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KI-generiertes Transkript
Eine angenehme Mittagsstunde, meine Damen und Herren, am Mikrofon des Mittagsschornals ist Bruno Berger.
Vorneweg die wichtigsten Schlagzeilen aus dem Inland zunächst.
Interview mit FPÖ-Chef Alexander Götz.
Götz weist alle Spekulationen über mögliche Koalitionen nach den Neuwahlen zurück.
Und erste Bilanz des Weihnachtsgeschäftes in Österreich.
Und aus dem Ausland heute neuer Nahostgipfel in Brüssel.
Wir sprechen über die Positionen Jerusalems, Kairos und der anderen arabischen Staaten.
Jugoslawiens Staatschef Tito droht wieder den Regimekritikern und sollte es noch bis 13 Uhr zustande kommen, dann Einzelheiten zu einem möglichen Ende der Abrüstungsgespräche zwischen den Russen und den Amerikanern in Genf.
Ja, das, meine Damen und Herren, wäre also unser Programmvorhaben.
Erster Fixpunkt die Nachrichten.
Verantwortlicher Chef vom Dienst heute Helmut Koller, Sprecher Wolfgang Riemerschmid.
Österreich.
Der Verfassungsgerichtshof hat in einem heute zugestellten Erkenntnis den Antrag der Volkspartei auf Aufhebung der wesentlichsten Bestimmungen des zweiten Abgabenänderungsgesetzes abgewiesen.
Der Antrag war von ÖVP-Parlamentariern wegen angeblicher Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes eingebracht worden.
Der Antrag der ÖVP richtete sich im Wesentlichen gegen die steuerliche Schlechterstellung von Firmenpersonenkraftwagen und Kombis, wie sie im zweiten Abgabenänderungsgesetz vorgesehen war.
In der Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes wird festgestellt, dass dem Gesetzgeber nicht entgegengetreten werden könne, wenn er unternehmerische Entscheidungen in einem bestimmten Sinn beeinflussen will, nämlich etwa die Aufwendungen für Anschaffung und Betrieb von Personenautos und Kombis einzuschränken.
Auch wenn durch die Regelungen des zweiten Abgabenänderungsgesetzes betriebsbedingt in Einzelfällen wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten sollten, kann nach Interpretation des Verfassungsgerichtshofes kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz festgestellt werden.
Auch die Bestimmungen des Gesetzes über die Abfertigungen und Pensionen seien nach Auslegung des Verfassungsgerichtshofes nicht geeignet, das Eigentumsrecht zu berühren.
Italien.
Mehr als 100 Insassen einer DC-9 der Alitalia kamen heute Nacht ums Leben, als die Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen von Palermo ins Meer gestürzt war.
Fischer parken 21 Überlebende.
Nach ersten offiziellen Darstellungen war ein Triebwerksschaden die Ursache für die Katastrophe.
Der Pilot hat offensichtlich eine Notwasserung versucht.
Das Flugzeug hielt sich jedoch nur einige Sekunden auf der Meeresoberfläche und sackte dann ab.
Die Passagiere waren zum Zeitpunkt des Absturzes angeschnallt.
Der Pilot hatte keine Gelegenheit mehr, vor der Gefahr zu warnen.
Die meisten Verunglückten sind Italiener, die zu einem Weihnachtsurlaub nach Sizilien hätten reisen sollen.
Meldungen über tote oder verletzte Österreicher liegen nicht vor.
China.
Ein schweres Eisenbahnunglück hat in der Stadt Zhengzhou, der Hauptstadt der Provinz Honan, 104 Menschenleben und mehr als 200 Verletzte gefordert.
Die Katastrophe ereignete sich bereits vor einer Woche.
Einzelheiten wurden jedoch erst heute bekannt.
Ein Personenzug und ein Schnellzug stießen demnach zusammen, nachdem der Führer eines Zuges eingeschlafen war und ein Haltesignal überfahren hatte.
Kurz vor dem Zusammenstoß ist der Mann allerdings aufgewacht.
Er konnte von der Lokomotive springen.
Nun wird er sich vor Gericht verantworten müssen.
Ihm droht die Todesstrafe, ebenso wie dem Vorsteher eines in der Nähe des Unglücksortes gelegenen Bahnhofs, der seinen Arbeitsplatz unerlaubt verlassen hatte.
Unter den Toten und Verletzten befinden sich keine Ausländer.
Iran.
In Teheran ist es heute neuerlich zu Demonstrationen gegen die Regierung und den Shah gekommen.
Hunderte Schüler und Studenten zogen durch die Straßen der Hauptstadt und forderten den Sturz des Monarchen.
In dem erst heute wieder eröffneten Schul- und Studienbetrieb kam es als Folge der Kundgebungen zu Störungen.
100 Professoren der verschiedenen Universitätsfakultäten haben am Vormittag das Ministerium für Wissenschaft und Erziehung besetzt.
Sie fordern den sofortigen Abzug der Soldaten und Polizisten vom Universitätsgelände.
In der Stadt Achwas im Süden des Landes ist ein Attentat auf zwei amerikanische Staatsbürger verübt worden.
Bisher unbekannte Täter haben den stellvertretenden Direktor der Oil Service Company of Iran und einen zweiten Angestellten erschossen.
Der Name des Direktors soll auf einer Liste gestanden sein, aus der hervorgeht, dass er und weitere 21 Personen den Auftrag hatten, im südiranischen Erdölgebiet Streiks niederzuschlagen.
Drei frühere hohe Regierungsbeamte wurden verhaftet.
Es wird ihnen vorgeworfen, nach dem Vertragsabschluss mit einer Computerfirma etwa 40 Millionen Dollar unterschlagen zu haben.
Rumänien.
In einer Sitzung aus Anlass des 60.
Jahrestages der Gründung eines unabhängigen Rumäniens schlug das Parlament in Bukarest die Schaffung einer entmilitarisierten Zone zwischen den Mitgliedsländern der NATO, der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft und den Staaten des Warschauer Paktes vor.
Das Parteiplatz Quintella wies in einem Artikel darauf hin, dass jeder Versuch der Sowjetunion, anderen kommunistischen Staaten ihren Willen aufzuzwingen, ein Verstoß gegen die Grundsatzbeschlüsse sei, die im Jahre 1976 bei einer Konferenz der kommunistischen Parteien Europas gefasst wurden.
Jugoslawien.
Bei einem Empfang für hohe Militärs auf der Insel Brioni richtete Staats- und Parteichef Tito eine deutliche Warnung an Oppositionelle im Land.
Wörtlich sagte Tito, es gebe leider einzelne Personen, die zwar im Krieg für Jugoslawien getan hätten, was sie konnten, heute aber gegen die Interessen von Staat und Partei arbeiteten.
Schweiz, USA.
Die Außenminister der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, Vance und Gromyko, beenden heute in Genf ihre Verhandlungen über den Abschluss eines zweiten Abkommens zur Begrenzung der strategischen Rüstung.
In seinem Heimatort Plains im Bundesstaat Georgia äußerte sich Präsident Carter optimistisch über die Chancen, einen solchen Vertrag mit Moskau schließen zu können.
Wörtlich sagte Carter, es gebe auf diesem Weg Fortschritte, doch auch noch einige offene Fragen.
Belgien.
In Brüssel beginnen heute Gespräche zwischen den Außenministern der Vereinigten Staaten und Israels, Vance und Dayan, sowie dem ägyptischen Ministerpräsidenten Khalil über Möglichkeiten, die bisher erfolglos gebliebenen Friedensverhandlungen zwischen Kairo und Jerusalem wieder in Gang zu bringen.
Vance kommt von seinen Gesprächen mit seinem sowjetischen Ressort-Kollegen Grameko in Genf nach Brüssel.
Dayan betonte neuerlich, für sein Land komme es nicht in Frage, den in Camp David und Washington ausgearbeiteten Entwurf eines Friedensvertrages abzuändern.
Khalil verweigerte bei seiner Ankunft in der Schweiz jede Stellungnahme zu dem Problem.
Israel.
In Jerusalem sind mehr als 30.000 Touristen und Pilger aus aller Welt eingetroffen, um dort das Weihnachtsfest zu feiern.
In Bethlehem, das seit dem Sechstagekrieg von 1967 unter israelischer Militärverwaltung steht, haben die Behörden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen, weil Attentate befürchtet werden.
Hongkong.
Der unter panamesischer Flagge fahrende Frachter Hue Phong mit 2700 vietnamesischen Flüchtlingen chinesischer Herkunft an Bord ist heute in den internationalen Gewässern vor Hongkong vor Anker gegangen.
Die Behörden in der britischen Kron-Kolonie verweigerten die Genehmigung, die Passagiere an Land gehen zu lassen.
Sie boten jedoch Lebensmittel, Wasser und medizinische Hilfe für die Personen auf dem Flüchtlingsschiff an.
Bereits am 19.
Dezember war dem Kapitän des Frachters auf seine Anfrage, ob er in Hongkong anlegen dürfe, mitgeteilt worden, Hongkong sei nicht zur Aufnahme der Vietnamesen bereit und er müsse die Fahrt zum ursprünglichen Zielhafen Khao Sung auf Taiwan fortsetzen.
USA
Die Weltbank mit Sitz in Washington hat einen sogenannten Atlas des Kindes veröffentlicht.
Anlass ist das Jahr 1979, das von den Vereinten Nationen zum Jahr des Kindes erklärt worden ist.
Aus der Publikation geht unter anderem hervor, dass in den Entwicklungsländern hunderte Millionen Kinder nicht einmal über die einfachsten Dinge für ein normales Leben verfügen.
Nur 58 Prozent der Kinder in den sogenannten armen Nationen genießen eine Grundschulausbildung, nur 9 Prozent eine höhere Bildung.
In einem statistisch als repräsentativ anzusehenden Land mit niedrigem Durchschnittseinkommen arbeiten 32 von 1.000 Kindern vor Erreichung des 14.
Lebensjahres.
Die Lage der Kinder in Afrika und Asien wird in dem Atlas des Kindes als besonders beunruhigend dargestellt.
Als positive Punkte werden eine Verringerung der Säuglingssterblichkeit sowie eine höhere Lebenserwartung festgestellt.
Sie betrug 1960 in den unterentwickelten Ländern 36 Jahre und lag 1975 bei 43 Jahren.
In den USA liegt die Lebenserwartung dagegen bei 69 Jahren, in Europa bei 71 Jahren.
Das waren die Meldungen.
Die Wetterlage.
Ein Tiefdrucksystem, das mit seinem Zentrum derzeit über Norditalien liegt, verlagert sich langsam nordostwärts.
Durch Druckanstieg verliert es zunehmend an Wetterwirksamkeit.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Stark bewölkt bis bedeckt und vor allem im Bergland noch Schneefälle, die in ihrer Intensität aber abnehmen werden.
Im Osten des Bundesgebietes im Laufe der zweiten Tageshälfte zeitweise unergiebiger Schneefall möglich.
In der Folge von Westen und Süden her Tendenz zu Bewölkungsauflockerung.
Schwachwindig aus unterschiedlichen Richtungen.
Nachmittagstemperatur minus 3 bis plus 2 Grad.
Tiefstwerte der kommenden Nacht minus 4 bis minus 1 Grad.
In Aufklärungsgebieten bis minus 8 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen Sonntag.
Wechselnd, zum Teil auch aufgelockert bewölkt und nur noch vereinzelt Schneefall.
Schwachwindig.
Tageshöchsttemperatur minus 4 bis 0 Grad.
Die Messwerte abgelesen um 12 Uhr.
Wien, bedeckt durch Hochnebel, minus 1 Grad Südostwind, 10 km in der Stunde.
Eisenstadt, bedeckt 0 Grad Ost, 20 km.
Linz, bedeckt Schneefall, 0 Grad West, 10.
Salzburg, bedeckt Schneefall, minus 1 Grad Nordost, 5.
Innsbruck, bedeckt Schneefall, 0 Grad Südost, 3.
Bregenz, bedeckt minus 1 Grad Nordwest, 5.
Graz bedeckt, leichter Schneefall, minus ein Grad Südwind.
Fünf Kilometer in der Stunde und Klagenfurt stark bewölkt, null Grad Wind still.
Es ist jetzt in vier Minuten viertel eins.
Die rund eine Woche andauernde Diskussion um vorverlegte Nationalratswahlen ist praktisch schon wieder beendet.
Nach Äußerungen von Spitzenpolitikern der SPÖ, von Bundeskanzler Kreis, Göge Besche, Phantom Benje, Bürgermeister Graz oder etwa Landeshauptmann Wagner, scheint nun festzustehen, dass die Wähler nicht erst im Oktober, sondern bereits im Mai kommenden Jahres wählen sollen.
Unter der Hand kolportiert der wahrscheinlichste Termin für die Nationalratswahlen der 20.
Mai.
Die Begründungen für vorverlegte Nationalratswahlen unterscheiden sich naturgemäß zwischen Regierungspartei und Opposition.
SPÖ-Argumentation, ein Jahr Wahlkampf wäre schlecht und würde die Arbeit zu sehr behindern.
Gleichzeitig versprühen SPÖ-Spitzenfunktionäre Optimismus, dass die absolute Mehrheit auch nach den Jahren sozialistischer Alleinregierung wieder erreichbar wäre.
Demgegenüber die ÖVP-Argumentation.
Wahlen so früh als möglich, denn die Ära Kreisky neige sich ihrem Ende zu.
Die Regierung sei handlungsunfähig geworden, so etwa ÖVP-Parteichef Tausz noch gestern.
Mai-Wahlen könnten den Nachfolgekampf innerhalb der SPÖ abkürzen.
Nationalratswahlen lösen mit traditioneller Regelmäßigkeit auch immer wieder Spekulationen über mögliche Koalitionsformen aus.
Auch dazu gibt es schon einige Festlegungen.
Für ÖGB-Präsident Benja ist jede Koalition mach- und denkbar.
Für Kanzler Kreisky bisher jedenfalls nicht.
Er schließt für sich eine große Koalition aus und hält die kleine für derzeit nicht möglich.
ÖVP-Chef Taus lässt die Koalitionsfrage offen.
Wie sieht nun aus der Sicht der kleinsten Nationalratsfraktion der Freiheitlichen Partei die Situation aus?
Ex-Parteiobmann und Klubchef Friedrich Peter hat Neuwahlen zum frühestmöglichen Termin bereits begrüßt und seine Partei als gerüstet qualifiziert.
Wie immer die Wahlen auch ausgehen, sie werden bei der freiheitlichen Riege im Parlament wahrscheinlich einen neuen Mann als Abgeordneten bringen.
FPÖ-Parteiobmann Alexander Götz.
Dazu ein Interview mit Götz von Helmut Bock und Wilfried Seifert.
Herr Dr. Götz, man hat den Eindruck, nachdem Sie Bundesparteiobmann geworden sind, dass plötzlich die FPÖ eine
Zwei-Firma-Partei geworden ist.
Auf der einen Seite der Bundesparteiobmann, auf der anderen Seite der Klubobmann Peter.
Ich halte es für selbstverständlich, dass der politische Bereich sich nicht nur im parlamentarischen erschöpft und es ist daher selbstverständlich, dass Klubobmann und Parteiobmann in ihrer Tätigkeit letztlich das Bild einer politischen Gemeinschaft abrunden.
Von zwei Firmen könnte man dann sprechen, wenn das gegeneinander geschehen würde.
Das ist nicht der Fall.
Es geschieht miteinander und mit jenen Ziellinien und Zielen, die letztlich von den entsprechenden Gremien der Partei abgesteckt und beschlossen werden.
Wenn wir schon von dieser Zwei-Firmen-Theorie ausgehen, wie soll das im kommenden Jahr bei Nationalratswahlen weitergehen?
Werden Sie als Nationalrat kandidieren?
Wie weit werden Sie sich im Club engagieren?
Wie weit werden Sie sich im Parlament engagieren, wenn Sie gewählt werden?
Wir werden gemeinsam, Parlamentsklub und Partei, die Ziele der Freiheitlichen vertreten.
Ich betone, in und außerhalb des Parlaments.
Daran würde auch eine allfällige Wahl von mir in den Nationalrat nichts ändern.
Herr Bundesparteiobmann, eine der schwierigsten journalistischen Aufgaben ist Ihnen eine Antwort auf die Frage nach Koalitionen zu entlocken.
Das ist, wenn Sie so wollen, eine Antwort.
Denn wenn Sie gerade zur Bürgermeister bleiben wollen, auch dann, wenn Sie der Nationalrat sind, sind Sie als Regierungsmitglied auf jeden Fall aus dem Spiel, weil Bürgermeister und Regierungsmitglied zu sein ist auch schon derzeit unvereinbar, wird mit aller Wahrscheinlichkeit nach unvereinbar bleiben.
Ist das bereits als Aussage für eine Koalition zu werten?
Ich bin natürlich, wenn Sie so wollen, wehrlos gegen Auslegungen oder Überlegungen, gegen Prognosen oder Vermutungen über Koalitionen oder Nicht-Koalitionen.
Nur ändert das an einer Tatsache nichts, nämlich an jener, dass ich zu jenen denkbaren grünen Tischmöglichkeiten, die sich allenfalls nach der nächsten Nationalratswahl eröffnen, keine Stellung beziehen werde.
Aber Ihre Wähler wollen doch sicher wissen, wie es weitergehen wird in dieser Partei.
Sie können doch nicht sagen, also mich interessiert eine Koalition nicht.
Sie selbst haben vor wenigen Tagen gesagt, für Kreisky zehn Monate noch, und er selbst meinte ja auch, dass er, wenn die SPÖ nicht die absolute Mehrheit gewinnt, bei der nächsten Wahl abtreten wird.
Das heißt also, Sie selbst rechnen mit einer Koalition.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass die Wählerschaft diese Frage interessiert.
Ich kenne nur eine Reihe von durchaus interessanten politischen Fragen, die sicher bis zum nächsten Wahltag auch nicht beantwortet sein werden.
Und dazu zählt auch die Frage nach Koalitionen.
Mich persönlich interessiert sie nicht sehr.
Ich habe das also wiederholt gesagt.
Weil ich einfach glaube, dass die Aufgabe darin besteht, unsere Aufgabe darin besteht, die Freiheitliche Partei entsprechend stärker zu machen, sodass das Gewicht ihrer politischen Zielsetzung ein stärkeres, ein deutlicheres wird.
Das sehe ich als Aufgabe an.
während mit Spekulationen um denkbare Regierungskombinationen von untergeordneter Beteiligung erscheinen.
Herr Bundesparteiobmann, die Freiheitliche Partei ist in bundesweiten Wahlen der letzten Zeit ja nicht gerade erfolgsverwöhnt.
Frage, wie entscheidend ist das Jahr 1979 für Ihre Partei und wie entscheidend ist es für Sie,
Sie selbst haben sich noch ziemlich amtsjung damals als Parteihauptmann mit Erfolgsverpflichtung bezeichnet.
Das heißt, Sie würden bei einem Nicht-Wahlsieg 1979 die Konsequenzen ziehen.
Sie sprechen von der Erfolgsgarantie.
Nun, ich habe nie einen Zweifel gelassen, dass ich selbstverständlich den Gremien der Partei, sprich Vorstand, aber ich würde also doch meinen dem Bundesparteitag,
sehr detailliert Rechenschaft ablegen will, nachdem ich ja, und dazu zählt nicht zuletzt meine Antwort auf Koalitionsfragen, nachdem ich ja vielleicht doch etwas unkonventionell die politischen Ziele sehe und Sie wissen aus einer Reihe von Äußerungen, dass es mir um mehr geht als um ein oder zwei Mandate.
Gewinn.
Mir geht es darum, eine politische Reform in Österreich einzuleiten, die sich bis in die Bereiche der Verfassung erstreckt.
Politische Reform heißt also, Sie sind mit Ihren Vorgängern nicht ganz einverstanden?
Das heißt, dass die Vorstellungen der politischen Praxis, die ja bekanntlich, nachdem wir noch nie Regierung waren, nie von der Freiheitlichen Partei mitbestimmt wurde, sondern entweder von der Großen Koalition oder von einer ÖVP- oder SPÖ-Alleinregierung, dass wir die
Realitäten, die durch diese Tätigkeiten entstanden sind, nicht passen.
Und ich bin überzeugt, dass diese Realitäten nicht nur mir nicht passen und nicht nur den freiheitlichen Wählern nicht passen, sondern dass dieses Unbehagen wesentlich weiter reicht, tief in die Wählerbereiche von Volkspartei und Sozialistischer Partei hinein.
Herr Dr. Götz, vor wenigen Tagen hat Klubobmann Peter vorgeschlagen eine Reform des Parlamentarismus in Österreich und in diesem Papier und auch in seinen Aussagen sprach er davon, dass 1979 eine große Koalition kommen könnte.
Heißt das, dass das auch Ihre Vorstellungen sind, eine große Koalition für 1979?
Es heißt, dass eine solche Möglichkeit natürlich besteht.
Das heißt, Sie sind etwas anderer Ansicht?
Ich bin nicht anderer Ansicht, aber ich messe dem keine besondere Bedeutung zu.
Es ist durchaus möglich, dass eine große Koalition kommen kann.
Das ändert nichts daran, dass die Reform, von der ich früher gesprochen habe, durch etwa eine solche Koalition sicher nicht befördert und gefördert wird, aber dass sie dennoch an Wichtigkeit nichts einbüßt.
Das war Alexander Götz im Gespräch mit Wilfried Seifert und Helmut Bock und wir setzen jetzt fort mit der Presseschau.
Auswahl der Zitate heute Johannes Fischer.
Nach der de facto Vorentscheidung der SPÖ-Spitze für Nationalratswahlen nicht im Oktober, sondern im Mai des kommenden Jahres beschäftigen sich heute durchaus unweihnachtliche Kommentare in den meisten Tageszeitungen mit Koalitions- und Personenspekulationen.
Anlass dazu die zahlreichen Äußerungen der letzten Tage, beginnend bei Bundeskanzler Kreisky über ÖGB-Präsident Anton Peña bis zum SPÖ-Klubobmann Heinz Fischer und ÖVP-Parteiobmann Josef Taus.
Die Große Koalition als unvermeidlich im Falle einer Wahlniederlage der SPÖ, sieht Hermann Polz in den oberösterreichischen Nachrichten.
Polz glaubt, dass eine Große Koalition die geeignete Regierungsform für wirtschaftlich schwierige Zeiten darstellt und meint unter anderem,
Damit wäre von der allgemeinen Situation her Grund genug für einen Regierungszusammenschluss der zwei großen oder aller drei Parlamentsparteien gegeben.
Ob auch das Wahlergebnis einen zusätzlichen Grund dafür liefern wird, kann nur Gegenstand von Vermutungen sein, meint Hermann Polt in den oberösterreichischen Nachrichten.
Die Argumentation des Bundeskanzlers, der eine große Koalition für zu teuer erklärt und die kleine Koalition als gegenwärtig nicht denkbar klassifiziert hat, vollzieht Viktor Reimann in der Kronenzeitung nach.
Weil Kreisky diese Entwicklung mit Sorge erfüllt, will er so schnell wie möglich Klarheit schaffen.
Entweder er gewinnt nochmals die absolute Mehrheit und damit auch das Sagen in seiner Partei zurück, oder er tritt von der politischen Bühne ab, auf der er wie kein anderer Politiker in der Zweiten Republik die Hauptrolle gespielt hat.
Er wird deshalb, wie schon im Fall Zwentendorf, gleich einem Winkelried die Speerspitzen des Gegners auf sich ziehen und sein Schicksal mit dem Ausgang der Wahlen verbinden.
Sollte er aber verlieren und Wahrsager, politische Auguren und Scharlatane verkünden es, dann scheidet einer der letzten Menschen in der Politik aus unserem staatlichen Leben, glaubt Victor Reimerl in der Kronenzeitung.
Ein bestimmtes Thema offenbar schon auf den Wahlkampf zugeschnitten, greift Peter Klar im ÖVP-Organ Neues Volksblatt heraus.
Wir werden im nächsten Jahr einige Male zur Wahl gehen.
In der Werbung um Stimmen für diese Wahlen werden auch diesmal wieder die Funken sprühen.
Wenn dabei wieder manchmal auch Grenzen überschritten werden, so scheinen uns Gegner und eigene Freunde dennoch gerechtfertigt, wenn sie ihren Einsatz um die Verbesserung der Lage der Armen in Österreich leisten.
Nicht dem politischen Gegner freundlich zu begegnen ist christlich,
sondern mit dem politischen Gegner für die materielle, soziale und ganz und gar auch immaterielle Besserstellung der Armen hart zu ringen.
Ebenso einen ganz bestimmten Aspekt aus dem kommenden Wahlkampf greift Paul Fritz im SPÖ-Organ Salzburger Tagblatt heraus.
Er kritisiert insbesondere die von der Volkspartei für die Nationalratswahlen vorgelegten Alternativ-Konzepte.
Das gepriesene Budgetkonzept der ÖVP ist eine Sammlung frommer Wünsche auf der Basis eines unrealistischen Wirtschaftswachstums von 8%.
Und der jüngste Wurf, ein Sicherheitskonzept, fordert, dass die Rechtsordnung den Kampf gegen den Terrorismus nicht hemmen dürfe.
Das heißt, dass beim Verdacht des Terrorismus, und was Terrorismus ist, bestimmt der Machthaber, der Rechtsstaat außer Kraft tritt.
Mit dieser These wurden in den 30er Jahren braune und grüne Faschismen installiert.
Ob das tatsächlich ein Leben in Freiheit garantiert?
Meint Paul Fritz.
Alfred Peierleitner versucht im Kurier anlässlich der Neuwahldiskussion eine Bilanz von nahezu zehn Jahren sozialdemokratischer Regierungstätigkeit.
Die Frage, was blieb von linksgerichteter sozialdemokratischer Politik aus diesen Jahren, beantwortet der Autor negativ, wenn er schreibt Sozialismus in Österreich.
Das scheitert bereits an Verwaltungsverfahrensrecht, Budgetlage und Kaminkehrordnung.
Was als Epoche schien, erweist sich mehr und mehr als eine Ära, vergleichbar mit der langen Amtsperiode Harold Wilsons in Großbritannien.
Was ist davon geblieben als bloß die alten, neuen Probleme?
Die nächsten Wahlen bieten eine Gelegenheit für Politiker wie auch für Journalisten, endlich wieder mehr über Sachfragen zu schreiben und zu reden.
Und Schluss zu machen mit dem Personenkult aus Langeweile.
Wunder finden ganz woanders statt.
Das, meine Damen und Herren, war also die Inlandspresseübersicht, ein Zeitvergleich.
Es ist in fünf Minuten halb eins.
Die Wirtschaftsforscher haben in den vergangenen Tagen ihre Prognosen für das kommende Jahr, aber auch die nun schon fast feststehenden volkswirtschaftlichen Daten für heuer bekannt gegeben.
Demnach ist die österreichische Wirtschaft 1978 um etwa 1,5% gewachsen.
Und diese 1,5% war nur deshalb möglich, weil die Exporte um 8% stiegen.
Keine Impulse kamen dagegen von der Inlandsnachfrage.
Der private Konsum, also die Einkäufe von Herrn und Frau Österreicher, gingen sogar zurück und zwar um 2% gegenüber dem Vorjahr.
Allerdings darf ja nicht vergessen werden, dass es Ende des vergangenen Jahres durch die Ankündigung der Luxusmehrwertsteuer zu massiven Vorziehkäufen kam.
Das Geschäft im Handel ist heuer jedenfalls gelaufen, daran wird auch der heutige vierte lange Einkaufssamstag vor Weihnachten nichts mehr ändern.
Eine Bilanz des Weihnachtsgeschäftes zieht nun Matthäus Kattinger.
Fast einhellige Ansicht der Geschäftsleute, ob im Westen oder im Osten Österreichs, ob im Warenhaus oder im Fachhandel.
Das Weihnachtsgeschäft war heuer nicht schlecht, jedoch keinesfalls zu vergleichen mit dem Kaufboom Ende des vergangenen Jahres.
So meinte fast jeder zweite Geschäftsmann, die Rückschläge in den ersten Monaten dieses Jahres könnten nicht mehr wettgemacht werden.
Eine Absage erteilten die Österreicher auch den Aufrufen von Gewerkschaftsbundpräsident Benja, Wirtschaftskammerchef Salinger und Handelsminister Staribacher.
Alle drei Politiker hatten in den vergangenen Tagen mehrmals die Österreicher aufgefordert, den heimischen Waren beim Einkaufen den Vorrang zu geben.
Die Devise dieser Aktion lautet, kauf dir deinen Arbeitsplatz, kauf österreichische Waren.
Es zeigte sich, dass für den Konsumenten weiterhin Preis und Qualität im Vordergrund stehen.
Der Patriotismus kommt erst viel später.
Interessant vielleicht auch, dass man im äußersten Westen Österreichs noch am ehesten zufrieden war mit dem Weihnachtsgeschäft.
Allerdings muss man hier berücksichtigen, dass hier zahlreiche Schweizer Grenzgänger die Bilanz verfälschen.
Denn sie kaufen nun aufgrund des stark gestiegenen Frankenkurses in Österreich ein.
Den umgekehrten Effekt melden die grenznahen Städte in Oberösterreich und Salzburg.
Dort wieder zieht es die österreichischen Konsumenten in die Läden und Kaufhäuser in der Bundesrepublik Deutschland.
Zufrieden sind auch die Warenhäuser in den großen Einkaufsstraßen der Städte.
Sie schließen das Jahr 1978 mit zwar knappen, aber doch mit Zuwachsraten ab.
Ein interessantes Phänomen konnte man übrigens in den Geschäftsstraßen und Einkaufszentren beobachten.
Während an Wochentagen die Konsumenten eher den Fachhandel, also kleinere Spezialgeschäfte bevorzugen, ist an den Einkaufsamstagen der Andrang in den Kaufhäusern und den Shoppingcenters wesentlich größer.
Eindeutig an der Spitze der Publikumsgunst im heurigen Weihnachtsgeschäft standen alle Artikel der Bereiche Sport, Freizeit und Hobby.
Bei den Sportartikeln sind es vor allem Langlaufskier, aber auch alle Arten von Heimtrainern.
Dagegen verkaufen sich Fahrräder zu Weihnachten sehr schwer.
Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert.
Noch vor nicht einmal zehn Jahren stand ein Großteil der Fahrräder unter dem Weihnachtsbaum.
Diese Vorliebe für Sport und Freizeit bestätigen auch die Textilhändler.
Sportbekleidung verkauft sich heuer am besten.
Am schlechtesten sind aber jene Branchen daran, die von der Luxusmehrwertsteuer betroffen sind.
Erstens sind dadurch die Produkte teurer und zweitens wurde ja Ende des vergangenen Jahres so viel verkauft, dass man heuer damit kaum konkurrieren kann.
So erklärten beispielsweise zahlreiche Kirschner, Juweliere, aber auch Teppichhändler.
Sie hätten heuer kaum mehr verkauft als vor zwei Jahren, also zu Weihnachten 1976.
Und noch etwas fällt auf, der Österreicher spielt wieder.
Alle Arten von Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspielen wurden heuer gekauft, wobei bei den Spielen erstmals die typischen Erwachsenenspiele die Kinderspiele überrundet haben.
Und auch beim Kinderspielzeug gab es einen ausgesprochenen Favoriten, das funkferngesteuerte Auto.
Alles in allem ein Weihnachtsgeschäft ohne Höhepunkte, genauso wie es die Wirtschaftsforscher vorausgesagt haben.
Das war Matthäus Gattinger und nun Außenpolitik im Mittagschanal.
Der heutige Samstag bringt in Brüssel wieder mal eine Ostgesprächsrunde unter Beteiligung relativ hochrangiger politischer Prominenz.
Ägypten hat seinen Ministerpräsidenten Khalil geschickt, Israel Außenminister Dayan und aus Genf wird US-Außenamtchef Wentz erwartet, der dort noch mit seinem Kollegen Gromyko aus Moskau die zweite Runde der Abrüstungsgespräche über die Runden bringen will.
In der Anwesenheit des amerikanischen Außenministers sehen die Ägypter und die Israelis sogar Ansätze eines Hoffnungsschimmers, dass der festgefahrene Nahostkarren unter Umständen wieder in Gang gebracht werden könnte.
Die Positionen vorneweg sind ja nun schon hinlänglich bekannt.
Am 11.
November wurde eine Art Vorabkommen festgelegt.
Die Aussichten wurden damals von den Beteiligten als besonders gut bezeichnet, noch vor Jahresende einen Friedensvertrag zwischen Jerusalem und Kairo zustande zu bringen.
In der Zwischenzeit haben beide Seiten hochgespielt und das Erreichte wieder infrage gestellt.
Die Situation derzeit lautet, Washington als Vermittler steht näher bei Cairo, Israel steht abseits.
Werwahl gibt es vor allem aus Cairo starke Töne.
Sadat spricht oder sprach davon, dass er nicht nachgeben werde, betont aber gleichzeitig, dass er den Frieden wolle, wie uns Peter Brünner aus der ägyptischen Hauptstadt berichtet.
Der Frieden wird kommen, so sagte Präsident Sadat.
Denn er ist unvermeidbar geworden und alle Vorbedingungen sind erfüllt.
Angesichts der Sackgasse, in der die Friedensbemühungen im Nahen Osten gelandet sind, klingt das ein bisschen wie unbegründeter Optimismus.
Doch es gilt allein die Tatsache, dass Soldat wie Begin den Frieden brauchen, als Indiz dafür, dass schließlich doch noch ein Vertrag unterzeichnungsreich werden könnte.
Die Erwartungen, dass jetzt in Brüssel ein Durchbruch zu erzielen ist, sind nicht hoch.
In Brüssel geht es darum, den Friedensprozess in Bewegung zu halten.
sagte der ägyptische Außenminister Boutrosreli, ließ aber ungesagt, was Ägypten denn in Brüssel anstrebt und was derzeit überhaupt erreichbar ist.
Das ist gewiss nicht viel, denn Israel lehnt beharrlich jegliche Verhandlung über die ägyptischen Forderungen nach einem Jungtim des zweiseitigen Friedensvertrages mit der Einführung palästinensischer Autonomie in Westjordanien und den Gazastreifen ab.
Ägypten aber hat die Unterstützung der USA für dieses Jungtim gefunden.
Allerdings bleibt die Frage offen, wie es gegen den Widerstand Israels durchgesetzt werden könnte.
Das Thema für Brüssel.
Politische Beobachter in Kairo neigen der Meinung zu, dass dieses Problem nur auf einer neuerlichen Gipfelkonferenz zu lösen sei.
Das Budros Rallye ließ offen, ob eine solche Konferenz derzeit angestrebt wird.
Auch die Frage, ob denn in Brüssel ein neuer Zeitpunkt für die Unterzeichnung des Friedensvertrages ausgehandelt werden sollte, ließe im Dunkeln mit der Antwort,
wenn die drei Seiten sich einigen können.
Indem sich die USA für das Jungtem aussprachen, haben sie eine politische Schwenkung von großer Bedeutung vollzogen.
Denn seit der Nahostpolitik Kissingers war die amerikanische Richtschnur, dass ein Nahostfrieden nur über eine Serie zweiseitiger Friedensverträge erreicht werden könnte.
Noch in Camp David wurden zwei säuberlich voneinander getrennte Rahmenvereinbarungen unterzeichnet.
Carter hat nun den arabischen Standpunkt akzeptiert,
dass die Summe der Friedensverträge nicht den ganzen Frieden ausmacht.
Mit der politischen Schwenkung Washingtons aber ist es nun allein die Sache der Amerikaner, die Friedensgespräche voranzubringen.
In Brüssel könnte dafür allenfalls über die nächsten formalen Schritte entschieden werden.
Das Misstrauen zwischen den drei Partnern aber ist gewachsen.
Sadat warnte vor dem Geist der Lavon-Affäre, mit der in den 50er Jahren Israel
einen Keil zwischen die ägyptisch-amerikanischen Beziehungen treiben konnte.
Und der machte den merkwürdigen Vorschlag, die USA sollten der Konvention von Konstantinopel beitreten.
In dieser Konvention aus dem Jahre 1888 garantierten die Signatarmächte, darunter die Sowjetunion, die freie Schifffahrt im Suezkanal.
Welch politischer Hintersinn in diesem Vorschlag Sadats verborgen ist, ist schwer auszumachen.
Die Konvention hat nie viel Bedeutung gehabt,
und die amerikanischen Verpflichtungen im Nahen Osten sind durch die politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte längst fest verankert.
Das Jahr der Friedensinitiative Sadat war ein Jahr der Verhandlungskrisen, mit nur zwei politischen Ereignissen, die weiterführten.
Die Reise Sadats nach Jerusalem und die Gipfelkonferenz von Camp David.
Nur ein Ereignis gleicher Größenordnung könnte wohl den Frieden in Sichtweite rücken.
Sadat freilich sucht zweifellos in der Folge des panarabischen Gipfels von Bagdad
wie der arabische Rückendeckung.
Der marokkanische Botschafter in Amman hat bestätigt, dass Marokko in Vermittlungsgespräche zwischen Kairo und anderen arabischen Staaten eingeschaltet ist.
Peter Brünner in Kairo hat bereits den Übergang zum nächsten Beitrag angedeutet.
Es geht um die Position Ägyptens und damit die Position Präsident Saadats gegenüber den anderen arabischen Staaten in der heiklenen Ostfrage.
Saadat hatte sich anfangs ja vehement gegenüber den Falten im arabischen Lager profiliert.
Die stille Unterstützung des gemäßigten Saudi-Arabiens hat ihm dabei sicher geholfen.
Wie es im Augenblick hier aussieht, das fragten wir Gerd Schneider.
Nach der Gipfelkonferenz in Bagdad, auf der sich das gesamte arabische Lager geschlossen gegen einen Separatfrieden stellte, muss Sadat, wenn er politisch überleben will, mehr vorweisen als die Rückgabe der Sinai-Halbinsel.
Saudi-Arabien will für seinen Mäßigen den Einfluss in Bagdad gegen Leistungen sehen.
Kronprinz Fahd hat erneut die Voraussetzungen für einen gerechten und umfassenden Nahostfrieden genannt.
Rückzug Israels aus allen besetzten Gebieten, auch aus dem arabischen Teil Jerusalems und die Selbstbestimmung für die Palästinenser.
Saudi-Arabien und die Golfstaaten brauchen Stabilität, wenn sie von der Entwicklung im benachbarten Iran ungeschoren bleiben wollen.
Das heißt, sie brauchen Ruhe an der Heimatfront, Unterstützung durch die radikaleren Nachbarn Syrien und Irak, und sie müssen darauf achten, nicht ins Schussfeld der Palästinenser zu geraten.
Ein Sowohl-als-auch-Standpunkt wie nach Kemtevit ist unter diesen Voraussetzungen nicht weiter aufrecht zu erhalten.
Im Augenblick sieht es so aus, als habe Washington durchaus Verständnis dafür, denn die USA sind auf das Öl des Mittleren Ostens angewiesen und sie können einen politisch wie wirtschaftlich gleichermaßen zuverlässigen Partner wie Saudi-Arabien schwerlich verprellen, gerade jetzt, wo die amerikanische Bastion Persien ins Wanken gerät.
An einem Erdrutsch im Nahen Osten und ein Beben in Teheran könnte ihn auslösen, ist ihnen nicht gelegen und Israel kann jetzt recht nicht daran interessiert sein.
Die erneute Welle des palästinensischen Terrors in Israel, die Luft- und Artillerieangriffe der israelischen Armee auf palästinensische Positionen im Libanon haben wieder einmal deutlich gemacht, dass diese Politik der Gewalt und Gegengewalt in einem Teufelskreis endet und nur zulasten des innenpolitisch gebeutelten Libanons geht.
Ein Separatfrieden allein, ohne befriedigende Aussichten auf eine Lösung des Palästinenser-Problems wird aus dieser Lage kaum herausführen.
Ob und wie jetzt in Brüssel dieser Knoten gelöst werden kann, ist noch fraglich.
König Hussein von Jordanien bemühte sich in den letzten Tagen bei einer Europa-Rundreise um Unterstützung, das Thema wieder auf internationale Ebene zu bringen.
Yasser Arafat will offenbar mit den Amerikanern ins Gespräch kommen.
Auch er braucht den Erfolg, denn im Januar muss er sich dem PLO-Kongress in Damaskus stellen.
Das langwierige Hin und Her um eine Friedensregelung mag zwar der politischen Geschäftsordnung amerikanischer Prägung zuwiderlaufen, es entspricht jedoch durchaus der arabischen Mentalität und könnte am Ende doch noch zu einem Ergebnis führen, das wenigstens eine Grundlage für weitere Verhandlungen auch mit anderen arabischen Staaten bietet.
Und nun noch zur Abrundung auch der Standpunkt der Israelis, die schließlich durch ihre starre Haltung den Status Quo, also mehr oder minder den Stillstand der Gespräche herbeigeführt haben.
Wie beurteilt man in Jerusalem die Aussichten der Brüsseler Gespräche Moschee Meisels?
In Jerusalem erwartet man keinen entscheidenden Durchbruch im heutigen Dreiergespräch zwischen Vence, Khalil und Dayan in Brüssel, jedoch eine Vereinbarung, wie, wo und wann die unterbrochenen Friedensverhandlungen erneuert werden sollen.
Dayan hat vom israelischen Kabinett nur Vollmachten für Verhandlungen über solche Prozeduralfragen bekommen.
Die Amerikaner und Ägypter bestehen jedoch darauf, dass in ihnen zumindest eine konkrete Grundlage für die Fortsetzung der Gespräche festgelegt werden soll.
Israel ist bereit, über die Durchführung der Autonomielösung im Westjordanland und Gazastreifen zu verhandeln, wenn diese nicht an einen verpflichtenden Zeitplan gebunden sein sollten.
Israel ist auch bereit, die Frage der von Kairo geforderten Revision der Sicherheitsvorkehrungen auf Sinai nach fünf Jahren zu erörtern.
Schwieriger dürfte die Lösung der zwei weiteren strittigen Probleme sein, die die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verzögern.
Israel besteht auf Aufrechterhaltung des Artikels 6 im Vertragsentwurf, der dem Vertrag eine Priorität gegenüber anderen Verträgen und Verpflichtungen einräumt.
Es fordert auch die in Washington vereinbarte Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen und einen gegenseitigen Austausch von Botschaftern mit Abschluss der ersten Rückzugsphase auf Sinai nach neun Monaten.
An diesen Standpunkt ist Ajan in Brüssel gebunden.
Wentz hat jedoch in einem persönlichen Schreiben an Ministerpräsident Begin angedeutet, dass er in Brüssel auch über konkrete Fragen verhandeln möchte und gewisse Kompromissvorschläge in den strittigen Fragen unterbreiten wird,
um eine von beiden Seiten akzeptierte Grundlage für einen erfolgreichen Abschluss der Friedensverhandlungen zu schaffen.
Daher wird er wahrscheinlich zuerst separate Gespräche mit Ayan und Khalil führen und erst später die Dreierverhandlungen beginnen.
In Jerusalem erklärt man, sollte Cairo von seinen Forderungen in Abstand nehmen,
die Priorität des Vertrags rückgängig zu machen und den gegenseitigen Austausch der Botschafter bis nach der Wahl der Autonomen Verwaltungen im Westjordanland und Gazastreifen aufzuschieben, könnte man in den anderen strittigen Punkten ein Einvernehmen erzielen.
Was das Wann und Wo der Fortsetzung der Verhandlungen anbetrifft, ergeben sich drei Möglichkeiten.
Die beiden Verhandlungsteams erneuern circa Mitte Jänner ihre Gespräche in Washington,
Wenn es kommt zu einer weiteren Pendelmission zwischen Kairo und Jerusalem in den Nahen Osten, oder Präsident Carter lädt Sadat und Begin zu einer neuen Gipfelkonferenz in Camp David ein.
Israel zieht die erste Alternative vor, da sie die meisten Möglichkeiten für direkte Kontakte mit Ägypten bietet.
Daher zeichnen sich in Jerusalem für Brüssel folgende Aspekte ab.
Keine Änderung des Friedensvertragsentwurfs vom 11.
November.
gewisse Kompromissvorschläge für die Abfassung von Zusatzbriefen zum Vertrag und eine Vereinbarung, wie, wann und wo die Verhandlungen weitergehen sollen.
Die Tatsache, dass die Dreiergespräche noch vor Weihnachten erneuert werden, hat bereits zu einer gewissen Entspannung der Situation beigetragen und neue Hoffnungen auf einen Abschluss eines Friedensvertrages erweckt.
Ebenso die persönliche beruhigende Note von Wenz an Begin
die darauf hin zielte, wieder eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen.
Dennoch sieht man in Jerusalem noch weitere Schwierigkeiten nach Brüssel voraus, wenn die Verhandlungen sich in einem erweiterten Rahmen mit detaillierten, konkreten Fragen befassen werden.
Und damit Schluss mit der Nahost-Politik, im Mittag-Journal weiter nach Belgrad.
Unter den kommunistischen Staaten Osteuropas nimmt Jugoslawien seit jeher eine Sonderstellung ein.
Unabhängig von Moskau sucht Staats- und Parteichef Tito seinen eigenen Weg, den Kommunismus als Staatsform zu verwirklichen.
Internen Kritikern trat er aber immer energisch entgegen, wie dies das Schicksal des früher prominenten Politikers Milovan Djilas zeigt.
Trotzdem galt bisher Jugoslawien als relativ liberales kommunistisches Land, so liberal und kommunistisch überhaupt in einem Atemzug genannt werden könne.
Das scheint sich nun zu ändern.
Gestern hat Tito vor hohen Militärs auf seiner Ferieninsel Brioni den Oppositionellen in ungewöhnlich scharfen Worten den Kampf angesagt.
Was weiters erstaunt ist, dass dieser zornige Tito dabei von prominenten Parteimitgliedern unterstützt wird.
Neris von Gustav Kalupa.
Vor seiner Generalität drohte Marshal Tito Dissidenten und Oppositionellen mit der Strenge des Gesetzes.
Wir haben eine entsprechende Verfassung und Gesetze und auch das Recht, die zum Schutz unseres Staates anzuwenden, erklärte Tito auf Brioni, wo ihm die Generalität aus Anlass des Tages der Armee ein Bankett bereitete.
Wir können nicht länger die Aktivitäten von konformen Büroanhängern, Nationalisten und anderen gegen die Interessen unseres Landes tolerieren.
Gegenüber Leuten, die unser Land, unser System, unsere Armee bereden, dürfen wir nicht indifferent sein und müssen scharf durchgreifen.
Alle, die ein anderes System wünschen, betrachte ich als fünfte Kolonne", drohte der 86-jährige Tito.
Binnen weniger Tage hat eine Reihe führender Politiker in Jugoslawien das gleiche heikle Thema aufgegriffen.
Am deutlichsten der Senior der kroatischen Kommunisten Dr. Bakaritsch,
am Plenum des Zentralkomitees des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens im Bergerder Bundesparlament.
Die Opposition ruht nicht.
Sie versucht, sich neu zu organisieren und eine gemeinsame Plattform zu finden.
Das sind Leute wie Cillas, Nationalisten, Liberalisten und Bürokraten, aber auch andere, behauptete Dr. Bakaritsch.
In seiner Aufzählung fehlte nicht der antikommunistische kroatische Klerus, ein plötzlich politisch aktiv werdender orthodoxer serbischer Klerus,
und dann die ganze Palette der Anti-Tito-Emigration.
Auch Leute, wie Michailo Michailov nannte er, die so wörtlich irgendeine parlamentarische Regierungsform in Jugoslawien einführen möchten.
Nach Meinung Dr. Bakarits würde das Dissidententum in den sozialistischen Ländern von außen ermutigt von Kreisen, die sich um die reaktionärste Auslegung der Dokumente von Helsinki gruppieren.
Solche Anschuldigungen waren bisher nur von Moskau und seinen dogmatischen Satelliten zu vernehmen.
dass das auch international angesehene Präsidiumsmitglied Dr. Bakeritsch solche Interpretationen übernimmt, lässt aufhorchen.
Umso mehr, als sich Angriffe gegen den ehemaligen Kronprinzen Titus und unbestechlichen Kritiker der neuen Klasse Milovan Djilas in letzter Zeit auffällig mehren.
Im Parteiführungskreis soll das schwerwiegende Wort Einsperren gefallen sein.
Welche Gefahr stellt eigentlich ein zurückgezogen lebender Pensionist wie Milovan Djilas
kein fest etabliertes Regime da, das ihn selbst höchste Persönlichkeiten mit öffentlichen Reden angreifen.
Das gleiche gilt für den ehemaligen Universitätsassistenten Mikhailo Mikhailov, der nach langen Jahren Haft in jugoslawischen Gefängnissen jetzt in den USA in Vorträgen seine Idee von der Notwendigkeit einer Opposition auch im Sozialismus vertritt.
Oder sollte die Kritik Titos und die synchrone Kampagne gegen Dissidenten und Oppositionelle
eine Verhärtung des innenpolitischen Klimas in Jugoslawien ankündigen.
Gustav Kalupa aus Belgrad und nun wenige Sekunden vor dreiviertel eins nach Rom, dem Zentrum der Katholiken.
Für Rom war das Jahr 1978 das Jahr zweier Papstwahlen und wie viele Beobachter der Kirchenszene annehmen, die Basis für neue Stellenwerte in der Kirchenpolitik.
Dem kurzen Pontifikat von Johannes Paul I. folgte die Wahl des ersten Nicht-Italieners seit Jahrhunderten, als vielleicht äußeres Zeichen des Wandels.
Rund zwei Monate nach Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II.
versucht Alfons Dalma in Rom, diesem Wandel näher auf den Grund zu gehen.
Im Mittelpunkt der römischen Vorweihnachtsstimmung und Aufmerksamkeit steht, und das ist gar nicht selbstverständlich oder gar immer schon so gewesen, die Persönlichkeit des Papstes.
Der Zustrom der Weihnachtspilger ist unvergleichlich stärker als früher.
Bei der italienischen Rundfunkanstalt 3 war heute festzustellen, dass mehr Länder als jemals zuvor an den Fernseh- und Radioübertragungen sich beteiligen wollen.
In manchen Staaten werden sogar die beiden Höhepunkte der Weihnachtsfeiern in der St.
Peters-Basilika fernsehmäßig wahrgenommen.
Nicht nur, wie auch früher schon meistens üblich,
das Pontifikalamt und der Segen Urbi et Orbi am ersten Weihnachtstag, sondern auch die mitternächtliche Papstmette vorher.
Ist das immer noch der Reiz des Neuen?
Gerade am ersten Weihnachtstag werden es genau zehn Wochen sein, dass der Erstbischof von Krakau zum Papst gewählt worden ist.
Eine sehr kurze Zeit.
Es wäre indessen dazu zu sagen, dass sich schon die ersten zwei Monate dieses Pontifikates
von den Anfangsperioden der Vorgänger in diesem Jahrhundert stark unterscheiden.
Kein Papst in diesem Zeitraum, auch nicht Johannes XXIII.
und schon gar nicht Pius XII., der sich erst im zweiten Jahrzehnt seiner Regierungszeit einer großen Popularität erfreuen konnte, wurde auf Anhieb in dieser Weise von Rom, von Italien und von der Weltkirche mit einer solchen Sympathie und Erwartung aufgenommen.
Eine Zahl spricht für sich.
Unter Einbeziehung der Weihnachtspilger wird Johannes Paul II.
über zwei Millionen Menschen in dieser kurzen Zeit zu seinen Gottesdiensten und zu seinen Kollektivaudienzen angezogen haben.
Diesbezüglich wäre noch hinzuzufügen, dass keine Zulassungskarten mehr für die Zeit bis Ende Februar zu haben sind, obwohl die Generalaudienzen, was es früher nie gegeben hat, sowohl in der riesigen Peterskirche
als auch in der großen, modernen Versammlungshalle des Architekten Nervi, der übrigens der neue Papst jetzt den Namen Paul VI.
verliehen hat, stattfinden.
Dem polnischen Papst ist damit die völlig neue Möglichkeit geboten worden, eine Art von direkter, päpstlicher, pastoraler Tätigkeit auszuüben.
Er ist offensichtlich entschlossen davon, im ganzen Umfang Gebrauch zu machen.
Die Tendenz geht dahin, dem Papst um eine neue Gestalt zu geben.
Die Weltkirche als die ureigene Pfarre des Papstes.
Dieser hochgebildete Theologe und Philosoph besitzt dafür unter anderem zwei wesentliche Voraussetzungen, wie sich gezeigt hat.
Seine Gabe, sich einfach und unmittelbar verständlich auszudrücken und seine menschliche Anziehungskraft, Ausstrahlungskraft besser gesagt.
Und von der physischen Robustheit gar nicht zu reden.
Auf dieser Linie liegt auch der Entschluss, den er gestern bekannt gegeben hat.
schon in der 15.
Woche des Pontifikats bereits den ersten großen Ausbruch aus dem Vatikan zu unternehmen und in Mexiko mit den Bischöfen, mit dem Klerus und ganz sicher auch mit den breitesten Massen Lateinamerikas in einen solchen direkten pastoralen Kontakt zu treten, was auch die Nordamerikaner durch Pilgereisen und Massenmedien unweigerlich in den Bann des Ereignisses ziehen wird.
Dabei zeigt dieser Papst
Weltpfarrer, dass er sich keineswegs vor der Welt in die Fräumlichkeit allein flüchtet, sondern dass er es vielmehr, unter seiner Anrufung der ersten Stunde, habet keine Angst, nicht scheut, in die Auseinandersetzung mit den weltlichen Gefahren zu treten, unter dem Motto seiner gestrigen Ansprache an die Kardinäle.
Wo es keine Gerechtigkeit und keine Achtung für die Würde des Menschen gibt, kann es keinen Frieden geben.
Die grauenhaften Ereignisse in Jonestown, in Guyana, der kombinierte Massenselbstmord von und Massenmord an Angehörigen der amerikanischen Sekte der Volkstempel hat die Aufmerksamkeit auf andere bizarre Sektierer gelenkt.
Das Problem der Behörden in demokratischen Staaten ist es, wie weit die staatliche Überwachung gehen soll und wie skrupellose Menschen daran gehindert werden können, unter dem Deckmantel der freien Religionsausübung anderen Menschen Schaden zuzufügen.
Über eine der zahlreichen Sekten, die auf den Weltuntergang warten, berichtete unser Fernostasien-Mitarbeiter Werner Rieder.
In einer weltverlorenen Ecke im australischen Busch wartet eine Gruppe von 100 gläubigen Pessimisten auf das, was sie als unmittelbar bevorstehen fürchten.
Das Ende der westlichen Zivilisation.
Männer und Frauen aus den verschiedensten sozialen Schichten und Berufen haben ihre komfortablen Häuser und Appartements in verschiedenen australischen Städten aufgegeben.
Sie zogen in die Wildnis, umbauten sich auf einem ungastlichen Territorium, 800 Kilometer nordwestlich von Sydney, ein seltsames Refugium.
Man nennt es Doomsday City, so deutsch Stadt des jüngsten Tages.
Hier wartet die pessimistische Gemeinde auf die atomare Katastrophe, auf welche sie sich so konsequent vorbereitet hat.
Ihr Führer ist der Weltuntergangsprophet John Strong, früher ein Geschäftsmann in Melbourne.
Ursprünglich hatte er bereits den 31.
Oktober als möglichen Termin für die atomare Katastrophe vorhergesagt.
Aber nachdem dieser Tag ohne größere Ereignisse verlief, besteht der neue Prophet und seine auf ihn vertrauende Gemeinde darauf, dass für alle Ahnungslosen das Ende spätestens bis zum nächsten September kommen wird.
Der apokalyptische John Strong begründet seine Vorhersage auf angebliche Hinweise im Alten Testament und auf komplizierte Terminberechnungen.
Wie diese zustande kamen, will der australische Prophet nicht offenbaren, denn wie alle Propheten verlangt er von seinen Schäflein blinden Glauben.
Sein Credo ist, dass die gesamte westliche Welt, das heißt auch Australien, demnächst von einem sowjetischen Atomschlag heimgesucht wird.
Deshalb gründete er Doomsday City, eine Ansammlung behelfsmäßiger Hütten und Wohnwagen rund um zwei unterirdische Bunker.
Hier hoffen die 100 Aussiedler nicht nur der nuklearen Vernichtung zu entgehen, sondern auch der Entdeckung durch die nachfolgenden sowjetischen Invasionstruppen.
Denn auch deren Kommen hat der Prophet John Strong vorhergesagt.
Die exakte Lage dieser Sonderbahnsiedlung wird deshalb streng geheim gehalten.
Außer Kängurus, Emus und Willschweinen haben die Leute von Doomsday City weit und breit keine Nachbarschaft.
Ihre Existenz wurde überhaupt erst dadurch publik, dass eine Frau aus Melbourne zwei vermisste Freunde suchte und sie schließlich nach langen, mühseligen Nachforschungen in der seltsamen Gemeinde von Doomsday City ausmachte.
Es leben die verschiedensten Leute dort und ich fand sie sogar alle recht intelligent, erklärte Frau Grebling später vor Presseleuten in Sydney.
Aber, so fügte sie hinzu, ihr Lebensstil wirkt doch reichlich deprimierend.
Die Leute haben nichts anderes zu tun, als ständig über das Ende der westlichen Zivilisation zu debattieren.
Um dieses Ende heil zu überleben, haben die Bewohner von Domste City, der Stadt des jüngsten Tages, gut vorgesorgt.
Neben Tonnen von Reis, Kartoffeln und Konserven lagert in ihren Bunkern auch eine wohlsortierte Bibliothek und 1800 Rollen Toilettepapier.
Und nun zur Kulturberichterstattung.
Im Salzburger Festspielhaus wird am Montag, also am Christtag, die Oper Der Engel von Prag von Cäsar Breske in Uhr aufgeführt.
Robert Wolf informiert über das Werk.
Der 1913 in Florenz geborene Cäsar Presken lebt und wirkt seit mehr als 30 Jahren in Salzburg, leitet an der Hochschule Mozarteum eine Kompositionsklasse und veröffentlicht bedeutende Arbeiten auch auf dem Gebiet der musikalischen Völkerkunde.
Als Schaffender ist Presken in der ganzen Spannweite von der Musik für die Jugend bis zum Oratorium bekannt.
Dass er nun mit einer großen Oper hervortritt, hat tieferen Grund.
Presken verbrachte frühe Jugendjahre in Prag.
Die Erinnerung an die Goldene Stadt wurde in ihm lebendig, als er den Roman »Nachts unter der steinernen Brücke« von Leo Perutz kennenlernte.
Es reifte in ihm der Entschluss, die menschlichen, sozialen und religiösen Spannungen
zwischen dem Leben am Hofe Kaiser Rudolf II.
oben auf dem Ratschin und dem Leben der Juden unten im Prager Ghetto in der Form eines Musikdramas dem heutigen Verständnis zu erschließen.
Als Gegenspieler, der dem Kaiser überlegen ist, tritt der Maler Acimboldo auf.
Das private Schicksal des Herrschers erfüllt sich in der ehebrecherischen Beziehung zu der schönen Jüdin Esther.
Zu dieser Gestalt, die ihre Liebe mit dem Todeshünd, sagt Cäsar Presken,
Obwohl es auch den großen Rabbi Löw gibt, der ja das schon deutlich macht, dass hier eine gewaltige Kraft im Ghetto ist, ist es aber in der Gestalt der Esther verankert.
Sie ist einerseits die große Esther, wie sie in der Bibel ja uns auch vertraut ist, zumindest im Judentum als leuchtende,
Erscheinung, Heldin, wenn man so will.
Aber hier ist sie eine Doppelrolle.
Sie ist zugleich Liebende.
Sie liebt diesen Kaiser.
Und wie soll sie das nun noch verkraften?
Die Liebe zum Kaiser und da die Mission, die sie eigentlich hat, ihr Ghetto-Dasein im Zutausch zu stellen und daran zerbricht sie.
Das ist die Hybris.
Der Komponist und Librettist Cäsar Bresken hat weite Strecken der Handlung als gesprochenes Drama konzipiert.
Wenn er aber die Musik im Orchester und in Chorszenen wirken lässt, merkt man, dass er diese Oper mit Intuition und nicht nur mit den Mitteln des Intellekts geschrieben hat.
Zur Musik bemerkt der Dirigent der Uraufführung, Josef Walnik,
Es ist eine ganz besonders schöne Aufgabe, möchte ich sagen.
Es ist schwierig, nicht im technischen Sinne, sondern es ist schwierig im atmosphärischen Sinne, möchte ich sagen.
Es geht uns darum, die Farben Archimboldos, die Farben der Partitur, umzusetzen in die Farben der orchestralen Klänge.
Und darin sehen wir die Aufgabe.
Beim Entwurf des Bühnenbildes durch Inge Justin hat Günter Schneider-Simpson beratend mitgewirkt.
Als Regisseur der Uraufführung hat der Intendant des Landes Theaters Karl-Heinz Haberland manche für die Wirksamkeit der Oper nicht unwichtige Änderungsvorschläge durchgesetzt.
Jetzt musste der Schluss des ersten Aktes irgendwie verstärkt werden, weil er jetzt ein Schluss vor der Pause ist, natürlich nicht in der Musik geändert.
Aber im Einverständnis mit Professor Breskin lasse ich da zum Beispiel den Maler Archimboldo, denn der einzige Gast dieser Aufführung, sonst ist es ja das komplette, nur das Ensemble des Landestheaters, also nur ein Gast, Hans-Günther Nöcker von der Münchner Staatsoper, der diesen Maler Archimboldo, den Gegenspieler,
der männlichen Hauptfigur des Kaisers darstellt, den lasse ich noch einmal auftreten, damit noch einmal diese Spannung zwischen Kaiser und dem ihn beherrschenden Künstler herauskommt und Breskian war sehr glücklich darüber.
Dann haben wir jetzt sogar noch ganz am Schluss, den Schluss des Stückes ein bisschen variiert, dass zum Beispiel der jüdische Engel Magid doch nicht
persönlich in Erscheinung tritt, sondern nur durch die Stimme.
Und da haben wir eine gute Lösung gefunden und damit auch eine sehr gute Lösung für den gänzlichen Schluss, mit der Professor Breskin sehr einverstanden ist.
Auch bitte wieder ohne, dass sich die Musik ändert, sondern aber in einer anderen Ausdeutung der Musik, als es ursprünglich gedacht war.
Soweit der Beitrag von Peter Wolf und wir schließen mit Meldungen.
Österreich
FPÖ-Obmann Götz hat sich heute für eine umfassende Reform der Politik ausgesprochen.
In einem Interview im Mittagsjournal sagte Götz Ferner, er schließe die Möglichkeit einer großen Koalition nach den nächsten Nationalratswahlen nicht aus.
Der Verfassungsgerichtshof hat in einem Erkenntnis den Antrag der Volkspartei auf Aufhebung der wesentlichsten Bestimmungen des zweiten Abgabenänderungsgesetzes abgewiesen.
Der Antrag war mit angeblicher Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes eingebracht worden.
In dem Erkenntnis wird festgestellt, dass dem Gesetzgeber nicht entgegengetreten werden könne, wenn er unternehmerische Entscheidungen in bestimmtem Sinn beeinflussen wolle.
Italien.
Mehr als 100 Insassen der DC-9 der Alitalia sind heute Nacht ums Leben gekommen, als die Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen von Palermo ins Meer gestürzt war.
Fischer wargen 21 Überlebende.
Ursache für das Unglück dürfte ein Triebwerksschaden gewesen sein.
Der Pilot versuchte offenbar eine Notwasserung, die Maschine hielt sich jedoch nur wenige Sekunden auf der Meeresoberfläche und ging dann unter.
China.
Ein schweres Eisenbahnunglück hat in der Stadt Chenchao, der Hauptstadt der Provinz Honan, 104 Menschenleben und mehr als 200 Verletzte gefördert.
Ein Personenzug und ein Schnellzug waren zusammengestoßen, weil der Führer des Eilzuges eingeschlafen war und ein Haltesignal überfahren hatte.
Dem schuldigen Lokomotivführer droht die Todesstrafe.
Hunderte Schüler haben heute in den Straßen von Teheran demonstriert und die Absetzung von Shah Mohammed Reza Pahlavi gefordert.
Die Polizei hielt sich zunächst im Hintergrund.
Das Ministerium für Wissenschaft und Erziehung ist am Vormittag von etwa 100 Professoren der verschiedenen Universitätsfakultäten besetzt worden.
Sie fordern den sofortigen Abzug der Soldaten und Polizisten vom Hochschulgelände.
Belgien, Schweiz.
In Brüssel beginnen heute Gespräche zwischen den Außenministern der USA und Israels, Vance und Dayan, und dem ägyptischen Ministerpräsidenten Khalil über Möglichkeiten, die bisher erfolglos gebliebenen Friedensverhandlungen zwischen Ägypten und Israel wieder in Gang zu bringen.
Der amerikanische Außenminister Vance beendet heute in Genf seine Verhandlungen mit dem sowjetischen Außenminister Grameko über den Abschluss eines zweiten Abkommens zur Begrenzung der strategischen Rüstung.
Nach offiziell nicht bestätigten Berichten sind einige schwierige Fragen nach wie vor nicht gelöst.
Jugoslawien.
Bei einem Empfang für hohe Militärs hat Staats- und Parteichef Tito eine deutliche Warnung an Oppositionelle gerichtet.
Tito sagte, es gebe leider einzelne Personen, die zwar im Krieg viel für Jugoslawien getan hätten, heute aber gegen die Interessen von Staat und Partei arbeiteten.
Das, meine Damen und Herren, war das Mittagsschonal des aktuellen Dienstes.