Für alle via www.mediathek.at gestreamten Medien ist, wie in den Nutzungsbedinungen für mediathek.at festgehalten, ein Herunterladen o. ä. nicht angeboten und nicht gestattet.
Alle gestreamten Audio- und Videodokumente sind mit ihren permanenten URLs dauerhaft zugänglich, wodurch sich die Notwendigkeit der Anfertigung von Kopien durch die Österreichische Mediathek für nur private Verwendung Dritter erübrigt.
Soferne die Herstellung von Kopien von Archivdokumenten durch die Österreichische Mediathek für Dritte für nur privaten Gebrauch rechtlich möglich ist, fallen dafür technische Kopierkosten an. Für Anfragen nach Kopien von Archivdokumenten und Preisauskünfte schreiben Sie bitte an mediathek@mediathek.at.
Kopien von Dokumenten des ORF (die Österreichische Mediathek ist Teil des Technischen Museums Wien, aber nicht Teil des ORF) müssen von Interessierten selbst direkt beim ORF angefragt werden (ORF-Kundendienst, -Audioservice, -Videoservice).
Kopien von Dokumenten des Filmarchivs Austria oder des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften müssen entsprechend beim Filmarchiv Austria oder entsprechend beim Phonogrammarchiv angefragt werden.
Die Metadaten der Medien, niemals die Medien selbst, deren Herunterladen nicht gestattet ist,unterliegen nach dem Herunterladen der Lizenz CC BY-NC 4.0, Namensnennung-Nicht kommerziell.
Zitieren
Zitieren
So können Sie Audio- und Videodokumente aus unserer digitalen Sammlung zitieren
Wenn Sie die Audio- und Videodateien aus unserer digitalen Sammlung für Ihre Arbeit und Ihre Forschung verwenden, freuen wir uns, wenn Sie mit einem Zitat auf unsere Quellen hinweisen!
So können Sie zitieren:
Alle Dokumente verfügen über eine Perma-URL
Für ein genaueres Zitat können Sie die Perma-URLs zusätzlich mit Markerpositionen (d.s. Zeitpositionen) versehen
Sie können im Dokument mehrere Markerpositionen setzen.
Die Markerpositionen bleiben so lange gespeichert, solange Sie sich im Audio- oder Videodokument befinden. Möchten Sie Links und Markerpositionen längerfristig für Ihre Arbeit speichern, verwenden Sie bitte den Bereich „Meine Mediathek“ (Login und Registrierung über das Burgermenü auf der Startseite).
Für Ihren persönliche Arbeitsbereich können sie Bookmarks setzen - Für diese Funktion müssen Sie sich im Bereich “Meine Mediathek” anmelden. Die Möglichkeit zu Login und Registrierung erscheint bei Klick auf das Bookmark-Symbol , alternativ können Sie sich auch über das Burgermenü auf der Startseite anmelden.
Marker setzen in: Mittagsjournal 1987.08.05
Auf dieser Seite
Katalogzettel
Information
Verortung in der digitalen Sammlung
Transkripte
Wie entstehen die Transkripte in der Österreichischen Mediathek?
Die bereitgestellten Transkripte werden mittels einer KI basierten Software erstellt. Die Transkripte ersetzen nicht die Arbeit mit den Originalquellen. Die Transkripte werden keiner inhaltlichen Bewertung oder Bearbeitung unterzogen und dienen vor allem der wissenschaftlichen Recherche sowie einer besseren Durchsuchbarkeit der Audio- und Videodokumente.
Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Die Zeit in fünf Sekunden ist es zwölf Uhr.
Zwölf Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Mittwoch, 5.
August 1987, Sie hören das Mittagsjournal des aktuellen Dienstes, am Mikrofon Edgar Sterbens.
Guten Tag, meine Damen und Herren.
Zunächst ein Programmüberblick.
Der heute veröffentlichte Finanzschuldenbericht des Bundes besagt, Österreichs Staatsschulden steigen.
Im Vorjahr betrug der Schuldenberg der Republik 617 Milliarden Schilling, das entspricht einer Pro-Kopf-Belastung von 82.000 Schilling.
Der Vorstand der Austria Metall AG konferiert mit Verstaatlichtenminister Rudolf Streicher.
Innenminister Carl Blecher kündigt einen verstärkten Kampf der Exekutive gegen Autobahnraser an.
Die italienischen Zivilschutzbehörden ordnen die Evakuierung weiterer Ortschaften im Veltilintal an.
Vor dem Hintergrund schwerer Spannungen innerhalb ihrer Fünf-Parteien-Koalition nimmt die neue italienische Regierung Gorilla ihre Arbeit auf.
Analyse der aktuellen politischen Situation in Chile.
Die Armenier verlangen die internationale Anerkennung des Völkermordes an ihrer Volksgruppe in der Türkei.
Heute Abend Salzburger Festspielpremiere der Monteverdi-Oper Il Ritorno d'Ulisse in Patria, sowie Gespräch mit dem deutschen Komiker Otto, dessen neuer Film nun in Österreich anläuft.
Erster Programmpunkt sind jetzt aber die Nachrichten geschrieben von Josef Schweinzer und gelesen von Melitta Czapka.
Iran, USA, Frankreich.
Im Persischen Golf hat der Iran die angekündigten dreitägigen Seemanöver begonnen.
Unter Beteiligung von Armee und Luftwaffe üben Marineeinheiten die Abwehr eines Angriffs eines potenziellen Feindes von See her.
Die Regierung in Teheran hat alle ausländischen Schiffe davor gewarnt, während dieser Übungen in iranische Hoheitsgewässer einzulaufen.
Die USA haben trotz dieser Warnung ihre Absicht bekräftigt, an den geplanten Aktionen im Persischen Golf festzuhalten.
Iran, Saudi-Arabien.
Ein erstes iranisches Flugzeug hat Opfer der Zusammenstöße von Mekka, von Jeddah in Saudi-Arabien, nach Teheran gebracht.
Die iranischen Behörden warfen Saudi-Arabien vor, das Flugzeug mehrere Stunden lang am Start gehindert zu haben.
Saudi-Arabische Regierungsvertreter gaben an, iranische Pilger hätten in Verhören gestanden, die Erstürmung der großen Moschee von Mekka geplant zu haben.
Angeblich sollten etwa 100.000 Pilger festgehalten und gezwungen werden, dem iranischen Revolutionsführer Khomeini Treue zu schwören.
Bundesrepublik Deutschland.
Die Einsatzzentrale für iranische Terrorkommandos in Europa befindet sich angeblich in einer Villa in Köln.
Nach Angaben der Illustrierten Stern erhalten berufsmäßige Mörder in Köln Befehle aus Teheran zur Liquidierung politischer Gegner sowie Waffen und Geld.
Die Illustrierte beruft sich auf Aussagen eines in die Bundesrepublik Deutschland geflüchteten Kommandeurs der iranischen Revolutionswächter.
Österreich.
Der Generaldirektor des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Alois Dragaschnig, hat sich entschieden gegen eine Erhöhung des Pensionsalters ausgesprochen.
Dragaschnig sagte im Morgenjournal, man könne die möglichen positiven Auswirkungen im Bereich der Sozialversicherung nicht isoliert vom Arbeitsmarkt betrachten.
Man dürfe nicht ältere Menschen am Arbeitsplatz halten und Jüngere auf der Straße stehen lassen.
Solange nicht wieder Vollbeschäftigung herrsche, sei eine Anhebung des Pensionsalters nicht akzeptabel.
Italien.
Das neue Koalitionskabinett des christlich-demokratischen Ministerpräsidenten Giovanni Goria muss sich heute im Abgeordnetenhaus einer Vertrauensabstimmung stellen.
Am positiven Ausgang der Abstimmung ist nicht zu zweifeln.
Die Koalition aus christlichen Demokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Republikanern und Liberalen
verfügt in beiden Kammern des italienischen Parlaments über eine breite Mehrheit.
Der Senat hat bereits in der vergangenen Woche dem neuen Kabinett sein Vertrauen ausgesprochen.
Belgien.
Die belgischen Autobahnen sind ab dem kommenden Jahr für ausländische Autofahrer gebührenpflichtig.
An den Grenzübergängen wird ein Aufkleber zum Preis von umgerechnet 175 Schilling verkauft.
Die Belgier erhalten das Pickerl kostenlos, weil sie bereits ihre jährliche Autosteuer entrichten.
Die Regierung in Brüssel erhofft sich von der Autobahn-Maut Einnahmen von etwa 700 Millionen Schilling pro Jahr.
Frankreich.
Aus dem Kraftwerk von Saint Laurent de Faux an der Loire sind gestern 300 Liter leicht radioaktiver Flüssigkeit ausgetreten.
Der staatliche Strahlenschutzdienst in Paris teilte mit, 40 Quadratmeter Boden hätten gesäubert werden müssen.
Sonst soll keine Gefahr bestanden haben.
USA.
Das Verteidigungsministerium hat beschlossen, eine vor Jahren ausgemusterte Superbombe wieder zu aktivieren.
Die Atomwaffe stammt aus dem Jahr 1962 und hat eine Sprengkraft von 9 Megatonnen.
Die Bombe wird von Langstreckenflugzeugen transportiert und kann tief unter der Erdoberfläche liegende Ziele, etwa gegnerische Kommandozentralen, zerstören.
Offenbar wollen die USA so eine Lücke füllen, die durch die Stilllegung eines veralteten Raketentyps entstanden ist.
Die Radio- und Fernsehsender in den Vereinigten Staaten sind nicht mehr verpflichtet, bei ihrer politischen Berichterstattung das Prinzip der Ausgewogenheit zu befolgen.
Der staatliche Medienausschuss in Washington hat nun eine diesbezügliche bestehende Vorschrift aufgehoben.
Nach Ansicht des Medienausschusses verstößt die Regel gegen die Meinungsfreiheit und erschwert zu sehr die Behandlung wichtiger Themen in Radio und Fernsehen.
Die Bundesrepublik Deutschland hat im vergangenen Jahr die USA als größtes Exportland überholt.
Dies geht aus einer Studie des Internationalen Währungsfonds hervor.
Die Bundesrepublik erhöhte 1986 ihr Exportvolumen auf mehr als 240 Milliarden Dollar.
Die Vereinigten Staaten kamen dagegen nur auf 217 Milliarden.
Als Ursache dafür wird der Kursverfall der amerikanischen Währung angenommen.
Chile
Auf Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft dürfen mutmaßliche Terroristen Chile nicht verlassen.
Damit reagierten die Justizbehörden auf das Angebot mehrerer Länder, Häftlinge aufzunehmen, denen die Hinrichtung droht.
Darunter fallen auch jene Häftlinge, deren mögliche Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland zu heftigen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungskoalition in Bonn geführt hat.
Italien.
Aus Furcht vor einem neuen Erdrutsch haben die Behörden in der vergangenen Nacht im Veltlin mit der Evakuierung von Ortschaften begonnen.
Etwa 1000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.
Die betroffenen Orte liegen nördlich des Sees, der sich an den abgerutschten Erdmassen aufgestaut hat.
Man befürchtet, dass weitere Muren in den See abgehen und ihn zum Überlaufen bringen würden.
Die Folge wäre eine verheerende Flutwelle.
Österreich.
Schwere Unwetter haben in der vergangenen Nacht neuerlich Teile Kärntens und der Steiermark heimgesucht.
Hagel richtete im Gebiet von St.
Veit an der Glan Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und Autos an.
In der Süd- und Oststeiermark kam es zu Vermurungen und Überflutungen.
Im Raum Leibniz waren vier Gehöfte von der Umwelt abgeschnitten.
Das Wetter?
Nach wie vor bestimmen feuchtkühle Luftmassen das Wettergeschehen in Österreich.
Nur allmählich wird die Strömung von Nordwest auf Südwest zurückdrehen.
Die Aussichten bis morgen früh.
Wechselnd bis stark bewölkt und vor allem im Bergland Regenschauer und Gewitter.
Im Laufe des Nachmittags stellenweise Bewölkungsauflockerungen.
Mäßiger bis lebhafter Wind aus West bis Nordwest.
Nachmittagstemperaturen 14 bis 19.
Tiefstemperaturen der kommenden Nacht nur 5 bis 11 Grad.
Die Aussichten für morgen.
Nach kühler und vielfach klarer Nacht heiter bis wolkig.
Abflauender Wind aus westlichen Richtungen.
Tageshöchsttemperaturen morgen 17 bis 22 Grad.
Eine Vorschau auf das Wetter übermorgen Freitag.
Vom Südwesten kommend Bewölkungsverdichtung, nachfolgend Einsätzen von gewittrigen Niederschlägen, Temperaturen steigend.
Noch die Messwerte von 12 Uhr.
Wien stark bewölkt, 16 Grad.
Westwind 20 Kilometer in der Stunde.
Eisenstadt bedeckt, 16 Grad.
St.
Pölten bedeckt, starker Regenschauer, 11 Grad.
Südwestwind 10, Linz stark bewölkt 13, Salzburg stark bewölkt 13 Grad, Nordwestwind 15 Kilometer, Innsbruck wolkig 13, Bregenz stark bewölkt 13, Südwind 15 Kilometer, Graz bedeckt leichter Regen 13 Grad und Klagenfurt bedeckt 13 Grad.
Ja, und wir bleiben bei dem unerquicklichen Thema Wetter und seinen bisweilen katastrophalen Folgen.
Seit über zwei Wochen kommt das oberitalienische Veltlintal nicht zur Ruhe.
Nach schweren Unwettern wurden zunächst weite Teile dieses Grenztals in der Region Lombardei, 300 Kilometer nordöstlich von Mailand an der Grenze zur Schweiz und zur Südtirol gelegen,
Wurden weite Teile dieses Grenztalles überschwemmt und vermuert und vor einer Woche hat dann ein riesiger Bergrutsch drei Dörfer verschüttet und 28 Menschen getötet.
Über 3000 Menschen sind aus der Gefahrenzone evakuiert worden.
Und heute müssen nun 1200 weitere Menschen ausgesiedelt werden, weil möglicherweise ein neuerlicher, gigantischer Erdrutsch die Dörfer südlich von Borgmio bedroht.
Richard Gasser berichtet über die Lage im Katastrophental.
Es hat sich nicht die Gefahr erhöht, sondern wir haben die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.
So kommentierte der höchste italienische Zivilschutzbeamte, Präfekt Gomez, die Entscheidung, vier Dörfer zwischen Bormio und dem künstlichen See hinter dem großen Bergrutsch zu evakuieren.
Die Verfügung, weitere 1200 Menschen aus dem Gefahrenbereich auszusiedeln, hat im Feldlienthal trotzdem wie eine Bombe eingeschlagen, weil sie im Widerspruch zu allen bisherigen Erklärungen von Politikern und Geologen steht.
Der Chefgeologe hatte noch gestern wörtlich erklärt, die Gefahr eines neuerlichen Bergrutsches am Stausee ist vorbei.
Vor allem auch, weil es nicht weiter regnet und auch heute im Feldbiental es niederschlagsfrei ist.
Seit heute früh ist dann die Evakuierungsaktion angelaufen.
Alle vier betroffenen Dörfer gehören zur Unglücksgemeinde Valdisotto, die bereits vor einer Woche schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und wo bisher mindestens 28 Menschen unter den Muren begraben wurden.
Im Laufe des Tages will man sämtliche Bewohner in Hotels im Wormio unterbringen.
Der Fremdenverkehrsort ist nur noch über 2.500 Meter hohe Pässe von der Schweiz aus zu erreichen, seitdem der Bergrutsch das Feld Liendal 2 geteilt hat.
Deshalb bleiben die über 20.000 Fremdenbetten der Region derzeit ohnehin leer.
Um den Evakuierungsbefehl gab es gestern den ganzen Tag über ein Tauziehen in den verschiedenen Krisenstäben.
Doch hatte der neue italienische Zivilschutzminister mit seiner Ankündigung zu Mittag in Bormio die Aussiedlung praktisch schon verordnet, auch wenn der Befehl dann erst um 22 Uhr abends unterzeichnet wurde.
In Cepina, dem Hauptort, herrschten deshalb völliges Chaos und Desorientierung, auch weil die Bevölkerung selbst sich massiv gegen eine Aussiedlung stellte und der Bürgermeister ohne zwingende Anordnung aus Rom und aus Sonderio nicht handeln wollte.
Für die betroffenen Menschen ist es schmerzhaft.
Wir müssen aber vorsichtig sein, hatte Minister Remo Gasperi vor Ort zu beschwichtigen versucht.
Der Politiker aus Sizilien ist im norditalienischen Feldlin ziemlich unbeliebt, weil er seinen erfolgreichen Amtsvorgänger Zamberletti, der aus der Lombardei stammt, verdrängt hatte.
Die mögliche Gefahr für die vier Dörfer droht von einem Berghang des Monte Copeto, wo bereits die erste große Mure abgegangen ist.
Wenn sich der Hang nördlich davon löst,
und in den darunter aufgestauten See stürzt, so könnten die Wasser- und Erdmassen talaufwärts geschleudert werden, bis nach Bormio, fürchten die Experten.
Während hingegen der Damm im Süden halten dürfte.
Allein der Luftdruck von zwei Millionen Kubikmeter herunterstürzenden Erd- und Gesteinsmassen würde die Dörfer am Rande des Sees zerstören.
Gerade diesen verheerenden Effekt hatte man bei den vorangegangenen Evakuierungen der ersten Dörfer vor dem großen Bergrutsch vernachlässigt.
Und die meisten Dörfer sind dann im Dorf Aquilone ums Leben gekommen, wo die Mure selbst gar nicht hingereicht hatte.
Deshalb wollten die italienischen Zivilschutzverantwortlichen jetzt übervorsichtig sein und auch gegen den Widerstand der Bevölkerung handeln.
Der Druck von Gefahr und Angst lasten somit weiter auf dem Feltliental.
Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Katastrophe gegen sechs Personen.
Namen und Anklagepunkte sind vorerst nicht bekannt.
Schwere Unwetter haben in der vergangenen Nacht auch in der Steiermark und im Kärnten schweren Schaden angerichtet.
Hagel richtet dem Gebiet von St.
Veit an der klaren Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und an Autos an.
In der Süd- und Oststeiermark kam es zu Vermurungen und Überflutungen.
Im Raum Leibniz waren einige Gehöfte von der Umwelt abgeschnitten.
Hans-Christian Scheid vom Landesstudio Steiermark informiert.
Die Katastrophenstimmung herrscht derzeit in vielen Gemeinden der Südwest- und Oststeiermark.
Seit nahezu 36 Stunden regnet es in einigen Teilen der Steiermark ununterbrochen.
Der Regen ließ zahlreiche Bäche und Flüsse aus den Ufern treten, löste Murenabgänge aus, Häuser, Stallungen, landwirtschaftliche Kulturen wurden überschwemmt und stehen unter Wasser.
Die Feuerwehr hat Großeinsatz.
Allein im Bezirk Deutschlandsberg kämpfen 28 Feuerwehren mit über 210 Mann gegen die Wassermassen an.
Zahlreiche Landes- und Gemeindestraßen mussten vorübergehend gesperrt werden.
Ganze Gehöfte sind von der Außenwelt abgeschnitten.
Einige Häuser in Gemeinden waren am Vormittag mit dem Auto nicht mehr erreichbar, nur noch mit Feuerwehrbooten.
Erste Meldungen über Evakuierungen von Menschen und Tieren liegen vor.
Der Feuerwehrkommandant der südsteirischen Gemeinde Fresing, Siegfried Bronneck, meldete vor wenigen Minuten aus seinem Einsatzgebiet.
Es wurden bereits zwei Häuser schon evakuiert.
Das Wasser rennt bei den Fenstern schon durch.
Die Feuerwehr ist dabei mit Soundchecken das Wasser etwas zurückzuhalten.
Nur unweit von Fresing entfernt liegt Hengsberg, wo der Arzt Dr. Siegfried Wagener in seinem Haus mit der Feuerwehr gegen die Wassermassen ankämpft.
Ich stehe telefonierend hier im Wasser und es laufen neben mir die Pumpen und das Wasser ist ungefähr ein Meter hoch vor der Haupttür durch dieses Auspumpen, 20 Zentimeter.
Es ist natürlich überall aus den Stufen und Räumen rinnt das Wasser wie mit einem Wasserfall heraus.
Es ist natürlich die Katastrophe auch, dass alle Drainagerohre, alle Sickergruben, alle Kloanlagen durch den Wassertruck von außen in das Haus herein sichergießen.
Und es ist natürlich auch, dass alle Geräte, alle Tiefkühltruhen und natürlich alle Maschinen, alles ist natürlich unter Wasser.
Wir haben schon im stundenlangen Einsatz mit der Feuerwehr das ganze Haus ausgeräumt.
Bäche und Flüsse haben also Hochwassermarken längst überschritten.
Die RAAB in der Oststarmark meldet den höchsten Wasserstand seit zehn Jahren.
In Bad Radkersburg registriert man zwar einen hohen Wasserstand der Mur, doch durch Hochwasserschutzmaßnahmen könne nichts passieren, versichert man.
Durch einen Murenabgang wurde heute Nacht in Zerlach in der Oststarmark ein Wohnhaus bedroht.
Knapp vor dem Haus kam die Mure doch noch zum Stehen.
In Preding in der Weststarmark sind in einem Wirtschaftsbetrieb derzeit 300 Schweine eingeschlossen.
Die Schweine schwimmen regelrecht, schilderte ein Feuerwehrmann.
Alles in allem dürften die Regenfälle und das Hochwasser Millionen Schäden verursacht haben.
Zur Stunde hofft man überall nur, dass der Regen aufhört und die Wasserstände sinken mögen.
Ein Blick auf die Uhr, es war soeben 12.16 Uhr, eine Minute nach Viertel eins.
Finanzminister Ferdinand Latziner hat heute Vormittag den Finanzschuldenbericht 1986 vorgelegt, in dem der jüngste Stand der Staatsschulden aufgelistet ist.
Der Schuldenberg der Republik Österreich ist demnach im Vorjahr auf 617 Milliarden Schilling angewachsen.
Das heißt, jeder Österreicher vom Baby bis zum Kreis ist statistisch gesehen mit rund 82.000 Schilling verschuldet.
Diese Schulden und die Zinsen dafür wollen aber auch zurückgezahlt werden.
Das belastet das Budget erneut und zwingt den Finanzminister wieder, neue Schulden zu machen.
Aus dem Finanzministerium berichtet Susanna Gassner.
Der Schuldenberg der Republik türmt sich immer schneller auf.
1985 ist die Staatsschuld um 12 Prozent gewachsen, im Vorjahr um beachtliche 17 Prozent, womit der höchste Zuwachs seit 1983 erreicht worden ist.
Rund 617 Milliarden Schilling machten die Außenstände des Staates Ende 86 aus.
Das sind 91 Milliarden Schilling mehr als 1985.
Diese Neuverschuldung ist ein Rekordwert und liegt deutlich über dem Defizit, das der Bund im Vorjahr finanzieren musste.
Der Grund für diese Abweichung waren Umschuldungsoperationen.
Bereinigt mit dieser Sonderentwicklung betrug der Anstieg aber immer noch stolze 14 Prozent.
Jeden Österreicher trifft aus der Finanzschuld 1986 schon eine Belastung von rund 82.000 Schilling und mittlerweile ist es noch mehr geworden.
Im ersten Halbjahr sind die Schulden des Bundes um 77 Milliarden Schilling gestiegen.
Damit macht die Baukopfverschuldung bereits 92.000 Schilling aus.
Denn das heurige Netto-Budgetdefizit von 80 Milliarden Schilling will ja finanziert werden.
Falls das Budgetdefizit weiter in dem Ausmaß steigt, macht die Staatsschuld am Ende dieser Legislaturperiode rund 1.000 Milliarden Schilling aus.
Was das bedeutet, rechnet der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, Helmut Frisch, vor.
Was sagt das aus?
Die Durchschnittsverzinsung der Staatsschuld ist etwa 7,5 Prozent.
Bei einer Staatsschuld von 1.000 Milliarden beträgt der Zinsendienst 75 Milliarden.
Das heißt, in vier Jahren würde der Zinsendienst ungefähr dem heutigen Budgetdefizit entsprechen.
Also wenn man das Budgetdefizit nur auf 80 Milliarden stabilisiert, würde der Finanzminister
in vier Jahren praktisch das gesamte Budgetdefizit nur verwenden müssen, um den Zinsendienst zu bedienen.
Also ich glaube, es gibt keine Alternative zur Reduktion des Budgetdefizits, wenn man längerfristig gewisse wirtschaftspolitische Möglichkeiten des Staates aufrechterhalten will.
Bereits im Vorjahr hat der Bund ein Fünftel der Steuereinnahmen nur ausgeben müssen, um die Zinsen für all die Kredite und Darlehen bezahlen zu können.
Selbst wenn Österreich, was eine rein theoretische Annahme ist, überhaupt keine Schulden mehr macht, müssten 1996, also in neun Jahren, zur Abtragung des Schuldenberges immer noch 70 Milliarden Schilling bezahlt werden.
Das Budget müsse unbedingt konsolidiert werden, betonte Frisch nochmals, ortet dabei aber gewisse Probleme.
Wir haben das letzte Budget, das die Regierung gemacht hat, war nach der eigenen Interpretation ein Sparbudget.
Es war noch kein Konsolidierungsbudget.
Wenn man sich entschließt, ein Konsolidierungsbudget zu machen, dann bedeutet das natürlich, dass gewisse Opfer, man kann das Konsolidierungsopfer nennen, gebracht werden müssen.
Und was sich in Österreich bisher abgespielt hat, war wenig erfreulich.
Natürlich ist jedermann einverstanden, dass das Budget saniert oder konsolidiert wird, wenn andere eben die Budgetopfer erbringen und die eigenen Besitzstände gewahrt bleiben.
Das ist unser großes Problem.
Im internationalen Vergleich liegt die Staatsverschuldung Österreichs mit rund 82.000 Schilling pro Kopf der Bevölkerung im mittleren Feld.
Absoluter Spitzenreiter ist Schweden mit 150.000 Schilling pro Schwedenkopf.
Zu den Ländern mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung gehören Deutschland und Frankreich.
Zieht man in diesem Vergleich die Verschuldung der Länder und Gemeinden mit ein, so liegt Österreich gleich gut wie Deutschland und hat damit den drittbesten Platz unter neuen Industriestaaten.
Soweit mein Bericht aus dem Finanzministerium und damit gebe ich zurück zu Edgar Sterbens.
Im Verstaatlichtenministerium fand heute erneut eine Aussprache über die Zukunft der Austria Metall AG statt.
Eine weitere Aussprache nach der Entscheidung, die Elektrolyseanlage der AMAG nicht neu zu bauen.
Bei Verstaatlichtenminister Rudolf Streicher waren ÖGB-Präsident Anton Benja, dessen designierter Nachfolger Fritz Werzethnitsch, ÖERG-Generaldirektor Hugo Michael Sekira, AMAG-Generaldirektor Robert Ehrlich,
und die Betriebsratvertreter des Unternehmens.
Was bei dieser Aussprache herausgekommen ist, darüber berichtet Herbert Hubach.
Auf der Tagesordnung der heutigen Aussprache, zu der Gewerkschaftsbundpräsident Peña gebeten hatte, ging es in erster Linie um die Zukunft der Austriametall ohne neue Elektrolyse.
Aber auch das seit einigen Tagen vorliegende Umweltgutachten über die Fluoremissionen der alten Elektrolyse und damit verbundene eventuelle Schädigungen der Gesundheit der Menschen wurde diskutiert.
Von diesem Gutachten soll es ja abhängen, wann die alte Elektrolyse geschlossen werden muss, verstaatlicht Minister Rudolf Streicher.
Das Gutachten hat meiner Information nach 200 Seiten.
Ich war ja früher selbst Chef dieses Unternehmens.
Wir haben die gesundheitlichen flankierenden Untersuchungen laufend durchgeführt.
Niemals wurde eine gesundheitliche Schädigung an Menschen festgestellt.
Es gibt
dutzende Elektrolysen auf der Welt, die nach diesem System noch immer laufen.
Natürlich, wir wissen, dass die Umweltbelastung dieser Elektrolyse groß ist, aber wir gehen davon aus, dass die alte Elektrolyse noch vier bis fünf Jahre in Betrieb gehalten werden kann.
Das ist ein Gutachten, das von einem Einzelnen erstellt wird.
Da wird es sicherlich dann noch Gegengutachten geben.
Es wird praktisch die Möglichkeit geben, dieses Gutachten nach der einen oder nach der anderen Richtung noch zu ergänzen.
Also ich gehe davon aus, dass die alte Elektrolyse noch mindestens vier bis fünf Jahre in Betrieb bleibt.
Dass der Minister bereits jetzt künftige Gegengutachten erwähnt hat, lässt den Schluss zu, dass die vorliegende Umweltstudie alles andere als günstig für die alte Elektrolyse der Austria-Metall ausgefallen ist.
Streicher betont wiederholt, dass ein Gutachter die Entscheidung über eine Maßnahme, die 500 bis 600 Arbeitsplätze betrifft, nicht allein vorgeben kann.
Details wurden nicht bekannt gegeben, es dürfte da aber doch noch zu Diskussionen kommen.
Wie geht es aber dann in Ranshofen weiter?
Der Vorstand will ja das Rohaluminium zukaufen und dieses Rohaluminium muss ja für die Weiterverarbeitung aufbereitet werden.
Die entsprechenden Anlagen sollen erweitert werden, außerdem will man neue Produkte ins Haus bringen.
Minister Streicher?
Wir gehen ja davon aus, dass insbesondere im Bereich der Umschmelzanlage, im Bereich der Gießerei, hier ist ja das Zukunftsbild der Unternehmensleitung,
von einer derzeitigen Produktionsqualität auf eine Präzisionsgießerei umzustellen.
Hier wird es zusätzliche Arbeitsplätze geben.
Die Geschäftsfelder Raum- und Flugtechnik werden sicherlich auch einige Arbeitsplätze schaffen.
Ich bin sehr zuversichtlich und die Unterlagen, die uns heute vorgelegt wurden, sprechen sehr dafür, dass in dieser Umstellungsperiode von vier bis fünf Jahren, von der ich vorhin gesprochen habe,
auch die Arbeitsplatzsituation einigermaßen im Griff gehalten werden kann.
Ich gehe schon davon aus, dass es in der Größenordnung, was die Arbeitsplätze betrifft, in Ranshofen zu keinen negativen Maßnahmen kommen wird.
Und in fünf Jahren müsste es einer ambitionierten Unternehmensleitung mit einer motivierten Belegschaft gelingen, praktisch die Neuordnung des Unternehmens auf dem Beschäftigungsniveau, das wir jetzt haben, herbeizuführen.
Von den befürchteten 1500 verlorenen Arbeitsplätzen ist also laut Minister Streicher keine Rede mehr.
Der Minister beruhigt also.
Aber wenn es mit den neuen Produkten und Märkten nicht so glatt und reibungslos geht wie geplant, dürfte es aber doch Arbeitsplätze kosten.
Was sagt nun Zentralbetriebsratsobmann Angstsüßer zum heutigen Gespräch, vor allem nach dem Dritten gegen das Schienbein des verstaatlichten Ministers und ehemaligen AMAG-Generaldirektors?
Mit dem Gespräch sind wir zufrieden.
Der Forschungsdirektor
Generaldirektor Ehrlich hat heute dieses Konzept ohne Elektrolyse in Ranshofen vorgetragen und im Detail haben wir noch die Möglichkeit, unternehmensintern dieses Konzept zu beraten.
Wenn es dem Vorstand gelingt, in Ranshofen Merkmale zu setzen, dass es auch ohne Elektrolyse weitergeht, dann wird sicherlich eine Beruhigung eintreten.
Soweit mein Bericht von der Aussprache über die Austria Metall im Verstaatlichtministerium und damit zurück zu Edgar Sterbens.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat gestern Alarm geschlagen.
Immer mehr Autofahrer ignorieren das Tempolimit 130 auf Autobahnen.
Das Ergebnis im Vergleich zu 1986 gab es um 50 Prozent mehr Tote auf Österreichs Autobahnen.
Erst kürzlich maß man auf der Südautobahn den Tempowahnsinn eines Rasers.
Er brachte es auf 228 Stundenkilometer.
Die Experten verlangen jetzt schärfere Kontrollen.
Und Innenminister Carl Blecher ist heute darauf eingegangen.
Er hat an sich eine Pressekonferenz gegeben zum Thema 30 Jahre kriminaltechnische Abteilung im Innenministerium.
Diese Pressekonferenz wurde leicht umfunktioniert.
Der Minister nahm auch zu aktuellen Fragen, wie etwa zur Drohungsszene und wie gesagt zu den jüngsten Statistiken über die Autobahnrasereistellung.
Robert Stoppacher berichtet.
Ja, Innenminister Karl Blecher hat heute den Rasern den Kampf angesagt.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat ja gestern neueste Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Tempodisziplin auf den Autobahnen zusehends verfällt.
Es wird also mehr gerast.
Die Folge, die Zahl der Unfälle auf Österreichs Autobahnen steigt.
Innenminister Blecher wies heute darauf hin, dass jährlich an die 90.000 Schnellfahrer angezeigt werden.
Und Blecher kündigte eine noch rigorosere Radarüberwachung an.
Ich kann Ihnen sagen, dass wir vermehrte Überwachung auf Autobahnen trotz Sparmaßnahmen möglich gemacht haben.
Reaktion auf das, was also das Kuratorium für Verkehrssicherheit gestern verlautbart hat, sinkendes Verkehrsunfallsgeschehen auf Österreichs Straßen insgesamt.
Aber steigendes auf den Autobahnen durch unverantwortliche Raser, dem begegnen wir durch eine verstärkte Überwachung, da sehen Sie wieder ein typisches Beispiel, wir sparen.
Aber wir werden dort, wo der erhöhte Einsatz notwendig ist, Mittel und Wege finden, ihn zu leisten.
Verstärkt wird übrigens auch der Einsatz von Zivilstreifen.
Allein mit polizeilichen Maßnahmen werde man das Autorasen jedoch nicht unterbinden können, sagte Blecher.
Notwendig sei auch die Erziehung der Autofahrer.
Der Arbeit der Massenmedien komme dabei entscheidende Bedeutung zu.
Blecher äußerte sich aber dann auch zu einem ganz anderen Thema, nämlich zur Absetzung der George-Tabori-Inszenierung des Oratoriums, das Buch mit sieben Siegeln bei den Salzburger Festspielen.
Zuletzt hatte Blecher ja gemeint, das Verbot bringe Österreich wieder in das Odium des Antisemitismus.
Heute präzisierte Blecher seine Stellungnahme.
Ich habe mir erlaubt,
Und ich glaube, jeder hat es auch richtig verstanden, darauf hinzuweisen, dass ungerechtfertigterweise wir wieder in diesem Zusammenhang auch die Salzburger Festspiele in dem Geruch des antisemitischen Handelns gedrängt worden sind.
Es gibt sehr viele Anhaltspunkte neben den Kommentaren in ausländischen Zeitungen dafür.
Und das ist einer der Kritikpunkte gewesen.
Meine Hauptaussage war eine andere, nämlich, dass, glaube ich, jeder Österreicher, den es ernst ist, mit der Freiheit der Kunst sich in die Solidaritätsfront der Salzburger Festspielkünstler einreihen soll gegen derartige Eingriffe.
die hier getätigt worden sind und dass die österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik, deren Kuratoriumsvorsitzender ich bin, sich mit dieser Frage weiter beschäftigen will, weil sie wird, weil sie prinzipieller Natur ist.
Und dann das Thema Suchtgift.
Die Berichte über das Auftauchen der berüchtigten Todesdroge Crack in Österreich bezeichnete der Innenminister als Zeitungsenden.
Es gebe keinerlei diesbezügliche Hinweise.
Soviel von der Pressekonferenz von Innenminister Blecher und damit zurück zu Edgar Sterbens.
Es ist jetzt 12 Uhr und 30 Minuten und wir kommen zu unserer ausführlichen Berichterstattung aus dem Ausland.
Begleitet von parteiinternem Ränkespiel, von außerkoalitionären Störversuchen und von offen zur Schau getragenem Zweifel an der eigenen Lebensfähigkeit versucht die 47. italienische Regierung nach den Vertrauensvoten im Parlament nun langsam Tritt zu fassen.
Auf die Fünfer-Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Republikanern und Liberalen warten schwierige Sachaufgaben.
Von der Haushaltssanierung über die Schaffung neuer Arbeitsplätze bis zur Entwicklung Süditaliens.
Der neue Regierungschef, der 44-jährige piemontesische Christdemokrat Giovanni Goria, wurde als Technokrat und Wirtschaftsfachmann zunächst mit Vorschusslorbeeren überhäuft.
Doch sein Kabinett aus 30 Ministern und 60 Staatssekretären machte vorerst nur durch ein wildes Postengerangel auf sich aufmerksam.
Wobei der versteckt bis offen ausgetragene Wettkampf zwischen dem christdemokratischen Parteiführer Ciriaco de Mita und dem Sozialistenchef Bedino Craxi die Regierung Gorilla von der Stunde ihrer Geburt an geschwächt hat.
Nach den Streitereien um die Minister- und Staatssekretärsposten sollen jetzt bereits wilde Grabenkämpfe innerhalb der Koalition toben.
Darüber und über die Auswahlquerelen innerhalb der Demokratie der Christianer berichtet Karl Peter Schwarz aus Rom.
Die Christdemokraten der Region Venetien beneiden ihre bayerischen Freunde von der CSU.
Den Bayern, so sagen sie, gelingt es immer, ihre Stimme in Bonn zu Gehör zu bringen.
Die mit Ron besonders unzufriedenen Abgeordneten aus Venezien haben auch schon den Vorschlag bereit, sich auf bayerisch-föderalistische Art von der DC zu verabschieden und eine regionale DC zu bilden.
Im Hinterland der Stadt Venedig ist man empört darüber, wie die aus dem südlichen Avellino stammende Parteisekretär Celia Codemita die christdemokratischen Ministerposten verteilt hat.
Kein einziger ging an Venezien, obwohl diese Region mit 46 Prozent der Wählerstimmen
eine der Hochburgen der italienischen Christdemokraten ist und bisher fast immer mit mehreren Ministern in Rom vertreten war.
Mit ihrer Kritik an Demeter stehen die Venezier nicht allein.
Überall in der Demokratie der Christianer rodelt der Unmut und führt dazu, dass sich die alten, von Demeter offenbar unterschätzten Fraktionen in der Partei noch stärker zusammenschließen.
Demeter
muss es sich sogar gefallen lassen, dass ihm die Partei internen Kritiker Bedino Craxi als Vorbild hinstellen.
Craxi hat diesmal nämlich allgemein anerkannte Fachleute in die Regierung entzahnt.
De Mitter hingegen war unter dem Druck einflussreicher DC-Gruppierungen zu Kompromissen gezwungen worden, die sich sachlich nicht mehr rechtfertigen lassen.
Da wurden etwa die beiden erfahrenen Minister Scalfaro und Zamberletti aus den Ressorts Inneres und Katastrophenschutz entfernt.
Das Innenministerium
Er hielt der 79-jährige Aminto de Fanfani als Gegenleistung dafür, dass er für Demita bis zu den Wahlen die Monocolore-DC-Regierung geleitet hatte.
Zan Verletti leitete gerade die Hilfsoperationen in Berlin, als er erfuhr, dass er durch den Demita-Verpflichteten Remo Gaspari abgelöst wurde.
Das Finanzministerium erhielt der umstrittene neapolitanische DC-Mann Antonio Gava, der in der vergangenen Legislaturperiode durch seine verschwenderische Vergabe neuer Dienststellen als Postminister auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Gava und einige andere der neuen Minister gehören der sogenannten Golfströmung an, also der neapolitanischen und kampanischen DC, deren Einfluss auf die Mieter in den vergangenen Monaten spürbar zugenommen hat.
Die zweite Gruppierung, die Demita zufriedenstellen musste, war die dem Außenminister Andriotti nahestehende, sizilianische, und die dritte war natürlich seine eigene, die aus Avellino.
Die Personalpolitik Demitas hat der Regierung Gorilla bisher nur Probleme eingehandelt.
Und sie deutet darauf hin, dass der christdemokratische Parteichef dem neuen Ministerpräsidenten Gorilla keine großen Überlebenschancen einräumt.
Selbst Optimisten gehen davon aus,
dass die neue Regierung das nächste Frühjahr nicht überleben wird.
Grabenkämpfe innerhalb der Regierungsmannschaft sind jetzt schon deutlich sichtbar.
Erstmals übrigens auch in außenpolitischen Fragen.
Die Christdemokraten wollen die Golfkrise der UNO überlassen.
Ihre Bündnispartner drängen auf ein gemeinsames, unter Umständen auch militärisches Vorgehen der europäischen Verbündeten der USA.
Die Mieter, so hat es den Anschein, rechnen nicht so sehr mit der Regierung Guria,
als mit dem im Frühjahr 1988 stattfindenden Kongress der Demokratie Christianer.
Und da wird er die Unterstützung der verschiedenen Parteigruppierungen brauchen, um seinen Plan einer neuen heftigen Konfrontation mit den Sozialisten realisieren zu können.
Der Streit innerhalb der westdeutschen Regierungskoalition um die mögliche Aufnahme von 14 mit der Todesstrafe bedrohten Chilenern hat das Interesse der Weltöffentlichkeit an den Vorgängen in Chile geschärft.
Die 14 Chilenern, zu deren Aufnahme auch Österreich und die Niederlande sich bereit erklärt haben, werden vom Militärregime General Augusto Pinochets als Terroristen und Mitglieder der Guerillagruppe Bewegung der Revolutionären Linken bezeichnet.
Man wirft ihnen einen ganzen Katalog von Straftaten vor, von Überfällen bis zu Morden.
Die ausländischen Politiker, die sich für die Ausreise und die Aufnahme der 14 in einem westeuropäischen Land einsetzen, sind so wie der westdeutsche Arbeitsminister Norbert Blüm nach einem Lokalaugenschein in Chile davon überzeugt, dass die angeblichen Terroristen gefoltert und zu Geständnissen gezwungen worden sind, dass Menschenrechte eklatant verletzt wurden.
4 der 14 sind zum Tod verurteilt, für die übrigen 10 hat die Militärstaatsanwaltschaft die Höchststrafe beantragt.
Die Urteile sind allerdings noch nicht gefällt, in einigen Fällen ist der Instanzenzug noch nicht erschöpft.
Vor diesem Hintergrund erklärte jetzt der chilenische Generalstaatsanwalt, die Delinquenten und Angeklagten dürften nicht ausreisen.
Es werde keine Ausreiseerlaubnis und keine Begnadigung für Personen geben, die wegen terroristischer Aktivitäten angeklagt seien.
Über die durch die jüngsten Menschenrechtsfälle aktualisierte politische Situation in Chile informiert Brigitte Fuchs.
Bis zum 14.
Jahrestag des blutigen Militärbutsches General Pinochet gegen Staatspräsident Allende vom 11.
September 1973 sind noch einige Wochen Zeit, doch die regierende Militärjunta und die Opposition rüsten bereits jetzt für diesen Tag.
Auch heuer will die chilenische Opposition wieder nationale Protesttage gegen die Militärdiktatur mit Streiks und Demonstrationen durchführen.
Seit 1983 hatten Gewerkschaften, Studenten, aber auch einige Unternehmerverbände bei diesen Protesttagen die Wiederzulassung der politischen Parteien und freie Parlamentswahlen, kurz die Wiederherstellung demokratischer Zustände in Chile, gefordert.
Der Anführer der Protestbewegung der letzten Jahre wird heuer nicht mehr dabei sein.
Rodolfo Seguel, der Vorsitzende des chilenischen Gewerkschaftsbundes, ein erbitterter Gegner Diktator Pinochet, hat nach vier Verhaftungen und 21 Strafverfahren, die das Regime gegen ihn eingeleitet hat, die Segel gestrichen und ist nach Australien ausgewandert.
Der wachsende Widerstand der chilenischen Bevölkerung gegen die Militärdiktatur hat das Regime zurückschlagen lassen.
In den Menschenrechtsberichten der UNO und des Internationalen Roten Kreuzes ist von 293 Toten, von mehr als 17.000 Verhaftungen und von 293 Folteranzeigen die Rede,
die allein zwischen 1984 und 1986 auf das Konto des staatlichen Terrors gingen.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben die chilenischen Sicherheitskräfte dabei im letzten Jahr eine neue Strategie entwickelt.
Man bedient sich jetzt rechtsextremer Banden, die Mitarbeiter der Kirche, Menschenrechtler, Bewohner von Elendsvierteln und Oppositionelle entführen, foltern und ermorden.
Aber auch die regulären Streitkräfte werden wieder, wie schon in den Jahren nach dem Militärputsch, gegen oppositionelle Demonstranten eingesetzt.
Einer beginnenden Liberalisierung des politischen Klimas wurde nach einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch gegen General Pinochet im vergangenen September ein Ende gesetzt.
Nur der Besuch des Papstes im letzten Frühjahr brachte eine vorübergehende Lockerung, etwa der Zensurbestimmungen.
Politisch scheint der Diktator nach wie vor fest im Sattel zu sitzen.
Eine groß angelegte Regierungsumbildung von Anfang Juli hat Männer in zentrale Regierungsstellen wie das Innenministerium gebracht, die als ausgesprochen unnachgiebig gegenüber der Opposition gelten.
Und die Opposition selbst ist zerstritten.
Das konservative Lager um die Christdemokraten setzt darauf,
General Pinochet dadurch in Bedrängnis zu bringen, dass sich möglichst viele Chilenen als Wähler für einen Wahlgang registrieren lassen, der frühestens 1990 vorgesehen ist.
Wenn anstatt der erwarteten 4 Millionen, 6 oder gar 7 Millionen Wähler durch ihre Einschreibung in die Wählerlisten ihren Wunsch nach Demokratisierung demonstrieren, so glauben christdemokratische Politiker, könnte sich General Pinochet veranlasst sehen, auf eine Kandidatur bei einer Abstimmung über die Präsidentschaft, die für 1989 angesetzt ist, zu verzichten.
Die demokratische Linke dagegen will von einer Registrierung der Wählerschaft und der Parteien nichts wissen.
Hier wird argumentiert, dass Ansuchen um offizielle Registrierung sei nur unter der Anerkennung der geltenden Verfassung möglich, einer Verfassung, die von der gesamten Opposition als undemokratisch abgelehnt wird.
Die für 1989 geplante Abstimmung über die Präsidentschaft wird ebenfalls abgelehnt, denn bei dieser Abstimmung wird es nur einen Kandidaten geben und der wird von den Militärs bestimmt.
Der amtierende Präsident Pinochet geht jedenfalls davon aus, dass dieser Kandidat nur wieder Pinochet heißen kann.
Das hat General Pinochet trotz Widerstände aus den eigenen Reihen immer wieder klar ausgesprochen.
Endgültige Beschlüsse, ob man an der Registrierung der Parteien und der Wähler teilnehmen will,
gibt es aber noch von keiner Partei.
Die extreme Linke, zu der auch die Gruppe Mir gehört, von der 14 oder 15 Mitglieder mit der Todesstrafe bedroht in chilenischen Gefängnissen sitzen, will mit dem Taktieren und Paktieren der anderen politischen Gruppierungen rund um das Präsidentenreferendum in zwei Jahren überhaupt nichts zu tun haben.
Streiks- und Protestkundgebungen, aber auch Attentate sollen, wenn es nach ihnen geht, Chile in der jetzigen Form unregierbar machen und die Militärs zum Rücktritt zwingen.
Im amerikanischen Repräsentantenhaus ist für heute die Abstimmung über einen Antrag vorgesehen, der bereits seit Monaten zu einer Verstimmung zwischen den USA und der Türkei geführt hat.
Die offizielle Einführung eines Gedenktages für den Völkermord an den Armeniern in der Türkei während des Ersten Weltkrieges.
Seit mehr als 70 Jahren verlangen ja die in der ganzen Welt verstreut lebenden Armenier, dass die Weltöffentlichkeit und insbesondere die türkische Regierung anerkennt, dass die Auslöschung der armenischen Volksgruppe in ihrem angestammten Siedlungsgebiet in Ostanatolien in den Jahren 1915 und 1916 das Faktum eines Völkermordes darstellt.
Mitte Juni hat erstmals das Europaparlament eine entsprechende Erklärung abgegeben und jetzt beschäftigt sich auch der amerikanische Kongress mit dieser Frage.
Die Türkei bestreitet bis heute den Völkermord und weigert sich überhaupt, die Existenz nicht-türkischer Nationalitäten innerhalb ihrer Grenzen anzuerkennen.
Raimund Löw hat zu diesem Thema mit Vertretern der armenischen Gemeinde in Wien gesprochen und den folgenden Beitrag gestaltet.
Eine Tatsache ist unumstritten.
Vor Beginn des Ersten Weltkrieges zählte die armenische Volksgruppe in der Türkei 1,8 Millionen Menschen.
Nach 1916 waren es keine 200.000 mehr.
Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, ist zwischen der offiziellen Türkei und den Vertretern der in der Diaspora lebenden Armenier bis heute heftig umstritten.
Die türkische Version kann man dieser Tage in ganzseitigen Inseraten in internationalen Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen oder dem Time Magazine lesen.
Danach sind die Unruhen 1915 von armenischen Terroristen ausgelöst worden.
Und die damalige Kriegssituation habe die Umsiedlung nicht nur von Armeniern, sondern auch von anderen Bevölkerungsgruppen aus den gefährdeten Gebieten erforderlich gemacht.
Es habe tatsächlich viele Opfer gegeben, aber von einem geplanten Genozid könne keine Rede sein.
Die Armenier sind dagegen überzeugt, dass der Erste Weltkrieg für die osmanischen Behörden nur ein Vorwand war.
Man wollte ein für allemal mit der armenischen Frage fertig werden.
Als Beweis für diese These werden Berichte deutscher Diplomaten aus der Türkei an das Ausland in Berlin angeführt, in denen tatsächlich vom systematischen Massakern die Rede ist.
Artem Orhancayan, ein Historiker und Funktionär der armenischen Gemeinde in Wien, hat jetzt auch in österreichischen Archiven Spuren des damaligen schrecklichen Geschehens in der Türkei entdeckt.
Botschafter der Palawitschini und Konsulen in der Türkei über diese Massaker geschrieben haben und es sind auch authentische Berichte dabei, die sogar sagen, wie es eigentlich vorgekommen ist.
Das heißt, wir haben über 1700 Zeiten, die diese Sachen berichten und das ist alles neu und das ist alles so, dass man nicht sagen kann, es sind irgendwie Unwahrheiten oder es sind irgendwie
Sachen, die die Feinde geschrieben haben, weil damals waren die Österreicher und auch die deutschen Freunde von den Türken, die haben gemeinsam gegen die Alliierten gekämpft.
Also das, was sie berichtet haben, kann nur wahr sein.
Und was steht denn in diesen Berichten der österreichischen Dienststellen?
In diesem Berichten steht ganz genau, dass die Armenier deportiert werden, dass diese Deportationen durch Massaker, durch Ausraubung und Tötung verbunden ist.
Das heißt, die Leute werden wirklich ausgeraubt, gehandelt, verkauft und auch natürlich umgebracht.
Mit dem bis ins letzte Detail geplanten und durchorganisierten industriellen Vernichtungsmechanismus des Dritten Reiches gegen die Juden kann der Massenmord an den Armeniern 1915 sicherlich nicht verglichen werden.
Aber der Stellenwert dieses Massakers für die armenische Identität hat zweifellos Ähnlichkeiten mit der Bedeutung des Holocaust für das jüdische Bewusstsein heute.
Astik Asvasadourian, Obmann der armenischen Gemeinde in Österreich.
Es ist so, dass vor 70 Jahren uns ein Unrecht geschehen ist und nicht nur das, das heißt, dass wir noch heute an den Folgen dieses Unrechtes zu leiden haben, sondern viele Armenier in der Welt, man kann sagen alle Armenier in der Welt,
kommen sich auch mehr oder weniger gedemütigt vor, weil nicht nur dieses Unrecht zu erdulden hatten, sondern weil sie der Meinung sind, dass man sie noch lächerlich macht, indem man dieses Unrecht heute nicht akzeptiert.
Den aus türkischer Richtung kommenden Vorwurf, mit solchen Argumenten leiste man armenischen Terroristen Vorschub, weist der Obmann der Armenier in Wien zurück.
Unsere Meinung ist die, dass gerade das Negieren des Völkermordes, nicht nur das Negieren, sondern das Umdrehen der Rollen während dieser Zeit den Terrorismus auch von armenischer Seite gefördert hat.
Würde man das anerkennen, glaube ich, dass dem Terrorismus, dem sogenannten armenischen Terrorismus, den Wind aus den Segeln genommen wird.
Denn alle diese terroristischen Organisationen, mit denen wir in keiner Weise übereinstimmen,
In Washington hat sich auf jeden Fall gestern der Sprecher des Außenministeriums mit Entschiedenheit gegen eine Proklamation des 24.
April
zum Tag des armenischen Völkermordes ausgesprochen.
Eine solche Entscheidung laufe den Sicherheitsinteressen der mit der Türkei verbündeten USA zuwider.
Das Repräsentantenhaus will sich heute mit dieser Frage befassen.
Und nun ein Programmhinweis auf unser heutiges Journal Panorama.
Frauenkulte in Mythen und Märchen, es geht um die großen Göttinnen und Stammesmütter.
Der Grazer Ethnologe Hans Biedermann hat zu diesem Thema jetzt ein Buch veröffentlicht mit dem Titel Die großen Mütter.
Biedermann versucht darin die schöpferische Rolle der Frau in der Menschheitsgeschichte nachzuvollziehen, von der Altsteinzeit bis zum Mittelalter, von der Venus von Willendorf bis zu den Hexen des Mittelalters.
Wir bringen ein Gespräch mit Hans Biedermann, heute Abend im Journal Panorama, die großen Mütter, 18.30 Uhr, Programm Österreich 1.
Nun ein Blick auf die Uhr, es ist 12.47 Uhr, zwei Minuten nach dreiviertel eins.
Otto, der ostfriesische Götterbote, schlägt wieder einmal zu.
Heute läuft in ganz Österreich der zweite Spielfilm von und mit dem deutschen Comicstar Otto Walkes an.
Er heißt unüberbietbar schlicht Otto, der neue Film.
Mit seinem Film Erstling hatte Otto vor zwei Jahren im gesamten deutschen Sprachraum Kassenrekorde gebrochen und auch der jetzige zweite Streifen, in dem der inzwischen 39-jährige Humorist auftritt, verzeichnet in Deutschland regen Publikumszustrom, obwohl die Kritik mit dem Film recht unsanft umgesprungen
ist.
Otto Walkes war zur Österreichpremiere seines neuen Films in Wien.
Karin Baur hat mit ihm gesprochen und beginnt ihren Beitrag mit einem kurzen Ausschnitt aus diesem neuen Otto-Film.
Ladies and Gentlemen, Schmiriak Enterprises proudly presents, live and in person, Amboss!
Amboss!
Wir kennen ihn alle.
Er war der Schrecken der Steinzeit.
Er war die Fackel des Mittelalters.
Amboss der Illuminator.
Er war der Rächer der Neuzeit.
Amboss der Kontrollator.
Und jetzt ist er hier.
Amboss der Raviator.
Diesmal konzentrieren sich Ottos Nonsens-Blödeleien auf die Filmmuskelprotze Rambo, Conan, Terminator und Co.
Im neuen Otto-Film beherrscht die bevorstehende Gala-Premiere des Gewaltspektakels Ambos, der Rabiator, das Leben und Treiben einer ganzen Stadt.
Aus allen Medien belehren Filmankündigungen, Fotos, Plakate und die dröhnende Stimme des Muskelstars, dass diese Welt nur mit Gewalt zu beherrschen sei.
Otto begegnet diese Allgewalt mit Gewaltlosigkeit.
Das hat mich inspiriert, um solche Sachen ein bisschen auf die Schippe zu nehmen.
Das Problem ist, im Grunde ist es doch toll, dass in dem Otto-Film kein Sex, keine Brutalität, gar nichts Faszinierendes und trotzdem die Leute da rein und so viele.
Das wundert mich eigentlich.
Aber irgendwie glaube ich, da haben Sie schon ein bisschen was gegen diese Gewalt im Kommerzfilm.
Deswegen ist es bei mir ja auch nicht drin, aber ich gucke mir die Filme trotzdem gerne an, aber nicht weitersagen.
Sie waren im Rambo?
Ja, aber nur viermal.
In Terminator?
Terminator nur 15 mal.
Weil ich mich nach Arnold Schwarzenegger finde, ich möchte auch mal so toll gebaut werden.
Otto hat eine Schwäche für österreichische Filmstars und begnügte sich nicht damit, Arnold Schwarzenegger als Zielscheibe seiner Attacken zu benutzen, sondern auch wieder mit dem Wiener Star-Kameramann und Regisseur Xaver Schwarzenberger zusammen zu arbeiten.
Der Schwarzenberger ist Kameramann und Co-Regisseur, ein ganz fantastischer Mann, mit dem ich toll zusammenarbeiten kann, weil der es schafft, meine Ideen bilderisch so umzusetzen und das klappt ganz fantastisch wie kein anderer.
Und deswegen machen wir ja auch den dritten Film zusammen.
Und zwar wird das ein Ottifanten-Zeichentrickfilm weltweit.
So erfreut alle an der Produktion Beteiligten über den unerhörten Geldsegen sind, den schon der erste Otto-Film brachte und der jetzt vom zweiten noch übertroffen zu werden scheint, so entsetzt zeigte sich die deutsche Filmkritik über Ottos neuen Streich.
Die Verrisse in den überregionalen Blättern fielen einhellig und harsch aus.
Der Spiegel
Der Rahmen wirkt eher ärmlich und bieder.
Die Schauspieler um Otto herum sind fast durchweg schwach.
Sein Film ist Kino ohne Glanz und Schärfe.
Und die Wochenzeitschrift ZEIT meint gar?
Otto, der neue Film, ist purer Bilder Müll.
Nach dem Atomabfall der teuerste Dreck der Welt.
Der solche Art Angegriffene reagiert ungerührt selbstbewusst.
Sehr eigenwillig, aber das erwarte ich ja auch.
Denn sonst wäre irgendwas nicht in Ordnung, wenn jemand den Otto von den Filmkritikern gut findet.
Das ist ja, bist du wahnsinnig?
Nein, auf keinen Fall.
Aber es ist eben, man darf ja auch als Kritiker sich nicht mit einem Massenprodukt identifizieren.
Das gehört sich nicht.
Eine Kritik hat er geschrieben, Atommüll.
Das ist ja eine Verharmlosung von Otto.
Verharmlosung von Atommüll natürlich.
Sind solche Kritiken für Sie gut oder schlecht?
Nee, die geben mir immer wieder neue Impulse, so weiterzumachen.
Das ist eine Bestätigung.
Dass mich überhaupt jemand damit auseinandersetzt, das ist doch das Tolle.
Das hätte ich nie geglaubt, als ich mein erstes Diktat und meine erste Aufsendung in der Schule geschrieben habe.
Dass sich jemand überhaupt mit meinen Texten und meinen Vortragsformen auseinandersetzt, das ist doch das absolute Wahnsinn.
Ich sage immer, eine schlechte Kritik ist die aufrichtigste Form der Verehrung.
Für die nächste Zukunft hat sich Otto als Partnerwunsch ein sehr hohes Ziel gesteckt.
Und ohne Österreicher geht's auch diesmal nicht.
Das nächste Projekt ist ja, ich werde Faust verfilmen, Faust 3, dritter Teil, und ich spiele Mephisto und ich wünsche mir die Maria Brandauer als Otto.
Als Otto?
Und was würden Sie mit ihm tun?
Ich würde ihm meinen Ottogang beibringen.
Ja, wieder den tierischen Ernst Otto Walkes.
In der Salzburger Felsenreitschule hat heute Abend Hans-Werner Hensis Bearbeitung von Claudio Monteverdis Oper Il ritorno d'Ulisse in Patria Premiere.
An Monteverdis unvollständigem Notenmaterial hatten sich zuvor mehrere Musiker versucht, aber erst Hans Werner Henzes freie Bearbeitung hat seit ihrer Salzburger Uraufführung vor zwei Jahren durchschlagenden Erfolg.
Für die jetzige Aufführungsserie haben Regisseur Michael Hampe und Dirigent Jeffrey Tait leichte Modifikationen vorgenommen, Maria Rennhofer berichtet.
Untertitelung des ZDF, 2020
Himmel und Erde, Götter und Menschen tragen die Handlung in Claudio Monteverdis' Il Ritorno d'Ulisse in Patria.
Angedeutet wird dies in Mauro Paganos Bühnenausstattung durch ein riesiges Planetarium als Symbol für das Universum.
Die 1641 in Venedig uraufgeführte Oper, von der nur mehr unvollständiges Notenmaterial vorliegt, wurde von Hans Werner Henze neu bearbeitet.
Er sagte dazu anlässlich der Uraufführung vor zwei Jahren,
Aus diesem Grunde habe ich in meinen Instrumentalpartien immer die Rhythmik und die Intervallik Monteverdis sehr beachtet, absolut beachtet.
Und wer sich die Mühe machen wollte, nach dem Prinzip nachzulesen, wird wahrscheinlich darauf kommen, dass nicht eine einzige Note nicht von Monteverdi ist.
Für die Reprise dieses Jahr wurden am musikalischen und inszenatorischen Konzept nur Details verändert.
Etwa die Aufstellung des Orchesters, das ja bei Henze neben einer Symphonieorchesterbesetzung, allerdings ohne Geigen, so ungewöhnliche Instrumente wie Benjo, Mandolinen, Akkordeon oder Oboe d'Amore enthält.
Dirigent ist, wie vor zwei Jahren, MedStar Jeffrey Tate.
Ich habe ein paar kleine Tempoänderungen gemacht und ein paar Schlagänderungen, um dem Orchester eigentlich zu helfen.
Letztes Mal war ich ziemlich treu zu dem, was der Henzer wollte, ich glaube.
Und weil das ist genauso viel Henzer als Monteverdi, ich versuche immer treu zu Hans Werner zu sein.
Die Besetzung blieb im Großen und Ganzen gleich, abgesehen von der Rolle des Glücks, der Liebe und Neptuns, die mit dem Bassisten Matthias Hölle neu besetzt wurde.
In den Hauptpartien, neben James King, Daphne Evangelatos, Vincent Cole und anderen, Anne Murray als Minerva, Kathleen Kuhlmann als Penélope und Thomas Allen in der vielseitigen und schwierigen Rolle des Odysseus.
Oh, ja, ohne Zweifel ist es schwierig.
Ich muss manchmal spielen, sehr, sehr leicht und einfach, und in dem nächsten Moment ganz dramatisch.
Aber das ist der Ulysses, dieser gestrandete Mann, einmal ohne Energie, in dem nächsten Moment ist er voll von Energie.
Il Ritorno d'Ulisse in Patria ist nach der erfolgreichen Uraufführung 1985 in Salzburg auch in Köln gespielt worden.
Diese Übertragung von der Felsenreitschule in einen normalen Theaterraum hat gewisse Veränderungen erzwungen, aber auch neue Erfahrungen für die Wiederaufnahme hier in Salzburg mit sich gebracht.
Regisseur Michael Hampe
In Köln wurde sie im Innenraum des Theaters gespielt, also in einer ganz anderen Version, denn die Situation der Felsenreitschule und des großen goldenen Planetariums ist auf eine normale Bühne ja gar nicht übertragbar.
Aber natürlich gibt es da auch wieder Rückkoppelungen, denn in der erneuten Arbeit, in einer anders gearteten Konzeption,
Innenraum eines Theaters haben sich natürlich auch wieder Dinge ergeben oder man findet Dinge, die sich vielleicht auch hier wieder zur Weiterentwicklung der Inszenierung eignen.
Hören Sie abschließend einen Ausschnitt aus dem Finale mit Kathleen Kuhlmann als Penelope und Thomas Allen als Odysseus.
Sì, sì, sì, vita, sì, sì, sì, sì, sì, sì, sì, sì.
Drei Minuten vor 13 Uhr nur noch kurz ins Nachrichtenstudio.
Österreich.
Aus dem in Wien vorgelegten Finanzschuldenbericht des Bundes für 1986 geht hervor, dass die heimischen Staatsschulden Ende vergangenen Jahres auf 617 Milliarden Schilling angewachsen sind.
Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung jedes Österreichers von 82.000 Schilling.
Der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, Helmut Frisch, meinte unter anderem, das letzte Budget sei als Sparbudget, nicht aber als Konsolidierungsbudget erstellt worden.
Ein solches würde Opfer von allen Österreichern verlangen.
Der Vorstand der Austria-Metallwerke Ranshofen hat heute im Verstaatlichen Ministerium
das neue Konzept für das Unternehmen vorgelegt.
Verstaatlichen Minister Streicher erläuterte, da eine neue Elektrolyse nicht gebaut werde, hoffe er, die alte Anlage noch vier bis fünf Jahre nutzen zu können.
Über die Fluoremissionen dieser Elektrolyse gebe es ein 200 Seiten starkes Gutachten.
Streicher betonte, es sei niemals eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung festgestellt worden.
Wenn das neue Konzept für Ranshofen greife, hoffe er, die Arbeitsplätze erhalten zu können.
Innenminister Karl Blecher hat vor Journalisten in Wien eine verstärkte Überwachung der Autobahnen angekündigt.
Blecher sagte, trotz aller Sparmaßnahmen müsse gegen unverantwortliche Raser vorgegangen werden.
Zur Absetzung der szenischen Darstellung der George-Tabori-Inszenierung des Oratoriums »Das Buch mit den sieben Siegeln« in der Salzburger Kollegienkirche sagte Blecher,
Wenn die Freiheit der Kunst ernst sei, müsse sich mit den Festspielkünstlern solidarisch erklären.
Österreich sei neuerlich ungerechtfertigter Weise in den Geruch antisemitischer Handlungen gedrängt worden.
Schwere Unwetter haben neuerlich Teile Kärntens und der Steiermark heimgesucht.
Im Gebiet von St.
Veit an der Glan richtete Hakelschlag Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und Autos an.
In der Süd-, Ost- und Weststeiermark kam es zu Vermurungen und Überflutungen.
Im Bereich Leibniz waren vier Gehöfte von der Umwelt abgeschnitten.
Italien.
Aus Sorge vor einem neuen Erdrutsch haben die Behörden im Veltlintal mit der Evakuierung weiterer Ortschaften begonnen.
Etwa 1000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Die betroffenen Orte liegen nördlich des Sees, der sich an den abgerutschten Erdmassen aufgestaut hat.
Würden weitere Muren in den See abgehen und ihn zum Überlaufen bringen, wäre eine verheerende Flutwelle die Folge.
Nur noch die Wetteraussichten für Österreich bis zum Abend.
Stärker bewölkt mit Regenschauern und Gewittern.
Nachmittagstemperaturen 14 bis 19 Grad.
Später einige Auflockerungen.
Eine Stunde Information aus dem In- und Ausland ist damit zu Ende.
Edgar Sterbens verabschiedet sich für das Mittagsschonalteam.