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Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Guten Tag meine Damen und Herren, zum Mittagsschanal des aktuellen Dienstes begrüßt Sie Roland Machatschke.
Beiträge zu den folgenden Themen haben wir für die Stunde Information bis 13 Uhr vorbereitet.
Aus Österreich neue Initiative der Sozialistischen Partei zur Schulreform.
Volkspartei legt Vorschlag zu einem Eigentumsförderungsgesetz vor.
Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft zu verschiedenen aktuellen Themen, ein Ergebnis daraus, in Zusammenhang mit dem AKH-Skandal glauben nur 8% der Befragten, dass Beamte unbestechlich sind.
Aus dem Ausland berichten wir über den Abschluss der Europareise von Präsident Carter in Madrid und Lissabon, über die Schwierigkeiten in Afghanistan, einen gemeinsamen Widerstand gegen die sowjetischen Invasionstruppen zu organisieren und über das Schicksal von Systemkritikern in Jugoslawien nach Tito.
Und im Kulturteil schließlich geht es um das Linzer Forum Design und um die kommende Premiere an Viennas English Theatre.
Zu Beginn dieses Programms nun die Nachrichten.
Verantwortlicher Chef vom Dienst ist Ferdinand Olbert, Sprecher Wolfgang Riemerschmid.
Portugal.
Mit einem Kurzaufenthalt in Lissabon beendet Präsident Carter heute seine Europareise, die ihn vorher nach Italien, Jugoslawien und Spanien geführt hat.
Der amerikanische Präsident ist am Vormittag aus Madrid kommend in der portugiesischen Hauptstadt eingetroffen.
Gestern begrüßte Carter die Bemühungen Spaniens zum Eintritt in die NATO,
und um Aufnahme in die europäische Gemeinschaft.
Zugleich sagte er der jungen spanischen Demokratie die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu.
USA.
Die Vereinigten Staaten haben die von Präsident Carter in Belgrad geäußerte Bereitschaft zu Gesprächen mit der Sowjetunion zur Lösung der Afghanistan-Krise bekräftigt.
Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington erklärte, die USA wären zu solchen Verhandlungen bereit, wenn ernsthafte Vorschläge der UdSSR vorliegen und tatsächlich essentielle Truppenteile aus Afghanistan abgezogen würden.
Sowjetunion.
Die Regierung in Moskau hat Präsident Carter des Versuchs beschuldigt, Jugoslawien von seiner Politik der Blockfreiheit abzubringen.
In einem Kommentar der Nachrichtenagentur TASS wird betont, die Erklärungen Carters, die USA unterstützten die Unabhängigkeit Jugoslawiens, seien eindeutig provozierend, weil sie Anspielungen auf eine mutmaßliche Bedrohung der Unabhängigkeit dieses Landes enthielten.
Türkei
Die 15 Außenminister der NATO-Staaten schließen heute ihre Frühjahrstagung in Ankara ab.
Es wird erwartet, dass sie die Forderung des Westens nach Abzug aller sowjetischen Truppen aus Afghanistan wiederholen.
Bereits am Vormittag äußerten sie sich zur Iran-Krise und verlangten die sofortige Freilassung der seit November des Vorjahres in Persien festgehaltenen amerikanischen Geiseln.
Frankreich.
Der iranische Außenminister Ghodbzadeh hat in einem Interview, das von einer Pariser Illustrierten veröffentlicht worden ist, die Bedingungen genannt, die zur Freilassung der amerikanischen Geiseln führen könnten.
An erster Stelle führt er eine Beendigung des Wirtschaftsboykotts Amerikas und seiner Verbündeten gegen den Iran und die Freigabe der iranischen Guthaben in den USA an.
Godbzadeh beziffert diese Guthaben auf 12 Milliarden Dollar.
Außerdem müssten die Amerikaner klar und ausdrücklich anerkennen, was sie im Iran angerichtet hätten, meint der iranische Außenminister.
Dabei sollte auch die Rolle des amerikanischen Geheimdienstes CIA offengelegt werden.
Iran.
In Teheran sind heute vier Drogenhändler, zwei Offiziere und eine Frau hingerichtet worden.
Den Militärs war vorgeworfen worden, mit kurden Führern sowie den irakischen Behörden zusammengearbeitet zu haben.
Bei den Drogenhändlern wurden angeblich große Mengen von Rauschgift gefunden.
Die hingerichtete Frau wurde nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur TASS der Prostitution und der Beziehung zu Politikern des ehemaligen Shah-Regimes bezichtigt.
Österreich.
In der SPÖ-internen Auseinandersetzung zwischen Bundeskanzler Kreisky und Finanzminister Androsch über die Bankzinsensteuer hat heute auch der ÖGB-Präsident Benja Stellung genommen.
In einem AZ-Interview sagte Benja, er habe zur Frage der Zinsensteuer, die von Kreisky favorisiert wird, noch keine abgeschlossene Meinung.
Das gleiche gelte für den Vorschlag Androschs, die Mehrwertsteuer für Strom auf den vollen Steuersatz zu erhöhen.
Er sähe beide Steuervorschläge als Paket.
Man könne weder den einen noch den anderen vorziehen.
In dem Interview nahm Benja auch zum Thema Lohnsteuersenkung Stellung.
Benja sagte, die Gewerkschaften verlangen für Anfang 1981 eine kleine Korrektur zugunsten der niedrigsten Einkommen und für Anfang 1982 eine große Lohnsteuerreform.
Zu den voraussichtlichen Lohnerhöhungen der nächsten Zeit, sagte Benja, die von ihm Anfang des Jahres angekündigte Reallohnerhöhung von ein bis zwei Prozent sei angesichts der schwierigen Wirtschaftslage nicht zu halten.
Eine kleine Reallohnerhöhung von etwa einem Prozent müsse jedoch möglich sein.
Bundeskammerpräsident Salinger hat die Regierung aufgefordert, die Entwicklungen neuer Produkte und Produktionsformen durch Leistungsanreize und Erleichterung der Eigenkapitalbildung zu fördern.
Bei der Vollversammlung der Burgenländischen Wirtschaftskammer in Eisenstadt betonte Salinger, die Regierung müsse die Leistungskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe durch geeignete Maßnahmen stärken.
Nach einer heute vom Ring freiheitlicher Studenten veröffentlichten Meinungsumfrage besteht innerhalb der Studentenschaft eine weitaus stärkere Aversion gegenüber der Atomkraft als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Von 2300 an Wiener Universitäten inskribierten Studenten äußerten sich 75,6 Prozent gegen ein Volksbegehren mit dem Ziel einer neuerlichen Abstimmung über die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf.
78,4% sprachen sich gegen die Inbetriebnahme Zwentendorfs nach einer neuerlichen Volksabstimmung aus.
Der Zentralausschuss der österreichischen Hochschülerschaft hat inzwischen beschlossen, ab Herbst die Funktion einer bundesweiten Koordinationsstelle für Atomgegner zu übernehmen.
Thailand, Vereinte Nationen
Die Gefechte entlang der thailändisch-kambodjanischen Grenze halten weiter an.
Vietnamesische Truppen sollen mit Anhängern des früheren kambodjanischen Staatschefs Pol Pot und Verbänden der antikommunistischen Freien Khmer im Kampf stehen.
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Agence France-Presse musste die vietnamesische Armee offenbar schwere Verluste hinnehmen.
Das Internationale Rote Kreuz meldet, bei den Kämpfen in den vergangenen Tagen seien allein in einem Flüchtlingslager mehr als 300 Menschen verletzt worden.
UNO-Generalsekretär Waldheim hat sich über die Lage an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha besorgt, geäußert.
Waldheim appellierte an alle Beteiligten, den Frieden in dieser Region wiederherzustellen.
Israelische Kanonenboote haben gestern Abend Ziele an der südlibanesischen Küste beschossen.
Nach Angaben der Regierung in Jerusalem wurden Palästinenser Stützpunkte angegriffen.
Von palästinensischer Seite heißt es, es seien Ortschaften zwischen Sidon und Tyrus beschossen worden.
Über das Ausmaß der Schäden sowie über etwaige Menschenopfer liegen bisher keine Meldungen vor.
VATIKAN
Die Vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre betont in einer offiziellen Erklärung, niemand habe das Recht, einen unheilbar Kranken aus Barmherzigkeit zu töten.
Auch die Absicht, die Leiden eines Menschen zu beenden oder Kindern mit Geburtsfehlern und Geisteskranken eine Verlängerung ihres harten Lebens zu ersparen, berechtige nicht zur Tötung von Kranken, heißt es in der kirchlichen Stellungnahme.
Die Vatikanische Kongregation räumt jedoch ein, die medizinische Behandlung eines Schwerkranken dürfe dann eingestellt werden, wenn der Tod aller Voraussicht nach durch kein Heilmittel mehr aufgehalten werden könne.
Österreich
Auf der Skiabfahrt vom Kitzsteinhorn bei Kaprun ereignete sich gestern ein tragischer Bergunfall, der mindestens ein Menschenleben gefördert hat.
Eine Schülergruppe aus Laibach in Jugoslawien meldete gegen 17 Uhr die Abhängigkeit von zwei Mädchen.
Eines der beiden Kinder wurde am Abend von einer Suchmannschaft der Bergrettung tot gefunden.
Die Suche nach dem zweiten Mädchen musste bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden.
Sie wurde heute früh wieder aufgenommen.
Die Wetterlage, ausgehend von dem seit Tagen nahezu ortsfesten Tief über Skandinavien, hält der Zustrom feuchter und labil geschichteter Luftmassen in den Alpenraum an.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Im Westen und Süden von lokalen Auflockerungen abgesehen, veränderliche Bewölkungsverhältnisse und Aufkommen von schauerartigen Regenfällen.
Sonst zunächst wechselnd aufgelockert bewölkt, regional auch sonnig.
Abmittag Haufenwolkenentwicklung und Bereitschaft zu schauern.
Wind aus westlichen Richtungen.
Nachmittagstemperaturen 15 bis 21 Grad.
Tiefstwerte der kommenden Nacht 3 bis 10 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen.
Von einzelnen Auflockerungen abgesehen, zunehmend veränderliche Bewölkungsverhältnisse.
Wiederholt schauerartige Regenfälle, besonders an der Alpensüdseite.
Wind aus Südwest bis West.
Kühl.
Tageshöchsttemperaturen 14 bis 20 Grad.
Die Messwerte abgelesen um 12 Uhr.
Wien wolkig 20°, Südostwind 10km in der Stunde.
Eisenstadt wolkig 19°, Südostwind 10km.
Linz wolkig 17°, Südwest 3.
Salzburg wolkig 18°, Windstill.
Innsbruck stark bewölkt 17°, Südost 5.
Bregenz bedeckt leichter Regen, 13°, Windstill.
Graz heiter 15°, Windstill.
Und Klagenfurt wolkig 15°, Ostwind 10km in der Stunde.
Es ist jetzt zehn Minuten nach zwölf.
Der schulpolitische Streit zwischen den beiden großen Parteien ist seit Jahren durch die Auseinandersetzung um die Schule für die 10- bis 14-Jährigen bestimmt.
Die Sozialistische Partei will für diese Altersstufe eine gemeinsame Schule, die zuerst unter dem Namen integrierte Gesamtschule und jetzt als neue Mittelschule bekannt ist.
Die Österreichische Volkspartei hingegen tritt dafür ein, die Hauptschule zu verbessern, aber daneben die Langformen der Gymnasien und Realgymnasien zu erhalten.
Dieser Streit schien heuer im Frühjahr durch die Einigung zwischen Sozialisten und Volkspartei über die sechste Schulorganisationsgesetznovelle beendet.
Nun gibt es aber eine siebente Schulorganisationsgesetznovelle und der Streit hat wieder begonnen.
Heute haben die Sozialisten durch ihren Schulsprecher Schnell eine neue Initiative zur Einführung der gemeinsamen Schule gestartet.
Wilfried Seifert meldet sich dazu aus dem Parlament.
Auch wenn schon bei der parlamentarischen Abstimmung im März dieses Jahres klar war, dass die Einigung nur eine vorläufige war, dass sie so schnell wieder zur politischen Diskussion gestellt wurde, das war vielleicht doch nicht zu erwarten.
Dabei hat sich sachlich keine neue Begründung für eine Wiederholung dieser Entscheidung gestellt, allerdings war die Einigung ja von Anfang an auf zwei Jahre begrenzt.
Das politische Problem liegt einerseits darin, dass die Verfassung bei Schulgesetzen eine Zweidrittelmehrheit vorschreibt, das heißt also eine Zustimmung der ÖVP, und dass andererseits das sozialistische Lieblingsbildungsziel nur als Schulversuch existiert.
Diese Schulversuche dürfen nicht erweitert werden und laufen unwiderruflich, so hieß es jedenfalls im März in zwei Jahren aus.
Das fast groteske ist, dass die bisherigen Versuchsergebnisse an den IGS, an den integrierten Gesamtschulen oder neuen Mittelschulen eigentlich von allen drei Parlamentsparteien positiv eingeschätzt werden und dass alle dafür sind, diese positiven Ergebnisse auf die Alltagspraxis anzuwenden.
Der Unterschied?
Die SPÖ verlangt eine einheitliche Schule für alle 10- bis 14-Jährigen, also eine möglichst weitgehende Durchmischung nach sozialen Punkten, aber auch nach Begabungsschwerpunkten, bei einer Teilung in drei Leistungsgruppen, in Deutsch, in Mathematik und in der lebenden Fremdsprache, also im Regelfall Englisch.
Die ÖVP bejaht dieses Modell im Prinzip, will es aber nur für die Verbesserung an den Hauptschulen angewendet wissen und daneben die Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen erhalten.
Die Positionen waren und sind seit zwei Jahren oder auch schon mehreren Jahren unverändert und unvereinbar.
Es geht der SPÖ aber nicht nur um das seit den 20er Jahren dieses Jahrhunderts deponierte Bildungsziel, integrierte Gesamtschule, sondern auch um die Optik, um die Festhaltung des politischen Wollens, wenn man so will.
Denn angesichts der Bekanntenhaltung der ÖVP kann aller Voraussicht nach nur ein Kompromiss herauskommen.
Wesentliche Bedingungen für diesen Kompromiss laut Schulsprecher Schnell.
Erstens kommt es also darauf an, dass wir auf dem Standpunkt stehen, dass keine Aufnahmsprüfung weiterhin bestehen soll.
Zweitens kommt es außerordentlich darauf an, dass völlig gedehnte Lehrpläne bestehen müssten.
Und dann kommt auch das Problem des Übertrittes von der Unterstufe der allgemeinbindenden höheren Schule beziehungsweise von der Unterstufe der Hauptschule in die weiterführenden Schulen.
wenn man will, also einheitliche Schulen, die sich eigentlich nur mit dem Namen nach unterscheiden und natürlich nach dem Sozialprestige.
Nebenbemerkung dazu, das ungeliebte Latein soll in dieser Vorstellung fallen, zumindest fallen als Pflichtgegenstand in den ersten vier Jahren für die 10- bis 14-Jährigen und nur als Freigegenstand für diejenigen Kinder, die dann in die Langform weitergehen wollen, erhalten bleiben.
Grundsätzlich kann sich schnell aber ein Nebeneinander von neuer Mittelschule oder integrierter Gesamtschule und der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen dann vorstellen?
Wenn die Weiterentwicklung in die Richtung einer einheitlichen gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen dadurch nicht verbaut wird.
Oder ich kann es anders ausdrücken, die sozialistische Partei wird nicht aus ideologischen Gründen
wie man uns häufig vorwirft, obwohl hier überhaupt keine ideologischen Gründe vorhanden sind, ein Veto einlegen, wenn wir eine schrittweise Schulverbesserung erzielen.
Wir werden sehr froh sein für jede schrittweise Verbesserung der Schulen.
Und in unseren Augen ist eine solche schrittweise Verbesserung der Schulen aber immer im Hinblick oder wird im Hinblick gesehen sein,
mehr Chancengleichheit, mehr soziale Koalition für die 10- bis 14-Jährigen.
Die ÖVP hat bereits zu erkennen gegeben, dass eine Zustimmung zum SPÖ-Initiativantrag in der vorliegenden Form bei den Verhandlungen im Herbst nicht denkbar sei.
Die schulpolitischen Auseinandersetzungen der Zukunft werden in mehr als einer Beziehung an Vergangenes erinnern.
Soviel zum Initiativantrag der SPÖ in Sachen Schulpolitik und damit zurück an das Studio des Mittagschanals.
Es berichtete Wilfried Seifert.
Von den Zukunftserwartungen der Österreicher bis zur Ansicht über die Einkommen der Politiker, von der außenpolitischen Absicherung unseres Landes bis zum mutmaßlichen Ausgang der AKH-Affäre spannt sich der thematische Bogen einer Reihe von Meinungsumfragen der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft, deren Ergebnisse heute in Wien der Öffentlichkeit vorgelegt würden.
Die Umfragen wurden alle im Vorjahr oder zu Beginn des heutigen Jahres durchgeführt und erfassten jeweils einen Personenkreis von etwa 2000 Österreichern.
Hans Langsteiner war bei der Präsentation der Umfrageergebnisse dabei.
Hören Sie seinen Bericht.
Die Österreicher blicken nach wie vor mit ungerechtfertigtem Pessimismus in die Zukunft und fürchten sich heute stärker vor einem Weltkrieg als früher.
Dies sind zwei Kernergebnisse des heute von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vorgelegten Umfragenpakets.
Wieso ungerechtfertigter Pessimismus?
Auf die Frage, wie Österreich wohl in Zukunft die weltweite Wirtschaftskrise überstehen werde, antworteten zu Beginn dieses Jahres 30 Prozent von insgesamt 2.000 Befragten mit besser als andere Länder, 5 Prozent mit schlechter und die überwiegende Mehrheit mit gleich gut.
Im Wesentlichen nicht anders als bei einer ähnlich gearteten Umfrage vor sechs Jahren.
Rückschauend aber glaubten nicht 30, sondern 60 Prozent der Bevölkerung, Österreich hätte sich besser geschlagen als andere Staaten.
Für Bernd Marien, den Sprecher der Studiengesellschaft, auch eine Folge einer gezielten Regierungsstrategie.
Das scheint auch eines der Erfolgsrezepte der Regierung zu sein, die Erwartungen relativ niederhalten zu können, was den Ausblick auf die Zukunft betrifft, düsteren Horizont, sozusagen, mit
zu zeichnen, zu helfen und dann aber ein umso strahlenderes Erfolgswahrnehmung im Rückblick oder in der aktuellen Wahrnehmung.
Die Angst vor krisenbedingter Arbeitslosigkeit führt denn auch die Liste jener Gefahren an, die die Österreicher am meisten fürchten.
Gefolgt von Wirtschaftskrise und Energieknappheit, Drogen, dem Dritten Weltkrieg und Straßenverkehrsunfällen.
Einen Dritten Weltkrieg befürchten heute immerhin 37 Prozent der Befragten.
1976 waren es nur 23 Prozent gewesen.
Damals war die Angst vor Verkehrsunfällen auch noch weit größer gewesen als die vor Arbeitslosigkeit, Inflation und Energieverknappung.
Marien interpretiert diese Verschiebung.
enorm zugenommen, hat das Gefahrenbewusstsein bezüglich Energiemangel von 46 auf 52 Prozent, also sich verdoppelt, und die Gefahr eines Weltkriegs von 23 auf 37 Prozent.
Das deckt sich auch mit allen internationalen Untersuchungen, die ich wenigstens kenne.
In fast allen Ländern ist Außenpolitik zum Thema Nummer eins der Innenpolitik geworden.
Und wer oder was ist nach Ansicht der Österreicher am ehesten geeignet, außenpolitische Gefahren vom eigenen Land fernzuhalten?
Hier sprechen die Zahlen wohl für sich.
27 Prozent schreiben diese Rolle den Vereinten Nationen zu.
40 Prozent sehen in den Wiener Amtssitzen internationaler Organisationen eine Garantie gegen außenpolitische Bedrohungen.
45 Prozent in einem Bündnis in Amerika und eine weit überwiegende Mehrheit von 60 Prozent stützt ihr außenpolitisches Vertrauen ausschließlich auf die internationalen Verbindungen von Bundeskanzler Kreisky.
Kreisky schneidet auch sonst recht gut ab.
49 Prozent der Bevölkerung empfindet sein Gehalt, das mit 100.000 Schilling monatlich in der Umfrage angegeben wurde, als angemessen.
Während 71% der Leute glaubten, einfache Minister verdienten derzeit zu viel.
Kein Wunder, halten doch immerhin 25% der Befragten, und zwar vor allem Jugendliche, Regierungsmitglieder für bestechlich und nur 43% für absolut unbestechlich.
Weitaus größer ist aber noch das Misstrauen gegen Beamte.
Nur ganze 8% glauben an den unbestechlichen Beamten, 47% meinen, er lasse sich in Ausnahmefällen bestechen und 37% halten Beamte ganz generell für bestechlich.
Untersuchungsleiter Marin leugnet seine Betroffenheit vor allem über das Misstrauen gegen Politiker nicht.
Wahrscheinlich kann ein Teil sowohl die Attraktivität grüner Bewegungen bis hin zu Protestwählern und offenbar waren Protestwähler und zu den Bürgerwählern gegen den Hintergrund auch nur verstanden werden.
Dass ein Ausmaß für die Demokratie bedrohlich ist und erschreckendes Ausmaß von Desillusionierung über die Anständigkeit von Politikern.
vorhanden ist.
Viel Misstrauen auch um die Wiener Spitalsaffäre.
74 Prozent der Befragten glauben, wenigstens einige AKH-Direktoren hätten bestochen und erpresst.
64 Prozent meinen, Bestechungen seien in der Baubranche ohnehin üblich.
Und 52 Prozent, also mehr als jeder zweite Österreicher, sind der Ansicht, die Warnschuldigen der AKH-Affäre würden ohnehin nie gefunden werden.
Der Anteil jener, die das Ganze nur für eine aufgebaschte Kampagne der Massenmedien und der Opposition halten, ist mit 19 Prozent eher gering.
Die meisten dieser 19 Prozent kommen, kurios genug, aus Vorarlberg.
Hans Langsteiner fasst die Meinungsumfragen der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft zu den verschiedensten Themen.
Zusammen diese Meinungsumfragen wurden heute der Öffentlichkeit präsentiert.
Wir setzen den Mittagsschnall nun fort mit der Inlandspresseschau.
Die Auswahl aus den Kommentaren und Leitartikeln der österreichischen Zeitungen hat Wolfgang Fuchs getroffen.
Gestern einigten sich die Parteien über die Novelle zum Rauschgiftgesetz.
Rauschgiftsucht wird nun nicht mehr als Verbrechen, sondern als Krankheit angesehen.
Gerold Christian schreibt dazu in den Salzburger Nachrichten.
Manche sehen beim Inhalt der neuen Suchtgiftbestimmungen sogar Parallelen zum Tuberkulose-Gesetz.
Jeder Kranke steckt da wie dort Gesunde an.
Galt es bei der Armenkrankheit Tuberkulose die Ursachen zu beseitigen, so wird man auch jetzt den Kampf gegen die bald überschwappende Rauschgiftsucht nur gewinnen können, wenn man die Infektionsherde, die verbrecherischen Rauschgifthändler, dazu bringt, nicht mit Krankheitserregern Geschäfte machen zu wollen.
Und Erich Pfeiffer glaubt in den oberösterreichischen Nachrichten, dass dieses Gesetz allein nicht ausreichen wird, der steigenden Zahl an süchtigen Herr zu werden.
Pfeiffer meint also... Letztlich wird aber die Gesellschaft, die erklärt, alle Bedürfnisse des Menschen erfüllen zu können, auf eines nicht verzichten dürfen.
Sie wird jungen Menschen vor allem ein kräftigeres Sinnbedürfnis geben, den Willen zum Sinn des Lebens stärken müssen.
Das hat nichts mit noch höherem Wohlstand, mit mehr Geld oder Konsum zu tun.
Vielleicht mit weniger Egoismus, aber mit der größeren persönlichen Hinwendung.
Früher wurde Nächstenliebe dazu gesagt.
Soweit Kommentare zum Thema Rauschgift.
Gestern hat die sozialistische Jugend eine Unterschriftenaktion gegen ein neues Volksbegehren um das Atomkraftwerk Zwentendorf angekündigt.
Manfred Scheuch kommentiert diese geplante Aktion der SE im Zentralorgan der SPÖ, der Arbeiterzeitung, so.
Einseitigkeit ist ja überhaupt die Stärke unserer jungen Atomgegner.
Selbst der linke Dichter Erich Fried musste sie mahnen, über die Ablehnung der friedlich genutzten Kernenergie nicht die überall lagernden Atombomben zu vergessen.
Und auch von Protesten gegen die Kernkraftwerke jenseits der Grenzen hört man kaum.
Dabei wäre das viel überzeugender als Unterschriften sammeln und offene Briefe schreiben.
Und im ÖVP-Organ Neues Volksblatt schreibt Walter Salzmann zur neuen Pflanzen-Atom-Diskussion.
Was also ist neu an der Diskussion?
Zunächst einmal das Verschaukeln des Volkes, das eineinhalb Jahre nach seiner Entscheidung so lange bearbeitet werden soll, bis es seine Entscheidung revidiert.
Weiters, dass man die Kernkraft zu einer Glaubensfrage hochstilisiert, obwohl es existenziellere Themen für diesen Staat gibt.
Und drittens, dass bestimmte Kreise in einer Zeit, die uns die Grenzen des Wachstums klar vor Augen führt, nicht Selbstbeschränkung, sondern quantitatives Wachstum zur Maxime unseres Lebensinhalts machen wollen.
Abschließend ein Kommentar aus der sozialistischen Grazer Neuen Zeit.
Helmut Gries befürchtet weitere Diskussionen um die Quellensteuer innerhalb der SPÖ und schreibt, eine Fortsetzung der derzeitigen Diskussion über die Sommermonate hinweg könnte der SPÖ mehr Belastung als dem Budget Entlastung bringen.
Beispiele dafür gab es in den Sommerdebatten vergangener Jahre genug.
Das war die Inlandspresseschau.
Es ist sechs Minuten vor halb eins.
Mit einem Besuch in Portugal beendet heute der amerikanische Präsident Jimmy Carter seine kurze Europareise aus Anlass seiner Teilnahme am westlichen Wirtschaftsgipfel von Venedig.
Belgrad, Madrid und Lissabon waren bzw.
sind die Stationen dieser Reise.
Jeder Aufenthalt symbolisiert einen anderen Teilaspekt der amerikanischen Außenpolitik.
In Jugoslawien sollte demonstriert werden, dass die USA jedes Interesse an der Fortsetzung der Politik der Blockfreiheit des verstorbenen Präsidenten Tito durch seine Nachfolger haben.
Und in Madrid und Lissabon geht es um die sogenannte Südflanke der NATO.
Portugal ist NATO-Mitglied, Spanien ist es nicht, hat aber amerikanische Stützpunkte auf seinem Territorium und die USA würden Spanien gerne im Kreis der NATO-Staaten sehen.
Über Cartas Gespräche auf der iberischen Halbinsel berichtet nun Robert Gerhardt.
Seit heute Morgen ist er schon in Lissabon.
Gestern, genau um diese Zeit, erwarteten ihn noch König Juan Carlos und die spanische Regierung in Madrid.
Die Reise des amerikanischen Präsidenten ist ein Blitzbesuch auf der iberischen Halbinsel.
Zu großem Gedankenaustausch blieb in Spanien wenig Gelegenheit und jetzt in Portugal sind sogar nur sechs Stunden Aufenthalt vorgesehen.
Sie reichen zu einem Mittagessen mit Staatschef General Janisch und kurzen Kontakten mit dem derzeitigen Premier und dem Ex-Premier, dem Sozialisten Mario Suárez.
Jimmy Carter kann sich diesen Besuch im Schnellgang erlauben.
Es gibt keine gravierenden Probleme zwischen den Vereinigten Staaten und den beiden Ländern hinter den Pyrenäen.
Portugal ist Gründungsmitglied der NATO und Spanien hat kurz vor dem Besuch des US-Präsidenten öffentlich signalisiert, ebenfalls Partner der nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft zu werden.
Gewünscht wird allerdings, dass es keine Pause bei den laufenden Verhandlungen zum EG-Beitritt gibt.
Diese war vom Präsidenten Frankreich verlangt worden.
Der hohe Besucher aus den USA hat in Tischreden beim Galaessen im Palast des Königs
wohlwollende Unterstützung versprochen.
Spanien gehört zum Westen, sagte Präsident Carter, und es sollte daher auch fest in alle Organisationen integriert werden, in die Gemeinschaft der EG und auch in das kollektive Verteidigungsbündnis.
Der Besucher fand Worte des großen Loges und der Anerkennung für Spanien, dem es beispielhaft gelungen sei, eine stabile Demokratie aufzubauen.
Carter erhob schließlich sein Glas zu einem Trinkspruch auf Majestät König Juan Carlos, auf die arztige Königin, wie er sie nannte, La Gentil Reina, auf die Regierung, auf die demokratische Opposition und besonders auf das spanische Volk.
Wie war es Spanier?
Er erhielt Beifall von der erlesenen Tischgesellschaft, zumal der amerikanische Präsident seine gesamte Rede in spanischer Sprache vortrug.
Zwischen Spanien und den USA besteht schon seit 1953 ein Militär- und Freundschaftsabkommen.
Die Amerikaner haben seitdem vier wichtige Stützpunkte auf spanischem Boden.
Insgesamt sind dort etwa 10.000 GIs stationiert.
Auch die Oppositionsparteien Sozialisten und Kommunisten haben nichts gegen diese Militärbasis.
Sie wenden sich nur gegen einen direkten Beitritt ihres Landes in die NATO und meinen,
Die USA bieten für Spanien genug Sicherheit und Schutz.
Jimmy Casa, dessen Aufenthalt in Madrid von der Bevölkerung kaum bemerkt wurde, konnte heute Morgen zufrieden aus Spanien abfliegen.
Die Freundschaft ist gesichert und Lissabon wird er am frühen Nachmittag ebenfalls happy verlassen.
Die iberische Halbinsel ist für Präsident Carter eine sonnige Zone in dieser problemreichen Welt.
Vorübergehendes Rätselraten lösten einige Bemerkungen von Präsident Jimmy Carter anlässlich einer Tischrede in Belgrad vorgestern Abend aus.
Darin war von der Bereitschaft der USA für eine Übergangsregelung zur Wiederherstellung des Friedens in Afghanistan die Rede.
Gestern nun kam von Carters nächster Station nach Belgrad aus Madrid eine nähere Erläuterung dazu.
Und zwar ganz im Stil der früheren Kissinger-Diplomatie unter Zitierung eines hohen Beamten, dessen Name allerdings nicht genannt wurde.
Danach sollen schon im Mai die Außenminister Maske und Gromyko bei ihren Gesprächen in Wien am Rande des Staatsvertrags feiern, über eine solche Zwischenlösung gesprochen haben.
Nach den amerikanischen Andeutungen aus Madrid soll das vor allem die Stationierung einer Friedenstruppe der islamischen Länder bedeuten, die die Freunde der Sowjets in Kabul schützen soll, wenn einmal die sowjetischen Interventionstruppen abgezogen sind.
Mittlerweile gibt es jetzt Berichte von westlichen Diplomaten aus Kabul, die eher von einer Truppenverstärkung der Sowjets sprechen, als von dem so groß publizierten Teilabzug.
Truppenbewegungen in Richtung sowjetischer Grenze werden vor allem mit Nachschub- und Wartungsproblemen erklärt.
Aber, wo immer hier die Wahrheit liegen mag, unbestritten bleibt, dass in Afghanistan nahezu 100.000 sowjetische Soldaten mit Panzern, Artillerie, Hubschraubern, Jagdbombern und sonstigem modernen Kriegsgerät eingesetzt sind, gegen kleine Gruppen von getrennt operierenden muslimischen Widerstandskämpfern, die vor allem, wie schon bei vergangenen Invasionen Afghanistans, auf Stammesbasis organisiert sind.
Der Widerstand findet, mit Ausnahme eines Generalstreikversuchs im Februar, der blutig niedergeschlagen wurde, außerhalb der Hauptstadt Kabul im Gebirgsland statt.
Das hat historische Gründe, wie Rainer Wolfgram berichtet, der vor kurzem aus Afghanistan nach Europa zurückgekehrt ist.
Kabul ist nicht typisch für die Situation im jetzigen Afghanistan.
Denn der Versuch der Sowjets, das Land zu besetzen, ist noch nicht geglückt.
1857 schrieb Friedrich Engels, Krieg ist für die Afghanen die willkommene Abwechslung von monotoner Alltagstätigkeit und die Unberechenbarkeit ihrer Aktionen macht sie zu gefährlichen Nachbarn.
In den letzten zweieinhalb Jahrtausenden waren es jedoch nicht nur diejenigen, die sich durch allzu große Nähe zum jetzigen Afghanistan bedroht fühlten, die sich infolgedessen durch Angriff verteidigen wollten, die das Land zu besetzen versuchten.
Perser, Griechen, Mongolen, Tataren, Inder, Chinesen, Briten und Russen kämpften mit denen, die heute Afghanen genannt werden.
Im Laufe der Jahre wurde es immer leichter, die Hauptstadt Kabul zu erobern.
Hier waren die festgefügten Stammesordnungen aufgeweicht, hier machten sich die Händler breit, die unter kaufmännischen Gesichtspunkten durchaus bereit waren, mal mit diesem, mal mit jenem zu paktieren.
Hier gelang, was der französische Völkerkundler Louis Dupree für das Land so verneinte.
Alle Vereinigungsversuche scheiterten, weil sie aus einem Mischmasch ethnischer und linguistischer Gruppen mithilfe westlich erzogener Politiker eine Nation machen sollten.
Dieses Problem endet nicht an den Grenzen des heutigen Afghanistans, die im Laufe der zahllosen Kriege so willkürlich gezogen worden sind, dass sie heute quer durch die Gebiete fest zusammengehörender Volksgruppen und Stämme schneiden.
Auch in Pakistan gibt es im westlichen Grenzbereich Regionen, in die von der Regierung vorsichtshalber nie Soldaten oder Polizisten entsandt werden.
Mit der Einrichtung von Reservaten, den sogenannten Tribal Trust Areas, in denen die Stämme sich selbst verwalten, in denen noch heute Stammesfäden und Blutrache jährlich hunderte von Toten fordern, hat die pakistanische Regierung das Problem ausgeklammert.
Ähnliches galt bis zur Revolution auch für die Stammesgebiete im Iran, und lediglich den Sowjets ist es gelungen, die grenzüberschreitenden Aktivitäten der Volksgruppen weitgehend einzudämmen.
Doch selbst da gab es Schwierigkeiten.
Verbrüderungsszenen wurden gemeldet, auch in Kabul erzählen heute noch Händler, wie in den ersten Wochen dieses Jahres ohne Wissen der zumeist nur russisch sprechenden Offiziere eine rege Kommunikation in der Landessprache Dari und blühende Geschäfte mit aus sowjetischen Lagern gestohlener Ausrüstung zustande kamen.
Die sowjetische Führung musste reagieren.
Heute sind in Afghanistan kaum noch Usbeken oder Tadschiken aus der Sowjetunion im Einsatz.
Neben Russisch sind jetzt Englisch oder gelegentlich Deutsch die Verständigungssprachen zwischen Besetzern und Besetzten.
Moskau beschränkt sich darauf, mit Folkloregruppen aus dem Grenzraum, die bei Stammesversammlungen unter der Aufsicht von Rotarmisten auftreten, gezielt gutnachbarschaftliche Beziehungen herzustellen.
Die Konfrontation jedenfalls mit Soldaten aus dieser Region ist gründlich misslungen.
In zahlreichen Kriegsbeschreibungen britischer Chronisten wird aus den blutigen Auseinandersetzungen zwischen der englischen Armee und ihren indischen Hilfstruppen mit den Afghanen ein Schluss gezogen, der schon in den Aufzeichnungen des Mogul-Kaisers Akbar zu finden ist.
Der Kaiser schrieb, die Pashtunen-Stämme seien unzuverlässig und käuflich.
Und die Briten loben wohl die Kampfeslust und das taktische Geschick der Afghanen, wissen aber auch um deren Mangel an Disziplin, ihre Grausamkeit und Wortbrüchigkeit.
Thron- und Regierungswechsel sind jahrhundertelang nur blutig und durch Verrat erfolgt.
Regelrechte Schlachten zwischen Besatzungstruppen und Afghanen gab es selten.
Das Gefälle zwischen der Stadt und dem Land ist in fast allen Bereichen immens.
Die Analfabetenquote in ganz Afghanistan liegt bei weit über 95 Prozent.
Die Kindersterblichkeit bei 25 Prozent.
Die Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren.
Auf rund 18.000 Einwohner kommt ein Arzt, auf rund 150.000 ein Zahnarzt.
In der Hauptstadt Kabul sind die genannten Prozentzahlen zu halbieren.
Rund 80 Prozent aller afghanischen Ärzte praktizieren dort.
Rund 60 Prozent der 4.000 Krankenhausbetten, die es im ganzen Land bei einer Bevölkerung von ungefähr 15 Millionen gibt, sind in Kabul.
Schulen, Hochschulen, andere kulturelle Einrichtungen, alles gibt es fast nur in der Hauptstadt.
Kabul ist gewissermaßen eine einzige große Ausnahme in Afghanistan.
Das gilt auch für die jetzige Situation.
Nur hier haben die sowjetischen Truppen die Situation im Griff, hier haben die Rebellen keine Chance.
Zumal sich das Handelszentrum Kabul auch bereits mit den neuen Herren zu arrangieren beginnt.
Abgeschnitten von der bisherigen westlichen Hilfe, bei der sich die Bundesrepublik Deutschland, die Briten und die Franzosen besonders engagierten, wartet man jetzt auf das sozialistische Lager.
Weniger die Sowjetunion, vielmehr die DDR, die Tschechoslowakei und Polen tauchen immer wieder in den Regierungsmitteilungen auf, in denen neue Handelsverträge und Hilfsabkommen gefeiert werden.
Solange sich die sowjetische Intervention nur auf Kabul beschränken könnte, wäre schon mittelfristig ein Erfolg für Moskau nicht auszuschließen.
Doch im Anspruch auf das ganze Land müssen die Sowjets nach dem bisherigen Gang der Geschichte sich noch auf unruhige Jahre einstellen.
Diese Situationsschilderung aus Afghanistan gab Rainer Wolfgramm.
Es ist fünf Minuten nach halb eins, noch ein rascher Blick auf die weiteren geplanten Beiträge des Mittagsschonals aus dem Bereich der Innenpolitik noch.
Die österreichische Volkspartei stellt in diesen Minuten einen Vorschlag zu einem Eigentumsförderungsgesetz vor.
Wir werden da also gegen Ende des Schonals darüber berichten.
Dann berichten wir aus Italien über die Entfernung von antiösterreichischen Ausstellungsstücken aus einem Spezialmuseum in Venedig, dem sogenannten Risorgimento-Museum und im Kulturteil über die Eröffnung des Forum Design am morgigen Freitag in Linz und über die kommende Premiere an Viennas English Theatre, Playthings von William Saroyan.
Zunächst aber noch ein Beitrag aus dem Ausland und zwar aus Jugoslawien.
Nachdem es längere Zeit um sie eher still gewesen ist, machen jetzt in Jugoslawien jene regimekritischen Hochschullehrer wieder von sich reden, denen 1975 wegen ihrer politischen Einstellung die Lehrbefugnis entzogen worden war und die seither gegen dieses Berufsverbot erfolglos ankämpfen.
Anlass dafür, dass die betroffenen marxistischen Philosophie- und Soziologieprofessoren nun auf ihre Lage aufmerksam machen wollen, ist die Verabschiedung der 5.
Jugoslawischen Hochschulgesetznovelle Anfang dieses Monats.
Die Novelle sieht vor, dass einige der suspendierten Professoren in Zwangspension geschickt werden können und dass andere dazu gezwungen werden können, eine Beschäftigung außerhalb der Universität anzunehmen.
Diese Anfang Juni verfügten Maßnahmen deuten darauf hin, dass die neuen Machthaber der Nach-Tito-Ära beabsichtigen, ebenfalls hart gegen Regimekritiker vorzugehen.
Aus Belgrad berichtet Gustav Kalupa.
Die Affäre um die sogenannten Praxisprofessoren scheint nach fünfjährigem Hin und Her einem unbefriedigenden Finale entgegenzustreben.
Damals waren acht Professoren und Universitätsassistenten der Philosophie- bzw.
Gesellschaftswissenschaften
die sich um die unterdessen eingestellte oppositionelle marxistisch-philosophische deutsche Praxis geschaht und daher auch ihren Namen bezogen hatten, aus ihren Lehrämtern an den Universitäten Belgrad, Agram und Leibach entfernt bzw.
zur Verfügung gestellt worden.
Ihnen war zum Vorwurf gemacht worden, dass ihre Lehrtätigkeit im Gegensatz zu den Grundsätzen der Verfassung und der Politik der Partei in Jugoslawien steht.
Die Teil der Republik Serbien hat sogar das Hochschulgesetz geändert, um gegen die unbequemen marxistischen Philosophie Professoren gesetzliche Handhaben zu haben und wohl auch, um in Zukunft bei ähnlichen Erscheinungen sofort einschreiten zu können.
Petitionen und Proteste sympathisierende Studenten nützen nicht.
Die bekannten Professoren haben seither alle sich bietenden gesetzlichen Möglichkeiten in Anspruch genommen, um ihre Wiedereinstellung in ihre Lehrämter durchzusetzen.
Vom Einspruch wegen Verfassungsbruch der sogenannten Lex Praxis bis zu offenen Briefen an das Staats- und Parteipräsidium, auch an Staatspräsident Dieter persönlich.
Nur in einem Punkt hatten sie vollen Erfolg.
Ihre Klage wegen Nicht-Ausstellung von Reisepässen wurde stattgegeben, sodass einige von ihnen Lehraufträge an westlichen Universitäten und Instituten annehmen konnten.
Ihr Vorstoß gegen eine gesetzlich nicht fundierte politische Direktive
die von jedem Stellenbewerber eine entsprechende politisch-moralische Eignung forderte und die in der jugoslawischen Öffentlichkeit viel Staub aufgewirbelt hatte, ging mehr oder weniger ins Leere.
Jede Gesellschaft hat das Recht, sich gegen feindliche Elemente zu schützen, replizierten hohe Parteifunktionäre.
Seither war es um die Praxisprofessoren still geworden.
Nur bei weiteren Novellierungen des Hochschulgesetzes, die ihren gesetzlichen Freiraum einschränken,
flackerte das Interesse vorübergehend wieder auf.
Die fünfte und letzte Novelle sieht jetzt die Zwangspensionierung von drei Hochschulprofessoren vor, während die übrigen nach mehr als zwei Jahren Suspendierung von ihren Lehrämtern keinen gesetzlichen Anspruch auf Wiedereinstellung mehr geltend machen können.
Ihnen werden Beschäftigungen außerhalb der Universitäten angeboten werden und falls sie diese abdrehen, droht ihnen Arbeitslosigkeit.
Das Gesetz, der Staat und die höchsten politischen Instanzen bleiben gegenüber Abweichlern selbst nach fünf Jahren unerbittlich.
Es mag Zufall sein, dass dies gerade jetzt am Beginn einer neuen politischen Phase in Jugoslawien publik wird.
Für mehr innenpolitische Toleranz spricht der Ausklang der Praxisaffäre jedenfalls nicht.
Politische Dissidenten in Jugoslawien haben also weiterhin ein schweres Los, das berichtete Gustav Kalupa.
Das Risorgimento, das Wiedererstehen eines einigen Italiens im vergangenen Jahrhundert, gilt den Italienern zwar nach wie vor und verständlicherweise als eine große heroische Epoche ihrer jüngeren Geschichte,
aber offensichtlich doch nicht genug, um das Interesse an den zahlreichen Risorgimento-Museen in vielen ehemaligen Zentren dieser Bewegung wie Turin, Mailand, Florenz, Venedig oder Neapel auch heute noch ausreichend wachzuhalten.
Allzu oft entstanden aus den gegen Ende des 19.
Jahrhunderts angelegten Museen durch wahlloses Hinzufügen von Ausstellungsstücken, auch aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, unübersichtliche, unattraktive Sammlungen, die immer weniger Publikum anzogen.
In der Weltstadt Rom sogar so wenige, dass man das dortige Risorgimento-Museum vor einiger Zeit einfach zusperrte.
Neue Wege versucht man jetzt allerdings in Venedig zu gehen.
Eine Art Risorgimento des dortigen Risorgimento-Museums also.
Darüber und über die besonderen Bezüge zu Österreich in diesem Zusammenhang berichtet im folgenden Beitrag Rolf Gallus.
Die Tendenz des Verblassen der Risorgimento-Geschichte und Erinnerung erkannte als erster der Direktor der Museen der Stadt Venedig, Professor Gian Domenico Romanelli.
Er ergriff die Initiative zu einem kühnen Vorhaben.
Nicht nur reorganisierte er von Grund auf die im berühmten Museo Correr in der Nähe des Markusplatzes untergebrachte Risorgimento-Sektion, indem er sie historisch von den Anfängen der französischen Revolution bis zum Jahre 1868 neu gliederte und darauf begrenzte.
Vielmehr
bemühte sich Professor Romanelli um eine streng objektive Auslegung dieser für Italien und Europa überaus bedeutsamen geschichtlichen Epoche.
Das heißt, er räumte auf mit der nur patriotisch-nationalistischen, siegverherrlichenden und frontal-dualistischen, also stur Freund-Feind-Konzeption des Risorgimento, die längst überholt ist, auch hier in Italien.
Es war höchste Zeit,
das alte Zerrbild des niederträchtigen Österreichers, des Natürlichen, des Erbfeindes des italienischen Volkes auszumerzen, so der Leitgedanke Professor Romanellis bei der Neuordnung der Risorgimento-Sektion im Corea-Museum.
Er entfernte ein unvorstellbares Sammelsurium von Kitsch, Schund, Scharteken, von fragwürdigen Dokumenten und Erinnerungs- sowie Beutestücken aus der Zeit,
Es verschwanden unter anderem das Hetzmaterial und die Hassschriften gegen Österreich und Habsburg.
Wir mussten absolut vermeiden, dass die Österreicher weiterhin als Kinderfresser dargestellt würden, wie das seinerzeit üblich war, ergänzte Professor Romanelli seine Ausführungen.
Damit der neue Geist, der in den zweiten Stock des Museo Cora eingezogen ist,
auch in der Bezeichnung sichtbar lesbar zum Ausdruck käme, benannte er die Abteilung in Ausstellung des Risorgimento und des Ottocento in Venedig um.
Die Sammlung ist nunmehr genau chronologisch geordnet und umfasst das Ende der Republik von Venedig, der Serenissima, in den Stürmen der französischen Revolution, die Besetzung durch Napoleon, die Annexion an Österreich nach dem Wiener Kongress,
das Venedig schon von 1797 bis 1805 innegehabt hatte, die kurze unabhängige Revolutionsrepublik von 1848-49, die Rückeroberung Venedigens durch die Österreicher und schließlich die Vereinigung mit dem Königreich Italien nach einer Volksabstimmung 1868.
Was die österreichischen Zeitabschnitte anbelangt,
so fehlt nicht eine sehr positive, dokumentierte Darstellung des Lebens in Venedig und Venezien unter der habsburgischen Souveränität, wobei besonders die korrekte Verwaltung und das vorbildliche Erziehungswesen hervorgehoben werden.
Bewusst trennte Professor Romanelli von der neugestalteten Museumsabteilung des Risorgimento die Periode bis zum Ersten Weltkrieg und die Ära der antifaschistischen Resistanz
setzt sich doch allmählich die Erkenntnis durch, dass die Theorie der Kontinuität des Risorgimento bis zum Partisanenaufstand von 1945 jeder historischen Grundlage entbehrt.
Über die Umgestaltung des Risorgimento-Museums in Venedig berichtete Rolf Gallus und bis zu unserem nächsten Kulturbeitrag nun einige Takte Musik.
Untertitel der Amara.org-Community
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021
Am kommenden Sonntag ist die Welturaufführung eines Musicals des berühmten amerikanischen Autors William Saroyan im Englischen Theater in Wien.
Der Titel?
Playthings.
Die schwedische Schauspielerin Mai Zetterling führt Regie, die Illustrationen stammen von dem amerikanischen Popkünstler Andy Warhol.
Es ist eine Collage von Dialogen, die in Pantomimen und Ballettform serviert wird.
Koschka Hetzer war bei den letzten Proben dabei und berichtet.
Rund um die Bühne, in den Garderoben und auf den Gängen liegen die Darsteller verstreut.
Ausgehöhlte Kürbisse, Nachttöpfe, leere Flaschen, viel Geschirr und ein Xylophon aus Rindsknochen.
Alles Gegenstände, die in William Saroyans Musical Playthings auftreten.
Noch herrscht ein Chaos im Theater.
Das Klavier fehlt, die Schauspieler stehen herum, nichts scheint zu klappen.
Die schwedische Regisseurin Mai Zetterling hat nur zwei Minuten Zeit für ein Interview, denn sie will Tag und Nacht probieren, weil dieses Stück technisch besonders schwierig ist.
Warum hat sich die seit etwa 20 Jahren bekannte Filmregisseurin überhaupt für dieses Projekt interessiert?
Mein erster Lieb ist wirklich das Kino.
Das ist wirklich das, was ich mag.
Und die meiste Zeit
Meine Liebe gehört eigentlich dem Film.
Das Theater enttäuscht mich meistens, denn es geht mir nicht genügend in die Tiefe.
Es ist nicht so interessant, nicht so absurd.
Ich liebe das Absurde.
Ich habe zu Dr. Schafranek, dem Theaterleiter, gesagt, wenn er solch ein Stück findet, das all das berücksichtigt, was ich möchte, würde ich zustimmen.
Ich meine Musik und Gesang, Dias, Pantomime und einen ironischen Humor.
Gerade weil ich Schwedin bin, möchte ich nichts Ernsthaftes machen.
Keine Tschechow oder Ibsen oder Ähnliches.
Ich liebe Ironie und Absurdität.
Und dieses Stück war so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ironisch, absurd und surrealistisch.
Felix Reis und Elvin Griffiths spielen eine Szene.
Sie ist eine Bonbon-Schale, er eine mit Wasser gefüllte Weinflasche, in der eine Rose steckt.
Die Bonbon-Schale fühlt sich einsam, sie sucht einen Freund.
You've got an interesting shape.
Tell me about yourself.
I'm a bottle.
I see.
And what's that in your mouth?
That is your mouth, isn't it?
That's a red rose.
Yes, I guess you could say that that is my mouth and that the red rose is in my mouth, but more probably it's more really down my throat.
And you, where's your mouth?
Well, the fact is, being a candy dish, this way I have no mouth or I'm all mouth.
You take your choice.
Well, where's your candy?
Ich bin eine Bonbonschale, ich bin ein Hundekorb, spiele aber gleichzeitig auch den Hund und den Besitzer.
Und ich bin auch ein Nachttopf.
Es ist sehr aufregend, denn jede Szene ist eine menschliche Situation, die uns schon einmal widerfahren ist.
Wir spielen zwar Gegenstände, aber mit menschlichen Gefühlen und Fehlern.
Vor mir sitzt ein sehr dicker Mann in einem sehr engen Trikot.
Er heißt Thick Wilson, hat gerade in London ein Jahr Musical gespielt und macht sonst Werbefilme und Synchron.
Wie fühlt er sich als Gegenstand auf der Bühne?
Und ich finde es großartig, weil es einen weiteren Schwerpunkt in die Aktion bringt.
Es ist großartig, es bringt eine weitere Dimension mit ins Spiel, etwas ganz Neues.
Weil wir leblose Dinge verkörpern, kann die Fantasie viel mehr mitspielen.
Es ist eine neue Welt, fabelhaft.
Theaterleiter Franz Schafranek hofft, mit dieser Uraufführung nicht nur viel Publikum anzulocken, sondern auch international auf sich aufmerksam zu machen.
Fernziel seit langem, in Wien ein größeres Theater zu besitzen, in dem er auch aufwendigere Produktionen vor mehr Publikum bringen kann.
Playthings, ein Musical nach William Saroyan, ab kommenden Sonntag an Viennas Englisch Theater.
Morgen wird in Linz die Großausstellung Forum Design eröffnet, die von der Hochschule für Künstlerische und Industrielle Gestaltung veranstaltet wird.
Beim Forum Design, das bis 5.
Oktober dauert, sind Designer, Künstler, Architekten, Kritiker und Wirtschaftsunternehmen aus Europa, Amerika und Japan vertreten.
Vom 25. bis zum 27.
September wird in Linz ein Symposium zum Thema Design und Fortschritt stattfinden.
Heidi Grundmann berichtet.
Im Sommer 1977 stellten in Linz berühmte und bekannte Bildhauer vorwiegend am Donauufer große Plastiken auf und fanden damit unter dem Titel Forum Metall im internationalen Kunstbetrieb einige Beachtung, obwohl im gleichen Jahr bei der Documenta in Kassel eines der Themen Außenskulptur lautete und in Münster eine große Skulpturenausstellung stattfand.
Mit der Veranstaltung Forum Design fühlt man sich in Linz noch mehr am Puls der Zeit.
Ich glaube sagen zu dürfen, dass noch nie eine Ausstellung unter diesem Titel, unter diesem Thema von einem solchen Umfang durchgeführt wurde.
in Österreich nicht, in Europa nicht und auch sonst nirgends, denn das wüsste man", meint Rektor Helmut Gsöllpoindner von der Veranstaltenden Hochschule für Künstlerische und Industrielle Gestaltung.
Noch wird in Linz fleißig gearbeitet in und am extra für das Forum-Design am Donauufer des Bruckner Hauses errichteten Ausstellungsbau, einem dreiteiligen, von den Hausruckern entworfenen, weißhäutigen Zeltdom, der auf 5000 Quadratmetern in schattenlosem Licht drei Ausstellungsteile aufnimmt.
Die Ausstellung gliedert sich in drei wesentliche Bereiche.
Einerseits in einen mittleren Teil, in dem historisch und thematisch das Thema Design behandelt wird.
Andererseits in einem großen Bereich, der Industrien bzw.
Unternehmen
darstellt und dort zeigt, in welcher Weise Design eine Rolle gespielt hat, dass diese Firma, dieses Unternehmen zu dem wurde, was sie jetzt ist, beziehungsweise andersseits, wie sehr das Produkt dieser Firma unsere tägliche Welt beeinflusst, unser tägliches Leben, unsere persönliche Identität prägt.
Auf der anderen Seite sind zehn Thesen, Theorien, individuelle Philosophien von
Designern, Architekten und Künstlern, die aufzeigen, in welcher Weise sie glauben, dass wir mit der Gestaltung in den 80er Jahren weiterkommen werden.
Im Ausstellungsteil mit diesen zehn individuellen Konzepten sind im internationalen Kunstbetrieb klingende Namen wie Mario Merz, Rebecca Horn und Sol Levitt genauso vertreten wie Stars aus Theorie und Praxis des internationalen Designs.
So zum Beispiel der Italiener Ettore Sozzas oder Raymond Levy, der den Slogan »hässlich verkauft sich« schlecht geprägt hat.
Der historische Überblick in vier Kapiteln ist im Mittelschiff des Linzer Zeltdomes mit fünf Themenbereichen gekoppelt, die die Spannweite des Begriffes Design illustrieren sollen.
Von der ganz gewöhnlichen Kaffeemaschine, über die Mode, das Design bei der Eroberung des Weltraumes, über die unterschiedliche Gestaltung, der das menschliche Verhalten in verschiedenen Gesellschaften unterworfen ist, bis hin zu der Formgebung, die unsere als ganz persönlich empfundenen Illusionen erfahren.
Sicher ist für viele heute Design mit dem Begriff Industrial Design assoziiert, aber auch das ist erst zehn oder zwanzig Jahre her.
Vorher hat man Design gekannt als Muster.
Im Grunde war das genauso richtig, denn Design heißt einfach gestalten, planen,
innovativ werden und all das zusammen.
Und in diesem umfassenden Begriff soll Design einmal aufgearbeitet werden.
Nicht nur in der Ausstellung, sondern im Besonderen auch in einem Buch.
Das ist ein Kompendium von über 760 Seiten, an dem über 60 künstlerische, wissenschaftliche Mitarbeiter beteiligt sind.
Dort soll im Besonderen dann noch das alles aufgearbeitet werden, was in der Ausstellung nicht möglich ist.
Das Buch soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen.
Von der Linzer Bevölkerung erwartet man sich beim Forum Design anders als beim Forum Metall, wo es bekanntlich heftige Auseinandersetzungen gegeben hat und getrübte, interessierte Zustimmung.
War das damals eine Ausstellung der freien Kunst, nämlich Forum Metall, wo wir wirklich in die internationale Szene vorgedrungen sind von Oberösterreich aus, so ist es ja diesmal ein Bereich, der tatsächlich jeden betrifft und jeden berührt
Und er kann nicht sagen, das ist Kunst, von der ich nichts verstehe, denn er ist ja direkt im Clinch mit diesen Projekten, mit diesen Arbeiten.
Ganz traditionell übrigens ist, zumindest im offiziellen Teil, das Design der morgigen Eröffnung der Linzer Großveranstaltung.
Vom Präsidenten des Fonds der Hochschule für Gestaltung bis zur Wissenschaftsministerin Firnberg sollen insgesamt fünf Redner das Wort ergreifen, bevor der 86-jährige Raymond Löwi zu seinem Festvortrag schreiten kann.
Dann allerdings wird im Zeltbau ein Buffet besonderer Art serviert, so verspricht es zumindest die Einladung.
Wie heute bei der Pressekonferenz Forum Design in Linz bekannt gegeben wurde, werden Remo Löwi und der Italiener Ettore Sottas Ehrenmitglieder der Linzer Hochschule für Künstlerische und Industrielle Gestaltung.
Meine Damen und Herren, die Pressekonferenz der österreichischen Volkspartei, in der der Entwurf zum Eigentumsförderungsgesetz vorgestellt wird, ist noch im Gang.
Der für Mittag angekündigte Beitrag kann also leider erst für das Abendjournal zustande kommen.
Und ich gebe jetzt zum letzten Mal im Mittagjournal ins Nachrichtenstudio.
Österreich.
ÖGB-Präsident Benja hat zur Auseinandersetzung über die Bankzinsensteuer Stellung genommen.
Benja erklärt in einem AZ-Interview, er sehe den Vorschlag des Bundeskanzlers und die Anregung des Finanzministers auf Erhöhung der Mehrwertsteuer bei Strom als ein Paket an, habe dazu aber noch keine abgeschlossene Meinung.
Zu den voraussichtlichen Lohnerhöhungen der nächsten Zeit meint er, ein Ausmaß von ein bis zwei Prozent werde nicht durchzusetzen sein, jedoch eine kleine Reallohnerhöhung von etwa einem Prozent.
Die ÖVP hat im Zusammenhang mit den Steueranhebungen der Regierung eine dringliche Anfrage im Bundesrat eingebracht.
Darin wird Aufklärung verlangt, welche Steuer- und Tariferhöhungen geplant sind.
FPÖ-Sozialsprecher Haider erklärte, die Debatte über eine Sparbuchsteuer führe zur Verunsicherung der Sparer.
Eine Diskussion über neue Steuern sei moralisch erst dann zulässig, wenn die Regierung zu Einsparungen im eigenen Verwaltungsbereich bereit sei.
Die Volkspartei wird in der kommenden Woche im Nationalrat den Antrag für ein Eigentumsbildungsgesetz einbringen.
Ziel ist die Förderung des Erwerbs von Wohnungseigentum, wobei auch die Überführung von Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen in das Eigentum der Mieter ermöglicht werden soll.
Innenminister Lanz hat den Zeitraum vom 3. bis 10.
November als Termin für das Volksbegehren zur Aufhebung des Atomsperrgesetzes festgesetzt.
In dieser Zeit können alle Staatsbürger, die am 10.
Oktober wahlberechtigt sind, ihre Unterschrift abgeben.
Gültig sind auch Unterschriften, die vorher geleistet werden.
Bundesrepublik Deutschland
Erst 1990 soll grundsätzlich entschieden werden, ob die Bundesrepublik Deutschland endgültig zur Stromversorgung durch Kernenergie übergeht oder langfristig darauf verzichtet.
Die Kernenergiekommission hat sich dafür eingesetzt, bis dahin die noch offenen Fragen der Entsorgung zu klären.
Inzwischen soll die Kernenergie, wie es heißt, mäßig ausgebaut werden.
Österreich
Der parlamentarische AKH-Untersuchungsausschuss setzt morgen seine Beratungen fort.
Für den Vormittag ist ein Lokalaugenschein auf der Baustelle angesetzt.
Am Nachmittag soll der Wiener Kontrollamtsdirektor Delabro befragt werden.
Die ÖVP will an dem Lokalaugenschein nicht teilnehmen.
Portugal.
Präsident Carter ist in Lissabon eingetroffen, der letzten Station seiner Europareise.
In einer ersten Stellungnahme würdigte er die demokratische Entwicklung in Portugal.
USA.
Die Vereinigten Staaten haben die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Moskau über die Lösung der Afghanistan-Krise bekräftigt.
Als Voraussetzung nannte ein Sprecher des Außenministeriums den tatsächlichen Abzug essentieller Truppenteile aus Afghanistan.
Türkei.
Die Außenminister der NATO-Staaten haben am letzten Tag ihrer Frühjahrskonferenz in Ankara die sofortige Freilassung der im Iran festgehaltenen amerikanischen Geiseln gefordert.
Zum Abschluss dürften die Minister die Forderung des Westens nach Abzug aller sowjetischen Soldaten aus Afghanistan wiederholen.
Israel.
Nach einer Meldung des israelischen Rundfunks hat sich der ägyptische Präsident Saadat für eine harte Position bei den Verhandlungen über die Zukunft der Palästinenser entschieden.
Demnach will Saadat nicht mehr nur eine Autonomie, sondern die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates innerhalb von fünf Jahren verlangen.
In einer halben Minute ist es 13 Uhr.
Das Mittagsschanal ist beendet.
Die Journalredaktion meldet sich wieder um 18 Uhr auf Ö1 und Öregional mit dem Abendschanal.