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Marker setzen in: Mittagsjournal 1978.12.13
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Und hier meldet sich die Redaktion des Mittagschanals eine angenehme Mittagstunde, wünsche ich Ihnen meine Damen und Herren.
Im Studio begrüßt Sie Ilse Vögel.
Kurz gleich einmal ein Überblick über unser Programm.
Im Nationalrat wird heute die Budgetdebatte fortgesetzt, am Vormittag zum Kapitel Landwirtschaft.
Wir schalten dazu dann gleich nach den Nachrichten ins Parlament.
Zum Thema Arbeitsmarktpolitik in Österreich gibt es heute Informationen über das mögliche weitere Schicksal der Vöslauer Kammgarn AG, die ja am vergangenen Montag den Konkurs angemeldet hat.
Heute besucht Finanzminister Androsch den Betrieb.
Wir berichten über eine Pressekonferenz zum Thema Wohnungspolitik in der Sackgasse, welche Alternativen gibt es.
Und Sie erfahren Näheres über die jüngste Studie des IFES-Instituts zum Dauerbrenner-Energiesparen in Österreich.
Zur Außenpolitik geplant ist da heute ein Interview mit dem indischen Industrieminister Fernandes.
Er war in den letzten Monaten der Regierungszeit von Indira Gandhi aus politischen Gründen inhaftiert.
Sie erinnern sich vielleicht, auch aus Österreich gab es Petitionen für seine Freilassung.
Und aus Portugal kommt ein Beitrag, der sich mit dem Sparprogramm der neuen Regierung auseinandersetzt.
Dieses Programm hat allerdings bereits zu schweren Konflikten mit den großen Parteien geführt.
Und Kultur, da berichten wir heute unter anderem über die deutschsprachige Erstaufführung des Harald Pinter-Stücks »Betrogen« im Wiener Akademietheater.
Erster Programmpunkt aber wie immer die Nachrichten.
Verantwortlicher Chef vom Dienst Raimund Heller und gesprochen werden die Meldungen von Herbert Slavik.
Österreich.
Der Nationalrat setzt heute die Debatte über das Budget 1979 fort.
Beraten werden die Budgetgruppen Landwirtschaft mit dem grünen Plan für 1979 und Bauten.
Für die Landwirtschaft sind im nächsten Jahr Ausgaben in Höhe von 9,3 Milliarden Schilling vorgesehen, für Bauten und Technik 19,6 Milliarden.
Als erster Redner der Landwirtschaftsdebatte erklärte der ÖVP-Abgeordnete Lanner, die Regierungserklärung sei im Hinblick auf die Agrarwirtschaft nicht eingehalten worden.
Es sei viel versprochen, aber wenig gehalten worden und eine Linie sei nicht zu erkennen.
Der SPÖ-Abgeordnete Pfeiffer verwies in seiner Rede auf die gegenüber der Regierungszeit der ÖVP stark gestiegenen Budgetmittel für die Landwirtschaft und betonte, die Regierungserklärung sei auf diesem Sektor eingehalten worden.
In der heutigen Nationalratssitzung hat die ÖVP eine dringliche Anfrage an Bundeskanzler Kreisky bezüglich einer kommenden geplanten Regierungsumbildung eingebracht.
Die Anfrage muss ab 16 Uhr von den Abgeordneten behandelt werden.
In der ÖVP-Anfrage heißt es unter anderem, der Kanzler kündige seit Monaten mit unterschiedlicher Intensität eine Regierungsumbildung an.
Jedoch hätten andererseits die meisten Regierungsmitglieder auf Befragen der ÖVP festgestellt, dass sie nicht amtsmüde seien.
Außerdem, so heißt es weiter, sei ein besonderes Spannungsverhältnis zwischen Bundeskanzler und Vizekanzler erkennbar.
Die ÖVP fordert in diesem Zusammenhang Klarheit über die Schritte des Bundeskanzlers in der nächsten Zeit.
Nach einer Meldung des Pressedienstes der ÜVP wurden seit November des Vorjahres weitere 19.000 Gastarbeiter in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
Mitte November waren in Österreich 177.341 Gastarbeiter beschäftigt.
Das sind um fast 19.000 weniger als im November 1977.
Bundesrepublik Deutschland
Die stahlverarbeitende Industrie muss ihre Produktion mit Beginn der nächsten Woche in größerem Umfang einschränken.
Nach Angaben des Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Eisen- und Stahlindustrie, Weissweiler, wird sich dann der seit mehr als zwei Wochen andauernde Arbeitskampf in der Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebietes auswirken.
Portugal
Die neue Regierung unter Ministerpräsident Motta Pinto, die nicht parteigebunden ist, hat gestern am späten Abend in der Nationalversammlung in Lissabon ihre erste Bewährungsprobe bestanden.
Ein Antrag der Kommunisten auf Ablehnung des Regierungsprogramms wurde von der Mehrheit der Abgeordneten zurückgewiesen.
Schwerpunkt des Regierungsprogramms ist die Bekämpfung der Inflation und der Arbeitslosigkeit.
Die Inflationsrate beträgt in Portugal etwa 25 Prozent.
Die Arbeitslosenquote ist heuer auf 16 Prozent gestiegen.
Dazu kommt eine Auslandsverschuldung in Höhe von 5,3 Milliarden Dollar.
Der Regierungschef hat bereits eine drastische Konsumeinschränkung für die Bevölkerung und eine rigorose Kürzung der Ausgaben der öffentlichen Hand angekündigt, um den portugiesischen Staatshaushalt wieder in Ordnung zu bringen.
Nahe Osten.
Der amerikanische Außenminister Vance ist heute Vormittag aus Ägypten kommend in Jerusalem eingetroffen.
Bei seiner Ankunft in Israel sagte Vance, die Friedensgespräche befänden sich in der Schlussphase.
Der amerikanische Außenminister gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Gespräche in Jerusalem positiv verlaufen werden.
Auskreisen der amerikanischen Delegation verlautet, eine Paraffierung des israelisch-ägyptischen Vertrages schon in den nächsten Tagen sei nicht auszuschließen.
Gestern Abend hatte Vance in Cairo mit Staatspräsident Sadat ein drittes Gespräch geführt.
Dem Vernehmen nach wurde dabei Übereinstimmung bezüglich einer neuen Formel für den festgefahrenen Friedensdialog erzielt.
Die Änderung soll nun dem israelischen Ministerpräsidenten Begin vorgelegt werden.
In Ägypten wurde allerdings Skepsis darüber geäußert, dass Israel die Formel akzeptieren wird.
Die Kompromissregelung sieht angeblich vor, dass als Zeittermin für Wahlen der Palästinenser im besetzten Gebiet das Jahresende 1979 festgelegt wurde und darüber hinaus das Recht Ägyptens bekräftigt wird, anderen arabischen Staaten Verteidigungsbeistand zu leisten.
Rhodesien.
Feuerwehr, Polizei und Armeeeinheiten konnten heute den von Schwarzen Freischärlern entfachten Brand im größten Treibstofflager des Landes, bei Salisbury, unter Kontrolle bringen.
Nach 36-stündigen Bemühungen konnte das Feuer soweit eingedämmt werden, dass kein Risiko eines Übergreifens auf andere Teile der Hauptstadt mehr besteht.
Nach Angaben eines Spezialisten werde der Brand jedoch möglicherweise noch wochenlang schwelen.
Das Treibstoffdepot ist nur etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Untergrundkämpfer der patriotischen Front hatten die Treibstofftanks am Montagabend beschossen und damit den Großbrand ausgelöst.
Nach Angaben der Behörden wurden elf der insgesamt 30 Behälter mit insgesamt nahezu 40 Millionen Litern Treibstoff vernichtet.
Mit diesem Anschlag haben die Freischerler die Regierung in Salisbury an einer ihrer empfindlichsten Stellen getroffen.
Denn wegen der internationalen Handelssanktionen ist Treibstoff in Rhodesien Mangelware.
USA
Die amerikanische Armee hat auf einem Übungsgelände in der Wüste von Neu-Mexiko ein Präzisionsschießen zu Abschreckungszwecken durchgeführt.
In Anwesenheit von Verteidigungsminister Brown erprobten Artillerieinheiten ferngelenkte Geschosse zur Bekämpfung von Panzern und anderen Bodenzielen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington erklärte dazu, das Demonstrationsschießen habe dem Ziel gedient, sowohl der amerikanischen Öffentlichkeit als auch potenziellen Gegnern die Verteidigungsbereitschaft der USA zu demonstrieren.
Großbritannien.
Der ehemalige Chef der britischen Liberalen, Thorpe, wird unter der Anklage der Verschwörung zum Mord vor Gericht gestellt werden.
Zum Abschluss einer drei Wochen dauernden Voruntersuchung hatte das Amtsgericht in Minehead heute entschieden, dass sich der Politiker vor einem Schwurgericht verantworten muss.
Thorpe wird vorgeworfen, einen Verbrecher gedungen zu haben, um den ehemaligen Dressman Norman Scott zu ermorden.
Thorpe und Scott hatten homosexuelle Beziehungen zueinander.
Frankreich.
Wie aus einer Statistik der europäischen Verkehrsministerkonferenz in Paris hervorgeht, ist die Zahl der Verletzten und Toten bei Verkehrsunfällen in den 19 Teilnehmerländern der Konferenz von 1970 bis 1976 um 4 Prozent zurückgegangen.
Die meisten Unfalltoten hat es im vergangenen Jahr in Luxemburg und in Portugal gegeben.
Die geringsten Unfallzahlen werden aus Norwegen, Großbritannien und Schweden gemeldet.
In Österreich ist in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres die Anzahl der Unfälle am stärksten zurückgegangen.
Wie dem Bericht der Verkehrsministerkonferenz weiters zu entnehmen ist, sind Fußgänger, Radfahrer und Motorradlenker im Verkehr am stärksten gefährdet.
Soweit die Meldungen, nun das Wetter.
Nach dem Störungsdurchzug der vergangenen Nacht ist vor dem Eintreffen der nächsten Front, die zurzeit noch über Frankreich liegt, eine kurze Wetterberuhigung eingetreten.
Die Aussichten bis morgen früh, gebietsweise heiter, vor allem im Norden und Osten.
Im weiteren Tagesverlauf im Westen wieder Eintrübung mit Einsätzen von Regen, lebhafter Westwind, mild.
Nachmittagstemperaturen 5 bis 11 Grad.
Tiefstemperaturen der kommenden Nacht im Süden minus 4 bis plus 1, sonst plus 1 bis 6 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen Donnerstag.
In den Bergen vorherrschend starke Bewölkung, doch nur strichweise Niederschlag.
Oberhalb 1000 Meter gelegentlich Schneeschauer.
Über dem Flachland wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten.
In freien Lagen lebhafter, zeitweise auch stürmischer Westwind.
Nicht mehr so mild.
Tageshöchsttemperaturen plus zwei bis neun Grad.
Die Messwerte von 12 Uhr.
Wien heiter 11 Grad, Westwind 10 Kilometer in der Stunde.
Eisenstadt wolkig 10 Grad, Südwest 10.
Linz heiter 5 Grad, Nordwind 5.
Salzburg stark bewölkt 7 Grad, Süd 15.
Innsbruck stark bewölkt 3 Grad, West 5.
Bregenz bedeckt 10 Grad, Südwind 30.
Graz, Heiter 6°, Windstill und Klagenfurt, bedeckt, Bodennebel, 1°, Südostwind, Geschwindigkeit 3 km in der Stunde.
Es ist jetzt elf Minuten nach zwölf Uhr.
Entspört der alljährlichen Budgetdebatte im Nationalrat, heute fortgesetzt mit den Kapiteln Landwirtschaft und Bauten.
Für das Budgetkapitel Land- und Forstwirtschaft sind 4,4 Milliarden Schillingen Ausgaben vorgesehen.
Es gehört damit zu den kleineren Budgetgruppen.
Gerade in der letzten Zeit war es zwischen Regierung und Opposition zu heftigen Kontroversen um die Milchmarktordnung vom Juli dieses Jahres gekommen.
Kontroversen, die bis zu schweren persönlichen Auseinandersetzungen zwischen Landwirtschaftsminister Günther Heiden und Bauernbundpräsident Roland Minkowitsch führten.
Kontroversen aber auch, die sich bis in die heutige Parlamentsdebatte fortsetzten.
Hören Sie gleich eine erste Zusammenfassung der Diskussionen im Hohen Haus.
Berichterstatter ist Hans Adler.
Zunächst einige Zahlen aus dem Budgetentwurf.
Dem Landwirtschaftsminister stehen 1979 33 Millionen Schilling für Förderungen durch sein Ministerium zur Verfügung, 700 Millionen Schilling erhält das Bergbauern-Sonderprogramm und 1,6 Milliarden stehen für die Maßnahmen innerhalb des grünen Planes zur Verfügung.
Die für den Landwirtschaftsminister wichtigsten Budgetteile weisen damit gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung auf, die etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entspricht.
Um diese Zahlen ging es aber hier im Parlament heute weniger als um die Landwirtschaftspolitik der Regierung insgesamt.
ÖVP-Generalsekretär Lanner, heute Hauptsprecher der Opposition, rechnete mit der Regierung ab.
Wenn man sich die letzten acht Jahre sozialistische Agrarpolitik vor Augen hält, so kann man das Ergebnis eigentlich in drei Punkten sehr knapp und einprägsam zusammenfassen.
Versprochen viel,
Gehalten wenig, Linie keine.
Nahrungsmittelversorgung zum Nulltarif gibt es nicht.
Nicht in Österreich und nicht auf der ganzen Welt.
Sichere Ernährung, auch in schwierigen Zeiten, kostet etwas.
Und das lassen wir uns gerne, das sage ich namens der Österreicher, etwas kosten.
Aber wir lassen uns nicht in die Rolle der Armutsempfänger drängen, denen man bei jeder sich bietet die Gelegenheit alles Mögliche vorwirft, von der Überschussproduktion bis zu den Subventionsempfängern.
Ich habe mir die Zahlen angeschaut, wie sie international liegen.
Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gibt für die Agrarfinanzierung pro Kopf der Bevölkerung rund 900 Schilling aus.
In Österreich knapp die Hälfte, 540 Schilling pro Kopf.
Ich möchte daran, an diesem Beispiel, an diesem einen Beispiel, Ihnen nur zeigen, wie leistungsfähig, wie funktionsfähig diese Landwirtschaft trotz ihrer Politik noch ist.
Der sozialistische Abgeordnete Pfeiffer verwies auf die Tätigkeit der ÖVP-Alleinregierung vor 1970, derer seinerseits mangelndes Verständnis für die Bauern und ihre Sorgen vor war.
Von Pfeiffer sagte unter anderem, sie haben den Weizenpreis zu ihrer Zeit um sieben Groschen gesenkt.
Das war eine richtungsweisende Agrarpolitik damals.
Wenn wir laufend die Agrarpreise, die Getreidepreise erhöhen, dann kassieren Sie selbstverständlich gerne das Geld und versuchen, den Bauern einzureden, dass die Politik schlecht ist.
So ist die Situation, meine Damen und Herren.
Glauben Sie denn wirklich, dass die österreichische Bauernschaft Ihnen das auf Zeit abnehmen wird?
Glauben Sie das wirklich?
Pfeiffer warft den Landesregierungen Niederösterreich und Burgenland vor, sie hätten 1974 und 1975 eine Gefälligkeitspolitik gegenüber den Weinbauern betrieben und damit eine übermäßige Ausweitung der Weinbauflächen und den jetzt kaum zu beherrschenden Weinüberschuss verschuldet.
Die Redner der freiheitlichen Partei verteilten dann unisono ihre Kritik gleichmäßig auf SPÖ und ÖVP und stellten einen Gesetzesantrag für ein neues Landwirtschaftsgesetz vor, der heute im Parlament eingebracht wurde.
Der freiheitliche Klubobmann Peter fasste die Kritik an den Großparteien mit den Worten zusammen.
Daher gibt es meiner Meinung nach für den Rest dieser Gesetzgebungsperiode zwei Schwerpunkte.
Die Erneuerung des Landwirtschaftsgesetzes und eine neue Agrarmarktordnung.
Schluss daher mit dem für die Bauern bis zur Stunde unerträglichen Marktordnungspfusch der sozialistischen Partei und der österreichischen Volkspartei.
Am Wort ist jetzt Landwirtschaftsminister Heiden, der auf viele Anfragen und Vorwürfe vom Vormittag antwortet.
Wir werden über seine Wortmeldung ebenso im Abendjournal berichten, wie über die Behandlung einer dringlichen Anfrage der ÖVP, die für 16 Uhr vorgesehen ist.
Es geht in der Anfrage an Bundeskanzler Kreisky um die Regierungsumbildung oder um eine Regierungsumbildung und vor allem
behandelt man den Verbleib des Finanzministers Androsch in der Regierung.
Soweit mein Bericht hier aus dem Parlament und ich gebe zurück zum Funkhaus ins Mittagschanal.
Berichterstatter war Hans Adler mehr, wie Sie schon gehört haben, dann im Abendschanal.
Sie wissen, Beginn 18.30 Uhr, Programm Österreich 1.
Wir aber im Mittagschanal setzen fort mit der Inlandspresseschau.
Für die Auswahl der Zitate ist heute Erich Eichinger verantwortlich.
Hauptthema der innenpolitischen Kommentare in den heutigen österreichischen Tageszeitungen ist die gestrige Sitzung des SPÖ-Vorstandes, die keine Festlegung der Partei über die Person des ORF-Generalintendanten brachte.
Wie Zentralsekretär Blecher nach der Sitzung erklärte, gebe es aber in der SPÖ starke Bedenken gegen die Person Gerd Bachers.
Dazu meinen beispielsweise heute die Salzburger Nachrichten in einem Kurzkommentar.
Es gab zwar einige Stimmen gegen Bacher und einige für Zilk, aber das Gesamtbild sah nach Vorsicht und noch einmal Vorsicht aus, um nicht einen ähnlichen Gesichtsverlust zu erleiden wie vor etwa drei Monaten.
Und abschließend?
Wenn der Rundfunk unabhängig sein soll, was im Interesse Österreichs und aller Fernseh- und Radioempfänger liegt, dann dürfte die Postenbesetzung in diesem Institut einen Parteivorstand überhaupt nichts angehen.
Weder den der SPÖ noch jenen der ÖVP und der FPÖ.
Vielleicht ist Bacher deshalb bei der SPÖ nicht so beliebt, weil er ähnlich denkt.
Im Kurier, meint Karl Löbel, Zilk ist vielleicht nicht viel schlechter, aber gewiss nicht besser als Bacher.
Wenn man darin übereinstimmt, dass der beste Kandidat für diesen Posten gewünscht wird, gibt es keinen Grund, Bacher nicht im Amt zu bestätigen.
In den Vorarlberger Nachrichten schreibt Walter Zeiner,
Der vom Tiger zum Bernhardiner gewandelte Bacher, wie ihn Peichel Hieronymus sieht und zudem ein durch das ORF-Gesetz in seiner Macht beschnittener ORF-Generalbacher, sollten für die SPÖ ein verkraftbares Übel sein, wenn sich damit die Chance einer neuen Regierungsmehrheit erhöht.
So das Kalkül.
Das Wort haben in einer Woche die ORF-Kuratoren, wenn sie ohne Parteiweisung in die Wahl gehen.
Rudolf Messer im Salzburger Volksblatt.
Auch wenn von allen hochrangigen Genossen während der letzten Tage und Wochen im Brustton der Überzeugung behauptet wurde, man werde keinen Einfluss auf die 16 SPÖ-Kuratoren ausüben, allein es fehlt der Glaube.
Daran kann auch die gestrige Versicherung des Generalbevollmächtigten der Regierungspartei, Bruno Kreisky, kaum etwas ändern.
Die SPÖ werde keine Empfehlung für den 19.
Dezember ausgeben.
Zumindest Karl Blecher wird versuchen zu retten, was zu retten ist.
Und seine Mannen doch noch auf den besten Mann, der seiner Meinung nach, und die hielt er ja nie hinter dem Berg, sicher nicht den Namen Gerd Bacher trägt, zu vergattern.
Aber vielleicht versucht Bruno Kreisky seinerseits den Blecher zu vergattern.
Nur wie dann der beste Mann heißen wird, das wagt heute noch niemand zu prophezeien.
Manfred Scheuch im SPÖ-Zentralorgan Arbeiterzeitung.
Es hat sich in den Leitungsgremien der SPÖ offenbar auch die Ansicht durchgesetzt, es werde in der öffentlichen Meinung heute nicht mehr erwartet, dass eine politische Partei in allen Fragen eine strenge Marschrichtung angibt.
Zumal ja der ORF für viele Menschen als eine Entpolitisierung für wert befunden wird.
Obwohl eine von den bürgerlichen Medien geförderte Täuschung darin liegt, dass einfache Gemüter annehmen ein so sensibles Medium wie der Rundfunk müsse Politik fern sein.
Wenn auch die Partei keine Empfehlung für einen Kandidaten ausgegeben hat, so halten führende Sozialisten wie Wiens Bürgermeister Graz nicht mit ihrer Ansicht hinter dem Berg, dass sie in Zilk den geeignetsten Mann für den Generalintendanten sehen.
Die kommunistische Volkstimme Während jede Parlamentsdebatte, jede Gerichtsverhandlung öffentlich ist, ist die ORF-Kuratoriumssitzung mit der Wahl der Generalintendanten geheime Kommandosache.
Die Österreicher dürfen nicht erfahren, wie da gepackelt wird, wie da Kuratoren plötzlich zum Umfallen auf die ganz rechte Seite gebracht werden.
Das ist die Demokratisierung des ORF durch die SPÖ-Regierung, über die zum Glück auch schon viele Sozialisten nachzudenken beginnen.
Martin Stieglmeier im ÖVP-Organ Neues Volksblatt.
Wollen die Sozialisten überhaupt noch den Anschein politischer Klugheit in dieser Frage erwecken, so müssten sie Bacher wieder wählen lassen.
Denn wenngleich dies eine ungeheure Niederlage für Kreisky wäre, so könnte er immer noch parteiintern argumentieren, es sei dies ein kluger Schachzug, denn damit habe man das heikle Thema ORF stillgelegt und außerdem müsste sich Bacher dankbar erweisen.
Dankbarer auf jeden Fall als ein Zilk, der ja nur der Favorit einer Gruppe innerhalb der SPÖ ist und war.
Was immer in einer Woche geschehen wird, es fällt den Sozialisten auf den Kopf.
Eine innerparteiliche Ausdeutung versucht Thomas Korherr in der Tageszeitung Die Presse.
Wer A wie Androsch sagt, muss auch B wie Benja sagen.
Die beiden scheinen die neue Achse der SPÖ zu sein.
Benja aber ist, deshalb war er auch für einen Verbleib Oberhammers im ORF, dagegen, Leute, die man zuerst in Positionen gehievt hat, plötzlich fallen zu lassen, wie heiße Erdäpfel.
Schaut man sich unter diesem Gesichtspunkt die Generalvollmacht Kreiskis noch ein letztes Mal an, bleibt sie nur noch als Vollmacht, alle Schuld auf sich zu ziehen.
Als Vollmacht, die Verantwortung zu übernehmen für alles, was künftig noch schief gehen kann.
Es ist die Generalvollmacht unter Umständen die Mehrheit zu verlieren und die Konsequenzen zu tragen.
Diese Inlandspresseschau hat heute Erich Eichinger zusammengestellt.
Nach dem Nein zu Zwentendorf hat die Idee, dass man ja auch einmal ans Energiesparen denken könnte, in Österreich eigentlich neuen Auftrieb erhalten.
Die Energieverwertungsagentur hat zum Beispiel erst vor einigen Wochen ein Umdenken in der österreichischen Energiepolitik gefordert.
Und zwar sollte man von einer Politik der Bedarfsdeckung, hieß es da, zu einer Energieverbrauchspolitik übergehen.
Das heißt, die Allgemeinheit soll veranlasst werden, nicht mehr Energie zu verbrauchen, als für die Aufrechterhaltung von Vollbeschäftigung und Wohlstand benötigt wird.
Dieses Programm umfasst sowohl Maßnahmen beim Bauen und Wohnen, als auch Energiesparvorschläge für Handel, Gewerbe, Industrie und für den Verkehr.
Wie stellt sich nun die österreichische Bevölkerung generell zum Gedanken des Energiesparens?
Das Institut für empirische Sozialforschung hat zu diesem Thema eine Umfrage durchgeführt und das Ergebnis fasst Herbert Hutter zusammen.
90 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind für das Energiesparen, stellt das IFES-Institut fest.
Nur die Leute wissen nicht, wo und wie.
Nur ein Viertel der Österreicher weiß auf Anhieb, wie viel die Kilowattstunde Strom kostet.
Und nur 13 Prozent können angeben, wie viel Strom ihr Kühlschrank verbraucht.
Die Unsicherheit über das Wie beim Energiesparen manifestiert sich auch im Ruf nach gesetzlicher Regelung.
Nicht weniger als 83 Prozent der Befragten wünschen Gesetze gegen energieverschwendete Bauten, Fahrzeuge und Geräte und 40 Prozent treten dafür ein, dass starke Stromverbraucher durch einen gestaffelten Strompreis beträchtlich mehr zahlen sollen.
Will man das Energiesparverhalten des Österreichers zusammenfassen, so stellt sich heraus, dass man zwar von freiwilliger Selbstbeschränkung im Konsum nicht viel hält, auf der anderen Seite aber auch nicht gerade knausrig ist.
Dass sehr viel Energie und damit auch sehr viel Geld durch den Rauchfang und durch undichte Fenster und Türen in die Luft entweicht, dieses Bewusstsein dürfte schon allgemein gut geworden sein.
Denn etwa die Hälfte der Leute, die sich in den nächsten fünf Jahren eine neue Wohnung beschaffen wollen, würden gern um 50.000 Schilling mehr ausgeben, wenn sie wüssten, dass diese Investition wenigstens bis in zehn Jahren durch Heizkostenersparnis wieder herein käme.
In absoluten Zahlen wären dies nach den Berechnungen des IFES-Institutes pro Jahr etwa 30.000 Leute und ungerechnet wäre dies ein Aufwand von eineinhalb bis zwei Milliarden Schilling, der der Wirtschaft zugute käme.
Das Institut räumt allerdings ein, dass der Energiespareffekt anfänglich relativ gering wäre, da erst in weiterer Zukunft energiesparende Wohnungen, Fahrzeuge und Geräte die Energiebilanz merkbar entlasten würden.
Bei den Erhebungen über den Energiekonsum in den einzelnen Haushalten hat sich das IFES-Institut aber auch den Stromverbrauch beschränkt.
dass Haushalte, die mit festen Brennstoffen heizen, nur etwa ein Sientel so viel Strom verbrauchen wie Haushalte, die als voll elektrifiziert gelten, braucht hier nicht zu wundern.
Völlig unberücksichtigt geblieben ist auch die Tatsache, dass im vergangenen Winter die Ölheizungen in Österreichs Haushalten erstmals die Spitze erreicht haben und zwar mit 31 Prozent.
Ein weiteres Drittel der österreichischen Haushalte heizt mit Kohle, Koks oder Briketts.
Soweit das Statistische Zentralamt in einer Mikrozensuserhebung vom November.
Allein vom Stromverbrauch auf den Energieverbrauch zu schließen, ist daher nur beschränkt aussagekräftig.
Nun zum Verkehr.
Etwa die Hälfte der Autofahrer, so die IFES-Umfrage, trachtet, benzinsparend zu fahren.
Und die sparen dabei 8% Treibstoffkosten.
Das Institut für Empirischer Sozialforschung kommt zu dem Schluss, dass sich langfristig zwar einiges erreichen ließe, was das persönliche Energiesparen betrifft, doch reichen Appelle nicht aus.
Zwischen den Zeilen?
Verhaltensänderungen in der Bevölkerung sind nur mit zumindest sanfter Gewalt zu erzielen.
Das Institut verhielt auch nicht seine Sympathien für die sogenannten grünen Ideologien, die mit ihren Umweltschutz- und Energiespargedanken gewissen Einfluss auf das Verhalten der Bevölkerung erhalten könnten.
Der Effekt in Prozenten ausgedrückt wäre der Unterzuchung zufolge trotz alledem aber nicht höher anzusetzen als drei bis vier Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt und beim privaten PKW-Verkehr und auch das erst in einigen Jahren.
Für die rein theoretischen und technischen Möglichkeiten des Energiesparens bedient sich das Institut einer Vorausschau des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse.
Dort ist die Möglichkeit erwähnt, in den nächsten Jahrzehnten den Durchschnittsverbrauch eines PKWs von 12,3 Liter Benzin auf 7 Liter je 100 Kilometer zu reduzieren.
Sollten die Wohnbauten konsequent mit einer wirksamen Wärmeisolierung versehen werden, so könnte der Wärmeverlust bis zum Jahr 2000 um mehr als die Hälfte verringert werden, legt man die Isolierungsnormen von 1971 zugrunde.
In der Praxis allerdings beschränkt sich das IFES-Institut auf die Empfehlung einer jährlichen größeren Werbekampagne, die von der Energieverwertungsagentur durchgeführt werden soll.
Das war ein Beitrag von Herbert Hutter und jetzt gleich weiter mit dem Thema Wohnbaupolitik in Österreich.
Wer immer sich mit diesem Problem beschäftigt oder herumschlagen muss und sei es nur, weil er eben eine Wohnung sucht, der weiß, wie schwierig die Materie ist.
Ich glaube, man kann ruhig sagen, die Wohnbauforschung und auch der Wohnbau in Österreich stagnieren momentan.
Heute fand nun in Wien eine Pressekonferenz der Forschungsgesellschaft Wohnen, Bauen, Planen statt.
Das ist eine Gesellschaft, in der Vertreter der Landesregierungen, des Bautenministeriums und anderer offizieller Stellen zusammenarbeiten.
Und diese Gesellschaft hat nun Alternativen zur Wohnbaupolitik in Österreich präsentiert.
Mehr erfahren Sie gleich von Wilfried Seifert.
Der Österreicher hat eine Wohnung, sie wird auch langsam besser und sogar langsam größer, sie ist aber immer noch zu billig.
Und weil diese fehlenden Mittel dem Wohnbau nicht zufließen, wird der Österreicher nie eine wirklich schöne Wohnung haben.
Das ist in vielleicht schon fast unzulässiger Vereinfachung die Analyse der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen.
Dass es aber mehr ist als eine provokante Meinung, lässt sich an einem ganz kleinen Rechenbeispiel beweisen.
Durchschnittlich wendet der Österreicher 9 Schilling je Monat und Quadratmeter für die reinen Wohnkosten auf.
Bei etwa 70-jährigem Bestand der Wohnungen und 8,5-prozentiger Kapitalkosten lassen sich damit Baukosten von 1400 Schilling je Quadratmeter finanzieren.
Tatsächlich aber liegen die Baukosten zwischen 7 und 10.000 Schilling.
Das ergebe tatsächliche Wohnungskosten von 70 Schilling pro Quadratmeter, eine Wohnungsmiete also etwa von 5.000 Schilling für eine 70 Quadratmeter Wohnung.
Die Differenz zwischen tatsächlich bezahlten 630 und 5.000 Schilling im Monat, Miete, muss natürlich auch bezahlt werden.
Sie zahlt allerdings nicht der Wohnungsinhaber, sondern wieder einmal der Steuerzahler, etwa aus seiner Einkommen- oder Körperschaftssteuer oder auch aus anderen Abgaben.
Tatsächlich fehlen nun dem Bund und auch den Ländern die notwendigen Mittel.
Die Zahl der Neubauwohnungen, die pro Jahr neu errichtet werden, stagniert.
Etwa seit 1972 ist diese Zahl mit 44.000 bis 45.000 jährlich gleich geblieben.
Altstadterhaltung und Wohnungsverbesserung, diese beiden modernen Schlagworte zur Verbesserung der Lebensqualität,
zeigen kaum mehr als Ansätze.
Der gesamte Wohnbauaufwand steigt nur mehr parallel zum Baukostenindex, etwa seit 1972 um 65 Prozent.
Das entspricht genau, auf ein Zehntelprozent genau, auch den Steigerungen der Baukosten.
Dabei ist der quantitative Wohnbaubedarf in Österreich sicherlich weitgehend gedeckt.
Kaum mehr gibt es echte Wohnungsnot, aus dem Österreicher die eigenen vier Wände fehlen.
Was fehlt, sind die menschengerechten, die vielleicht auch familiengerechten Wohnungen.
Die Durchschnittswohnung ist immer noch kleiner als 70 Quadratmeter, mehr als ein Viertel aller Wohnungen haben noch immer kein Wasser oder kein WC oder aber auch keines von beiden.
Von einem Wohnbedarf von morgen war dabei noch gar nicht die Rede.
Nun, was könnte man nun nach Meinung der Forschungsgesellschaft tun, um dem Bund den Ländern der Wohnbauförderung, also insgesamt, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen?
Erstens, die erst durch eine Novelle des in der Wohnbauförderungsgesetzes 1968 eingeführten Annuitätenzuschüsse könnten wieder gestrichen werden.
Es gäbe, so heißt es in der Studie, keine vernünftige Begründung für diese Zuschüsse, da in sozialbedürftigen Fällen die Belastung durch Wohnbauhilfen gemildert werden kann.
Die Annuitätenzuschüsse, das sind jene Gelder, die der Wohnungsinhaber erhält, nachdem er eine geförderte Wohnung bezogen hat, die ihm aber eventuell zu teuer wird.
Da zahlt er an der Bund oder auch das Land zu den Krediten monatlich dazu.
Diese Annuitätenzuschüsse könnte man auch reduzieren, statt gleich zu streichen.
Die Wohnbaubeihilfe, da wäre dann zu überlegen, heißt es im Papier, ob diese im bisherigen Ausmaß gewährt werden müsste oder ob es nicht doch den Wohnungsbewerbern, zumindest in einigen Bundesländern, eine höhere Belastung zugemutet werden könne.
Bei einigen Bundesländern mit hohen Wohnungsaufwendungen ist immer an erster Stelle Wien zu nennen.
Es ist auch fraglich, heißt es hier in der Studie weiter, ob der Kreis der Begünstigten für die Wohnbaubeihilfe tatsächlich im selben Umfang beibehalten werden müsse.
Bei den Direktdarlehen, das sind jene Darlehen, die nur für die Errichtung einer Wohnung und zwar vergünstigt ausgegeben werden, erscheint eine Laufzeit von 50 Jahren heute nicht mehr gerechtfertigt.
Das sind diese Landesdarlehen, die bei einer einprozentigen Verzinsung auf 50 Jahre gewährt werden.
Hier sollte nach Meinung der Studiengesellschaft eine wesentliche Kürzung in der Laufzeit und eine wesentliche Erhöhung der Zinssätze der gar 9% vorgenommen werden, um eben Bund und Ländern mehr Mittel zufließen zu lassen.
Die derzeit gewährte Wohnbeihilfe von Schilling 30 im Monat, diese alte und anachronistische Wohnbeihilfe, sollte nach Meinung der Forschungsgesellschaft nur auf Sozialfälle beschränkt werden.
Alle anderen Mittel, da könnte man sich ungefähr die Größenordnung von mehreren Millionen Schilling im Jahr vorstellen, sollten ebenfalls dem Wohnbau zuführen.
Dann das grundsätzliche Problem.
Noch immer sind Wohnbaupolitiker, aber auch Kommunalpolitiker aller Stattierungen und aller Gemeinden darauf stolz, wenn sie möglichst hohe Zuwachsraten bei den Neubauwohnungen vorzeigen können, anstatt sich endlich darauf zu konzentrieren, dass es ja ein Baupotenzial in Österreich gibt, besonders in den Stadtkernen, besonders in den dicht besiedelten Gebieten.
Noch immer ist die Verbesserung bestehenden Wohnraums wesentlich billiger als die Schaffung neuen Wohnraums.
hier geeignete gesetzliche Maßnahmen zu setzen, etwa die Wiederinstandsetzung, die Verbesserung von Wohnungen in gleichem Maße steuerlich zu begünstigen, wie den Neubau, erscheint der Vorsitzenden der Gesellschaft als eines der wesentlichsten Hilfsmittel, zusätzliche Mittel dem Wohnbau zuzuführen.
Soweit im ganz kurzen Rahmen die Vorschläge, die heute von der Gesellschaft für Bauen, Wohnen und Planen hier im Presseklub Konkordia vorgestellt wurden und damit zurück an das Studio des Mittagsschanals.
Wohnen in Österreich und wie könnte man es besser machen?
Das war ein Beitrag von Wilfried Seifert.
Am Montag dieser Woche hat die Geschäftsleitung der Vöslauer Kamgan-Fabrik mit ihren 1200 Beschäftigten den Konkurs beim Handelsgericht Wiener Neustadt angemeldet.
Begründung, die Überschuldung des Unternehmens.
Derzeit sind es 110 Millionen Schilling, die fehlen.
Um den Betrieb bis Ende des Jahres aufrecht zu erhalten, wären aber noch einmal an die 100 Millionen Schilling erforderlich.
Der Hauptaktionär, die verstaatlichte Kreditanstalt Bankverein, will aber keine Mittel mehr in die Vöslauer Kammgarn stecken.
Sie hat ihr das Engagement schon einige hundert Millionen Schilling gekostet.
Verluste im Zusammenhang mit der Vöslauer Kammgarn haben aber auch die private Schöller Bank und der Bund, also die Republik Österreich, zu vermelden.
In den nächsten Wochen wird nun der Massenverwalter, der Wiener Neustadter Anwalt Dr. Kosch, entscheiden, was mit den drei Betriebsstätten in Micheldorf, in Heidenreich-Stein und in Bad Veslau geschehen soll und wie viele der 1.200 Mitarbeiter weiter beschäftigt werden können und welche nicht.
Heute hat nun Finanzminister Androsch die Veslauer Kammgarnfabrik besucht und mit der Geschäftsführung, den Betriebsräten, aber auch mit den betroffenen Arbeitern gesprochen.
Matthäus Katinger war mit dabei, hier sein Bericht.
Hier in Bad Vöslau geht die Arbeit weiter.
Einziger Unterschied zu früher, die Geschäfte führt nun der vom Handelsgericht Wiener Neustadt eingesetzte Masseverwalter Dr. Norbert Koosch.
Er ist für alle weiteren Maßnahmen verantwortlich und auch haftbar für die Konkursmasse.
Vizekanzler Androsch überzeugte sich zunächst einmal gemeinsam mit dem Präsidenten der Niederösterreichischen Arbeiterkammer, Hezon, von den technischen Ausrüstungen der Vöslauer Kammgarnfabrik.
Viele Gespräche mit den Arbeitern, Händeschütteln, aber nur Unverbindliches.
Sicher schade ist, dass man einen Betrieb mit dieser Größenordnung zusperrt oder vorhat, ihn zu sperren.
Und vor allem, es sind eine Menge Leute, die ein gewisses Alter erreicht haben, die sicher sehr schwer irgendwo wieder unterkommen.
Für uns junge Leute ist es noch nicht so schwer.
Sicher, in Übergangszeiten macht man vielleicht einmal eine minderqualifizierte Arbeit, aber in Zukunft findet sich sicher ein besserer Posten wieder.
Was machen die alten Leute?
Oder was stellen sie sich vor?
Was könnte man unternehmen, dass man das ein bisschen
Ich bin 16 Jahre in der Firma.
Ich hab Dreier gelernt.
Jetzt bin ich Werkmeister.
Ich hab die Maschinenwartung in der Spulerei über.
Was verdienst du als Werkmeister?
13.000 Schilling ungefähr pro Tag.
Und wohnen, wo?
Ich wohne in Vöslau.
Ich hab eine Werkswohnung gehabt.
Ich hab vor, sie zu kaufen.
Das ist mein Eigentum.
Zur Altersstruktur der Beschäftigten hier in Bad Vöslau nur so viel.
Der Großteil der Beschäftigten ist etwa 50 Jahre oder älter.
So sind allein 33 männliche Beschäftigte vom Jahrgang 1920, also 58 Jahre alt.
Heute Nachmittag findet übrigens ein Gespräch
der Textilgewerkschaft mit Sozialminister Weißenberg statt.
Und zwar soll auch geklärt werden, ob eventuell doch das sogenannte Sonderunterstützungsgesetz auf die älteren Mitarbeiter der Veslauer Kammgaren angewendet werden kann.
Dieses Gesetz gibt die Möglichkeit einer Frühpension für Männer mit 55 Jahren und Frauen mit 60 Jahren.
Allerdings nur, wenn der gesamte Industriezweig zur Krisenindustrie erklärt wird.
Geschehen bereits unter anderem im Kohlenbergbau.
Im Fall der Veslauer Kammgarn ist dies aber unwahrscheinlich, da es ja der Vorarlberger Textilindustrie relativ gut geht.
Nach einem weiteren Gespräch mit dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung fasst dann Vizekanzlerfinanzminister Androsch seine Eindrücke so zusammen.
Eine Zusammenfassung muss leider damit beginnen, das ist eine äußerst schwierige Situation.
ist, die es hier gibt und dass man vor allem bemüht sein muss, für die davon betroffenen Menschen Lösungen zu finden.
Viele von ihnen sind Jahrzehnte hier tätig, sind in einem Alter, wo es nicht so leicht ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.
Unsere Bemühungen, gemeinsamen Bemühungen,
werden sich daher in zweierlei Richtungen bewegen.
von der Vergangenheit sich abzukuppeln.
Das ist die Voraussetzung überhaupt, zu etwas Neuem vielleicht zu kommen.
Aber jedenfalls die Chance steckt dann drinnen.
Das bedeutet, im Konkursverfahren so abzuwickeln, dass nicht von vornherein alles verloren ist, weil es auseinanderfällt.
Das ist die eine Stoßrichtung.
Für Heidenreich-Stein ist das praktisch schon gesichert.
Und das zweite ist, Wege zu finden, wie man das soziale Problem für die älteren Dienstnehmer lösen kann, die noch nicht das Pensionsalter erreicht haben.
Das große Problem ist ja Bad Vösslau hier.
Wie wird es da weitergehen?
Hat sich hier bereits etwas herauskristallisiert?
Nein, da sind also eine Fülle von Bemühungen im Gange, dass man den industriellen Standort nutzt und dass das, was es an betrieblicher Organik gibt, dass das nicht auseinanderfällt, weil dann ist das ja nur praktisch den Kilopreis des Schrotts wert.
Leider kann man nicht schon jetzt sagen, dass eine Lösung sichtbar ist, aber die Bemühungen sind im Gang.
Momentan ist jedenfalls das eine sichergestellt, dass sozusagen von der Stunde null des Konkursantrages mit den Möglichkeiten, die es gibt, das weiterläuft, um Zeit zu gewinnen und damit die Chance zu erhalten, dass irgendein Interessent gefunden wird, der in einer für ihn geeigneten Form das weiterführt und zwar
Nur dann ist das möglich, wenn das nicht vorher auseinanderfällt.
Also das ist jedenfalls für die Stunde, für den Tag, für diese Wochen erreicht.
Im Gebiet um Bad Veslau gibt es zwar 700 offene Stellen, aber gesucht werden junge Arbeiter oder Fachkräfte.
Also auch wieder keine Chance für die Beschäftigten der Veslauer Kammgarn.
Soweit also mein Bericht vom Betriebsbesuch des Vizekanzlers in Bad Veslau und damit zurück ins Studio des Mittagschanals.
Für die Betroffenen ein nicht sehr weihnachtlicher Bericht, das war ein Beitrag von Matthäus Katinger.
Acht Minuten nach halb eins ist das übrigens jetzt.
Der indische Industrieminister George Fernandes hat heute einen dreitägigen Besuch in Österreich beendet.
Während seines Aufenthalts führte er Gespräche mit Bundeskanzler Kreisky und Handelsminister Staribacher.
Fernandez gehört ja zu den interessantesten Persönlichkeiten der indischen politischen Szenerie.
Aus dem katholischen Priesterseminaristen wurde der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Indiens und Präsident der Eisenbahner-Gewerkschaft.
In den letzten Monaten der Regierung von Indira Gandhi war Fernandez im Untergrund tätig und verbrauchte auch längere Zeit aus politischen Gründen im Gefängnis.
Noch als Häftling kandidierte er im Vorjahr für das Parlament und wurde auch mit großer Mehrheit gewählt.
Harry Sichrovsky befragte Minister Fernandes zur politischen Situation in Indien und auch zu den Beziehungen zwischen Indien und Österreich.
Herr Fernandes, vor eineinhalb Jahren hat das indische Volk mit großen Hoffnungen die Notstandsregierung Gandhi gestürzt und die Janata-Koalition an die Macht geführt.
Heute jedoch bietet Janata-Indien eher ein Bild der inneren Zerrissenheit und Spannungen.
Die akuten Probleme wurden nicht gelöst und die Massen sind enttäuscht.
Warum wurde dieser Sieg verspielt von Ihrer Warte als sozialistischer Koalitionspartner aus?
Ich glaube, dass 18 Monate nicht genug sind, um die Probleme zu lösen, die wir geerbt haben.
Zum Beispiel, wir haben 40 Millionen Arbeitslose in Indien und für diese 40 Millionen Arbeit zu finden, ist nicht einfach.
Wir haben auch Veränderungen in der Wirtschaft und in der Industriepolitik vorgenommen.
Wir investieren doppelt so viel in die Landwirtschaft und ich glaube, die Maßnahmen, die wir gesetzt haben, werden die drückenden Wirtschaftsprobleme einer Lösung näher führen.
Und was die internen Differenzen betrifft, so sind wir erstens eine demokratische Partei und was noch wichtiger ist, wir sind eine Koalition aus sechs verschiedenen ideologischen Strömungen, nicht aus Parteien.
Alle diese Ideen befinden sich momentan in einer Art Schmelztiegel und es wird einige Zeit vergehen, bis wir eine homogene Organisation werden.
Aber ich glaube, das sollte unseren Freunden keine Sorgen bereiten.
Denn die Hauptsache ist, dass wir entschlossen sind, die gesetzten Ziele zu erreichen und das Vertrauen nicht zu enttäuschen, das die Massen in uns gesetzt haben.
Diese Situation bietet jedenfalls den fruchtbaren Boden für die einzige Führungspersönlichkeit, die Indien zu haben scheint, Indira Gandhi.
Ihr politisches Comeback ist durch einen Einzug ins Parlament bereits Tatsache.
Wenn die Wirklichkeit so weiter verläuft, wäre eine Rückkehr Frau Ghandis an die Macht denkbar oder zumindest ein Kompromiss zwischen ihrem Kongress und der Janata.
Ich persönlich glaube nicht, dass Frau Gandhi ein Comeback gelingt.
Es stimmt, sie ist im Parlament und sie hat eine Nachwahl gewonnen, aber nur dadurch, dass sie einen ihrer Parteigänger gezwungen hat, einen sicheren Sitz aufzugeben, in einem Bundesstaat, in dem ihre Partei an der Macht ist.
Aber seither hat es zwei Nachwahlen gegeben.
Für Parlamentssitze, die die Janata-Partei innehatte, und wir haben diese Sitze gehalten.
Ich glaube also nicht, dass man aus dem einen Wahlsieg Frau Ghandis in einem sicheren Wahlkreis schon auf ihren Wiederaufstieg schließen kann.
Das will nicht heißen, dass alles problemlos ist.
Ich erwarte, dass Frau Ghandi eine Menge Probleme auslösen und Druck auf die Regierung ausüben wird.
Aber ich bin davon überzeugt, dass wir die Lage im Griff haben.
Das Wichtigste ist, dass wir imstande sind, die Probleme jener zu lösen, die seit Jahrhunderten gelitten haben und die auch in dem System der letzten 30 Jahre keine Hoffnung fanden.
Und gerade hier haben die radikalen Elemente in der Regierung und in den Parteien Vorschläge für Pläne und Programme gemacht, die wirklich das Leben der Millionen berühren, deren Probleme ohne weitere Verzögerung gelöst werden müssen.
Was ist das Ergebnis Ihrer Wiener Gespräche mit Bundeskanzler Kreisky und Handelsminister Staribacher und was können Sie über die indisch-österreichischen Beziehungen im Allgemeinen sagen?
Meine Gespräche waren sehr nützlich und sehr fruchtbar.
Wir behandelten die politischen, aber mehr noch die wirtschaftlichen Beziehungen.
Wie Sie wissen, arbeiten wir auf bestimmten Industriesektoren zusammen.
Wir haben einige Entscheidungen getroffen, um diese Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Metallindustrie zu verstärken.
Wir haben auch Vorschläge erörtert zum Ausbau der Stahlindustrie in Indien, nachdem sie hier eine sehr hochentwickelte Stahltechnologie haben.
Wir sind auch sehr am Fahrzeugsektor interessiert, an Lkw, Mopeds und Motorrädern.
Eine Delegation österreichischer Industrielle wird auch nächsten Monat Indien besuchen und wir sehen einer Periode der verstärkten Zusammenarbeit und Kooperation zwischen unseren beiden Ländern entgegen.
Das war der indische Industrieminister Fernandes.
Kaum am Pferd, so könnte man sagen, hat die portugiesische Regierung auch schon Mühe, sich im Sattel zu halten.
Die Regierung unter Ministerpräsident Mota Pinto, die erst vor knapp einem Monat installiert worden ist und die nun bereits Gefahr läuft zu scheitern.
Stein des Anstoßes das geplante Sparprogramm des nicht an Parteien gebundenen Technokratenkabinetts.
Heute Nacht hat es im Parlament in Lissabon heftige Auseinandersetzungen über dieses Programm gegeben.
Vor allem die Kommunisten liefen dagegen Sturm und die Regierung konnte sich nur mit einer knappen Stimmenmehrheit über die Runden retten, hören Sie Volker Mauersberger.
Carlos Alberto Motapinto, Portugals dritter Ministerpräsident in diesem Jahr, hat es endlich geschafft.
Nach einer turbulenten Parlamentsdebatte, die von schweren Auseinandersetzungen gekennzeichnet war, stimmten heute Morgen Sozialdemokraten und Zentrumsdemokraten gegen einen Ablehnungsantrag der Kommunisten.
97 Mitglieder der sozialistischen Fraktion enthielten sich der Stimme.
Damit wurde mit überzeugender Mehrheit ein Antrag abgelehnt, der den zwei vorausgegangenen Regierungskrisen eine dritte hinzufügen wollte.
Mota Pinto geht im raschen Wechsel der portugiesischen Regierungskabinette dennoch bereits als ein Mann ein, der keine sichere politische Zukunft vor sich hat.
Denn die vergangene Nacht im Parlament von Lissabon hat gezeigt, dass die Kluft zwischen den vier im Parlament vertretenen Parteien gewachsen ist und dass der neue portugiesische Premier kaum mit der dauerhaften Unterstützung einer der vier Fraktionen rechnen kann.
Wir hoffen, dass wir die schwere Wirtschaftskrise unseres Landes überwinden werden, hatte Mutter Pinto am gestrigen späten Abend den Fraktionen zugerufen.
Dieser Satz fand lediglich den Beifall der Zentrumsdemokraten, die ihre Unterstützung für den Regierungschef ausdrücklich mit dem Hinweis auf die wirtschaftliche Not des Landes begründeten.
Doch die beiden stärksten Führer der parlamentarischen Opposition, Sozialistenchef Mario Suárez und der Führer der Sozialdemokraten Sacanero, nutzten die gestrige Parlamentssitzung zu einer eitlen, von Peinlichkeiten geprägten Selbstdarstellung aus.
Besonders Mario Suárez, der seine Entlassung aus dem Amt bis heute nicht verwunden hat, würzte seine Angriffe gegen die rechts von den Sozialisten stehenden Sozialdemokraten mit Polemik und wiederholte seinen Vorwurf, dass Portugals politische Rechte einen gewaltsamen Umsturz im Auge habe.
Solche Verdächtigungen riefen besonders bei den attackierten Sozialdemokraten Tumulte hervor und nicht zuletzt der neue Premierminister hielt seinem Amtsvorgänger entgegen, dass die Gefahr eines Militärputsches in Portugal nicht existiere.
Wieder einmal zeigte sich,
dass die innenpolitische Auseinandersetzung von einem Emotionsgrad gekennzeichnet ist, der den Blick auf die tatsächlichen Nöte verstellt und der kaum zu jener Stabilität beitragen wird, die für die Bekämpfung der deprimierenden Wirtschaftskrise erforderlich ist.
Portugals Premierminister Mota Pinto übernimmt nach seinem Erfolg im Parlament eine Regierung, die sich als parteipolitisch unabhängige Exekutive auf die Duldung der Sozialisten und auf die taktisch geprägte Unterstützung von konservativen Sozialdemokraten und christlich-demokratischem Zentrum verlassen kann, die mit dem erbitterten Widerstand der Kommunisten rechnen muss und die heute noch nicht sicher ist, ob sie das Ende der Legislaturperiode im Jahre 1980 erlebt.
Nach dieser erregten Parlamentsdebatte, die der neue Premierminister Mota Pinto als Sieger verließ, ist Portugals Dauerkrise noch längst nicht zu Ende.
Das war Volker Mauersberger aus Lissabon.
Erst heute ist es der rhodesischen Feuerwehr und Armeeeinheiten gelungen, den nun schon seit 36 Stunden wütenden Brand im größten Treibstofflager des Landes in der Nähe von Salisbury unter Kontrolle zu bringen.
Bis jetzt sind fast 40 Millionen Liter Treibstoff vernichtet worden.
Verantwortlich für den Anschlag dürften schwarze Guerrilleros sein.
Aber hören Sie mehr von Paul M. Schumacher.
Die Regieros der SIPRA, der Revolutionären Volksarmee von Zimbabwe und der ZANLA, der Nationalen Befreiungsarmee von Zimbabwe, haben sich für den größten Brand der rhodesischen Geschichte verantwortlich erklärt.
Auch heute Morgen noch kämpften alle Feuerwehreinheiten der Hauptstadt Sospri, hunderte von Freiwilligen aus der Zivilverteidigung und Soldaten gegen die kilometerweit sichtbare Feuersbrunst im größten Treibstoffdepot des Landes.
Die Katastrophe begann während der Nacht von Montag auf Dienstag.
Ein Wachmann im Treibstofflager schilderte Journalisten, er habe kurz vor Ausbruch des Feuers Schussgeräusche gehört, ähnlich dem Rattern eines Maschinengewehrs.
Kurz darauf seien bereits die ersten meterhohen Feuersäulen aufgestiegen, gefolgt von Explosionen.
Offiziell gab es bislang noch keine Schadensangaben.
Es wird jedoch von 80 Millionen Schilling gemunkelt.
Amtlich hieß es lediglich, es seien keine Menschenopfer zu beklagen.
Im Gegensatz dazu behauptete ein Sprecher der SIPRA, der militante Nationalistenbewegung, die von Joshua Nkomo geführt wird, es seien viele Personen verletzt oder getötet worden.
Fest steht, dass der ebenso furchtbare wie spektakuläre Brandanschlag der Guerrilleros die gemischtrastige Übergangsregierung von Salisbury an einer empfindlichen Stelle trifft.
Obwohl ein offizieller Sprecher versicherte, die Benzinversorgung sei gesichert, bildeten sich gestern und heute lange Schlangen an allen Tankstellen der Hauptstadt.
Nachdem Giralieros in den letzten Monaten mehrmals in Vororten von Salisbury aktiv wurden, griff vor allen Dingen unter weißen Einwohnern Panik um sich.
Denn ohne Benzin ist auch kein Entkommen nach Süden zur südafrikanischen Grenze mehr möglich.
Wegen des weltweiten Wirtschaftsboykotts und des letzten verschärften Ölembargos gegen Rhodesien hatte die Regierung schon vor Jahren besonders große Treibstoffvorräte gehortet.
Einen großen Teil davon in der Hauptstadt Salisbury, die bislang als sicher galt.
Nicht zuletzt könnte der Großbrand ernsthafte militärische Folgen für die angeschlagene Regierung des vom Krieg zerrütteten Landes haben.
Schon bislang war der Benzinverkauf an die Öffentlichkeit rationiert und die Armee ist der größte Verbraucher von Treibstoffen.
Außerdem ist inzwischen auch Südafrika, das Rhodesien seit Jahren durch seine großen internationalen Ölsäumen versorgen lässt, vom Ölboykott.
Und jetzt Kulturbeiträge im Mittagschanal.
Am kommenden Sonntag gibt es am Wiener Akademietheater die Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung von Harald Pinters Stück »Betrogen«.
Regie führt Peter Wutt, Brigitte Hofer berichtet.
Vielleicht haben Sie schon frühere Pinter-Stücke in Aufführungen des Burgtheaters kennengelernt.
Den Hausmeister oder den Liebhaber, alte Zeiten oder die Heimkehr.
Stücke, die immer wieder als hintergründig, mysteriös und irreal bezeichnet wurden.
Pinter hat längere Zeit kein Stück geschrieben.
Nun hat er als 48-Jähriger, als populärer britischer Schriftsteller, der vor einiger Zeit seine Frau einer anderen Frau wegen verlassen hat, ein Stück herausgebracht, das vom Betrug handelt.
Auf den ersten Blick scheint es, als handle es sich um eine der üblichen Dreiecksgeschichten, Frau zwischen zwei Männern.
Sieht man genauer hin, merkt man, von welchem totalen Betrug Pinter spricht.
Vom Betrug an den Menschen, die man liebt.
Vom Betrug am Freund und an sich selbst.
Vom Betrug an der eigenen Vergangenheit und an den eigenen Idealen.
Regisseur Peter Wood, als Spezialist für Stoppard-Inszenierungen in Wien bekannt, ist von der Einfachheit dieses Stückes fasziniert.
Ich finde es ein wundervolles Spiel.
Es ist sehr einfach.
Es geht um Menschen, die ihr Geld aus der künstlerischen Arbeit anderer Menschen ausgeben.
Sehr wichtig ist, dass Jerry ein Schriftführer ist und Robert ein Publisher.
Am Ende des Spiels läuft Emma in einer Bildgasse.
Alle drei machen Geld aus der künstlerischen Arbeit anderer Menschen aus.
Sie sind sozusagen Parasiten.
intellectual parasites.
Peter Wood charakterisiert die Personen des Stückes.
Menschen, die ihr Geld durch die Kunst anderer Menschen verdienen.
Jerry ist Agent für Schriftsteller, Robert ist Verleger.
Am Ende der Geschichte führt Emma eine Bildergalerie.
Alle drei leben von der Kunst anderer, man könnte sie Parasiten nennen, intellektuelle Parasiten.
Hören Sie dazu einen Ausschnitt, einen Dialog zwischen Robert, Joachim Bissmeier und Jerry, Karl-Heinz Hackl.
Kürzlich habe ich zufällig Casey getroffen.
Ich glaube, er hat ein Verhältnis mit meiner Frau.
Wir haben seit Jahren nicht mehr squash gespielt, Casey und ich.
Wir waren verdammt gute Spieler.
Er hat zugenommen.
Ja, das schien mir.
Er hat keinen Saft mehr.
Wirklich?
Bist du nicht der Meinung?
Inwiefern?
Seine Arbeiten, seine Bücher.
Ach, seine Bücher, seine Kunst.
Ja, seine Kunst scheint abzubröckeln, oder nicht?
Verkauft sich immer noch.
Oh, verkauft sich sehr gut.
Verkauft sich in der Tat sehr gut.
Sehr gut für uns.
Für dich und mich.
Ja.
Pinter lässt die Geschichte dieser Menschen im Rückwärtsgang ablaufen.
Das Stück beginnt 1977 und endet 1968.
Die Frage, warum geschah etwas, ist ihm wichtiger als die Frage, was geschieht als nächstes.
Sprachliche Doppelbürgigkeit kennzeichnen seine Dialoge, so zum Beispiel im Gespräch des Liebespaares Emma und Cherry, Sonja Sutter und Karl-Heinz Hackel.
Wie geht's, Robert?
Wann hast du ihn zuletzt gesehen?
Seit einem Monat nicht mehr.
Ich weiß nicht warum.
Warum?
Warum was?
Warum fragst du, wann ich ihn zuletzt gesehen habe?
Ach, na so.
Was macht Sam?
Du meinst Judith.
Mein ich?
Du warst die Form, ich frage nach deinem Mann, du fragst nach meiner Frau.
Ja, sicher.
Wie geht's deiner Frau?
Gut.
Das war ein Szenenausschnitt aus Harald Pinters Stück »Betrogen«, das am kommenden Sonntag im Wiener Akademitheater deutschsprachige Erstaufführung hat.
Das Hauptwerk von James Joyce, »Der Ulysses«, soll an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität unter der Leitung des Anglisten Hans-Walter Gabler mithilfe der Datenverarbeitung gereinigt werden.
Das heißt, man will auf diese Weise die erste wirklich authentische Fassung dieses Werks erstellen.
Hören Sie mehr von Klaus Kolberg.
Die Schwierigkeiten einer authentischen Ulysses-Edition ergeben sich nun aus folgenden Fakten.
Joyce schrieb den Roman zunächst episodenweise mit Untertiteln von Telemachos bis Penelope und sandte die Kapitel einzeln der Redaktion der amerikanischen Avant-Garde-Zeitschrift Little Review zu, die das Werk ab 1918 in einzelnen Folgen herausbrachte, bis die Zensur nach dem 14.
Kapitel den Weiterdruck untersagte.
Von diesem Zeitpunkt an aber sah Joyce sein eigenes Werk in einer größeren Dimension.
Der Zirzepart veränderte die Perspektiven und als 1921 die amerikanische Buchhändlerin in Paris, Sylvia Beach, das Werk in Dijon im Handsatz neu drucken lassen wollte,
ließ Joyce nach jeder Zusendung der provisorischen Druckfahnen zahllose Korrekturen und Neueinschübe folgen, die das Werk am Ende grundlegend veränderten.
Was aber, so lautet unsere Frage an Hans-Walter Gabler, kann hier in dem Dickicht zwischen erster Reinschrift, Typoskripten und zusätzlich nachgelieferten Einschüben des Autors der Computer für Arbeit leisten?
Der Computer hilft uns, entschlackt gewissermaßen unseren ganzen Prozess von den vielfältigen Übertragungen, die sonst nötig wären, in die die Überlieferungsfehler der Wissenschaftler, die nun an den Text herangehen, sich perpetuieren würden.
Ich kann den Computer auffordern, mir Texte, Textpassagen in
angegebenen Kollokationen anzubieten, auszudrucken, auf deren Grundlage ich dann kritische Entscheidungen fällen kann.
Der Computer kann mir den Vergleich anbieten.
Ich kann die einzelnen Varianten beurteilen.
Ich kann sie jetzt kategorisieren.
Ich kann die Dinge, die ich dem Typisten zuschreibe, ausscheiden aus dieser kategorisierten Liste und kann, so sind nun diese Computerprogramme dann aufgestellt, das, was bleibt,
der Mehrumfang des Typoscripts als Korrekturdatei zur Reinschriftdatei ansehen und kann vom Computer mir nun wiederum automatisch in die Reinschrift einarbeiten lassen, was der Autor in der Vorlage von Reinschrift und Typoscript eingefügt hat, sodass ich dann im Computer einen Text herstelle, der dieser Vorlage entspricht.
Ganz einfach ist das für uns nicht nachzuvollziehen.
Der Computer ersetzt also nicht die literaturwissenschaftliche Denkarbeit.
Sie muss nach wie vor von den Wissenschaftlern geleistet werden.
Er wird aber auch nach der eigentlichen Herausgabe des Originaliulisses noch seinen Nutzen erweisen, wenn es nicht mehr um die Erarbeitung des kritischen Textes geht, sondern um die linguistische oder literaturwissenschaftliche Auswertung und Ausdeutung des Werkes.
Und jetzt noch einmal ins Nachrichtenstudio, dort haben wir keinen Computer, sondern Herbert Slavik.
Österreich.
In der Budgetdebatte des Nationalrates werden heute die Kapitel Landwirtschaft sowie Bauten und Technik behandelt.
Für den Nachmittag ist die Behandlung einer dringlichen Anfrage der ÖVP vorgesehen, in der eine eventuelle Regierungsumbildung zur Sprache kommen soll.
In einer Pressekonferenz in Wien legte die Forschungsgesellschaft Wohnen, Bauen, Planen eine Studie vor, aus der hervorgeht, dass die Zahl der Neubauwohnungen seit 1972 stagniert.
Die Gesellschaft schlägt unter anderem vor, die Annuitätenzuschüsse zu reduzieren und die Wohnbeihilfe auf soziale Fälle zu beschränken.
Finanzminister Androsch setzte sich bei einem Besuch der Vöslauer Kammgarn-Fabrik dafür ein, dass das gegenwärtige Konkursverfahren gegen die Firma unter Berücksichtigung des Sozial- und Arbeitsmarktproblems abgewickelt wird.
Am Nachmittag will die Gewerkschaft der Textilarbeiter Gespräche über Unterstützungsmaßnahmen für die bisherigen Arbeitnehmer der Vöslauer Kammgarn führen.
Iran, Indien.
In der Stadt Isfahan ist es neuerlich zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern von Shah Mohammed Reza Pahlavi gekommen.
Bereits einen Tag vorher hatten in Isfahan Soldaten das Feuer auf Regimekritiker eröffnet.
Dabei sind 40 Menschen getötet und 600 verletzt worden.
Unterdessen haben aus Protest gegen das Schah-Regime 70 iranische Studenten das Persische Kulturzentrum in Neu-Delhi besetzt und den Kulturattaché Reza Alawi sowie mehrere in dem Gebäude Beschäftigte als Geiseln genommen.
Italien
Der Weltcup-Slalom der Herren in Madonna di Campiglio endete heute mit einem Doppelerfolg der Schweizer Donné und Lüscher.
Am dritten Platz landete Neureuther, Bundesrepublik Deutschland.
Bester Österreicher wurde Hans N. auf Platz 15.
Und wir sind damit am Ende des Mittagsschnalls in einer halben Minute.
Es ist 13 Uhr.
Für Redaktion und Technik verabschiedet sich Ilse Vögel.
Einblendung: Sixtus Lanner (ÖVP), Josef Pfeifer (SPÖ), Friedrich Peter (FPÖ)(ÖVP)
Mitwirkende:
Adler, Hans [Gestaltung]
, Lanner, Sixtus [Interviewte/r]
, Pfeifer, Josef [Interviewte/r]
, Peter, Friedrich [Interviewte/r]
Datum:
1978.12.13 [Sendedatum]
Ort:
Wien, Parlament [Aufnahmeort]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Wirtschaft
;
Wissenschaft und Forschung
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 70er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten