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Transkripte
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Die bereitgestellten Transkripte werden mittels einer KI basierten Software erstellt. Die Transkripte ersetzen nicht die Arbeit mit den Originalquellen. Die Transkripte werden keiner inhaltlichen Bewertung oder Bearbeitung unterzogen und dienen vor allem der wissenschaftlichen Recherche sowie einer besseren Durchsuchbarkeit der Audio- und Videodokumente.
Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
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KI-generiertes Transkript
Guten Tag meine Damen und Herren, Redakteur im Studio des Mittagsjournals ist Edgar Sterbens.
Kurz ein Blick auf die wichtigsten Punkte unseres Programms.
Gestrige Gasexplosionskatastrophe auf Campingplatz an der spanischen Mittelmeerküste fordert bisher mehr als 100 Todesopfer.
Mindestens 100 Schwerverletzte schweben in Lebensgefahr.
Salzburger Landeselektrizitätsgesellschaft stellt Beitragszahlungen für das Atomkraftwerk Zwentendorf ein.
Österreich und Jugoslawien wollen für eine bessere Abwicklung des internationalen Transitverkehrs weitere Grenzübergänge ausbauen.
Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen empfiehlt, österreichische Gewerbebetriebe sollen ihre Exporttätigkeit steigern.
Analyse der Ausgangspositionen für die heute beginnenden amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen über eine Begrenzung der strategischen Rüstung
Europäische Gemeinschaft erstellt neues Programm zur Sicherung der Arbeitsplätze in der EG Stahlindustrie sowie Salzburger Veranstaltungsreihe Szene der Jugend wird morgen eröffnet.
Zunächst jedoch hören Sie die neuesten Nachrichten.
Für Sie verantwortlicher Chef vom Dienst ist Georg Schalk-Ruber, Sprecherin Annemarie Bertet.
Spanien.
Auf dem Campingplatz bei San Carlos de la Rapita im Süden der Provinz Tarragona an der spanischen Mittelmeerküste sind bis heute früh nach der gestrigen Gasexplosionskatastrophe mehr als 100 Todesopfer geborgen worden.
Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass das Unglück mehr als 200 Menschenleben fordern wird.
Das Innenministerium in Madrid hat nämlich mitgeteilt, dass von den insgesamt 123 Schwerverletzten nach Überzeugung der Ärzte nur etwa 10 gerettet werden könnten.
Die übrigen würden mit Sicherheit ihren schweren Verbrennungen erliegen, musste das Innenministerium bekannt geben.
Die Katastrophe ereignete sich gestern in den frühen Nachmittagstunden.
Ein mit mehr als 40 Kubikmetern Flüssiggas beladener Tankwagen kam vermutlich infolge überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab.
Die Ladung explodierte.
Die Wucht der Detonation schleuderte zahlreiche Menschen, teilweise hunderte Meter durch die Luft, manche von ihnen sogar ins Meer.
Hinzu kam eine Art Feuersturm.
Augenzeugen sprachen von einer Situation wie nach dem Abwurf einer Atombombe.
Auch viele Flüssiggasbehälter auf dem Campingplatz barsten.
Kurze Zeit danach liefen groß angelegte Hilfsmaßnahmen an.
Hunderte Spanier stellten sich als Blutspender zur Verfügung.
Privatautos wurden für den Krankentransport requiriert.
Hilfsflugzeuge aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Schweiz trafen ein.
Auch französische Ärzte wurden in die Provinz gebracht.
Die Toten, noch konnten nicht alle identifiziert werden, sind Touristen aus Frankreich, aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Belgien.
Nach bisher vorliegenden Meldungen sind keine Österreicher von der Katastrophe betroffen.
Wie verschiedene Agenturen berichten, stoßen heute Tourismusversicherungen auf Schwierigkeiten mit den spanischen Behörden, wenn sie ihren Verträgen gemäß die Verletzten in ihre Heimatländer ausfliegen wollen.
Die Behörden sollen die Evakuierung der Schwerverletzten gleichsam verboten haben.
Als Begründung wird angeblich angegeben, die Krankenhausinfrastruktur des Landes sei ausreichend, um eine Behandlung aller Verletzten zu ermöglichen.
Auch erst die kritische Stimmen über die Rettungsmaßnahmen sind laut geworden.
Angeblich behaupten Augenzeugen, die Mannschaften seien erst zwei Stunden nach der Katastrophe eingetroffen.
Weiters soll der Campingplatz überbelegt gewesen sein.
Auch der Transport gefährlicher Güter auf Straßen, die durch Feriengebiete führen, wird neulich diskutiert.
USA, Schweiz, Sowjetunion.
In Genf haben heute Gespräche zwischen den Außenministern der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, Vance und Gromyko, begangen.
Wichtigstes Thema ist die Salt-Problematik.
Die Verhandlungen werden aber völlig von der Diskussion um die derzeitigen Prozesse gegen Bürgerrechtskämpfe in der Sowjetunion überschattet.
Vance wird Gromyko eine Botschaft vom Präsidenten Kato übergeben, in der sich dieser besorgt und empört über die Verfahren in Moskau und Kaluga, äußert.
Beide Verfahren werden heute fortgesetzt.
Es ist dies der dritte Verhandlungstag.
Im Prozess gegen den Computerspezialisten Schastaransky wird die Öffentlichkeit heute Nachmittag möglicherweise wieder zugelassen.
Im Zusammenhang mit diesen Prozessen, die vielfach mit jenen der Stalin-Zeit verglichen worden sind, macht sich in einflussreichen politischen Kreisen in den Vereinigten Staaten immer mehr eine antisowjetische Stimmung breit.
Der Senat hat gestern eine Resolution verabschiedet, in der die Verletzung von Menschenrechten in der UdSSR angeprangert wird.
Weiters wird der Regierung in Washington vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die Prozesse interveniert zu haben.
Diese Resolution wird demnächst im Repräsentantenhaus erörtert und wahrscheinlich auch dort gebilligt werden.
Einzelne Senatoren haben verlangt, dass Außenminister Vance aus Genf zurückberufen werde, sobald er die Botschaft Carthus an Gromyko übergeben hat.
Weiters fordert der prominente Senator Jackson, dass amerikanische Technologie, im Besonderen eine Computeranlage für die Nachrichtenagentur TASS, derzeit nicht an die Sowjetunion geliefert werden sollte.
Der amerikanische UNO-Botschafter Young erklärte in einem Interview, dass die französische linksgerichtete Zeitung Le Martin veröffentlicht, auch in den USA gebe es seiner Ansicht nach Hunderte, vielleicht sogar Tausende politische Gefangene.
Er selbst sei vor zehn Jahren in Atlanta vor Gericht gestellt worden, weil er eine Protestbewegung gegründet hatte, berichtete Young.
Die Prozesse gegen Scharanski und Ginsburg seien eine Geste der Unabhängigkeit der sowjetischen Führung, bedeuteten aber keine Unterbrechung der Verhandlungen mit den USA, meint UNO-Botschafter Young.
Österreich, Ägypten.
Der ägyptische Staatspräsident Sadat, derzeit zu einem Aufenthalt auf Schloss Fuschl bei Salzburg, hat durch seinen Pressesprecher eine Erklärung herausgeben lassen, in der es heißt, Ägypten sei bereit, nach Abschluss eines Nahost-Friedens-Abkommens normale diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen.
Dies ist eine erste offizielle Reaktion Sadats auf das am Montag in Wien veröffentlichte Nahost-Papier der Sozialistischen Internationale.
Insbesondere begrüßt Sadat die darin enthaltene Stellungnahme zur Palästinenser-Frage.
Weiters wiederholt Sadat die ägyptische Auslegung der UNO-Resolution 242, die, wie in der Sadat-Erklärung formuliert wird, eindeutig die Unzulässigkeit der gewaltsamen Besetzung der Gebiete anderer Völker feststelle.
Ägyptische Zeitungen, darunter die halbamtliche Zeitung Al-Ahram und das Blatt Al-Khabar schreiben heute, Sadat hoffe, sich mit dem israelischen Oppositionsführer Peres aufgrund Elemente für eine Friedenslösung zu verständigen und damit den israelischen Ministerpräsidenten Begin zu zwingen, seine harte Haltung zu enden.
Spanien
Im Baskenland haben die am Wochenende ausgebrochenen Spannungen einen neuen Höhepunkt erreicht.
Nachdem gestern in San Sebastian wieder ein junger Mann bei Zusammenstößen mit der Polizei ums Leben gekommen war, errichteten Demonstranten in zahlreichen baskischen Städten Barrikaden.
San Sebastian ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten.
Der Grenzübergang von Frankreich nach Nordspanien zwischen Onday und Irung ist wegen zahlreicher Straßensperren auf spanischer Seite praktisch unpassierbar.
Auf die Eisenbahnlinie zwischen San Sebastian und der französischen Grenze ist heute ein Sprengstoffanschlag verübt worden.
Die Schienen wurden zerstört.
Verletzt wurde niemand.
China.
Partei- und Regierungschef Hua Kuo-Feng hat in einer Rede vor chinesischen Finanz- und Handelsexperten scharfe Kritik an der chinesischen Wirtschaft geübt.
Seit der Zerschlagung der Viererbande habe sich die Wirtschaft, die damals am Rande des Abgrundes stand, zwar stetig erholt, formulierte Hua Kuo-Feng, es gebe jedoch nicht den geringsten Anlass zur Selbstgefälligkeit.
Niedrige Produktivität, schlechte Qualität, hohe Produktionskosten und dürftige Erträge seien in den meisten Betrieben vorzufinden.
Die Industrieproduktion stieg nach den Angaben von Huo Kuo-Feng in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 24 Prozent.
Demnach verzeichnete vor allem die Stahlproduktion einen kräftigen Anstieg.
Dennoch arbeiteten viele Betriebe mit großem Defizit, meinte der Partei- und Regierungschef.
Huo Kuo-Feng hat die Rede am Freitag gehalten.
Sie ist jetzt von der amtlichen Nachrichtenagentur Neues China veröffentlicht worden.
Jugoslawien
Bei den gestern in Belgrad aufgenommenen Gesprächen zwischen Innenminister Lanz und seinem Ressortkollegen Herlewitsch stehen die Beschleunigung der Zollabfertigung an den Grenzen, der Ausbau von vier Grenzübergängen für den internationalen Verkehr sowie die Bekämpfung von Terrorismus und Rauschgiftschmuggel im Mittelpunkt.
Beide Minister bezeichneten ihre Gespräche als wichtigen Beitrag zur Festigung der österreichisch-jugoslawischen Beziehungen.
Österreich, Italien.
Die Situation an den Grenzübergängen Brenner, Törl, Maglern und Siljan ist derzeit nach wie vor unverendet.
Italienische Lkw blockieren auf italienischer Seite den Lastkraftwagenverkehr.
In Österreich kommt es vielfach bedingt durch abgestellte Mehrtonner zu Verkehrsstauungen.
Der grenzüberschreitende Reiseverkehr ist nicht behindert.
Das waren die Meldungen.
Und nun zum Wetter.
Die Wetterlage.
Bei geringen Druck- und Störungsunterschieden herrscht im Alpenraum schwacher Hochdruckeinfluss.
Die flache Druckverteilung begünstigt aber die Bildung lokaler Gewitter.
Die Wetteraussichten bis morgen früh unterschiedlich, vielfach auch aufgelockert, bewölkt oder heite.
Am Nachmittag gebietsweise starke Quellbewölkung und lokale Schauer oder Gewitter.
Allgemein windig.
Nachmittagstemperaturen 19 bis 26 Grad.
Frühtemperaturen morgen 9 bis 15 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen.
Am Morgen Bewölkungsreste von Nachtgewittern.
Nach deren Auflösung allgemein wechselnd wolkig, gebietsweise auch heite.
In der zweiten Tageshälfte erneut Ausbildung lokaler Gewitter und Schauer.
Schwachwindig.
Tageshöchsttemperaturen 20 bis 28 Grad.
Die Messwerte von 12 Uhr.
Wien stark bewölkt, 24 Grad, Westwind 5 km in der Stunde.
Eisenstadt stark bewölkt, 25 Grad, Nordost 5.
Linz heite, 24 Grad, Westwind 10 km in der Stunde.
Salzburg heite, 24 Grad, Windstille.
Innsbruck wolkig, 22 Grad Windstille.
Bregenz wolkig, 21 Grad Südostwind, 5 km in der Stunde.
Graz wolkig, 24 Grad Windstille.
Und Klagenfurt?
Heute 22 Grad Südostwind, 3.
Soweit der Wetterbericht und die Nachrichten im Mittagsjournal.
Ein Blick auf die Uhr.
In einer halben Minute ist es 12.12 Uhr.
Eine der makabren Visionen im modernen Tourismus ist gestern Nachmittag Wirklichkeit geworden.
Ein mit Flüssiggas gefüllter Tankwagenlastzug kam auf Höhe eines Campingplatzes bei San Carlos de la Rapita an der spanischen Mittelmeerküste von der Straße ab und explodierte mitsamt den auf dem dichtbevölkerten Campingplatz gelagerten Butangasflaschen.
Wie Augenzeugen berichteten, liegt die Situation auf dem Unglücksort, der nach dem Abwurf einer Atombombe.
Vorläufige Bilanz der Katastrophe, mindestens 100 Tote und mehr als 100 Schwerverletzte, von denen die meisten in Lebensgefahr schweben.
Unser Spanien-Korrespondent Robert Gerhardt informiert.
Die explodierte Gasladung trieb wie ein Feuerball über den Campingplatz von Los Alfates bei Tarragona an der spanischen Costa Dorada.
Für die dort anwesenden Touristen gab es keine Rettung.
Das hereinbrechende Flammenmeer überrollte und verbrannte die hilflosen Feriengäste.
Viele der jetzt über 100 zur Stunde in der Kleinstadt Tortosa bei Tarragona aufgebahrten Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit zerkohlt.
Von ihnen blieben nur noch schwarzgebrannte Knochenreste und Asche.
Für die aus allen Teilen Spaniens, aber auch aus Frankreich und der Bundesrepublik dabeigehaltenen Rettungsmannschaften ist es daher auch bis jetzt nicht möglich, eine genaue Zahl und die Nationalität der im Feuersturm verbrannten Personen festzustellen.
Vor ein paar Minuten nannte der Zivilgouverneur von Pamplona die Zahl von 108 Toten und mindestens 123 Verletzten, davon etwa 50 so schwer, dass mit ihrer Rettung kaum noch gerechnet werden kann.
Die Mehrzahl der Verletzten hat Verbrennungen zwischen 80 und 90 Prozent.
Die Haut wurde diesen in die Krankenhäuser von Barcelona, Valencia, Castellón und Tarragón mit Hubschraubern und Notarztwagen eingelieferten Touristen vom Körper gerettet.
Ständig starben einige der Schwerverletzten.
Zu den Gästen auf dem Campingplatz zählen vor allem Franzosen, Deutsche, Belgier, Schweizer und Holländer.
Nur etwa 10 Prozent waren Spanier.
Der Zeltplatz, über den gestern Mittag 14.30 Uhr spanische Zeit das fantastische Inferno hereinbrach, war nur für 260 Personen vorgesehen.
Zum Tag der Tragödie war er mit über 1.000 Personen belegt.
Viele der Gäste hatten ihre Dokumente noch nicht zur Registrierung abgegeben.
Auch das macht die Angabe von genauen Daten für das Rettungskomitee so schwierig.
Die deutschen Konsulatsbeamten von Barcelona und Valencia sehen sich noch nicht in der Lage, genaue Daten über Tote, mögliche Tote, anzugeben.
Verletzte deutsche Touristen werden 30 genannt, Unverletzte eben 40.
Dazu kommt, dass einige Personen von der Explosionswelle in das gegenüber dem Campingplatz gelegene Mittelmeer geschleudert wurden.
Die Rettungsmannschaften auf dem Zeltplatz, der an Bilder von Hiroshima erinnert,
vermuten unter den ausgebrannten Autowracks und verblühten Zeltgestehenen noch mindestens 20 bis fast zur Auflösung verbrannte Leichen.
Verwirrung und Nervosität dauern an, wenngleich die dabeigeheilten Hilfsmannschaften alles tun, um Klarheit zu schaffen.
Inzwischen sind viele Familienangehörige in die Leichenhalle von Tortosa und in den großen Krankenhäusern an der Costa Dorada geeilt.
Ihnen fällt die schmerzlichste und dramatischste aller menschlichen Aufgaben zu.
Sie müssen ihre Angehörigen identifizieren oder den Verletzten Mut zusprechen.
Der spanische Rundfunk, der allerdings noch immer Schlagermusik spielt, gibt inzwischen stündlich die Rufnummern von Rettungszentren in Tarragona und Tortosa durch, wo besorgte Angehörige um Rat fragen können.
Außerdem werden die Touristen über Rundfunk aufgefordert, in ihren Heimatländern anzurufen, um die quälende Ungewissheit der Angehörigen zu bannen.
Mittlerweile wurden die ersten transportfähigen Verletzten mit kleinen Sondemaschinen von Tarragona und Valencia aus in ihre Heimatorte geflogen.
Sie sind dem Inferno entkommen.
Aus Spanien hörten Sie Robert Gerhardt.
Eine Minute nach Viertel Eins nun zur innenpolitischen Berichterstattung.
Gegen Ende der ÖVP-Alleinregierungszeit, und zwar genau am 10.
Februar 1970, ist mit einer damals neuen gesellschaftsrechtlichen Konstruktion die Gemeinschaftskernkraftwerk Tullner Feldgesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet worden.
Neu war damals vor allem der Gedanke, dass jeder Partner über seinen Anteil am Atomkraftwerksprojekt im Rahmen des technisch Möglichen und des wirtschaftlich Vertretbaren so verfügen sollte, als wäre es sein eigenes Kraftwerk.
Auch die Finanzierung sollte nach dem Verhältnis der Beteiligung am 300 Millionen Schilling Stammkapital erfolgen.
Am Projekt Zwentendorf sind demnach beteiligt.
Die Verbundgesellschaft mit 50% und sieben Landeselektrizitätsgesellschaften mit Anteilen zwischen 13,34% etwa für die Tiroler Tiwag und 1,67% für die Vorarlberger VKW.
Politisch gesehen sind das also der Verbundkonzern, für den die Bundesregierung zuständig ist, ein Bundesland mit SPÖ-Mehrheit, nämlich Kärnten und sechs Bundesländer mit ÖVP-Mehrheit.
Nicht beteiligt sind die Landeselektrizitätsgesellschaften der mit SPÖ-Mehrheit regierten Bundesländer Wien und Burgenland.
Salzburg, dessen Elektrizitätsgesellschaft SAVE mit 2,5 Prozent den zweitkleinsten Anteil an Zwentendorf hat, hat nun vorerst die Zahlungen für dieses Jahr eingestellt, wie Werner Mück vom Landestudio Salzburg berichtet.
Salzburgs Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer hat also in der Gesellschaftsversammlung der Energiegesellschaft des Landes, der SAFE, gestützt auf die Zweidrittelmehrheit des Landes Salzburg den Beschluss durchgesetzt, die vertraglich vereinbarten Zahlungen für den Bau des Kernkraftwerkes in Zwentendorf vorerst zu sistieren.
Die SAFE wird daher ihren Jahresbeitrag 1978
in Höhe von 29 Millionen Schilling ebenso wenig leisten wie den Beitrag von 12 Millionen Schilling für die Vorarbeiten am 2.
Kernkraftwerk in St.
Pantaleon.
Dieser Beschluss erstreckt sich bis zum November.
Nach der Volksabstimmung über den Einsatz der Keinenergie wird die Gesellschaft der Versammlung der SAFE weitere Beschlüsse fassen.
Diese Gesellschaft der Versammlung besteht nur aus zwei Personen, nämlich dem Salzburger Landeshauptmann und dem Vertreter der oberösterreichischen Energielandesgesellschaft OKA, dem Landeshauptmannstellvertreter Friedl.
Seitens der Sozialisten wurde die Haltung Haslauers als beispielloser Alleingang und als Vertragsbruch bezeichnet.
Die Sozialisten weisen darauf hin, dass andere Landesgesellschaften, wie eben die oberösterreichische OKA, anstandslos ihre vertraglichen Verpflichtungen erfülle.
Salzburgs SPÖ-Landesparteiobmann, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Herbert Moritz meinte, dass der Ausgang der Volksabstimmung keinerlei Einfluss auf die vertraglichen Verpflichtungen der SAFE habe.
Der Beschluss der SAFE und hiermit die Haltung Haslauers schaffen der Gesellschaft lediglich Schwierigkeiten.
Bisher hat Salzburgs Landeselektrizitätsgesellschaft für den Bau des Kernkraftwerkes Zwentendorf 137 Millionen Schilling geleistet.
Weitere 19,7 Millionen hat die SAFE bereits für die Vorbereitung des zweiten Kernkraftwerkes St.
Gontalion überwiesen.
Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer begründet seinen Schritt folgendermaßen.
Ich habe korrekterweise am Beginn
der Beratungen im Arbeitsausschuss mitgeteilt, dass ich es in der gegenwärtigen Situation für nicht verantwortlich halte, erhebliche Leistungen, und zwar immerhin 29 Millionen Schilling in diesem Jahr für das Kernkraftwerk in Zwentendorf und 12 Millionen Schilling für das zweite Gemeinschaftskernkraftwerk in Stein bereitzustellen, jetzt zu bezahlen,
wenn man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht weiß, ob es überhaupt zur Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerkes kommt.
Ich habe das auch heute erklärt, dass nunmehr in der ganzen Frage der Atomproblematik zwei Ebenen zu sehen sind.
Die zivilrechtliche Ebene, bestimmt durch Verträge, die vor Jahren schon geschlossen worden sind,
und eine staatspolitische Ebene, die nunmehr dekretiert wurde durch den Nationalrat mit der Beschlussfassung eines eigenen Volksabstimmungsgesetzes.
Natürlich kann dieses Gesetz über die Durchführung einer Volksabstimmung keineswegs unmittelbare zivilrechtliche Verträge außer Kraft setzen.
Aber ich meine, dass in der gegenwärtigen Situation dieser staatspolitische Akt, die Bevölkerung aufzurufen, zu entscheiden, ob das Atomkraftwerk in Betrieb genommen werden soll oder nicht,
zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedenfalls die vertraglichen Verpflichtungen überdeckt.
Und ich vertrete als Vertreter des Landes in der SAFE die Auffassung, dass die Bevölkerung unseres Bundeslandes wenig Verständnis hätte, wenn unsere Energieversorgungsgesellschaft in diesem Jahr ungefähr 41 Millionen Schilling jetzt aufwenden würde, für einen Zweck, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht feststellt.
Kann man Ihre Haltung jetzt auch so interpretieren, dass Ihr vorläufiges Nein zu diesen Zahlungen auch eine Art Wahlempfehlung für die Volksabstimmung sein kann?
Nein, das beleibe ich nicht.
Damit ist überhaupt keine, das habe ich auch heute erklärt, keine parteitaktische Überlegung verbunden.
Es geht mir nur darum, dass man nicht der Volksabstimmung und der Entscheidung der Bevölkerung, zu der das Parlament mehrheitlich aufgerufen hat, vorgreifen darf.
und es ist kein Alleingang von mir.
Ich bin der alleinige Vertreter des Landes in der Gesellschaft der Versammlung und die Verantwortung dafür kann man niemand abnehmen und im Sinne dieser Verantwortung habe ich daher im Interesse der Salzburger Bevölkerung eine Sistierung, also nur einen Aufschub
der Zahlungen der SAFE, bis das Ergebnis der Volksabstimmung vorliegt, beantragt.
Das wurde vom Vertreter der OKA abgelehnt, aber mit dem Gesellschaftskapital, das das Land hat, wir haben bekanntlich zwei Drittel des Gesellschaftsvermögens in der Hand, wurde dann mein Antrag mehrstimmig angenommen.
soweit diese Stellungnahme des Salzburger Landeshauptmannes Haslauer zur Einstellung der Beitragszahlungen durch die Salzburger Elektrizitätsgesellschaft für das Atomkraftwerk zwenden darf.
Reporter in diesem Beitrag war Werner Mück.
Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat heute eine Studie über kurz- und langfristige Fragen der Zahlungsbilanz veröffentlicht.
Die österreichische Zahlungsbilanz leidet bekanntlich an Schwindsucht und ihr Defizit ist erst seit Beginn dieses Jahres nämlich mit dem Einsetzen relativ drastischer Maßnahmen zur Importbeschränkung und zur Exportförderung etwas geringer geworden.
Der Trend zu einer Vergrößerung des Zahlungsbilanzdefizits beherrscht aber nach wie vor die Wirtschaftspolitik.
Wie man diese Probleme im paritätisch zusammengesetzten Wirtschafts- und Sozialbeirat sieht und welche Lösungen man vorschlägt, erfahren Sie von Hans Adler.
Der Beirat heißt in seiner Studie die Hartwährungspolitik, die Österreich bisher verfolgt hat, gut und erinnert eigentlich nur daran, dass man sich nicht sklavisch an die teuersten Währungen, gemeint sind natürlich die D-Mark und der Schweizer Franken, halten sollte.
Es wird darauf hingewiesen, dass Stabilität der Löhne und Preise in Österreich entscheidend für die Konkurrenzfähigkeit österreichischer Waren und Dienstleistungen im Ausland sind.
Hier aber liegen die Schwierigkeiten, denn die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen dem, was Österreich an Waren und Dienstleistungen einführt und ausführt, ist so negativ, dass der Weg in ernsthafte Schwierigkeiten führt, wenn man ihn nicht rasch ändert.
Und der Beirat sieht drei große Bereiche, in denen Änderungen möglich sind.
Das sind der Export von Waren, der Fremdenverkehr als Export einer Dienstleistung und der Import von Energie in jeder Form, also Gas,
Öl, Kohle und Strom.
Der Beirat empfiehlt unter anderem verstärkte Zusammenarbeit zwischen Handel und Produktion im Export und Diplomkaufmann Joachim Lame, Geschäftsführer des Beirates, erklärt, wie das gemeint ist.
Klein- und Mittelbetriebe sind oft nicht in der Lage, aus betriebswirtschaftlichen und kostenmäßigen Gründen eigene Exportabteilungen aufzubauen.
Sie müssten daher verstärkt ihre Exporte über Handelsfirmen durchführen können.
wobei auch die Kooperation kleiner und mittlerer Erzeugerbetriebe im Export zu einer Verstärkung der Exporttätigkeit führen könnte.
Hat Österreich eigentlich überhaupt einen Exporthandel, der dort tätig ist, wo heute die Exporte eigentlich hingehen sollten?
Aus, ich möchte fast sagen, traditionellen Gründen ist der österreichische Export sehr stark auf Europa und damit auch sehr stark auf die österreichischen Nachbarländer konzentriert.
Überseeexporthandelshäuser, wie sie beispielsweise andere Staaten
schon seit langem haben, hat Österreich eigentlich nie besessen.
Punkt 2 nun in der Beiratsstudie ist der Fremdenverkehr.
Preisanpassungen an das Publikum, das billige Angebote sucht, empfiehlt der Beirat.
Die wichtigsten Förderungsmaßnahmen aber sowohl der öffentlichen Hand als auch der Kreditinstitute gehen in Richtung von Qualitätsverbesserungen und sind natürlich mit Preiserhöhungen verbunden.
Heißt also nun die Empfehlung der Studie, man sollte nicht versuchen Qualität in einem Ramschladen zu verkaufen.
Nein, ich glaube, in diese Richtung kann die Empfehlung des Beirats nicht interpretiert werden.
Es sollte selbstverständlich der Fremdenverkehr nach wie vor trachten, einen sogenannten Qualitätstourismus zu erreichen.
Nur ist aufgrund der spezifischen sozialen Schichtung unseres Publikums
es durchaus erfolgversprechend, dieses Publikum durch relative Verbilligungen, sei es jetzt in der Zwischensaison oder durch relative Verbilligungen in bestimmten Regionen stärker für Österreich zu interessieren.
Und schließlich der Punkt Energie.
Was empfiehlt der Beirat in diesem Bereich?
Eine Verbesserung der
Zahlungsbilanz durch eine Reduzierung von Energieimporten bzw.
ein geringeres Steigen der Energieimporte ist sicher nur möglich, wenn eine höhere Energieaufbringung aus inländischen Quellen möglich ist, eine höhere Energieaufbringung als wir sie bisher angenommen haben und wenn zusätzliche Maßnahmen zu einem rationellen Energieeinsatz ergriffen werden.
Eine höhere Energieaufbringung könnte beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Kleinkraftwerken erreicht werden, die derzeit durch gewisse administrative Hemmnisse eher wenig Energie ins öffentliche Netz einspeisen.
Was uns aber auch wesentlich erscheint, sind Maßnahmen, die
die Normen beispielsweise bei Bauten im Sinne eines sparsamen Energieeinsatzes beeinflussen würden.
wäre natürlich auch die Förderung der Anwendung moderner Technologien, wie Wärmepumpen oder Solarkollektoren.
Und in diesem Zusammenhang wird es sicher erforderlich sein, energiesparende Investitionen auch durch steuerliche und kreditpolitische Maßnahmen zu fördern, beziehungsweise entsprechende technologische Projekte im Rahmen der Forschungsförderung mit einer besonderen Priorität zu versehen.
So gesehen ist die Beiratsstudie also insgesamt natürlich nicht gerade eine Aufforderung zur Revolutionierung der Wirtschaft.
Aber sie ist eine wichtige Erinnerung an das Notwendige.
Das war ein Beitrag von Hans Adler.
Und wir werfen nun einen Blick in die heutigen österreichischen Tageszeitungen.
Die Inlandspresse-Schau wurde von Erich Eichinger zusammengestellt.
Das Bemühen, eine internationale Lösung für das Lkw-Steuerproblem zu finden, ist heute das Hauptthema der innenpolitischen Kommentare in den österreichischen Tageszeitungen.
In der sozialistischen Grazer Neuen Zeit schreibt Paul Fritz, Allmählich kommt die Diskussion über die Straßenbenutzungsgebühr wieder in das Fahrwasser, in das sie gehört.
Es geht ja nicht darum, einen Berufsstand zu schröpfen.
Es geht darum, dass es den Österreichern nicht ewig zugemutet werden kann, die Kosten für die Transportwünsche Mitteleuropas und Südeuropas zu übernehmen.
Die, die durchfahren, sollen auch etwas für die Straße beitragen, auf der sie fahren.
Einerseits durch einen direkten Beitrag und andererseits dadurch, dass sie verhalten werden, Treibstoff in Österreich zu kaufen, der ja mit einer Straßensteuer versehen ist, und nicht mit billigem ausländischem Treibstoff aus dem Osten nur durchzufahren.
Aus ähnlichen Erwägungen hat etwa die Schweiz den Verkehrsstrom schwerer Europa-Lkw ebenfalls umgelenkt.
Allerdings auf eine etwas andere Weise.
Sie verhängte eine Gewichtsbeschränkung für Lkw und führte ein Nachtfahrverbot ein.
Würde Österreich das gleiche machen, dann müssten die Fernfrechter Rallye-Cross durch die GSSR und Ungarn fahren und dort würde eine gewaltige Schröpfung nicht lange auf sich warten lassen.
Daraus lässt sich bereits ersehen, wie international das Problem eigentlich ist.
Nur, die internationalen Mühlen mahlen langsam, wenn überhaupt ohne Anstoß.
Es ist nur zu hoffen, dass der mutwillige Politwirbel um die LKW-Abgabe wenigstens dazu gut war, die Mühlen in Bewegung zu bringen.
Die Presse meint?
Die Genugtuung ist keine ungetrübte.
diskutieren, dass die LKW-Blockade an Österreichs Grenzen auch nachträglich noch allerlei Wirkung zeigt.
Sogar wenn man sich einreden lässt, die internationalen Bemühungen unserer Regierung um eine europäische Wegkostenlösung seien immer schon auf Hochtouren gelaufen, staunt der Beobachter doch über die offensichtliche Steigerungsfähigkeit hochtouriger Politik.
Politikeranstrengungen.
Und jenseits der blockierten Grenzen scheint man nun plötzlich einzusehen, dass ein Transitland wie Österreich nicht achselzuckend seinem teuren Straßenbauschicksal überlassen werden kann.
Es ist eine Ironie der Politik.
Die zweifellos illegale, notgeborene, gegen die Regierung gerichtete Aktion könnte geradezu von derselben Regierung initiiert worden sein, um das halsstarrige Ausland zum Einlenken zu bewegen.
Und es ist eine Ironie der Sprache.
Die Blockade bringt Dinge in Fluss.
Aber für den, der rechtsstaatlich denkt, bleibt die Genugtuung über die Schubkraft von Gesetzwidrigkeiten, wie gesagt, eine getrübte.
In der kommunistischen Volkstimme liest man,
Eine andere Frage ist, was die Regierung nun im Stadium der Internationalisierung der Österreich-Blockade zu unternehmen gedenkt.
Von der notwendigen europäischen Einigung reden, wenn Strauß und Unternehmerfreunde spucken?
Wäre ganz nett, wenn sich der Regierungschef wirklich einmal darum kümmern könnte.
Auch wenn Pseudo-Weltpolitik fürs Image besser ist.
Im Salzburger Volksblatt führt Rudolf Messer aus,
Auch unser derzeit mit Nahost-Diplomatie ziemlich in Beschlag genommener Bundeskanzler Bruno Kreisky sieht nun eine internationale Dimension.
Nur bei einer gesamteuropäischen Einigung über Straßenbenutzungsgebühren würde er bereit sein, diese LKW-Steuer abzuändern.
Einer europäischen Lösung, bei der, wie Kreisky richtig betonte, auch die Oststaaten mitmachen müssten.
Solange aber der Osten im kalten Kleinkrieg versucht, dem Westen mit Dumpingpreisen ins Geschäft zu pfuschen, um damit die leeren Devisenkassen aufzubessern, bleibt eine solche Einigung trügerische Hoffnung.
Kreiskis Bemühungen, um eine gesamteuropäische Lösung in allen Ehren, aber bis es soweit ist, wird noch viel Wasser die Donau hinabfließen und werden geplagte Zöllner noch millionenfach mit Maßstäben in fremden Tanks herumzustochern haben.
Das war die Inlandspresseschau heute zusammengestellt von Erich Eichinger.
Unter dem Eindruck der Lkw-Blockaden an Österreichs Grenzen finden derzeit in Belgrad Gespräche zwischen dem österreichischen Innenminister Lanz und seinem jugoslawischen Ressortkollegen Herlewitz statt.
Wichtigste Themen sind unter anderem die Beschleunigung der Zollabfertigung an den Grenzen und der Ausbau von Grenzübergängern.
Allgemein wird erwartet, dass im kommenden Jahr mehrere österreichisch-jugoslawische Grenzübergänge so weit ausgebaut werden, dass sie auch für den internationalen Transitverkehr geöffnet werden können.
Dazu Gustav Kalupa aus Belgrad.
Die Staatsgrenzen zwischen Österreich und Jugoslawien sollen durchlässiger werden.
Belgras hat den seit Jahren auf dem Tisch liegenden österreichischen Vorschlag zur Internationalisierung von vier zwischenstaatlichen Grenzübergangstellen der Steiermark jetzt aufgegriffen.
Morek, Langek, Sichelsdorf und der Radlpass.
sollen auch für den internationalen Grenzverkehr geöffnet werden, um die großen Durchzugsstraßen von West nach Südost zu entlasten.
Dass Belgien sich hierzu jetzt grundsätzlich unter dem Eindruck der LKW-Blockade entschlossen hätte, kann kaum angenommen werden.
Es scheint auch mehr als eine verkehrspolitische Entscheidung, die während des Besuches des österreichischen Innenministers Lanz in Belgien getroffen wurde, den sein jugoslawischer Gastgeber Generaloberst Franjo Herlevic in einer Tischrede als Beitrag zur allgemeinen Festigung der Beziehungen
zwischen beiden Nachbarstaaten würdigte.
Nun, Belgrad hätte das früher haben können, da es vor zwei Jahren den damaligen österreichischen Innenminister kurzfristig um Verschiebung des Besuches gebeten hatte.
Jetzt ist Belgrad an einem Dialog mit Wien wiedergelegen, selbst unter Ausklammerung von Komplexen, in denen die Meinungen nach wie vor weit auseinandergehen.
Aber man hat sicherlich in der üblichen Tour d'Horizon auch Punkte berührt, die nicht ins Ressort der Innenminister fallen.
Ein wesentliches Thema stellte der internationale Terrorismus und die grenzüberschreitende Kriminalität.
Während letzterer im Rahmen der Interpol durch enge und, wie es heißt, unbürokratische Zusammenarbeiterdienststellen bei den Staaten reibungslos funktioniert und beachtliche Erfolge aufzuweisen hat, so bei der internationalen Suchtgiftbekämpfung und Unterbindung der Transportwege von Nahost nach Mitteleuropa, bedarf die Bekämpfung des internationalen Terrorismus einer Koordinierung.
Jugoslawien wie Österreich sind von dieser Art Kriminalität nicht verschont geblieben.
Ein intensiverer Informationsaustausch über Beobachtungen und Maßnahmen gegen die internationale Terrorszene scheint Vorbedingungen für die Zusammenarbeit der Polizeiapparate beider Staaten.
Das Belgad auch den Jugoslawien direkt betreffenden Terrorismus
aus den Reihen der eigenen politischen Emigration im Auge hat, liegt nahe.
Aus der jugoslawischen Hauptstadt berichtete Gustav Kalupa.
Es ist jetzt fünf Minuten nach halb eins.
Während in Moskau und Kaluga die sowjetischen Bürgerrechtskämpfer Scharansky und Ginzburg heute den dritten Tag vor Gericht stehen, treffen in Genf der amerikanische Außenminister Cyrus Vance und der sowjetische Außenminister Andrei Gromyko zusammen.
Sie sollen die Weichen für die nächste Runde der Gespräche über eine Begrenzung der strategischen Waffen stellen.
Die Ausgangspositionen der USA und der USSR haben sich dabei in den letzten Wochen drastisch geändert.
Wie sie aussehen, fasst Barbara Kudnow-Kalergi zusammen.
Von dem heutigen Genfer Treffen erwarten die Beobachter vor allem so etwas wie eine Klimabestimmung.
Wie frostig sind die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten eigentlich wirklich?
Geht die Entspannung weiter, trotz der Moskauer Prozesse und der amerikanischen Empörung darüber, oder kommt der Kalte Krieg jetzt im Ernst?
Gromyko wird von seinem Gesprächspartner vor allem herauszubringen versuchen, ob die Amerikaner in jedem Fall mit den Saalgesprächen weiterkommen wollen, was auch immer die Sowjetunion tut.
Und Vance wird bemüht sein, die Saaltrunde warm zu halten, aber dennoch klarzustellen, dass Präsident Carters Warnungen in Sachen Menschenrechte und in Sachen der sowjetischen Expansion in Afrika nicht nur Theaterdonner sind.
Vor der Hand ist es nämlich nicht klar, und Experten in Europa und Amerika machen sich darüber Sorgen, dass Russen und Amerikaner derzeit nicht präzise zu wissen scheinen, woran sie miteinander sind.
Zu widersprüchlich waren die Signale, die in den letzten Wochen hin- und hergegangen sind.
In Washington hat Sicherheitsberater Brzezinski die Sowjetunion der Überschreitung der Entspannungsspielregeln beschuldigt und keinen Zweifel an seiner Meinung gelassen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Saaltrunde sei.
Außenminister Wenz, der professionelle Diplomat, sprach von belasteten Beziehungen, aber von der Notwendigkeit, die Abrüstung unabhängig von der Menschenrechtsfrage zu sehen.
Präsident Carter mahnte die Russen, zu laut nach Meinung mancher Experten, zu leise nach der Meinung vieler Wähler.
Am Vorabend der Genfer Gespräche haben mehrere Senatoren aus Carters eigener Partei die Rückberufung von Vance wegen der Bürgerrechtsprozesse gefordert.
Umgekehrt hat die Sowjetunion in den letzten Wochen immer wieder erklärt, man wolle noch in diesem Jahr zu einem SALT-Vertrag kommen und alle Kräfte verurteilt, die nach sowjetischer Lesart die Entspannung stören wollen.
Dass man ausgerechnet jetzt die Prozesse angesetzt und darüber hinaus auch noch in den letzten Tagen zwei amerikanische Korrespondenten in Moskau vor Gericht geholt hat, sehen Beobachter auch als Warnung an die Amerikaner an.
Man will ein Exempel statuieren und zeigen, dass man sich von ausländischen Protesten nicht beeindrucken lässt.
Bis der SALT-Vertrag dann endgültig ansteht, soll die lästige Bürgerrechtsfrage vom Tisch sein.
Vance und Gromyko, beides erfahrene Profis der Außenpolitik, zählen in beiden Ländern zu den Gemäßigten.
Wenn es nach innen geht, dann soll das Wesentlichste der Entspannungspolitik über die jetzige Frostperiode hinaus gerettet werden.
Aber eine Gäste will auch Vance machen.
Morgen früh, nach dem ersten Gesprächstag, will er in seinem Genfer Hotel die Frau des angeklagten Bürgerrechtlers Scharansky empfangen.
Das war ein Beitrag von Barbara Kudnow-Kalergi.
Nun zu einem Wirtschaftsthema.
Die sinkende Nachfrage nach dem Produkt Stahl auf dem Weltmarkt, das Entstehen von Überkapazitäten und der Aufbau von neuen Stahlwerken in den Entwicklungsländern sind wichtige Faktoren, die zur gegenwärtigen internationalen Stahlkrise geführt haben.
Das allgemein langsame Wachstum der Weltwirtschaft wirkt sich außerdem auch auf die Weltrohstahlerzeugung aus.
Dazu zwei Zahlen.
Im Jahre 1974 wurden noch 709 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt.
Innerhalb der folgenden drei Jahre sank die Erzeugung um mehr als fünf Prozent auf 673 Millionen Tonnen Rohstahl.
Von diesem Rückgang waren vor allem die Industrieländer Europas betroffen, unter den europäischen Staaten wiederum bekam man die Betriebe der europäischen Gemeinschaften die Stahlkrise am meisten zu spüren.
Um dieses Problem nun halbwegs in den Griff zu bekommen, hat man sich daher in den europäischen Gemeinschaften entschlossen, sogenannte Mindest- und Orientierungspreise für Stahlprodukte einzuführen.
Diese Maßnahme allein konnte aber nur wenig zur Sicherung der Arbeitsplätze in der EG-Stahlindustrie beitragen.
Deshalb forderte gestern EG-Kommissar Henk Wredling Hilfsmaßnahmen, die eine große Arbeitslosigkeit in der Stahlbranche verhindern sollen.
Dazu Hans-Peter Ott aus Brüssel.
Jede Sache hat zwei Seiten.
Diese Erfahrung muss die Brüsseler Kommission der Europäischen Gemeinschaft jetzt mit ihren Plänen für eine Gesundung der EG-Stahlindustrie machen.
Der für die Gestaltung einer Gemeinschaft in Industriepolitik zuständige belgische EG-Kommissar Graf Etienne D'Avignon hat im Vorjahr mit Zustimmung des EG-Ministerrats eine Politik eingeleitet, die auf eine umfassende Umstrukturierung abzielt, also den Abbau von Überkapazitäten durch Aufgabe veralteter, unrentabler Stahlunternehmen einerseits sowie andererseits die Modernisierung solcher Betriebe anstrebt,
die in Europa und auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig sind oder es in absehbarer Zeit werden könnten.
Seine Schlussfolgerung lautete, dies bedeutet unweigerlich den Verlust einer großen Anzahl von Arbeitsplätzen, die Rede ist von 60.000 bis 100.000, der jetzt noch rund 700.000 Stellen im EG-Stahlsektor zwischen Anfang dieses Jahres und 1980.
Für die ausscheidenden Stahlarbeiter müssten in anderen Wirtschaftszweigen Arbeitsplätze gefunden oder neu geschaffen werden.
Angesichts der in dieser Hinsicht bestehenden Schwierigkeiten in der europäischen Gemeinschaft gibt es zurzeit immer noch 5,5 Millionen Erwerbslose,
tritt jetzt der für die Gestaltung einer gemeinschaftlichen Sozialpolitik zuständige holländische Vizepräsident der EG-Kommission, Henk Vredeling, mit einem speziellen Sozialplan zugunsten der EG-Stahlindustrie an.
Es sei auch Aufgabe Brüssels, Lösungen für die sozialen Auswirkungen wirtschaftlicher Beschlüsse zu suchen, unterstreicht er.
Das ist in der Tat im EG-Vertrag vorgeschrieben.
Friedelings allerdings noch unfertiges Konzept besteht darin, in der Stahlbranche selbst nach Auswegen zu suchen, also zwangsweises Ausscheiden von Arbeitern doch zu bremsen, Massenentlassungen zu vermeiden.
Das Schlagwort lautet bessere Verteilung der verfügbaren Arbeit.
Ein solches Vorgehen wird von den Gewerkschaften in den IG-Ländern und auch anderswo seit geraumer Zeit befürwortet, ist dagegen auf Arbeitgeberseite und bei vielen Wirtschaftsexperten umstritten.
Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, Herabseitzung des Pensionsalters, Einschränkung der Leistung von Überstunden, Ausdehnung der Schichtarbeit durch Einführung zusätzlicher Schichten sind derartige soziale Maßnahmen, die Friederung auch für die IG Stahlindustrie anregt.
In der belgischen Stahlindustrie sind die ersten beiden von den zwei großen Gewerkschaften, der sozialistischen und der christlichen, nach einem kurzen Streik im walonischen Landesteil Ende Juni durchgeboxt worden.
Belgien könnte damit zum Modellfall für die gesamte Ägie werden.
Die meisten Gewerkschaften in den anderen Ägiestaaten dürften den Brüsseler Plan befürworten,
aber auch zusätzliche Forderungen stellen, zum Beispiel nach vollem Lohnausgleich bei Arbeitszeitverkürzung.
Von dieser Seite erwartet die EG-Kommission aber weniger Schwierigkeiten.
Große Probleme wird es dagegen mit den Arbeitgeberverbänden und einigen Regierungen geben.
Denn der Friedeling-Plan würde zweifellos sehr teuer zu stehen kommen.
Genaue Vorstellungen hat der Kommissionsvizepräsident noch nicht.
Er spricht von einem Ausgangspunkt von umgerechnet etwa zwei Milliarden Schilling jährlich, die aus der EG-Kasse als 50%-Anteil der anfallenden Kosten zu zahlen wären.
Die andere Hälfte sollten jeweils die einzelstaatlichen Regierungen beisteuern.
Angesichts der finanziellen Belastung, mit der die Stahlunternehmer und die Regierung in Belgien rechnen, infolge der jüngsten Beschlüsse, Mehrkosten von 1 bis 1,5 Milliarden Schilling jährlich, erscheint diese Summe für die gesamte EG als viel zu niedrig gegriffen.
Das Budget der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, aus dem derartige Sozialmaßnahmen zu finanzieren wären, müsste schon gewaltig aufgestockt werden.
Zu einem solch drastischen Schritt werden einige Mitgliedstaaten, gerade auch die Bundesrepublik Deutschland, in der sich die Stahlbranche größtenteils aus eigener Kraft schon weitgehend umstrukturiert hat, in absehbarer Zeit aber kaum bereit sein.
dass sich Brüssel im Übrigen Vorwürfen von Nachbarländern wie Österreich aussetzen könnte, die derartige Sozialmaßnahmen auch als eine Art Protektionismus zum Vorteil der EG-Stahlindustrie auslegen könnten, daran scheint man in Brüssel vorerst nicht zu denken.
In Wien und anderswo sollte man sich aber zunächst nicht unnötig erregen, denn wenn es um die Finanzierung eines Brüsseler Planes geht, haben sich die neuen EG-Mitgliedstaaten noch allemal gestritten.
Sie werden es wohl auch tun, wenn es um die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Stahlbranche geht.
Alles in allem erscheint der Friedling-Sozialplan wenig realistisch, jedenfalls noch ziemlich unausgegoren.
Aus Brüssel hörten Sie Hans-Peter Ott.
Von der Wirtschaft nun zur Medizin.
Die angesichts ihrer existenziellen Bedeutung für den Menschen von Theologen, Medizinern und Juristen mehr oder weniger heftig geführten Diskussionen über die Schwangerschaftsunterbrechung und über die Sterbehilfe dürften demnächst durch eine Debatte über eine mindestens ebenso brisante, wenn nicht noch diffizilere Materie ergänzt werden.
Nämlich durch die Diskussion über das in der Retorte gezeugte menschliche Wesen.
Denn aufgrund gewaltiger Fortschritte in der Medizin ist der Homunculus nicht mehr Fiktion, sondern könnte schon bald Realität sein.
Besonders optimistisch, diese Revolution in der Menschheitsgeschichte bereits eingeleitet zu haben, ist man derzeit in Großbritannien.
Das erste durch künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibes gezeugte Kind soll es dort nämlich erblicken, das vielzitierte Licht der Welt.
Heinz Beran berichtet.
Das erste in der Retorte gezeugte Baby wird, wie man hofft, in drei Wochen hier in Oldham in Nordengland auf die Welt kommen.
Ich sage, man hofft in dem Sinne, dass das natürlich eine ganz besondere Leistung der modernen medizinischen Forschung ist bzw.
eine erfolgreiche Geburt dies wäre.
Gleichzeitig muss man aber sagen, irgendwie ist die Sache doch unheimlich und etwaige Folgen sind überhaupt nicht abzusehen.
Ein Gynäkologe, der 65 jährige Mr. Patrick Steptoe, Fachärzte werden hier nicht Doktor, sondern Mister genannt.
Also man spricht ihn Mr. Steptoe an.
Dieser Mr. Steptoe hat jahrelang experimentiert und ist jetzt in der Lage, auf einen erfolgreichen Schluss seiner Experimente zu hoffen.
Bei diesem Vorverfahren wird das Ovum, also das Ei, aus der Mutter heraus operiert, in eine Retorte gegeben, zusammen mit dem Sperma des Vaters.
Wenn das Ei befruchtet ist, wird es operativ wieder in die Gebärmutter geschafft.
Die Massenmedien sind ganz verrückt nach der Story.
Die Firma, die die Daily Mail veröffentlicht, sie heißt Associated Newspapers, hat 325.000 Pfund für diese Story gezahlt.
Das sind 9 Millionen Schilling.
Die Daily Mail Leute haben dabei einen amerikanischen Konkurrenten, die Wochenschrift National Enquirer,
geschlagen, die 250.000 Pfund geboten hatten, also nur 7 Millionen Schilling.
Die Rechte, die damit erworben wurden, umfassen Berichte und Bilder der Geburt, Gespräche und Bilder mit der Familie und den Ärzten.
Mr. Steptoe selbst ist an dem Geschäft nicht beteiligt, aber er kann natürlich die ganze Sache in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlichen.
Die Amerikaner werden nicht ganz leer ausgehen.
Sie haben sich die ersten amerikanischen Rechte gesichert.
Mr. Steptoe hat im Übrigen durch seinen Anwalt ein Statement abgegeben, in dem es heißt, ein Druck, den die Medien jetzt auf die Mutter ausüben, würde Mutter und Kind äußerst gefährden.
In den kommenden Wochen sei absolute Ruhe lebensnotwendig.
Wir verstehen das ungeheure Interesse wegen der einzigartigen Natur dieser Geburt.
Deshalb sei auch die Zusammenarbeit mit den Zeitungsverlegern vereinbart worden.
weil man sich dann eben wenigstens vor den anderen etwas schützt.
Der Sekretär der British Medical Association, der britischen Ärztevereinigung, Dr. John Dawson, hat von einem Wunder der modernen Wissenschaft gesprochen.
Mr. Steptoe und ein Forscher in Cambridge, Dr. Robert Edwards, haben zwölf Jahre lang experimentiert und geforscht.
Die zukünftige Mutter ist die 32-jährige Frau eines Eisenbahners aus Südwestengland.
die neun Jahre auf ein Baby gewartet hatte.
Ihr Mann hatte eine Tochter aus einer früheren Ehe und die Ärzte sagten, der Grund, warum aus dieser zweiten Ehe kein Kind kommen konnte, seien die Eileiter der Frau, die nicht normal funktionieren.
Mr. Steptoes Forschungsbemühungen waren die längste Zeit Gegenstand der Kritik von Seiten der Fachleute.
Hingegen erklärte die British Medical Association, dass es keinerlei moralische Bedenken gegen Mr. Steptoes Arbeit gebe.
Viele frühere Versuche, eine solche Befruchtung in der Retarde durchzuführen, waren erfolglos.
Es gibt, wie schon angedeutet, Zweifler.
Die National Association for the Childless, also die Vereinigung der Kinderlosen, verlangt eine Kommission, die die gesetzlichen, ethischen und praktischen Probleme untersuchen soll, die sich aus dieser
Geburt ergeben.
Es ist eine Umkehrung der Abtreibung, meinte der Gründer dieser Organisation.
Und Retorten-Babys würden das ärgste Problem nach der Erfindung der Kernwaffen liefern.
Man sollte wohl abwarten, bis das Kind geboren ist und auch bedenken, dass die neue Methode unter Umständen vielen Menschen das Glück bescheren könnte, Kinder zu haben, wenn dies unter natürlichen Umständen nicht möglich ist.
Das war ein Beitrag von Heinz Beran.
10 Minuten vor 13 Uhr nun zum Kulturteil im Mittagssjournal.
Mit großem Erfolg bei Publikum und Presse wurde am vergangenen Sonntag im Rahmen des karintischen Sommers das Oratorium Jefter von Georg Friedrich Händl aufgeführt.
Heute findet in Ergänzung dazu in der Stiftskirche Ossiach ein Händl-Festkonzert statt, bei dem der Concertus Musicus, das Wiener Ensemble für alte Musik, mitwirkt.
Brigitte Hofer berichtet.
1953 gründete Nikolaus Amon Kur, damals junger Cellist bei den Wiener Symphonikern, ein Spezialensemble für alte Musik, für Musik des 13. bis 19.
Jahrhunderts.
Er sammelte Originalinstrumente, darunter zum Beispiel Barockviolinen, die im Jahr 1665 gebaut wurden, Barockcelli, Naturhörner und Traversflöten, allerster Zeit um 1750 und begann damit im In- und Ausland zu konzertieren.
Heute gelten Interpretation und Spieltechnik des Concentus Musicus vielfach international fürrichtungsweisend, vor allem auf dem Gebiet der barocken Ensemblemusik.
Wegen einer schweren Kreislauferkrankung war Nikolaus Anoncourt gezwungen, alle Verpflichtungen beim diesjährigen karintischen Sommer abzusagen.
Seine Frau Elisabeth, Konzertmeisterin des Ensembles, vertritt ihn in künstlerischen wie in organisatorischen Fragen, auch beim heutigen Festkonzert.
Über die Aufführungspraxis der Werke Georg Friedrich Händls durch den Concentus Musicus sagt sie, wir bemühen uns eigentlich sehr Händl zu zeigen nicht als Komponist der Monumentalität sondern der Kammermusik und der delikaten Farben und der verschiedenartigen Farben und wir versuchen also mit Artikulation
ihm gerecht zu werden, also dem Prinzip, dass Barockmusik eine Rede in Tönen ist.
Und ich glaube, das unterscheidet unsere Interpretation grundsätzlich sehr von den meisten anderen Händelinterpretationen, die doch alle ein bisschen angehaucht sind von der Tradition des 20.
Jahrhunderts, also schon des 19.
Jahrhunderts und auch des 20.
Jahrhunderts, wo man mehr die Großflächigkeit betont hat und
Klang, Pracht und die große dynamische Fülle.
Und es ist sicherlich auch ein Aspekt der Musik, aber der ist unserer Meinung nach überbewertet.
Auf dem Programm des heutigen Konzertes stehen Händels Concerto Grosso in F-Dur und ein Oboenkonzert in G-Moll.
Dieses Konzert komponierte Händel, selbst ausgebildeter Oboist, als 18-Jähriger im Jahre 1703.
Als Solist des heutigen Abends spielt es Jürg Schäftlein.
Es ist kein großes Konzert in dem Sinne, dauert etwa zehn Minuten, aber es sind doch vier in sich geschlossene kleine Sätze.
Das schönste Satz ist vielleicht das Largo im Zentrum des Konzertes.
Wenn man heute sagt Lago von Händel, ist das ein ganz bestimmtes Lago, er hat bestimmt tausend oder mehr Largi geschrieben.
Dieses ist ein besonders schönes Lago, ein langsamer Dreivierteltakt, in dem man sehr schöne Verzierungen anbringen kann.
Herbert Tachetzi wirkt als Organist beim Orgelkonzert in F-Dur mit.
Er meint zur Interpretationsform der Orgelwerke Händels
Händel war ja bekannt als großartiger Improvisator, der zum Beispiel in seinen Oratorienaufführungen sich an die Orgel setzte und großartig improvisierte und damit sein Publikum begeisterte.
Es ist also klar, dass er in seinen Orgelkonzerten selbst auch sehr viel Raum ließ für Improvisation und auch in dem gespielten Orgelkonzert Opus 4 Nummer 5 in F-Dur
lässt er sowohl in den langsamen Sätzen Gelegenheit zur Improvisation, als auch bei den Wiederholungen der schnellen Teile in den schnellen Sätzen, muss der Organist eigentlich die gespielten Teile jetzt selbst aus dem Augenblick heraus verzieren und etwas ändern, was ganz dem Stil Handels und seiner Orgelmusik entspricht.
Den Abschluss des heutigen Konzerts bildet eine Auswahl aus den 22 Nummern der Wassermusik.
Eine Suite von Musikstücken, die Handel 1717 anlässlich einer festlichen Bootsfahrt für den englischen König komponierte.
In Salzburg beginnt morgen die Szene der Jugend.
Ein Jugendfestival, das von Club 2000 veranstaltet wird.
Über Tendenzen und Termine der diesjährigen Szene berichtet Robert Wolf.
bevor wir über das Programm informieren einige grundsätzliche Bemerkungen.
Zuerst die Frage an den Gründer und Leiter der Szene, Alfred Winter.
Wie ist das Verhältnis dieses Jugendfestivals zu den Festspielen?
Mit welchen Aktivitäten werden heuer die jugendlichen Gäste, die aus zahlreichen Ländern nach Salzburg kommen, angesprochen?
Das Verhältnis zu den Salzburger Festspielen ist eigentlich keines.
Es gibt kaum Kontakte.
Und wir sind völlig unabhängig und eigenständig in unserer Arbeit.
Das zur Sache der Festspiele.
Und programmatisch möchte ich darauf hinweisen, dass wir zwei große Hauptrichtungen verfolgen.
Einmal haben wir einen Kreativbereich mit Kursen und Kreativitätsbetonung.
Und zum anderen eben Veranstaltungen, wo die jungen Leute, die aus vielen Ländern nach Salzburg kommen, aber auch alle Salzburger, gleich welchen Alters, sich unterhalten können und eben Programm miterleben, das sonst nicht so leicht passiert in Salzburg.
Herr Winter, ändert sich die Programmlinie der Szene der Jugend von Jahr zu Jahr?
Ja, die Programmlinie ändert sich insoweit immer wieder, weil immer neue Leute mit neuen Vorschlägen kommen, die wir versuchen zu verwirklichen.
Die zur Kreativität anregenden Kurse sind auf der Festung Hohensalzburg Improvisationen mit dem jungen Dirigenten Gustav Kuhn auf einem Instrumentarium, das der Salzburger Bildhauer Alois Lindner geschaffen hat, im Spielzeugmuseum ein Puppenbastel-Spielkurs mit Jane Eave aus London, ein Spielspaß-Mitmacht-Theater für Kinder, ein Jazz-Workshop mit Barb Phillips für Profis und Amateure, ein Symposium für junge Komponisten.
Die Palette musikalischer Veranstaltungen reicht von Konzerten junger Künstler über Jazz und Folklore mit internationalen Ensembles bis zur Präsentation indischer klassischer Musik.
Noch nicht einzuordnen ist eine mehrtägige Sonderveranstaltung mit Friedrich Gulda.
Er hält Überraschungen bereit und hat sich noch nicht festgelegt.
Cabaret wird bei der Szene der Jugend groß geschrieben und in kleinen Gaststuben der Salzburger Altstadt geboten, um den intimen Charakter dieser Kunstgattung zu betonen.
etwa mit Beiträgen zur Zucht und Ordnung unter dem Titel »Ruhe dahinten«.
Die Klasse für Schauspiel und Regie der Hochschule Mozarteum bringt einige Aufführungen der Komödie »Amphitryon« von Peter Hax.
Ein Salzburger Ensemble produziert die satirische Revue mit politischen und musikalischen Untertönen »Memories«.
Bei Lesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen ist reichlich Gelegenheit zu persönlicher Aussprache und geselligem Kontakt.
Zum Abschluss des Mittagsjournalisten noch kurz ins Nachrichtenstudio.
Spanien.
Das Krankenhaus in Tortosa hat eine Liste mit den Namen von 92 Schwerverletzten der Explosionskatastrophe auf dem Campingplatz San Carlos de la Rapita an der spanischen Mittelmeerküste veröffentlicht.
Unter ihnen befinden sich 41 Franzosen, 17 Deutsche, 11 Belgier, mehrere Niederländer, einige Spanier sowie nicht eindeutig identifizierte Personen.
Es sind Verletzte, die zunächst in Tortosa behandelt, dann aber in andere Krankenhäuser, vor allem in Barcelona, Valencia und Tarragona übergeführt worden sind.
Bis heute früh sind mehr als 100 Todesopfer geborgen worden.
Es wird jedoch damit gerechnet, dass die Katastrophe mehr als 200 Menschenleben fordern wird, weil die Schwerverletzten nur sehr geringe Überlebenschancen haben.
Österreich
Die Salzburger Elektrizitätsversorgungsgesellschaft hat ihre vertraglich vereinbarten Beitragszahlungen zum Bau des Kernkraftwerkes Zwentendorf eingestellt.
Wie Landeshauptmann Haslauer, der das Land Salzburg in der Gesellschafterversammlung vertritt, in einem ORF-Interview sagte, seien die Beitragszahlungen bis November eingestellt worden, um ein Ergebnis der Volksabstimmung über die Verwendung der Atomenergie abzuwarten.
Haslauer sagte, die Bevölkerung Salzburgs hätte sicher wenig Verständnis für finanzielle Beiträge, deren Zweck noch nicht einmal feststehe.
Von sozialistischer Seite wurde die Entscheidung des Salzburger Landeshauptmanns als beispielloser Alleingang bezeichnet.
Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat in seiner jüngsten in Wien veröffentlichten Studie festgestellt, dass Österreich noch über ansehnliche Währungsreserven verfüge.
Daher wären wohl noch einige zeitbeträchtliche Leistungsbilanzdefizite finanzierbar, heißt es in der Studie.
Dennoch würden triftige Gründe für nachhaltige Maßnahmen zur Verringerung der strukturellen Leistungsbilanzdefizit sprechen.
Je länger Korrekturen in der Leistungsbilanz aufgeschoben werden, so erklärte der Beirat, desto schmerzlicher seien dann die notwendigen Anpassungen.
Mit dieser Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen und Journalbeiträge ist das Mittagsjournal beendet.
Edgar Sterbens verabschiedet sich im Namen von Redaktion und Technik.
Einblendung: Alice Harnoncourt, Jürg Scheftlein, Herbert Tachezi, Musik - Largo aus dem Oboenkonzert von G.F. Händel
Mitwirkende:
Hofer, Brigitte [Gestaltung]
, Harnoncourt, Alice [Interviewte/r]
, Schaeftlein, Jürg [Interviewte/r]
, Tachezi, Herbert [Interviewte/r]
Datum:
1978.07.12 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
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Kultur
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Musik ; E-Musik
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Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 70er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten