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Marker setzen in: Mittagsjournal 1985.02.28
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KI-generiertes Transkript
Die Zeit in 5 Sekunden ist es 12 Uhr.
12 Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Grüß Gott, sage ich beim Mittagsjournal des aktuellen Dienstes.
Redakteurin im Studio ist Ilse Oberhofer.
Zunächst wie immer, was steht auf unserem Programm?
Wir berichten aus dem Inland über die Sitzung des ÖVP-Parteivorstandes.
Da werden wohl die anstehenden innenpolitischen Themen, wie etwa Zwentendorf, zur Diskussion stehen.
Verteidigungsminister Frischenschlager nimmt zum nicht ganz unumstrittenen neuen Heeresdisziplinargesetz Stellung.
Für Reservisten könnte es da ja zu Maulkorb-Verordnungen kommen.
Und ein heißes Wirtschaftsthema, Jugendarbeitslosigkeit, steht ebenfalls auf unserem Programm.
Wir untersuchen die Arbeitsmarktsituation für 19- bis 25-Jährige.
Über 50.000 Jugendliche sind davon betroffen.
Wolfgang Fuchs hat recherchiert, was für sie geschehen soll.
Eine Milliarde Schilling gibt es im Frühjahr für ein neues Jugendbeschäftigungsprogramm des Sozialministeriums.
Gefördert werden neue, zusätzliche Arbeitsplätze für 19- bis 25-Jährige.
Der Staat zahlt dabei bis zu 70 Prozent der Lohnkosten an einen Gewerbe- oder Industriebetrieb, an ein Bundesland oder eine Gemeinde.
Voraussetzung ist, ein Jugendlicher muss mindestens ein Jahr lang beschäftigt werden.
Auslandskorrespondentenberichte hören Sie dann zu folgenden Themen.
Polen, die Gewerkschaft Solidarität, hat tatsächlich den für heute geplant gewesenen Streikaufruf abgesetzt.
Ein Kompromiss der illegalen Arbeitervertretung, nachdem die Regierung bei geplanten Preiserhöhungen zurückgesteckt hat.
Ein Sieg der Solidarität oder nur ein Trick der Regierung, fragen manche jetzt.
Gespannt ist die Situation rund um Nicaragua.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Attacken aus Washington lenkt die Regierung in Managua ein.
100 kubanische Militärberater sollen abziehen.
Stichwort Nahost.
Im Kreuzfeuer der Kritik stehen die israelischen Truppen bei ihrem Rückzug aus dem Südlibanon.
Die Israelis sollen bei sogenannten Säuberungsaktionen nicht zimperlich vorgehen.
Mehrere Todesopfer hat es bereits gegeben.
Daneben gibt es eine ernsthafte Verstimmung zwischen Israel und Frankreich.
Israels Verteidigungsminister hat französische UNO-Soldaten kurz als Schweinehunde bezeichnet.
Die Kulturredaktion berichtet über die Adolf-von-Menzel-Ausstellung in der Wiener Albertina.
Zunächst aber stehen die Nachrichten bei uns auf dem Programm.
Zusammengestellt hat sie Edgar Theider.
Gelesen werden sie von Wolfgang Riemerschmidt.
Österreich Udo Proksch und sein Geschäftspartner Hans-Peter Daimler, die sich wegen des Verdachts des schweren Betruges in Untersuchungshaft befunden haben, sind heute auf freien Fuß gesetzt worden.
Ihre Freilassung geht auf einen Entscheid der Haftprüfungskommission des Wiener Straflandesgerichtes zurück.
Einzelheiten sind zurzeit nicht bekannt.
Nicaragua
Präsident Daniel Ortega hat neue Vorschläge zur Beilegung der Konflikte in Mittelamerika unterbreitet.
Vor Journalisten kündigte Ortega den Abzug von etwa 100 kubanischen Militärberatern aus Nicaragua und einen Aufschub beim Kauf neuer Waffensysteme an.
In einem Friedensplan der sogenannten Contadora-Gruppe wird der Abzug von ausländischen Militärberatern aus Mittelamerika für diese Region gefordert.
Ortega und der amerikanische Außenminister George Shultz treffen möglicherweise heute während der Feierlichkeiten zur Amtseinführung des neuen uruguayanischen Präsidenten in Montevideo zusammen.
Amerikanische Stellen haben auf das Angebot Ortegas zurückhaltend reagiert.
Israel, Ägypten.
Ministerpräsident Shimon Peres hat nach Meldungen des israelischen Rundfunks einer vom ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak angeregten internationalen Nahostkonferenz zugestimmt.
Bisher haben Ägypten und Israel nur über Nahostgespräche unter Einbeziehung von Jordanien und den Palästinensern verhandelt.
Ein israelischer Regierungsvertreter ist heute zu Konsultationen über den Mubarak-Vorschlag in Kairo eingetroffen.
Israel lehnt weiterhin jede direkte Beteiligung der Palästinensischen Befreiungsorganisation, PLO, an einer Nahostkonferenz ab.
Frankreich.
Dichternebel im Großraum Paris verzögert das deutsch-französische Gipfeltreffen zwischen Bundeskanzler Kohl und Präsident Mitterrand.
Auf dem Flughafen von Orly wurden kurz nach Mitternacht alle Landungen annulliert.
Der Start der Maschine Kohls Richtung Paris wurde bereits zweimal verschoben.
Der neue Termin wurde auf 11 Uhr angesetzt.
Zwischen Bonn und Paris gibt es vor allem in der Frage der Abgaskatalysatoren in Kraftfahrzeugen Differenzen.
Frankreich sieht durch die Entscheidung der Bundesrepublik für den Einbau von Katalysatoren die Erträge der französischen Autoindustrie gefährdet.
Weitere Meinungsverschiedenheiten betreffen den europäischen Stahlplan und das europäische Weltraumprogramm.
Spanien.
Der sowjetische Außenminister Andrej Grameko wird heute, nach Abschluss seines Besuches in Rom, zu einem zweitägigen Aufenthalt in Spanien erwartet.
Mit der italienischen Regierung erörterte Grameko den Stand der Ost-West-Beziehungen und die am 12.
März in Genf bevorstehenden neuen amerikanisch-sowjetischen Abrüstungsverhandlungen.
Gestern war Grameko auch von Papst Johannes Paul II.
empfangen worden.
USA.
Der sowjetische Staats- und Parteichef Konstantin Chervenenko hat in einem Schreiben an amerikanische Kriegsveteranen die Ansicht vertreten, dass der Abrüstungsdialog zwischen den USA und der Sowjetunion durch keinerlei politische Meinungsverschiedenheiten verhindert werden dürfe.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Supermächten sei heute von lebenswichtiger Bedeutung, da die Zukunft der Welt größtenteils von den künftigen Beziehungen zwischen Washington und Moskau abhänge, heißt es in den Schreiben.
Österreich
Trotz der neuen Benzinpreiserhöhung wird es nach den Worten von Energiestadtrat Johann Harzl heuer in Wien keine Strompreiserhöhung geben.
Harzl teilte mit, dass der Strombedarf um 4,8 Prozent und der Gasbedarf um 9,3 Prozent gegenüber 1983 gestiegen ist.
Diese Entwicklung wird vor allem auf den Konjunkturaufschwung, aber auch auf die tieferen Temperaturen zurückgeführt.
In den vergangenen fünf Jahren zeigte sich insgesamt ein Ansteigen des Strombedarfs, aber ein Rückgang des Verbrauchs von Heizöl, Benzin und festen Brennstoffen.
Zu einer folgenschweren Messerstecherei kam es heute früh in einem Nachtlokal in Graz.
Ein in Graz wohnhafter Ägypter erstach mit einem Fixiermesser eine 27-jährige Prostituierte.
Als der Pächter des Lokals und eine andere Prostituierte der Frau zu Hilfe kommen wollten, wurden auch sie niedergestochen und schwer verletzt.
Der Täter konnte zunächst flüchten, wurde dann aber aufgrund einer genauen Beschreibung gemeinsam mit einem Freund, der bei der Tat anwesend war, verhaftet.
Beide Männer verweigerten bisher jede Aussage.
Das Motiv für das Verbrechen ist noch ungeklärt.
USA.
Zwei Senatoren werfen dem amerikanischen Geheimdienst CIA vor, wichtige Hinweise über das Versteck des ehemaligen KZ-Arztes Josef Mengele ignoriert zu haben.
Nach Angaben der Senatoren wusste der CIA vor dem Einstieg Mengeles in den Drogenschmuggel.
Außerdem soll der Geheimdienst über Informationen verfügen, nach denen sich der ehemalige KZ-Arzt einer kosmetischen Operation unterzogen hat, die ihn wesentlich jünger erscheinen lässt.
Der Kriegsverbrecher hält sich nun angeblich unter dem Namen Enric Volman in Paraguay in der Stadt Encarnacion auf.
Im Archiv des Passamtes von Paraguay soll es ein Foto Mengeles nach seiner Operation gegeben haben.
Eine anonyme Gruppe amerikanischer Bürger hat eine Million Dollar für die Ergreifung Mengeles ausgesetzt.
Belgien.
Ab kommendem Sommer soll für Bürger mehrerer Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft der Grenzübertritt in Nachbarstaaten erleichtert werden.
Die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg planen die Einführung eines Aufklebers an der Windschutzscheibe, durch den bei einem Grenzübertritt Zollkontrollen vermieden werden können.
Vor Einführung dieser Plakette gibt es noch zahlreiche organisatorische Probleme zu lösen.
Etwa Fragen der Sicherheitskontrolle und der Einreise von Personen, die nicht aus den genannten Ländern stammen.
Details des geplanten Projekts sollen im Mai vorgelegt werden.
USA.
Das Bodenpersonal der Fluggesellschaft Pernam ist heute früh in einen Streik getreten.
Die angestellten Gewerkschaft von Pernam fordert eine 14-prozentige Lohnerhöhung.
Das sind um 10 Prozent mehr als das Angebot des Arbeitgebers.
Von dem Ausstand sind auch internationale Flüge betroffen.
Die Gewerkschaft betonte, sie habe genug Unterstützung, um den Flugbetrieb von Pernam fast vollständig lahmzulegen.
Der amerikanische Politiker und Diplomat Henry Cabot Lodge ist im Alter von 82 Jahren in Massachusetts gestorben.
Cabot Lodge war während des Vietnamkriegs amerikanischer Botschafter in Saigon.
1960 bewarb er sich an der Seite Richard Nixons, erfolglos um das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten.
Cabot Lodge beendete seine politische Karriere als amerikanischer Vertreter beim Vatikan im Jahr 1977.
Die Wetterlage.
Über Mitteleuropa herrschen nach wie vor nur geringe Luftdruckgegensätze, wobei über den östlichen Teilen kalte, im westlichen Bereich milde Luftmassen lagern.
Die Aussichten bis morgen früh.
Im Westen und zum Teil auch im Süden unterschiedlich bewölkt und Nachmittagstemperaturen bis 9 Grad.
Im übrigen Bundesgebiet meist geschlossene, hochnebelartige Bewölkung und Nachmittagstemperaturen nur zwischen minus 2 und plus 2 Grad, oberhalb 1200 Meter Höhe jedoch heiter.
Frühtemperaturen minus 3 bis plus 1 Grad schwachwindig.
Die Wetteraussichten für morgen Freitag allgemein stark bewölkt bis bedeckt, im Westen und Südwesten mit unter etwas Regen nicht ausgeschlossen, schwach windig, Tageshöchsttemperaturen zwischen etwa 0 Grad im Osten und 8 Grad im Westen.
Das Wetter zum Wochenende am Samstag im Westen, am Sonntag verbreitet Niederschläge.
Die Messwerte von 12 Uhr.
Wien bedeckt durch Hochnebel minus 1 Grad, Südostwien 10 Kilometer in der Stunde.
Eisenstatt bedeckt durch Hochnebel minus 1 Grad, Linz bedeckt durch Hochnebel 1 Grad, Salzburg-Stadt bewölkt 2, Innsbruck-Stadt bewölkt, leichter Regenschauer 4 Grad, Bregenz bedeckt 6, Graz bedeckt durch Hochnebel 0 Grad und Klagenfurt bedeckt durch Hochnebel 3 Grad.
11 Minuten nach 12 ist es jetzt und gleich ein kleiner Nachtrag zu unserem Mittagsprogramm.
Während unsere Sendung bereits lief, bzw.
während ich Ihnen gerade gesagt habe, was bei uns auf dem Programm steht, kam die neuerste Meldung, die Sie dann ja auch in den Nachrichten gehört haben.
Udo Brock und sein Geschäftspartner Hans-Peter Daimler, die sich wegen des Verdachtes des schweren Betruges in Untersuchungshaft befunden haben,
sind auf freien Fuß gesetzt worden.
Ihre Freilassung erfolgte aufgrund eines Entscheids der Haftprüfungskommission des Wiener Straflandesgerichts.
Wir recherchieren natürlich auch in dieser Sache und hoffen Ihnen bis 13 Uhr dann nähere Informationen geben zu können.
Zunächst aber Stichwort Jugendarbeitslosigkeit.
Ende Jänner waren 198.000 Menschen in Österreich ohne Arbeit.
Ein großer Teil von ihnen, nämlich fast 30 Prozent, sind Jugendliche unter 25 Jahren.
Diese 54.000 Jugendlichen sind natürlich sozialer Zündstoff für unsere Gesellschaft.
Kein Wunder, dass sich die Politiker besonders intensiv um diese Gruppe der Beschäftigungslosen kümmern.
Sozialminister Alfred Dallinger hat nun ein neues Jugendbeschäftigungsprogramm ausgearbeitet.
Es wird am kommenden Dienstag dem Ministerrat vorgelegt.
Die Maßnahmen sollen dann schnellstens durchs Parlament gebracht werden und noch im Frühjahr greifen.
Wolfgang Fuchs stellt die Einzelheiten dieses Beschäftigungsprogramms vor und ist auch der Frage nachgegangen, warum in den letzten Jahren die Jugendarbeitslosigkeit überhaupt so rapid zugenommen hat.
Ein warmer Geldregen wird im Frühjahr über jene Gewerbe- und Industriebetriebe niedergehen, die bereit sind, zusätzliche Arbeitsplätze für 19- bis 25-Jährige zu schaffen.
Das Programm des Sozialministeriums schaut dabei so aus.
Wenn ein Betrieb einen jungen Arbeitslosen aufnimmt und mindestens ein Jahr beschäftigt, so zahlt der Steuerzahler bis zu 70 Prozent der Lohnkosten.
Ist ein unter 25-Jähriger länger als ein Jahr arbeitslos, so wird das Ministerium unter Umständen sogar zu höheren Zuschüssen bereit sein.
Eine Milliarde Schilling wird für dieses Jugendbeschäftigungsprogramm zur Verfügung gestellt.
Gezahlt wird aus dem Topf der Arbeitsmarktförderung.
Mindestens 7.000 Jugendliche werden auf diese Weise Arbeit finden, hofft man im Ministerium.
Aber nicht nur Gewerbe und Industrie sollen so neue Arbeitsplätze finanziert bekommen.
Ähnlich wie bei der im vergangenen Jahr abgelaufenen Aktion 8000 sollen auch heuer Gemeinden und Länder junge Kräfte vor allem für Umweltaktionen anstellen können.
Sozialminister Dallinger wehrt sich bereits vorsorglich gegen das Argument, die Milliarde sei ein schönes Geschenk Richtung Arbeitgeber.
Wir werden Maßnahmen vorbereiten, die sehr einfach in der Handhabung sind und die die Betriebe animieren sollen, den jetzigen Wirtschaftsaufschwung auch dazu zu verwenden, um junge Arbeitskräfte einzustellen.
Wobei das ja an sich kein Geschenk ist, sondern für die Arbeitsmarktverwaltung die Rechnung so zu stellen ist, dass
ja wir Arbeitslosengeld zu bezahlen haben, wenn ein junger Mensch arbeitslos ist.
Und mir ist viel lieber, ich gebe einem Betrieb für die zusätzliche Einschränkung des jungen Menschen eine Förderung und der junge Mensch hat Arbeit, als er, ich wende den gleichen oder einen noch größeren Betrag dafür auf, um Arbeitslosunterstützung auszubezahlen, die ja
keinen gesellschaftlichen Wert hat, sondern nur dazu dient, irgendwie ein Minimum an Lebensunterhalt oder Lebenssicherung zu gewähren, wenn ein junger Mensch arbeitslos geworden ist.
Im Sozialministerium ist man froh, wenn durch dieses Programm die Zahl der jungen Arbeitslosen nicht weiter steigt.
Von einem radikalen Abbau kann weiter nur geträumt werden.
Denn zurzeit treffen zwei Auslöser der Jugendarbeitslosigkeit unglücklich aufeinander.
Einerseits starke Geburtenjahrgänge, die auf den Arbeitsmarkt drängen.
Der stärkste Jahrgang ist erst seit kurzem mit Lehre oder Mittelschule fertig.
Und andererseits die immer noch flaue Wirtschaftsentwicklung, die viele Betriebe nicht genügend zur Aufnahme zusätzlicher Arbeitskräfte animiert.
Mehr als 30.000 19- bis 25-Jährige sitzen deshalb auf der Straße und das, obwohl sie einen Beruf erlernt haben.
Zwei Drittel der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe sind Gesellen mit abgeschlossener Lehre, die nach der Lehrzeit von ihrem Meister gekündigt wurden.
Dies ist an sich keine neue Entwicklung, schon immer entlässt das Gewerbe einen großen Teil der Lehrlinge nach der Gesellenprüfung.
Bis Ende der 70er Jahre hat die Industrie diese gut ausgebildeten Fachkräfte gerne übernommen.
Heute dagegen besteht für die Industrie ein so geringer Bedarf, dass in manchen Fällen nicht einmal alle Lehrlinge aus der eigenen Lehrwerkstätte als Gesellen übernommen werden können.
Ein schwacher Trost ist für die heute Arbeitslosen, dass sich die Entwicklung mittelfristig wieder schlagartig ändern wird.
In den 70er Jahren ging die Geburtenrate nämlich so rapid zurück, dass in den 90er Jahren mit einem Mangel an Lehrlingen und jungen Facharbeitern gerechnet werden muss.
Zur Überbrückung bis dorthin muss jetzt der Staat mit Milliardenbeträgen für Arbeit sorgen.
Ein Beitrag von Wolfgang Fuchs war das und dieses Problem Jugendarbeitslosigkeit ist heute auch Thema in unserem Journal Panorama ab 1830 im Programm Österreich 1.
Es gibt ein ausführliches Gespräch mit Sozialminister Dallinger um grundsätzliche Fragen der Jugendarbeitslosigkeit.
um die Frage, was man dagegen tun kann und analysiert werden soll auch das Phänomen, dass die Zahl der jungen Arbeitslosen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch ist.
Heute Abend also ab 18.30 Uhr, Programm Österreich 1, Journal Panorama, Thema Jugendarbeitslosigkeit.
Seit einigen Tagen ist eine Diskussion um das geplante neue Heeresdisziplinargesetz in Gang.
Die Regierungsvorlage, die im Verteidigungsministerium ausgearbeitet worden ist, sieht nämlich vor, dass aktive Soldaten und Reservisten so weit wie möglich gleichgestellt werden.
Diese Gleichstellung von aktiven Soldaten und Reservisten führt dazu, dass es in Zukunft eben auch für Reservisten eine Vorschrift geben soll, die ihnen Handlungen und Unterlassungen verbieten, die das Ansehen des Bundesheeres beeinträchtigen könnten.
Gegen diese Disziplinarbestimmung hat die Journalistengewerkschaft protestiert.
Die Gewerkschaft sieht dabei das Recht auf Meinungs- und Medienfreiheit gefährdet und zwar nicht nur für Journalisten, sondern für alle Staatsbürger, die sich dem Bundesheer gegenüber kritisch äußern.
Manfred Steinhober hat darüber mit Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager das folgende Gespräch geführt.
Herr Minister, wenn dieser Gesetzesentwurf so in Kraft tritt, wie er als Regierungsvorlage formuliert ist, dann besteht doch theoretisch die Möglichkeit, dass ein Staatsbürger, der den Präsenzdienst abgeleistet hat, dort einen Dienstgrad erworben hat, wieder in seinem Zivilberuf ist.
sich kritisch dem Bundesheer gegenüber äußert, vielleicht auch Äußerungen macht, die mehr als kritisch sind, die frech sind von mir aus, dass dann ein Militärkommandant hergeht und diesem Mann seinen Dienstgrad aberkennt.
Ist das nicht, wie die Journalistengewerkschaft befürchtet, so etwas wie ein Sonderstrafrecht?
Es ist sicherlich kein Sonderstrafrecht in dem Sinn.
Der Sinn ist, dass jemand, der in seinem Zivilleben Handlungen setzt, die sich mit seiner militärischen Funktion nicht vereinbaren lässt, dass wir das nach Möglichkeit jetzt nicht sozusagen unter der Strafsanktion, weil wir strafen wollen, machen, sondern weil wir meinen, dass die militärische Funktion
Fehler, die einem im Zivilleben basieren, sich nicht auf das Militärische zurückschlagen sollen.
Das Beispiel des Kraftfahrers, der im Zivilleben betrunken schwere Unfälle verursacht, soll nicht dann Kraftfahr-Unteroffizier im Bundesheer sein können.
Ich kann mir also vorstellen, dass wir trachten, dass Pflichtverletzungen
exakter gefasst werden und dass wir dann eben auf diese Art und Weise Befürchtungen, wie sie die Journalistengewerkschaft hegt, ausschließen können.
Herr Minister, im Hintergrund dieser Einzelbestimmung dieses Heeresdisziplinargesetzes steht doch die Frage Kritik am Bundesheer und an der Landesverteidigung und wie geht das Bundesheer und die Landesverteidigung mit dieser Kritik um?
Es gibt nun zwei Erlässe des Armeekommandos, die sich mit sogenannten negativem wehrpolitischem Schrifttum beschäftigen.
Solche Publikationen dürfen laut diesen Erlässen im Heeresbereich nicht verbreitet werden und wer für eine solche Publikation verantwortlich ist, muss vom Militärkommando, so heißt es wörtlich in einem Erlass, unter Berücksichtigung des militärischen Werdegangs und der eventuellen Mob-Einteilung karteimäßig erfasst werden.
Kann man so eine Kartei, eine schwarze Liste für Kritiker des Bundesheeres nennen?
Nein, kann man sicherlich nicht.
Selbstverständlich wird man im Bundesheer Schriftung, das zwar im sich im rechtlichen, also im strafrechtsfreien Bereich liegt,
wird man den Bundesheer gerade verbreiten.
Wenn irgendein Gefreiter oder ein Zeitsoldat jetzt da eine äußerst kritische Bundesheer-Äußerung von sich gibt, dann stürzt er die Welt nicht ein.
Aber das Entscheidende ist natürlich, dass wir trachten müssen, dass ein wirkliches Hineinfuzeln ins Bundesheer und ein Agitieren von innen heraus, dass wir das nach Möglichkeit verhindern.
Insgesamt
meine ich, dass wir wenig Anlassfälle haben und eigentlich keine großen Schwierigkeiten haben, derartige Dinge in einer gerechten, den Interessen der militärischen Landesverteidigung entgegenkommenden und durchaus humanen Art und Weise zu regeln.
Ein Interview war das von Manfred Steinhuber mit Verteidigungsminister Frithelm Frischenschlager.
Wir warten hier im Journal noch auf zwei Inlandsbeiträge, die ich Ihnen angekündigt habe, auf die Sitzung des ÖVP-Parteivorstandes.
Erwartungsgemäß dauert das immer etwas länger, bis wir darüber einen Bericht haben, also etwa gegen Ende der Sendung.
Und wie gesagt, wir hoffen auch nähere Informationen über die Enthaftung von Udo Proksch und Peter Daimler zu bekommen.
Zunächst aber weiter mit unseren Auslandskorrespondentenbeiträgen.
Nach wie vor äußerst gespannt ist die Situation rund um Nicaragua.
Am vergangenen Wochenende hatte der amerikanische Präsident Reagan ja bei seiner ersten Pressekonferenz in seiner neuen Amtszeit unverhüllt und eindeutig die Beseitigung der Regierung in Nicaragua gefordert.
Regan bezeichnete die sandinistische Regierung als grausames und brutales Regime und er forderte neuerlich den Kongress auf, die finanziellen Mittel für die Unterstützung der antisandinistischen Rebellen, der Contras, freizugeben.
Diese Contras nannte Regan unsere Brüder.
Zu ihrer Unterstützung will er vom Kongress 14 Millionen Dollar.
In seiner ersten Amtszeit hat Juregen die Hilfe für die Kontras, die es ja auch bis jetzt schon gab, lediglich mit der Notwendigkeit begründet, die nicaraguanischen Waffenlieferungen nach El Salvador zu unterbinden.
Die innenpolitische Legitimität der Regierung in Managua hatte er bislang nicht in Frage gestellt, wie gesagt, bis vor einer Woche.
Kein Wunder, dass man in Nicaragua mehr als zuvor eine militärische Intervention zugunsten der Contras befürchtet.
Vor diesem Hintergrund hat man heute der nicaraguanische Staatspräsident Ortega den Abzug von rund 100 kubanischen Militärberatern aus seinem Land angekündigt.
Außerdem will Nicaragua auf unbestimmte Zeit keine neuen Waffensysteme kaufen.
Man lenkt also ein.
Armin Beth analysiert.
Auf die jüngsten harten Angriffe des amerikanischen Präsidenten Reagan gegen die linke Regierung der Sanisten antworten diese mit Nachgeben, mit einem Versuch zur Beilegung des Konfliktes mit Washington.
Nicht anders ist die Ankündigung des Präsidenten von Nicaragua, Daniel Ortega, zu verstehen.
Man wolle 100 kubanische Militärberater nach Hause schicken.
Die erste Hälfte von diesen sollte im Mai das mittelamerikanische Land verlassen.
Außerdem wollten die Salonisten keine neuen Waffen mehr erwerben, um auf diese Weise zur Abrüstung in der Region beizutragen.
Die Bemühungen der Staatengruppe von Contadora, in der Mexiko, Kolumbien, Venezuela und Panama zusammengeschlossen sind, für eine friedliche Lösung der Konflikte in Mittelamerika zu sorgen, sollte damit unterstützt werden.
Es ist eine Geste des guten Willens, die in der Weltöffentlichkeit nicht ohne Sorgung bleiben wird.
Die Saninisten, die unter ihren Gegnern als Kommunisten nach Moskauer und kubanischem Vorbild verschrien sind, geben mit der Offerte zu verstehen, dass sie immer noch eigenständig handeln können.
Sie wollen damit verhindern, dass der amerikanische Kongress dem US-Geheimdienst CIA weitere Finanzmittel zur Verfügung stellt, um antisaninistische Guerillakämpfe auszurüsten.
Die nordamerikanische Regierung kann über das Angebot sicherlich nur zum Teil froh sein.
Sie mag darüber Genugtuung empfinden, dass sich Druck gelohnt hat und mit einem gewissen Nachgeben beantwortet wurde.
Doch die Salministen haben es verstanden, für ihre Sache gut zu werben.
Dazu gehört auch das Angebot einer Einladung an Parlamentarier des amerikanischen Kongresses, sich vor Ort in Nicaragua ein eigenes Bild der Lage in dem mittelamerikanischen Land zu verschaffen.
Ihre Ausrüstung, so betonen die Salonisten, dienen der Verteidigung gegen eine immer noch drohende Invasion durch die USA und nicht zur Offensive gegen die Nachbarn.
Sie wollten die kommunistische Revolution im eigenen Land nicht mehr über die Grenzen tragen, wie von den Nordamerikanern behauptet wird.
Tatsächlich kann nach objektiven Tatbeständen in Nicaragua nicht von einem Regime nach Ostburgart gesprochen werden.
Innenpolitische Gegner haben nach den vergangenen Wahlen vom November fast ein Drittel der Abgeordneten in der Verfassung gegebene Versammlung.
Die Privatwirtschaft existiert weiter, wenn auch mit Beschränkungen.
Es ist Sache des Glaubens, ob die Regierenden Salinisten, Kommunisten sind oder nicht.
Ihr neues Angebot, auf kubanische Militärhilfe künftig zu verzichten, wird daran wenig ändern.
Für Gegner ist es bloße Taktik, für Freunde ein weiterer Beweis von Selbstsicherheit und gutem Willen gegenüber der Weltmacht USA.
Ein Bericht von Armin Beth war das.
In Polen findet der für heute angesetzt gewesene 15-minütige Streik, zu dem die verbotene Solidarność aufrufen wollte, nun tatsächlich nicht statt, bzw.
dieser Streikaufruf der Solidarność selbst ist ja zurückgenommen worden.
Schon Dienstagabend hatte Lech Walesa dieses angekündigt unter dem Hinweis auf ein Einlenken der Regierung bei geplanten Preiserhöhungen.
Die Solidarität hatte ja aufgrund der Wirtschaftspolitik der Regierung, die vor allem Lebensmittelpreiserhöhungen in nächster Zeit vorsah, zu einem Warnstreik aufgerufen.
Völlig überraschend hatten sich dann am vergangenen Wochenende die legalen, neu gegründeten Gewerkschaften ebenfalls mit Kritik an diesen geplanten Preiserhöhungen zu Wort gemeldet, worauf wenig später die Regierung prompt einlenkte.
Man werde alles neu überdenken, hieß es.
Nun fragt man sich, ist das ein Sieg der Solidarität?
Mussten die neuen Gewerkschaften quasi mitziehen, um es hier erst gar nicht zu einer Kraftprobe kommen zu lassen?
Oder ist alles nur ein Trick und die Solidarität hat sich zu schnell kompromiss- und einlenkungsbereit gezeigt?
Was steht hinter dieser neuen Entwicklung?
Jörn Naraziner analysiert aus Warschau.
Tee trinken oder spazieren gehen in Gruppen oder Schlangen bilden vor den Zahlstellen im Betrieb oder dringende Erledigungen in der Stadt vortäuschen.
Die Frage nach der heutigen Gestaltung jener Zeit zwischen 12 Uhr mittags und 12 Uhr 15 hat sich seit zwei Tagen erübrigt.
Solidaritätsex-Vorsitzender Lech Walesa hat den von der Untergrundführung ausgerufenen Streik wieder abgeblasen.
Man habe gesiegt, die Regierung habe die Preiserhöhungen für Anfang März fallen gelassen.
Ganz genau stimmt das nicht.
Denn es war die Haltung der offiziellen Gewerkschaften, die zumindest nach außen hin den Rückzug der Regierung bewogen hatte.
In sechs Punkten hatte der Vize-Vorsitzende der sogenannten Landesweiten Polnischen Gewerkschaftlichen Verständigung, Sosnowski, am letzten Samstag im Namen der Gewerkschaften alle drei Regierungsvarianten für die Gestaltung der Preiserhöhungen abgelehnt.
Falls unvermeidbar, würden die Gewerkschaften Preiserhöhungen für Lebensmittel nur auf Raten akzeptieren.
Preiserhöhungen für Strom, Gas und Kohle hingegen lehnen man grundsätzlich ab.
Grundsätzlich fordere man auch die sofortige Erhöhung von Altersrenten und Pensionen.
Die Rationierung auf dem Lebensmittelsektor soll mit Ausnahme von Teigwaren aufrechterhalten bleiben.
Die Regierung beugte sich grundsätzlich in allen sechs Punkten.
Unüberhörbar war allerdings die Warnung, dass diese neue Variante die Gesundung der polnischen Wirtschaft hintanhalten würde und die Verwirklichung der Wirtschaftsreform schwierig mache.
Wie weit es zwischen Regierung und Gewerkschaftsführung im Sinne der medial beschworenen Partnerschaft bereits vorher Absprachen gegeben hatte, bleibt offen.
Unter der Hand sprechen viele Polen von abgekartetem Spiel und von Farce, um der Solidarität für heute den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Fest steht, dass Solidarität sich bereits mit der nur teilweisen Erfüllung ihrer Forderungen zufrieden gegeben hat.
In der Begründung für den Streikaufruf war ja die Rede von einer grundsätzlichen Ablehnung aller Arten von Preiserhöhungen als verfehltes Instrument der Wirtschaftspolitik des Landes, nicht also von ihrer zeitlichen Verteilung.
Und dann war auch noch die Rede vom Kampf um die Einhaltung des verfassungsrechtlich garantierten Acht-Stunden-Tages, den eine Ministerratsverordnung vom Oktober des Vorjahres gefährdet.
Man hat den Kompromiss gewählt.
Eine neuerliche Kraftprobe zwischen Regierung und Opposition ist ausgeblieben.
Unter Wawausers Anhängern sind die Meinungen geteilt.
Die einen sind erleichtert, man sei noch zu schwach, um einen Streik zu riskieren.
Andere wiederum sind enttäuscht darüber, dass man sich mit halben Lösungen zufriedengegeben hatte.
Politisch hat durch diese Kompromisslösung jedenfalls keine Seite ihr Gesicht verloren.
Solidarität hat Präsenz demonstriert und Einlenkungsbereitschaft gezeigt.
Den offiziellen Gewerkschaften hat ihre entschlossene Haltung zweifellos Glaubwürdigkeit und Popularität eingebracht.
Und die Regierung schließlich hat durch ihren Rückzug einen Konflikt vermieden, der die beschworene innenpolitische Stabilisierung neuerlich in Frage gestellt hätte.
Jenseits dieser Ebenen von Prestige und Machtkampf aber hat die neue Lösung kein einziges der dingfesten Probleme der polnischen Wirtschaft gelöst und keinen gangbaren Weg aus der chronischen Krise weisen können.
Die Inflation schleppt sich fort, der Lebensstandard der Bevölkerung sinkt weiter, der Schuldenberg blockiert Innovation und Modernisierung.
Ein Fünftel, vielleicht gar schon ein Viertel der Gesellschaft leben bereits unter dem sozialen Minimum.
Die Sloty-Währung gilt dem Bürger seit langem nichts mehr und nimmt jeden Ansporn zur Arbeit.
Die magischen drei S als Hauptpfeiler der seit dem Solidaritätsjahr 1981 konzipierten Wirtschaftsreform sind tote Buchstaben geblieben.
Selbstbestimmung, Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung scheitern an einer unflexiblen Wirtschaftsbürokratie und an mangelnden Devisen.
Eine ganz neue Meldung.
Trotz Abblasung des Streiks hat Solidarität in den Fabriken und Betrieben zu Versammlungen aufgerufen unter dem Motto der Freilassung der vor kurzem verhafteten Solidaritätsführer Michnik, Frassinjuk und Liss.
Das Treffen soll überall um 14 Uhr stattfinden.
Ein Bericht von Joana Ratzener war das, zwei Minuten nach halb eins ist es jetzt.
Ich sage Ihnen noch kurz, was auf unserem Programm steht, beziehungsweise was wir zumindest planen.
Zunächst gibt es zwei Beiträge noch zum Thema Nahost, dann einen Bericht von der ÖVP-Parteivorstandssitzung.
Geplant ist eventuell auch eine nähere Information zur Enthaftung von Udo Brox und Hans-Peter Daimler, das habe ich Ihnen auch schon zweimal angekündigt.
Und die Kulturredaktion berichtet über die Adolf-von-Menzler-Ausstellung in der Wiener Albertina.
Wie gesagt, jetzt Stichwort Nahost.
Diesem latenten Krisenherd sind die Fronten in der letzten Zeit wieder kräftig in Bewegung geraten.
Vor allem die Annäherung zwischen Ägypten und Israel ist bemerkenswert, nachdem der israelische Ministerpräsident Peres der jüngsten Initiative des ägyptischen Präsidenten Mubarak
zur Abhaltung einer internationalen Nahostkonferenz nun doch voll zugestimmt hat.
Dieser positiven Entwicklung stehen allerdings auch ernste Probleme an der sogenannten Zweiten Nahostfront, dem Libanon, gegenüber.
Der Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon ist von sogenannten Zäuberungsaktionen gegen schiitische Freischerler begleitet, Aktionen der Israelis, die bisher zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert haben.
Dabei gehen die israelischen Truppen nach Agenturmeldungen so vor, dass immer wieder Dorfbewohner verhaftet, sogar getötet, vor allem aber ihre Häuser gesprengt werden.
Das alles unter dem Verdacht, Terroristen zu beherbergen.
Marcel Pott berichtet.
An die verehrten Bürger südlich des Litani-Flusses.
So stand in den Flugblättern zu lesen, die israelische Hubschrauber in der Umgebung der südlibanesischen Stadt Tyros abwarfen
um die Einwohner in diesem Teil des Besatzungsgebiets darüber aufzuklären, was sie fortan zu beachten haben, wenn ihnen das eigene Leben lieb und teuer ist.
Ab sofort gilt in Tyros und in den umliegenden Dörfern eine absolute Ausgangssperre von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.
Niemand darf während dieser Zeitspanne sein Dorf verlassen, weder zu Fuß noch im Auto.
Das Benutzen von Motorrädern ist gänzlich verboten.
In einem Pkw müssen mindestens zwei Personen sitzen, andernfalls wird das Fahrzeug geschossen.
Jedes ohne Hinsassen am Straßenrand abgestellte Auto wird unverzüglich in die Luft gesprengt.
Noch während dieses Flugblatt unter der Bevölkerung die Runde machte, umzingelten die israelischen Truppen ein weiteres Dorf, um das zu praktizieren, was man in Jerusalem nun die Politik der eisernen Faust nennt.
Völlige Isolierung von Dörfern, die tagelang von der Außenwelt abgeschnitten bleiben,
Massenverhaftungen von Zivilisten und willkürliche Zerstörung von Privathäusern, die mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht werden.
Mit diesen Maßnahmen, so der israelische Verteidigungsminister Rabin, habe man das Gesetz des Handelns zurückgewonnen und die israelischen Besatzungssoldaten seien jetzt keine hockenden Enten mehr, die hilflos den Attacken der libanesischen Widerstandskämpfer ausgesetzt seien.
In der Tat haben die israelischen Truppen im Südlibanon seit einer Woche mindestens 15 Guerillas getötet und ein Dutzend Privathäuser zerstört, nachdem israelische Patrouillen zuvor häufig Opfer von versteckten Straßenbomben wurden und einmal ein scheitischer Selbstmordfahrer mitten in einem israelischen Armee-Konvoi gerast war.
Für die israelische Führung ist die Lage klar.
Wer die Soldaten der eigenen Armee angreift, auch wenn sich diese widerrechtlich auf fremdem Staatsgebiet aufhalten, ist ein Terrorist und muss entsprechend behandelt werden.
Wer wie französische UNO-Soldaten die Israelis daran zu hindern versucht, Häuser von Privatpersonen niederzuwalzen, der ist in den Augen des israelischen Verteidigungsministers Rabin ein großer Bastard, weil er die israelische Armee dabei stört, den schiitischen Terror zu bekämpfen.
Dass die Libanesen möglicherweise ein Recht haben, gegen die israelische Besatzungsarmee Widerstand zu leisten, kommt den israelischen Führern nicht in den Sinn.
Für sie gelten völkerrechtliche und humanitäre Prinzipien nur einseitig, nämlich allein für die Bevölkerung Israels.
Künftig wird es schwierig sein, über die Vorgänge im besetzten Süd-Libanon wahrheitsgemäß zu berichten, denn die Regierung in Jerusalem versagt Journalisten aus Beirut jeden Zutritt in ihren Herrschaftsbereich,
und Korrespondenten aus Israel selbst unterliegen der Militärzensur.
Hat man in Jerusalem am Ende doch ein schlechtes Gewissen?
Die israelische Politik im Südlibanon hat aber nun auch zu ernsten Konflikten mit den dort stationierten UNO-Truppen und hier vor allem mit den französischen Kontingenten geführt.
Der israelische Verteidigungsminister Rabin hat die Franzosen arg beschimpft, was wiederum verärgerte Reaktionen in Paris ausgelöst hat.
Hören Sie über alles Nähere, Thomas Fuhrmann.
Kaum hatte Israels Außenminister Shamir seinen Arbeitsbesuch in Frankreich beendet, legte zu Hause sein Regierungskollege, Verteidigungsminister Rabin, wild gegen Frankreich los.
Rabin sind die französischen Soldaten der UNO-Truppen im Südlibanon ein Dorn im Auge.
Der israelische Verteidigungsminister bezeichnete sie vor dem Außenpolitischen Ausschuss der Knesset schlicht und einfach als die schlimmsten Dreckschweine unter den UNO-Soldaten.
Warum?
weil sie mit ihren bescheidenen Mitteln verzweifelt versuchen, israelische Repressalien gegen schiitische Libanesen in Grenzen zu halten.
Nach israelischer Lesart hindern die Angehörigen der UNIFIL Israels Aktion gegen den schiitischen Terrorismus.
Die französische Regierung reagierte auf den Frontalangriff aus Jerusalem aus dem Mund von Außenminister Dumas mit den Worten, pflegehaft, unwürdig und unberechtigt.
und zitierte den israelischen Botschafter zur Kopfwäsche ins Außenministerium.
Im gleichen Sinn hatten das Außen- und das Verteidigungsministerium in Paris bereits vorher ein Kommuniqué zu den groben Vorwürfen Rabins veröffentlicht.
Die Beziehungen zwischen den UNO-Truppen und den israelischen Einheiten im Libanon sind seit langem gespannt.
Nach dem jüngsten Teilrückzug Israels, verbunden mit einer Zunahme der Terrorakte gegen Zahal, schlugen die Israelis in den letzten Tagen brutal zurück.
Da das französische Kontingent hauptsächlich in der von Schiiten bewohnten kritischen Zone als Puffer auftritt, kam es wiederholt zum Zusammenfall und zu ausgedehnten Handgreiflichkeiten zwischen den Blauhelmern und den Israelis.
In einem Fall soll eine UNO-Patrouille von einem israelischen Soldaten beschossen worden sein.
Nach französischer Ansicht verhalten sich die eigenen Blauhelme korrekt, sie tun nichts anderes als ihre schwierigen Auftrag zu erfüllen.
die Zivilbevölkerung zu schützen und neue Kämpfe zwischen den Konfliktparteien möglichst zu verhindern.
Dass die Franzosen dabei versuchen, israelische Armee-Schubraupen an der Zerstörung von vermuteten Terroristen-Schlupfwinkeln zu hindern, erregt den Zorn in Jerusalem.
Ein französischer UNO-Soldat soll bei dieser Gelegenheit buchstäblich auf die Schaufel eines Bulldozers genommen werden.
Thomas Fuhrmann war das aus Paris und jetzt zurück ins Inland.
In der Pressekonferenz nach der an Donnerstagen obligaten Sitzung des ÖVP-Parteivorstandes kam heute wieder einmal, wie auch zu erwarten, das Thema Zwentendorf zur Sprache.
Für einige Diskussion auch innerhalb der Opposition hat ja der Vorstoß des Abgeordneten Manndorf gesorgt, der meinte,
Mit dem Endlagerangebot der Sowjetunion habe sich Wesentliches verändert und man sollte nun neuerlich an eine Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf denken.
ÖVP-Generalsekretär Graf hat hingegen den alten Standpunkt der ÖVP bekräftigt, erst müsse sich die Regierungskoalition einig sein.
Insofern brachte aber auch Michael Graf eine neue Nuance ins Spiel, als er meinte, für die Aufhebung des Atomsperrgesetzes sei keineswegs eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.
Über Einzelheiten des heutigen Pressegespräches im Anschluss an die Sitzung des ÖVP-Parteiverstandes informiert Gesella Hopfmüller.
Auf die innerparteilichen Meinungsverschiedenheiten der ÖVP rund um das Atomkraftwerk Zwentendorf ging ÖVP-Chef Mock heute in eher knappen Formulierungen ein.
Angesprochen darauf, ob er seine Autorität unter Graben fühle durch den Ruf nach einer Pro-Zwentendorf-Linie durch Manndorf, der ja nur ein Exponent einer verbreiteten Meinung sei, meinte Mock, Die Rüge des Generalsekretärs ist völlig zu Recht ausgesprochen worden.
Vor einer Entscheidung soll es Diskussion geben, nach einer Entscheidung, die am 28.
November einstimmig im Klub gefällt wurde, hat man sich in der Demokratie an eine Entscheidung zu halten.
Das gilt auch für den Abgeordneten Mandorf und ich werde darüber heute mit ihm ein Gespräch führen.
Weitere Frage an Mock.
Beunruhigt es Sie, wenn in Länderorganisationen der ÖVP immer wieder wenig Freude herrscht darüber, dass die Linie der Bundes-ÖVP zu Zwentendorf den Eindruck eines taktischen Spiels erwecke?
Mocks knappe Antwort.
Nein, das beunruhigt mich nicht.
Und zu der von ÖVP-Generalsekretär Graf am Dienstag geäußerten Meinung, zu einer Zweidrittelmehrheit zur Aufhebung des Atomsperrgesetzes bestehe keine Verpflichtung.
Die ÖVP habe nichts dagegen, wenn die Regierung mit einfacher Mehrheit vorgehe.
Dazu führte Obmann Mock aus?
Ja, sehr geehrter Herr Dr. Graf, es gibt in der Öffentlichkeit die Auffassung, dass zur Beschlussfassung über die Aufhebung des
Zwendendorfgesetzes, des Verbotsgesetzes, eine Zweidrittelmehrheit rechtlich notwendig ist.
Er hat darauf erwiesen, dass es eine Entschließung gibt, die an die Bundesregierung gerichtet ist, worauf die Bundesregierung sich in ihren energiepolitischen Bemühungen um einen Zweidrittelbeschluss bemühen soll.
Das ist eine politische Entschließung, die rechtlich nicht bindend ist,
Hier soll man sie wünschenswerterweise einhalten, aber er hat sehr klargestellt, dass, wenn die Bundesregierung es ablehnt, uns zu informieren, wie sie die Sicherheitsfrage, vor allem die Lagerungsfrage, löst, auch allein die Aufhebung mit einfacher Mehrheit der sozialistischen Koalition beschließen kann.
Zwischenruf aus den Journalisten rein, in den Äußerungen Grafs zur Einhaltung der Zwei-Drittel-Mehrheit sei aber von wünschenswert nicht die Rede gewesen.
Bitte, wie immer die Sache formuliert wurde, ich bin da mit einem Gehorsache deiner Meinung, selbst wenn eine Formulierung missverständlich ist, gilt das, was der Obmann sagt.
In Richtung Regierung deponierte der ÖVP-Chef, wenn man keine Neuwahlen will, dann muss man zeigen, dass man arbeiten kann.
Auch Zusammenarbeiten mit der Opposition.
Und diese Zusammenarbeit erhofft sich die ÖVP unter anderem in Bezug auf eine Wohnbau-Offensive, die sie starten will.
Bautensprecher Otto Keiml schlug hier vier Maßnahmen vor.
Erstens, Wiedereinführung des Rückzahlungsvergünstigungsgesetzes.
Zweitens, eine Novellierung der Wohnbauförderung.
Drittens, Novellen zum Mietrechts- und Einkommensgesetz.
Und viertens, der Beschluss des Eigentumsbildungsgesetzes der ÖVP.
Keiml zu den angestrebten Auswirkungen dieser Maßnahmen.
Dieses Sofortprogramm, vor allem die ersten drei Maßnahmen, die ich erwähnt habe, Wiedereinführung, Rückzahlungsbegünstigung, Bausparfinanzierung, Zwischenfinanzierung,
Miet- und steuerrechtliche flankierende Maßnahmen zum Wohnhaussalierungsgesetz würden in Jahresfrist 10 bis 15 Milliarden Schilling Wohnbauinvestitionen in Bewegung setzen und damit bis 20.000 Arbeitsplätze sichern oder schaffen.
Und damit gebe ich zurück an das Studio des Mittagschanals.
Beitrag von Gisela Hopfmüller.
Zwei Kulturbeiträge stehen noch auf unserem Programm, inzwischen aber ein bisschen zum Atemholen im Schanal Musik.
Untertitel der Amara.org-Community
Untertitelung des ZDF, 2020
Das war's für heute.
12 Uhr und 45 Minuten ist es jetzt, dreiviertel eins, Kulturbeiträge im Mittagsschanal.
Nach der besonders erfolgreichen Rudolf-von-Alt-Ausstellung im Vorjahr kommt jetzt eine Ausstellung seines fast gleichaltrigen Kollegen Adolf von Menzel in die Wiener Albertiner.
Heute Abend wird eine Schau dieses so bedeutenden deutschen Zeichners und Malers des 19.
Jahrhunderts eröffnet.
Eine Ausstellung, die aufgrund des Kulturabkommens zwischen der DDR und Österreich zustande gekommen ist.
Sämtliche Zeichnungen und Aquarelle der Schau stammen aus der Nationalgalerie der Staatlichen Museen Berlin, wo sich Menzels Gesamtwerk fast zur Gänze befindet.
Ein reiches, sehr vielfältiges Werk, das Adolf von Menzel hinterlassen hat, als er 1905 90-jährig starb.
Ein Werk, das von den ja bekannten Holzstichen zu Friedrich dem Großen über charakteristische Porträts und Ausdrucksstudien bis zu seinen stimmungsgeladenen Landschaftsbildern reicht.
Über die Adolf-von-Menzel-Ausstellung spricht Brigitte Hofer mit dem Leiter der Wiener Albertiner, mit Dr. Walter Koschatzky.
Herr Hofert Koschatzky, wenn man an Adolf Menzel denkt, dann denkt man vor allem an den preußischen Hofmaler.
Das stimmt aber ja nur bedingt, wenn wir das heute betrachten, wie seine Bedeutung.
Es stimmt ganz gewiss nur bedingt, wenngleich er natürlich seine größten Erfolge mit dem Thema Friedrich II.
von Preußen, Friedrich der Große, hatte.
Aber in Wahrheit war er ein wirklich großer Maler, der den Realismus
des 19.
Jahrhunderts ganz entscheidend geprägt hat und mehr noch als das den Impressionismus ganz entscheidend vorweggenommen hat.
Der war um die Jahrhundertwende des 19.
Jahrhunderts in Berlin, also ein Lichtmaler, wie er im Buch steht, ein Zeichner, wie ihn die Welt kaum je sonst gekannt hat.
Dieses zeichnerische Werk, das ist es, das uns in dieser Ausstellung beschäftigt.
Wie sind die Exponate jetzt hierher gekommen?
In welcher chronologischen oder nicht chronologischen Reihenfolge werden sie hier präsentiert?
Die Vorbereitung dieser Ausstellung geht Jahre zurück.
Wir haben mit der Deutschen Demokratischen Republik sehr lange Gespräche darüber geführt, ob und wie diese Ausstellung zu uns kommen könnte.
Es befinden sich in staatlichen Sammlungen in Berlin.
Über 4.000 Zeichnungen, die also dafür in Betracht gekommen sind.
Das ist auch arbeitsmäßig ein gewaltiger Aufwand, da die richtige Selektion zu treffen.
Nun, chronologisch oder nicht, das ist ja wirklich das Grundproblem.
Wie macht man so eine Ausstellung, dass sie auch das Publikum anspricht und dem Künstler gerecht wird und die schönsten Zeichnungen vereint.
Deswegen heißen die Gruppen auch Historisches.
Das ist der Anfang.
Blick auf die Gegenwart, die nächste Gruppe.
Dann kommt schon Hof und Krieg.
Das ist nämlich schon der realistische Krieg des 19.
Jahrhunderts, Österreich gegen Preußen, 1866.
Und dieses Erlebnis war für den Maler, den man als Historienmaler nach Königgrätz sozusagen geschickt hat, um dort den Sieg Preußens malerisch zu verherrlichen.
Und wie der Mann dort hinkommt, dieser kleine sensible Mensch,
und das entsetzliche Elend des realistischen Krieges sieht, wie die Toten und Verstümmelten da herumliegen, macht der Schluss mit der Historienmalerei.
Er kann einfach nicht mehr und wendet sich überhaupt vollkommen.
Das, glaube ich, kommt in der Ausstellung sehr deutlich zum Ausdruck.
Dann kommt eine Gruppe Reisen in Österreich.
Das ist ein bisschen eine Hommage an uns, weil eben Menzel
öfters und sehr gerne in Österreich war und wunderbare Blätter in Salzburg und in Gastein und so weiter gezeichnet hat.
Er hat in Wien praktisch nie gearbeitet, obwohl er es hier besucht hat.
Aber er war ganz in seiner frühen Jugend einmal da und dann ganz im hohen Alter.
Dieser Wiener Besuch war ja dieses wirklich liebenswerte Zusammentreffen der beiden 90-jährigen Männer, Rudolf Alt und Adolf Menzel, wo sie im Hotel Sacher miteinander Bruderschaft getrunken haben.
Dann kommt dieses wunderbare Kinderalbum,
dass er seinen Neffen und seine Nichte gemalt hat, das eigentlich zu den schönsten Leistungen seines Lebens gehört.
Die Blätter dieses Kinderalbums sind wunderbare farbige Aquarelle, also Guaschen eigentlich, genauso wie Alt auch diese Mischung eben bevorzugt hat.
und stellen eigentlich nur lauter Tierbilder dar, die er zum Teil im Zoo gemacht hat, zum Teil also Papageien in Käfigen, Rehe, die im Park laufen, ganz zauberhafte, schöne Blätter.
ein Hauptwerk Menzels.
Dann kommt die sachliche Wendung, die sein Spätwerk einleitet und der Schluss der Ausstellung heißt eigentlich das Licht des Alters.
Zeichnungen von Wolken etwa oder eine regennasse Straße mit ihren Pfützen, das sind nun seine Themen und damit erst erweist er sich als der große gestaltende Künstler und Maler
der die große Wendung dieses Jahrhunderts eben historisch von den Befreiungskriegen bis an die Schwelle des 20.
Jahrhunderts künstlerisch vom Historismus, vom Pathos, vom großen Pathos des Blicks in die Vergangenheit zur sachlichen Schau der Zeit und dann zur Ausdeutung dieser großen Wende in dessen Mittelpunkt immer der Mensch steht.
Die Adolf-von-Menzel-Ausstellung in der Wiener Albertina ist ab heute Abend an bis 8.
April zu sehen.
Nach großen Erfolgen auf den Festivals in Wales, Mannheim, Saarbrücken und Berlin kommt der österreichische Spielfilm Malambo am Freitag, also morgen, nun auch in unsere Kinos.
Es handelt sich dabei um das Kinofilm-Debüt des Fernsehregisseurs Milan Doerr, dem Sohn des Schriftstellers Milodor.
Der Film entstand mit einem bescheidenen Budget von 2,8 Millionen Schilling.
Der Innsbrucker Klaus Rohrmoser, der jugoslawische Fernsehfilm und Bühnenstar Miodrag Andric und die aus Israel stammende Schauspielschülerin Nirit Sommerfeld spielen die Hauptrollen.
Karim Bauer gestaltete den folgenden Beitrag.
Ursprünglich sollte Mélendors Film mit einem wilden Gaucho-Tanz, Malambo genannt, beginnen.
Die Tanzszene wurde gestrichen, der Filmtitel Malambo blieb als Rest eines nicht realisierten Traumes.
Träume, die nicht in Erfüllung gehen, sind auch Inhalt dieser melancholischen Komödie.
Chris träumt von der großen Karriere als Entfesselungskünstler nach dem Vorbild des großen Houdini.
Der jugoslawische Lebenskünstler Mischa träumt davon, an dieser geplanten Karriere als erfolgreicher Manager teilhaben zu können und Nada, seine Schwester, sieht in der Heirat mit einem rechtschaffenen Österreicher die große Chance, aus dem Gastarbeiter-Milieu herauszukommen.
Der weltfremde Poet Anatol und die lebenserfahrene Rita ergänzen diese bohemartige Runde von Träumern.
Doch vorerst scheitern die Illusionen an der Wirklichkeit.
Mischa hat mit den Ersparnissen von Chris falsch spekuliert.
Es ist ganz einfach.
Du kaufst Karten am Nachmittag und am Abend.
Wenn es keine Karten gibt, verkaufst du sie zum doppelten Preis.
Was du meinst, du hast für mein Geld, du hast für meine 3000 Schilling Kinokarten gekauft.
In Belgrade hab ich mit diesem Geschäft viel Geld gemacht.
Belgrade.
Warum bist du jetzt hier?
Weil du dort so viel Geld gemacht hast, oder?
Dieser melancholisch-ironische Charme, der aus der Schmelztiegel-Funktion Wiens zwischen Ost und West resultiert, macht den besonderen Reiz von Malambo aus.
Dazu kommen noch die sehr originell und liebevoll charakterisierten Traumtänzer und Schwarz-Weiß-Bilder vom Österreicher Toni Peschke eingefangen, die an den italienischen Neorealismus erinnern.
Malambo wurde mit dem großen Preis in Mannheim und kürzlich mit dem Interfilmpreis in Saarbrücken ausgezeichnet.
Bei den österreichischen Filmtagen in Wels löste dieser Film enthusiastische Kritiken aus.
Also wieder ein kleiner, sehr poetischer österreichischer Streifen, der wie zuletzt Bergers Raffl oder Madavis dicht hinter der Tür internationale Preise und Anerkennungen erhielt.
Wie erklärt sich Milan Dorr die Tatsache, dass ausgerechnet derartige Filme, die meist mit sehr kleinem Budget gedreht wurden, die größten Erfolge haben?
Wir haben uns ganz bewusst eingeschränkt und versucht, daraus eine Tugend zu machen.
Wir haben uns sehr auf die Geschichte konzentriert, sehr auf die Schauspieler.
Ich glaube, dass das auch die Stärke des Films ist.
Man spürt, dass er mit
mit Elan und einer gewissen Ehrlichkeit unter Freunden entstanden ist und dass es auch Spaß gemacht hat, ihn zu machen.
Die teureren Filme waren meist bemüht, so kommerziell oder einen internationalen Standard zu erreichen.
Und da ist vielleicht das Engagement ein bisschen untergegangen, einfach in diesem Bemühen ja überhaupt das zu bewältigen.
Ich hoffe sehr, dass auch die Filme, die in der nächsten Zeit gemacht werden, mehr die eigene Gegenwart, unsere österreichische Gegenwart behandeln werden und sich weniger an Abenteuerfilmen amerikanischer Prägung orientieren.
Und da, glaube ich, gibt es eine große Chance kleiner Filmländer, und das hat sich auch gezeigt in der Geschichte, dass also die neuen Wellen, die entstanden sind, der Neorealismus in Italien, die neue Welle Nouvelle Vague in Frankreich und auch der neue deutsche Film, waren immer Filme, die nach der eigenen Identität gesucht haben und dort auch ehrlich sein konnten und dort auch für andere Leute was auszusagen gehabt haben.
Eine Anregung, die hoffentlich in Zukunft bei der Vergabe von Filmförderungen berücksichtigt wird.
Und nach diesem Beitrag von Karim Bauer stehen jetzt bei uns noch Kurzmeldungen auf dem Programm.
Österreich.
Udo Proksch und sein Geschäftspartner Hans-Peter Daimler, die sich wegen des Verdachts des schweren Betruges in Untersuchungshaft befunden haben, wurden heute nach einem Entscheid der Haftprüfungskommission des Wiener Straflandesgerichtes auf freien Fuß gesetzt.
Broks wurde allerdings verpflichtet, ein Gelöbnis abzulegen, wonach er sich bis zur rechtskräftigen Beendigung des gegen ihn laufenden Strafverfahrens nicht verborgen halten werde.
Bei Daimler erachtete die Kommission ein solches Gelöbnis nicht für notwendig.
Der Bundesrat, die Länderkammer des Parlaments, hat unter Ausnützung seiner neuen Geschäftsordnung heute zum ersten Mal eine Fragestunde abgehalten.
Dabei kündigte Bundeskanzler Sinovac unter anderem an, dass die sogenannten Araber-Verträge zur Finanzierung des Wiener Konferenzzentrums noch im April ins Parlament kommen werden.
Die Finanzierung sei völlig gesichert, sagte der Kanzler.
Günstigere Varianten gibt es nicht.
Im Zusammenhang mit dem Fall Reeder Frischenschlager berichtete der Regierungschef, dass es zwar kritische ausländische Presseberichte, nicht aber Aktivitäten ausländischer Regierungen gegeben habe.
ÖVP-Obmann Mock sagte heute nach einer Sitzung des Bundesparteivorstandes, er werde noch heute mit Bundespräsident Kirchschläger ein Gespräch darüber führen, wie die ÖVP die politische Situation sieht.
Mock kündigte ferner an, er werde am Montag in einem Gespräch mit Bundeskanzler Sinowaz diesem ein konkretes parlamentarisches Arbeitsprogramm übermitteln und die SPÖ einladen, endlich in die sachliche Arbeit einzutreten.
Mock sagte nach der Vorstandssitzung seiner Partei, die politische Arbeit sei zurzeit blockiert, weil die Regierung von einer selbstverschuldeten Krise in die andere taumle.
Weiterhin ungeklärt ist noch die Ursache für die gestrige folgenschwere Explosion in einem zweistöckigen Wohnhaus in der Lacknergasse in Wien-Währing.
Die Erhebungen der Kriminaltechniker sind noch nicht abgeschlossen.
Bei der Explosion ist gestern eine 26-jährige Frau ums Leben gekommen.
Nach den Worten des Wiener Energiestadtrats Johann Hatzl wird es heuer in der Bundeshauptstadt keine Strompreiserhöhung geben.
Hatzl teilte mit, dass der Strombedarf gegenüber 1983 um 4,8 Prozent, der Gasbedarf um 9,3 Prozent gestiegen ist.
Diese Entwicklung wird vor allem auf den Konjunkturaufschwung zurückgeführt.
Der Verbrauch von Heizöl, Benzin und festen Brennstoffen ist in den vergangenen Jahren hingegen gesunken.
Spanien
Der sowjetische Außenminister Andrei Grameko ist heute nach Abschluss seines Besuches in Rom zu einem zweitägigen Aufenthalt in Madrid eingetroffen.
Gestern ist Grameko im Vatikan auch von Papst Johann Paul II.
empfangen worden.
USA.
Der sowjetische Staats- und Parteichef Konstantin Tschernienko hat in einem Schreiben an amerikanische Kriegsveteranen die Ansicht vertreten, dass der Abrüstungsdialog zwischen den USA und der Sowjetunion durch keinerlei politische Meinungsverschiedenheiten behindert werden dürfte.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Supermächten sei lebenswichtig, meint Tschernienko, da die Zukunft der Welt größtenteils von den künftigen Beziehungen zwischen Washington und Moskau abhänge.
Nahosten.
Der israelische Regierungschef Shimon Peres hat der vom ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak angeregten internationalen Nahostkonferenz in Kairo zugestimmt.
Ein israelischer Regierungsvertreter ist heute zu Konsultationen über diesen Vorschlag in Kairo eingetroffen.
Israel lehnt allerdings nach wie vor jede direkte Beteiligung der palästinensischen Befreiungsorganisation an einer Nahostkonferenz ab.
Die Wetteraussichten für Österreich bis heute Abend über den Niederungen trüb und kalt.
Sonst regional sonnig und Nachmittagstemperaturen zwischen 5 und 9 Grad.
Das war wieder ein Mittagsjournal des aktuellen Dienstes für Redaktion und Technik.