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Marker setzen in: Mittagsjournal 1976.07.17
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Die bereitgestellten Transkripte werden mittels einer KI basierten Software erstellt. Die Transkripte ersetzen nicht die Arbeit mit den Originalquellen. Die Transkripte werden keiner inhaltlichen Bewertung oder Bearbeitung unterzogen und dienen vor allem der wissenschaftlichen Recherche sowie einer besseren Durchsuchbarkeit der Audio- und Videodokumente.
Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Mittagsjournal.
Guten Tag, meine Damen und Herren.
Heute ist Samstag, der 17.
Juli.
Es war soeben 12 Uhr.
Redakteur Mikrofon ist heute Helmut Bock.
Wir haben unser heutiges Journal etwas der Temperatur angepasst, also wir werden es etwas sommerlich gestalten.
Dabei aber nicht vergessen, dass Information und Service für unsere Hörer die wichtigsten Aufgabenbereiche, die wir haben, sind.
Für die Autofahrer unter unseren Hörern ein kurzer Hinweis.
Gleich nach den Nachrichten werden wir Kontakt mit dem ÖAMTC aufnehmen und über die heute auf den Durchgangsstraßen teilweise katastrophale Situation berichten und weiter Tipps für Autofahrer geben.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich dann mit der voraussichtlichen Erntesituation in Österreich nach dieser langen Trockenheitsperiode.
Ja, und dann liegt mir noch ein sommerliches Thema vor, der Speiseeiskonsum in Österreich steigt.
Nun, bei der Hitze ist das ja kein Wunder.
Die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen.
Österreich.
Überalter des Offizierskorps des Bundesheeres soll abgebaut werden.
Libanon.
Situationsbericht aus Beirut.
Gefährlich lebt es sich dort in dieser fast völlig zerstörten Stadt.
Unser Mitarbeiter Walter Krause setzt seine Berichterstattung fort.
Europa.
Wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Staaten nach dem Konjunkturbeginn.
Italien.
Biennale in Venedig, das Archiv für zeitgenössische Kunst, wird heute der Öffentlichkeit übergeben.
Nun aber um 12.02 Uhr, Nachrichten aus Allerwelt.
Chef von Dienst ist Helmut Koller.
Gesprochen werden diese Nachrichten von Annemarie Berthe.
USA.
Die 26 seit vergangenem Donnerstag verschollenen Schulkinder aus Kalifornien sind heute Nacht in einer unterirdischen Höhle eines Steinbruchs, rund 150 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt, wohlbehalten, aber erschöpft, aufgefunden worden.
Die Kinder und der Fahrer sagten aus, sie seien von drei bewaffneten Männern in zwei Fahrzeugen verschleppt und in die Höhle gebracht worden.
Nach Zeugenaussagen waren zwei der Männer weiße, im Alter von ungefähr 40 Jahren.
Vom dritten Entführer liegt keine Beschreibung vor.
Der Busführer gab zu Protokoll, er habe auf der Heimfahrt von einem Schulausflug ein Fahrzeug bemerkt, das mit offener Tür mitten auf der Straße stand.
Als er gehalten habe, sei ein bewaffneter Mann aus dem Auto gestiegen und habe den Bus, der später leer in einem ausgetrockneten Kanalbett aufgefunden wurde, gekapert.
Das Motiv der Entführer ist noch nicht geklärt.
Sowjetunion.
In ihrer heutigen Ausgabe übt die sowjetische Parteizeitung Bravta Kritik an Bundeskanzler Kreisky und wirft ihm vor, die Geschichte zu vergessen.
Kreisky habe bei einer Rede in Salzburg anlässlich des 200.
Jahrestages der Gründung der USA den Vereinigten Staaten völlig unzweideutig für die Befreiung Österreichs gedankt.
Wie sich herausstellte, betont die Prafter, sei es dabei um nicht mehr und nicht weniger als die Befreiung Österreichs von der sowjetischen Armee gegangen, die, wie der Kanzler erklärte, einen großen Teil des Landes okkupiert hatte.
Die Prafter stellt die kritische Frage, ob aus dem Gedächtnis Kreiskis die historischen Tage des Jahres 1945 verwischt worden seien.
Es sei gerade die sowjetische Armee gewesen, die den entscheidendsten Beitrag zur Zerschlagung des Dritten Reiches und für die Befreiung vieler europäischer Länder von der narzisstischen Herrschaft, darunter auch Österreich, geleistet habe.
Nach Bravda habe die UdSSR große Anstrengungen unternommen, um 1955 die Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages zu verwirklichen.
Aus der Salzburger Rede-Kreiskis gehe jedoch hervor, dass der Staatsvertrag ein Resultat der Erfolge der USA während des sogenannten Kalten Krieges gewesen sei, schreibt die Brafte.
Spanien.
Ministerpräsident Suárez hat sich in dem in der vergangenen Nacht vorgelegten Programm seiner Regierung zum Dialog mit der Opposition bereit erklärt.
Das Regierungsprogramm wurde nach einer siebenstündigen Sitzung des spanischen Ministerrates heute früh bekannt gegeben.
Suárez kündigte eine Amnestie für alle politischen Häftlinge mit Ausnahme von Terroristen an.
Außerdem soll ein Referendum für eine Verfassungsreform stattfinden, die zur Errichtung eines auf der Garantie der klassischen Rechte und Freiheiten basierenden demokratischen politischen Systems führen soll.
In Spanien sollen noch vor dem 30.
Juni 1977 allgemeine Wahlen abgehalten werden.
Portugal.
Der neue sozialistische Ministerpräsident Suarisch will die Mitglieder seines Kabinetts innerhalb von höchstens zehn Tagen ernennen.
Binnen weiterer zehn Tagen werde das Parlament in Lissabon über das Regierungsprogramm debattieren.
Dies kündigte heute Suarisch in einem in der Lissaboner Zeitung Odia veröffentlichten Interview an.
Staatspräsident Ernisch hatte gestern Suarisch mit der Bildung einer neuen portugiesischen Regierung betraut.
Die Sozialisten verfügen über 105 der 262 Sitze im Parlament.
Der portugiesische Sozialistenführer sprach sich in dem Interview für eine umfassende nationale Versöhnung aus und befürwortete in diesem Sinne eine Rückkehr des Ex-Präsidenten Spinola, der sich jedoch dem Gesetz unterwerfen und für seine Verwirklichung in den Putschversuch vom März 1975 verantworten müsse.
General Spinola, der in Brasilien im Exil lebt, präsentiere keine politische Kraft in Portugal mehr, meinte Suárez.
Italien Die Gewerkschaften des Landes haben sich bereit erklärt, mit der nächsten Regierung loyal zusammenzuarbeiten.
Sie fordern allerdings, dass in mehreren wirtschaftspolitischen Bereichen bestimmte Massnahmen getroffen werden müssten.
Vertreter der Gewerkschaften werden bereits am kommenden Montag mit dem designierten Regierungschef Andriotti konferieren.
Vor allem fordern die drei großen Gewerkschaftsbünde in einem gemeinsamen veröffentlichten Dokument sofort Maßnahmen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.
Weiters verlangen sie die Einschränkung der öffentlichen Ausgaben in Bereichen, wo dies möglich ist, und die Reorganisation innerhalb der Ministerien.
Außerdem wenden sich die Arbeitnehmervertreter gegen Steuerhinterziehungen und fordern bessere Kreditmöglichkeiten für die Landwirtschaft, vor allem für den Anbau von Futtermitteln sowie für den Bau von Bewässerungsanlagen.
In der Erklärung weisen die Gewerkschaften abermals den Vorschlag einer Blockierung der Lohndynamik zurück und schlagen dafür neuerlich ein Einfrieren auf Zeit der Spitzengehälter vor.
Peru.
Ministerpräsident Maldinado und die gesamte Regierung haben ihren Rücktritt bekannt gegeben.
Die Demission wurde offiziell nicht begründet.
Sie könnte auf die Spaltung des Kabinetts in eine progressive und eine gemäßigte Richtung zurückgeführt werden.
Peru wird derzeit von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesucht.
Zum neuen Ministerpräsidenten wurde General Gagliani ernannt, der auch den Posten des Verteidigungsministers innehat.
USA.
In einer Rede an der John-Hopkins-Universität in Baltimore erklärte der deutsche Bundeskanzler Schmidt, Europa und die Vereinigten Staaten seien in einer Schicksalsgemeinschaft durch unlösbare Wande miteinander verbunden.
Wenn Europa europäisch bleiben sollte, dürfe es kein antiamerikanisches Europa geben.
Ebenso sei es für die Vereinigten Staaten nicht mehr möglich, sich vom alten Kontinent abzuwenden, ohne die eigene historische Bestimmung aufzugeben, sagte Schmidt.
In den vorangegangenen Gesprächen zwischen Präsident Ford und Bundeskanzler Schmidt wurden bilaterale Fragen, die Zusammenarbeit zwischen den Industrienationen und die jüngste Entwicklung in Afrika erörtert.
Der seit zehn Tagen andauernde Streik des Personals von 57 privaten und öffentlichen Krankenhäusern der Stadt New York wird am kommenden Mittwoch zu Ende sein.
Dies wurde von der Schlichtungskommission nach einer 30-stündigen Diskussion mit Vertretern der Gewerkschaft mitgeteilt.
Eine Lösung der anstehenden Probleme soll innerhalb von zwei Wochen herbeigeführt werden.
Die von den Angestellten der New Yorker Krankenhäuser geforderte siebenprozentige Lohnerhöhung wird von den Krankenhausverwaltungen verweigert.
In den vergangenen Tagen hat die Behandlung der Kranken unter dem Arbeitskampf spürbar gelitten.
Kanada.
Königin Elisabeth II.
wird als nominelle Staatsoberhaupt Kanadas heute Abend die 21.
Olympischen Sommerspiele in Montreal eröffnen.
Unterdessen verstärken sich die Anzeichen, dass alle schwarzafrikanischen Staaten aus Protest gegen die Teilnahme Neuseelands ihre Mannschaften nicht antreten lassen werden.
Das internationale Olympische Komitee hat es gestern abgelehnt, Neuseeland gegen dessen sportliche Kontakte zu Südafrika von den Spielen auszuschließen.
Die sportlichen Wettkämpfe beginnen morgen.
Die Sicherheitsvorkehrungen sind in Montreal im Olympischen Dorf und an den Kampfstätten besonders verstärkt worden.
Bundesrepublik Deutschland.
Der Stuttgarter Rechtsanwalt Klaus Corzain, Verteidiger von Anarchisten der Bader-Meinhof-Gruppe und im Prozess um den Anschlag auf die Westdeutsche Botschaft in Stockholm, ist in der vergangenen Nacht zum zweiten Mal innerhalb von knapp 14 Monaten verhaftet worden.
Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat offenbar gegen den Juristen Anklage wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung erhoben.
Der Rechtsanwalt war im Juni des Vorjahres zum ersten Mal sieben Wochen lang inhaftiert gewesen.
Er war beschuldigt worden, eine kriminelle Vereinigung unterstützt und für die Bader-Meinhof-Gruppe geworben zu haben.
In den vergangenen Tagen waren Corzain und andere Anwälte, angeklagte westdeutsche Anarchisten, im Prozess gegen den harten Kern der Baader-Meinhof-Gruppe in Stuttgart schwer beschuldigt worden.
Der als Kronzeuge der Staatsanwaltschaft auftretende Gerhard Ernst Müller, ehemals Mitglied der Wande und Begleiter von Ulrike Meinhof, hatte den Rechtsanwälten vorgeworfen, ein Informationssystem zwischen den gefangenen Anarchisten und Sympathisanten außerhalb der Gefängnisse zu unterhalten.
Das waren die Meldungen.
Ja, und jetzt schnell eine Zeitansage zwischendurch.
Es ist zwölf Uhr und elf Minuten und bis zum Einbrechen des Wetterdienstes und des Wetterberichtes noch ein paar Takte von Eugen Cicero und seinem Trio.
Der ausführliche Wetterbericht.
Die Wetterlage.
Im gesamten Alpenraum hält die Hitzewelle weiter an.
Die über Frankreich und den Benelux-Ländern liegende Gewitterstörung wandert langsam ostwärts weiter und wird morgen im Westalpenraum die Gewittertätigkeit aktivieren.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Allgemein heiter oder leicht wolkig.
Im weiteren Tagesverlauf in Westösterreich lokale Gebiete.
Südliche Winde.
Nachmittagstemperaturen 28 bis 34 Grad.
Frühtemperaturen morgen 10 bis 19 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen?
Keine Wetteränderung.
Weiterhin sonnig und heiß.
Im Westen und Südwesten Österreichs zunehmend gewittrig.
Südliche Winde, Tageshöchsttemperaturen 28 bis 33 Grad.
Die Messwerte von 12 Uhr.
Wien wolkenlos bei 31 Grad, Südostwind 25 Kilometer in der Stunde.
Eisenstadt wolkenlos 29 Grad, Ostwind 10.
Linz heute 30 Grad, Ostwind 5 Kilometer in der Stunde.
Salzburg heute 31 Grad, Nordwind 5.
Innsbruck heite 31°, Nordostwind 3 km in der Stunde.
Bregenz heite 27°, Südostwind 5 km.
Graz heite bei 29°, Südostwind 10 km in der Stunde.
Und Klagenfurt heite 29°, Südwind 3 km.
Soweit Wetter und Nachrichten und nun bin ich direkt mit dem ÖAMDC verbunden.
Guten Tag, Herr Kellner.
Guten Tag, Herr Doktor.
Herr Kellner, die Meldungen, die uns heute früh erreichten, waren schon, was den Straßenverkehr betrifft, katastrophal.
Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen, das heißt Ströme von deutschen Autofahrern Richtung Österreich und schon in den Morgenstunden Stauungen an Österreichs Grenzen.
Wie sieht es aber jetzt in den Mittagstunden aus?
Ja, es hat, soweit wir die Lage, die Gesamtlage jetzt beurteilen können, von Deutschland der Verkehr etwas nachgelassen.
Es ist an den österreichisch-deutschen Grenzübergängen eine Entlastung eingetreten, an den Grenzübergängen nach Jugoslawien aber nach wie vor zum Teil stundenlange Wartezeiten.
Vor allem ist sehr stark überlastet die Gastarbeiterstrecke von Salzburg über das Salzachtal, das Enztal, weiter nach Graz zum Grenzübergang Spielfeld.
Die sogenannte Gastarbeiterroute.
Richtig, die Gastarbeiterroute.
Hier kommt es zu Stauungen.
Beim Ende der Tauernautobahn im Salzachtal etwa vier Kilometer lang und der Verkehrsstrom muss zeitweise auch vor dem Pass Luhig vor der Tunnelstrecke angehalten werden, weil die Stauungen immer wieder bis in den Tunnel hineinreichen würden.
Im Enztal aufgelockerter Kolonnenverkehr und fallweise Stauungen
In den Ortsdurchfahrten ein etwa zehn Kilometer langer Stau ist aber den ganzen Vormittag schon beim Eintreffen der Schoberpassstrecke in die Triesterstraße bei Sankt Michael ob Leoben zu beobachten.
Und zwar einerseits Stauungen auf der Schoberpassstraße, andererseits auf der Triesterbundestraße in Fahrtrichtung Süden.
Stauungen, die zwischen sechs und zehn Kilometer schwanken.
Im Bereich Bruck-Graz gibt es keine Schwierigkeiten.
Südlich von Graz kommt es fallweise zu Stauungen bei der Abfahrt von der Autobahn zur Bundesstraße 67.
Und die Stauungen beim Grenzübergang Spielfeld sind jetzt zurückgegangen von etwa 16 km auf 8 bis 9 km.
Die Anfahrtszeit zur Grenze beträgt aber nach wie vor mehrere Stunden, sicher mehr als drei Stunden.
Fallweise leitet die Gendarmerie den Verkehr zum benachbarten Grenzübergang Radkersburg um,
Aber auch dort ist die Wartezeit etwa zwei Stunden.
Ist das auch Richtung Italien, Sorg?
Richtung Italien hat der Verkehr etwas nachgelassen.
Die Wartezeiten am Wurzenpass sind auf etwa eine Viertelstunde derzeit zurückgegangen.
Bei der Einreise nach Österreich an der deutschen Grenze bei Salzburg?
Bei Salzburg derzeit ebenfalls nur kurze Aufenthalte.
Die Ausreise hat hier etwas begonnen, etwa 15 Minuten Aufenthalt in Fahrt Richtung Deutschland bei Salzburg.
Gerade was die Gastarbeiterroute betrifft, gibt es da irgendwelche Umleitungen?
Können Sie irgendwelche Tipps geben, wie man anders fahren soll?
Umleitungen gibt es eigentlich wenige.
Unsere deutschen Gäste, die sich auf der Gastarbeiterstrecke befinden, haben ja meistens eine vorgezeichnete Route, ein fixes Ziel und da ist es unzweckmäßig, von der Steiermark zum Beispiel durch Kärnten abzuzweigen.
Wir können derzeit nur empfehlen, etwas abzuwarten, eine Verflachung der Verkehrsspitze abzuwarten und dann die Weiterfahrt fortzusetzen, gerade jetzt während der Hitze.
Nun Herr Kellner, wenn ich daran denke, acht Kilometer Stau bei Spielfeld, so drei Stunden zwischen Graz und der jugoslawischen Grenze, das sind Zeiten, die den Autofahrer zweifellos ermüden.
Gibt es irgendwelche Tipps von Seiten des ÖAMTC für solche lange Wartezeiten für Autofahrer?
Verkehrsströme und gerade auch im Zusammenhang mit der Hitze sind ermüdend und zermürbend und wir möchten den Autofahrern die Grundsatzregel weitergeben, zwei Stunden im Auto sind genug.
Ob sie jetzt zwei Stunden fahren oder zwei Stunden in einer Kolonne sich befinden, unter Umständen zwei Stunden teilweise sogar stehen.
Nach zwei Stunden sehen sie bitte, dass sie zu einem Parkplatz kommen und dass sie eine kurze Rast einschalten, damit sie sich erholen und damit auch ihre Mitfahrer sich erholen und schließlich auch das Fahrzeug sich etwas erholt.
Danke, Herr Kellner, für diese Auskünfte und danke für diese Tipps.
Ja, ich bin eigentlich recht froh, dass ich hier im Studio sitze und nicht in einem Auto irgendwo in einer Kolonne bei der Hitze bei dem Wetter.
Alle reden vom Wetter, also reden wir auch weiter vom Wetter.
Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, denn unser nächster Beitrag geht ums Wetter.
Grund dafür ist die seit dem vorigen Monat anhaltende Trockenheitsperiode.
Das Wort Hitzewelle sollte man, wenn es nach den Meteorologen jedenfalls geht, noch nicht verwenden.
Dazu waren die regenfreien Tage zu wenige.
Und vor allen Dingen waren die Spitzen noch zu wenige.
Gestern hatten wir ja gehört, dass im Juni nur ein einziger Tag in diesem Monat über dem langjährigen Durchschnitt lag.
Nun, die Folgen aber für diese Trockenperiode sind teilweise für die Landwirtschaft sehr bedrohlich.
Um nicht zu sagen katastrophal.
Auch wenn es noch verfrüht ist, von drohenden Katastrophen zu reden, so stimmt es doch immer wieder merkwürdig,
dass bei allem Fortschritt der Technologien, unter anderem auch der Lebensmitteltechnologie, die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln immer noch, wie seit Urzeiten, von ein bisschen Regen abhängt.
Denken Sie nur an Afrika, an die langen Trockenperioden, an die Sahelzone.
Bei uns ist es nicht so schlimm, aber doch gefährlich.
Nun, im folgenden Beitrag beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen der Trockenheit auf die Landwirtschaft.
Wir haben unsere Bundesländerstudios gebeten, etwas zu recherchieren.
Hier der gesamte Bericht.
Wie sieht es in Österreich aus?
Wie wird die Landwirtschaft in diesem Herbst abschneiden?
Zu den Hitzeschäden in der steirischen Landwirtschaft Diplom-Ingenieur Helmut Pieber von der Steirischen Landwirtschaftskammer.
Die bisher stärksten Schäden treten im Grünland auf, und zwar in sonnseitigen, seichtgründigen Lagen auf Süd und West hängen.
Und zwar schon bei der Heuernte ist ein Minderertrag bis zu 30 Prozent gegeben.
Der zweite Schnitt, die Grummutternte, wird fast zur Gänze ausfallen.
Auf den Almen ist die Futterlage unterschiedlich und zwar auf Hochalmen noch relativ gut, auf Niederalmen bereits kritisch.
Im Ackerbau ist die Lage unterschiedlich, je nachdem ob seichgründige Schotterböden sind oder schwere Lehmböden.
Im Getreidebau ist allgemein mit einer Ernteminderung von 20 bis 30 Prozent zu rechnen.
Schlecht steht es bei den Kartoffeln, wodurch ein Ernteverlust bis zu 50 Prozent eintreten kann, wenn es nicht in den nächsten Wochen regnet.
Wichtig ist für die Steiermark das Obst.
Wir haben immerhin drei Viertel der Intensivobstfläche Österreichs.
Und zwar hier ist die Sorge großbezüglich einer ausreichenden Fruchtentwicklung
Nachdem die Hitzewelle auch in Salzburg nun schon einen Monat mit kaum nennenswerten Unterbrechungen andauert, zeigen sich in der heimischen Landwirtschaft folgenschwere Auswirkungen.
Wie Agrarfachleute mitteilen, sind im Gegensatz zu den Wiener Kühlhäusern Salzburgs Lagerstätten zur Gänze ausgelastet, weshalb Landeshauptmann Dr. Lechner den Appell an die Hausfrauen richtete, in privaten Kühltruhen Fleisch einzulagern, um die Kühlhäuser zu entlasten und einen preisgünstigen Fleischvorrat zu sichern.
Auf den Almen besteht akuter Wassermangel, sodass vorige Woche schon der Viehabtrieb eingesetzt hat, während Notschlachtungen erfreulicherweise noch nicht erfolgten.
Die Erhaltung des Zuchtvies ist im Moment eine vorrangige Aufgabe.
Die Grummet-Ernte ist nahezu völlig unbrauchbar, die Mais-Ernte verzeichnet erheblich Einbußen.
In Tirol erreicht der Ausfall beim Heu etwa 30 Prozent.
Was aber viel mehr ins Gewicht fällt, ist die gebietsweise ausgesprochen schlechte Situation beim zweiten Schnitt.
Das Heu, das den Winter über als Futter nötig wäre, wird zum großen Teil ausbleiben.
Wohl oder übel muss man teilweise auch das bisher Eingebrachte bereits verfüttern.
Die Auswirkungen auf den Viehbestand lassen sich in Tirol noch nicht eindeutig feststellen, da mehr als die Hälfte des gesamten Viehbestandes in Tirol gealbt wird und nur in Einzelfällen, wenn die Alm trocken wurde und kein Wasser mehr floss, die Tiere talwärts getrieben wurden.
Wie der Präsident der Landwirtschaftskammer mitteilte, wird man nach den ersten Viehversteigerungen im August sagen können, ob mehr Vieh wegen Futtermangel zum Verkauf als Nutzvieh aufgetrieben wird.
Bei den Kartoffeln, die im Oberinntal etwa 40 Kilometer westlich von Innsbruck angebaut werden, droht, wie jetzt schon abzusehen ist, ein schlechter Ertrag.
In Vorarlberg haben umfangreiche Bewässerungs- und Düngemaßnahmen zusammen mit kleineren Regenfällen in den letzten Tagen zwar die meistens ausgetrockneten Weideflächen wieder ergrünen lassen, trotzdem ist die zweite der jährlich drei Heuernten total ausgefallen, weil seit sechs Wochen praktisch kein Gras mehr gewachsen ist.
Die Bauern rechnen mit dem Verlust eines Drittels der Heuernte.
Für 15.000 Kühe wird das Winterfutter nicht in Vorarlberg beschafft werden können.
Futterimporte und Stroh- und Heulieferungen aus anderen Bundesländern sollen wenigstens zwei Drittel der unversorgten Tiere retten, da die Schlachtung derart großer Bestände für viele Betriebe existenzbedrohend wäre.
Trotz der schlechten Erzeugerpreise wird versucht, einen Teil der restlichen Kühe in der Bundesrepublik Deutschland und in Italien abzusetzen, doch scheint dieses Vorhaben daran zu scheitern, dass praktisch in ganz Europa wegen der Dürre in großem Maß geschlachtet wird.
Im Rahmen einer gestützten Großaktion sollen in Vorarlberg etwa 2000 Rinder geschlachtet werden, doch werden sich dann wegen der fehlenden Kühlhauskapazitäten Lagerungsprobleme ergeben, wie am Donnerstag auf einer Krisensitzung der Landwirtschaftskammer betont wurde.
Am Freitag musste das Bundesheer ausrücken, um eine Viehherde auf einer höher gelegenen Alpe im Bregenser Wald mit Wasser zu versorgen, da die Quellen in den höheren Regionen zu versiegen drohen.
Inzwischen ist auch festgestellt worden, dass die Hälfte der heuer in Vorarlberg neu gepflanzten Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen ist.
Trockenschäden sind in Niederösterreich vorwiegend im Grünlandgebiet aufgetreten.
Die Heuernte war außerordentlich gering.
Bereits der erste Schnitt fiel um durchschnittlich 30 Prozent geringer als in normalen Jahren aus.
Beim zweiten Schnitt gab es in Südlagen teilweise Totalschäden.
Um den Mangel an Raufutter auszugleichen, müssen zahlreiche Betriebe Stroh zukaufen.
Im Waldviertel betragen die Ertragseinbußen bei Getreide voraussichtlich etwa 30 Prozent.
Die Spätkartoffeln entwickeln sich seit vier Wochen nicht mehr, sodass die Erträge bei 15.000 bis 20.000 Kilogramm je Hektar stehen bleiben.
In Normaljahren betragen sie 30.000 Kilogramm je Hektar.
Am Wochenende wurde in Niederösterreich mit dem Gerstenschnitt begonnen.
Die Erträge sind normal.
Bei Körnermais ist infolge der fehlenden Niederschläge ein Wachstumsstillstand eingetreten.
Die Pflanzen erreichen teilweise nur eine Höhe von 50 bis 70 Zentimeter, sollten jedoch bereits 1,50 Meter hoch sein.
In Kärntern ist das Ausmaß der Dürreschäden regional unterschiedlich.
So sind zum Beispiel die sonnseitig gelegenen Hänge im Mölltal oder im Görtschitztal völlig verbrannt.
Im Trautal hingegen könnten länger dauernde Regenfälle, sollten sie bald einsetzen, noch erhebliche Teile der Ernte retten.
Die Kernsner Landwirtschaftskammer hat ihre Außenstellen auf Bezirks- und Gemeindeebene beauftragt, Grad und mögliche Folgen der Dürreschäden zu erheben.
Vor allem soll erfasst werden, in welchen Gebieten es als Folge der Futterknappheit zu Abverkäufen größerer Rinderbestände kommen wird.
Um bei anhaltender Trockenheit zumindest die wertvollen Zuchtbestände erhalten zu können, ist an die Anschaffung von Notfutter aus anderen Bundesländern und sogar aus dem Ausland gedacht.
Die Getreideernte ist in Oberösterreich erst im Anlaufen.
Nach den ersten Ergebnissen werden erhebliche Ertragseinbußen befürchtet.
Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser treten nur in einzelnen kleineren Gemeinden auf.
Die Wasserrechtsbehörde hat trotzdem gestern die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen zum Tränken des Viehs einer Genehmigungspflicht unterworfen.
Sollten die Niederschläge noch längere Zeit ausbleiben, werden die Bauern im nördlichen Teil des Landes gezwungen sein, große Mengen ihres Viehs zu verkaufen.
Die Reporter aus den Bundesländerstudios berichteten über die Auswirkungen der Trockenheitsperiode auf die Ernte und auf den Viehbestand in Österreich.
Alle hoffen auf etwas Wasser, alle hoffen auf etwas Regen.
Nun, Wasser, das bringt uns auch gleich zu unserem nächsten Thema, obwohl wahrscheinlich die Produzenten dieses Gutes, wenn ich von Wasser spreche, sicher böse sein werden.
Eis, nämlich Speiseeis, hängt nicht nur mit Wasser zusammen.
Aber die Speiseeiserzeuger hoffen ebenso wie die Getränkefirmen in Österreich, dass das Wetter sich nicht ändern wird, denn der Konsum steigt.
Der Österreicher hat nämlich seine Liebe zu dem kühlen Nahrungsmittel plötzlich entdeckt.
Heuer rechnen die Eisproduzenten damit, dass jeder Österreicher erstmals die europäische Durchschnittsmenge von 5 Liter Speiseeis pro Jahr erreichen wird.
5 Liter Speiseeis, das klingt sehr viel, ist aber international gesehen, wie uns Michael Kerbler jetzt gleich erklären wird, eigentlich recht minimal.
Internationale Spitzenwerte wird der Österreicher noch lange nicht erreichen.
Jeder Amerikaner isst durchschnittlich 24 Liter Eis pro Jahr, gefolgt von Schweden und Großbritannien.
Allerdings zeichnet sich in Österreich ein immer stärker werdender Trend zum Eis als Nachtisch daheim ab.
Gefördert wird dies vor allem durch den Kühlschrank, der die Möglichkeit bietet, Speiseeis im Gefrierfach länger aufzubewahren.
Schon in den letzten fünf Jahren zeichnete sich ein kontinuierlicher Aufwärtstrend in der Sparteiserzeugung ab.
Sowohl Umsatz wie auch Verkaufsziffern wiesen eine Zuwachsrate von jährlich rund 20 Prozent auf.
Parallel dazu stieg der Eiskonsum in Österreich rapide an.
Lag der Pro-Kopf-Verbrauch vom Speiseeis 1974 noch bei 3,8 Liter, so stieg er im darauffolgenden Jahr bereits auf 4,5 Liter an.
Heuer, wie günstig durch das anhaltende Schönwetter, rechnen die Eiserzeuger mit einem durchschnittlichen Eiskonsum von 5 Liter pro Einwohner.
Kommerzialrat Tichy, Obmann der Berufsgruppe Eissalons, auf die Frage, ob der Österreicher auf dem Weg ist, Eisliebhaber von Europa-Farma zu werden?
Ja, das ist er.
Und das ist sehr freilich.
Und ich glaube, der Grund dafür ist,
dass er vor allem ein qualitativ hochwertiges Eis bekommt in Österreich und gemessen an den europäischen Preisen ein preisgünstiges, ich möchte fast sagen billiges Eis bekommt.
Auch die Hersteller von Industrieeis, Speiseeis also, das in riesigen Mengen von Großfirmen für den bundesweiten Verkauf hergestellt wird, sprechen von der besten Saison seit Jahrzehnten.
Diese Betriebe, die bereits Ende Dezember mit der Produktion ihres Sortiments für den nachfolgenden Sommer beginnen, kamen in den letzten Wochen fast nicht mit der Belieferung nach.
Trotz des reichhaltigen Angebotes seitens der Industrieeiserzeuger hat der Eissalon sein Stammpublikum.
Den Grund sieht Kommerzialrat Tichy im guten Image des Eissalons.
Und weiter meint er?
Der Eissalon ist sehr gut, vor allem weil sie ein qualitativ hochwertiges Fruchteis mit frischen Früchten machen und auch eine große Anzahl von Eisspezialitäten individuell.
Und wie gesagt, die Atmosphäre im Eissalon natürlich eine andere ist, als wenn ich aus einer Tiefkühltruhe mir das Eis nach Hause trage.
In ganz Österreich gibt es zurzeit an die 5000 gewerbliche Eiserzeuger, davon rund 500, die einen Eissalon führen.
Die übrigen Konzessionen entfallen auf Konditoreien, Gastgewerbe und industrielle Hersteller.
Die Durchschnittsportion, die sich der Österreicher mit über die Gasse nimmt, kostet ca.
6 Schilling.
Eis als hochwertiges Nahrungsmittel hat einen relativ hohen Kaloriengehalt.
Eine mittlere Eisportion hat wegen ihrer Zucker-, Obers-, Butter-, Eier- und Obstbestandteile zwischen 100 und 150 Kalorien.
Vergleicht der Konsument Industrie- und Speiseeis aus dem Eissalon, so schneidet Letzteres besser ab.
Liegt bei einem Preis von 6 Schilling die Durchschnittsmenge im Industrieeisbecher bei rund 7 Gramm, erhält der Käufer im Eissalon fast die doppelte Menge.
Selbst der Fruchtanteil in den industriell erzeugten Eissorten ist im Gegensatz zu den individuell hergestellten spürbar geringer.
Der Optimismus der Eiserzeuger scheint berechtigt, denn neben dem saisonbedingten Eisumsatz hat sich in den letzten Jahren nach und nach eine Konsumentengruppe gebildet, die das ganze Jahr über Speiseeis isst.
Das war ein Bericht von Michael Kerbler über den Eiskonsum in Österreich, der ständig steigt, bei der Hitze wie gesagt kein Wunder.
Und Technik und Redaktion haben beschlossen, nach dieser Sendung etwas Eis zu essen, damit wir auch den 5-Liter-Pegel erreichen, den jeder Österreicher angeblich 1976 erreichen wird.
Ein Blick auf die Uhr.
Es ist jetzt gleich 12.30 Uhr.
In diesem Augenblick 12.30 Uhr, halb eins.
Und wir bleiben bei etwas Eisigen, nämlich vom Speiseeis zu den frostigen Beziehungen, die im Augenblick zwischen den österreichischen Parteien herrschen, trotz der sommerlichen Hitze.
Denn seit mehreren Tagen hat die Ideologiediskussion zwischen der Sozialistischen Partei und der Österreichischen Volkspartei fast, könnte man meinen, ihren Höhepunkt erreicht.
Ausgelöst wurde zweifellos diese Ideologiediskussion beim CDU-Parteitag, wo der Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei, Taus, davon gesprochen hat, dass er diese Ideologiediskussion mit den Sozialisten eigentlich beginnen will.
Und gestern bei einer Pressekonferenz von Taus und Pussek hieß es, die Sozialisten streben immer weiter nach links, Blecher, Fischer, Broder und Marsch seien die Wegbereiter einer marxistischen Gesellschaftsordnung.
die Ideologiediskussion im vollen Gange, auch auf der anderen Seite.
Denn der Zentralsekretär der Sozialistischen Partei, Blecher, hat ja erst vor wenigen Tagen den Begriff soziale Marktwirtschaft ebenfalls in die Ideologiediskussion geworfen.
Ein Thema, das nun von ÖVP, SPÖ und auch von der Freiheitlichen Partei immer wieder aufgegriffen wird.
Auch mit diesem Thema Ideologiediskussion beschäftigen sich die heutigen Leitartikel und Kommentare in den österreichischen Tageszeitungen.
Auszüge davon hat Eugen Freund zusammengestellt.
In den oberösterreichischen Nachrichten beurteilt Josef Laschober die derzeit geführte ideologische Auseinandersetzung folgendermassen.
Noch lässt sich keineswegs absehen, wohin die Reise dieser Ideologiediskussion gehen kann.
Aber die verwendeten Methoden erinnern verteufelt an die rote Katze, mit der eine glücklose ÖVP versuchte, Schrecken über SPÖ-Ziele auszubreiten.
Jetzt wird eine Angst vor dem Marxismus systematisch aufgebaut, die unter Wählern, gehöre ich, aufschrecken soll.
Ob die ÖVP-Rechnung tatsächlich, wie erwünscht, aufgeht, das muss sich freilich erst erweisen.
Ähnlich wie die oberösterreichischen Nachrichten, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel, beurteilt die kommunistische Volksstimme die Angriffe von ÖVP-Obmann Taus gegen die Sozialisten.
In der Volksstimme liest sich das so.
Taus kämpft gegen nichts als rote Katzen, während er in den etwas weniger an die Wand gemalten Sozialisten Partner hat, die sich trotz absoluter Mehrheit in den zentralen Fragen weitestgehend seinen Vorstellungen und Wünschen fügen.
Taus betreibt eben eine Doppelstrategie,
die offensichtlich davon ablenken soll, wie wenig ernste Gegensätze zwischen der Politik der Sozialisten und der Volkspartei der angeblich einzigen wirklich kontrollierenden und kritisierenden Kraft bestehen.
Soweit die Volksstimme.
Mehrere Zeitungen greifen im Zusammenhang mit der Ideologiediskussion das Thema soziale Marktwirtschaft heraus, das in jüngster Zeit aktualisiert wurde.
So schreibt etwa Günther Traxler in der sozialistischen Arbeiterzeitung.
Es ist sicher nicht der Zweck der ÖVP-Kampagne, auf Dinge hinzuweisen, die ohnehin nicht verboten sind.
Da soll vielmehr die rote Katze in einen neuen ideologischen Pelz gekleidet werden.
Jeder, der eine kritische Anmerkung zur sozialen Marktwirtschaft macht, wird
Taus gestern, das ist doch niemandem verwehrt, wir leben ja in einer Demokratie, des Kryptokommunismus verdächtigt.
Taus und Pusek waren in für sie besseren Zeiten durchaus in der Lage, Mängel der Sozialmarktwirtschaft zu erkennen.
Heute wollen sie davon nichts wissen.
Dass Kritik an diesem System auch für sie durchaus unverdächtige Zeugen geäußert haben, ignorieren sie.
Wie könnten sie auch sonst ihre Kampagnen führen?
Soweit die Arbeiterzeitung.
Im Kurier geht Helmut Lenhardt auf die Äußerungen von SPÖ-Zentralsekretär Blecher zur Sozialmarktwirtschaft ein.
Lenhardt schreibt, Blecher prägt den verschwommenen Begriff eines gemischten Wirtschaftssystems, in dem der Staat noch größere Einkommensströme an sich zieht und noch mehr Gemeinwohl produzieren lässt, das nicht als kaufkräftige Nachfrage auftreten kann.
Zu Deutsch, der Staat weiß besser, was wir mit Löhnen, Gehältern und Gewinnen tun sollten, als wir selber.
Wir sollten ihm noch mehr von unserem Einkommen abliefern.
Die berüchtigte schwedische Steuerschraube taucht am österreichischen Horizont auf.
Nach diesem Auszug aus dem Kurier noch ein Blick in die Presse.
In der Otto Schulmeister, ausgehend von ideologischen Meinungsunterschieden zwischen SPÖ und ÖVP, die Zielsetzung der österreichischen Sozialdemokratie derart beschreibt.
Der Sozialdemokratismus, etwa Kreiskis, hat eines für sich, dass er nämlich in den Zielen bescheiden ist und die Brandwunden am eigenen Leib noch nicht vergessen hat.
Sie stammen davon, dass wer absolutes verspricht, nur absolut in Diktatur und Terror endet.
Solche Erkenntnis reicht nicht, eine neue Welt zu begründen.
Sie reicht für ein persönliches Erfolgserlebnis und zur Illusionierung der Massen.
Zu mehr nicht.
Das war ein Auszug aus der Presse, aus einem Artikel von Otto Schulmeister und damit schließt die heutige Inlands-Presse-Schau.
Unser nächster Beitrag beschäftigt sich mit dem österreichischen Bundesheer.
Und um noch einmal bei Temperatur und Wetter zu bleiben, vielleicht wird manchen Politiker und manchen Offizier dabei heiß.
Denn viele meinen, die Führungsstruktur des österreichischen Bundesheeres gleiche einem Wasserkopf.
Und damit sind wir wieder beim Wasser.
Nun, pro Halbjahr rückten an Präsenzdienern im Augenblick ein, je nach der Stärke des Geburtsjahrganges, etwa 20.000 bis 22.000 Mann.
Und diesen eingerückten 20.000 oder 22.000 Mann standen beispielsweise im Vorjahr genau 19.618 Beamte gegenüber, Beamte des Bundesheeres.
Die rund 120 Vertragsbediensteten des Entlohnungsschemas 1 und 2 sind dabei gar nicht mitgerechnet.
Dazu kommt noch die Problematik der Überalterung der Führungsgarnitur.
Nun, mit der Wehrgesetznovelle 1976, jener Novelle, Lückendorst, die durch die ursprünglich vorgesehenen Zwangsverpflichtungen so großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte, will man ab dem 1.
Jänner 1977, aber im kommenden Jahr, den Offizier auf Zeit propagieren.
und damit zu einer durchgreifenden Änderung der Altersstruktur im Führungsstab des Bundesheeres zu kommen.
Heißes Thema also auch im Bundesheer.
Und damit beschäftigt sich jetzt Leopold Esterle.
Die Problematik eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen administrativer Führung und Kampfeinheiten kennt jede Armee der Welt.
Das Argument, wonach an jedem Einrückungstermin in Österreich jedem Wehrmann, ein Beamter des Verteidigungsministeriums gegenübersteht,
wird von den Verantwortlichen damit zurückgewiesen, dass man nicht nur die in Ausbildung stehenden Präsenzdiener zählen dürfe, sondern dass die Beamtenschaft für das Heer im Mobilmachungsfall, dann soll es 150.000 Mann umfassen, bereitsteht.
Ganz stimmt aber auch das nicht.
Denn von den rund 20.000 Beamten unterstehen dem Armeekommando Emil Spanokis genau 1.560 Offiziere für die regulären Kampfeinheiten.
Armeekommandant Spanocki.
Ich verweise Sie hier ganz einfach auf das Gesetz des Herrn Parkinson, der festgestellt hat, dass es in England mehr Alpenwirale gibt als hochseegehende Schiffe.
Das ist ganz einfach eine Konsequenz einer modernen Institution, die eine Basisorganisation braucht, die einfach notwendig ist für jede Greifenordnung.
die Sie nachher bedienen, oder fast jede, das geht natürlich nicht mit Multiplikationsfaktoren, nämlich.
Aber nicht nur das Verhältnis zwischen Führung und Kampfeinheiten, sondern auch die Struktur innerhalb der kämpfenden Truppe an sich ist unausgeglichen.
Von den oben zitierten 1.560 Offizieren, die dem Armeekommando direkt unterstehen, begleiten 208, das entspricht mehr als 13 Prozent, den Rang eines Obersten.
255, mehr als 16 Prozent, stehen derzeit im Rang eines Oberstleutnants.
Diesen ranghohen Militärs stehen jedoch nur 139 Leutnants und 50 Fehnriche gegenüber.
Am Gesamtstand gemessen machen gerade diese für die Arbeit mit der Truppe so wichtigen Dienstränge lediglich 12 Prozent aus.
Ganz klar sagen diese Zahlen.
Die Führungsgarnitur ist überaltert.
Armeekommandant Spanocchi nennt dafür zwei Gründe.
Wir haben im Jahr 56 eine Armee aufzustellen gehabt, von heute auf morgen.
Das wissen Sie selber, dass wir hier gar keine Zeit haben.
Und es blieb uns damals einfach nicht übrig, als alle, die damals noch Oberleutnant, Hauptleute, manche auch Leutnant, Seiende, Offiziere des Weltkriegs zwei einzustellen.
Und das wissen Sie selber, dass in den 60er-Jahren, aus den verschiedensten Gründen, auf die ich heute nicht eingehen möchte, dann sind wir sofort in der Politik, es wird besser, es wird schlechter gemacht,
aus verschiedenen Gründen und der Nachwuchs einfach ausgeblieben ist.
Die Lösung dieser Misere soll der sogenannte Offizier auf Zeit bringen.
Um genügend Bewerber dafür zu finden, hat man sich zahlreiche Vergünstigungen einfallen lassen.
So wird etwa bei einer Verpflichtungsdauer von zehn Jahren dem Offizier auf Zeit eine dreijährige Berufsausbildung finanziert und eine Abfindung in der Höhe von 150.000 Schilling beim Ausscheiden aus dem Offizierskorps nach zehn Jahren zugesichert.
Dazu kommen überdurchschnittlich hohe Bezüge.
Mit Überstunden, Bereitschafts- und Journaldiensten kann etwa ein 24-jähriger Oberleutnant mit einem Nettobezug von 14.000 Schilling monatlich rechnen.
Der Umstand, dass in absehbarer Zeit hohe Positionen frei werden, verbirgt zusätzlich günstige Aufstiegschancen.
In wenigen Tagen läuft die erste Werbekampagne für den Offizier auf Zeit an.
Armeekommandant Spanocchi ist optimistisch.
In der Militärakademie in Wiener Neustadt werden heuer 37 Mann ausgemustert, 1977 rechnet man mit 68 und für 1979 bereits mit 220 Interessenten.
Armeekommandant General Spanocki will 1978 zurücktreten.
Eine jüngere Bundesheerführung soll sich bis dahin wenigstens abzeichnen.
Leopold Estle beschäftigte sich mit dem österreichischen Bundesheer.
Thema Überalter des Offizierskorps soll abgebaut werden.
Es ist jetzt 12 Uhr und 41 Minuten, vier Minuten vor dreiviertel eins.
Unser nächster Beitrag führt uns in ein Krisengebiet, in ein heißes Krisengebiet in den Nahen Osten nach Beirut.
Gestern erreichte uns die Meldung, dass die Kämpfe neuerlich aufgeflammt sind, dass sowohl in östlichen und westlichen Wohngebieten Artilleriebeschuss herrscht und dass die Vereinigten Staaten sich zu einer neuen Evakuierungsaktion für Ausländer entschlossen haben.
Und zwar soll diese Evakuierungsaktion am Dienstag stattfinden.
Sowohl die amerikanische als auch die britische Botschaft haben ihre Staatsangehörigen und auch die Staatsangehörigen anderer Länder aufgefordert, sich dieser Evakuierung anzuschließen.
Als Hauptgrund für die Aktion wird die immer schlechter werdende Trinkwasserversorgung und Lebensmittelversorgung angenommen.
Nun, über diese schlechte Versorgung in Beirut hat uns ja immer wieder unser Korrespondent Walter Krause berichtet.
Er führt ein Leben eines Korrespondenten, wie es wenige führen.
Das Leben eines Kriegsberichterstatters.
Darüber hat er uns gestern in einem kurzen Telefon berichtet.
Dieses Telefon ist dann abgebrochen und wir haben ihn heute wieder versucht zu erreichen.
In den späten Vormittagsstunden ist es uns gelungen.
Walter Krause berichtet aus der belagerten Stadt Beirut und über das Leben eines Korrespondenten.
im linken Westbeirut.
Derzeit ein Drahtseilakt ohne Netz.
Klar, dass diese Handvoll Journalisten minutiös überwacht wird.
Nichts gegen sie persönlich wird der Besucher empfangen.
Auf dem Fuße folgt die Warnung, aber ihr Land ist ein Freund Israels.
Ost oder West heißt woanders die Begrüßung.
Hat man Glück,
wird man nur über imperialistisch-zionistische Komplotte belehrt.
Eine Pressezensur gibt es noch nicht.
Aber kein Zweifel, kritischer Zungenschlag grenzt an Selbstmord.
Revolutionäre und Fortschrittler hören mit, falls das Telefon mal klappt.
Verbreiten Sie unsere Communiques, bleiben Sie neutral, berichten Sie die Wahrheit, heißen die Forderungen, die man mit
Empfehlungen umschreibt.
Wahrheiten, die liegen sichtbar und hörbar für jedermann haufenweise zutage.
Vandalische Zerstörungen, barbarische Morde, Plünderungen, Geiselnahmen, Durst, Hunger, keine Elektrizität und tagtäglich waschen genossen.
Manchmal nennen sie sich auch Brüder in Zeitungen und über Rundfunkstationen stinkende Dreckswäsche.
Oft bagatellisieren oder entschuldigen sie, wie sie sagen, bedauerliche Übergriffe Disziplinloser.
Man braucht also nur zu zitieren.
Aber Zitate sind ein gefährliches Minenfeld.
Todfeinde von gestern sind heute plötzlich Busenfreunde und umgekehrt.
Gestern noch wünschten sie sich die Pest an den Hals.
Heute sieht man sie auf Fotos grinsend bei Tafeleien.
Im Orient ist Politik keine von Herzen kommende Berufung zugunsten des Volkes, sondern ein Ellbogenberuf auf Basarebene.
Es geht zuallererst um Machtprivilegien-Posten.
Man arrangiert sich immer.
Der Korrespondent wird zum bösartigen Hetzer gestempelt, wenn er überholte Drecksblitze zitiert.
Und Neutralität.
Alle Seiten stehen sich im politischen und militärischen Amokrausch in nichts nach.
Fähige Abschlachtungen, Kriminalität jeder Sorte, Bruch der Genfer Konventionen gehören zur Tagesordnung.
Man muss also auf dem Drahtseil nur die Balance halten.
Es gibt einige Grundsätze, an die sich der Korrespondent heute mehr denn je halten muss.
Makedonische Verhältnisse im Orient
nie mit europäischen Ellen messen, keinen Propheten zu spielen.
Denn im Morgenland ändert sich alles innerhalb weniger Stunden.
Sich anpassen will er ungerupft überleben.
Er ist vor allem Berichterstatter, nicht persönlich Engagierter in Welten, die dem Abendland immer fremd und obskur bleiben werden.
Mit aller Hilfe habe ich eben
eine Liter Flasche Wasser ergattert und hoffen, hoffen, dass sich die verbissenen Kampfhähne nach bewährten Basargesetzen endlich arrangieren, dass morgen wieder Elektrizität und Wasserhahn funktionieren, ein anständiger Fraß im Kochtopf brodelt, der teuflische Raketen- und Artilleriesauber aufhört und dass endlich, nach Tagen manchmal, der Telefon anruft,
aus der freien Welt kommt.
Das war Walter Krause aus Beirut und dieser Anruf aus der freien Welt, so hoffen wir es jedenfalls, er wird uns immer wieder gelingen.
Dieser Anruf aus der freien Welt wird Walter Krause von uns immer wieder erhalten.
Wir hoffen von ihm dann das Neueste direkt aus Beirut zu erfahren.
Und nun zur Wirtschaftsredaktion.
Seit ungefähr einem Jahr haben die Wirtschaftsaguren das Ende der jüngsten Rezession vorhergesagt.
Die Überwindung der Wirtschaftsflaute gelingt aber nur sehr zögernd und vor allem nicht in allen Ländern gleichmäßig.
Außerdem treten in einigen Industrieländern völlig neue Erscheinungen auf, wie beispielsweise eine Verbesserung der Industriebeschäftigten, jedoch bei etwa gleichbleibenden hohen Arbeitslosenzahlen wie in der Bundesrepublik.
Einen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung der wichtigsten Industrieländer und einen Vergleich mit Österreich bringt Herbert Hutter im folgenden Beitrag.
Jene Länder, die vor etwa zwei Jahren als erste in die wirtschaftliche Flaute geschlittert sind, haben sich auch als erste wieder erholt.
Es sind dies die großen Industrieländer, die Vereinigten Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und Japan.
Alle anderen Länder in der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sind Nachzüge, die vom Konjunktureinbruch aber auch oft weniger getroffen wurden, wie etwa Österreich.
Diese drei großen Industriestaaten des Westens sind aber nicht nur rein statistisch die Vorreiter einer neuen, wenn auch schwächeren Konjunktur, sie erteilen den übrigen Industrieländern wirtschaftliche Impulse.
Diese drei Länder verfügen auch bereits über eine entsprechende Konsumnachfrage, die den Vorsprung in der Konjunkturerholung bewirkt.
Das Bruttonationalprodukt, also die gesamte Wirtschaftsleistung dieser drei Länder, wird in diesem Jahr daher auch deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegen, der auf ein Wachstum von etwas mehr als 5% geschätzt wird.
Die Entwicklung im ersten Vierteljahr konnte sogar fast als stürmisch bezeichnet werden.
Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten wuchs im ersten Vierteljahr 1976 um 8,5%, in Japan um knapp 8% und in der Bundesrepublik Deutschland im ersten Halbjahr um 6%.
Im Vergleich dazu nahm Österreichs Bruttonationalprodukt im ersten Vierteljahr nur um zweieinhalb Prozent zu.
Dieser Verzögerungseffekt, dem nicht nur Österreich unterliegt, sondern auch andere kleinere Industrieländer, ist aber nicht ein Naturereignis, das sozusagen aus heiterem Himmel die einzelnen Volkswirtschaften trifft.
Die drei wirtschaftlichen Führungsmächte des Westens verfügen nämlich mit ihrer Automobilerzeugung über eine Schlüsselindustrie, und zwar nicht nur für ihren eigenen Bereich.
So kommt es, dass sich eine weltweite Nachfragebelebung bei den Automobilen zunächst in den Wirtschaftsdaten der Erzeugerländer niederschlägt.
Und diese Nachfragebelebung kam folgendermaßen zustande.
Eine jener Ungereimtheiten, die den Wirtschaftstheoretikern Kopfschmerzen bereiteten, war die Tatsache, dass die Realeinkommen während der Rezession eigentlich nur geringfügig oder überhaupt nicht zurückgegangen sind.
Nur wurde statt konsumiert gespart.
Und aufgrund wiederum besserer Einkommenschancen, nachdem das Gespenst einer Massenarbeitslosigkeit gebannt war, setzte beim Konsum die Aufholjagd ein.
Wie auch in Österreich die Zulassungszahlen zeigen bei den Automobilen.
Das Automobil übt aber nicht nur eine starke psychologische Signalwirkung aus.
Wie zu Beginn der Krise deutlich zu sehen war, beschäftigt die Automobilindustrie auch eine ganze Reihe von Zulieferbranchen bis zur Elektroindustrie.
Wenn man die Berichte der OECD oder der einzelnen nationalen Wirtschaftsforschungsinstitute liest, so tauchen immer wieder Begriffe auf, die einander zu widersprechen scheinen.
Die Inlandsnachfrage sei noch recht schwach, heißt es da.
Die Konjunktur werde von den Exporten getragen.
Es erhebt sich aber die Frage, wer denn die Exportgüter kauft, wenn auch im Ausland die Nachfrage noch schwach ist.
Des Rätsels Lösung ist der Aufbau von Lagern.
Und hier schleicht sich das psychologische Moment ein, denn die Unternehmer erwarten erst eine gesteigerte Nachfrage.
Ein weiteres Schlagwort.
Ist nun die Konjunktur selbsttragend oder nicht?
Hier geht es um die Investitionen, die noch mehr oder minder schwach sind.
Die Unternehmen beschränken sich auf den Ersatz von Anlagen oder Gebäuden oder die Betriebe sind überwiegend durch öffentliche Aufträge beschäftigt und können daher ihre Investitionsprogramme durchziehen.
Dass aber die Unternehmen wie üblich in Erwartung guter Geschäfte großzügig rationalisieren oder gar die Produktionsstätten erweitern, so weit ist man noch nicht.
Die Wirtschaftsforscher sprechen daher von einer noch nicht selbst tragenden Konjunktur.
Oder die Bundesrepublik Deutschland.
Dort hat, wie gesagt, das Wirtschaftswachstum bereits eine Rate von 6% erreicht, trotzdem will die Arbeitslosigkeit nicht wesentlich sinken.
Am Höhepunkt der Krise lag die Arbeitslosenrate bei knapp 5% und im Juni dieses Jahres repräsentierten die 921.000 Beschäftigungslosen immerhin noch eine Rate von 4%.
Natürlich ist die Beschäftigung in der Bundesrepublik Deutschland gestiegen.
Doch gab es eine sehr große Anzahl von Kurzarbeitern, die als erste wiederum während der vollen Arbeitszeit beschäftigt wurden.
Die Wiederaufnahme von Arbeitslosen lässt daher noch auf sich warten.
Für Österreich heißt es im letzten Bericht des Wirtschaftsforschungsinstitutes, dass sich der Arbeitsmarkt der besseren Konjunkturlage überraschend schnell anpasse.
Und wenn wir statistisch auch hinter den industriellen Führungsmächten herhinken, die verbesserte Konjunkturlage wird Österreich ebenso wenig am Rande liegen lassen, wie wir von der Krise verschont geblieben sind.
Und nun von der Konjunktur zur Kultur.
Denn morgen vor Mittag wird in den sogenannten Giardini von Venedig die Biennale der Bildenden Künste und Architektur 1976 offiziell eröffnet.
Wir haben ja bereits vor einigen Tagen über die wichtigsten Ausstellungen der einzelnen Länderpavillons berichtet.
Insgesamt nehmen 30 Staaten an der Biennale ja teil.
Heute Abend nun wird in den neuen Räumlichkeiten das neu organisierte Archiv der Biennale als historisches Archiv der zeitgenössischen Kunst der Öffentlichkeit übergeben.
Aus Venedig berichtet dazu Heidi Grundmann.
Venedig feiert heute Abend die Festa del Redentore.
Die Kunsttouristen und Journalisten, die seit vier Tagen zwischen den Giardini mit den nationalen Pavillons und den über ganz Venedig verstreuten Ausstellungsstätten des Rahmenprogramms der Biennale 76
Von Vernissage zu Vernissage fahrend können die Feuerwerke, die beleuchteten Gondeln, die Musik und sonstigen Spektakel, die sich die Venezianer zur Feier von Il Regentore einfallen lassen, von einem eigenen Biennaleschiff aus miterleben.
Und zweifellos wird eine ganze Anzahl von Mitgliedern des Kunstjet-Sets spätestens anlässlich der festlich-romantischen Fahrt des Biennaleschiffes den Ärger über die vielen Improvisationen der Biennale 76 vergessen.
Improvisationen, die man allerdings in Venedig ohnehin gnädiger aufzunehmen bereit war als andernorts.
Nur in venezianischer Atmosphäre zum Beispiel war es möglich, dass die erste Presseführung durch das neue Archiv zeitgenössischer Kunst nicht zum Skandal wurde.
War es doch nicht nur zahlreichen der geladenen Biennale-Gäste und Journalisten, die bisher überhaupt Zutritt zur Biennale hatten, entgangen, dass zu dieser ersten Archivführung spezielle Einladungen zu erwerben waren,
Auch diejenigen, die um solche Einladungen in den Büros der Giardini angestanden waren, fanden zur angesetzten abendlichen Zeit verschlossene Tore vor, durch die manchmal heftiges Hämmern tönte.
Als sich die Tore des Cacorner Regina schließlich öffneten, war der Gegenstand des Hämmerns eine Ausstellung von Kunstwerken, die Biennale-Preisträger der Jahre 1948 bis 1968
dem Biennale Archiv anlässlich seiner Neuorganisation und Übersiedlung in dem Palazzo aus dem 17.
Jahrhundert am Canale Grande geschenkt haben, alles andere als fertig.
Doch auch ohne Ausstellung kann sich das Carcorna Regina bzw.
das Archiv zeitgenössischer Kunst, ASAC, sehen lassen.
Durch verschiedene Gesetze, einmal eines zur Altstadterhaltung und zum zweiten durch ein eigenes Gesetz,
Die Reaktivierung des Biennale-Archivs betreffend ist hier ein sehr schöner, reich mit Fresken und Stuck versehener Palazzo vor dem drohenden Verfall gerettet worden und zum zweiten aus dem über ganz Venedig verstreuten, kaum katalogisierbaren Beständen des Archivs einer Biennale, die immerhin auf eine mehr als 80-jährige Geschichte zurückblicken kann, ein nach modernsten Gesichtspunkten geordnetes und ausgestattetes Archiv geworden, das tagtäglich der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird.
In diesem Archiv sind über 200.000 Fotografien gehortet, über eine Million die Biennale betreffende Zeitungsausschnitte, tausende von Büchern und Katalogen, von Zeitschriften, Diapositiven, Manifesten, von Ton- und Videobändern, von Mikrofilmen und von Kunstwerken aller Sparten.
Über 800 Filme der venezianischen Filmbiennale werden in nächster Zeit vom Lido in die K-Corner übersiedeln.
Bemerkenswert am ASAC Venedig aber ist nicht nur die technische Ausrüstung, mit der die Bestände zugänglich gemacht werden.
Drei Computer-Terminals verbinden das Archiv mit Mailand und der Nationalbibliothek in Rom und geben jede gewünschte Auskunft ohne Wartezeit.
Acht große Monitoren stehen für Videobände zur Verfügung und so weiter.
Bemerkenswert ist auch das Selbstverständnis des Archivs, dass sich als aktiver Vermittler zwischen einer sich ständig verändernden Kunst
verschiedenster Sparten und einem entsprechend immer neue und andere Ansprüche stellenden Publikum betrachtet.
Das ASAC hat außerdem die Aufgabe, jeweils in einem Jahresbericht die Biennale selbst zu dokumentieren.
Aus dem fettleibigen, illustrierten und unter anderem auch mit Originalbeiträgen versehenen Jahresbericht 7576 lässt sich ablesen, dass das Biennale-Thema 76 Physische Umwelt bzw.
Umweltpartizipation kultureller Strukturen weit eindeutiger gemeint war, als viele Länderkommissare es wahrhaben wollten.
Die Italiener selbst übrigens haben in ihrem erst gestern eröffneten nationalen Pavillon in den Giardini den Versuch unternommen, das Ambiente, die Umwelt, als sozialen Raum darzustellen, mit Hilfe zahlreicher Video- und Filmdokumentationen, die zu besichtigen und zu werten, allerdings weit mehr Zeit beansprucht als der internationalen Presse und den zu den Vernissagen geladenen Gästen zur Verfügung stand und steht.
Der Eindruck der ebenfalls gestern eröffneten großen historischen Schau über das Ambiente beziehungsweise Environment in der Kunst
wird durch Ungenauigkeiten und die oft nicht maßstabgetreue Nachbildung von historisch wichtigen Räumen einigermaßen getrübt.
Wenn es noch einen Preis gäbe, würde, nach der allgemeinen Stimmung unter den Journalisten zu schließen, wohl die Bundesrepublik Deutschland mit Beuys diesen Preis der Biennale erhalten.
Doch bei der Festa del Redentore heute Abend wird auch die Kunstwelt eine Nacht lang heil sein.
Kritik und Diskussionen über das auch von der Biennale 76 alles andere als gelöste Problem der Vermittelbarkeit der hochspezialisierten Kunst unserer Tage werden im Gesang der Gondoliere untergehen.
Die große Weltausstellung der Kunst ist in der internationalen Meinungsbildung gelaufen.
Offiziell eröffnet wird die Biennale 76 allerdings erst morgen Vormittag.
Heidik Rundmann aus Venedig und nun Annemarie Bertet aus dem Nachrichtenstudio.
Österreich.
Die gegenwärtige Dürreperiode hat bereits zu Ernteschäden geführt.
Der Landwirtschaftsexperte Ingenieur Biber aus der Steiermark gab beispielsweise an, dass bei Getreide mit einem Ausfall von 20 bis 30 Prozent, bei Kartoffeln sogar bis 50 Prozent gerechnet werden muss.
Aus allen Bundesländern werden schwere Schäden in den Grünanlagen gemeldet.
Sowjetunion.
Das Moskauer Parteiorgan Bravte hat Bundeskanzler Kaiski vorgeworfen, aus Anlass des 200.
Jahrestages der Gründung der Vereinigten Staaten den USA den größten Anteil am Zustandekommen des Staatsvertrages zugeteilt zu haben.
Die Bravte schreibt, tatsächlich habe jedoch die UdSSR große Anstrengungen unternommen, um die Unterzeichnung des Staatsvertrages zu ermöglichen.
Spanien.
Das Kabinett unter Ministerpräsident Suárez hat eine Amnestie für alle politischen Häftlinge, ausgenommen Terroristen, unternommen.
Noch vor dem 30.
Juni nächsten Jahres sollen allgemeine Wahlen abgehalten werden.
Portugal.
Ministerpräsident Suárez will innerhalb von zehn Tagen ein Kabinett bilden.
Binnen weiterer zehn Tage soll nach den Vorstellungen von Suárez das Parlament in Lissabon über das Regierungsprogramm debattieren.
Italien Die Gewerkschaften des Landes haben eine Art Loyalitätserklärung gegenüber der nächsten Regierung abgegeben.
Ihre Vertreter werden bereits am kommenden Montag mit dem designierten Regierungschef Andriotti konferieren.
Sie verlangen vor allem sofort Maßnahmen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.
Libanon
Der Sende der christlichen Streitkräfte und Milizen hat zuletzt gemeldet, ihre Einheiten hätten den Sitz des Oberkommandos der Volksfront für die Befreiung Palästinas in dem seit Wochen umkämpften Flüchtlingslager Tal el-Sattar besetzt.
Unterdessen sind Bemühungen im Gange, ein Gespräch zwischen dem syrischen Staatspräsidenten Assad und dem Chef der PLO, der palästinensischen Befreiungsorganisation Arafat, in Gang zu bringen.
Peru.
Die Regierung unter Ministerpräsident Maldonado ist komplett zurückgetreten.
Neuer Regierungschef ist General Arbolo.
Peru wird derzeit von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesucht.
Mit diesen Kurznachrichten, meine Damen und Herren, haben wir das Mittagsjournal beendet.
Nachrichten bringt Ihnen der aktuelle Dienst zu jeder vollen Stunde im Programm Österreich 3 und Österreich 1.
Ausführliche Berichte hören Sie heute wieder um 18.15 Uhr wie jeden Tag im Abendsjournal im Programm Österreich 1.
Für Redaktion und Technik sage ich Ihnen auf Wiederhören.