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KI-generiertes Transkript
Die Zeit in 5 Sekunden ist es 12 Uhr.
12 Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Guten Tag meine Damen und Herren, beim Mittagschanal begrüßt sich heute Werner Löw und das gleich mit einem Überblick über die Programmpunkte der kommenden Stunde.
In der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause geht es vor allem um Probleme der Landwirtschaft, unter anderem um einen Härteausgleich für die bäuerlichen Mindestrentner.
In Linz hat die Vöst-Alpine vor wenigen Minuten ihre Bilanz für 1982 vorgelegt.
Das Resümee von Vöst-Generaldirektor Abfalter trotz einer deutlichen Verlustminderung gegenüber 1981 noch lange kein Ende des Tunnels abzusehen.
Das Institut für Berufsbildungsforschung erwartet schon für heuer weniger stellensuchende Lehrlinge und für die kommenden Jahre einen drohenden Facharbeitermangel.
In Prag findet heute ein Treffen der gemischten österreichisch-zechoslowakischen Wirtschaftskommission statt.
Vizekanzler Steger ist in seiner Eigenschaft als Handelsminister deshalb heute in Prag.
Von zwei Entführungsfällen ist zu berichten im Mittagsschanal.
Einerseits von der Entführung eines iranischen Verkehrsflugzeugs nach Paris.
Vermutlich sind die Luftpiraten die Entführer Volksmujaheddin.
Und zweitens von einer Entführungsaffäre in Italien, deren Anfänge schon zwei Wochen zurückliegen, die aber jetzt eine politische Dimension bekommen haben.
Vielleicht ein Mädchen wurde da entführt aus dem Vatikan.
Und gestern hat ein Anrufer die Freilassung dieses Mädchens davon abhängig gemacht, dass der Papstattentäter Ali Akca freigelassen wird.
Außerdem Pressestimmen zum Moskau-Besuch des deutschen Bundeskanzlers Kohl.
Eine neue amerikanische Studie über die Gefahren des sauren Regens.
Auch die Vereinigten Staaten sind jetzt also alarmiert über die Umweltgefahren, die wir unter dem Stichwort saurer Regen zusammenfassen.
Und im Kulturteil schließlich eine Vorschau auf den Filmsommer in Österreich.
Entgegen bisherigen saure Gurkenzeiten gibt es in diesem Sommer einige hochinteressante Filmpremieren in Österreich.
Erster Programmpunkt, aber die Nachrichten zusammengestellt hat sie Georg Schalk-Ruber.
Gelesen werden sie von Wolfgang Riemerschmid.
Österreich.
In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause behandelt der Nationalrat heute fünf Tagesordnungspunkte.
Einer der wichtigsten betrifft eine Änderung der sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften.
In der Fragestunde befasste sich der ÖVP-Abgeordnete Robert Lichal unter anderem mit dem Durchreiseverbot der tschechoslowakischen Behörden für Bischof Josef Jacques.
Außenminister Erwin Lanz berichtete, die österreichische Botschaft in Prag habe für ein Durchreisevisum interveniert.
Nach der Ablehnung durch Prag sei der tschechoslowakische Botschafter ins Außenministerium gebeten worden.
Man habe ihm das Befremden Österreichs mitgeteilt.
Weitere Themen der Fragestunde waren unter anderem das Folgetreffen der Europäischen Sicherheitskonferenz in Madrid und die österreichische Entwicklungshilfepolitik.
1,2 Milliarden Schilling betrug der Verlust der Föstalpine im Jahr 1982.
Dies geht aus der heute in Linz präsentierten Bilanz hervor.
Die wirtschaftliche Gesamtsituation des Unternehmens ist weiterhin von der internationalen Stahlkrise geprägt.
Der Verlust entstand, obwohl Rekordumsätze erzielt worden sind.
Während in Österreich der Absatz stagnierte, konnte im Export wieder ein beachtliches Plus registriert werden.
UNO-Generalsekretär Javier Perez de Coelho trifft heute zu einem dreitägigen Besuch in Wien ein.
Dieser Aufenthalt dient in erster Linie Gesprächen mit führenden Persönlichkeiten, die in der Wiener UNO-City tätig sind.
Geplant sind aber auch Aussprachen mit Bundeskanzler Fred Sinowatz und Außenminister Erwin Lanz.
Tschechoslowakei.
In Prag wird heute die dritte Tagung der gemischten österreichisch-tschechoslowakischen Kommission für den Warenverkehr und die wirtschaftliche Zusammenarbeit abgehalten.
Im Mittelpunkt der Konferenz stehen vor allem Fragen einer Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Österreich ist unter anderem durch Vizekanzler Handelsminister Norbert Steger vertreten, der nach den Wirtschaftsgesprächen von Ministerpräsident Ljubomir Strogal empfangen wird.
Sowjetunion.
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl beendet heute einen viertägigen offiziellen Besuch in der Sowjetunion.
Letzte Station ist die Hauptstadt der Ukraine, Kiew.
Am bedeutendsten war ein Treffen zwischen Kohl und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Yuri Andropov.
Dabei kamen hauptsächlich die Abrüstungsprobleme und Sicherheitsfragen zur Sprache.
Eine Annäherung der Standpunkte wurde nicht erzielt.
Frankreich.
Die gestern entführte iranische Boeing 747 steht mit 200 Passagieren an Bord seit den frühen Morgenstunden auf dem Pariser Flughafen Orly.
Die Entführer haben sich den Behörden als Angehörige der iranischen Widerstandsbewegung Volksmujaheddin zu erkennen gegeben.
Sie verlangen, mit ihrem in Paris im Exil lebenden Führer Moussad Rajavi in Kontakt zu treten.
Mit der Drohung, die Maschine zu sprengen, konnten die mit Maschinenpistolen und Sprengstoff bewaffneten Luftpiraten den Rückzug der Sicherheitskräfte durchsetzen.
Das Flugzeug war auf einem Inlandsflug entführt und nach Kuwait umgeleitet worden.
Dort ließen die Luftpiraten 186 Personen frei.
Nach dem Auftanken dirigierten sie die Maschine nach Paris.
Der amerikanische Außenminister George Shultz setzt heute seine jüngste Nahostmission fort.
Er hat ihr allerdings selbst wenig Chancen gegeben.
Shultz wird mit dem israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin wahrscheinlich über einen möglichen einseitigen Rückzug der israelischen Truppen hinter sichere Verteidigungslinien im Südlibanon sprechen.
Nächste Stationen sind Amman und Cairo.
In der ägyptischen Hauptstadt hält sich heute auch der französische Außenminister Claude Chesson auf.
In Beirut ist der libanesische Ministerpräsident Chafik Al-Wassan knapp einem Bombenanschlag entgangen.
Kurze Zeit nach der Ankunft seines Autos vor seinem Amtssitz detonierte in der Nähe eine Autobombe.
Obwohl der Sprengkörper während der Hauptverkehrszeit explodierte, gab es nach offiziellen Angaben keine Toten oder Verletzten.
Eine zweite Sprengladung wurde entdeckt und unschädlich gemacht.
Der gestrige Einsturz eines kriegsbeschädigten Hauses in Beirut hat nach einer heute veröffentlichten Bilanz sieben Menschenleben gefordert.
Großbritannien.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das britische Unterhaus aufgefordert, eine Wiedereinführung der Todesstrafe abzulehnen.
Das Parlament stimmt in der kommenden Woche über dieses Problem ab.
Seit dem Jahr 1969 wurde es bereits mehrmals diskutiert.
Entsprechende Anträge sind stets gescheitert.
Amnesty International argumentiert nun, Großbritannien wäre das einzige westeuropäische Land, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Todesstrafe für Verbrechen in Friedenszeiten wieder eingeführt würde.
Großbritannien gibt mehr Geld für Rüstung aus als jeder andere Staat des Nordatlantikpachtes in Europa.
Dies geht aus einem Weißbuch hervor, das das Verteidigungsministerium vorgelegt hat.
Unter anderem wird berichtet, dass die Kosten für die 4000-Mann-Garnison auf den Falklandinseln im Südatlantik mehr als umgerechnet 17 Milliarden Schilling betragen.
Weiters warnt die Regierung vor den Konsequenzen der, wie es heißt, sowjetischen Überrüstung in Europa.
Das Festhalten Londons am sogenannten NATO-Doppelbeschluss wird bekräftigt.
Österreich.
In Wien sind heute 100 Kinder aus Nordirland eingetroffen.
Diesen Transport hat die Caritas organisiert.
Die Kinder kommen zur Erholung nach Österreich.
Sie halten sich vier Wochen lang bei Familien in Oberösterreich, Niederösterreich und in Kärnten auf.
Viele Autofahrer legen aus Angst vor einem Unfall keine Sicherheitsgurte an.
Aus einer vom Institut für Psychologie an der Universität Graz durchgeführten Studie geht hervor, dass Appelle an die Vernunft in dieser Frage kaum sinnvoll sind.
Personen, die sich nicht anschnallen, sind demnach dem Sicherheitsgurt gegenüber nicht grundsätzlich negativ eingestellt.
Ein großer Teil von ihnen glaubt jedoch, dass Sicherheitsgurte für einen unsichtigen Autofahrer kaum notwendig sind.
Außerdem wird oft argumentiert, der Gurt behindere die Bewegungsfreiheit und erinnere an die Möglichkeit eines Unfalles.
Vertreter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit schließen aus den Ergebnissen der Studie, dass nur durch die Einführung von Strafsanktionen das Anlegen von Sicherheitsgürten wirksam gefördert werden könnte.
Der deutsche Biologe und Unterwasserforscher Hans Fricke hat mehrwöchige Arbeiten mit einem Spezial-Unterseeboot im Top-Lizé im steirischen Salzkammergut beendet.
Im Morgenjournal zeigte sich der Experte befremdet über den, wie er sich ausdrückte, Rummel, der um seine Arbeit gemacht wurde.
Hinweise auf mysteriöse Funde aus der Nazizeit habe er nicht entdeckt, berichtete Fricke.
Der Toplitzsee sei jedoch aus biologischer Sicht der interessanteste See Mitteleuropas.
So etwa gäbe es ungewöhnliche Bakterienschwämme, Rippenbildungen auf dem Seeboden und einen noch nicht identifizierten Wurm, der ohne Sauerstoff leben kann.
Ein Sprecher des Innenministeriums bedauerte, dass die Legendenbildung um angebliche Schätze im Toplitzsee wahrscheinlich weitergehen werden.
Zu der Unwetterkatastrophe, die sich gestern am späten Nachmittag in Kärnten ereignet hat, sind heute weitere Details bekannt geworden.
Nach Angaben der Gendarmerie wurden in Baldramsdorf und Gendorf insgesamt 17 Häuser durch Murenabgänge beschädigt.
Zwei Gebäude wurden völlig zerstört.
Es gab keine Verletzten.
Die Bewohner der in Mitleidenschaft gezogenen Häuser wurden von Nachbarn aufgenommen.
Heute Nacht standen etwa 450 Mann der Feuerwehr aus dem gesamten Bezirksspital an der Trau, des Bundesheeres und des Roten Kreuzes sowie freiwillige Helfer im Ansatz.
Aufgrund des schweren Unwetter in Tirol und Kärnten bittet die Katastrophenhilfe Österreichische Frauen dringend um Geldspenden.
Die Kontonummer lautet 2.400.000.
Erlagscheine liegen bei allen Postämtern auf.
Die Wetterlage.
Im Alpenraum überwiegt weiterhin schwacher Hochdruckeinfluss.
Die geringen Luftdruckunterschiede begünstigen allerdings die Ausbildung von Wärmegewittern.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Zunächst meist heiter, ab den Nachmittagstunden Quellwolkenentwicklung und nachfolgend, besonders über dem Bergland, Aufkommen lokaler Wärmegewitter.
Schwacher bis mäßige Winde aus Ost bis Süd.
Nachmittagstemperaturen 25 bis 31 Grad.
Frühwerte 15 bis 20 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen Freitag.
Sonnig und heiß, am Nachmittag und abends lokale Wärmegewitter.
Schwache bis mäßige Winde aus Ost bis Süd.
Tageshöchsttemperaturen 26 bis 31 Grad.
Die Forscher auf übermorgen Samstag, Fortbestand des sommerlich warmen Wetters.
Die Messwerte abgelesen um 12 Uhr.
Wien, Heiter 29°, Ostwind 20 km in der Stunde.
Eisenstadt, Heiter 29°, Ost 10.
Linz, Heiter 25°, West 5.
Salzburg, Heiter 26°, Nordwind 10 km.
Innsbruck, wolkig 23°, West 5.
Bregenz, Stadt bewölkt 22°, Südwestwind 3 km in der Stunde.
Graz, Heiter 26°, Wind still.
Und Klagenfurt, wolkig 25°, Wind still.
Es ist zwölf Minuten nach zwölf und zu Beginn des Beitragsteils im Mittagsjournal schalten wir ins Parlament.
Dort geht es heute in der letzten Sitzung des Nationalrats vor der Sommerpause, nach einer außenpolitisch beherrschten Fragestunde, vor allem um bäuerliche Probleme.
Unter anderem um eine Sanierung der Sozialgesetze für jene bäuerlichen Mindestrentner, die durch eine Erhöhung der steuerlichen Bemessung ihrer Höfe eine Kürzung der Mindestrente mit Jahresbeginn hinnehmen mussten.
Darüber hinaus stehen eine Novelle zum Marktordnungsgesetz und zum Weingesetz zur Diskussion.
Hören Sie Markus Sommersacher aus dem Parlament.
Obwohl heute durch einen gemeinsamen Antrag aller Parlamentsfraktionen die Rentenkürzung der bäuerlichen Mindestrentner gemeinsam wieder rückgängig gemacht wird, ist damit der große Frieden noch lange nicht ausgebrochen.
Man zeigt sich zwar von allen Seiten befriedigt darüber, dass jetzt diese Sanierung bewerkstelligt werden kann, greift aber weit zurück in die Vorwahlzeit, um seine Angriffe auf den jeweils anderen anzubringen.
Worum geht es?
Durch eine Erhöhung der steuerlichen Bemessung des Werts der bäuerlichen Anwesen, der sogenannten Einheitswerte, wurde tausenden Mindestrentnern die Ausgleichszulage, also die Mindestrente, gekürzt, ohne dass ihnen durch die rein rechnerische Erhöhung der Einheitswerte mehr Ertrag, zum Beispiel aus der Verpachtung, erwachsen wäre.
Also Rentenkürzung ohne gleichzeitige Erhöhung des Einkommens.
Die ÖVP hatte berechnet, dass etwa 18.000 Altbauern davon betroffen seien.
Die SPÖ hatte diese Zahl angezweifelt, die Existenz von Härtefällen aber nicht bestritten.
Jetzt, ein halbes Jahr nach Wirksamwerden der Einheitswerterhöhung, wird diese Rentenkürzung rückwirkend mit Jahresbeginn wieder rückgängig gemacht.
ÖVP-Bauernbunddirektor Josef Riegler bezeichnete das als erfreulich, bedauerte aber, dass es überhaupt notwendig war, die heutige Sanierung vorzunehmen.
Riegler ritt dann folgende Attacke gegen die Regierung.
Wir wissen, dass vor verschiedenen Wahlauseinandersetzungen, zum Teil offen und zum Teil unterschwellig,
von sozialistischer Seite immer wieder die Aussage getroffen wird, wählt sozialistisch, sonst sind eure Renten gefährdet.
Und Tatsache ist, meine Damen und Herren, ohne die Leistungen der sozialistischen Partei in der Schaffung des Sozialsystems in Österreich mindern zu wollen, diese Leistungen sind ein Faktum, Tatsache ist aber,
dass seit 1945 erst zweimal in Österreich Renten gekürzt wurden, nämlich mit 1.
Jänner 1980 und mit 1.
Jänner 1983.
Tatsache ist,
dass zweimal eine solche Rentenkürzung von der sozialistischen Mehrheit hier im Nationalrat gegen alle aufgezeigten Argumente durchgesetzt wurde.
Und Tatsache ist weiters, dass es zweimal den massiven Bemühungen der österreichischen Volkspartei gelungen ist, durch die Unterstützung auch der öffentlichen Meinung, diese eingetretenen Rentenkürzungen wieder gut zu machen.
Der Agrarsprecher der SPÖ, Erich Pfeiffer, ließ diese Darstellung nicht gelten.
Pfeiffer meinte, dass Sozialminister Alfred Dallinger immer bereit gewesen sei, den Härtefällen zu helfen.
Es sei aber auch Mitschuld der ÖVP gewesen, den Bauern nicht rechtzeitig genug gesagt zu haben, dass die Erhöhung der Einheitswerte irgendwann zu einer Kürzung der Ausgleichszulage, also der Mindestrente, führen müsse.
Pfeiffers Gegenattacke auf die ÖVP?
Ich habe noch in Erinnerung,
Es ist nicht so lange her, da haben Sie mit apodiktischer Genauigkeit vom Bodensee bis zum Neusiedlersee von 18.000 Opfern der Sozialpolitik der SPÖ gesprochen.
Heute haben Sie das anders dargestellt.
Sie haben die Halbwahrheit, ja die Unwahrheit gesprochen, meine Damen und Herren.
Herr Kollege Riegler, so wird es nicht gehen, dass Sie hier so dartun wollen, als hätte man nicht seit Jahren gewusst, dass die Einheitswerterhöhungen, die seit dem 01.01.1979 bekannt waren, die zwei Jahre zurückgestellt wurden,
für die Sozialversicherung nicht einmal wirksam werden müssen, weil es ganz einfach nicht angeht, dass man mit zweierlei Maß misst, weil es ganz einfach nicht angeht, dass man eine Politik, die Sie verlangen, mit doppeltem Boden macht, meine Damen und Herren.
In der Folge entspannt sich sozusagen in einem Zwischenspiel zwischen dem neuen ÖVP-Abgeordneten Stummvoll, er hielt heute seine Jungfernrede, und Sozialminister Dallinger eine kurze Debatte über die geplante Reform der Pensionsversicherung.
Stummvoll forderte Dallinger auf, über den Sommer konkrete Vorstellungen zu erarbeiten und bot die Bereitschaft der Volkspartei zur Mitarbeit daran an.
Dallinger nahm diese Bereitschaftserklärung an, meinte aber, es hätte nicht erst der Aufforderung stummvolls bedurft, an der Reform der Pensionsversicherung auch über den Sommer zu arbeiten.
Dallinger dann vom Grundsätzlichen her zur heute debattierten Gesetzesänderung für die bäuerlichen Mindestrentner und seiner grundsätzlichen Einstellung zu Bauern auf der einen und Angestellten und Arbeitern auf der anderen Seite.
Sie können mir glauben, meine Damen und Herren,
dass ich der Letzte bin, der irgendjemanden etwas wegnehmen möchte.
Aus welcher gesellschaftlichen Schicht er immer auch kommen mag, Herr Präsident.
Aus welcher gesellschaftlichen Schicht er immer auch kommen mag.
Und mir ist klar, dass die Belastung der bäuerlichen Bevölkerung, der tatsächlich dort arbeitenden
zumindestens ebenso groß ist wie für die vielen Zehntausenden und Millionen, die als unselbstständig erwerbstätig in der Arbeitswelt tätig sind.
Und ich differenziere nicht, aber es gibt eben Unterschiedlichkeiten in der Schutzwürdigkeit
einzelner Bevölkerungsteile.
Und dazu zählen halt immer noch im größeren Umfang jene, die als unselbststehende Erwerbstätige tätig sind.
Und daher müssen wir sie primär bei unseren Überlegungen miteinbeziehen.
Aber es soll einmal mehr gerade am Beginn, gerade am Beginn einer neuen Legislaturperiode gesagt sein, dass ich bestrebt bin, der Sozialminister aller Österreicher zu sein.
Der freiheitliche Abgeordnete Peter Ortner, Notar aus dem Mölltal, vertrat in seiner ersten Nationalratsrede die Ansicht, dass die linke und mittlere Reichshälfte, gemeint SPÖ und FPÖ, seines Erachtens mehr zur Herstellung eines sozialen Verständnisses beigetragen hätten als die Rechte, also die ÖVP.
Ordner beklagte, dass er im Laufe seines Berufsalltags oft die größten Schwierigkeiten habe, bei Hofübergaben den Bauern begreiflich zu machen, dass die ausgedingten Bestimmungen oft auch Härten mit sich brächten und regte sozialere Regelungen in diesem Bereich für die Zukunft an.
Soviel bisher aus dem Parlament und damit wieder zurück zum Studio des Mittagschanals.
Markus Sommersacher war der Berichterstatter aus dem Parlament.
Es ist elf Minuten vor halb eins.
Vor wenigen Minuten hat Föst-Alpine-Generaldirektor Heribert Abfalter die Föst-Unternehmensbilanz für das Jahr 1982 vorgelegt.
Die zwei wohl wichtigsten Aussagen des Föst-Chefs dabei, es ist kein Ende des Tunnels zu sehen und die Reserven der Föst-Alpine AG sind erschöpft.
Als wesentliches Positivum strich Abfalter allerdings die Verlustminderung des verstaatlichten Stahlkonzerns gegenüber 1981 im Ausmaß von mehr als 50 Prozent hervor.
Zu den neuen vom US-Präsidenten Reagan verkündeten Importbeschränkungen von Edelstahl meinte Generaldirektor Abfalter, dass sich nicht nur Europa, sondern insbesondere das exportabhängige Österreich gegen jeglichen Protektionismus wehren müsse.
Die Fürst Alpine AG hat im Zeitraum von 1975 bis 1982 finanzielle Unterstützung von Seiten des Eigentümers Staat im Ausmaß von zwei Milliarden Schilling als Eigenmittelzufuhr erhalten.
Die österreichische Stahlindustrie treffe im internationalen Wettbewerb dagegen auf Konkurrenten aus Europa, die im selben Zeitraum rund 700 Milliarden Schilling an Subventionen erhalten hätten.
Dieses Vorgehen in einer Zeit schrumpfender Absatzmöglichkeiten von Stahlprodukten hat sich auch auf den Geschäftsgang der Voestalpine des Vorjahres auswirken müssen.
Über das Abschneiden der Voestalpine im Jahr 1982 führte Michael Kerbler mit Voestalpine-Chef Herbert Abfalter das folgende Gespräch.
Herr Generaldirektor Abfalter, der Jahresverlust der Föstalpine, rechnet man den der Vereinigten Edelstahlwerke ab, liegt bei etwa 1,2 Milliarden Schilling und damit etwa um die Hälfte unter jenem Wert des Jahres 1981.
Welche Faktoren haben zu diesem Verlust beigetragen?
Das erste Halbjahr 82 ist ja an sich sehr gut gelaufen.
Wir waren mit den Preisen und den Mengen zufrieden und mussten leider ab Mai 82 einen abrupten Einbruch von der Mengenseite und Preisseite her hinnehmen.
Im Längsbereich waren Preisermäßigungen zu verzeichnen in der Größenordnung zwischen 15 und 20 Prozent.
im Flachbereich solche von 10 bis 15 Prozent.
Zum einen.
Zum zweiten mussten wir praktisch aufgrund der Zinssituation letzten Endes um 600 Millionen Schilling mehr an Zinsen aufwenden im Jahr 82 wie im Jahr 81.
Gibt es auch neben diesen Außenfaktoren hausgemachte Faktoren, hausgemachte Ursachen sozusagen, die zu dem Verlust beigetragen haben?
Also hausgemachte Faktoren gibt es immer.
Sonst hätten wir eigentlich nichts mehr zu tun im eigenen Haus.
Ich bin zutiefst überzeugt, dass beispielsweise das Thema Bürokratie nie vom Tisch kommt, auch wenn wir es noch so bemühen, dass wir das Thema Oberheit immer intensiver behandeln werden müssen, obwohl wir schon sehr viel gemacht haben.
Und zum Dritten müssen wir auch weiter fortfahren, gewisse Dinge auf dem Sektor Personalkosten noch stärker und härter anzugehen.
Nun, Sie haben da schon drei Konsequenzen, die Sie in Zukunft ziehen wollen, ziehen müssen auch angesprochen.
Welche Konsequenzen, etwa im Umstrukturierungsbereich einzelner Werkstandorte, müssen im nächsten Jahr in Angriff genommen werden?
Also wir werden fortsetzen, sehr konsequent, das Strukturprogramm in Donauwitz und wir haben ja bereits in diesem Jahr die ersten Erfolge zu verzeichnen.
Das heißt, wir können den Verlust weiter reduzieren, obwohl die Preise eingebrochen sind, sehr stark eingebrochen sind, wie bereits erwähnt.
Zum Zweiten haben wir bei Produktanalysen, die wir ständig vornehmen, festgestellt, wo auf welchen Gebieten nun ein Zurechtstutzen der Kapazitäten erforderlich ist, weil wir davon ausgehen, dass bei diesen Produkten der Markt nicht wieder jene Mengen erreichen wird, die wir in der Vergangenheit hatten.
Sie haben das Stichwort Donauwitz gegeben.
Würde man Donauwitz, den Verlust, den Donauwitz erbracht hat im Jahr 1982 abziehen, würden Sie da positiv bilanzieren?
Wir würden praktisch ohne Donauwitz positiv bilanzieren.
Sie haben zu Beginn des Gesprächs darauf hingewiesen, dass Sie im Personalkostenbereich einsparen wollen.
Heißt das, dass der Schrumpfungsprozess, was den Belegschaftsstand angeht, auch weiter fortgesetzt werden soll?
Dieser Schrumpfungsprozess geht natürlich weiter.
Wir haben schon in den ersten fünf Monaten, ich bei der Völster Albini allein, mehr als 1.000 Mitarbeiter verloren.
Wir werden auch im weiteren Verlauf des Jahres diesen
diese Politik konsequent fortsetzen.
Zum einen.
Zum zweiten werden wir es bemühen, auf anderen Gebieten ebenfalls hier einen besonders strengen Maßstab anzulegen, um auch die Personalkosten weiter abzusenken, weil wir davon ausgehen müssen, dass der Markt nicht allzu viel bringen wird in Zukunft.
Nun am Nachmittag sitzt in Wien der ÖJG-Aufsichtsrat.
Ein Punkt der Tagesordnung wird sein der Finanzbedarf der ÖJG-Töchter.
Werden Sie zu den Umstrukturierungsmaßnahmen, die Sie vorhaben, auch wie schon zuletzt einen Zuschuss von Seiten des Bundes brauchen?
Es wurden bis zu 1,5 Milliarden Schilling Finanzbedarf von Seiten der VÖST kolportiert.
Ich wage hier keine Ziffer zu nennen.
Wir haben ja jetzt praktisch fünf Monate oder sechs Monate im Jahr 1983 hinter uns.
Es gibt gewisse positive Anzeichen, es gibt auch negative Anzeichen.
Wir leben von der Hand im Mund bei vielen Produkten und zwar bei mehr als 50 Prozent des Umsatzes.
Jede Ziffer, die ich nennen würde, ist reine Spekulation.
Daher bitte um Verständnis, dass ich nicht in der Lage bin, eine konkrete Ziffer zu nennen.
Eine scheint sicher zu sein, dass das Jahr 1983
nachdem die Reserven der Försteralbide erschöpft sind, auf jeden Fall ein Finanzbedarf notwendig sein wird.
Es kann nicht sein, dass die Österreich eine Ausnahme bildet, wenn beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland nach letzten Meldungen allein 8 Milliarden D-Mark praktisch in die Stahlindustrie gesteckt werden müssen und wir letzten Endes mit all diesen UnternehmerInnen konkurrieren müssen.
Welchen Plan werden Sie vorlegen, sozusagen als Grundlage für Ihre zusätzlichen Finanzforderungen?
Das ist ja immer wieder die Forderung von ÖAG-Generaldirektor Grünwald, kein Geld ohne entsprechendes Konzept.
Bei der Försteralbini geht es nicht darum, einen neuen Plan vorzulegen, sondern es geht darum, praktisch Entwicklungen, die wir bereits eingeladen haben, konsequent fortzusetzen.
Und das können wir praktisch, ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird,
die letzten Endes die Entscheidung zu treffen haben, davon zu überzeugen, dass der Weg der Försteralpine, der bereits beschritten wurde und der eingeleitet wurde seit Jahren, wenn der konsequent fortgesetzt wird, dass es sinnvoll ist und dass die Försteralpine mit relativ wenigen Mitteln rauskommt.
Danke vielmals.
Das war Föst Alpine, Generaldirektor Abfalter über die Situation und die Pläne seines Unternehmens.
Wir bleiben noch ein paar Minuten im Bereich Wirtschaft.
Der Zentralsekretär der Privatangestellten-Gewerkschaft, der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Helmut Braun, hat heute zwei Studien mit besonderer Aktualität vorgestellt.
Die eine beschäftigt sich mit dem Lehrstellenmarkt des laufenden Jahres, die andere damit, wie sich die Zahl der Facharbeiter in den nächsten Jahren entwickeln wird.
Beide Untersuchungen hat das Institut für Berufsbildungsforschung durchgeführt, dessen Präsident eben Helmut Braun ist.
Hans-Christian Unger hat die Einzelheiten der Untersuchungen näher unter die Lupe genommen.
Zuerst einmal die aktuelle Prognose für die laufende Lehrlingssaison.
Das Institut für Berufsbildungsforschung erwartet eine Abnahme der Antritte von Lehrstellen auf 52.400 gegenüber 55.200 im Vorjahr.
Der Grund, einerseits ist erstmals die Nachfrage nach Lehrlingen gesunken, andererseits steigt der Anteil der Pflichtschulabsolventen, die eine weiterführende Schule besuchen.
Die Zahl der Lehrlinge, die bis Jahresende noch keinen Platz gefunden haben wird, dürfte auf 3.300 nach 3.100 im Vorjahr klettern.
Ein weiteres Detail.
In Gewerbe, Industrie und Handel wird die Nachfrage um 5% absinken, im Fremdenverkehr sogar um 10%.
Wobei im Westen tendenziell eine günstigere Situation besteht.
Soweit zum gegenwärtigen Stand.
Und jetzt zur zweiten Studie, die das Institut heute präsentiert hat.
Nämlich eine Prognose, wie sich die Zahl der Facharbeiter im nächsten Jahrzehnt präsentieren wird.
Das wichtigste Resultat dieser Untersuchung trotz des Anstiegs des Prozentsatzes der Jugendlichen, die eine Lehrstelle antreten, nimmt die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr ab 1980 aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ständig ab.
Bis zum Jahr 1990 wird die Zahl der 16-Jährigen auf 93.000 zurückgehen und damit auch die Zahl der Lehrlinge im ersten Jahr um rund 15.000 auf knapp 46.000.
Aus dieser Prognose lässt sich schließlich ableiten, in welchem Ausmaß die Facharbeiterlücke größer wird.
Demnach fällt der jährliche Zuwachs von 1980 mit 54.400 bis 1990 auf 40.600.
Und dass die heimischen Betriebe diese Tendenzen in der Praxis schon zu spüren bekommen, geht ebenfalls aus der Untersuchung hervor.
So ist jedes dritte der 360 befragten Unternehmen überzeugt, dass es schon jetzt zu wenig Fachkräfte gibt und dass dieser Mangel noch größer werden wird.
Bessere Chancen auf eine Lehrstelle und in weiterer Folge auch einen sicheren Arbeitsplatz wird es aber in Zukunft nur im Produktionsbereich geben.
Daran wird nach Auffassung des Instituts auch die moderne Technologie nicht allzu viel verändern.
Denn der Umgang mit den komplizierten Geräten muss ja praktisch erlernt werden.
Und da ist eben der Lehrling dem Fachschüler gegenüber im Vorteil.
Aber nur dann, und das betont das Institut, wenn er hoch qualifiziert ist.
Während also in der Produktion gute Chancen bestehen, werden sie in der Verwaltung und im kaufmännischen Bereich weiterhin abnehmen.
Ein anderes Untersuchungsergebnis.
80 Prozent der vom Institut befragten Unternehmern würden lieber Jugendliche mit Lehrlingsausbildung als Fachschulabsolventen einstellen.
Und damit ist man bereits beim Haken in der Geschichte von einer besseren Lehrlings- und Facharbeiter-Zukunft angelangt.
Denn abgesehen davon, dass in wirtschaftlich unsicheren Zeiten niemand gerne einen drei- bis vierjährigen gesicherten Ausbildungsplatz anbietet, ist die Lehrlingsausbildung, so meinen viele Unternehmer, auch teuer.
Und darüber hinaus, so meint wieder das Institut für Berufsbildungsforschung, sind viele Betriebe überhaupt nicht als Lehrern geeignet, weil sie die gesetzlich immer strenger gewordenen Ausbildungsrichtlinien nicht erfüllen können.
Obwohl also, wie bereits gesagt, durch das Nachrücken der Geburten schwächeren Jahrgänge eine leichte Entspannung auf dem Lehrlingsmarkt eintreten dürfte, ist für die Bildungsforscher das Problem noch nicht gelöst.
Der Vorschlag des Instituts spricht die damit beschäftigten Ministerien und Interessensvertretungen an.
Man müsse vielleicht, so das Institut, in Zukunft Betriebe fördern, die neben Waren auch Ausbildung erzeugen.
Die Förderungsmittel dafür seien dann eben ein Teil ihrer Einnahmen.
Und einige aktuelle Maßnahmen, wie etwa Zuschüsse für Lehrplätze, deuten ja diese Richtung schon an.
Interesse der Unternehmer scheint es dafür zu geben.
Denn immerhin kann sich jeder fünfte Betrieb, der von den Bildungsforschern befragt wurde, vorstellen, ein spezifisches Ausbildungsunternehmen zu werden.
Hans-Christian Unger informierte über die Einzelheiten aktueller Studien über den Lehrstellen- und Facharbeitermarkt.
Es ist jetzt eine Minute nach halb eins, ein Blick auf das Programm, das wir noch unterzubringen, offen.
Pressekommentare zum Besuch des deutschen Bundeskanzlers Kohl in Moskau.
die Flugzeugentführung eines iranischen Jumbo-Jets nach Paris, der Versuch mit der Entführung einer jungen Römerin, die Freilassung des Papstattentäters Ali Akca zu erpressen und die Gefahren des sauren Regens, die alarmieren jetzt auch die Verantwortlichen in den USA.
Im Kulturteil dann noch eine Vorschau auf die Filmpremieren des kommenden Sommers.
Im nächsten Beitrag allerdings, das ist der Übergang zur Auslandsberichterstattung sozusagen, den Vizekanzler Norbert Steger hält sich heute in seiner Eigenschaft als Handelsminister einen Tag lang in Prag auf.
Der Anlass dafür ist eine Sitzung der gemischten österreichisch-tschechoslowakischen Wirtschaftskommission.
Diese Sitzung hat vor rund einer Stunde begonnen.
Der protokollarische Höhepunkt des Steger-Besuchs wird aber heute Nachmittag ein Treffen mit Ministerpräsident Strogal sein.
Strogal ist in letzter Zeit kaum in der Öffentlichkeit aufgetreten.
Es gibt Gerüchte von einer schweren Erkrankung des tschechoslowakischen Regierungschefs.
Mit Einzelheiten meldet sich Erich Machow.
Am späten Vormittag begann heute im Schloss Spraslav am Stadtrand von Prag die Tagung der gemischten österreichisch-tschechoslowakischen Kommission für den Warenverkehr.
Für Vizekanzler Dr. Steger ist es eine Premiere.
Erstmals verhandelt er im Ausland als Mitglied der österreichischen Bundesregierung.
Die gemischte Kommission kommt alljährlich abwechselnd in Wien oder in Prag zusammen.
Vor einem Jahr tagte die Kommission in Wien unter Vorsitz von Handelsminister Dr. Staribacher.
An der Situation des österreichisch-tschechoslowakischen Handels hat sich seit damals nicht viel geändert.
Holz, Kohle und Erdölprodukte machen noch immer rund zwei Drittel des tschechoslowakischen Exports nach Österreich aus.
Österreich hat im Handel mit der GSSR ein Passivum von drei Milliarden Schilling.
Aus diesen zwei Umständen ergeben sich die unterschiedlichen Vorstellungen, was den künftigen Warenverkehr zwischen den beiden Nachbarstaaten betrifft.
Österreich will durch verstärkte Exporte einen Abbau des Handels Passivums erreichen.
Die CSSR wiederum will die Struktur ihrer Exporte nach Österreich ändern.
Das heißt, neben der Energie sollen noch andere Waren im Tag denkt man dabei vor allem an Maschinen von Österreich gekauft werden.
Wie vor einem Jahr in Wien hat nun Steger in Prag der tschechoslowakischen Seite eine Liste mit österreichischen Exportwünschen übergeben.
Insgesamt umfasst die Liste Projekte im Wert von 5 Milliarden Schilling, darunter Pumpen der Firma Andritz, Maschinen der Firma Haid und als größter Proben eine sogenannte Cracker Anlage.
Das ist eine chemische Anlage zur Verarbeitung von Erdöl der Firma Voest im Wert von 2,4 Milliarden Schilling.
Die Firma Föst wird übrigens morgen ein eigenes Büro in Prag feierlich eröffnen.
Das große Geschäft mit Prag wird von Experten allgemein nicht erwartet, da die tschechoslowakische Führung eine ausgesprochen restriktive Importpolitik betreibt, die darauf zielt, einen besseren Ausgleich der Zahlungsbilanz gegenüber den Weststaaten zu erreichen.
Dass Minister Dr. Steger trotzdem nach Prag gekommen ist, hat seine Ursache im hierarchischen Denken des Ostblocks.
Je höher der Gesprächspartner, desto höher kommt ein Gespräch zustande.
Ende Juni hatte in Prag die gemischte politische Kommission getagt und eine Bestandsaufnahme der bilateralen Beziehungen vorgenommen.
Von österreichischer Seite ist man mit der Entwicklung im Handel und im kulturellen Bereich.
Im Oktober wird in Prag eine österreichische Kulturwoche stattfinden.
Zufrieden.
Probleme gibt es im konsularischen Bereich.
Seit dem Besuch des chiesoslowakischen Staats- und Parteichefs Gustav Hussak in Wien im vergangenen Jahr sind zwar eine Reihe von humanitären Fällen gelöst worden.
Einige Fälle, wie Ausreisen und Besuchsreisen, sind aber nach wie vor anhängig.
Seit heute um halb acht Uhr früh steht am Pariser Flughafen Orly ein iranischer Jumbojet, in dem sich vermutlich noch 185 Insassen in der Gewalt von ebenso vermutlich fünf Luftpiraten befinden.
Die Boeing 747 ist gestern während eines Flugs von Shiraz nach Teheran entführt worden.
Zunächst nach Kuwait, wo die Luftpiraten
knapp mehr als die Hälfte der ursprünglich 371 Passagiere freiließen.
Angeblich, es gibt auch Meldungen, es soll dazu Schießereien an Bord gekommen sein zu kämpfen.
Es könnte sein, dass einige Leute an Bord getötet wurden.
Jedenfalls flog die iranische Boeing 747 entgegen einem französischen Luftraumverbot nach Paris weiter, wo die Maschine also jetzt seit fünf Stunden steht.
Ich habe jetzt mit unserem Pariser Korrespondenten Thomas Fuhrmann Telefonverbindung.
Herr Fuhrmann, was ist der aktuelle Stand in dieser Entführungsaffäre?
Die Maschine steht, wie Sie gesagt haben, seit fünf Stunden in einem abgeschiedenen Teil des Flughafens Orly West immobilisiert.
Was hat sich seither getan?
Gegen 10 Uhr ist eine Ambulanz vor dem Flugzeug vorgefahren und hat fünf Personen und ein Besatzungsmitglied, nämlich den Co-Piloten, abtransportiert.
Der Co-Pilot soll, so fordern die Luftpiraten, wieder zur Maschine zurückkehren.
Unter diesen fünf Personen befindet sich ein älterer Mann und ein jüngerer Soldat, der angeblich noch immer im Delirium von der Front irgendetwas faselt und völlig verwirrt ist und glaubte, er sei im Iran.
Was die Luftpiraten fordern, darüber gibt es überhaupt keine Klarheit.
Es gibt noch keine dezidierten Forderungen, außer, dass sie mit dem Führer der Volksmojahedin
Ihrem Führer also, der in Frankreich seit zwei Jahren im Exil liegt, nämlich Massoud Rajavi, sprechen oder verhandeln wollen.
Das heißt, es handelt sich vermutlich... Das ist der aufblickende Stand.
Es sind fünf Piraten, fünf Entführer und gegen halb elf Uhr ist einer von ihnen aus dem Flugzeug herausgestiegen und mit einem Angestellten des Flughafens und einem Besatzungsmitglied über ein Rollförderband für Gepäck hinten in den hinteren Gepäcksraum eingedrungen.
Es ist möglich, so heißt es, dass dort in irgendeinem Gepäck Maschinenpistolen verborgen sind, versteckt, und dass die Luftpiraten an diese Waffen herankommen wollen und angeblich im Flugzeug selbst nur mit Messern und mit Sprengstoff bewaffnet sind.
Es handelt sich also, um das nur klarzustellen, vermutlich um Mujahedin bei diesen Flugzeugen.
Es handelt sich ganz sicher um Volks-Mujahedin und zwar angeblich um fünf bis sechs Luftpiraten.
Man erhofft sich nähere Angaben vom Co-Piloten, der im Quai des Orphées bei der Pariser Kriminalpolizei verhört worden ist und der aber jetzt sofort an die Luftpiraten wieder zur Maschine zurückkehren soll.
Sie haben auch verlangt, dass die Maschine aufgetankt wird, was die französischen Behörden zurückgewiesen haben.
Diese Forderung wollen
Vielen Dank, Herr Fuhrmann, für diesen aktuellen Bericht.
In Italien, in Rom, hat jetzt ein Entführungsfall, dessen Anfänge schon rund zwei Wochen zurückliegen, eine neue, vielleicht politische Dimension bekommen.
Es geht um das Verschwinden der 15-jährigen Schülerin Emanuela Orlandi, der Tochter eines Beschäftigten im Vatikan.
Gestern forderte nämlich ein anonymer Anrufer als Gegenleistung für die Freilassung des entführten Mädchens die Freilassung des vor rund einem Jahr verurteilten Papstattentäters Ali Akca.
Ich habe jetzt unseren Mitarbeiter in Rom, Rolf Gallus, in der Leitung.
Herr Gallus, bevor wir auf diese jüngste Entwicklung eingehen, vielleicht ein bisschen zur Vorgeschichte, die uns hier in Österreich ja weniger beschäftigt hat bisher.
Wer ist dieses Mädchen, wie ist sie verschwunden?
Ja, Emanuela Orlandi, 15 Jahre alt, Musikschülerin, verschwand spurlos am späten Nachmittag des 22.
Juni.
Ihr Vater ist Angestellter des Vatikans, ihm obliegen bescheidene Protokollaufgaben im Apostolischen Palast.
Die Familie wohnt auch in der Vatikanstadt und besitzt die vatikanische Staatsbürgerschaft.
Nachdem Emanuela weder direkt noch indirekt ein Lebenszeichen von sich gab, ergriffen ihre Eltern vor circa einer Woche ihre Eltern und ihre Mitschüler gemeinsam die Initiative, ein Plakat
mit dem Bild des verschwundenen Mädchens, einer Personenbeschreibung und der dringenden Bitte, um Hinweise über ihr Verborgensein dieses Plakat drucken zu lassen und es in der ganzen Stadt an Wände und Mauern befestigen zu lassen.
Am vorigen Sonntag errichtete auch Papst Johannes Paul II.
in seinen an die Menge auf dem Petersplatz gerichteten
üblichen Sonntagsworten einen Appell, damit Emanuela Orlando bald wieder unversehrt in den Schoß ihrer Familie zurückkehre.
Und nun hat sich eben vielleicht sogar als Konsequenz auf diesen Appell zwei Wochen nach der Entführung hat es diesen anonymen Anruf gegeben, der also angeblich den Papstattentäter Ali Akca freipressen will.
Kann man darüber jetzt schon was Näheres sagen?
Ja, die Papstworte vom Sonntag haben offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt, denn schon am Montag
meldeten sich Unbekannte bei der Familie Orlando am Telefon, indem sie ein kurzes Band mit der Stimme Emanuelas abspielten.
Dann gestern die Wende oder zumindest der Anschein einer Wende, als sich am Nachmittag bei der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ein anonymer Anrufer meldete.
Emanuela Orlando befinde sich als Geisel in den Händen einer nicht näher bezeichneten Terroristengruppe, als Beweis auch, dass sie lebt.
läge in einem Straßenpapierkorb am Parlamentsplatz ein Umschlag mit den Fotokopien einiger Papiere, die Emanuela im Augenblick ihrer Entführung bei sich hatte.
Im Übrigen verlangten sie die Entführer des Mädchens die Freilassung des Papstattentäters Ali Aksha im Austausch gegen Emanuela innerhalb einer Frist von 20 Tagen ab gestern.
Das vatikanische Staatssekretariat berichtete die anonyme Stimme weiter, sei schon benachrichtigt worden auf vertraulichem Wege, aber es hülle sich in Schweigen.
Als der Ansa-Redakteur fragte, um welche terroristische Organisation es sich handle, antwortete der Anrufer, übrigens, wie der Redakteur berichtete, von Anfang an unsicher, hastig, fast erregt.
Er antwortete, das spiele keine Rolle.
Es sei unwichtig, um welche Terroristen es sich handle.
Die Fotokopieren wurden dann tatsächlich gefunden.
Es waren die Schülerausweise von Emanuela und eine Schulgeldquittung.
Und sie wurden von ihren Angehörigen auch für echt befunden.
Die Frage ist, ist der Anruf für echt?
Was sagen da die Behörden dazu?
Nun, Polizei und Untersuchungsbehörde haben natürlich die Fahndungen sofort
aufgenommen, sind aber skeptisch, sowohl in Bezug auf die angebliche Terroristengruppe, die Emanuela verschleppt haben soll, als auch hinsichtlich des verlangten Austausches gegen Ali Akca.
Die Ermittler gaben vielmehr zu verstehen, ließen durchblicken, dass hier Dilettanten am Werk sein könnten, die sich sogar in der Person Emanuela Orlandos vergriffen haben könnten und nun nach einem Ausweg suchen.
Jedenfalls bleiben im Moment die weiteren Entwicklungen abzuwarten.
In der Familie Orlando ist man jedoch zuversichtlich, die Tochter bald wiedersehen zu können.
Man setzt alle Hoffnungen in den apostolischen Stuhl.
Vielen Dank, Herr Gallus, für diesen Bericht.
Auf Wiederhören.
Auf Wiederhören.
Der deutsche Bundeskanzler Kohl beendet heute seinen viertägigen Besuch in der Sowjetunion.
Er fliegt am Nachmittag von der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Bonn zurück.
Gestern hatte Kohl gegenseitige Information und gegenseitiges Kennenlernen als den Hauptzweck seiner Gespräche mit dem sowjetischen Staats- und Parteichef Andropov bezeichnet.
Thema dieser Gespräche war vor allem das Problem der atomaren Mittelstreckenraketen in und für Europa.
Heute nun versuchen in- und ausländische Pressekommentare das Ergebnis von Kohls Moskaureise zu analysieren.
Edgar Sterbens hat sich diese Kommentare angesehen und die Auszüge zusammengestellt.
Die meisten westlichen Zeitungskommentatoren stimmen darin überein, dass der Kohlbesuch in Moskau weder ein großer Erfolg noch ein totaler Fehlschlag war.
Er sei programmgemäß, ohne Überraschungen und ohne konkrete, bestenfalls atmosphärisch wertvolle Ergebnisse verlaufen.
Davon ausgehend wird die Visite des deutschen Kanzlers auf verschiedenen Ebenen beurteilt, die sich vom Raketendisput über das deutsch-sowjetische und das sowjetisch-amerikanische Verhältnis bis zur Frage der deutschen Wiedervereinigung erstrecken.
So schreibt zum Beispiel der französische Figaro.
Kohl wollte sich Gewissheit verschaffen, dass die Pershing 2 die Haltung Moskaus gegenüber Bonn nicht negativ beeinflussen.
In dieser Hinsicht hatte er allem Anschein nach keinen Grund zur Enttäuschung.
Er hat zwar der Ostpolitik seiner Vorgänger abgeschworen, doch verfolgte er mit seiner viel realistischeren und entspannteren Art sein wichtigstes Ziel, Deutschland innerhalb Europas alle Chancen für die Zukunft zu geben.
Die Londoner Times nennt, zwar gab es in Moskau keinen echten Durchbruch, doch der war auch nicht zu erwarten.
Kohl kommt aber aus der Sowjetunion mit genügend Wertvollem zurück, um ein Gipfeltreffen zwischen Präsident Reagan und Andropov folgen zu lassen.
Die Kölnische Rundschau schließt an diesen Gedanken an.
Nun müssen Sowjets und Amerikaner darüber sprechen, welche Chancen sie einem Supergipfel einräumen.
Die Bundesrepublik Deutschland als Mittelmacht kann diese Frage nicht beantworten.
Sie ist zudem Partei und nicht Vermittler.
In der Wiener Presse liest man, in dem Szenario steckte von vornherein nicht mehr, als dass man sich kennenlernte, die Positionen deutlich machte, um nicht im Endspiel zwischen die Fronten zu geraten und gleichzeitig davon zu überzeugen, dass der Bundesrepublik Deutschland an Festigung und Ausbau der Beziehungen vor allem wirtschaftlich gelegen ist.
Helmut Kohl hat seine heikle Mission aus Distanz beurteilt gut absolviert.
Mehr war zur Stunde nur Wunschdenkern vorbehalten.
Der Kurier merkt an.
Kohl hat die Sache der Bundesrepublik und des Atlantischen Bündnisses in Moskau in einer Weise vertreten, die von der SPD-Opposition im Prinzip nicht kritisiert werden dürfte.
Auch ein SPD-Kanzler hätte sich in Moskau unter den gegebenen Umständen und Sachzwängen nicht viel anders verhalten können, hätte nur in Nuancen und Akzenten anders sprechen können.
Dass es einen Sicherheits- und auch deutschlandpolitischen Grundkonsens zwischen Regierung und Opposition in der Bundesrepublik gibt und geben muss, daran sollten unsere Nachbarn nach der Heimkehr Kohls denken.
Die Arbeiterzeitung kommentiert deutschlandpolitische Aspekte der Kohl-Reise.
Seit langem thematisierte ein bundesdeutscher Politiker gegenüber dem Osten wieder die Frage der deutschen Wiedervereinigung.
Andropow drückte seine Befürchtung aus, Revanchismus würde sich in der BRD widerregen.
Kohl beruhigte.
Nein, nein, wir meinen Wiedervereinigung unseres Landes mit allen friedlichen Mitteln.
Ein Ost-West-Dialog, der schon lange nicht gehört war.
Es wäre nicht überraschend, wenn es im deutsch-sowjetischen und deutsch-deutschen Verhältnis in den nächsten Jahren Überraschungen gäbe.
Die Salzburger Nachrichten schließlich ziehen folgendes Resümee.
Die konkrete Behandlung Kohls in Moskau lässt eigentlich hoffen, dass eine Zwischenlösung oder eine andere Variante bei den Genfer Verhandlungen über die Mittelstreckenraketen möglich ist.
Die Alternative ist sicher für Moskau unangenehmer und aus vielerlei Gründen kann die Sowjetunion nicht an einer Verschärfung des politischen Konflikts, sondern eher an einer Normalisierung liegen.
Dies gilt insbesondere für die Wirtschaft, die immer mehr zu einem stabilisierenden Faktor der Beziehungen wird und deren Bedeutung beide Seiten schätzen und pflegen wollen.
Zwölf Minuten vor eins noch schnell in die Vereinigten Staaten zu einem Thema mit tatsächlich internationaler Bedeutung.
Stichwort saurer Regen.
Dieses Thema alarmiert jetzt, wohl mit einiger Verspätung im Vergleich zu Europa, auch die USA.
Alarmsignale über absterbendes Leben in Seen und kranke Wälder in Nordamerika kamen zuerst aus Kanada.
Nun drängen aber auch verstärkt amerikanische Umweltschützer und Wissenschaftler auf Maßnahmen,
gegen die Umweltzerstörung durch Schwefeldioxid, wie es vor allem auch aus den Kohlekraftwerken in den Zentralregionen der USA kommt und das eben den Regen zu dünner Schwefelsäure werden lässt.
Vergangene Woche legte die Wissenschaftskommission des Weißen Hauses einen entsprechenden Bericht vor und gestern erschien eine Untersuchung der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, die zusätzlich auch auf die Bedrohungen durch Leicht- und Schwermetalle, vor allem auch im Trinkwasser, hinweist.
Franz Kössler fasst zusammen.
Im Crebin-Reservoir in Massachusetts vermehren sich die Fische nicht mehr, sie sterben langsam aus.
Der künstlich angelegte See ist eines der größten Trinkwasserreservoire der Welt.
Für die mehr als zwei Millionen Bewohner Bostons ist er die einzige Trinkwasserquelle.
Jetzt hat der Gouverneur Alarm geschlagen.
Das Wasser, sagt er, ist so aggressiv, dass es das Blei der Wasserrohre anfrisst.
Man kann sich vorstellen, wie groß die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ist, die dieses Wasser trinkt.
Die Wälder der Umgebung sind schwer angegriffen.
Die Bäume verlieren ihre Nadeln und Blättern.
Die jungen Bäume wachsen gar nicht mehr nach.
Wenn es in Massachusetts regnet, verzeichnen die Wetterstationen den höchsten Säuregehalt der Vereinigten Staaten.
Es regnet sauren, sehr sauren Regen.
Seit Jahren wird das Phänomen in den USA beobachtet.
Es wird viel darüber diskutiert und bisher wenig dagegen getan.
Ein halbes Dutzend von Gesetzesvorlagen warten im Kongress auf Behandlung.
Und die Regierung vertrat bisher die Ansicht, die Erscheinung sei noch so unerforscht und wissenschaftlich umstritten, dass es wohl das Beste sei, vorerst abzuwarten, um nicht viel Geld um nichts auszugeben.
Inzwischen errechneten die Umweltschützer die jährlich durch sauren Regen angerichteten Umweltschäden auf umgerechnet 85 Milliarden Schilling.
Doch die Kosten, etwas Wirksames dagegen zu unternehmen, würden noch höher sein und Zehntausende von Arbeitsplätzen infrage stellen, meint die Industrie.
Doch jetzt macht sich ein gewisses Umdenken breit.
Die Wissenschaftskommission des Weißen Hauses legte in der vergangenen Woche dem Präsidenten einen Bericht vor, deren Schluss genau das Gegenteil der bisher vertretenen Politik des Abwartens ist.
Wolle man nicht nicht wieder gutzumachende Schäden an der Umwelt in Kauf nehmen, seien sofortige Maßnahmen erforderlich.
Gestern schließlich ging die amerikanische Akademie der Wissenschaften in ihrem dritten Bericht über das Phänomen des sauren Regens noch weiter.
Nicht nur Wälder und Fische seien bedroht.
Die vom Himmel fallenden giftigen Metallverbindungen und Säuren stellte mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine direkte Bedrohung der menschlichen Gesundheit dar.
Dieser Punkt war bisher unter den Wissenschaftlern umstritten, die sich doch seit geraumer Zeit damit befassen.
Zum ersten Mal wurde saurer Regen in den 1870er Jahren des industrialisierten England festgestellt.
Im Laufe der Jahre hat sich das Spektrum der im Regen vertretenen giftigen Verbindungen ausgeweitet.
Von den Säuren bis hin zu den Verbindungen leichter und schwerer Metalle wie Aluminium, Cadmium, Kupfer, Blei und Zink steigen durch die Schornsteine der Fabriken in die Luft, von wo sie bei nächster Gelegenheit wieder auf die Erde niederregnen.
Allein die amerikanischen Industrieanlagen und Kraftwerke stoßen jährlich eine Million Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre.
Fast genau auf das Jahr lassen sich auch die schädlichen Einwirkungen an den Jahresringen der Bäume ablesen.
Sie beginnen vor 30 Jahren mit dem Boomen der Nachkriegsindustrialisierung.
Und selbst in der letzten offenen Frage sind sich die Wissenschaftler zunehmend einig geworden.
Das Schwefeldioxid der Industrieschlote verwandelt sich fast unweigerlich in die Schwefelsäure des sauren Regens.
Und es gibt nur das eine Mittel, dem entgegenzuwirken.
eben doch die Anlagen so umzubauen, dass der Ausstoß an giftigen Verbindungen drastisch reduziert wird, so teuer das auch kommen mag.
Bleibt freilich die Frage, ob die Veröffentlichung dieser Fakten in Amerika rasch genug etwas gegen die sicher starken wirtschaftlichen Gegeninteressen und Gegenargumente bewirken wird können.
Unser Kulturbeitrag wendet sich vor allem an die Filmfreunde unter Ihnen.
Die beiden Sommermonate Juli und August galten jahrelang als Garanten für volle Bäder und leere Kinos.
Seit aber amerikanische Großfirmen ihre teuersten Produktionen ausgerechnet im Sommer starteten und dabei beste Erfahrungen gemacht haben, hat sich die Situation auch in Österreich geändert.
Statt bloßer Reprisen und Wiederaufführungen bietet der heurige Kinosommer auch eine Reihe sehenswerter und wichtiger Premieren.
Hans Langsteiner hat das Filmangebot der kommenden Wochen gesichtet.
Zögernd aber doch beginnen auch die heimischen Verleihe, dem Beispiel ihrer ausländischen Kollegen zu folgen und den Start auch anspruchsvoller Produktionen, während der nur angeblich flauen Sommermonate zu riskieren.
Mitten im August läuft da beispielsweise der Film an, für den die Amerikanerin Meryl Streep heuer den weiblichen Darsteller Oscar erhalten hat.
Sophies Entscheidung.
Nicht etwa eine spritzige Dreieckskomödie, wie der Titel vielleicht vermuten ließe, sondern ein schwergewichtiges, krisenreiches und überlanges Melodram, das selbst den Schrecken der Konzentrationslager nicht ausspart.
Ich suchte also meinen Schwarzmarkt Geld zusammen, kaufte dafür einen Schinken und fuhr wieder zurück.
Aber das war verboten, weil das ganze gute Fleisch für die Deutschen gedacht war, verstehst du?
Also brachten sie mich nach Auschwitz.
Ohne solche Reizworte kam der vor Jahresfrist verstorbene Deutsche Rainer Werner Fassbinder in seinem 1977 entstandenen Fernsehfilm »Bohlwieser« aus, als es galt, die Abgründe des Menschen auszuleuchten.
Die Kürzung der mehr als dreistündigen Fernsehfassung zu einer Kinoversion hatte Fassbinder noch selbst konzipiert, sie soll der Arbeit insgesamt gut getan haben.
Mit dabei im Film Bollwieser, der nach einem Roman des Bayern Oskar Maria Graf eine Eifersuchtstragödie um einen Provinzbahnhofsvorsteher schildert, Fassbinders späterer indiskreter Biograph Kurt Rab.
Hat man vielleicht deswegen sein Leben lang ehrlich seinen Dienst getan, damit man zu guter Letzt mit knapper Not für sein Weiterkommen sorgen soll?
Das wäre ja himmelschreiend.
Ach, Xaverl, so heiß wie gekocht wird, wird dann doch nicht gegessen.
Teatralisches aus Deutschland bietet auch Eisenhans, das Filmdebüt des deutschen Theaterregisseurs Tancred Dorst, eine sozialkritische Inzest-Tragödie, die es gewiss schwerer haben wird, ihr Publikum zu finden, als beispielsweise Octopussy, der neue James-Bond-Film mit Roger Moore und nur noch sehr frei nach Bond-Autor Ian Fleming.
Ein Konkurrenz-Bond, sag niemals wieder niemals, ist bereits für Weihnachten angekündigt.
Neben Bond-Veteran Sean Connery hat darin, wie durchaus bereits berichtet, auch der heurige Salzburger Jedermann, Klaus-Maria Brandauer, seinen Auftritt.
Octopussy ist mittlerweile der 13.
Streifen unter dem Etikett James Bond.
Ausdruck eines auch heuer wieder sichtbaren Trends, bei teuren Großproduktionen auf Bewährtes zu setzen.
Am liebsten gleich serienweise.
Ein Resultat solcher Bemühungen erreicht Österreich schon kommende Woche.
Psycho 2, eine Art Fortsetzung des Hitchcock'schen Meisterthrillers von 1960.
Antony Perkins darf wie damals hinter Fenstern Unheil wittern.
Was ist los?
Ich habe jemanden gesehen.
Wo?
In diesem Fenster.
Sie haben seit Jahren keinen Besitzer im Haus.
Ich glaube, ich bin nur nervös.
Fortsetzungen gibt's dann auch noch zur Gaunerkomödie Der Clou, wobei im Streifen zwei ausgekochte Gauner Karl Malden über das Fehlen der Clou-Stars Robert Redford und Paul Newman hinwegtrösten muss, und zur Pink-Panther-Serie, wobei man für Der rosarote Panther wird gejagt teilweise Höhepunkte aus früheren Streifen der Serie mit dem verstorbenen Peter Sellers aneinander montiert hat.
Zu lachen soll es in diesem Sommer überhaupt einiges geben in den Kinos.
Von den englischen Grotesk-Komikern Monty Pythons werden der hier bislang nicht bekannte erste und der neueste Streifen gezeigt.
Adriano Celentano wird ein weiteres und wie der Verleih versichert vorerst letztes Mal mit einer älteren Arbeit Don Tango vermarktet.
Und die unglaublichen Abenteuer des Guru Jakob sowie die Jugendkomödie Der Typ mit dem irren Blick bieten das, was die Branche gern als leichte Sommerkost anpreist.
Auch Action-Freunde werden im Sommer auf ihre Kosten kommen.
Sei es beim hochgelobten, psychologischen Polizeifriller Cop-Killer mit Havik Hidl.
Sei es bei Kujo, einem Reißer um einen blutgierigen Mörderhund.
zu dem immerhin Shining-Autor Stephen King die Vorlage geliefert hat, oder bei Begirde, einem modisch-schicken Vampirfilm mit Popstar David Bowie.
Bowie ist auch der Hauptdarsteller des formal kühnen Science-Fiction-Films Der Mann, der vom Himmel fiel, der bald ebenso zum Wiedereinsatz kommt,
wie der Agatha Christie Krimi Tod auf dem Nil oder die Heinrich-Böll-Verfilmung Ansichten eines Clowns.
Angeführt aber wird die Reihe der Reprisen von zwei wahren Kultfilmen.
Sergio Leones opernhafter Italo-Western Spiel mir das Lied vom Tod in einer frisch gezogenen Kopie und Hitchcocks seit zig Jahren nicht mehr gezeigtes Meisterwerk Das Fenster zum Hof mit Grace Kelly und James Stewart.
Kein Film, eine Legende.
Also trotz Hochsommer werden wir uns ein paar schöne Stunden machen können im Kino.
Hans Langsteiner gab eine Vorschau.
Bei uns im Mittagsschanal noch zwei Minuten Schlussmeldungen.
Sowjetunion.
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl hat seinen viertägigen offiziellen Besuch in der Sowjetunion beendet und von Kiew aus die Heimreise angetreten.
Kohl wird gegen 14 Uhr auf dem Bonner Flughafen zurück erwartet.
Den letzten Besuchstag in Kiew verbrachte er mit Besichtigungen.
Österreich, der Nationalrat hat heute mit den Stimmen aller drei Parlamentsparteien die Kürzung der bäuerlichen Mindestrenten rückgängig gemacht.
ÖVP-Agrarsprecher Josef Riegler begrüßte diese Maßnahme, bedauerte jedoch zugleich, dass es überhaupt zu einer Kürzung gekommen sei.
Seit dem Jahr 1945 seien zweimal Renten vermindert worden, beide Male sei dies von der sozialistischen Mehrheit durchgesetzt worden, kritisierte Riegler.
Sozialminister Alfred Tallinger betonte, er wolle keiner Bevölkerungsschicht etwas wegnehmen.
Die Belastungen der bäuerlichen Bevölkerung seien mindestens ebenso groß wie die der unselbstständig Beschäftigten.
Letztere seien jedoch nach wie vor schutzwürdiger als Selbstständige, sagte Tallinger.
ORF-Generalintendant Gerd Bacher erhielt heute Vormittag in Linz das große Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich.
Landeshauptmann Josef Ratzenberg hob dabei hervor, es gebe kein Land in Europa, in dem für so kleine Regionen so gut ausgestattete Funkhäuser und so viele regionale Programme bestünden.
Generalintendant Bacher wies darauf hin, der ORF sei die mit Abstand am meisten föderalisierte Rundfunkanstalt Europas.
In Oberösterreich würden täglich 10 Stunden Lokalprogramm produziert.
70 Stunden Fernsehen kämen jährlich aus Oberösterreich.
Das Landesstudio Oberösterreich stehe damit an der Spitze der Radiolokalisierung und Fernsehregionalisierung, sagte Bacher.
Und zum Abschluss die Wetteraussichten für Österreich bis heute Abend.
Sonnig und heiß am Nachmittag und abends zum Teil heftige Wärmegewitter.
Nachmittagstemperaturen 25 bis 31 Grad.
Die neuesten Kurzmeldungen standen am Schluss dieses Mittagsjournals, durch das sie Werner Löw geführt hat.
Ich verabschiede mich auch im Namen von Redaktion und Technik und wünsche noch einen angenehmen Tag.
Einblendung: ÖVP-Bauernbunddirektor Josef Riegler, SPÖ-Agrarsprecher Josef Pfeiffer, Sozialminister Alfred Dallinger
Mitwirkende:
Sommersacher, Markus [Gestaltung]
, Riegler, Josef [Interviewte/r]
, Pfeifer, Josef [Interviewte/r]
, Dallinger, Alfred [Interviewte/r]
Datum:
1983.07.07 [Sendedatum]
Ort:
Wien, Parlament [Aufnahmeort]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Politik
;
Gesellschaft
;
Wirtschaft
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 80er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Einblendung: Ausschnitt aus "Sophies Entscheidung" (Deutsche Synchronfassung, Hallgard Bruckhaus als Synchornsprecherin von Merryl Strep), mit Kurt Raab und Elisabeth Trissenaar aus "Bollwieser", Filmmusikausschnitt aus "Octopussy", Filmausschnitt aus "Psycho 2" mit Anthony Perkins
Mitwirkende:
Langsteiner, Hans [Gestaltung]
, Bruckhaus, Hallgard [Interpret/in]
, Raab, Kurt [Interpret/in]
, Trissenaar, Elisabeth [Interpret/in]
, Perkins, Anthony [Interpret/in]
Datum:
1983.07.07 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
;
Politik Österreich
;
Kultur
;
Film
;
Musik ; U-Musik
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 80er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten