konferenz leiten soll, wird heute in Genf erwartet.
Die schwarz-afrikanischen Politiker werden vermutlich am Wochenende in der Schweiz eintreffen.
Die von Schwarzen regierten Nachbarstaaten Rhodesiens werden in Genf nicht durch Beobachter vertreten sein.
Die britische Regierung hat ein entsprechendes Ansuchen des Staatspräsidenten von Tansania, Nyerere, abgelehnt.
Angeblich ist der Konferenzraum so klein, dass die Zahl der Delegierten begrenzt werden muss.
Der südafrikanische Ministerpräsident Forster sagt in einem Interview für die New York Times, in seinem Land lebten mehr als vier Millionen Weiße, die genauso ein Recht auf Südafrika hätten wie die Amerikaner auf die USA.
Für den Fall eines Scheiterns der Rhodesien-Konferenz sicherte Forster Rhodesien zu, sein Land werde zu einer Rolle als ein einziger Lieferant für das Nachbarland stehen.
Österreich Die Linzer Kirchenzeitung leitet in ihrer jüngsten Ausgabe aus der Bibel ein deutliches Nein gegen Atomkraftwerke ab.
In dem Artikel heißt es, nach der Bibel komme den geistig-menschlichen Werten eindeutig Vorrang gegenüber materiellen Werten zu.
Bei der Planung von Atomkraftwerken werde hingegen wirtschaftlichen Fragen der Vorzug gegeben.
Dies zeige sich an der Tatsache, dass Kernkraftwerke wegen der wirtschaftlichen Gegebenheiten in dicht besiedelten Ballungsräumen gebaut und nur mit den Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet würden, die ihren Betrieb noch wirtschaftlich erscheinen ließen.
Sichere Kernkraftwerke würden wirtschaftlich völlig untragbar sein.
An diesem Punkt, merke man, betont die Linzer Kirchenzeitung, dass der Mensch hinter den wirtschaftlichen Notwendigkeiten gereiht werde.
Die Kirche könne daher nur gegen den Bau von Atomkraftwerken sein.
Argentinien
In der Antarktis sind Rückstände der ersten Wasserstoffbombe entdeckt worden, die Anfang der 50er Jahre von den Vereinigten Staaten zur Explosion gebracht worden ist.
Nach Angaben des Wissenschaftlichen Forschungskomitees für die Antarktis wurden auch Rückstände der Industrie gefunden.
Ein Teil der sich in der Atmosphäre verlagerten Rückstände lagert sich in der Polarmasse ab.
Das waren die Meldungen.
... Musik ...
Und nun zum ausführlichen Wettbericht.
Die Wettelage.
Bei der herrschenden südlichen Strömung bleibt die Wettewirksamkeit atlantischer Störungen im Ostalpenraum sehr gering.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Im Süden meist ganztägig, nebelig, trübes Wetter.
Sonst nur gebietsweise stark bewölkt, vorwiegend aber heite oder leicht wolkig.
Südliche Winde.
Nachmittagstemperaturen 8 bis 13 Grad.
Tiefstemperaturen der kommenden Nacht 3 bis 9 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen.
Wechselnde, im Süden meist starke oder geschlossene Bewölkung.
Strichweise etwas Regen.
An der Alpen-Nordseite föhnige Aufheiterungen.
Winde aus Süd bis West.
Frühtemperaturen 3 bis 10 Grad, Tageshöchsttemperaturen 8 bis 15 Grad.
Die Misswerte von 12 Uhr.
Wien heiter bei 10 Grad, Südostwind 30 km in der Stunde.
Eisenstadt wolkig, 10 Grad, Südostwind 15.
Linz heiter 9 Grad, Südostwind 15 km in der Stunde.
Salzburg stark bewölkt, 7 Grad, Westwind 5.
Innsbruck heiter, 11 Grad, Windstille.
Bregenz heiter 13 Grad, Westwind 3.
Graz bedeckt 7 Grad, Windstille.
Und Klagenfurt stark bewölkt bei 9 Grad, Windstille.
Wenn Sie die Zeit vergleichen wollen, in 30 Sekunden ist es Viertel eins.
Morgen beginnt im Parlament die mit Spannung erwartete Budgetdebatte, der die Budgetrede des Finanzministers vorangeht.
Unmittelbar vorher, also schon heute, hat sich nun die Bundeswirtschaftskammer kritisch mit der Wirtschaftspolitik der Regierung auseinandergesetzt.
Der Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer, Abgeordneter Musil, erhob eine Reihe von Vorwürfen und betonte heute Vormittag in einer Pressekonferenz in Wien, dass die Regierung nach wie vor zu wenig Augenmerk auf die Stabilisierung der Preise lege.
Mit Generalsekretär Musil sprach darüber Herbert Hutter.
Herr Generalsekretär Musil, Österreich ist auf den international recht guten Schnitt von 7 Prozent, 7,2 Prozent Inflationsrate heruntergekommen.
Trotzdem haben Sie heute in Ihrer Pressekonferenz den Vorwurf erhoben, die Regierung betreibe Inflationspolitik und nicht Stabilitätspolitik.
Worauf führen Sie Ihre Vorwürfe zurück?
Ich möchte zuerst sagen, dass die Inflationsrate mit 7,2 Prozent
vor allem gegenüber unseren Haupthandelspartnern der Bundesrepublik, aber auch gegenüber der Schweiz, wesentlich höher ist.
Die Bundesrepublik liegt bei 4, die Schweiz bei 1% und wir bei 7,2%.
Wir haben die relative Stabilität zu diesen Ländern verloren, daher auch die Unrichtigkeit der währungspolitischen Maßnahmen.
Die Regierung ersetzt nach wie vor
einen Inflationskurs fort.
Es ist so, dass die Belastungswellen, die seit Anfang 1976 auf uns zukommen, den Preisindex sehr stark beeinflussen werden, nach oben.
Dazu kommt die Belastung der Wirtschaft mit dem Urlaubsgesetz und mit der 32.
ASVG-Novelle, von dem wir auch annehmen, dass 2% Indexpunkte wahrscheinlich die Folge sein werden.
Die Regierung liegt daher nach wie vor auf Inflationskurs und nicht auf Stabilitätskurs.
Was die kommende Tarifwelle betrifft, so beruft sich die Regierung immer darauf, dass die Einnahmen steigen müssen, dass das Defizit abgedeckt werden muss und zwar ein Defizit, das 1975 dadurch entstanden ist, dass öffentliche Ausgaben zur Sicherung der Vollbeschäftigung forciert werden mussten.
Wie stellen Sie sich dazu?
Wir waren immer für eine Tarifanpassung, aber für eine Tarifanpassung in kleinen Schritten.
Das, was die Regierung jetzt vorgeschlagen hat, sind Riesensprünge und diese Riesensprünge halten wir im gegenwärtigen Zeitpunkt für konjunkturpolitisch, vor allem für stabilitätspolitisch nicht richtig.
Die kommende Lohnrunde steht im Zeichen des verminderten Wirtschaftswachstums.
Sie behaupten, Herr Generalsekretär, sie sei trotz allem nicht maßvoll.
Im vergangenen Jahr und in den letzten Jahren sind die Lohnstückkosten, die Lohnkosten in Österreich wesentlich stärker gestiegen wie im Ausland.
Wir haben damit internationale Wettbewerbsfähigkeit verloren.
Im nächsten Jahr werden 10.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen sein.
in den nächsten zehn Jahren 300.000 neue Arbeitsplätze.
Das erfordert ein gewaltiges Investitionsvolumen.
Die in der Krise unterbliebenen Umstrukturierungen müssen nachgeholt werden.
Das erfordert auch Investitionsbeträge in einer sehr, sehr hohen Kategorie.
Das muss finanziert werden aus den Betrieben.
Und wenn man den Betrieben in der jetzigen Phase nicht die Möglichkeit gibt, die Gewinne aufzustocken, so werden sie das nicht finanzieren können.
Wenn daher der Gewerkschaftsbund sein Interesse an der Vollbeschäftigung und an den Arbeitsplätzen voran stellt, so muss er eine Lohnpolitik betreiben, die es den Betrieben ermöglicht, die Gewinne aufzustocken.
Das bedeutet also, es darf keine weitere Umverteilung stattfinden zugunsten der Löhne, sondern es muss
in dieser Phase eine Stärkung der Gewinne platzgreifen und das geht nicht, wenn real mehr verteilt wird.
Sie sehen also die Vollbeschäftigung in der nächsten Zukunft in Gefahr, wenn die Gewinne der Betriebe nicht die entsprechende Berücksichtigung finden.
Sicher.
Ich habe immer wieder gesagt, die Gewinne von heute sind die Investitionen von morgen und damit sichere Arbeitsplätze und höhere Löhne von übermorgen.
Es müssen daher die Gewerkschaften daran interessiert sein, dass die Gewinne in Österreich wieder salonfähig werden.
Herbert Huter sprach mit dem Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer Museel.
Und wirtschaftspolitische Fragen standen auch auf der für heute Vormittag angesetzten Sitzung des Vorstands des österreichischen Gewerkschaftsbundes.
Eine vom ÖGB dazu ausgesandte Stellungnahme zeichnet ein sehr optimistisches Bild vom wirtschaftlichen Hintergrund, vor dem diese heutige Tagung über die Bühne geht.
Da ist von der Erholung der österreichischen Wirtschaft durch gestiegene Auslandsnachfrage, von der Belebung des heimischen Konsums und von der erhöhten Investitionsbereitschaft der Unternehmer die Rede, sowie auch von neuen Rekordwerten bei der Vollbeschäftigung.
Trotzdem aber betrachtet der ÖGB weiterhin diese Vollbeschäftigung als seine Aufgabe.
Vollbeschäftigungspolitik unter dem Aspekt, dass in den nächsten Jahren noch starke Jahrgänge bei den Schulabgängern Arbeits- und Ausbildungsplätze vorfinden wollen.
Über aktuelle Probleme des Gewerkschaftsbundes aber sprach Johannes Fischer mit ÖGB-Präsident Benja.
Und wir schalten dazu in den Presseclub Concordia.
Herr Präsident, Benja, morgen wird Finanzminister Andros die Budgetrede im Parlament halten und damit eines der Themen wieder aktuell werden lassen, die schon seit längerer Zeit aktuell sind, die Frage einer möglichen Lohnsteuerreform in den kommenden Jahren.
Sie haben gesagt, dass eine Lohnsteuerreform nicht kommen sollte im nächsten Jahr, haben aber offen gelassen, ob in den darauffolgenden Jahren irgendeine Lohnsteuerreform kommen sollte, im Zuge auch der Lohnverhandlungen.
Gibt es heute in der Resolution beim ÖGB-Vorstand eine
einhellige Meinung, ob man sich auf eine Lohnsteuerreform noch in dieser Legislaturperiode und wann, zu welchem Zeitpunkt festlegen sollte?
Ich glaube, der Bundesvorstand, soweit die Diskussion läuft, schließt sich meinem Vorschlag an, dass die Steuerkommission des österreichischen Gewerkschaftsbundes nächstes Jahr zusammentreten soll.
um Überlegungen anzustellen über eine Umgestaltung, Neugestaltung im Zusammenhang mit der Lohnsteuer und dass wir uns dann an die Regierung wenden werden, um eben in Verhandlungen einzutreten.
Das dürfte das Ergebnis der heutigen Sitzung sein, denn für 77 sind auch heute keine direkten Anträge gekommen.
Das würde aber schon bedeuten, dass eine Lohnsteuerreformkommission des ÖGB mit Zielrichtung auf Lohnsteuerreform 78 oder 79 spätestens geht.
Ja, spätestens 79 müsste eine Änderung der Lohnsteuer sein, denn dann haben wir immerhin, jetzt haben wir zwei Jahre seit der letzten mit der ersten Jena, nur bitte sehr und allzu lang darf es nicht dauern, denn dann ist ja auch der Sprung viel größer.
Herr Präsident, könnten Sie sich von Seiten des ÖGB irgendwelche Vorleistungen auf eine solche Lohnsteuerreform vorstellen?
Ich denke hier zum Beispiel an eine Anhebung der Absetzbeträge, die man eventuell schon früher machen könnte.
Ich möchte sagen, man muss sich anschauen, um einen möglichst breiten Kreis in den Vorteil einer Lohnsteuersenkung zu bringen.
Das mit den Absitzbeträgen ist seine eigene Sache, ist auch wieder ein Teil betroffen und ich glaube, wir müssen durchrechnen einmal, wo eben die Härte liegt und gerade dort, wo die besondere Härte einsetzt, eine Milderung herbeiführen.
Die letzte Lohnsteuerreform hat etwa 10 Milliarden Schilling gekostet, nach Angaben des ÖGB.
Was soll die nächste kosten?
Das können wir derzeit noch nicht sagen.
Also wenn Sie sagen keine Vorleistung, kann man sich irgendwelche anderen Dinge vorstellen, um also die Lohnsteuerprogression geringer zu halten, auch schon in den nächsten Jahren?
Schauen Sie, wir haben zweimal mit Vorleistungen gearbeitet.
Wir haben bei der Kollegenschaft keine sehr gute Resonanz gehabt, denn eine Vorleistung ist ja ein verhältnismäßig kleiner Betrag und ist daher viel vernünftiger.
eine Gesamtreform durchzuführen.
Also keine Vorleistung?
Keine Vorleistung.
Herr Präsident, der ÖAP hat vor kurzem eine Rechnung aufgestellt, die auch veröffentlicht wurde, wonach bei den derzeit gängigen Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung und bei ihrer Ankündigung etwa ein bis zwei Prozent Reallohnerhöhung die Kaufkraft im Jahr 1977 geringer sein werde als im Jahr 1975.
Was sagen Sie dazu?
Die Kaufkraft kann schon geringer sein.
Es geht ja darum,
eine Reallohnerhöhung zustande zu bringen.
Die gleichen Kreise haben wir 1974, als ich für 1975 eine Reallohnsteigerung von 3 bis 3,5 Prozent prognostiziert habe, erklärt, das ist völlig unrichtig, auf diese Ziffer werden wir nicht kommen.
Wir sind auf dieser Ziffer.
Und wenn ich sage, wir werden nicht nur die Inflationsrate abgegolten haben, 76, sondern auch eine kleinere Reallohnerhöhung, ich schätze damals auf 1 bis 2 Prozent,
wird das für 76 sicher auch der Fall sein und 77 werden wir auch eine geringe Reallohnerhöhung haben.
Bei einer geringen Reallohnerhöhung ist natürlich auch die Kaufkraft etwas geringer, als wenn ich Reallohnerhöhungen habe, wie wir sie bis zum Jahre 74 gehabt haben, die im Schnitt etwa bei 5% gelegen sind.
Der Finanzminister hat gestern mehr oder weniger erklärt, dass also die Sparförderung auf weitere Jahre eingefroren bleibt.
Ist der ÖGB damit einverstanden oder könnten Sie sich bei der Sparförderung Änderungen vorstellen?
Ich bin der Auffassung, dass ich es nicht ganz einsehe.
dass Personen, die über mehr Geld verfügen, die Begünstigungen und die geförderte Spareinlage für sich in Anspruch nehmen und die schwächeren Gruppen, die haben eben nur das, was von den Geld- und Kreditsinstituten an Verzinsung gegeben wird, ohne Stützung des Staates.
Dass man die stärkeren Sparer, die stärkeren Verdiener und damit die stärkeren Sparer
vom Staat aus noch begünstigt und den Schwächereinsparer, weil er an sich wenig Einkommen hat, eigentlich diese Begünstigung nicht gibt, na das sehen wir nicht ein.
Es ist daher eine Reduktion der Förderung des Staates in unseren Augen richtig.
Fragen der Lohnsteuerpolitik in Österreich standen im Mittelpunkt dieses Gespräches, das Johannes Fischer mit ÖGB-Präsident Benja führte.
Und wir setzen jetzt Wort mit der Inlandspresseschau, heute verantwortlich für die Auswahl der Zitate, Wilfried Seifert.
In der Arbeiterzeitung kommentiert Günther Traxler die jüngst vom designierten Obmann der Gewerkschaft der öffentlich Bediensteten Sommer erhobenen Forderungen.
Sommer hatte eine Angleichung der Beamtenbezüge an die in der Privatwirtschaft üblichen Einkommen gefordert.
Dazu meint nun Traxler in der sozialistischen Arbeiterzeitung.
Sommer fordert zwar eine Angleichung der Beamtenbezüge an die Wirtschaft, über die Dienstpragmatik verliert er aber kein Wort.
Von einem solchen Schutz, wie ihn die Beamten damit haben, ist in der Privatwirtschaft noch lange keine Rede.
Oder glaubt Sommer das?
Dann sollte er doch die Dienstpragmatik fallen lassen, was sicher kein Beamter will.
Ähnlicher Meinung wie die Arbeiterzeitung ist auch Hans Thür in der Tiroler Tageszeitung.
Er schreibt, es sei nur nebenbei an die Unkündbarkeit und sogar den gesetzlich garantierten Ersetzungsschutz des Beamten erinnert, die ihn weitestgehend jenes Leistungsdrucks entheben, der in der Privatwirtschaft selbstverständlich ist.
Es sei aber auch, dass gegenüber den Angestellten viel bessere Krankenversicherungs- und Pensionsrecht nicht vergessen.
Schließlich muss noch daran erinnert werden, dass sich der Dienstgeberstaat oder Land oder Gemeinde auf dem Gehalts- und Zulagensektor viel mehr leisten kann als jeder Privatunternehmer, weil er die Lohnsummen samt Nebenkosten ja nicht zu erwirtschaften braucht, sondern aus der Steuertasche nehmen kann, meint Hans Thür in der Tiroler Tageszeitung.
Im Kurier geht der Kommentator gleichfalls auf die Forderungen der Beamten ein.
In diesem Fall um die Erhöhung des Kilometergeldes, die von der Regierung bereits abgelehnt wurde.
Im Kurier liest man dazu.
Es geht um 30 Millionen Schilling, also fast genau der Spesenaufwand der Bundesregierung.
Aber die Regierung gibt sich beinhart, obwohl sie genau weiß, um wie viel teurer Autofahren auch dank ihrer Maßnahmen geworden ist und wird.
Zum selben Thema schreibt heute die kommunistische Volksstimme.
Immerhin haben ÖAMTC und Arbe für ihre Mitglieder wenigstens schon die ersten Protestworte gefunden.
Mäuschenstill verhält sich hingegen der ÖGB hinsichtlich der Kfz-Pauschale, die noch länger unverändert in Kraft ist als das Kilometergeld, nämlich seit dem 1.
Jänner 1974.
Nun sind die Autokosten seit Jänner 74 um gut 25 Prozent gestiegen, woraus rechtens zu folgern wäre, dass im gleichen Ausmaß auch die Kfz-Pauschale, die für die Fahrt von und zum Arbeitsplatz gewährt wird, angehoben werden müsste.
Soweit Pressestimmen zu den Forderungen der Beamten.
Ein zweiter Schwerpunkt der heutigen Kommentare ist die gestern vom Ministerrat gebilligte Reduzierung der Sparförderung bzw.
die Ankündigung des Finanzministers, wonach die nächsten Verschlechterungen der Sparbedingungen erst für den Beginn der 80er Jahre zu erwarten seien.
Im ÖVP-Organ Neues Volksblatt meint Peter Klar aus diesem Anlass.
Dieses Versprechen sollte man sich merken.
Es zeigt, wenn es hält, dass auch die Bäume des Finanzministers nicht in den Himmel wachsen.
Zwar hat der sozialistisch dominierte Gewerkschaftsbund bisher zu den Plänen geschwiegen, aber die Volkspartei und ihre Presse haben nicht geschwiegen.
Und immerhin zeigte damit die ÖVP dem ÖGB, wie man auch unter einem sozialistischen Finanzminister die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten kann.
Soweit das neue Volksblatt.
Im sozialistischen Oberösterreichischen Tagblatt schreibt Günther Baburek zum Thema Sparförderung.
Es ist berechtigt und auch sinnvoll, dass Finanzminister Androsch diesen Fragenkomplex jetzt zur Diskussion gestellt hat.
Da für die nächsten Jahre keine Änderung des Systems ins Auge gefasst ist, bleibt sowohl Experten als auch Politikern Zeit genug, die verschiedenen Aspekte der staatlichen Sparförderung ausführlich zu erörtern.
Man sollte sich dabei nicht zu leicht machen und vor allem auf die Interessen des Sparers Rücksicht nehmen.
Mit diesem Zitat aus dem oberösterreichischen Tagblatt schloss die heutige Inlandspresse-Show.
In der Volkspartei ist heute die letzte personalpolitische Veränderung im Zusammenhang mit dem Reichsbrückeneinsturz vollzogen worden.
Sie erinnern sich, der Wiener Landesparteiobmann Bauer ist ja von Erhard Busseck, der bis dahin ÖVP-Generalsekretär war, abgelöst worden.
Neuer Generalsekretär wurde dann der bisherige Bauernbunddirektor Lanner.
Und als Nachfolger für Lanner wurde nun heute Diplom-Ingenieur Rudolf Strasser als neuer Bauernbunddirektor gewählt.
Strasser Jahrgang 1939 ist Oberösterreicher und stammt aus einer bäuerlichen Familie.
Seit 1.
Jänner 1975 leitete die Blumenschneider Strasser das Referat Agrarpolitik und Bergbauernfragen im ÖVP-Bauernbund.
Mit dem neuen Bauernbunddirektor sprach Eugen Freund.
Herr Diplom ist in der Straße, Sie sind ab heute sozusagen neuer Bauernbunddirektor des ÖVP-Bauernbundes.
Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?
Können Sie überhaupt etwas anders machen?
Sie sind ja ungefähr im gleichen Alter wie Ihr Vorgänger Dr. Langner.
Ich glaube nicht, dass heute bereits der Zeitpunkt ist, um große programmatische Erklärungen abzugeben.
Für mich ist zweifellos die Orientierung das Programm des Bauernbundes, aber auch das Programm der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, an dem ich maßgeblich mitgewirkt habe,
Die Schwerpunkte für die Arbeit ergeben sich zwangsläufig auch aus der wirtschaftlichen Situation der Bauern.
Ich möchte nur demonstrativ einige solcher Schwerpunkte anführen.
Das Einkommen für viele Bauern liegt wesentlich unter dem anderer Bevölkerungsgruppen.
Das heißt, man muss sich anstrengen, um die Einkommen der in der Land- und Forstwirtschaft berufstätigen zu verbessern.
100.000 Zuschussrentner warten auf eine Lösung ihrer finanziellen Probleme.
Ich glaube, dass es für einen modernen Sozialstaat wie Österreich unwürdig ist, dass das Problem auf die lange Bank geschoben wird.
Durch Schwierigkeiten im Export haben wir eine Reihe von Absatzprobleme.
Hier gilt es, insbesondere in Verhandlungen mit der EWG, die Exportbedingungen zu verbessern.
Das Bergbauernproblem kann nicht als gelöst angesehen werden.
Es gilt, jene Maßnahmen zu setzen, die den Bergbauern mehr Zuversicht für die Zukunft gibt.
Auf die Problemstellungen möchte ich etwas später noch zurückkommen.
Noch eine andere Frage vorher.
Sie sind sozusagen kein politischer Funktionär, weil Sie also nicht im Parlament sitzen.
Ist das nicht auch ein Nachteil nach außen hin für die Vertretung der Bauernschaft?
Die Funktion des Direktors des Österreichischen Bauernbundes ist eine politische Funktion.
Sie setzt aber nicht voraus, dass man als Abgeordneter im Parlament vertreten ist.
Es ist sicher wertvoll, wenn der Direktor des Bauernbundes auch eine parlamentarische Funktion hat.
Kommen wir zu einer Frage, zu einem Hauptproblem, das in letzter Zeit immer sehr aktuell geworden ist, das Problem der bäuerlichen Zuschussrentner.
Hier zeichnet sich doch eine Lösung ab.
Ist es nicht so, dass wenn Ihnen die Regierung jetzt sozusagen dieses Pfand aus der Hand nimmt, dass Sie nun keine Chance mehr haben, sich zu profilieren gegenüber der Regierung, dass die Regierung sozusagen am längeren Arm sitzt und den Bauern mehr bieten kann, als Sie ihnen bieten können?
Es zeichnet sich nur eine Teillösung ab.
Die Gesamtlösung steht aus.
Und darum geht es auch.
Hier darf die Lösung des Problems für 100.000 Zuschussrentner nicht, wie ich vorhin schon festgestellt habe, auf die lange Bank geschoben werden.
Die Bauern, Herr Dipl.
Strasser, sind ja nicht nur ein gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Problem, eine gesellschafts- und wirtschaftspolitische Bevölkerungsschichte, sondern sie sind auch Wähler.
Was wollen Sie machen, um die
offenbar für die ÖVP auch besonders wichtigen Wähler zu gewinnen und sich nicht von der regierenden sozialistischen Partei wegnehmen zu lassen.
Soweit es im Bereich meiner Möglichkeiten steht, so will ich es so halten wie bisher, mich persönlich
massiv und mit allem Engagement für die Interessen der Bauern einzusetzen.
Ist es für Sie eigentlich ein Vorteil, dass jetzt an der Spitze des Landwirtschaftsministeriums auch ein neuer Mann steht, wobei man neuer Mann eigentlich unter Anführungszeichen setzen müsste, weil ja Diplom-Ingenieur Haydn vorher schon im Staatssekretariat tätig war?
Ich glaube, dass es falsch wäre, hier von Vorteil oder Nachteil zu sprechen.
Man wird erst in einiger Zeit beurteilen können, was der neue Landwirtschaftsminister für die Landwirtschaft tut.
Mit dem neuen Bauernbund Direktor Rudolf Strasser sprach Eugen Freund.
Fünf Minuten nach halb eins, wir schließen damit die Berichterstattung aus Österreich und kommen zur Außenpolitik.
Südafrika bleibt weiterhin ein latenter Krisenherd.
In der von Schwarzen bewohnten Satellitenstadt Soweto bei Johannesburg ist es neuerlich zu schwersten Rassenunruhen gekommen.
Mehrere hundert Farbige stürmten ein Autobusdepot und setzten etwa 30 Fahrzeuge in Brand.
Wie von der Regierung erst jetzt bekannt gegeben wird, sind bei den Zwischenfällen 700 junge Afrikaner verhaftet worden.
330 Verhaftete sollen unter Anklage gestellt werden.
Der Großteil der anderen wird aufgrund eines Gesetzes zur Terroristenbekämpfung festgehalten.
Diese neun Rassenunruhen, darüber sind sich alle einig, sind ein Symptom für die weiterschwellende Krise im südlichen Afrika.
Sie hören Paul Schumacher.
Südlichen Afrika, die Premier Walter Saar-Johannes Forster durch seine Mithilfe bei der Lösung des Rhodesien-Problems entschärfen wollte, breitet sich nun auch in Südafrika aus.
In dem Apartheidsstaat, wo 4 Millionen Weiße mit eiserner Hand über 20 Millionen braune und schwarze Mitbürger regieren, kommt Panikstimmung auf.
Die Wirtschaft befindet sich auf einer rasenden Talfahrt.
Zahlungsbilanzprobleme, die Abwanderung qualifizierter weiterer Arbeitskräfte, ständig steigende Verteidigungskosten und das kürzliche Aufbegehren der schwarzen Bevölkerung haben unter anderem weite Kreise der Wirtschaft regierungskritisch gestimmt.
Die mächtigste Industrievereinigung Südafrikas, ASSOCOM,
forderte jetzt Premierforster auf, der wachsenden Krise durch politische Wandlung entgegenzutreten.
Der Staatschef jedoch reagierte sauer und empfahl den Industriellen, sich so wörtlich aus der Politik herauszuhalten.
Südafrikas Krise, die John Forster wiederholt bestritten hat, äußert sich jedoch nicht zuletzt an der Zahl der Verhaftungen seit den ersten blutigen Aufständen schwarzer Jugendlicher Mitte Juni im Johannesburger Ghetto vor Ort Soweto.
Polizei- und Justizminister Jimmy Krüger bestätigte gestern Abend, dass gegenwärtig fast 700 Menschen aus Sicherheitsgründen hinter Schloss und Riege sitzen.
123 Menschen werden unter dem Gesetz für innere Sicherheit, das die Opposition SS-Gesetz nennt, festgehalten.
Diese Häftlinge sind auf unbegrenzte Dauer in Vorbeuge Haft und haben keinen Zugang zu Anwälten.
Vielfach werden noch nicht einmal Familienbesucher erlaubt.
217 Menschen werden gegenwärtig unter dem sogenannten Terrorismusgesetz gefangen gehalten.
Außerdem 34 als Zeugen auf Anweisung des südafrikanischen Generalstaatsanwalts und 323 als Angeklagte in zukünftigen Gerichtsverhandlungen, die mit der Staatssicherheit zusammenhängen.
Für die Familien dieser Verhafteten ist das Warten ohne jeglichen Kontakt die schlimmste Strafe.
Seit Juni starben mindestens vier Sicherheitshäftlinge auf mysteriöse Art und Weise.
Der letzte bekannt gewordene Vorfall betraf den Jugendlichen William Namody-Chwaney aus Sowjetow.
Er war am 25.
Juli mit anderen schwarzen Studenten verhaftet worden und vor knapp einer Woche wurde seine Familie von seinem Tod verständigt.
Dem Vater wurde lediglich mitgeteilt, dass der Tote bereits beerdigt worden sei und sich daran nichts mehr ändern ließe.
Die Beerdigung des 16-jährigen Schülers Dumizani Isak Mbatha, der ebenfalls auf ungeklärte Weise während der Haft starb, führte kürzlich zu neuerlichen schweren Ausschreitungen in Soweto.
Die Jugendlichen sehen in den Verhafteten Märtyrer, die für die Befreiung Asanias, so der schwarz-nationale Name für Südafrika, leiden.
Nach Ansicht der weißen Regierung stecken kommunistische Agitatoren hinter den anhaltenden Unruhen, denen auch mit Massenverhaftungen, wie während der letzten Wochen, nicht beizukommen ist.
Aus Pretoria berichtete Paul Schumacher.
Die Vereinigten Staaten, das ist nun so gut wie sicher, werden den Israelis modernste Kampfwaffen liefern.
Die amerikanischen Waffenlieferungen an Israel spielen ja in der Kampagne für die bevorstehenden Präsidentenwahlen in den USA eine große Rolle.
Sowohl der demokratische Kandidat Carter als auch der amtierende Präsident Ford haben eine verstärkte Fortsetzung der Rüstungshilfe für den Fall ihrer Wahl angekündigt.
Und Ford konferierte erst vor zwei Wochen mit dem israelischen Außenminister Alon in Washington und vereinbarte mit ihm ein Abkommen über die Lieferung modernster Waffen.
Details wurden damals nicht bekannt gegeben.
Die einzelnen Punkte dieser Verhandlungen dürften aber nun im Mittelpunkt von Gesprächen einer Delegation des amerikanischen Verteidigungsministeriums mit israelischen Regierungsvertretern gestanden sein.
Moshe Meisles berichtet darüber aus Tel Aviv.
Der amerikanische Vizeverteidigungsminister William Clements und eine hochrangige Delegation des Pentagon, die drei Generäle, einen Admiral und mehrere Sachverständige einschließt, hat in Israel Gespräche mit der israelischen Führungsspitze über die Lieferung hochentwickelter Präzisionswaffen und amerikanische Hilfe für israelische Eigenproduktion von Kampfflugzeugen und anderen Waffen beendet.
Bei den modernen Kampfmitteln, die Israel von den Vereinigten Staaten bekommen wird, handelt es sich um einen Radar des Typs Flair 13, der mittels einer Infrarotausrüstung in Panzern oder Flugzeugen Objekte auf einem Bildschirm in Reichweite von 12 Kilometern in der Dunkelheit entdecken kann.
Außerdem soll Israel 1000 Schockbomben CBU 55 bekommen, die gegen Infanterie in Transportern oder Bunkern verwendet werden kann und in geringer Höhe über dem Boden explodiert.
Die Schockwellen der Explosion sind so stark, dass sie alles in weitem Umkreis töten oder zerschmettern können.
Israel wird auch Wärme-Sensoren des Typs FLIR bekommen, die auf einem Bildschirm bei Nacht entfernte Gegenstände zeigen, die Wärme ausstrahlen.
Die Geräte der Wärme-Sensoren sind für Flugzeuge und Bodenkämpfe bestimmt.
Außer den Waffengattungen für Nachtkämpfe wird Israel zusätzlich 120 M60 Panzer und 60 155 mm Haubitzen mit Eigenantrieb, Radar gelenkte Panzerabwehrraketen des Typs Hellfire
und noch weitere Ausrüstungsgegenstände erhalten.
Diese Waffenlieferungen werden 270 Millionen Dollar kosten.
Dazu kommen die Boden-Boden-Raketen des Ypsilants, moderne F-15-Kampfflugzeuge, die derzeit an Israel geliefert werden, und die bereits von Israel bestellten F-16-Kampfflugzeuge.
Vizeverteidigungsminister Clemens und die Mitglieder der Pentagon-Delegation erörterten mit Ministerpräsident Yitzhak Rabin,
Verteidigungsminister Shimon Peres und Offizieren des israelischen Generalstabs auch amerikanische Hilfe und Lieferung von Teilen für die israelische Eigenrüstungsproduktion.
Als Clemens gefragt wurde, ob die Vereinigten Staaten Israel auch bei der von Israel angesuchten Herstellung der modernsten F-16-Kampfflugzeuge helfen werden, erwiderte er.
Diese Frage wurde von mir mit Verteidigungsminister Peres und Mitgliedern des Verteidigungsministeriums erörtert.
Wir erwägen diese Möglichkeit.
Wir haben auch in der Vergangenheit Know-how ausgetauscht und Lizenzen für israelische Eigenproduktion mit Hilfe amerikanischer Teile erteilt.
Und Israel könnte auch amerikanische Hilfe für die Eigenerzeugung solcher Flugzeuge bekommen.
Clemens erklärte bei Abschluss seiner Gespräche auf dem Gebiet der Belieferung Israels mit amerikanischen Waffen und Kriegsausrüstung bestimmten engste Zusammenarbeit und volles Einvernehmen.
Einige der modernsten Waffengattungen würden in einem Jahr, andere erst in zwei bis drei Jahren geliefert werden, weil fortwährend geprüft werden muss, ob diese Lieferungen nicht den Bedarf der amerikanischen Armee beeinträchtigen.
In der Frage der amerikanischen militärischen Hilfe an Israel wurde ein Übereinkommen erzielt, dass diese im Jahre 1977 zwischen einer und eineinhalb Milliarden Dollar betragen wird.
Das war ein Beitrag von Moshe Meisles und nun ein Stück Tratsch auf höherer Ebene.
Die kranken Männer, die uns regieren.
Das ist der Titel eines Buches, das soeben in Genf erschienen ist.
Geschrieben hat es der Schweizer Publizist Pierre Rentschnig.
Er hat die Memoiren und medizinischen Diagnosen der Leibärzte prominenter Politiker unseres Jahrhunderts gelesen, Biografien studiert und eigene Forschungen auf diesem Gebiet betrieben.
Die Ergebnisse hat er nun in einem 400 Seiten starken Buch zusammengefasst.
Es enthält medizinische Portraits von 28 führenden Politikern des 20.
Jahrhunderts, von Franklin Roosevelt, John F. Kennedy bis Leonid Brezhnev und Mao Zedong.
Fällt in Antena Bichler fast im folgenden Beitrag die interessantesten Einzelheiten und Schlussfolgerungen dieses Buches zusammen.
Der Schweizer Autor Pierre Rinschnick will mit seinem Buch über kranke Weltpolitiker die Öffentlichkeit aufrütteln, wie beunruhigend es für sie sein müsste, von kranken Politikern regiert zu werden, ohne von deren Gebrechen und möglichen Folgen etwas zu wissen.
Renschnick demonstriert dies vor allem am Schicksalen des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt.
Dieser war Mitte der 40er Jahre bereits todkrank, als er einige der bedeutendsten weltpolitischen Entscheidungen unseres Jahrhunderts mitzutreffen und mitzuverantworten hatte.
den entscheidenden Angriff der Alliierten auf Hitler-Deutschland 1944 und die Neuverteilung von Macht und Einfluss nach dem Zusammenbruch des Hitler-Reichs bei der Yalta-Konferenz auf der Krim im Frühjahr 1945.
Bei dieser Konferenz hatte Roosevelt zusammen mit dem sowjetischen Diktator Stalin und Großbritanniens Premier Churchill die Landkarten der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg neu gezeichnet, wie sie zum Großteil noch heute gültig sind.
Rußwand war zu diesem Zeitpunkt bereits vom Tod gezeichnet, zum Skelett abgemagert, hatte aschfahles Gesicht und eingefahlene Wangen.
Rußwand war bereits 1921 an Kinderlähmung erkrankt.
Er hatte bis zu seinem Tod im April 1945 seinen allmählichen körperlichen Verfall mit unbezwingbarer Energie zu überwinden versucht.
Sein engster Berater, Harry Lloyd Hopkins, war übrigens wie Roosevelt 1945 schwer krank.
Hopkins litt an einer seltenen Blutkrankheit.
Er hatte seinen Chef nur um etwa ein Jahr überlebt.
Ein anderer kranker alter Mann, der mit Roosevelt und Stalin Weltgeschichte machte, Sir Winston Churchill, sollte auf Anraten seiner Ärzte gar nicht zur bedeutenden Dreierkonferenz nach Yalta auf die Krim fahren.
Wie der Schweizer Publizist Renschnig schreibt, haben es die Ärzte Churchills als großen Irrtum bezeichnet, den Premier in seinem schlechten Gesundheitszustand nach Yalta fahren zu lassen.
Churchill zeigte im Frühjahr 1945 nach Diagnose seiner Ärzte bereits Symptome von Arterienverkalkung in fortgeschrittenem Stadium.
John F. Kennedy hat nach Informationen seines Pressesekretärs Pierre Salinger seit 1951 an der Addison'schen Krankheit gelitten.
Diese Erkrankung soll beträchtliche Sekundärwirkungen haben, unter anderem auch Halluzinationen.
Kennedy wurde dagegen mit Cortison behandelt und ist sich angeblich über den Ernst seiner Krankheit im Klaren gewesen.
Seine wiederholten Spitalsaufenthalte blieben aber mit wenigen Ausnahmen geheim.
Die medizinische Diagnose für Richard Nixon steht für den Schweizer Buchautor Renschnick als Psychoneurose mit manischen Zügen fest.
Das ist eine jener psychischen Krankheitszustände, die Sigmund Freud sehr genau beschrieben hat und deren charakteristische Symptome von Wüstenbeschimpfungen bis zu Selbstmordabsichten reichen.
Nach Darstellung des Schweizer Buchautors hat Nixon demnach unter manischen Zwangszuständen gelitten.
Und Nikita Khrushchev, der gestürzte sowjetische Parteichef, soll manisch depressiv gewesen sein.
Das haben zumindest Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes CIA behauptet.
Ihre Informationen sollen John F. Kennedy bei der Kuba-Krise 1962 zu entschlossenem Auftreten gegenüber den Russen ermutigt haben.
Die Sowjetdiktatoren Lenin und Stalin haben nach Diagnose von Ärzten, die der Schweizer Autor Renschnig zusammengetragen hat, Anzeichen einer Krankheit gezeigt, von der auch Roosevelt befallen war.
Von Folgeerscheinungen kleinerer Schlaganfälle.
Demnach konnten sich auch Lenin und Stalin nur schwer konzentrieren, seien chronisch müde und sehr leicht erregbar gewesen.
Der Schweizer Autor Pierre Renschnick kommt in seinem Buch »Die kranken Männer, die uns regieren« zum Schluss.
Es reiche nicht aus, dass die führenden Weltpolitiker von Parlamenten kontrolliert werden.
Die politische Tätigkeit von Staatsmännern müsste seiner Überzeugung nach
auch unter Aufsicht unabhängiger Mediziner gestellt werden.
Und diese müssten verpflichtet werden, die ärztliche Schweigepflicht dann aufzugeben, wenn sie zur Erkenntnis gelangen, dass die akute oder chronische Erkrankung eines Staatsmanns das Schicksal einer Nation oder der ganzen Welt bedrohen könnte.
So krank also sind die Männer, die uns regieren, das war im Beitrag von Ferdinand Hennerbichler.
Manchmal sieht auch die Weltpolitik ein bisschen danach aus.
Wir kommen nun weiter zur Kulturberichterstattung im Mittagsschanal.
Eines der Hauptwerke des großen österreichischen Schriftstellers Josef Roth, der Radetzki-Marsch, ist am Volkstheater szenisch eingerichtet worden und hat am Freitag Premiere.
Chefdramaturg Heinz Gerstinger und der Regisseur Erich Margo haben das Stück dramaturgisch bearbeitet.
Neben Egon Jordan und Michael Herbe als Vater und Sohn Trotter spielt ein großer Teil des Ensembles des Volkstheaters in der Ausstattung von Rolf Lengenfeld.
Einen Vorbericht hören Sie von Brigitte Hofer.
In seinem Roman »Radetzky Marsch« schreibt Josef Roth die Geschichte dreier Generationen zur Zeit Kaiser Franz Josefs, die mit dem Tag von Solferino beginnt, als Leutnant Trotter dem jungen Kaiser das Leben rettet, und mit dem Tag endet, als man den toten Kaiser zu Grabe trägt.
Eine Geschichte dreier Geschlechter, für die der Adel, der Nachruhm dieser rettenden Tat zur Verpflichtung, zum Zwang, fast zur Plage wird.
Die Mündigkeit einer Epoche, die Lust am Genuss, die schmerzliche Freude am eigenen Vergehen, ist in Roths Roman mit Leidenschaft und Kühle, mit Beobachtung und Betroffenheit, einem Epos ähnlich, geschrieben.
Wie sehr kann nun eine szenische Einrichtung diesem Werk gerecht werden?
Wie groß ist die Gefahr der Verfälschung, der Verminderung seiner Bedeutung?
Dazu Heinz Gerstinger.
Wir haben durchwegs die Sprache Roths bewahrt.
Es gibt kaum einen kleinen Satz in diesem Stück, der nicht original aus dem Rothschen Roman entnommen ist.
Dass natürlich viele Zwischenbemerkungen, viel Atmosphärisches, das in Beschreibungen im Roman dargestellt wird, entfallen muss, ergibt sich aus der Übersetzung eines epischen Werkes für die Bühne.
Wir sind im ersten Teil eingegangen auf die Jugend des Trotta und natürlich die Atmosphäre seines Elternhauses.
Dann auf die Atmosphäre des Militärs im Casino.
Und die Haupthandlung des ersten Teils ist die Geschichte mit dem jüdischen Regimentsarzt Dr. Demand, der dann bekanntlich zu einem Duell gefordert wird, wobei Trotta unschuldig schuldig ist.
In der Aufführung des Volkstheaters spielen Michael Herbe den jungen Trotter und Ernst Meister den Doktor Demandt.
Hören Sie einen kurzen Probenausschnitt aus der Szene vor dem Duell.
Ich weiß schon lange, der Kaiser braucht keinen Trotter, der ihn rettet.
Hier ist der Tod nur die letzte Stufe von einem vorschriftsmäßigen Abasma oder ein dummer Zufall.
Ich schieße nicht auf einen feindlichen Angreifer, nur auf einen Beleidiger.
Und wenn ich nicht umkomme, werde ich Oberst.
Und morgen früh werde ich nicht deinem Gegner in den Arm fallen, ich werde rechts umkommandieren.
und rot.
Wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, ich rate dir, verlass diese Armee.
Ich würde es tun.
Ich habe keine Kraft, vor diesem Duell davonzulaufen.
Für mich ist es zu spät.
Ich werde aus Blödheit ein Held sein.
Diese Elegie auf das alte Österreich und dessen Untergang sollte durch die Inszenierung am Beispiel einer Familie deutlich gemacht werden.
Erich Margot.
Wir wollten in unserer Inszenierung natürlich nicht nur die Familiengeschichte spielen, sondern auch den politischen Hintergrund.
Und das herauszuarbeiten war eigentlich die Hauptschwierigkeit unserer Einrichtung.
Im zweiten Teil der Aufführung ist eine der Hauptfiguren der Graf Szenitski, in dem sich Josef Roth selbst darstellen wollte.
Harry Fuss verkörpert ihn in der kommenden Aufführung.
Einer besonderen dramaturgischen Lösung bedurfte der Ausgang des Romans.
Heinz Gerstinger.
Den Tod des Vaters und den Tod des Kaisers.
Der Kaiser ist übrigens, wenn er auch bei uns nicht auftritt, denn das ist auf der Bühne gefährlich.
Das könnte zu einem operierten Kaiser verführen, wie er im Weißen Röstl vorkommt.
Denn da ist er doch immer irgendwie unserem Gefühl nach gegenwärtig.
Und der Tod des Kaisers und der Tod des alten Trotter, den kann man sehr schwer szenisch umsetzen.
Daher haben wir diese Schlussepisode in Form eines Epilogs dargeboten.
Bei 20 Szenen, die nahtlos, ohne Pausen ineinander übergehen sollen, ergeben sich für die Ausstattung technische Schwierigkeiten, die Rolf Langenfass mit einem einfachen Bühnenbild lösen wollte.
Es geht ja darum, dass man also einerseits das ganze Imperium sehen will,
Dass wir also so zu lösen versucht haben, dass es wie eine Wolke in der Entfernung hängt unter diesem Doppeladler, ohne aufdringliche Piscator Art von Bühne zu werden, die einen also mit einem Keilhieb gleich trifft und man hat das Stück verstanden, bevor es begonnen hat.
Und zugleich diese intimen kleinen Szenen davor zu stellen, ihnen aber immer einen Moment der Poesie dazuzugeben, außer den Möbeln, die man wirklich braucht, mit denen man spielen will.
Josef Roth sagte einmal, es ist die Pflicht des Schriftstellers, aus dem Vergehenden, dem Verwehenden, das Merkwürdige und zugleich das Menschlich Bezeichnende festzuhalten.
Hoffentlich verwirklicht das Volkstheater in seiner szenischen Bearbeitung diese Intentionen Roths durch seine Aufführung.
Das war ein Beitrag von Brigitte Hofer.
Vor vier Jahren sind die Vordelberger Randspiele als Kontrastprogramm zu den Bregenzer Festspielen geschaffen worden.
Heute wurde nun das Programm 76 bekannt gegeben, Wolfgang Burtscher berichtet.
Die Randspiele früherer Prägung haben sich überlebt, meinen die von der Organisation eines derartigen Festivals auf Dauer überforderten Väter dieser Idee.
In den letzten beiden Jahren hat sich in Bregenz ein von der Stadt organisiertes Jazzfestival etabliert, das alljährlich Jazzgrößen vom Schlag eines Keith Jarrett, Friedrich Gulder oder Ralph Towner in die Vorarlberger Landeshauptstadt bringt und damit die Funktion des Kontrastprogramms zu den Festspielen weitgehend übernommen hat.
So bleibt den Kulturproduzenten Gelegenheit, ihr ursprüngliches Anliegen zu realisieren, nämlich den einheimischen Künstlern und Literaten eine Plattform zu bieten.
Die im November und Dezember an drei Wochenenden veranstalteten Randspiele sollen Lesungen und Diskussionen mit Dialektautoren aus dem gesamten alemannischen Sprachraum bringen.
Dieser Kulturraum hat, wenn man an Johann Peter Hebl, Hermann Hesse, Max Frisch oder Friedrich Dürrenmath denkt, zwar bedeutende Literaten hervorgebracht, die sich jedoch ausschließlich der Hochsprache bedient haben.
Der Geschäftsführer der Kulturproduzenten, Meinrad Pichler, über die Zielsetzung der Randspiele 1976.
Erstens wollten wir etwas über Literatur machen, Literatur in größerem Rahmen vorstellen.
Und bei dieser Idee stießen wir eben auf den Gedanken, diesen speziellen Vorarlberger Boden dazu auszunützen, einen Vergleich oder eine Konfrontation zwischen junger alemannischer Literatur und neuerster österreichischer Literatur auf diesem Vorarlberger Boden durchzuführen.
unsere Frahlberger Autoren, die Jüngeren selbst in der Situation sind, dass sie sprachlich, wenn sie monatliche Sachen machen, zu diesem alemannischen Bereich gehören, dass sie aber in ihrer Organisation und in ihren Vorbildern vielleicht an der österreichischen Literatur orientiert sind.
Zum Beispiel in der Grazer Autorenversammlung oder im österreichischen Penclub
Und deshalb also dieser Vergleich dieser beiden Literaturen.
Welchen geografischen Raum meint man, wenn man von alemannischer Literatur spricht?
Die alemannische Literatur deckt sich selbstverständlich mit dem alemannischen Sprachraum.
Zu dem also zu zählen wären die gesamte deutschsprachige Schweiz, Schwaben, Elsass,
und schließlich auch Vorarlberg.
Die alemannische Literatur verteilt sich also auf vier verschiedene Länder, ist also eine internationale Literatur.
Wobei die Probleme, die hier behandelt werden in dieser Mundart-Literatur durchaus ähnliche sind.
die sich nicht mehr an den üblichen Mustern der Mundart-Literatur ausrichten lassen, sondern die durchaus moderne Themen unseres heutigen Lebens zum Inhalt haben.
Die Vorarlberger Literaten oder Liedermacher werden bei diesen Randspielen nur eine kleine Minderheit darstellen, denn so viele gibt es von ihnen ja nicht.
Neben Autoren aus dem Elsass und der Schweiz dürfte vor allem die gegenüberliegende
Überstellung dieser Schriftsteller etwa mit Helmut Eisenle oder HC Artmann interessant sein.
Mit Stolz berichteten die Kulturproduzenten heute außerdem, dass es ihnen gelungen sei, neben Artmann auch Friedrich Achleitner und Gerhard Rühm nach Bregenz zu bekommen.
Damit gäbe es zum ersten Mal seit den 50er Jahren wieder ein gemeinsames Auftreten der noch tätigen Mitglieder der Wiener Gruppe.
Konrad Bayer lebt ja nicht mehr, Oswald Wiener hat sich weitgehend zurückgezogen.
Das war ein Beitrag von Wolfgang Burtsche und wir bringen noch einmal Kurzmeldungen.
Österreich ÖGB-Präsident Benje hat eine Lohnsteuerreform für 1977 neuerlich ausgeschlossen.
Auch Vorleistungen lehnte Benje ab.
Seiner Ansicht nach müsste allerdings spätestens 1979 eine Lohnsteuerreform kommen.
Der Generalsekretär der Bundeswirtschaftskammer Mossil hat der Regierung vorgeworfen, Inflationspolitik zu betreiben, anstatt den Preisauftrieb einzudämmen.
Mossil hob besonders die jüngste Tarifwelle hervor.
Der neu gewählte Bauernbunddirektor Strasser hat angekündigt, er werde sich bemühen, das Einkommen der Bauernschaft zu verbessern, das weit unter dem anderer Bevölkerungsgruppen liege.
In der Frage der Zuschussrenten sollte seiner Meinung nach keine Teillösung, sondern eine Gesamtlösung erzielt werden.
Bundesrepublik Deutschland.
Die SPD-FDP-Koalition wird im Bonner Bundestag einen Vorsprung von 10 und nicht wie ursprünglich angenommen von 8 Mandaten haben.
Nach dem offiziellen Endergebnis verfügt die Koalition über 253 Sitze.
Die CDU-CSU-Opposition über 243.
Ursache für die Mandatsverschiebung sind Zählfehler in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Italien.
Die drei großen Gewerkschaftsorganisationen haben ein eigenes Anti-Inflationsprogramm ausgearbeitet.
Das wäre es dann für heute Mittag, meine Damen und Herren, Redaktion und Technik verabschieden sich, wir sagen auf Wiederhören.