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Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Die Zeit in fünf Sekunden ist es 12 Uhr.
12 Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Einen schönen Tag, meine Damen und Herren.
Hier meldet sich der aktuelle Dienst mit dem Mittagsschanal.
Im Mikrofon begrüßt Sie Reinhold Henke.
In diesem Mittagsschanal gibt es wieder viel Wahlkampf.
Die Parteien überschütten heute die Journalisten mit Pressekonferenzen, in denen sie Programmatisches zum Wahlkampf von sich geben.
Bruno Kreisky, Michael Graf, Alexander Tollmann und dann noch jemand von der Alternativen Liste.
Wir hören uns pflichtgemäß alles an und berichten dann im Laufe des Schanals darüber.
Der Vorstand der Voestalpine nimmt zum vorläufigen Ende der Kurzarbeit bei der Voeststellung.
Wir erwarten dazu ein Interview mit Heribert Abfalter.
In Österreich sind die Gesternächtigungen stärker zurückgegangen als im europäischen Durchschnitt und einer der Gründe dafür ist, Österreichs Fremdenverkehr ist vor allem von jenen Ländern abhängig, in denen die Wirtschaftskrise und damit die Arbeitslosigkeit am stärksten spürbar ist.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat da eine Untersuchung gemacht.
Jürgen Jungwirth ist der Frage nachgegangen, wie eigentlich die Damen des horizontalen Gewerbes die Tatsache verkraften, dass sie jetzt wirklich ein Gewerbe sind und Steuern zahlen müssen.
Wie wird das gehandhabt?
Wie werden die Steuern eingehoben?
Pablo Picasso ist vor genau zehn Jahren gestorben und Helmut Zilk stellt heute das Programm für den musikalischen Sommer 1983 vor.
Ja und nicht zu vergessen, heute ist Freitag und da ist Wetter und heute auch Klettertag.
Herr Professor Kletter, wie wird es eigentlich?
Bleibt es schön jetzt?
Naja, das Wetter passt genau in die Jahreszeit.
Es ist unbeständig.
Die Landwirte sagen ja, April tut was er will.
Ja, wir werden ja dann noch Ausführlicheres nach den Nachrichten hören.
Jetzt aber zu den Meldungen.
Georg Schallgruber ist heute Mittag dafür verantwortlich und der Sprecher ist Herbert Slavik.
Österreich.
Bundeskanzler Kreisky hat in Linz erklärt, aufgrund der günstigen Auftragslage werde es heuer keine Kurzarbeit mehr in der Vöstalpine Linz geben müssen.
Weiters kündigte an, dass der Bund auch heuer wieder unter anderem in der verstaatlichten Industrie und bei den Bundesbahnen 500 zusätzliche neue Lehrplätze zur Verfügung stellen werde.
Der Zentralbetriebsratsobmann der Voest, Abgeordneter Ruhaltinger, sagt im Morgenjournal, der Abbau der Kurzarbeit gelte für alle Bereiche der Voestalpine.
In einigen Teilbereichen bestünden allerdings noch Schwierigkeiten.
Die Spareinlagen der Österreicher sind im Jahr 1982 nur mäßig gewachsen.
Dies berichtete der Generalsekretär des Sparkassenverbandes Walter Finger.
Als Hauptursache für die geringere Spartätigkeit als in früheren Jahren wurden die niedrigeren Einkommenszuwächse genannt.
Heuer werden die Spareinlagen voraussichtlich um etwa 12 Prozent steigen.
In besonders guten Jahren lag der Zuwachs zwischen 15 und 20 Prozent.
Die 130 österreichischen Sparkassen haben mit Jahresende 1983 mehr als 7,7 Millionen Sparkonten verwaltet.
Die meisten Österreicher besitzen mehrere Sparbücher, die je nach Bindung und Verzinsung verschiedenen Sparzielen entsprechen.
Die Wirtschaftstreuhänder fordern eine grundlegende Neuordnung des gesamten Steuersystems, weil, so Kammerpräsident Franz Burckert, die Steuerpflichtigen und ihre Rechtsberater allmählich die Geduld verlieren.
Im Einzelnen verlangen die Wirtschaftstreuhänder, dass die Finanzämter verpflichtet werden sollen, alle Steuerzahler auch auf Begünstigungen aufmerksam zu machen.
Steuergesetze sollten sechs Monate vor Inkrafttreten mit allen Erlässen beschlossen und veröffentlicht werden.
Nach Meinung der Wirtschaftstreuhänder müssten Betriebsprüfungen rechtzeitig angekündigt und auf unbegründete Steuerstrafen verzichtet werden.
Ab morgen gibt es wieder eine Butterverbilligungsaktion.
Fast 15 Millionen Packungen zu je einem Viertel Kilogramm werden verbilligt abgegeben.
Man erspart sich pro Kilogramm fast elf Schilling.
Die Aktion dauert bis Ende April.
In Wien findet heute und morgen eine Sitzung des Exekutivkomitees der Liberalen Internationale statt.
Erörtert werden vor allem Wirtschaftsfragen.
Im Konkreten die Möglichkeit eines Konjunkturaufschwunges.
Unter anderem steht das von einer liberalen Programmkonferenz erarbeitete Wirtschaftskonzept zur Diskussion.
Prominente ausländische Gäste sind der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Präsident der EG-Kommission Gaston Thorn und der israelische Tourismusminister.
Für die FPÖ nimmt unter anderem Parteichef Norbert Steger teil.
Portugal.
Der Vorsitzende der Sozialistischen Internationale, SPD-Vorsitzender Willy Brandt, hat zu verstärkten Entspannungsbemühungen aufgerufen.
Brandt schlug beim Kongress der Sozialistischen Internationale in der Stadt Albufeira vor, jeder Staat sollte seine Verteidigungsausgaben um 5 Prozent verringern.
Das eingesparte Geld sollte den Entwicklungsländern zugutekommen.
Brandt betonte, nie zuvor sei das Überleben der Menschheit so in Frage gestanden.
Die Menschen seien nun in der Lage, sich selbst auszurotten, nicht nur durch das weltweite Wetterrüsten, sondern auch durch die unkontrollierte Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt, meinte Brandt.
Der ehemalige venezolanische Präsident Andrés Pérez regte an, die Industrienationen sollten die durch billigeres Öl täglich eingesparten 100 Millionen Dollar zur Entlastung der verschuldeten Entwicklungsländer einsetzen.
Kuwait.
Ohne Einigung über eine Bekämpfung der Ölpest im persischen Golf ist eine Sitzung der acht Golf-Anrainer-Staaten vertagt worden.
Täglich ergießen sich mehrere hunderttausend Liter Erdöl aus den vom Irak bombardierten iranischen Bohrlöchern ins Meer.
Der Leiter der Tagung, der iranische Botschafter in Kuwait, erklärte, bis kommenden Mittwoch wollten die zuständigen Minister der Golfstaaten einen Plan zur Abdichtung der Ölquellen ausarbeiten.
Zwei in Brand geratene Bohrinseln müssten gelöscht werden.
Wann die Arbeiten beginnen können, hängt davon ab, ob sich der Iran und der Irak über einen Waffenstillstand im Gebiet der Bohrstellen einigen.
Naher Osten.
Die Palästinensische Befreiungsorganisation hat nach Angaben zweier hoher PLO-Funktionäre ein Verhandlungsmandat für den jordanischen König Hussein abgelehnt.
Hussein hat ein derartiges Mandat für die von den USA vorgeschlagenen Friedensverhandlungen mit Israel angestrebt.
Die PLO-Funktionäre meinten, es sei unmöglich, dass jemand anderer im Namen der Organisation spreche oder verhandle.
Der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger wird nach einem Bericht des israelischen Fernsehens in den kommenden Tagen zu einem Besuch in Israel erwartet.
In jüngster Zeit hat es wiederholt Berichte gegeben, Kissinger werde möglicherweise im Auftrag von Präsident Reagan seine Nahostvermittlungsversuche wieder aufnehmen.
Frankreich.
Nach der Ausweisung von 47 der Spionage beschuldigten Sowjetdiplomaten will die Spionageabwehr jetzt zahlreiche französische Kontaktleute der Sowjets festnehmen oder verhören.
Das meldet die Pariser Zeitung Le Quotidien de Paris, die der rechtsgerichteten Opposition nahe steht.
Nach Angaben des Blattes sind unter den angeblichen Kontaktpersonen keine Mitglieder der kommunistischen Partei Frankreichs.
Das französische Innenministerium hat zu dem Bericht bisher nicht Stellung genommen.
USA.
Präsident Reagan hat im Kampf um die Rüstungsausgaben eine wahrscheinlich folgenschwere Niederlage erlitten.
Der Haushaltsausschuss hat beschlossen, für 1984 nur eine reale Steigerung der Ausgaben um 5% zu bewilligen.
Reagan hatte eine Steigerung um real 10% verlangt.
Im Weißen Haus wurde, so die offizielle Erklärung, diese Entscheidung mit tiefer Enttäuschung aufgenommen.
Bei der Abstimmung im Ausschuss haben sich acht von zwölf republikanischen Senatoren den neun Mitgliedern der demokratischen Opposition angeschlossen.
Zwei der vier Astronauten der amerikanischen Raumfähre Challenger haben vergangene Nacht einen sogenannten Weltraumspaziergang erfolgreich abgeschlossen.
Sie blieben vier Stunden lang im offenen Laderaum der Challenger und erprobten dabei neue, mit Millionenaufwand entwickelte Raumanzüge.
Die Astronauten übten Reparaturarbeiten an der Raumfähre und testeten dabei neuartige Weltraumwerkzeuge.
Es war der erste Weltraumspaziergang amerikanischer Raumfahrer seit neun Jahren.
Das amerikanische Fernsehen übertrug Teile des Unternehmens.
Heftige Regenfälle haben in den südlichen Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama eine Flutkatastrophe ausgelöst.
Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, tausende Amerikaner mussten vor dem Hochwasser aus ihren Häusern flüchten.
Stellenweise wurden Brücken und Wohnwagen weggespült.
Die Telefonverbindungen mit der Stadt New Orleans sind nahezu völlig unterbrochen.
Für die drei Bundesstaaten im Süden der USA werden weitere Regenfälle vorausgesagt.
Österreich, Bundesrepublik Deutschland.
Nach ihrem 24-stündigen Streik haben die italienischen Zöllner die Lastwagenabfertigung an den Grenzübergängen Brenner und Reschenpass vergangene Nacht wieder aufgenommen.
Die Lastwagenstauungen an diesen beiden Grenzübergängen haben sich aufgelöst.
In Siljan und in Tördlmaglern, wo LKWs seit etwa 8 Uhr früh abgefertigt werden, warteten am Vormittag noch mehr als 100 Lastwagen auf die Zollformalitäten.
An diesem Wochenende gehen in den meisten deutschen Bundesländern unter anderem in Bayern und in Nordrhein-Westfalen die Osterferien zu Ende.
Mit Wartezeiten bei der Einreise aus Jugoslawien und bei der Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland muss daher gerechnet werden.
Auf den Transitstrecken wird es erfahrungsgemäß vor allem bei Ortsdurchfahrten zu Stauungen und Kolonnenverkehr kommen.
12.10 Uhr ist es nun, das war der Meldungsteil.
Und jetzt von den Meldungen gleich zum Wetter.
Herr Professor Kletter, Sie haben vorhin gesagt, der April macht, was er will.
Ein altes Sprichwort, das immer wieder zutrifft.
Was macht dahin das Wochenende?
Kann man das einigermaßen eingrenzen?
Auch zum Wochenende bleibt das Wetter in Österreich weiterhin eben von aprilmäßiger Unbeständigkeit.
Sowohl im zeitlichen Ablauf als auch in der räumlichen Verteilung neigt das Wetter zu starken Schwankungen.
Die Landschaften nördlich des Alpenhauptkammes sind wettermäßig ungünstiger daran bei dieser Lage als die südlicheren Teile unseres Landes.
In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich kommt es immer wieder zu Regen.
Oberhalb 1700 Meter zu Schneefall.
Die Temperatur weicht derzeit wenig von den normalen Aprilwerten ab.
Die Nullgradgrenze liegt bei 2200 Metern.
Das jetzige Wetter passt also recht gut in die Jahreszeit.
Dieses Wetter, wie es jetzt abläuft, hat als Ursache eine großräumige Westströmung, die ständig für Nachschub von feuchtmilder Atlantikluft sorgt.
Ein Merkmal dieses Frühlings ist die nur langsame Schneeschmelze.
Dadurch sind wir von Hochwasser bisher verschont geblieben.
Die Flüsse führen zumeist Mittelwasser.
Die Donausschifffahrt würde sich eine etwas stärkere Wasserführung wünschen.
Für die Wasserwirtschaft jedoch ist die Reserve in Form von Schnee, der am Gebirge gespeichert wird, außerordentlich wertvoll.
Nun zur Wetterprognose im Einzelnen.
Morgen Samstag im Westen und Norden stark bewölkt.
Alpen von Westen her etwas angestaut, gebietsweise Regen.
Nachmittagstemperaturen bis 14 Grad.
Die Alpen Südseite und der Osten sind etwas freundlicher, nur vereinzelt ein paar Regenspritzen.
Nachmittagstemperaturen hier bis 18 Grad.
Übermorgen Sonntag weiterhin unbeständiges Westwindwetter, also keine Änderung im Großen und Ganzen.
Im Westen und Norden mit Niederschlägen, im Osten und Süden mit etwas Sonne.
Temperaturen im Wesentlichen wenig verändert.
Für nächste Woche kündigen die Wetterdienste allerdings eine Drehung der Nordströmung, das ist sehr zu beachten, in die Nordwest- bis Nordrichtung an.
Dadurch wird es kälter werden.
Wird es kälter werden, kann man eigentlich sagen, wenn die Strömung in die Nordrichtung dreht.
Wir dürfen ja nicht vergessen, dass im Norden gar nicht weit weg von uns noch Kaltluft lagert.
Wenn durch nördliche Strömungen eine Verbindung mit diesen Kaltluftmaßen im Norden hergestellt wird, können die Temperaturen bei uns rasch sinken.
Solche Kälterückfälle drohen bis tief hinein in den Frühling.
Eine Frostgefahr besteht bis Mitte Mai, also bis zu den Eismännern.
Ja, eigentlich eine grausliche Wettervorhersage.
Wie war es denn heute Mittag eigentlich?
Na, schauen wir uns die Mittagswerte an von der Zentralanstalt.
Wien, wolkig, Temperatur 15 Grad, Wind Süd 10 kmh, Eisenstadt wolkig, 12 Grad Ost 10 kmh, Linz sonnig,
13°, Ost 10 km pro Stunde, Salzburg wolkig, 15°, Ost 10 km pro Stunde, Innsbruck stark bewölkt, 13°, West 15 km pro Stunde, Pregens bedeckt, 11°, Nordwest 3 km pro Stunde, Graz heiter, 11°, Wind stille, Klagenfurt stark bewölkt, 13°, Süd 2 km pro Stunde.
Ja, danke Herr Professor Kletter für diese Wetterprognose und wir kommen zu einer anderen Art von Prognose, nämlich zur politischen.
In der Endphase des Nationalratswahlkampfes, wenn Sie auf den Kalender schauen, heute sind es noch genau 16 Tage bis zur Wahl am 24.
April, da intensivieren die wahlwerbenden Gruppierungen noch einmal ihre Bemühungen um die Stimmen der Österreicher.
Das führt auch fast zu einem Überangebot an Pressekonferenzen, bei denen es zunächst gar keine Themenangaben mehr gibt, bei denen aber zu erwarten ist, dass im Wahlkampf bekannte Themenstellungen neuerlich oder vielleicht auch ein wenig nuanciert zur Sprache gebracht werden.
Die Journalisten mussten heute Vormittag jedenfalls einen wahren Parcourslauf durch diverse Lokale der Wiener Innenstadt machen.
Den Anfang im Reigen der Pressekonferenzen machte heute Vormittag um genau 10 Uhr der ÖVP-Generalsekretär Michael Graf.
Um 10.30 Uhr begannen die Pressegespräche des SPÖ-Vorsitzenden Bruno Kreisky und des Chefs der Vereinten Grünen Alexander Tholmann, aber nicht gemeinsam klarerweise.
Und um halb zwölf gab es schließlich noch einen Auftritt der alternativen Liste Österreich.
Alle Pressekonferenzen, man würde schon fast sagen selbstverständlich, natürlich in der Wiener Innenstadt.
Unsere innenpolitische Redaktion hat die Aussagen registriert und ich rufe zunächst Erich Eichinger, der das Pressegespräch von ÖVP-Generalsekretär Michael Graf verfolgt hat, Ort der Handlung, das Café Sirk, nächst der Wiener Oper.
Die ÖVP ist offenbar entschlossen, jetzt in der Schlussphase des Wahlkampfes das etwas zurückgetretene Thema Konferenzzentrum noch einmal zu aktivieren.
Praktische Form der Wiederbelebung, elf Fragen, die ÖVP-Generalsekretär Graf eine halbe Stunde vor Beginn der Pressekonferenz des SPÖ-Vorsitzenden Bundeskanzler Kreisky öffentlich stellte.
Ob er, Kreisky, keine neutralitätspolitischen Bedenken bei seinem Finanzierungskonzept habe, in dem nicht etwa arabische Banken, sondern Staaten formell im Kriegszustand mit Israel als Partner vorgesehen seien.
Ob es schon verbindliche Vertragsanbote der Araber oder der angeblich eingebundenen Hotelkette gebe.
ob die Araber schon von den jüngsten Korruptionsfällen beim Konferenzzentrumsbau wüssten, ob das Gleichheit sei, wenn die Österreicher so kraftwertig Sparbuchsteuer zahlen müssten, die Araber aber nicht.
Es seien erst 560 Millionen Schillingen verbaut, es seien noch nicht zu spät für Änderungen.
Der Point of no Return, der Punkt ohne Wiederkehr, ist noch nicht erreicht.
Man kann auch aus der vorhandenen Bausubstanz, wenn man heute aufhört, das Konferenzzentrum zu bauen, noch etwas Vernünftiges machen.
Mit der vorhandenen Bausubstanz wäre etwa zu denken, der Messepalast muss von der Messe AG geräumt werden bis 1985.
Wir haben in Wien keine ordentlichen Räume für ein Handels- oder Messezentrum.
Das wäre eine Möglichkeit, an die man denken könnte,
Und immer wieder Thema in diesen letzten Tagen vor der Nationalratswahl die Kandidatur der Bewegung Ausländer raus, der das Innenministerium zwar die Registrierung als politische Partei verweigert hat, deren Zulassung als Wahlpartei aber nach geltendem Recht außer Frage stand.
Die Ausländer raus-Gruppe will ja inzwischen im Weg einer Verfassungsgerichtshof-Beschwerde ihre Zulassung als politische Partei erzwingen.
Zu all dem heute ÖVP-Generalsekretär Michael Graf.
Ich persönlich teile hier die Meinung des Bundeskanzlers Kreisky und nicht die meines Freundes Erhard Busseck oder des Innenministers Lanz.
Ich bin gegen jedes Parteienverbot.
Ich glaube, die Demokratie muss sich bewähren und muss es aushalten, dass einmal ein Herr Burger oder eine Ausländer-raus-Liste kandidiert, die ich politisch in höchstem Maße missbillige.
Wenn der Verfassungsgerichtshof entscheidet, dass der Innenminister das Recht hat, diese Gruppe nicht zu registrieren, werde ich das als Entscheidung eines Höchstgerichtes respektieren.
Es läuft meiner rechtspolitisch erklärten Tendenz zuwider, weil ich gegen Parteienverbote bin.
Soweit Michael Graf und damit wieder zurück in das Studio.
Danke Erich Eichinger.
Also mehrere Fragen des ÖVP-Generalsekretärs an den Bundeskanzler zum Themenbereich Konferenzzentrum.
Ein nächster Kollege hat die nächste Pressekonferenz besucht und zwar die von Bundeskanzler Kreisky.
Wie reagiert nun Bruno Kreisky zum Thema Konferenzzentrum?
Art des Geschehens der Presseklub Concordia in der Wiener Innenstadt.
Johannes Fischer bitte.
Der Versuch der ÖVP, das Konferenzzentrum als Wahlkampfthema immer wieder in Erinnerung zu rufen, stieß natürlich beim Bundeskanzler auf wenig Gegenliebe.
Kreisky in seiner Pressekonferenz vor einer halben Stunde, das sei pure Demagogie.
Der ÖVP-Generalsekretär wüsste, dass das Konferenzzentrum seinerzeit unter der letzten ÖVP-Regierung beschlossen worden sei.
Es werde jetzt sehr günstig finanziert und schon jetzt könne man eine ausgezeichnete Auslastung des Zentrums nach seiner Fertigstellung absehen.
So kurz angebunden, der Kanzler zu diesem Thema war so sehr, schien ihm ein anderes Problem am Herzen zu liegen.
Das der Politikerprivilegien.
Doppelbezüge, Doppelabfertigungen und sonstige Privilegien erzürnen das Wahlvolk ja nicht nur vor Nationalratswahlen.
Noch mehr scheint die Wähler aber aufzuregen, dass immer nur vor Wahlen die Politiker selbst Bescheidenheit und Abbau ihrer eigenen Bevorzugungen versprechen.
Kanzler Kreisky, dem man selbst wohl noch nie eine Bereicherung durch seinen Beruf nachzusagen imstande war oder ist, formulierte heute in überraschender Offenheit selbst Unbehagen an dieser Vorgangsweise der Parteien.
Auch an der eigenen.
Wohl auch im Hinblick auf die jüngsten Vorschläge der SPÖ-eigenen Privilegienkommission.
Wenn Sie jetzt kommen und sagen, warum macht sie das vor den Wahlen?
Das ist doch schiere Demagogie.
Dann sag ich Ihnen, dass die Optik schlecht ist.
Das stimmt.
Aber nur vor den Wahlen können Sie derartiges öffentlich vertreten und sich verpflichten, weil nur vor den Wahlen nicht ein allgemeiner Sturm über alle Parteien hinweg ist.
Ich sage Ihnen das ganz offen, auch wenn ich mir viele Feinde mache.
Schließendendlich bleibt mir eh nichts übrig, was zu tun.
Nur vor Wahlen können Sie solche Verpflichtungen übernehmen,
die dann auch Nachwahlen verbindlich sind.
Die beste Lösung bei den Doppelbezügen etwa, nämlich Beamte und Politiker sei, so der Bundeskanzler heute, dass die Beamten im Falle einer Berufung in die Politik auf ihren Bezug ganz einfach verzichten.
Das sauberste ist, willst du Politiker werden, dann hör auf ein Beamter zu sein, und zwar auch was die Bezugssituation betrifft.
Nur eins, wenn du aufhörst Politiker zu sein, kannst du wieder in dein Amt zurückkehren.
Dass der Abbau von Privilegien so leicht nicht vonstatten gehen kann, Politiker sind, so Bundeskanzler Kreisky heute, auch Menschen wie du und ich, die gerne und gut ihren Lebensunterhalt verdienen möchten.
Dass hier sich also Parteichefs auch von der unbestätigten Größe eines Bruno Kreisky nicht leicht tun, ließ der Kanzler erkennen, indem er einen Blick auf die parlamentsfraktionäre Praxis öffnete.
Meine eigene Fraktion hat es angenommen, wann ich
frech sein darf, sage ich, Sie haben es angenommen in der Hoffnung, dass die ÖVP es ablehnen wird.
Und sie hat es auch prompt abgelehnt.
Aber es ist wurscht.
Objektiv haben Sie es angenommen.
Und da kann ich nichts tun.
Ich sage noch einmal, das ist wichtig, auch aus einem anderen Grund.
Weil wir sonst zu viel öffentliche Bedienstete in den Körperschaften bekommen.
Und ich stehe auf dem Standpunkt,
dass die Parlamente sehr viel stärker einen Querschnitt durch das österreichische Volk darstellen sollen.
Seine Partei werde jedenfalls in der nächsten Legislaturperiode entsprechende Anträge zum Privilegienabbau einbringen und zwar so rasch als möglich.
Welche Regierung diese in nächster Legislaturperiode bestreiten wird, ist noch völlig unsicher.
Ein Prozent auf oder ab werde in Österreich entscheidend sein, erinnerte der Bundeskanzler heute im Hinblick auf die 51 Prozent, mit denen die absolute Mehrheit der SPÖ abgepolstert ist.
60% der Österreicher würden zwar glauben, meinte Kreisky, dass er, Bruno Kreisky, weiterhin Bundeskanzler bleiben werde, aber es sei nicht so unbedingt sicher, dass die auch alle SPÖ wählen werden.
Daher weiterhin leise Skepsis des Kanzlers, ob die absolute Mehrheit zu erreichen sei, daher auch, vielleicht deutlicher und offener als früher, Koalitionsspekulationen des Bundeskanzlers, die sich, was seine Vorlieben anbelangt, immer näher in Richtung freiheitliche Partei zu verschieben scheinen.
Ich habe gar keine Präferenz.
Ich habe nur die FPÖ erwähnt, weil diese Partei aus allen Koalitionsüberlegungen immer wieder so ausgeklammert wird.
Wir waren das nicht in Betracht.
Und das halte ich für falsch.
Wenn man Koalitionsüberlegungen anstellen müsste,
dann müsste man an diese Überlegungen, so wie das ja auch die ÖVP tut, mit der Überlegung herangehen, dass jeder, der im Parlament vertreten ist, potenziell ein Partner ist.
Nur mit einer Einschränkung sage ich das, denn die Grünen, falls sie ins Parlament kämen, sind so non-distinct in ihrer politischen Einstellung, dass man nicht weiß, was man sich da eintauschen würde oder mit wem man es da zu tun hätte.
Ich bin daher der Meinung, dass man die FPÖ nicht unerwähnt lassen darf, wenn von Koalition geredet wird.
Ganz prinzipiell, weil nicht die ÖVP ein Monopol hat.
Ich finde nämlich auch eines, wissen Sie, so wie Sie die Herrn Bergmänner und die Herrn Graf und die Herrn Steinbauer uns gegenüber verhalten, wird es psychologisch furchtbar schwer sein, in der SPÖ Sympathien für eine große Koalition zu finden.
Sie wollen ja von mir bei so einer Pressekonferenz
auch anderes als Wahlslogans hören.
Ich sage Ihnen, das ist psychologisch sehr schwer.
Für eine mögliche kleine Koalition SPÖ und Freiheitlicher Partei gäbe es sicher auch die Zustimmung der SPÖ-Fraktion im ÖGB, gab sich der Bundeskanzler heute jedenfalls zuversichtlich.
Betonte aber neuerlich, er stünde für keine Koalition nach den Nationalratswahlen mehr zur Verfügung.
Und das wäre es vom Bundeskanzler Kreisky und damit zurück zum Studium.
Also wieder mal Spekulationen über die Koalitionen nach der Wahl oder Nicht-Koalition.
Johannes Fischer war der Berichterstatter über die Pressekonferenz von Bruno Kreisky.
Fritz Pesater von der Innenpolitik hat es nicht so gut wie seine Vorgänger Johannes Fischer und Erich Eichinger bei den Pressekonferenzen.
Er musste nämlich heute Vormittag mit hängender Zunge gleich zwei Pressekonferenzen besuchen.
Und zwar die von den Vereinten Grünen um 10.30 Uhr und dann um 11.30 Uhr.
von der alternativen Liste und klar, dass Fritz Besata da noch nicht ganz fertig ist.
Wir werden deswegen erst ein bisschen später von diesen beiden Pressekonferenzen berichten.
Zunächst aber ein anderes Thema aus Österreich.
Die Gästebetten Österreichs waren 1982 weniger oft belegt als im Jahr zuvor.
Im langfristigen Vergleich war es aber noch immer, naja man kann sagen, ein ganz gutes Jahr.
Denn nur 1980 und 1981 waren die Nächtigungszahlen höher gelegen.
Ist nun 1982 bloß ein Einzelfall gewesen oder wird es auch heuer wieder einen Rückgang geben?
Ist die Abwärtsentwicklung in Österreich bloß ein europäischer Einzelfall oder war überall ein Einbruch zu verzeichnen?
Diesen Fragen ist nun das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO nachgegangen und hat auch die Gründe für das Minus analysiert.
Die Gesamtzahl der Nächtigungen ist 1982 um 2,3% gesunken und damit hat jene Kurve erstmals einen Knick bekommen, von der man noch bis vor kurzem glaubte, sie würde sich immer und ewig nach oben fortsetzen.
Den Hauptanteil am Minus trägt der Rückgang der Ausländernächtigungen um 2,8% auf 90 Millionen.
Hans-Christian Unger von unserer Wirtschaftsredaktion hat sich nun beim Wirtschaftsforschungsinstitut näher über die Untersuchung informiert und auch ein paar Erkenntnisse mitgebracht, von denen zwar die Experten nicht gerade überrascht sein werden, die aber so im landläufigen Durchschnitt und im allgemeinen Bewusstsein doch nicht sehr verankert sein dürften.
Die nicht gerade erfreuliche Nächtigungsstatistik 1982 ist schon seit längerem bekannt und eine der Ursachen für den Rückgang, nämlich die schlechte Schneelage in der winterlichen Vorsaison, ist auch schon häufig genug zitiert worden.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat aber nun noch einmal tief in den Zahlenkorb gegriffen und die gesamtwirtschaftlichen Gründe für die Abwärtsentwicklung analysiert.
Die Erkenntnis daraus?
Der heimische Fremdenverkehr ist nicht nur deshalb ein Opfer der wirtschaftlichen Rezession geworden und wird es auch heuer bleiben, weil in Zeiten stagnierender Einkommen und erhöhter Arbeitslosigkeit eben ganz allgemein am Ferienbudget gespart wird, sondern auch, weil das Wohl und Wehe unseres Tourismus nahezu ausschließlich von zwei Ländern abhängig ist.
Und gerade in diesen zwei Ländern hat der kalte Wind der Rezession besonders scharf geweht.
Nämlich in der Bundesrepublik Deutschland und in den Niederlanden.
70 Prozent aller Ausländernächtigungen in heimischen Betten entfallen auf die Bundesrepublik und 11 Prozent auf die Niederlande.
Das sind summa summarum stolze Vierfünftel.
Und mit dieser Information ausgestattet, darf dann der Rückgang nicht mehr verwundern.
Denn in Deutschland ist die Arbeitslosenrate von 1981 auf 1982 um mehr als zwei Prozentpunkte auf 7,7 Prozent und in den Niederlanden sogar um 3,4 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent gestiegen.
Zum Vergleich der durchschnittliche Vorjahrswert in Westeuropa 9,9 Prozent.
Das ist ein Plus von 1,5 Prozentpunkten gegenüber 1981.
Und jetzt ein Blick auf die österreichische Fremdenverkehrsstatistik 1982.
Ein Nächtigungsminus von fast 5 Prozent bei den deutschen Gästen und eines von fast 6 Prozent bei den Niederländern.
Im Wirtschaftsforschungsinstitut hat Experte Egon Smeral nun einen Vergleich mit der Entwicklung in anderen Fremdenverkehrsländern angestellt.
Das Resultat der Untersuchung im Originaltext, in Österreich fiel der Nächtigungseinbruch deutlich stärker aus als im internationalen Durchschnitt.
Denn all jene Länder, die über eine international breiter gestreute Urlauberstruktur verfügen, haben im Vorjahr zu den Gewinnern im Tourismus gezählt, während jene, die, ähnlich wie Österreich, von deutschen und niederländischen Gästen abhängig sind, Verluste geschrieben haben.
Im europäischen Durchschnitt ist 1982 die Zahl der Ausländernächtigungen ungefähr um ein bis zwei Prozent gestiegen.
Darunter liegen und damit Verlierer sind nun außer uns Griechenland, Frankreich, die Schweiz und schließlich Deutschland selbst.
Über dem europäischen Durchschnitt sind dagegen die Ausländernächtigungen in Großbritannien, Spanien und Italien gewachsen.
Und gerade am Beispiel Italiens lässt sich die Aussage der Wirtschaftsforscher am besten bekräftigen.
Denn die Becken bei unserem südlichen Nachbarn werden nicht einmal zur Hälfte von deutschen und niederländischen Touristen gefüllt.
Obwohl sich die Konjunkturlage und auch die realen Einkommen verbessern sollen, bleiben die Aussichten für eine günstigere Beschäftigungssituation und eine dadurch steigende Ferienfreude weiterhin äußerst düster.
Der heimische Fremdenverkehr, so meinen Kenner der Szene, wird etwa froh sein müssen, wenn er die nun auslaufende Wintersaison mit einem Plus Minus Null bei den Nächtigungen beenden kann.
Bis Ende Februar hat der Rückgang noch 3,5 Prozent betragen und in den Buchungsheften für den Sommer gehen er noch immer leere Zeilen.
Die einzige Zahlenprognose, die beim WIFO für 1983 zu erhalten ist, eine nominelle Zunahme der Gesamteinnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr von so gut wie nichts, nämlich um 0,5 Prozent.
Und berücksichtigt man jetzt die Tatsache, dass diese Einnahmen im Vorjahr noch um nominell 4% gewachsen sind, dann lässt sich zumindest daraus ein weiterer Rückgang der Ausländernächtigungen für 1983 ableiten.
Hans-Christian Unger war das.
Die Frage bleibt noch offen, ob es eigentlich der österreichischen Fremdenverkehrswerbung gelingen kann, in anderen Ländern als den traditionellen Ländern um Gäste zu werben, ob es da also noch einen Marktanteil gibt, den man ausloten kann.
Zwölf Uhr und 30 Minuten ist es nun genau halb eins.
Ja, halb eins ist es, habe ich gesagt, und wir schauen an, was wir noch in der folgenden halben Stunde im Mittagsjournal spielen werden.
Wir warten noch auf die Berichte über die Pressekonferenzen der Vereinten Grünen und der Alternativen Liste Österreich.
Diese Berichte sind noch nicht fertig.
Wir bringen dann noch ein Interview mit dem Voest-Vorstand und mit Herbert Abfalter im Speziellen über die Reaktionen und die Erklärungen, warum die Kurzarbeit jetzt bei der Voest zu Ende gegangen ist.
Und im Kulturteil hören Sie dann noch einen Beitrag über den 10.
Todestag von Pablo Picasso.
Und von einer Pressekonferenz kommt ein Bericht über das Programm für den musikalischen Sommer 1983.
Anschließend Jürgen Jungwirth befasst sich mit dem ältesten Gewerbe der Welt, das jetzt wirklich ein Gewerbe geworden ist.
Denn die Damen des horizontalen Gewerbes, wie man immer ganz verschämt die Prostituierten umschreibt, die müssen jetzt Steuern zahlen.
Und Jürgen Jungwirth hat da mit einem Finanzbeamten geredet, wie das eigentlich gehen soll.
Jetzt aber zunächst noch Ausland im Mittagsjournal.
Vor etwas mehr als zwei Monaten berichteten Radio, Fernsehen und Zeitungen von einer Tragödie von monströsem Ausmaß, so die Londoner Times, und zwar in Westafrika, Nigeria.
Das Land noch vor wenigen Jahren dank seines Öls, eines der reichsten Länder des afrikanischen Kontinents, durch eine zu ehrgeizige Expansionspolitik und durch die gefallenen Ölpreise heute vor dem wirtschaftlichen Ruin.
Nigeria versucht, seine Wirtschaftsprobleme auf die gleiche Weise zu lösen, wie es auch andere und manche westliche Industriestaaten taten.
Gastarbeiter sollten durch eigene Arbeitskräfte ersetzt werden.
Millionen Menschen aus den Nachbarstaaten Nigerias arbeiteten zuvor in Nigeria und viele von ihnen als illegale Einwanderer.
Rund drei Millionen Illegale wurden innerhalb von 14 Tagen Ende Jänner des Landes verwiesen.
Die Bilder und Filme vom Exodus dieser Millionen auf verstopften Sandpisten oder überladenen, verrosteten Schiffen, die gingen damals um die Welt.
Die meisten Ausgewiesenen waren Ghanaier und kehrten in ihr Heimatland zurück, das selber wirtschaftlich noch katastrophaler dasteht als Nigeria.
In den Monaten seither ist es nun um diese Tragödie still geworden.
Gert Maier hat sich in Ghana und Nigeria umgehört und berichtet, wie die Ausgewanderten nun dort leben.
Die abgrundtiefe Wirtschaftskrise hat die Regierung dazu geführt, die illegalen Ausländer, das muss man noch einmal betonen,
Also Leute, die hier ohne jedwede Papiere eingewandert sind, aus den Nachbarstaaten auszuweisen.
Da hatte die Regierung eine rechtliche Handhabe, was natürlich bedauert worden ist oder auch verurteilt worden ist, weil die Tatsache, dass diese Ausweisung binnen so kurzer Zeit erfolgt ist.
Man muss hinzusagen, dass in diesem Land mit 100 Millionen Einwohnern immer noch einige Millionen legale Ausländer leben.
Aber das große Heer ist natürlich abgezogen.
Auch muss man dazu sagen, dass inzwischen wahrscheinlich schon wieder einige 10.000 Ausländer zurückgekommen sind, ob Kanarer oder Nigerer, Leute, die ihre Situation regularisiert haben, die sich Papiere verschafft haben, die nun zu ihren alten Arbeitgebern, ob nun weiße, ausländische Firmen oder nigerianische Firmen, zurückgekehrt sind und die auch ungeachtet der Krise immer noch je benötigt werden in diesem Ölland.
Denn diese Leute haben häufig Qualifikationen,
die man in Nigeria nur schwer findet.
Das sind Schweißer, Klempner, Maurer, Schweiner, aber auch etwa Ärzte aus Ghana.
Die Situation in diesem Lande ist so ganz, ganz schlimm.
Sie war schon schlimm vor der Rückkehr der einen Million aus Nigeria.
Die Bevölkerung dieses Landes ist also binnen 14 Tagen um ein Zehntel gewachsen.
Das muss man sich einmal vorstellen.
Ein Land wie Ghana, das also dem Bankrott nahe ist,
Das schwierigste Problem auf einige Monate noch ist ein ganz einfaches, nämlich die Ernährung.
In diesem Lande liegt die Landwirtschaft total danieder.
Man hat über Jahrzehnte auf den Exportanbau von Kakao gebaut und hat die einheimische Nahrungsmittelversorgung vernachlässigt.
Nun, von der Not gedrungen, geht man verstärkt daran, also die einheimische Nahrungsmittelproduktion für die Selbstversorgung aufzubauen.
Das braucht natürlich auch Zeit.
Das kann man nicht in Wochen, ja vielleicht nicht einmal in Monaten.
Da macht man große Anstrengungen.
Aber die Frage ist, ob man die Hungermonate wirklich also halbwegs gütig überwinden kann.
Hungermonate, die bis zum September dauern werden, wenn die nächste größte Ernte erwartet wird.
Und man darf sagen, dass nach der Ineffizienz der internationalen Organisationen, die wieder einmal viel zu langsam und zu schwerfällig waren,
jetzt kleinere Hilfsaktionen, Hilfsorganisationen wohl sehr aktiv tätig sind, etwa wie das Notärzteprogramm, aber auch TRD SOM, das sich ansonsten nur um Kinder kümmert, will hier ein mittelfristiges Programm zur Selbstversorgung anlaufen lassen.
Das war ein Beitrag von Gerd Mayer über die Situation rund um den Massenexodus aus Nigeria Ende Jänner, wie die Flüchtlinge jetzt im Nachbarstaat Ghana leben.
Zwölf Uhr und 35 Minuten ist es nun.
Wir kehren zurück nach Österreich, aber noch immer noch nicht zu den Berichten über die Pressekonferenzen, sondern zu einem komplett anderen Thema.
Wir haben darüber berichtet, dass das älteste Gewerbe der Welt nun tatsächlich Gewerbe ist und zwar ist das ein Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes anhand eines bestimmten Falles.
Die Damen des horizontalen Gewerbes müssen jetzt nämlich Steuern zahlen.
Ab sofort sind die Prostituierten zur Buchführung verpflichtet und müssen bei Beträgen über 500 Schilling
ihren Kunden Rechnungen ausstellen, wobei ich leider jetzt nicht genau weiß, ob das normalerweise unter 500 Schilling liegt, die Dienstleistungsgrenze oder darüber.
Die Prostituierten wiederum können bei betrieblicher Verankerung diese Kosten abschreiben und auch die Kunden können die Ausgaben meistens abschreiben.
Für die Prostituierten selbst gelten Kleidung, Miete, Auto und sonstiger Arbeitsaufwand auch als Abschreibposten.
Jürgen Jungwirth ist nun der Frage nachgegangen, wie man von Finanzseite die Dinge prüft und wie die Veranlagung auch gehandhabt wird.
Im Finanzministerium weiß man noch nicht so recht genau, wie man das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes durchführen soll.
Man muss es zwar, hat aber noch keine genauen Vorstellungen.
Der Leiter der Steuersektion im Finanzministerium, Dr. Egon Bauer, sagt... Ja, diese Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes zu einem Einzelfall
ist sicher so konsequent und so prinzipiell, dass man jetzt sagen muss, es ist klar, dass die Einkünfte von Prostituierten so wie Einkünfte eines Gewerbetreibenden zu behandeln sind.
Vor allem erhebt sich die Frage, wie das Ganze exekutiert werden kann.
Und wie kann man so etwas überhaupt überprüfen?
Ja, ich glaube, da besteht gar kein Grund zur Aufregung.
Die Sache, die da in den Massenmedien jetzt aufgegriffen ist, ist vielleicht ein bisschen geckhaft.
Ich darf darauf verweisen, dass ja die Besteuerung der Prostitution international etwas durchaus Übliches ist.
Nur in Österreich war es bislang zweifelhaft.
Und daher hat man eben jetzt diese Entscheidung provoziert und jetzt ist es klargestellt.
Auf Ihre Frage, wie man das überprüft, ich würde sagen, das Rechtsverfahren in Steuersachen ist so genau geregelt, dass es ein völlig normales Verfahren sein wird.
Wir vertrauen sogar, dass die bestimmten Prostituierten einmal ihre Erklärung ausfüllen, wie alle anderen Steuerpflichtigen.
Für uns sind sie nichts anderes als andere Steuerpflichtige.
Und dass, wenn sie erklärt haben, sie ihre Steuern zahlen, sie auch entsprechend Ruhe haben vor dem Finanzamt.
Wird das kontrolliert?
Ja, das müssen wir uns erst überlegen.
Sicher wird in der einen oder anderen Fall auch die Erklärung überprüft werden.
Wie kann man das kontrollieren?
Mein Gott, da stehen wir in Österreich ein bisschen vor einer neuen Situation.
Ich will da nicht sagen, was dann vielleicht in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnte.
Es gibt sicher diverse Möglichkeiten des Ermittlungsverfahrens, das zu kontrollieren.
Über Details aber ist die Zeit vielleicht noch zu früh zu sprechen.
Das heißt, es müsste einen Aufpasser geben?
Naja, das ist ein bisschen scherzhaft gesagt, einen Aufpasser.
Wenn Sie so wollen, Aufpasser, sicher gibt es in manchen anderen Fällen auch in unserer Steuergesellschaft.
Also ob, was weiß ich, Wein transportiert wird, schwarz oder nicht.
Also auch das ist ja gar nichts Besonderes im Steuerleben.
Es wurde nun festgelegt, dass für die Prostituierten, wenn sie Steuern bezahlen, Kleidung, Miete, Auto und sonstiger Arbeitsaufwand, wie es definiert wurde, Abschreibposten sind.
Was heißt das zum Beispiel, sonstiger Arbeitsaufwand?
Ja, auch da sagt ja das Gesetz bereits aus für alle Bevölkerungskreise, die betrieblich tätig sind, dass alle Aufwendungen, die ursächlich mit dem Betrieb zusammenhängen, absetzbar sind bei der Gewinnermittlung.
Das wird nicht anders sein wie bei den Prostituierten.
Ich kann hier nicht ins Detail gehen, sonst würde ich Ihre Sendezeit sprengen.
Grundsätzlich sind alle Ausgaben, die mit dieser Tätigkeit zusammenhängen, ursächlich absetzbar.
Es kommt die Frage dazu, und das wurde auch viel diskutiert, ob Aufwendungen für Geschäftspartner steuerlich abgesetzt werden können.
Ich glaube nicht, weil das in den Bereich der Repräsentation fallen würde.
Und diese Postrepräsentation ist keine abzugsfähige Ausgabe.
Es wird kaum möglich sein, hier nachzuweisen, dass dieses Bezahlen der Dienste der Prostituierten ursächlich mit dem Betrieb dieses Unternehmers zusammenhängt.
Es gibt ein Verfahren auch das gleiche ungefähr gegen Zuhälter.
Werden Zuhälter auch künftig besteuert?
Ja, ich will da nicht der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vorgreifen.
Es ist Tatsache, dass ein derartiger Fall auch anhänglich ist und es könnte durchaus sein, dass auch hier eine Steuerpflicht entsprechend ausgesprochen wird.
In Deutschland gibt es diese Regelung seit vielen Jahren.
Welche Erfahrungen hat man damit gemacht?
Ja, eigentlich die Erfahrung, wenn ich das kurz zusammenfassen darf, soweit ich von unseren deutschen Kollegen erfahren habe, dass es je einfacher man die Besteuerung gestaltet, desto problemloser funktioniert das Ganze.
Aber auch dort ist ja seit jeher der Gedanke vertreten worden, man muss besteuern, weil vor allem viele Kreise der Bevölkerung darauf gedrungen haben und hingewiesen haben und das ist auch bei uns der Fall in der letzten Zeit besonders intensiv, dass man gar nicht einsieht, zum Beispiel sehr viele Arbeitnehmer haben darauf hingewiesen, dass sie ihren Lohn versteuern müssen und dass diese Einkünfte unversteuert bleiben.
Wird es letztlich bedeuten eine Parallelisierung der Prostituierten?
Ja, eine, ich will nicht sagen Pauschalierung, aber jedenfalls einen Modus, dass man möglichst einfach hier die Besteuerung ermöglicht, dafür würde ich mich sehr aussprechen.
An und für sich bedeutet das Erkenntnis, dass eigentlich die Einkünfte Prostituierter aus der Vergangenheit besteuert werden müssten, wenn nicht schon alles verjährt ist.
Im Finanzministerium denkt man allerdings daran, die Besteuerung der Prostituierten erst mit Anfang des nächsten Jahres zu beginnen.
So wird also die Finanzbehörde die Steuerpflicht der Prostituierten jetzt handhaben.
Eine Klarstellung, die Kosten für den Besuch bei einer Prostituierten wird man also nicht absetzen können von der Steuer.
Das wurde jetzt hier deutlich gezählt.
Von 42 Minuten ist es nun.
Wir kehren zur österreichischen Innenpolitik zurück.
Wir haben bereits von den Pressekonferenzen von Bundeskanzler Bruno Kreisky und ÖVP-Generalsekretär Michael Graf berichtet.
Dann gab es ja noch, wie ich schon angekündigt habe, zwei weitere Pressekonferenzen, nämlich jene der Vereinten Grünen und der Alternativen Liste.
Beide haben auch am Vormittag in Wien stattgefunden, beide auch in Kaffeehäusern, und zwar im Café Brückl und im Café Landmann.
Beides Kaffeehäuser an der Wiener Ringstraße, so wie es sich gehört.
Und bei beiden Pressekonferenzen war Fritz Pesatta dabei, hier jetzt sein Bericht.
zwei Pressekonferenzen grüner und oder alternativer Parteien heute in Wien, die für die Wahl am 24.
April kandidieren.
Und doch ein sichtbarer Unterschied zumindest in ihrer Präsentation.
Im Café Brückl, der zuletzt innerhalb seiner eigenen Organisation, den Vereinten Grünen Österreichs, schwer umstrittene Geologie-Professor Alexander Tollmann, flankiert von seiner bisher letzten Generalsekretärin und einem seiner Wiener Kandidaten, der heute ein Justizprogramm vorlegte.
Im Café Landmann hingegen, die ALÖ, die alternative Liste Österreichs, repräsentiert durch alle ihre Spitzenkandidaten aus allen neun Bundesländern, sowie die ethnischen Volksgruppen als autonome Gruppe innerhalb der ALÖ.
Die Wiedervereinten Grünen und Tholmanns, übrigens ihr früherer Wirtschaftsexperte, der Ex-Profilredakteur Hanke, war heute Gast der Pressekonferenz der Alternativen.
Die Wiedervereinten Grünen also sind nach den jüngsten internen Auseinandersetzungen, zumindest nach eigener Aussage, wieder konsolidiert, obwohl Tollmann heute nicht leugnete, dass der Streit mit Herbert Fuchs sowie der Austritt des VGE-Mitbegründers Konsol Englanders der Partei schadete.
Der Streit ist wirklich geschlichtet.
Auch bei uns war ein Aufatmen in unseren Reihen und es ist also wirklich ein sehr guter neuer Boden.
Sicher ist dieses Gewitter nicht spurlos vorübergezogen, es hat uns sicher Stimmen gekostet, aber wir sind derzeit wirklich in einer sehr konstruktiven Phase.
Dass Herr Konsul Englander hier
eigentlich nicht entscheidend in der Frage des Aufbaus mitwirkt, mag dadurch erklärt werden, dass er auch in seiner Zeit, in der er in der VGÖ tätig war, eigentlich nichts anderes getan hat als immer um das Eintritt der ALÖ zu kämpfen.
Glaubte also Tollmann, dass die Vereinten Grünen wieder zu Recht ihren Parteinamen tragen, gab es bei der Präsentation der ALÖ im Café Landmann ein buntes Bild regionaler Vielfalt der einzelnen untereinander autonomen Alternativenlisten.
Zu Beginn der Pressekonferenz wurde eine Puppe enthüllt, symbolisch scherzhaft als Spitzenkandidat der ALÖ.
Als Symbol dafür, dass man anders als die etablierten Parteien und anders auch als die Tollmann-Liste gegen Spitzenpersönlichkeiten und Führerfiguren sei.
Ein Sprecher der ALÖ nannte dies auch einen Unterschied zur Tollmann-Partei.
Ein Punkt wäre ja die Frauensache, dass es die Alternative Liste ganz konkret versucht, diese 50-50%-Verteilung, 50% Männer, 50% Frauen, hineinzubekommen.
Ein weiterer Unterschied, schon angeschnitten von Walter Estl, der Unterschied der Basisdemokratie.
Während die Alternative Liste versucht, sich strikt von unten nach oben zu strukturieren,
schaut es eben bei Tolman doch etwas anders aus.
Diese Partei scheint aufgehängt zu sein an Persönlichkeiten, an einer Starmstruktur von oben nach unten.
Die ALÖ-Kandidaten, wie gesagt, streng paritätisch nach Geschlechtern geordnet, sind zwischen 25 und 44 Jahren, kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und wollen nicht zuletzt deshalb ins Parlament kommen, weil, wie sie heute sagten, dort Entscheidungen anfallen, die auch auf ihre Bewegung sich auswirken.
Das war der Bericht von Fritz Pesatter über die Pressekonferenzen der Vereinten Grünen und der Alternativen Liste Österreich.
Beide Pressekonferenzen am Vormittag heute in der Wiener Innenstadt.
Wir haben heute Mittag schon einmal, meine Damen und Herren, ein bisschen eine gemischte Programmfolge.
Wir warten noch immer auf das Interview mit Herbert Abfalter von der Voest über das Ende der Kurzarbeit bei der Voest Alpine in Linz.
Aber das Interview ist leider noch nicht hier eingelangt.
Wir ziehen deswegen auch diesmal die Kultur vor.
Der musikalische Sommer in Wien ist seit einigen Jahren als Musikfest für die gesamte Stadt gedacht.
Klassische Konzerte und Popkonzerte in den verschiedensten, manchmal auch höchst unüblichen Spielstätten.
Zum Teil international bekannte Mitwirkende werden diesmal in Wien vom 30.
Juni bis zum 14.
September musizieren.
Heute Vormittag wurde das detaillierte Programm im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben.
Musikalisch beginnt auch der Beitrag von Brigitte Hofer.
Christa Ludwig mit Schubert-Liedern, Walter Berry mit Schumann und Strauss, der Pianist Oleg Meisenberg, der Cellist Boris Pergamenschikov.
Künstler von Welthof also werden in den neugeschaffenen Zyklus Meistersolisten während des musikalischen Sommers in Wien zu hören sein.
200 Konzerte an 60 Spielstätten sind geplant, darunter im Palais Rosomowski, im Palais Pallavicini oder auch in der alten Backstube.
Tage der Chormusik, ein Zyklus Japan in Wien, Orgelkonzerte im Sendesaal des ORF, Schrammelabende und erstmals Ballettabende im Arkadenhof des Rathauses.
Dort finden ja auch die traditionellen Symphoniekonzerte statt.
Professor Kurt Rapf als Organisator,
In den Arkadenhof-Konzerten, die neben den Wiener Orchestern wie jedes Jahr auch von ausländischen ausgezeichneten Ensembles bestritten werden, wird es einen verstärkten Anteil von Beethoven-Musik speziell auf dem Gebiet der Obertüren geben.
Da ist eine gewisse Absicht dahinter, weil die Beethoven-Obertüren im Allgemeinen nicht so oft gespielt werden.
Warum wird nicht wenigstens eines dieser Arkadenhof-Konzerte vom Chefdirigenten der Wiener Symphoniker, die immerhin vier Konzerte bestreiten, von Genjadi Rostewski selbst geleitet?
Diese Frage an Stadtrat Dr. Helmut Zilk, der in der heutigen Pressekonferenz ein Auslaufen des Vertrages von Rostewski im nächsten Jahr angedeutet hat.
Ich bin auch darüber sehr traurig, dass der Chefdirigent der Wiener Symphoniker, Herr Rostewski, kein Konzert im Arkadenhof dirigiert.
Ich kann nicht genau begründen, warum.
Er hat offiziell gemeint, das würde ihn die Atmosphäre stören.
Er brauche für ein hochkünstlerisches, musikalisches Festereignis eben absolute Stille.
In Freiluftkonzerten kann man das natürlich nicht garantieren, es zwitschern einmal die Vogel und es gibt einen Windstoß.
Viele andere Dirigenten empfinden das sogar als außerordentlich erfreulich, er eben nicht.
Nicht nur Klassik, auch Jazz und Pop wird der musikalische Sommer bieten.
Dafür ist Joachim Lieben zuständig.
Wir haben einen sehr langen Jazz-Frühling dieses Jahr, der hört am 14.
Juni auf mit einem Konzert des berühmten Wiener Pianisten Joe Zawinul.
Und wir wollen am gleichen Tag beginnen mit einem Open-Air-Festival im Praterstadion mit der amerikanischen Gruppe Supertramp.
Voraussetzung dazu sind noch viele, viele Bewilligungen der zuständigen Behörden und gewisse Förderungen.
Und wir hoffen, dass wir das in den nächsten Wochen über die Runden bekommen werden.
Dann haben wir geplant für die jüngeren In- und Ausländer, die nach Wien kommen im Sommer, zur Entlastung ihrer Eltern und zum eigenen Vergnügen, zwei Konzerte, eins am Karlsplatz und eins am Heldenplatz, mit sehr beliebten Rockgruppen wie ACDC und Kiss.
In der Wiener Stadthalle, die ja ein sehr idealer Ort ist für Konzerte, auch im Sommer, ist Stevie Wonder geplant, der schon im vergangenen Sommer auftreten hätte sollen.
Und Anfang September Barry Manilow,
Der berühmte amerikanische Sänger, der noch nie in Wien zu hören war, im Konzerthaus.
Abschließendes Thema der Pressekonferenz war aber die Operette.
Die alljährlich wiederkehrende lustige Witwe während der Sommermonate im Theater an der Wien.
Auch für 1984 schon als Standardprogramm fixiert.
Stadtrat Dr. Zilk.
Ich kann dazu nur sagen, wir würden uns alle, wir meine ich die Veranstalter, die Stadt durchaus freuen.
wenn hier einmal ein Wechsel wäre.
Aber es gibt halt dieses berühmte alte amerikanische Wort, never change a winning team.
Und diese lustige Witwe gehört oftmals zum beliebtesten, das es überhaupt in der Welt gibt.
Das war der Bericht von Brigitte Hofer über den musikalischen Sommer 1983.
Heute, vor genau zehn Jahren, starb einer der ganz sicher bedeutendsten Maler des 20.
Jahrhunderts, Pablo Picasso, dessen Porträts mit versetzten Gesichtsflächen und dessen Arbeiten zu den Themen Stierkampf und Minotaurus ihn auch bei einem ganz breiten Publikum berühmt gemacht haben.
Picasso gilt schlechthin als Inbegriff des modernen Künstlers, der stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen war.
Welche Bedeutung hat der Maler, dessen 100.
Geburtstag vor zwei Jahren mit zahlreichen Ausstellungen gefeiert wurde, heute?
Und wie begeht man den Todestag Picassos in Spanien?
Hören Sie einen Beitrag von Walter Gellert und Robert Gerhardt.
Nichts kann Picassos künstlerische Tätigkeit besser charakterisieren als dieser Satz des spanischen Malers.
Was ist Bildhauerei?
Was ist Malerei?
Man klammert sich immer an veraltete Ideen, an überlebte Definitionen, als wäre es nicht gerade die Aufgabe des Künstlers, neue zu bringen.
Nur so ist auch die ungeheure Skala der Ausdrucksmöglichkeiten Picassos zu erklären, seine Entwicklung von der viel zitierten Blauen Periode über den Kubismus bis zu den Werken, die ab 1918 entstanden sind und die sich in keine Systematik pressen lassen.
Und wenn in Kunstgeschichten und Lexika Picasso als einer, wenn nicht der wichtigste bildende Künstler des 20.
Jahrhunderts bezeichnet wird, dann wird das auch durch die folgenden Meinungen der österreichischen Maler Arnulf Rainer und Josef Mikl sowie des Direktors des Wiener Museums moderner Kunst, Dieter Ronte unterstrichen.
Picasso hat uns das alles vorgelebt, was man Souveränität des Künstlers bezeichnet.
Und dann, dass er sich sozusagen eine ungeheure Freiheiten genommen hat und diese Freiheiten auch bewältigt hat.
Und dass er viele Entdeckungen und Probleme in die Kunst des 20.
Jahrhunderts eingeführt hat.
Er war vor allem deshalb so wichtig oder bedeutend, weil er eine unglaubliche Fantasie besessen hat.
Es war nicht nur eine formale Begabung bei ihm verhandelt, sondern es war die Fantasie, die ihn ununterbrochen im Vorwärts getrieben hat.
Picasso ist die Person, die ein ganzes Jahrhundert in seinem Schaffen birgt.
ohne jemals sich wiederholt zu haben.
Picasso ist eigentlich der Künstler, bei dem man die Suche nach Innovation, nach Neuem durch das ganze Oeuvre verfolgen kann.
Picasso ist für uns, für den Kunstvolker, für das Museum, das Publikum und auch die anderen Künstler eigentlich der Künstler unseres Jahrhunderts schlechthin.
Picasso hat nach seinem Tod nicht nur die Kunstexperten beschäftigt, die den auf dreieinhalb Milliarden Schilling geschätzten Nachlass fast 1900 Gemälde, 7000 Zeichnungen, 1200 Skulpturen und 30.000 Grafiken wissenschaftlich aufarbeiten müssen.
Er hat auch jene beschäftigt, die an diesem Erbe partizipieren wollten.
Picassos uneheliche Kinder, Claude und Paloma, gingen 1974 vor Gericht, um als Erben anerkannt zu werden.
Und um die Erbschaftssteuer stritten sich Frankreich, als das Land, in dem Picasso seinen Wohnsitz hatte, und Spanien, dessen Staatsbürger der Maler immer gewesen war.
Der französische Staat kassierte schließlich in Naturalien und machte mit 228 Gemälden, 149 Skulpturen und unzähligen Zeichnungen, Grafiken und Keramiken sicher kein schlechtes Geschäft.
Das geplante Picasso-Museum im Pariser Maraisviertel, das bereits 1981 eröffnet hätte werden sollen, ist allerdings aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten zwischen Staat und Stadt Paris noch immer nicht zustande gekommen.
Und so werden die Werke aus dem Nachlass des Malers derzeit in Frankreich gelagert, ohne dass die Öffentlichkeit sie sehen kann.
Der 10.
Todestag Pablo Picassos wird in Spanien mit einer großen Ausstellung mit Werken des Malers gefeiert.
In Madrid, im Prado, ist auch seit 1981 das 1937 entstandene Antikriegs-Gemälde Guernica ausgestellt.
Dieses Gemälde war ja vorher in New York im Museum of Modern Art zu sehen.
An Guernica schieden sich in Spanien die Geister immer schon, und zwar je nach politischer Anschauung.
Robert Gerhardt berichtet aus Madrid.
Es hängt jetzt an einem Ehrenplatz im Castron del Buen Retiro, eine Dependance des weltberühmten Prado-Museums.
Und in den ersten Monaten pilgerten die Picasso-Freunde zu diesem dramatischen Bild.
Sie standen Schlange, um es zu sehen.
Inzwischen gehört Guernica zum Alltag.
Es sollte zur Versöhnung der beiden Spanien beitragen.
Es sollte mahnen, nicht wieder einen Bürgerkrieg entzammen zu lassen.
Und das ist gelungen.
Um Guernica gibt es keinen Streitspiel.
Allerhöchstens noch bei den Picasso-Erben.
Sie sind sich noch immer nicht ganz einig darüber, ob das Meisterwerk dem spanischen Staat gehört oder sie wenigstens noch moralische Rechte haben.
So geht es auch über viele Werke aus dem Riese Knast.
Es ist seit Jahren in dem alten, wunderschönen Haus, das seinen Namen trägt, einem Palast in Barcelona ausgestellt.
Das Picasso-Museum in der katalanischen Hafenstadt gehört zu den größten Attraktionen für die Freunde des Universalmeisters.
Hier ist vor einigen Tagen, besucht es wieder einmal, die Wittmannshalle.
Beginnt man Picasso zehn Jahre nach seinem Tod anders zu sehen?
Bestimmt seit Durchsicht des Nachlasses.
Denn da kam man darauf, dass Picasso als Bildhauer bisher unterschätzt worden war.
Originalität bestimmte auch hier seine Arbeiten.
So gestaltete er Knochenfiguren und machte seinem Fahrradsattel und einer Lenkstange zum Beispiel einen Stierkopf.
Nach Aufarbeitung des Nachlasses wird der 33-bändige Werkkatalog wohl noch um einige Bände erweitert werden müssen.
Das war ein Beitrag zum 10.
Todestag von Pablo Picasso.
Im heutigen Mittagsschanal haben wir leider keinen Platz mehr für das Interview mit Herbert Abfalter von der VÖST, der über das Auslaufen der Kurzarbeit Stellung nimmt, vor allen Dingen bedingt durch bessere Aufträge jetzt der VÖST und vor allen Dingen auch durch die Frühpensionierung an der sogenannten Aktion 7.50.
Herbert Abfalter nimmt auch Stellung zur Situation der VÖST Alpine.
Das können Sie dann im Abendschanal ab 18 Uhr in Ö1 hören.
Jetzt aber noch einmal Kurzmeldungen im Mittagsschanal.
Österreich.
ÖVP-Generalsekretär Michael Graf meinte in einer Pressekonferenz, beim UNO-Konferenzzentrum seien erst 560 Millionen Schilling verbaut, man könne aus der vorhandenen Bausubstanz noch etwas Vernünftiges machen.
Graf schlug vor, statt des Konferenzzentrums ein Handels- und Messezentrum zu errichten.
An Bundeskanzler Kreisky stellt er im Zusammenhang mit dem Konferenzzentrum elf Fragen.
Unter anderem will Graf wissen, ob es neutralitätspolitische Bedenken gegen die finanzielle Beteiligung arabischer Staaten gebe, die sich mit Israel formell im Kriegszustand befinden.
Bundeskanzler Kereyski sagte in einer Wahlkampfpressekonferenz, die Fragen der ÖVP zum Konferenzzentrum seien pure Demagogie.
Das Zentrum werde günstig finanziert, seine Auslastung sei jetzt schon absehbar.
Zur Frage der doppelten Bezüge von Mandataren meinte er, wenn Beamte in die Politik gingen, sollten sie auf ihre Beamtenbezüge verzichten.
Kereyski wiederholte, er habe keine Präferenz für eine Koalition nach der Nationalratswahl.
Es sei jedoch falsch, die FPÖ aus Koalitionsüberlegungen auszuklammern.
Der Vorsitzende der Vereinten Grünen Österreichs, Alexander Tollmann, hat in einer Pressekonferenz gemeint, der Streit mit Herbert Fuchs und der Austritt von Konsul Englander habe seiner Gruppe Stimmen gekostet.
Derzeit befinde sich seine Organisation aber in einer sehr konstruktiven Phase, meinte Tollmann.
In einer anderen Pressekonferenz hat die Alternative Liste Österreich betont, sie unterscheide sich von der Tollmann-Gruppe vor allem dadurch, dass sie gegen Führerpersönlichkeiten sei und die Mitarbeit der Frauen ermögliche.
Noch die Wetteraussichten bis zum Abend.
Teils aufgelockerte, teils starke Bewölkung und stellenweise Regen.
Nachmittagstemperaturen 9 bis 16 Grad.
Die Brennpunktredaktion befasst sich heute mit dem Thema Portugal.
Zwei Wochen vor den Parlamentswahlen und in der Sendung Politische Manuskripte geht es heute um Pro- und Kontra-Atomenergie.
Einblendung: Nicht identifizierter Schubert-Lied Ausschnitt mit Christa Ludwig, Prof. Kurt Rapf, Stadtrat Zilk, Joachim Lieben, Musikausschnitt "Lippen schweigen" aus "Die lustige Witwe"
Mitwirkende:
Hofer, Brigitte [Gestaltung]
, Ludwig, Christa [Interpret/in]
, Rapf, Kurt [Interviewte/r]
, Zilk, Helmut [Interviewte/r]
, Lieben, Joachim [Interviewte/r]
Datum:
1983.04.08 [Sendedatum]
Ort:
Wien [Veranstaltungsort]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Gesellschaft
;
Kultur
;
Musik ; E-Musik
;
Musik ; U-Musik
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 80er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten