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KI-generiertes Transkript
Mittagsschornal.
Zwölf Uhr war es vor wenigen Sekunden, eine angenehme Mittagstunde wünsche ich Ihnen meine Damen und Herren, Redakteurin im Studio Ilse Vögl.
Konferenz sozialistischer Bürgermeister in Wien und Österreichs Jungärzte fühlen sich ungenügend ausgebildet.
Das sind heute unsere Beiträge aus Österreich, ergänzt durch die Inlandspresseschau, diesmal ein Thema, die Diskussion rund um den ORF.
Ausland.
Schweden erhält neues Kernkraftwerksgesetz.
Der weitere Ausbau von Kernkraftwerken soll dadurch erschwert werden.
Reportage aus einer Nuklearaufbereitungsanlage in Südfrankreich.
Massive Kritik in Westdeutschland an bisherigem Verlauf der Fahndung nach den Bubak-Mördern.
Erste Woche im Zagreber Fluglotsenprozess und fünfter Band der Werke MAUS heute in Peking erschienen.
Aus Wien bringen wir dann noch ein Gespräch mit dem Dissidenten Widerwillen, mit dem russischen Arzt Michael Stern, dem die sowjetischen Behörden Anfang dieser Woche die Ausreise nach Österreich erlaubt haben.
Und die Kulturredaktion berichtet über die deutschsprachige Erstaufführung des Einmahnstückes Das Urteil von Barry Collins in Graz.
Zunächst jedoch hören Sie Weltnachrichten.
Rainer Warnecke ist heute als Chef vom Dienst verantwortlich und gesprochen werden die Meldungen von Herbert Slavik.
China.
Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei hat eine Massenbewegung zum Studium des neu erschienenen 5.
Bandes der Werke des verstorbenen Parteivorsitzenden Mao Zedong angekündigt.
Die heutige Ausgabe der Pekinger Volkszeitung ist zur Gänze dem Buch gewidmet.
Von den insgesamt 70 Texten aus den 50er Jahren werden 46 zum ersten Mal veröffentlicht.
Hauptthemen sind innenpolitische Probleme, darunter der Kampf gegen Konterrevolutionäre.
Demnach hat Mao Zedong 1951 gefordert, dass derartige Personen, die dem nationalen Interesse schaden, zum Tod verurteilt und hingerichtet werden sollten.
In Peking wird aus der Veröffentlichung dieses Textes durch einen Ausschuss unter dem Vorsitz von Parteichef Hua Kuo-Feng beschlossen, dass die sogenannte Viererbande um die Witwe Maos mit der Hinrichtung rechnen müsse.
Über die Beziehungen Chinas zur Sowjetunion wird ein Gespräch Mao Zedongs mit Ministerpräsident Chu Enlai zitiert.
Darin heißt es, die Sowjets seien durch ihre wirtschaftlichen Errungenschaften verblendet, die beste Art sie zu behandeln sei, ihnen eine anständige Tracht Prügel zu verpassen.
Eine andere Stelle hat die Beziehungen zwischen Peking und Washington zum Thema.
Demnach hat Mao die Auffassung vertreten, die Volksrepublik China habe keine Eile, diplomatische Beziehungen zu den USA aufzubauen.
USA Die Regierung in Washington wird voraussichtlich im kommenden Monat in Paris Gespräche mit Vertretern Vietnams aufnehmen.
Wie Regierungsvertreter gestern mitteilten, sollen die Verhandlungen über eine Normalisierung der Beziehungen ohne Vorbedingungen geführt werden.
Dagegen fordert Vietnam, dass sich die Vereinigten Staaten mit einer Finanzhilfe in Höhe von 3 Milliarden Dollar am Wiederaufbau des Landes beteiligen sollen.
Präsident Carter vertrat die Ansicht, die Vietnamesen seien der geforderten Aufklärung über das Schicksal vermisster Amerikaner zufriedenstellend nachgekommen.
Die Vereinigten Staaten wollen 1.450 der 39.100 Soldaten aus Südkorea abziehen.
Wie ein Armeesprecher in Washington mitteilte, soll eine Batterie mit Luftabwehrraketen des Typs Nike Hercules der südkoreanischen Armee unterstellt und eine Einheit mit veralteten taktischen Nuklearraketen vom Typ Surgent aufgelöst werden.
Mit dem Truppenabzug werden sich erstmals seit 1974 weniger als 38.000 Soldaten der amerikanischen Streitkräfte in Südkorea befinden.
Präsident Carter hat wiederholt erklärt, er wolle eventuell alle Einheiten bis auf die der Luftwaffe aus Südkorea abziehen.
Das seit vier Jahren zwischen den USA und Kuba bestehende Abkommen über die Auslieferung von Luftpiraten ist heute ausgelaufen.
Kuba hat als Vorbedingung für die Verlängerung des Vertrags die Aufhebung des amerikanischen Wirtschaftsembargos gefordert.
Der amerikanische Präsident Carter macht die Aufhebung der Restriktionen allerdings davon abhängig, dass sich Kuba zu einer Änderung seiner Afrikapolitik verpflichtet.
Seit dem Inkrafttreten des Abkommens im Jahr 1973 ist nur ein Flugzeug nach Kuba entführt worden.
Zwischen 1961 und 1973 waren es 87 Flugzeuge.
Sahire.
Präsident Mobutu hat heute vor belgischen Journalisten die Möglichkeit einer Offensive gegen die Invasoren in der Südprovinz Shaba angedeutet.
Mobutu sagte, er sei optimistisch, dass das Bergbauzentrum Kolwesi niemals in die Hände der Angreifer fallen würde.
Der Großteil der nach Shaba entsandten Regierungssoldaten sowie auch die etwa 1500 nach Sahire verlegten marokkanischen Hilfstruppen liegen in Kolwesi zur Verteidigung der Stadt.
In dem Gespräch kündigte Mobutu indirekt gegen Aktionen zur Wiedereroberung der von den Invasoren eingenommenen Gebiete an, wollte jedoch keine weiteren Einzelheiten nennen.
USA Die Regierung Südafrikas ist nach Ansicht des amerikanischen UNO-Botschafters Young illegal.
In einem Interview für die Nachrichtenagentur Associated Press äußerte sich Young optimistisch über die Möglichkeiten für einen Machtwechsel in Südafrika.
Seine Haltung steht damit im Gegensatz zur Politik der früheren Regierung fort.
Bei Afrikadebatten in der Vollversammlung der Weltorganisation haben die USA in der Vergangenheit wiederholt gegen Entschließungen gestimmt, in denen Südafrika wegen seiner Rassentrennungspolitik verurteilt werden sollte.
Südafrika
In einer Rede vor dem Parlament hat Informationsminister Mulder die amerikanische Regierung beschuldigt, dem Streben der Sowjetunion nach größerem Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent tatenlos zuzusehen.
Mulder sagte, Südafrika habe genug davon, ständig wegen seiner Rassenpolitik kritisiert zu werden.
Andernfalls könnte sich sein Land eines Tages genötigt sehen, nach neuen Verbündeten Ausschau zu halten.
Sambia.
Die Bildung einer schwarzen Mehrheitsregierung in Rhodesien bis 1978 ist nach Ansicht des britischen Außenministers Owen möglich.
Unmittelbar nach seiner Ankunft in Lusaka erklärte Owen gestern Abend, innerhalb der kommenden drei Monate könnte eine gemeinsam von Großbritannien und den Vereinigten Staaten einberufene Verfassungskonferenz für Rhodesien zustande kommen.
Der britische Außenminister wird heute mit Präsident Kaunda zu Gesprächen über das Rhodesien-Problem zusammentreffen.
Dieses Thema hat Owen bereits mit den Staatsoberhäuptern Tansanias, Mosambikes, Südafrikas und Botswanas erörtert.
Israel.
Der Spitzenkandidat der Arbeiterpartei für die Parlamentswahl, Verteidigungsminister Peres, hat die Grundzüge seines Regierungsprogramms im Fall eines Wahlsieges bekannt gegeben.
Peres spricht sich für direkte Verhandlungen mit den arabischen Ländern aus, sieht dafür allerdings derzeit keine konkrete Möglichkeit.
Er lehnt ferner eine Rückkehr zu den Grenzen vor dem Juni 1967 und eine neue Teilung Jerusalems ab und betont, Gebietskonzessionen seien nur gerechtfertigt, wenn sie dauerhaften Frieden bringen.
Weiters deutet er die Absicht an, im Fall der Übernahme der Regierungsgeschäfte eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion anzustreben.
Brasilien.
Das Parlament tritt heute nach zweiwöchiger Beurlaubung zu einer Plenarsitzung zusammen.
Die Opposition hatte die geplante Justizreform zu Fall gebracht.
Die Regierung von Staatspräsident Geisel hat durch ein Paket politischer Reformen und Verfassungsänderungen ihre Machtposition gefestigt.
Die Maßnahmen sehen die indirekte Wahl der Gouverneure, ein Verbot der Wahlpropaganda im Rundfunk sowie die einfache Stimmenmehrheit bei Verfassungsänderungen vor.
Die Amtszeit des Staatspräsidenten wurde in Brasilien von fünf auf sechs Jahre verlängert.
Die Handlungsfreiheit der Opposition wird durch diese Maßnahmen drastisch eingeschränkt.
Schweden.
Das Parlament in Stockholm hat gestern ein neues Kernkraftgesetz verabschiedet.
Nach den Worten von Ministerpräsident Feldin hat es das Ziel, Schweden aus der Nukleargesellschaft herauszulösen.
Nach dem Gesetz müssen Kernkraftwerke, ehe sie in Betrieb genommen werden, akzeptable Pläne für die Wiederaufbereitung oder die sichere Lagerung nuklearer Abfallstoffe vorlegen.
Die Entscheidung, ob die Pläne ausreichend sind, kommt der Regierung zu.
Kommunisten und Sozialdemokraten haben gegen das Gesetz gestimmt.
Sie machen geltend, dass das Kabinett bereits jetzt in letzter Instanz über den Bau neuer Reaktoren entscheidet.
Frankreich.
Auf Schloss Rambouillet bei Paris begann heute unter Vorsitz von Staatspräsident Giscard d'Estaing eine Klausurtagung der Regierung, bei der Ministerpräsident Barr den angekündigten Aktionsplan für die kommenden zwölf Monate bis zu den Parlamentswahlen im Frühjahr 78 durch Diskussion stellen wird.
Die Kabinettsmitglieder wollen ferner die am 26.
April geplante Generaldebatte und Vertrauensfrage im Parlament besprechen.
Zur Debatte stehen auch außenpolitische Themen wie die Militärhilfe für Sahire.
Polen.
Die Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei haben gestern einen strafferen ideologischen Kurs beschlossen.
Parteichef Gierrek versicherte in einer Hörfunk- und Fernsehansprache, die Partei werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Aktivität ihrer Gegner entgegenstellen und sie vor der Bevölkerung demaskieren.
Bei der Sitzung ist das Zentralkomitee der Partei auf elf Mitglieder erweitert worden.
Österreich.
In der WIG-Halle in Oberlar, in Wien, findet heute eine Bürgermeisterkonferenz der SPÖ statt.
Dabei sollen vor allem kommunalpolitische Fragen erörtert werden.
So meinte etwa der Innsbrucker Politikwissenschaftler Professor Pellinger, die wachsende Komplexität der Kommunalpolitik steigere nicht nur das Interesse am lokalen Lebensbereich, sondern zwinge auch zu einer zunehmend bürgernahen Politik.
Gerade die Kommunalpolitik sei in den vergangenen Jahren nach den Worten Pellinkas zum zentralen Feld politischer Konflikte geworden.
Das waren die Meldungen, nun der Wetterbericht.
Die Kaltluftzufuhr aus Nordwesten hält vorerst weiter an.
Da sich das Ostatlantische Hoch allmählich gegen Westeuropa ausweitet, nimmt in weiterer Folge auch in unserem Raum die Niederschlagstätigkeit ab.
Wetteraussichten bis morgen früh.
Im Süden und Osten lokale Aufhellungen, sonst allgemein stark bewölkt oder bedeckt.
An der Alpen-Nordseite und im Alpenbereich gebietsweise Schneefall, im Flachland lokale Regen- oder Schneeschauer.
Mäßiger bis lebhafter Wind aus West bis Nord.
Nachmittagstemperaturen 2 bis 9 Grad, Tiefstemperaturen der kommenden Nacht minus 3 bis plus 4 Grad.
Und nun die Wetteraussichten für morgen Samstag.
Im Süden und Osten örtliche Aufhellungen, sonst jedoch immer noch stark bewölkt bis bedeckt.
Im Alpenbereich und am Nordrand der Gebirge gebietsweise Schneefall, sonst lokale Schauerbildungen.
Mäßiger bis lebhafter Nordwestwind.
Tageshöchsttemperaturen 3 bis 10 Grad.
Die Messwerte von 12 Uhr.
Wien stark bewölkt, 7°, Nordwestwind 15 km in der Stunde.
Eisenstadt stark bewölkt, 8°, Nordwind 15.
Linz stark bewölkt, Schnee, Regenschauer, 2°, Westwind 30.
Salzburg stark bewölkt, Schneeschauer, 2°, West 15.
Innsbruck stark bewölkt, 4°, Nordostwind 10 km.
Bregenz bedeckt, Schneeschauer 3°, Nordwestwind 3°, Graz stark bewölkt 8°, Nord 20° und Klagenfurt wolkig 8°, Westwind Geschwindigkeit 3 km in der Stunde.
Das also waren der Wetterbericht und die Weltnachrichten.
Zweieinhalb Minuten vor Viertel Eins ist es jetzt.
Der ORF ist neuerlich, zumindest was die Berichterstattung in den Zeitungen betrifft, in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geraten.
Nach der Ernennung des bisherigen Pressesekretärs von Justizminister Dr. Broder, Heinrich Keller, zum neuen ORF-Generalsekretär, haben sich gestern die Vorstände der beiden Großparteien mit dem Thema Rundfunk befasst.
Die SPÖ erklärte dabei, Keller sei von der ÖVP in verfassungswidriger Weise disqualifiziert worden und die Zeitungen hätten sich dieser Kampagne angeschlossen.
Die ÖVP sprach von Gesinnungsterror im ORF und kündigte die Ausarbeitung eines Entwurfs eines neuen Rundfunkgesetzes durch Mediensprecher Steinbauer an.
All diese Ereignisse finden heute auch ihren Niederschlag in den Kommentaren der Tageszeitungen, wobei auch Überlegungen über ein mögliches neues Rundfunkvolksbegehren angestellt werden.
Die Auszüge für unsere heutige Inlandspresse-Schau hat Hans Langsteiner zusammengestellt.
In den oberösterreichischen Nachrichten zieht Josef Laschober folgenden Schluss aus der Ernennung Heinrich Kellers zum neuen ORF-Generalsekretär.
Das ORF-Fass ist nun übergelaufen.
Mit der vollzogenen Installierung von Broda-Sekretär Keller zum neuen ORF-Generalsekretär bricht für die ÜVP endgültig die Welt eines unabhängigen ORF zusammen.
Aus dem Keller wird ein politisches Hochhaus.
So winzig nämlich dieser Anlass an sich anmutet, umso vehementer verkrallen sich nun SPÖ und ÖVP in Verteidigung und Angriff.
Kein Zweifel jedenfalls, die ORF-Front steht in hellen Flammen und ein offener Krieg ist ausgebrochen.
Ähnlich wie die oberösterreichischen Nachrichten beurteilt auch die Grazer Kleine Zeitung die Situation.
Im Leitartikel von Fritz Tschocklich heißt es zur Ernennung Kellers
Damit ist das Thema des ORF in seiner Gesamtheit aufgerollt.
Damit ist eine Lawine losgetreten, von der noch niemand sagen kann, in welche Richtung sie sich im Einzelnen bewegen wird.
Eins aber kann man schon heute vorhersagen.
Der SPÖ wird diese von Nervosität und Angst um die Macht bestimmte Linie nur Sympathien kosten.
Auch und gerade bei jenen Leuten, die als Kreisky-Wähler daran glaubten, dass sich die vom Kanzler immer wieder betonte Liberalität eines Tages auf die ganze Partei übertragen könnte.
Mehrere Blätter kommentieren heute auch die gestrige Ankündigung des SPÖ-Vorstandes, eine große Aufklärungsaktion über die heimische Mediensituation starten zu wollen.
So heißt es in einem Kurzkommentar in der Presse.
Wenn in der Öffentlichkeit über die Medien diskutiert werden sollte, wer kann etwas dagegen haben?
Was stört, ist der drohende Unterton.
Er legt in Schlussnahe, dass andere Strafmaßnahmen erwogen werden, etwa im Zusammenhang mit der Presseförderung.
Weil aber Presse mit Erpressung nur einen Teil des Lautbildes gemein hat, sollte man solche Ideen, sofern sie gehegt werden, möglichst schnell wieder vergessen, heißt es in der Presse.
Karl-Heinz Ritschl betitelt seinen Leitartikel in den Salzburger Nachrichten mit der Generalangriff.
Man liest, es ist für jede Partei legitim, danach zu trachten, dass sie bei künftigen Wahlen die Mehrheit erhalten kann.
Aber nicht alle Mittel sind zulässig.
Soll der ORF so ausgerichtet werden, dass er im nächsten Wahlkampf zu gebrauchen ist?
Sollen deshalb die unabhängigen Zeitungen liquidiert werden, weil sie die Regierung kritisieren und insgesamt unangenehmer sind als eine schwache Opposition?
Genau danach sieht der Generalangriff aus.
Nicht nur in den Salzburger Nachrichten, auch im ÖVP-Organ Neues Volksblatt wird auf die Haltung der SPÖ zu den Zeitungen eingegangen.
Walter Salzmann schreibt dort,
Sollte es zu einem von den Unabhängigen Zeitungen initiierten Volksbegehren gegen die ORF-Politik der SPÖ kommen, so stehen Österreich brisante politische Zeiten bevor.
Die Kampfansage gegen die Zeitungen nämlich, welche die sozialistische Korrespondenz letzte Woche mit ungewohnter Aggressivität gestartet hatte, schraubte der aus dem Osterurlaub heimgekehrte Bundeskanzler gestern noch um einige Nuancen höher.
Sollten, so Kreisky gegenüber einer Bundesländerzeitung, die Zeitungen eine Einheitsfront bilden, dann wird sich die SPÖ wehren und die Zeitungen bekämpfen.
Soweit das ÖVP-Organ Neues Volksblatt.
In der Tiroler Tageszeitung meint Hans Thür zum gleichen Thema.
Die sozialistischen Emotionen sind eine völlig unnötige Eskalation.
Sollten sie allerdings weitergeführt werden, dann könnte sich tatsächlich ein großer Teil der österreichischen Tagespresse gezwungen sehen, gemeinsam strategische Verteidigungsmaßnahmen zu überlegen, was doch kaum im Interesse der derzeitigen Regierung liegen könnte, da dies zu einer bis jetzt vermiedenen parteipolitischen, aber auch grundsätzlichen Polarisierung führen müsste.
Überlegungen über mögliche Folgen der jüngsten Vorgänge um den ORF werden nicht nur in der Tiroler Tageszeitung, sondern auch im Kurier angestellt.
Unter dem Titel, neue ORF-Reform ist notwendig, schreibt dort Peter Rabe.
In Wahrheit ist hier pures Machtspiel abgelaufen.
Kaltschneuzig inszeniert, kaltblütig durchgezogen, eindeutig gegen den Geist aller einschlägigen Gesetze.
Gesetze, die solches zulassen, vom Rundfunkgesetz bis zur Arbeitsverfassung, sind unbrauchbar.
Organisationen, die solches decken, von SPÖ bis zur Gewerkschaft, verdienen höchstes Misstrauen in ihre Aufrichtigkeit.
Personen, die solches inszenieren wie der ORF-Generalintendant, verdienen der nächsten Reform zum Opfer zu fallen.
Und die kommt bestimmt, egal auf wessen Anstoß, weil sie notwendig ist.
Nach dieser im Kurier wiedergegebenen Kritik an der Regierungspartei nun ein Blick in das sozialistische Zentralorgan Arbeiterzeitung.
Dort schreibt Manfred Scheuch Selten ist die Methode Haltet den Dieb mit solcher Unverfrorenheit angewendet worden wie vom gestrigen ÖVP-Bundesparteivorstand.
Die ÖVP verurteilt den Gesinnungsterror im ORF, hieß es da.
Und das nach einer Hexenjagd auf einen Einzelnen, wie sie Österreich schon lange nicht gesehen hat.
Und weiter heißt es?
Gesinnungsterror?
Soweit das in einer Demokratie überhaupt möglich ist, hat es sich hier geäußert.
Nach diesem Zitat aus der Sozialistischen Arbeiterzeitung nun noch ein Blick in die kommunistische Volkstimme.
Dort meint Lutz Holzinger,
Die Krokodilstränen der ÖVP in dieser Frage sind nicht recht glaubhaft.
Man muss sich nur an die Vorgangsweise dieser Partei in ORF-Belangen erinnern, als noch sie das Sagen hatte.
Bei sämtlichen ORF-Manövern der gegenwärtig im Parlament vertretenen Parteien ist es immer nur um den direkten parteipolitischen Einfluss gegangen, nie um die tatsächlichen Interessen der Radiohörer und Fernseher.
Zuletzt hörten sie einen Auszug aus der kommunistischen Volksstimme, verantwortlich für unsere heutige Inlandspresse scheust Hans Langsteiner.
Im Kurzentrum Oberla in Wien tagen heute und morgen sozialistische Bürgermeister und Vizebürgermeister.
Diese Konferenz ist die dritte in der Reihe angekündigter Großveranstaltungen der Sozialistischen Partei, die ja mit den Nebenerwerbsbauern begonnen hat und Ende vergangenen Monats mit einer Wirtschaftskonferenz in Linz fortgesetzt worden ist.
Wie bei der Regierungsklausur in Bad Kleinkirchheim Anfang des Jahres angekündigt, sollen noch eine Kultur- und eine Jugendkonferenz folgen.
Von der heutigen Veranstaltung, wie gesagt der Bürgermeistertagung in Wien, berichten Johannes Fischer und Markus Sommersacher.
Die Parteien entdecken die Kommunalpolitik, jene Form der Politik, die wohl am ehesten noch geeignet ist, den Bürger direkt anzusprechen und zu erreichen, jene Form aber auch, die vielleicht ein höheres Maß an Mitbestimmung des Einzelnen an politischen Entscheidungen auch außerhalb der Akte formaler Demokratie zulässt oder zulassen könnte.
Denn noch allzu verkümmert erscheint das Engagement des einzelnen Bürgers für seine unmittelbare Umgebung.
Zu vielen Angriffen der etablierten politischen Strukturen, gleich ob sie von links oder rechts gebildet werden, sind jene zarten Ansätze bürgerlich direkter Demokratie ausgesetzt, die sich etwa in Form von Bürgerinitiativen Ausdrucksformen erst suchen müssen.
An der Gemeinde, dem kleinsten überschaubaren Bereich des politischen Geschehens und im Weiteren auch jener politischen Kategorie von Öffentlichkeit, wird sich jede Erweiterung der Mitbestimmung des Bürgers auch an größerem messen und ermessen lassen.
Zielvorstellung nahezu aller Parteien und damit befassten Gremien, Zielvorstellung wohl, wenn auch in der Praxis, noch in weiter Ferne.
Den Bürger einzubinden in die politische Entscheidungsfindung, aber auch Gestaltung seiner direkten Umwelt sind nun beide Großparteien bemüht.
Die SPÖ heute hier auf ihrer kommunalpolitischen Konferenz, die ÖVP in einer ähnlichen Veranstaltung, die morgen abgeschlossen werden soll.
Leopold Graz, Bürgermeister Österreichs größter Kommune, wo die eben angeschnittenen Probleme wohl am größten auch sind, sprach von der Kommunalpolitik als einer Symbiose von Zukunftsvisionen für das bessere Leben der Bürger, wobei er aber gleichzeitig auf die bestehenden Probleme nicht vergessen werden dürfe.
Die Tatsache des Interesses an dieser heutigen Konferenz nennt die Graz einen Beweis für die Zusammenarbeit.
Bundeskanzler Kreisky als nächster Redner brachte Nostalgisches ins Gespräch.
Er erinnerte an die Großtaten des Roten Wien der frühen 30er und 40er Jahre dieses Jahrhunderts, als die Bundeshauptstadt tatsächlich führend an kommunalen Ideen und deren Verwirklichung war, die in ganz Europa auch Beachtung fanden.
Kreisky dann grundsätzlich, warum er der Kommunalpolitik so große Bedeutung beimesse.
Weil ich damit zeigen will,
dass die Kommunalpolitik, so wie wir sie verstehen, eine zutiefst sozialdemokratisch-programmatische Angelegenheit ist.
In der Gemeinde müssen wir beginnen, unsere großen Grundsätze zu verwirklichen, müssen sie sich im Kleinen bewähren.
Der Kanzler weiter, der Demokratisierungsprozess müsse weitergetrieben werden, auch schon deshalb wohl, um der Entfremdung des Menschen in der Arbeitswelt ein Gegengewicht entgegenzusetzen.
Der Kanzler schilderte dann die Planungsarbeit am Projekt Eichfeld-Murboden als ein Musterbeispiel sozialistischer Politik, wo tausende Arbeitsplätze geschaffen worden seien, ließ aber dann im Sinne der aktuellen Kampfansage der SPÖ an die Presse einen Seitenhieb an die Medien nicht aus.
Ich bedauere es nur zutiefst, dass ich Ihnen das alles hier erzählen muss.
Weil das hat die Presse zum großen Teil überhaupt nicht interessiert.
Von lauter Interesse für Keller und für andere haben sie an diese wichtigen Dinge, die für 10.000 in Österreich von großer Bedeutung sind, vergessen.
Das ist das Entscheidende.
Kommunalpolitik als Thema wissenschaftlicher Spartan stand im Mittelpunkt der auf Kreiskis Rede folgenden Referate von vier der SPÖ nahestehenden Wissenschaftlern.
So bezeichnete zum Beispiel der Vorstand des Instituts für Soziologie an der Universität Graz, Freisitzer, die Kommunalpolitik als Chance, die in Form von Modellversuchen genützt werden sollte.
In diesen Modellversuchen, meinte Freisitzer, sollten die Möglichkeiten direkter Beeinflussung der Entscheidungen gewählter Mandatare durch die Bevölkerung begreiflich gemacht werden.
Allerdings räumte der Referent ein, bleibe dabei die Frage offen, inwieweit diese Beeinflussung durch die Bevölkerung von den politischen Mandataren selbst bejaht werde.
Für Professor Matzner, den Verantwortlichen der Programmkommission der SPÖ, besteht die Hauptaufgabe der Gemeindepolitik der Zukunft darin, die Bevölkerung aufzuklären und zur Solidarität aufzurufen.
Solidarität in dem Sinne, bei zunehmender Freizeit Gemeinschaftsaufgaben mitzubetreuen und durch Steuern zu deren Finanzierung mit beizutragen.
Und ohne zusätzliche Steuern, Abgaben und Gebühren, betonte Matzner, werde das bisherige Leistungsniveau nicht aufrechterhalten werden können.
Der Politologe Professor Pellinker forderte eine bürgernähere Politik in der Gemeinde.
Auf der Ebene der lokalen Demokratie sollten neue Instrumente versucht werden, meinte Pellinker.
Eine Verkürzung der Amtsdauer und der Rotation von Kommunalpolitikern sei durchaus vorstellbar.
Pelinka warnte freilich davor, zu viele Erwartungen in Bürgerinitiativen zu setzen, da sie allzu oft ohnehin schon bevorzugte Interessen lediglich dramatisierten, wie er sagte, und zur Geltung brächten.
Der Linzer Finanzwissenschaftler Nowotny schließlich würdigte die Bedeutung, die Gemeinden bei der Schaffung und Erhaltung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen zukomme.
Es genüge jedoch nicht, Kommunalwirtschaft nur als örtliche Versorgungseinrichtungen zu sehen, warnte Nowotny.
Soweit eine kurze Zusammenfassung des Vormittagsprogramms bei der Bürgermeisterkonferenz der SPÖ hier in Wien-Oberla und damit wieder zurück zum Funkhaus.
Markus Sommersacher und Johannes Fischer berichteten.
Die medizinische Versorgung der Bevölkerung zählt zweifellos zu den wichtigsten Themen der öffentlichen Diskussion.
Und nun haben sich hier auch die Jungmediziner, Medizinstudenten und junge Ärzte mit ernsten Bedenken zu Wort gemeldet.
Die Situation ist ihrer Meinung nach vor allem durch drei Faktoren gekennzeichnet.
Es gibt zu wenig praktische Ärzte, es gibt zu wenig praktische Ausbildung im Studium und es gibt ihrer Ansicht nach noch immer keine neue Studienordnung für Mediziner, obwohl diese Studienordnung bereits seit 1974 fertiggestellt ist.
Die österreichische Hochschülerschaft hat heute zu diesem Thema eine Pressekonferenz veranstaltet.
Wilfried Seifert berichtet.
Vertrauen, so lautet eine oft zitierte medizinische Grundregel, Vertrauen zwischen Patient und Arzt ist wohl die wichtigste Voraussetzung für die Heilung.
Das Vertrauen muss in diesem Fall der Patient für das ärztliche Können aufbringen.
Nun, dieses Vertrauen haben offenbar etliche Ärzte selber nicht.
Nach einer Studie des Institutes für Allgemeinmedizin in Klagenfurt fühlen sich 57 Prozent der Turnusärzte nicht genügend für die Niederlassung als praktischer Arzt ausgebildet.
Turnusärzte sind Jungmediziner in der zielgeraden der Ausbildung, wenn sie nach Abschluss ihres Studiums und Graduierung zum Doktor der Medizin drei Jahre lang Dienst in den verschiedenen Fachbereichen der Spitäler versehen müssen, wodurch ihre Ausbildung zur ärztlichen Praxis abgeschlossen wird.
Worauf ist nun dieses mangelnde Vertrauen der jungen Ärzte in sich selbst zurückzuführen?
Der Vorsitzende der Studienabschnittsvertretung Klinik der Hochschulschaft an der Wiener Universität Reichl meint, Das heißt konkret, dass während des Studiums der Studierende zwar theoretisch gut ausgebildet wird, aber überhaupt nicht mit dem kranken Patienten konfrontiert wird.
Das führt dazu, dass die praktische Ausbildung letzten Endes der Turnus-Ausbildung vorbehalten bleibt, also jenen drei Jahren, wie sie im Gesetz vorgesehen sind, nach Vollendung des Studiums.
Und dass dadurch diese Turnus-Ausbildung tatsächlich dann verlängert wird, nämlich auf vier bis fünf Jahre, weil diese praktische Ausbildung eben in den drei Jahren nicht bewältigt werden kann.
Und selbst nach diesen 4 und 5 Jahren fühlt sich ein großer Prozentsatz nicht in der Lage, sich als praktischer Arzt irgendwo niederzulassen, wo er dann auf sich alleine gestellt ist.
Der mangelnde Kontakt des Studenten zum Kranken und zur Alltagspraxis des allgemeinen Mediziners führt auch dazu, dass das Interesse für diesen Beruf nachlässt.
Weniger als ein Drittel der graduierten Mediziner äußert den Wunsch, in die allgemeine Praxis zu gehen.
Alle anderen wollen Fachärzte werden.
Das führt dann unter anderem dazu, dass die österreichischen Ärzte in ihrer Struktur überaltert sind.
Mehr als ein Drittel ist in einem Alter, in dem der Durchschnitts-Österreich an die Pension denkt, nämlich über 60.
Kurzfristig fehlen also sicher praktische Ärzte.
Ein Mangel, der auch durch den Neubau zahlreicher Ambulatorien nicht ausgeglichen werden kann und sei es nur deswegen, weil auch Ambulatorien praktische Ärzte brauchen und weil die Bauzeit einfach zu lange wäre.
Wie berechtigt ist nun die Kritik der Studenten am medizinischen Ausbildungssystem.
Dr. Kaiser, Hochschulreferent der österreichischen Ärztekammer, hält das hierzulande praktizierte System Studium plus drei Jahre Thuranus für das beste ihm Bekannte.
In der Theorie zumindestens.
Die Praxis sei zu unterschiedlich, meint Dr. Kaiser.
Allerdings könnte das System in der Zukunft weniger gut wirken.
Es ist mir persönlich nicht bekannt, dass die Anwendung dieser Ärztenausbildungsordnung auf starke Kritik gestoßen ist.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass bei einem sehr starken Zustrom von Jungärzten in die Spitäler
und auch noch vom Formulanten in die Spitäler, die Möglichkeit, Krankheitsbilder zu sehen, sicherlich gewisse Krankheitsbilder zu sehen oder alle Krankheitsbilder zu sehen, die man sehen sollte, sicherlich schwieriger wird, als es bisher war.
Negative Aspekte sind neben den kurzfristig fehlenden praktischen Ärzten vor allem die lange Ausbildungszeit.
Denn nach im allgemeinen siebeneinhalb Jahren Studium absolviert der Jungmediziner nicht die gesetzlich vorgeschriebenen drei Jahre Turnus, sondern wie gesagt vier oder fünf Jahre.
Was erstens für den Betroffenen nicht sonderlich erfreulich ist und zweitens der Allgemeinheit viel Geld kostet.
Kurzfristig empfiehlt die Hochschülerschaft daher folgende Lösungsmöglichkeiten.
Erstens ehebaldiger Erlass der Studienordnung.
Im Rahmen des Studienplans ist dann vorgesehen, dass die Studierenden in Ordinationen von praktischen Ärzten formulieren können und dass ihnen das zum Teil angerechnet wird auf die vorgesehene Pflichtformulatur.
dass die Möglichkeiten geschaffen werden, um weitere Krankenhäuser in die praktische Ausbildung mit einzubeziehen und nach der Promotion, also im Bereich der Krankenhausausbildung, dass es hier zu einem einheitlichen Basisausbildungsprogramm kommt und dass auch die Voraussetzungen, die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden, dass Lehrassistenten den in Ausbildung stehenden zur Verfügung gestellt werden.
Sinn, wenn man will politischer Sinn, diese von den Studenten ausgelösten Diskussion ist es aber vor allem die Position des praktischen Arztes auf dem Umweg über eine bessere und praxisnähere Ausbildung zu stärken.
Das heißt also etwa Parteien oder Ministerien zu zwingen, eindeutig für den frei praktizierenden Arzt und gegen jede durchorganisierte staatliche medizinische Versorgung Stellung zu nehmen.
Österreichs junge Mediziner fühlen sich also ungenügend ausgebildet, nicht gerade beruhigend für die Patienten.
Wilfried Seifert berichtete über ein Forderungsprogramm der österreichischen Hochschülerschaft, wie diese Situation verbessert werden kann.
Eine Minute nach halb eins nun kurz ins Ausland.
Mehr als eine Woche ist seit dem Mord an den westdeutschen Generalbundesanwalt Siegfried Buback vergangen.
Und bisher, so scheint es, sind die Sicherheitsbehörden bei ihrer Fahndung nach den Mördern kaum weitergekommen.
Gesucht werden die drei Terroristen Christian Klar, Günther Sonnenberg und Knut Volkers.
Klar gilt als Fahrer des Motorrads, Sonnenberg soll die tödlichen Schüsse auf Bubak und seine Begleiter abgegeben haben und Volkers dürfte der vermutliche Lenker des Fluchtautos sein.
Gefahndet wird nach diesen Männern nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland.
Praktisch vom ersten Tag an hat man auch Alarm für Österreich, Frankreich, Schweden und Norwegen gegeben.
Hinweise in diesen Ländern haben sich allerdings bisher als nicht stichhaltig erwiesen.
Und alles in allem hat es den Anschein, als treten die westdeutschen Sicherheitsbehörden auf der Stelle.
Und dies obwohl, wie Justizminister und Innenminister mitteilten, praktisch alle verfügbaren Kräfte im Einsatz stünden.
In Westdeutschland jedenfalls wird langsam Kritik an der bisherigen Arbeit der Polizei laut.
Klaus Emmerich berichtet.
Da die Fahndung nach den Mördern des obersten Anklägers von Westdeutschland bis heute Mittag ohne greifbare Ergebnisse oder auch nur ohne eine als heiß zu bezeichnende Spur geblieben ist und stattdessen neue Aktivitäten der vermutlich beteiligten Terroristen bekannt werden, nämlich ein Banküberfall in Köln vom letzten Dienstag mit der Beute von umgerechnet 600.000 Schillingen,
Nachdem also die größte Suchaktion mit teilweise 40.000 westdeutschen Polizei- und Sicherheitsbeamten sowie Großfahndungen in Dänemark, in Norwegen, in Schweden und in Nordfrankreich ebenfalls keinerlei Hinweise auf die Mörder an Generalbundesanwalt Bubak erbrachten, beginnt sich in Bonn Kritik an der Fahndung bemerkbar zu machen.
Bundestagsabgeordnete aller Parteien äußern erstmals Zweifel an der organisatorischen, kriminaltechnischen und generalstaatsmäßigen Suche nach den Tätern und ihren Helfern.
Informierte Parlamentarier, die erklären, sich der Schwierigkeiten der Fahndung gegen Terroristen im Allgemeinen und gegen die Bubackmörder im Besonderen bewusst zu sein, kritisieren unter anderem.
Dass die sogenannte Ringfahndung, die wenige Minuten nach dem Mord vom Gründonnerstag in und um Karlsruhe ausgelöst wurde, allem Anschein nach nicht so lückenlos durchgeführt wurde, wie es zunächst schien.
Dass auf den Ausfallstraßen bei Karlsruhe nachweisbar nicht jedes Auto kontrolliert wurde, sondern vielfach nur jedes zweite.
dass Eisenbahnzüge in Südwestdeutschland nicht in die lückenlose Fahndung sofort einbezogen wurden, dass die sogenannte Terroristenszene in Nordrhein-Westfalen, wo der als vermuteter Anführer verhaftete Rechtsanwalt Haag über einen größeren Anhang von Helfern und Helfershelfern verfügen soll,
vor, vor allem nach dem Mord an Buback nicht schärfer observiert wurde, sodass vor drei Tagen der genannte Banküberfall in Köln möglicherweise von demselben Mann durchgeführt oder jedenfalls der daran beteiligt war, dem auch zur Last gelegt wurde, jenes japanische Motorrad in Düsseldorf besorgt zu haben, das für den Mord an Buback mitbenutzt wurde.
Schließlich sollen Hinweise von den Sicherheitsbehörden anderer westeuropäischer Länder über Reise- und Informationstätigkeit verdächtiger Personen von den westdeutschen Behörden in letzter Zeit nicht oder nur zögernd aufgenommen worden sein.
Außerdem machen Bundestagsabgeordnete aller Parteien sowohl dem Bundeskriminalamt als auch den Geheimdiensten fast ohne Einschränkungen zum Vorwurf, dass es ihnen bisher nicht gelungen sei, trotz jahrelangen Bemühungen mit Vertrauensleuten direkter an die Terroristenszene heranzukommen und frühzeitiger konkret und vor allem namentlich über Veränderungen der sogenannten Terroristenszene Informationen erlangt zu haben.
Die westdeutschen Sicherheitsbehörden weisen diese und ähnliche Kritik im vertrauten Gespräch zurück.
Sie glauben, das Mögliche getan und vielerlei Fehler nicht begangen zu haben.
Sie verweisen immer wieder auf den neuartigen Charakter der anarchistischen und terroristischen Tätigkeiten hin.
Viele bewährte kriminologische Methoden müssten da versagen.
Der Vorwurf aus Parlamentskreisen in Bonn, dass es doch hätte möglich sein müssen, Vertrauensleute unter die Terroristen einzuschleusen, wird ebenfalls als wenig sachdienlich und informiert weit von den Sicherheitsbehörden zurückbewiesen.
Bei so viel Ideologisierung, Politisierung und Gruppenbewusstsein mit Fixierungen auf Gewaltanwendung einschließlich Mord,
müssten nicht nur die klassischen Fahndungsmethoden infrage gestellt werden, sondern überhaupt jede polizeiliche Tätigkeit.
Deshalb fordern auch die Sicherheitsbehörden mehr Kompetenzen für sich im Rahmen der bestehenden Gesetze.
Das war Klaus Emmerich aus Bonn.
Eines ihrer wichtigsten Wahlversprechen wahrmachen will nun die schwedische bürgerliche Regierung.
Nicht zuletzt mit ihrem Programm gegen den weiteren Ausbau der Kernenergie hatte ja die bürgerliche Opposition die letzten Wahlen gewonnen.
Bis zur Stunde aber wartete man vergebens auf konkrete Maßnahmen.
Gestern nun hat das Parlament in Stockholm ein neues Kernkraftwerksgesetz verabschiedet, das nach den Worten von Ministerpräsident Veldin Schweden aus der Nukleargesellschaft herauslösen soll.
Der Ausbau weiterer Kernkraftwerke in Schweden soll nun erschwert werden.
Alles Nähere von Günther Grafenberger.
Der schwedische Reichstag hat vergangene Nacht mit 150 Stimmen der drei bürgerlichen Regierungsparteien gegen 128 der Sozialdemokraten und Kommunisten das sogenannte Bedingungsgesetz für Kernkraft angenommen.
Es bedeutet, dass diejenigen Unternehmen, die Kernkraftaggregate bauen, vertraglich verpflichtet werden, den Atommüll so zu verarbeiten, dass dabei die Bevölkerung keinen Strahlungsgefahren ausgesetzt wird.
Andernfalls dürfen keine neuen Reaktoren errichtet werden.
Falls die schwedische Atomindustrie nicht den Atommüll verarbeiten kann, muss sie die Regierung überzeugen, dass er zumindest auf viele Generationen hinaus sicher verwacht werden kann.
Den Kernkraftwerken wird andererseits Schadenersatz versprochen, wenn sie unter diesen Umständen die Reaktoren nicht in Betrieb nehmen oder sogar stilllegen.
Mit diesem Gesetz, das der sozialdemokratische Oppositionschef Olof Palme einen Rückfall in das Backstuben-Zeitalter nannte, wird Schweden nicht die im vergangenen Frühjahr vom Reichstag beschlossenen 13 Kernkraftwerke bauen, sondern es bleibt vermutlich bei insgesamt 10 Werken, wobei noch offen ist,
überhaupt aufgeladen werden.
Palme warf der bürgerlichen Dreiparteienregierung vor, mit taktischen Provisorien zu arbeiten, statt eine langsichtige Energiepolitik zu betreiben.
Dieses Taktieren habe dazu geführt, dass zwar eine Milliarde Kronen seit dem Machtwechsel im September zum Ausbau der Kernkraftwerke bereitgestellt wurde, gleichzeitig aber tausende von Arbeitern nicht wüssten, ob es sich überhaupt lohnt, weiterzumachen.
Das sogenannte Bedingungsgesetz stoppe nicht den Marsch ins Kernkraftzeitalter, sagte Palme.
Wenn dies das Ziel der Regierung sei, solle sie es klar und deutlich aussprechen und nicht mit der einen Hand geben, was sie mit der anderen wieder wegnimmt.
Milliarden von Steuergeldern würden auf diese Art und Weise auf den Müllhaufen geworfen.
Schweden mit seiner fortschrittlichen Industrie dürfe nicht sie bisher zu 70 Prozent vom Öl abhängen, weil es dann als allianzfreies Land zu verwundbar sei.
Außerdem
Öl und Kohle wesentlich zur Umweltverschmutzung beitragen.
Selbst ein Sprecher der Konservativen, die also mit in der Regierung sitzen, musste in der Debatte zugeben, dass sich die Auffassung seiner Partei mehr mit der der sozialdemokratischen Opposition deckt als mit der der anderen Koalitionsbrüder.
Die unabhängige Zeitung Dagens-Nyhütter bezeichnet den Parlamentsbeschluss als einen klugen dritten Weg.
Den Bau der Kernkraftwerke ganz einfach einzustellen, hätte große Arbeitslosigkeit bedeutet.
Sie aber in raschem Tempo weiterzubauen, solange die Sicherheitsfrage nicht gelöst ist, wäre unverantwortlich gegenüber der Bevölkerung gewesen.
So fahre man in dieser Frage nun als dritte Möglichkeit zwar im ersten Gang weiter, trete aber ab und an auf die Bremse.
Ob allerdings damit endlich Burgfriede in dieser Frage unter den so uneinigen drei Koalitionsparteien eingetreten ist, steht auf einem anderen Blatt.
Das konservative Svenska Dabert hofft jedenfalls,
das nun die Regierungszeit gewonnen hat, bis zu den nächsten Wahlen im Herbst 1979 die ganze Frage Atomenergie in Ruhe zu überdenken, wenn ihr nun Oppositionsführer Olof Palme diese Ruhepause gewährt.
Wer ihn vergangene Nacht hörte, kann kaum daran glauben.
Denn Schweden braucht mehr als nur zehn bereits arbeitende oder im Bau befindliche Atomwerke, wenn es einen Energiebedarf stecken will.
Diese 10 Werke reichen nach den Worten von Professor Gösta Agrénios als Fachmann in der gestrigen Atomdebatte des Reichstagers nur, ich zitiere, um allenfalls den Popo notdürftig zuzudecken.
Soviel zur neuen Kernenergiepolitik in Schweden.
Ein anderes europäisches Land, Frankreich, hat auf dem Nuklearsektor bereits vor mehr als 15 Jahren von sich reden gemacht, nämlich als die französische Regierung ein eigenständiges atomares Verteidigungskonzept entworfen hat, die Force de Frappe.
Frankreich ist aber auch auf dem zivilen Sektor atomare Führungsmacht geblieben.
In der Technologie von Kernkraftwerken einschließlich Wiederaufbereitung von Prelle-Elementen des gesamten Brennstoffkreislaufs haben die Franzosen einen nicht unbeträchtlichen Vorsprung in Europa.
Das Zentrum der nuklearen Entwicklung in Frankreich liegt in der Nähe von Avignon.
Die Fabrik heißt MAKUL.
Herbert Hutter berichtet über das französische Reaktorzentrum.
Marcoule ist nicht einmal ein Dorf, der Name steht nur für eine Nuklearfabrik.
Rund 30 Kilometer nördlich von Avignon, der Papstresidenz aus dem späten Mittelalter, erzeugen die Franzosen alles, was man sich an radioaktiven Produkten vorstellen kann.
In insgesamt fünf verschiedenen Kernreaktoren stellt man Kobaltpatronen für medizinische Zwecke her, Plutonium für zivile und militärische Zwecke und sozusagen als Abfallprodukt auch elektrischen Strom.
In Frankreich ist man nicht zimperlich, wenn man über den Zweck der Nuklearanlage Markul spricht.
Der größte Produktionszweig ist Plutonium und Tritium, beides Sprengstoffe für Atombomben.
Das ungefähr 170 Hektar umfassende Areal ist die Basis für die Force de Frappe, das eigenständige nukleare Verteidigungsprogramm Frankreichs.
Seit 1958 versucht man dort aber auch nicht nur auf dem militärischen Sektor vom Ausland unabhängig zu werden.
Die verschiedenen Reaktortypen umfassen sämtliche Anwendungsmöglichkeiten der Kerntechnik.
Produkte für die Medizin, Strahlenquellen für die Industrie und elektrischer Strom sind ein zusätzliches Geschäft, das die Bilanz des Tochterunternehmens, des staatlichen Kommissariats der Energieatomik, aufbessert.
Die Herstellung von Plutonium, Brennstoff für Kernkraftwerke und Sprengstoff für Bomben ist ein komplizierter chemischer Prozess.
In Formeln ist es relativ leicht auszudrücken, wie aus Uran Plutonium wird.
Schwierig wird es in der Praxis, denn Plutonium ist einer der giftigsten Stoffe, die existieren, noch dazu stark radioaktiv.
Beispielsweise ein Ventil für Flüssigkeiten oder Gase ist in einer herkömmlichen Fabrik die normalste Sache der Welt.
In einer nuklearen Anlage wird das zum technischen Problem.
Denn im Falle einer Störung muss die fragliche Stelle binnen 30 Sekunden erreichbar sein, die Reparaturarbeit dürfte eine Minute nicht überschreiten und in weiteren 30 Sekunden muss der Techniker das Gebäude wieder verlassen haben.
Wird dieser strenge Zeitplan nicht eingehalten, so muss man schwere gesundheitliche Schäden befürchten.
Markul ist aber auch eine Wiederaufbereitungsanlage.
Abgebrannte Brennelemente aus französischen Kernkraftwerken werden zunächst in kleine Stücke zerhackt und dann in einem komplizierten chemischen Prozess in flüssige Form gebracht.
Aus dieser Flüssigkeit entstehen dann Uran und Plutonium, also wieder Brennstoffe, und die sogenannten radioaktiven Abfälle.
Die radioaktiven Abfallstoffe werden in Glasblöcke eingegossen, nachdem man sie wieder in feste Form gebracht hat.
Die Glasblöcke werden in etwa 50 cm hohe Stahlzylinder eingeschlossen, die ihrerseits mit einer dünnen Bleischicht ausgekleidet sind.
Blei schirmt die radioaktive Strahlung ab.
Man denkt daran, bei der industriellen, also bei der wirtschaftlichen Anwendung, Stahlzylinder von ungefähr 1,5 m Länge und 40 cm Durchmesser herzustellen.
Die Lagerung selbst ist noch nicht gelöst, die radioaktiven Abfälle, ebenso Plutonium, werden auf dem Fabriksgelände gelagert.
Die Möglichkeiten der endgültigen Lagerung wird auch in Frankreich erst untersucht.
Um die nukleare Palette abzurunden, haben die Franzosen in Marcoule auch einen sogenannten schnellen Brüter gebaut.
Er hat den Namen Phoenix.
Diese Reaktortype dient der Stromerzeugung und hat die Eigenheit, mehr spaltbare Stoffe zu erzeugen, als vorher eingebracht worden sind.
Der wirtschaftliche Vorteil liegt darin, dass Uran als Brennstoff im Schnellenbrüter wesentlich besser ausgenutzt wird als in herkömmlichen Kernkraftwerken.
Andererseits entsteht jedoch Plutonium, also Sprengstoff für Atombomben.
Dies hat letztlich den amerikanischen Präsidenten Carter dazu bewogen, in den Vereinigten Staaten die Entwicklung des Schnellenbrüters zu stoppen.
In Frankreich allerdings kümmert man sich um die Sorgen der Regierung in Washington wenig.
Nach wie vor ist das Ziel der französischen Atompolitik möglichst unabhängig zu sein und zwar sowohl im militärischen Bereich als auch auf dem Energiesektor.
Wenn amerikanische Firmen in den nächsten Jahren also nicht die nächste Generation der Kernreaktoren anbieten können, wird wahrscheinlich Frankreich das große Geschäft mit den schnellen Brüdern machen.
Herbert Hutter berichtete über das französische Reaktorzentrum MAKUL bei Avignon.
Unter großem Werbeaufwand wird in China ab heute der fünfte Band der gesammelten Werke des verstorbenen Parteivorsitzenden Mao Zedong zum Verkauf angeboten.
Aus diesem Grund werden in Hörfunk und Fernsehen Sonderprogramme ausgestrahlt.
Außerdem wird die Bevölkerung in öffentlichen Veranstaltungen auf die Neuerscheinung aufmerksam gemacht.
Übrigens ist das Buch von einem Ausschuss und der Parteichef Hua Kuo-Feng herausgegeben worden.
Der neue Mao-Band soll in der Rekordauflage von 15 Millionen Exemplaren auf dem Markt erscheinen.
Das Zentralkomitee der KP hat bereits eine Massenbewegung zum Studium des neuen Mao-Buches angekündigt.
So gesehen wird es auf jeden Fall ein Bestseller.
Hans-Joachim Wartmann berichtet aus Peking.
und es gibt es natürlich im Augenblick nur in chinesischer Sprache.
Es sollen ja insgesamt 200 Millionen, in Klammern 200 Millionen Exemplare, allein hier in China verteilt werden und anschließend
soll das Buch, das wir hier, das neue rote Buch getauft haben, soll es in alle Weltsprachen übersetzt werden.
Und man hat selbst die Blinden nicht vergessen, es wird auch in Blindenschrift erscheinen.
Es wird drei verschiedene Ausgaben geben.
Es gibt also eine Ausgabe, wie man hier sagt, für die Landbevölkerung.
Ich glaube, dass sich das weniger auf die Aufmachung bezieht,
auf den Inhalt dieses Buches.
Es gibt dann ein Paperback und dann gibt es auch eine Deluxe-Ausgabe.
Die Deluxe-Ausgabe ist hier auch schon zu haben.
Es ist natürlich nicht ein rotes Buch wie während der Kulturrevolution.
Der Buchumschlag ist braun und zeigt das Bildnis des verstorbenen Parteivorsitzenden.
Dieses Buch ist zunächst einmal dazu bestimmt,
alle Spekulationen zu dementieren, nach denen der Vorsitzende Mao vom Sockel gestoßen werden soll.
Mit anderen Worten, es hat ja immer wieder Gerüchte gegeben, die wissen wollten, dass in China jetzt die Entmaoisierung begonnen hat.
wie das vor einigen Jahrzehnten einmal im Zusammenhang mit Stalin der Fall war.
Die chinesische Führung, d.h.
der Nachfolger im Amtsuhrgefängen, möchte damit natürlich zunächst einmal dokumentieren, dass das Mausoleum, in das der Leichnam Maos am 1.
Juli hier in Tekin gelegt werden soll, nicht nur sowas ähnliches wie ein Lippenbekenntnis sein soll.
Dieses Buch,
soll dokumentieren, dass die philosophischen Grundprinzipien des Maoismus auch in Zukunft der Leitfaden für alle Lebensbereiche des 900 Millionen Volkes bleiben.
Über das neue Mao-Buch, soeben in Peking erschienen, berichtete Hans-Joachim Warkmann.
Zwei Minuten nach dreiviertel eins ist es jetzt.
In einem Hotel im Wienerwald erholt sich gegenwärtig der ausgebürgerte sowjetische Arzt jüdischer Abstammung, Dr. Michael Stern, von den strapazen jahrelanger Aufenthalte in russischen Gefangenenlager.
Dazu wurde er verurteilt, weil er sich dagegen gewährt hat, dass seine Söhne die Ausreise nach Israel verweigert werden sollte.
Offiziell hieß es, Stern habe Patienten erpresst und sich an ihnen bereichert.
Er selbst bezeichnet diese Anschuldigungen der sowjetischen Behörden als logerne Erfindungen, um an ihm ein Beispiel zu statuieren und die Ausreisewelle aus der Sowjetunion zu bremsen.
Michael Stern kam dann nach einer Odyssee von Gefangenenlager zu Gefangenenlager endlich doch frei.
Seine Söhne durften allerdings schon vor ihm ausreisen und haben für seine Freilassung vom Westen aus gekämpft.
Auch Bundeskanzler Kreisky hat schließlich für den inhaftierten Arzt interveniert.
Und all diese Bemühungen hatten nun doch Erfolg.
Dr. Stern ist seit Anfang der Woche in Österreich.
Ein 56-jähriger Mann, gesundheitlich gebrochen.
Ferdinand Hennerbichler sprach mit ihm über sein Schicksal.
Herr Dr. Michael Stern, vor etwa vier Wochen sind Sie noch in einem russischen Gefangenenlager gesessen.
Wie schaut es dort aus?
Was haben Sie erlebt?
Wie geht es dazu?
Ich erinnere mich mit Schrecken an die Jahre, die ich in den sowjetischen Lagern verbracht habe.
Ich habe nur durch ein Wunder überlebt.
Ich fühle mich physisch nicht sehr stark, aber ich glaube, dass es sich nicht auszahlt, über Details aus diesem Lager zu sprechen.
Alles, was man tun muss, um menschliche Werte zu ernähren,
Alles was man einem Häftling tun kann, der aus politischen oder aus nationalen Gründen verfolgt wird, indem man versucht ihn moralisch und physisch zu unterdrücken, mit dem Hunger, mit dem Lager, mit der Einsamkeit, das hat man dort gemacht.
Ich möchte nur ein interessantes Detail aus meinem letzten Monat im Lager erzählen.
Am 7.
Februar, weil ich über die Zensur einen Brief an meine Frau geschrieben hatte, der den Behörden nicht gefiel, ich schrieb ihr nur einige Zeilen über das Lager, dass man hier nicht leben konnte, dass man in Uniform gehen musste, dass alles furchtbar war.
Und deswegen hat der Major dieses Lagers, der ein Sadist war, er heißt Major Proschkin, er hat mich in den Karzer gesperrt.
Mich einen alten, kranken Mann, einen Arzt, der mit seiner langjährigen ärztlichen Tätigkeit tausenden Menschen das Leben gerettet hatte, mich hat also in den Katzer gesperrt auf einem eisernen, nackten Bett, ohne Leintücher, ohne Polster, ohne Matratzen, ohne Decke,
Wieso ich nicht gestorben bin, das verstehe ich bis heute nicht.
Das, was mich am Leben erhalten hat, war der Glaube an meine Söhne und an meine Frau und an die Leute, die mir helfen und an die Leute, die an mich glaubten und dass ich irgendwann einmal wieder den Duft der Freiheit verspüren werde.
Herr Dr. Stern, dass Sie im Westen jetzt sind, dass Sie in Österreich sind, verdanken Sie nicht zuletzt Interventionsversuchen aus dem Westen.
Glauben Sie, dass es nützlich ist und einen Sinn hat, dass sich der Westen, wie es im Augenblick etwas stärker zu sein scheint, für die Bürgerrechtskämpfer, für die Dissidenten im Ostblock engagiert?
Oder glauben Sie, dass dieses Engagement nur die Lage der Menschen in diesen Ostblockländern verschlimmert?
meine Entschließung, die genau unter dieser enormen,
Das Beispiel meiner Befreiung, die ja gerade das Resultat dieser großen Kampagne im Westen war, zeigt, dass die großen Bemühungen sehr wohl helfen und im Gegenteil, dass man diese Bemühungen auch verstärken muss, dass man die Kampagne für die Leute im Ostblock und vor allem für die Leute in der Sowjetunion, die sogar nach sowjetischem Recht ein Recht haben auszureisen, um sich mit ihrer Familie zu verbinden, dass man diesen Leuten damit sehr wohl sehr viel helfen kann.
Dieses Gespräch führte Ferdinand Tenerbichler und hier gleich noch ein Programmhinweis auf drüben das Osteuropa Magazin des aktuellen Dienstes.
Es bringt heute Abend unter anderem folgende Themen.
Ungarn, das Theater lebt.
Jugoslawien, Partisaninnen und ihre Töchter.
Was ist aus den alten Kämpferinnen von einst geworden?
Wie sind ihre Töchter?
Und Polen, das Warschauer Schloss ist endlich aufgebaut.
Heute Abend also drüben das Osteuropa Magazin des aktuellen Dienstes.
20 Uhr bis 21 Uhr im Programm Österreich eins.
Wir haben jetzt noch Zeit für einen Kulturbericht.
Nach der Schließung des Kärntner-Tor-Theaters im Sommer 1976 war neben Hans Grazers Werkstatt auch das Ensemble um Dieter Haspel plötzlich ohne Spielstätte.
Im Herbst des vergangenen Jahres fand die Truppe dann kurzfristig im Künstlerhaus eine Heimstatt, wo Goldones venezianische Zwillinge aufgeführt wurden.
Weniger Glück hatte das Ensemble-Theater dann mit der zweiten Produktion dieses Jahres mit einer Inszenierung von Bert Brechts Turandot durch Dieter Haspel.
In einer ehemaligen Garage im 7.
Wiener Gemeindebezirk schien man einen idealen Spielraum gefunden zu haben.
Leider zerschlug sich dieses Projekt kurz vor der geplanten Premiere, da die Garage anderweitig vermietet wurde.
Nun hat sich aber doch eine Möglichkeit gefunden, die fertige Inszenierung der Öffentlichkeit zu zeigen.
Walter Gellert sprach darüber heute Vormittag bei einer Pressekonferenz mit Dieter Haspel.
Herr Haspel, es hat sich nun doch eine Möglichkeit ergeben, die Produktion von Turandot der Öffentlichkeit zu zeigen.
Wie ist es dazu gekommen, dass die Öffentlichkeit dieses Stück und diese Inszenierung doch noch sehen kann?
Wir haben nach langer Probenzeit einige Testvorstellungen gemacht im Dramatischen Zentrum und sind der Meinung, dass die Produktion soweit abgeschlossen ist, dass sie in die Öffentlichkeit gehört.
Und da wir momentan keine Möglichkeit sehen, sie in Wien zu zeigen, haben wir aus eigener Initiative und mit Privatkrediten eine Tournee ins Leben gerufen, die uns durch die ganzen Bundesländer führen wird und auch nach München und Lichtenstein.
Wie viele Vorstellungen sind da geplant?
Nachdem das sehr kurzfristig von uns geplant werden musste, konnten wir uns nur so nach den Tagen richten, die man uns noch zur Verfügung stellen konnte.
Aber als Beispiel herausgenommen, wir beginnen am Montag, Dienstag in Eisenstadt, also am 18. und 19.
Also haben wir zwei Vorstellungen und spielen dann Donnerstag, Freitag anschließend in Graz.
und werden dann circa zwölf bis vierzehn Tage in München spielen und die anderen Termine liegen dann immer so in jeder Bundeshauptstadt so um zwei Termine, ein Termin, drei Termine.
Diese Tournee mit Hilfe von Privatkrediten auf die Beine zu bringen bedeutet auch eine ziemliche finanzielle Belastung für das Ensemble, was sich ja vielleicht in weiterer Form auf andere Inszenierungen auswirken könnte.
Wir haben versucht uns natürlich auch in dieser Tournee abzusprechen und es passt sehr gut in die Konzeption, die auch der Herr Bundesminister Sinovac seinerzeit vorgeschlagen hat, dass man eben Produktionen in die Bundesländer bringt und in den Bundesländern vorstellt und ich kann mir schon vorstellen, dass wir da gut auskommen werden mit dem Ministerium für Unterricht.
Wie weit das auf andere Inszenierungen
also vorausgreifende Folgen haben wird.
Das kann man momentan noch nicht abschätzen.
Nur konnten wir feststellen, dass der Ruf, den das Kärntner Theater hatte und das Ensemble im Speziellen, sehr gut ist und wir auch für Herbst bereits Termine bekommen haben, wo wir dann andere Produktionen vorstellen könnten.
Eine Möglichkeit, diese Produktion der Turandot in Wien zu zeigen, besteht nicht.
Wir verhandeln natürlich auch in Wien weiter mit verschiedenen Stellen um doch noch eine Aufführungsserie in Wien.
machen zu können, nur sind die Verhandlungen noch nicht so weit, dass man konkret darüber sprechen könnte.
Die Erfahrungen mit dieser Produktion, beziehungsweise mit den Umständen, die dazu geführt haben, dass es beinahe nicht zu einer Aufführung gekommen wäre, haben doch sicherlich auch einen Einfluss auf die Planung des Ensembles in Bezug auf einen festen Spielort.
Zunächst hat es ja geheißen, nach der Schließung des Kärntner Tors, das Ensemble möchte sich als ambulantes Unternehmen
in Wien betätigen und da hat es also, wie man ja gesehen hat, ziemliche Schwierigkeiten gegeben.
Die Schwierigkeit ist hauptsächlich dadurch gegeben, durch die Vorschriften, also durch die baupolizeilichen Vorschriften.
Wir hätten das an sich ganz gerne, dass man ab Herbst einmal die
das kleine Konzerthaus, so quasi als ruhenden Pol.
Und wir hätten uns vorstellen können, dass man größere Produktionen dann in verschiedenen Räumen vorstellt.
Mir hat sich herausgestellt, dass die Vorschriften so eng und straff angewendet werden, dass man kaum eine Möglichkeit hat, hier flexibel zu sein.
Das bedeutet, wir werden weitersuchen, um ein Objekt zu finden, wo wir diese Produktionen machen können.
Das Gespräch führte Walter Gelert und der Genzin zu diesen Informationen.
Durch Dieter Haspel war heute Mittag noch zu erfahren, dass Burgtheaterdirektor Achim Wenning das Ensembletheater eingeladen hat, Turandot vom 5. bis 7.
Juni im Wiener Akademietheater zu spielen.
Zwei Minuten vor 13 Uhr, wir schließen das Mittagschanal mit Kurzmeldungen.
Österreich.
Bundeskanzler Kreisky sagte bei der Eröffnung der SPÖ-Bürgermeisterkonferenz in Wien, man müsse ein höheres Maß an Mitbestimmung herbeiführen, die Menschen sollten die Möglichkeiten des Demokratisierungsprozesses stärker als bisher wahrnehmen.
Der Wiener Bürgermeister Graz betonte, es bedürfe der Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft, um die kommunalen Aufgaben zu lösen.
Gemeindefunktionäre hätten die Aufgabe, sich sowohl mit den Visionen der Zukunft als auch mit den Aufgaben von heute zu beschäftigen.
Schweden Das Parlament in Stockholm hat ein neues Kernkraftgesetz verabschiedet.
Demnach müssen Kernkraftwerke vor Inbetriebnahme Pläne für die Wiederaufbereitung oder die sichere Lagerung nuklearer Abfallstoffe vorlegen.
Spanien Die Regierung ist am Vormittag zu Beratungen über die Situation nach der Legalisierung der kommunistischen Partei zusammengetreten.
Das Kabinett wird sich unter anderem mit den Protesten der Militärs befassen.
Ein weiteres Thema dürfte die wachsende Streitquelle in Spanien sein.
Frankreich.
Auf Schloss Rambouillet bei Paris begann heute unter Vorsitz von Präsident Giscard d'Estaing eine Klausurtagung der Regierung.
Ministerpräsident Barr will den angekündigten Aktionsplan für die kommenden zwölf Monate bis zu den Parlamentswahlen im Frühjahr 1978 vorlegen.
Am 26.
April wird das Parlament darüber eine Generaldebatte abhalten.
Polen.
Die Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei haben einen strafferen ideologischen Kurs beschlossen.
Parteichef Gjerek betonte, die Partei werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Aktivitäten ihrer Feinde entgegenstellen.
Mit diesen Kurzmeldungen, meine Damen und Herren, haben wir wenige Sekunden vor 13 Uhr das Mittagsschanal geschlossen.
Die Redaktion meldet sich wieder um 18.15 Uhr im Programm Österreich 1 mit dem Abendschanal.
Interview: Dr. Stern
Mitwirkende:
Hennerbichler, Ferdinand [Gestaltung]
, Stern, Michael [Interviewte/r]
, Scholl, Susanne [Übersetzer/in/Dolmetscher/in]
Datum:
1977.04.15 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
;
Politik
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 70er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten