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KI-generiertes Transkript
Wie Zeit?
In fünf Sekunden ist es zwölf Uhr.
Zwölf Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Guten Tag meine Damen und Herren, beim Mittagjournal begrüßt Sie als Redakteur Karl Jokowski kurz unser Programm bis 13 Uhr.
Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption, AKH und WPO lösten darüber heftige Diskussionen aus.
Zur noch besseren Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption gibt es heute eine Enquete des Innen- und Justizministeriums.
Am Montag beginnt der ÖGB-Kongress.
Wir analysieren die Anträge zu den Themen Umwelt, neue Technologien und Belastungspaket.
Österreichs Mathematiklehrer stellen fest, Einsatz von Taschenrechnern im Mathematikunterricht beeinträchtigt nicht die Beherrschung der Grundrechnungsarten.
Die Lehrern fordern noch mehr praxisbezogenen Unterricht.
Verkaufsverhandlungen der Leihkamp Papierfabrik im steirischen Niklasdorf.
Arabische Interessent besichtigt die heute stillgelegte Fabrik.
Themen aus dem Ausland.
Wirtschaftliche und politische Lage Polens nach wie vor pessimistisch.
Diese Einschätzung gibt einer der prominentesten polnischen Oppositionellen, Prof. Kiszelewski, in einem Interview.
CSSR-Propaganda-Kampagne gegen die USA.
Am Jahrestag 45 Jahre Münchner Abkommen.
Das Sudetenland wurde damals Hitler-Deutschland zugesprochen.
Und Griechenland macht durch seine eigenständige Politik den Partnern in der EG und NATO Ärger.
Die Kulturredaktion berichtet unter anderem über die umstrittene Simmelverfilmung Die Wilden Fünfziger.
Dieser Peter-Zadig-Film läuft heute in den Kinos an.
Gleich nach den Nachrichten geben wir eine Vorschau auf das Wochenendwetter.
Das herbstliche Schönwetter bleibt bestehen.
Erster Programmpunkt sind jetzt die Nachrichten verantwortlicher Redakteurs Rainer Warnecke und Sprecherin Eva Wächter.
Großbritannien.
Die Wirtschaftskrise könnte das Wetterrüsten zumindest mengenmäßig weitgehend zum Stillstand bringen oder sogar zu einem Abbau der Waffenbestände führen.
Dies geht aus dem Jahresbericht des Londoner Instituts für strategische Studien hervor.
Nach Ansicht des Instituts sind im militärischen Gleichgewicht zwischen Ost und West im vergangenen Jahr keine dramatischen Veränderungen eingetreten.
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Streitkräfte in Ost und West wegen des Geburtenrückgangs immer mehr auf Frauen und ältere Männer zurückgreifen müssen, um den Mannschaftsstand ihrer Einheiten zu halten.
Bundesrepublik Deutschland.
Bundeskanzler Kohl hat anlässlich seiner Wahl zum Kanzler vor einem Jahr eine positive Bilanz seiner Außenpolitik gezogen.
In einem Interview für die deutsche Presseagentur spricht Kohl von guten Kontakten zu den USA und von einer vernünftigen Entwicklung der Beziehungen zum Osten.
Zu den Genfer Gesprächen über die Mittelstreckenraketen meint Kohl, die Bundesrepublik werde bis zur letzten Minute darauf hinwirken, dass es zu einem Abschluss komme.
Der Westen habe wiederholt neue Vorschläge unterbreitet, um zu einem Kompromiss zu kommen.
Nun sei ein Einlenken der Sowjetunion nötig.
Sollte eine Lösung ausbleiben, dann werde entsprechend dem NATO-Doppelbeschluss nachgerüstet, betont Kohl.
Vereinte Nationen Die UNO-Vollversammlung setzt ihre Beratungen in New York fort.
Einer der Redner des heutigen Tages wird Außenminister Lanz sein.
Bei der gestrigen Debatte standen das Ost-West-Verhältnis, die Lage im Libanon, der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak und Weltwirtschaftsprobleme im Vordergrund.
Über die Weltwirtschaft gab es auch am Rand der Vollversammlung ein Treffen von 19 Staats- und Regierungschefs unter Vorsitz der indischen Ministerpräsidentin Gandhi.
Dabei kam man überein, dass die Interessen der Entwicklungsländer in Zukunft stärker berücksichtigt werden sollen.
USA.
Nach dem Repräsentantenhaus hat sich nun auch der Senat für eine Stationierung der amerikanischen Friedenstruppe im Libanon für weitere 18 Monate ausgesprochen.
In der Debatte kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des amerikanischen Engagements im Libanon.
Libanon.
Bewaffnete Männer haben nach einer Meldung von Radio Beirut ihre Stellungen in einem überwiegend von schiitischen Moslems bewohnten Vorort von Beirut ausgebaut.
In der Meldung hieß es außerdem, die Bewaffneten versuchten offenbar, den Waffenstillstand mit der Eröffnung einer neuen Front gegen die Armee in Südbeirut zunichte zu machen.
Österreich.
Die ÖVP lehnt nach wie vor die Gesamtschule für alle 10- bis 14-Jährigen ab.
Der Bildungssprecher der Volkspartei, Gerhard Schäffer, sagte in einer Pressekonferenz, seine Partei werde auch künftig der von Unterrichtsminister Helmut Zilk als bildungspolitisches Ziel bezeichneten Einrichtung der Gesamtschule nicht zustimmen.
Schäffer forderte Zilk auf, seine Vollzugskompetenz im Bereich der sogenannten inneren Schulreform zu beweisen und sprach sich in diesem Zusammenhang für die Einrichtung von Schulbibliotheken anstelle von Einsparungen bei der Schulbuchaktion aus.
Nach Auffassung vom Wissenschaftsminister Heinz Fischer ist die sozialistische Identität wegen der Koalition mit den Freiheitlichen nicht gefährdet.
Fischer schreibt in der Zeitschrift Zukunft
Über die Zukunft der Papierfabrik Niklasdorf bei Leoben mit 400 Beschäftigten könnte heute eine Vorentscheidung fallen.
Das Werk wird heute von Repräsentanten einer arabischen Finanzgruppe besichtigt, die die Fabrik übernehmen will.
Nach den Vorstellungen des Leihkamp-Konzerns, zu dem das Werk gehört, soll die Fabrik heute stillgelegt werden.
Die Regierung hat die Eigentümer aufgefordert, den Betrieb wenigstens teilweise aufrechtzuerhalten, um die Verkaufsverhandlungen nicht zu beeinträchtigen.
Nach Ansicht der Industriellen Vereinigung wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht zu einem Preisschub, sondern zu verringerten Gewinnen der Unternehmen führen.
Die Industrie bezweifelt die gestern bekanntgegebene Prognose, wonach das Maßnahmenpaket der Regierung zur Steigerung der Inflation auf 5,3 Prozent führen werde.
Im Bereich der Konsumgüter wird betont, werde die Mehrwertsteuererhöhung wegen der schwierigen Marktsituation und der Konzentration des Handels nicht voll weitergegeben werden können.
Die weltweite Rezession hat auch die Schweiz erreicht.
Im vergangenen Jahr ist das Bruttosozialprodukt real um 1,5 Prozent gesunken.
Damit konnte erstmals die Wirtschaftsleistung des Vorjahres nicht mehr erreicht werden.
1981 war noch ein Wachstum von 2,5 Prozent erzielt worden.
Italien Die Regierung in Rom hat sich auf ein Sparbudget für das kommende Jahr geeinigt.
Ziele sind die Begrenzung des Haushaltsdefizits und die Senkung der Inflationsrate von derzeit fast 14 Prozent.
Ausgabenkürzungen gibt es vor allem in den Bereichen Gesundheit und Soziales.
Die Steuer auf Bankzinsen soll von 22 auf 25 Prozent erhöht werden.
Europäische Gemeinschaft
Die EG-Kommission geht von ihrer bisherigen Agrarpolitik ab, für alle Agrarprodukte Subventionen bereitzustellen.
Künftig sollen nur den Bauern geholfen werden, die die Hilfe am meisten brauchen.
Dabei sollen vor allem Landwirte in Irland sowie in den Bergregionen von Italien und Griechenland berücksichtigt werden.
Entgegen der bisherigen Politik sollen keine Zahlungen an Bauern geleistet werden, die zur Überschussproduktion von Milcherzeugnissen und Getreide beitragen.
Polen
Die Benzinrationen in Polen werden morgen weiter gekürzt.
Besitzer größerer Autos können nur noch 105 statt 135 Liter pro Vierteljahre tanken.
Kleinwagenbesitzer erhalten nur noch 70 statt bisher 90 Liter.
Als Gründe werden Devisenmangel und ein Anstieg bei der Autozulassung genannt.
Kolumbien.
Die Gespräche zwischen Vertretern der salvadorianischen Regierung und dem linksgerichteten Guerrilleros über eine friedliche Lösung des Konfliktes in El Salvador sind gestern gescheitert.
Der Leiter der Regierungsdelegation sagte, die Untergrundkämpfer hätten sich nicht bereit erklärt, an den für Februar geplanten Wahlen und Aufsicht der derzeitigen Regierung teilzunehmen.
Ein Abgeordneter der Guerrilleros sagte, die Vertreter seiner Bewegung seien nach dem Treffen entmutigt.
Sowjetunion.
Die Regierung in Moskau hat dem französischen Sänger und Filmschauspieler Yves Montand Antikommunismus vorgeworfen.
Die Regierungszeitung Izvestia schreibt in ihrer heutigen Ausgabe, Montand sei in eine andere Klasse übergewechselt, deren Interessen er treu diene.
Das Blatt kritisiert vor allem die Stellungnahme Montands für die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Westeuropa bei einem Scheitern der Genfer Abrüstungsverhandlungen.
Der französische Sänger und Filmschauspieler war früher in der Sowjetunion äußerst populär.
Österreich Nach einer Umfrage des Vereins der Staatsopernfreunde unter 700 Mitgliedern hält nur jeder zehnte Stammbesucher der Wiener Staatsoper das Niveau seit dem Amtsantritt von Direktor Lorin Marcel für verbessert.
90 Prozent gaben an, die Vorstellungen seien schlechter geworden oder im Niveau gleich geblieben.
Besonders unzufrieden ist man über die Auswahl der Dirigenten.
Es folgen die Engagements der Sänger, die Werkauswahl und die Regie.
An im Repertoire fehlenden Werken werden am häufigsten Wagner's Ring, Mozart's Don Giovanni und Verdi's Don Carlos genannt.
Deutsche Demokratische Republik.
Das Deutsche Theater in Ost-Berlin ist gestern Abend nach zweijährigen Renovierungsarbeiten feierlich wieder eröffnet worden.
An der Aufführung von Goethes Torquato Tasso nahmen Staats- und Parteichef Honecker und die gesamte Staats- und Parteiführung teil.
Ziel der Renovierungsarbeiten war es, das Theater wieder in den Zustand zu versetzen, in dem es zu Beginn der Ära von Max Reinhardt im Jahr 1905 war.
Im Deutschen Theater sind die berühmtesten Schauspieler des deutschsprachigen Raums tätig gewesen.
Elf Minuten nach zwölf ist es jetzt.
Jetzt gleich zur Wetterprognose fürs Wochenende.
Dazu begrüße ich hier im Studio Bernhard Kletter von unserer Wetterredaktion.
Guten Tag.
Herr Kletter, einem Jahrhundert Sommer in diesem Jahr scheint jetzt auch ein Jahrhundert Herbst zu folgen.
Ja, es schaut so aus, als ob das Schönwetter im Sommer sich jetzt im Herbst fortsetzt, im sogenannten Altweibersommer.
Das Schönwetter bleibt auch am Wochenende nur mit kleinen Einschränkungen.
Frühnebel vor allem, dann einige Wolkenfelder am Samstag, aber mehr wird nicht sein.
Das Hoch ist schon etwas schwächer geworden, deswegen auch der verstärkte Frühnebel.
Ein kleines Tief über Italien wird uns vom Süden her die Wolken schicken, aber am Sonntag kommt wieder von Südwesten her Druckanstieg.
Das bedeutet also heute Abend Bewölkungszunahme, besonders im Süden, morgen Frühnebel, der örtlich beständig sein kann, dann aber relativ sonnig mit einigen Wolkenfeldern, vor allem im Süden.
Die Temperaturen bleiben unverändert etwa bis 23 Grad je nach Bewölkung.
Am Sonntag dann wieder Frühnebel, nach dessen Auflösung aber dann überall sonnig und mild.
22 Grad werden fast überall erreicht werden.
Gutes Bergwetter, am Sonntag wieder ausgezeichnete Fernsicht.
Also ideales Wetter zur Weinlese und zum Wandern.
Wie lange wird dieses schöne Wetter anhalten?
Gibt es schon längerfristige Prognosen?
Wir können natürlich ganz langfristig nicht sehr viel sagen, das ist ganz klar, aber zumindest bis Dienstag wird das Schönwetter anhalten.
Sie haben auch die Messwerte von 12 Uhr, wie schaut es da in den Landeshauptstädten aus?
In Wien ist es noch sonnig, Temperatur 19 Grad, Eisenstadt ebenfalls sonnig, etwas wärmer, 21, Linz sonnig, 18 Grad.
Salzburg und Innsbruck haben Hochnebel, dort ist es wolkig.
22 Grad in Salzburg, 21 in Innsbruck.
Bregenz stark bewölkt 16, ebenfalls Hochnebel.
Graz stark bewölkt 15 und Gangfurt wolkig 19 Grad.
Das herbstliche Schönwetter bleibt also bestehen an diesem Wochenende.
13 Minuten nach 12 ist es jetzt.
Unter dem Motto Arbeit für alle, schwierige Zeiten gemeinsam meistern, veranstaltet Österreichs größte Arbeitnehmervertreterorganisation, der ÖGB, mit seinen 1,6 Millionen Mitgliedern in der kommenden Woche den 10.
Bundeskongress.
Auf diesem alle vier Jahre stattfindenden höchsten Entscheidungsbildungsgremium des Gewerkschaftsbundes werden die Richtlinien der Gewerkschaftsstrategie für weitere vier Jahre festgelegt.
Wir haben schon in dieser Woche in einem besonderen Bericht zusammengefasst, welche Anträge aus den Fachgewerkschaften es zum Thema Arbeitszeitverkürzung gibt und wie sehr dieses Thema den Kongress dominieren dürfte.
Womit sich die Funktionäre des ÖGB darüber hinaus anhand der vorliegenden Anträge an dem Bundeskongress in der kommenden Woche noch beschäftigen werden, analysiert Markus Sommersache im kommenden Beitrag.
Wie in Zeiten einer anhaltenden Weltwirtschaftskrise, die auch auf Österreich übergegriffen hat, nicht anders zu erwarten, steht das Bemühen der Gewerkschafter um die Sicherung eines möglichst hohen Beschäftigungsniveaus im Vordergrund.
Dabei ist Sicht der ÖGB im Klaren, dass nur durch einen sozial abgesicherten Strukturwandel in Industrie und Gewerbe die Wachstumschancen der österreichischen Wirtschaft und die Sicherheit des sozialen Netzes auch für die Zukunft gewährleistet werden können.
Was aber in dieser Deutlichkeit auffällt, ist zum Beispiel die in dieser Form bisher noch nie zum Ausdruck gekommene Betonung des Begriffes Ökologie und Umwelt.
wie sie etwa schon in den Grundsatzerklärungen des ÖGB-Vorstandes zur gewerkschaftlichen Strategie in den 80er Jahren zum Ausdruck kommen.
Dort heißt es, Schwerpunkt einer zukunftsgerechten Politik muss die Sicherung der Vollbeschäftigung, die humane Gestaltung der Arbeitswelt und die Berücksichtigung ökologischer Erfordernisse sein.
Die Strategie lautet also Umstrukturierung der österreichischen Wirtschaft in Richtung technisch anspruchsvoller und arbeitsintensiver Güter, das Einbeziehen der neuen Technologien der Elektronik, aber Rücksichtnahme auf die Umweltverträglichkeit solcher neuen Produktionen.
Dabei gibt es allerdings innerhalb der einzelnen Teilgewerkschaften Nuancierungen.
So heißt es in einem Antrag der größten Teilgewerkschaft, der Gewerkschaft der Privatangestellten zur Wirtschaftspolitik.
Wachstumsraten, die nur die mengenmäßige Steigerung des Bruttosozialproduktes messen, sagen wenig über die Lebensqualität in einem Land aus.
Gleichzeitig stößt die undifferenzierte Steigerung der Produktion im Hinblick auf knappe Rohstoffe, zunehmende Umweltbelastung und geringere Absatzmöglichkeiten auf Grenzen.
Etwas anders formuliert das die Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter.
Unter dem Kapitel Energie und Umwelt heißt es zwar, wir stehen nach wie vor zu den Grundsätzen, dass Ökonomie und Ökologie keinen Gegensatz darstellen.
Etwas weiter fordern die Bau- und Holzarbeiter jedoch, Wirtschaftswachstum darf und soll nicht durch falsch verstandenen Umweltschutz verhindert werden.
Eine Verschlechterung des Lebensstandards wird abgelehnt.
Ganz allgemein zeigen sich bei der Bewertung der Energiefrage auch gewisse abgestufte Betrachtungsweisen.
So meint die Gewerkschaft der Eisenbahner.
Kernenergie ist nur dann einzusetzen, wenn die Frage der gesicherten Entlagerung gelöst ist.
Demgegenüber fordern die Bauholzarbeiter.
Um die für wirtschaftliches Wachstum nötige Menge an elektrischer Energie zur Verfügung zu haben, ist ein weiterer Ausbau der heimischen Kraftwerke nötig.
Dies gilt in erster Linie für die Wasserkraft, aber auch für die Kernenergie.
Breiten Raum in den Anträgen zur Wirtschaftspolitik der Gewerkschafter nehmen Fragen der Steuer- und Lohnpolitik ein.
Grundsatz dabei, in Zeiten wirtschaftlicher Krisenerscheinungen müssen einkommensschwächere Arbeitnehmer bei den Lohnerhöhungen besonders berücksichtigt werden.
Wie ein roter Faden durch Anträge zur Steuerpolitik zieht sich die Forderung, die Steuerprogression zu mildern und Härten zu beseitigen.
Die Privatangestellten, die Gewerkschaft Kunst, Medien und Freie Berufe sowie die Gemeindebediensteten Gewerkschaft verlangen, dass auch die Gewerkschaftsbeiträge wie Kirchensteuerbeiträge steuerlich absetzbar sein sollten.
Gegen weitere steuerliche Belastungen der Arbeitnehmer ganz allgemein spricht sich die ÖVP-dominierte Gewerkschaft öffentlicher Dienst in einem Antrag aus.
Im sozialpolitischen Teil der ÖGB-Anträge wird die Grundlinie betont, dass auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten kein Stillstand in der Sozialpolitik eintreten dürfe.
Einige Forderungen, voller Abfertigungsanspruch, wenn ein Angestellter wegen der Umstellung auf neue Technologien in seinem Betrieb selbst das Dienstverhältnis kündigt oder erhöhter Abfertigungsanspruch bei ungerechtfertigter Entlassung oder
Volle Abfertigung für Frauen, die ihr Dienstverhältnis wegen der Geburt eines Kindes lösen müssen.
Mehrere Gewerkschaften verlangen, dass der Pflegeurlaub ausgeweitet wird.
Und zwar soll der Pflegeurlaub auch dann gewährt werden, wenn jemand nahe Angehörige pflegen muss, die aber nicht im gemeinsamen Haushalt des Arbeitnehmers leben.
Als wünschenswert bezeichnen es mehrere Gewerkschaften, mehr als nur das Karenzian nach der Geburt eines Kindes, den Müttern als Ersatzzeit für die Pensionsversicherung anzurechnen.
Soweit einige der 200 Anträge, die die Delegierten des 10.
Bundeskongresses des ÖGB in der kommenden Woche zu behandeln haben werden und die in den kommenden vier Jahren die Grundlinien gewerkschaftlicher Strategie sein sollen.
Eine Strategie, zu der es bereits in der Vergangenheit gehört hat, die eigene Unabhängigkeit von Regierung oder politischen Parteien zu betonen.
Dieses Bemühen um Unabhängigkeit soll jetzt auch formal zum Ausdruck kommen.
Ein Antrag der ÖVP-dominierten Gewerkschaft Öffentlicher Dienst verlangt, dass in den Statuten des ÖGB der Ausdruck überparteilich ausdrücklich aufgenommen wird.
Und tatsächlich trägt auch der Bundesvorstand des ÖGB in seinem ersten Antrag an den Kongress diesem Verlangen Rechnung.
Er verlangt eine Änderung des ersten Absatzes der ÖGB-Statuten in folgender Form.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist eine auf demokratischer, überparteilicher Grundlage aufgebaute und auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhende Berufsvereinigung der Arbeitnehmer.
Am Montag beginnt der ÖGB-Kongress und das Motto dieses ÖGB-Kongresses ist, Arbeit für alle schwierige Zeiten gemeinsam meistern.
Heute Freitag ist der letzte Tag, an dem in der Papierfabrik in Niklasdorf in der Obersteiermark unter den bisherigen Eigentümern regulär gearbeitet werden soll.
Wir haben schon im Morgenjournal darüber berichtet.
In der Papierfabrik in Niklasdorf waren bisher noch etwas mehr als 400 Menschen beschäftigt.
Die Fabrik gehört zum Leicam-Konzern.
Leicam wiederum ist eine der Firmen im Konzern der Kreditanstalt Bankverein.
Das Werk Niklasdorf sei ein schwerer Verlustbringer, der den Gesamtbestand von Leicam gefährdet, heißt es von den Leicam-Firmenleitern.
Daher müsse es geschlossen werden.
Erste Versuche dafür gab es schon vor drei Jahren.
Die Belegschaft hat das aber durch Proteste und auch durch Straßenblockaden verhindert.
Heute ist nach den Leihkampplänen die Zeit für Niklasdorf aber trotzdem abgelaufen.
Es gab aber in den vergangenen Wochen ernsthafte Verkaufsgespräche um Niklasdorf.
Eine saudiarabische Finanzgruppe und die oberösterreichische Wellpappenerzeugung Bauernfeind stellten sich als mögliche Käufer ein.
Heute Vormittag wollte ein Vertreter der arabischen Gruppe das Werk besichtigen.
Und gestern Abend hat Bundeskanzler Sinovac die Schließung des Werkes noch durch einen Appell an Laikam und die CA zu verhindern versucht.
Wie die Situation in Niklasdorf nun heute am letzten Arbeitstag selbst ist, darüber berichtet nun direkt aus Niklasdorf Günther Bauer vom Landestudio Steiermark.
Die Papier- und Zellstofffabrik in Niklasdorf heute Vormittag.
Über der Region Leoben scheint die Sonne.
Es wird sozusagen ein bisschen Hoffnung auch vom Himmel heruntergeschickt.
Noch laufen die Maschinen.
Heute Abend wird es hier für längere Zeit aber still sein.
Ein Teil der Maschinen wird nämlich abgestellt.
Heute Vormittag wurde allerdings wieder bekannt gegeben, dass die Maschine 1 bis auf weiteres weiterlaufen wird.
400 Menschen bangern hier in Niklasdorf um ihre Arbeitsplätze.
Die komplette Schließung der Papierfabrik würde auch das Aus für eine ganze Region bedeuten.
Heute Vormittag zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer ab.
Eine saudiarabische Firmengruppe, die sogenannte Tamimi-Gruppe, ist am maroden Niklasdorfer Werk interessiert.
Die Verhandlungen über einen Verkauf des Laikam-Werkes an die Araber laufen gut, sagt zumindest die Laikam.
Heute Vormittag sollte nun jener Mann kommen, in dem die Niklasdorfer Belegschaft den rettenden Strohhalm sieht.
Der Chef der arabischen Interessenten, Scheich Abdul Fuad.
Er kam aber nicht, sondern er schickte seinen Finanzchef Yusuf Alavi.
Um 10.15 Uhr fuhr der Brauni Reus Reus mit dem Kennzeichen H193 des Fürstentums Monaco durch das Tor 2 auf das Gelände der Papierfabrik Niklasdorf.
Hinter dem Tor warteten bereits Arbeiter und Angestellte, um den Vertreter ihres vielleicht zukünftigen Brötchengebers zu bestaunen und auch zu begrüßen.
Wer auf Leikam-Generaldirektor Herbert Pock als Eigentümervertreter gewartet hatte, sah sich enttäuscht.
Er kam nämlich auch nicht nach Niklasdorf.
Im Verwaltungsgebäude der Fabrik wird derzeit im ersten Stock im Büro von Werksdirektor Werner Gumpold verhandelt.
Die Teilnehmer.
Yusuf Alavi, Finanzchef von Scheich-Fuat.
Ingenieur Wilhelm Papst, er hat die Kontakte zwischen Scheich-Fuat und der Leikam geknüpft.
Sein Sohn Wilhelm Papst von der Firma Viscose Consulting.
Diese Firma hat die technische Beurteilung des Werkes durchzuführen.
Und Werksdirektor Werner Gumpold von der Leica.
Das erste Gespräch in Niklasdorf läuft in freundlicher und man hat auch den Eindruck in lockerer Atmosphäre ab.
Nach etwa einer Stunde machte man sich dann zu einer Besichtigung des Betriebs auf.
Man stieg sogar auf den großen Turm der Papierfabrik in Niklasdorf, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Yusuf Alavi, der Finanzchef von Scheich-Fuat, wirkte eher reserviert, ließ aber durchblicken, dass man am Kauf des Werkes Niklasdorf sehr interessiert sei.
Über den Preis werde man sich mit der Leicam auch noch einigen.
Ob die Araber nun Niklasdorf kaufen werden oder nicht, das wird am Montag in Verhandlungen mit der Leikam und der Finanzierungsgarantiegesellschaft in Wien entschieden werden.
Vor wenigen Tagen hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift für den dritten Prozess im AKH-Komplex fertiggestellt.
Jenem Prozess, bei dem es um aufklärungswürdige Vorgänge rund um einen 120-Millionen-Schilling-Auftrag zur Betriebsorganisation des Spitals gegangen ist.
AKH seit Jahren ein Kürzel, das ebenso für Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftskorruption steht, wie später dies auch für die burgenländische Wohnbaugenossenschaft Ost-WBO galt.
1982 hatte der damalige Bundeskanzler Kreisky mit seinen zehn Geboten der Sauberkeit eine absolute Trennung von Politik und Geschäft zu erreichen versucht.
Bundespräsident Rudolf Kirchschlegers Wort von den sauren Wiesen, die trocken zu legen seien, ist wohl ebenfalls noch in guter Erinnerung.
Auch die neue Regierung scheint entschlossen zu sein, dem Thema Wirtschaftskriminalität breites Augenmerk zu widmen.
Justizminister Harald Ofner und Innenminister Karl Blecher fanden sich heute zu einer gemeinsamen Enquete über das Thema Wirtschaftskriminalität zusammen, Fritz Besata berichtet.
Es war der durch die AKH-Verfahren bekanntgewordene Richter Paul Weiser, der in der Urteilsbegründung zum zweiten AKH-Prozess beklagt hatte, dass das derzeitige Strafrecht offensichtlich nicht ausreiche, um alle Formen der modernen Wirtschaftskriminalität zu erfassen.
So das seinerzeitige Zitat.
Noch sind nicht alle anhängigen AKH-Verfahren durchgeführt, auch ein zweiter WBO-Prozess ist erst in Vorbereitung und beinahe wöchentlich gibt es neue Enthüllungen über tatsächliche oder angebliche Fälle von Wirtschaftskriminalität.
Fälle, die oftmals nicht einmal in das Stadium der Anklageschrift kommen.
Wohl mit ein Grund, dass sich in der schon leicht skandalabgestumpften Bevölkerung die Meinung breitmacht, die da lautet, da könne man eben nichts machen oder die da oben würden es sich eben richten.
Diese Stimmung haben auch Innenminister Karl Blecher und Justizminister Harald Ofner erkannt.
Deshalb haben diese beiden Minister seit Bildung der Koalitionsregierung auch darauf gedrängt, in einer Enquete dem in einem neuen Gewand aufgetauchten alten Thema der Wirtschaftskriminalität zu Leibe zu rücken.
Diese Enquete, das ist die erklärte Absicht Blechers und Ofners, soll Anstöße für neue, schärfere Gesetze, aber auch für technische und organisatorische Verbesserungen im Bereich der Bekämpfung der Korruption bringen.
Blecher etwa gab heute bekannt, dass er das Schulungssystem für Kriminalbeamte umstelle.
Dass anstelle von Juristen nunmehr Wirtschaftsakademiker aufgenommen werden würden.
Der erste tritt übrigens mit 1.
November sein Amt an.
Und dass man auch zur Bekämpfung der sogenannten Computerkriminalität einen eigenen Computer im Ministerium angeschafft habe.
Darüber hinaus predigt Blecher die Zusammenarbeit seiner Behörden mit der Justiz.
Für Justizminister Ofner ist ein Ansatz bei der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität der, dass man in Hinkunft neben Freiheitsstrafen auch gleichzeitig Geldstrafen verhängen sollte, damit der Täter, so er überhaupt erwischt und verurteilt wird, nicht nach einigen Jahren die Früchte seines Verbrechens in Ruhe genießen kann.
Man muss davon wegkommen, dass der erfolgreiche Täter sich sagt, jetzt sitze ich eine gewisse Zeit lang.
Ich habe aber das erbeutete Wohl angelegt, im Inland oder im Ausland.
Wenn ich es mir ausrechne, was auf die Stunde entfällt, dann kommt ein ganz ordentlicher Stundenlohn heraus.
Ein normaler und anständiger Mensch könnte sich das niemals verdienen.
Ich sitze daher sehr gerne diese Strafe ab und bin im Anschluss daran,
verlebe ich mit Frau und Kind oder auch nicht mit Frau und Kind, mit Freundin irgendwo die Beträge, die ich mir ergaunert habe.
Es muss daher eine entsprechende Geldstrafe kumulativ, so glaube ich, zu der Freiheitsstrafe dazukommen, um es schwieriger zu machen, das Erbeutete dann ohne Sorge verleben zu können.
Durchaus einverstanden mit diesem offenen Vorschlag ist Innenminister Karl Blecher, der sich auch vorstellen kann, dass man die Höchststrafen für bestimmte Wirtschaftsverbrechen derzeit zehn Jahre noch erhöht.
Wir haben eine ganze Reihe von Wirtschaftsstraftaten, wo die Höchstgrenze der auszumessenden Freiheitsstrafe bei drei Jahren liegt.
Und hier sind wir also wirklich der Meinung, auch in meinem Ressort, dass wir den Herrn Bundesminister Ofner voll unterstützen müssen, die Geldstrafe dazu zu legen, die kumulierte Strafe.
Freiheitsstrafe allein ist sicher kein abschreckendes Mittel in einer Reihe von Fällen.
Und mit der kumulierten Strafe, Freiheitsstrafe plus Geldstrafe,
ist ja schon ein von mir vorher angegebener höherer Strafrahmen eine Verschärfung auch der Repression erreicht.
Nicht besonders glücklich ist Innenminister Blecher hingegen mit dem heute neuerlich von Ofner präsentierten Vorschlag, den Anzeiger eines Wirtschaftsverbrechens, der selbst daran teilnimmt, straffrei zu lassen.
Doch darüber scheint noch nicht das letzte Wort, auch nicht auf der heutigen Enquete gesprochen zu sein.
Das letzte Wort aus der Sicht von Justizminister Ofner scheint hingegen über die immer mysteriöser werdenden Vorgänge rund um die Untersuchung der seinerzeitigen Finanzierung der Villa von Ex-Finanzminister Hannes Androsch zu sein.
Ofner halte auf eine entsprechende Journalistenfrage, er sei weniger an der Vergangenheit als vielmehr an der Zukunft interessiert.
Und jetzt ein Blick in die Kommentarspalten der heutigen Tageszeitungen, Auswahl der Zitate Johannes Fischer.
Die Diskussion um die Androsch-Steuerakte, veröffentlicht von der Zeitschrift Profil, von Abgeordneten der SPÖ als gefälscht bezeichnet, von der ÖVP in Form eines Antrages zur Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses abgegriffen, diese Diskussion wird auch heute in einigen Zeitungen weitergeführt.
Der Kurier zitiert dabei den Finanzbeamten Werner Weiß, der bestreitet, dass handschriftliche Notizen auf dem Andros-Steuerakt von ihm stammen würden und schließt daran die Frage, ob Profil einer gezielten Intrige oder Fälschung aufgesessen ist.
Im Kommentar von Hans Rauscher heißt es dazu,
Profil muss nun zwei Dinge nachweisen.
Erstens, dass es aus einem nicht manipulierten Akt zitiert hat.
Und zweitens, dass unter Finanzminister Salcher neuerlich eine schriftliche Beurteilung des Falles Androsch vorgenommen wurde, die der ursprünglichen Untersuchung schwere Mängel bescheinigt, was vom Finanzministerium geleugnet wird.
Je nachdem wird eine Affäre Profil oder eine Affäre Seilcher daraus.
Mainz, der Kurier.
Das sozialistische Oberösterreichische Tagblatt schreibt in seiner heutigen Titelzeile... Manipulierte Dokumente lieferten Skandal-Story.
Androschs Steuerakt wurde gefälscht.
Und Reinhard Hampel stellt in den oberösterreichischen Nachrichten die Frage.
Wird es eine groteske oder ein Krimi?
Oder ein grotesker Krimi in der Reihe fantastische Literatur?
Vom Fall Androsch ist die Rede.
Genauer, von einem Fall, der bald den Namen Salcher oder Finanzministerium oder Aktenlauf tragen kann.
Bald redet man nicht mehr davon, was sich alles beim Kauf von Androsch's Villa abspielte und was dabei aufgedeckt wurde oder enthüllt hätte werden können.
Nein, der geheimnisvolle Weg fotokopierter Akten und die Frage, was an den Schriften echt, authentisch oder mysteriös ist, steht plötzlich im Mittelpunkt.
Dass die betroffenen Beamten sich nun für das Spiel »Mein Name ist Hase« kostümieren, darf nicht wundern.
In der steirischen ÖVP-nahen Zeitung Südosttagespost sieht Detlef Harbig hinter der Diskussion innerhalb der SPÖ eine neue Ola-Krise heraufdämmern.
Hier wird wieder einmal der alte SPÖ-interne Dualismus zwischen eher pragmatischen Gewerkschaftern und grundsatzbewusster Partei ausgefochten, den Kreisky einige Jahre hindurch überdecken konnte.
Wobei diesmal der Frontverlauf komplizierter denn je ist.
Er geht nämlich quer durch diese beiden historischen Bestandteile der Sozialdemokratie.
Und diesmal noch zusätzlich verschärfend, ein zwischen allen Fronten hilflos herumirrender Sinowaz und ein von einem Fettnapf in den anderen torkelnder Seicher.
Die Führungslosigkeit der SPÖ nimmt langsam gespenstische Ausmaße an.
Meint jedenfalls Detlef Harbig in der Südosttagespost.
In der Grazer Kleinen Zeitung sieht Ulrich Stocker auch noch ein demokratiepolitisches Problem.
Er erinnert noch einmal daran, dass die Regierungskoalition einen Antrag auf Untersuchung der Vorgänge im Finanzministerium abgelehnt habe und schreibt, die Aktenlage vermittelt den Eindruck, dass ein früherer Finanzminister in der Behandlung persönlicher Steuerangelegenheiten doch deutlich anders behandelt worden sein könnte als ein Normalbürger.
Dieser Eindruck mag falsch sein, aber auch und gerade dann sollte er möglichst rasch beseitigt werden.
Die gleichere Behandlung von Machtträgern ist nämlich die wirkliche Gefahr für die Demokratie, auch wenn sie nur als Eindruck bestehen bleibt.
Und zum Schluss sei Herr Strudl in der Kronenzeitung zitiert.
Für den Steger ist der Androsch ein dichtiger Bankdirektor.
Für den Kreisky war er ein dichtiger Finanzminister.
Und die Dichtigen haben es halt bei uns immer schon schwer gehobt.
Zwei Minuten nach halb eins ist es jetzt.
Was können Sie noch bis drei zu neun Mittag schon hören?
Griechenland macht durch seine eigenständige Politik den Partnern in der EG und NATO ärger.
Die SSR-Propagandakampagne gegen die USA am Jahrestag 45 Jahre München abkommen.
Und wirtschaftliche und politische Lage Polens nach wie vor pessimistisch.
Diese Einschätzung gibt einer der prominentesten polnischen Oppositionellen, Prof. Kiszelewski.
Aus Österreich berichten wir noch über den Mathematiklehrerkongress in Salzburg und über die Aufführung des Films Die Wilden Fünfziger.
Die groß angelegten NATO-Manöver, die zurzeit im östlichen Mittelmeerraum abgehalten werden, finden nun endgültig ohne Beteiligung Griechenland statt.
Ein Sprecher des Athener Verteidigungsministeriums erklärte, man habe der NATO geplante Übungen von amphibischen Landungsoperationen an der griechischen Küste untersagt.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Athener Regierung die Beteiligung griechischer Einheiten aus den NATO-Manövern zurückgezogen, nachdem das westliche Verteidigungsbündnis sich weigerte, eine bestimmte griechische Insel, nämlich Limnos, in ihre Manöver einzubeziehen.
Dass Griechenland aus NATO-Manövern im östlichen Mittelmeerraum ausschert, ist nicht das erste Mal, aber in den letzten Monaten häufen sich die Anzeichen dafür, dass die Außen- und Verteidigungspolitik Athens sich immer mehr von der Linie der westlichen Bündnispartner entfernt, Brigitte Fuchs analysiert.
Griechenlands Verhältnis zur NATO und vor allem den Vereinigten Staaten ist seit vielen Jahren gestört.
Spätestens nämlich, seit weder die USA noch die NATO 1974 verhindern konnten, dass die beiden NATO-Mitgliedsländer Griechenland und Türkei auf Zypern Krieg gegeneinander führten.
Griechenland fühlt sich seither von seinem Bündnispartner Türkei noch mehr bedroht als früher, wobei die griechische Urangst vor den Türken mit Sicherheit in 500 Jahren osmanisch-türkischer Herrschaft über Griechenland zu finden ist.
Seit Griechenland und die Türkei Mitglieder des Atlantischen Verteidigungspaktes sind, gibt es Reibereien zwischen diesen Partnern.
Reibereien, bei denen Athen immer wieder das Gefühl vermittelt bekam, die NATO und die USA seien eher bereit, sich auf die Seite des strategisch wichtigeren Bündnispartners Türkei zu schlagen, als auf den Standpunkt des sich bedroht fühlenden Griechenlands Rücksicht zu nehmen.
Seit also das Vertrauen Griechenlands in die westlichen Partner infolge der Zypern-Krise merklich geschwunden ist, versucht Athen eine unabhängigere Außenpolitik zu machen.
In den letzten neun Jahren wurden daher die Beziehungen zu den Ostblockländern, zu Staaten der Dritten Welt und vor allem zu Ländern des Nahen Ostens ausgebaut.
Diese Politik wurde vom langjährigen konservativen Regierungschef Karamanlis begonnen und wird, seit der Sozialist Papandreou Premierminister ist, forciert fortgesetzt.
Gleichzeitig wurde Griechenland durch seine Vollmitgliedschaft bei den europäischen Gemeinschaften in Westeuropa stärker integriert, als das seiner geografischen Position in Europa entspricht.
Denn ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass Griechenland mit den Nachbarländern Jugoslawien, Albanien, Bulgarien und der Türkei kein einziges westeuropäisches Land zum Nachbarn hat.
Diese stärkere Integration in Westeuropa bei gleichzeitigem Ausbau der Beziehungen zum Osten und wachsender Distanz zur NATO und den Vereinigten Staaten hat Probleme mit sich gebracht.
Probleme für Griechenland ebenso wie für die europäischen Gemeinschaften.
Denn Athen hat vom ersten Tag seiner EG-Mitgliedschaft darauf bestanden, seine eigene Außenpolitik weiterzumachen und sich nicht an die Brüsseler EG-Außenpolitik zu halten.
Für diese eigenständige Haltung gibt es eine Reihe von Beispielen.
Griechenland hat als einziges EG-Land der PLO vollen diplomatischen Status eingeräumt.
Es hat als einziges EG-Land keine vollen diplomatischen Beziehungen zu Israel und steht in der gesamten Nahostfrage, dem arabischen Lager, näher als der Westen insgesamt.
Und der im Westen verbönte libysche Staatschef Gaddafi ist in Athen ein stets gern gesehener Gast.
Aber nicht nur bei der Nahostfrage geht Griechenland seinen eigenen außenpolitischen Weg.
Auch als in Polen das Kriegsrecht ausgerufen wurde, war man in Athen in den Reaktionen weit milder als in Westeuropa oder in den USA.
Und in der Frage der Stationierung amerikanischer atomarer Mittelstreckenwaffen in Europa steht Athen auf dem Standpunkt, die Frist für die Genfer Verhandlungen sollte um sechs Monate ausgedehnt werden, um die Chancen auf einen Verhandlungserfolg in Genf zu verbessern.
Die anderen neuen EG-Länder wollen diesen griechischen Vorschlag nicht einmal diskutieren, da der Ort für eine derartige Diskussion die NATO und nicht die EG wäre.
Aber zur NATO hat Griechenland wie gesagt trotz bestehender Mitgliedschaft ein gestörtes Verhältnis.
Seit dem 1.
Juli ist nun die griechische Eigenständigkeit in der Außenpolitik den anderen Europäern besonders unangenehm.
Seit dem 1.
Juli nämlich führt Athen turnusmäßig den Vorsitz in der europäischen Gemeinschaft.
Und in dieser Rolle tanzt die Griechenland jüngst besonders auffällig aus der Reihe.
Zuerst weigerte es sich, an den westlichen Boykott-Maßnahmen gegen die Sowjetunion wegen des Abschusses des koreanischen Passagierflugzeuges teilzunehmen.
Und dann verhinderte Athen eine einstimmige, scharfe Verurteilung des Flugzeugabschusses durch die EG.
Über diese jüngste Aktion Griechenlands ist man in den westeuropäischen Hauptstädten, vor allem in Bonn und London, ganz besonders verärgert.
Eine Änderung der so besonders auf Eigenständigkeit erpichten griechischen Haltung ist allerdings trotz aller Verärgerung bei den Partnern nicht zu erwarten.
Denn im Gegensatz zu anderen Ländern ist Außenpolitik in Griechenland ein Thema, das nicht nur Diplomaten und Regierungsmitglieder beschäftigt.
Außenpolitik ist der Hauptinhalt der griechischen Zeitungen und damit auch das gefragteste Thema der allabendlichen Diskussionen im Kaffeehaus.
Und bei diesen Diskussionen kommt meist heraus, dass die betonte Eigenständigkeit der Regierung innerhalb von EG und NATO ausgesprochen populär ist, was für die Athener Politiker nur ein Grund mehr ist, auch weiterhin aus der Reihe zu tanzen.
Heute, vor 45 Jahren, am 30.
September 1938, wurde in München das sogenannte Münchner Abkommen unterzeichnet.
Angesichts der Kriegsdrohung Adolf Hitlers gaben damals die Westmächte nach und akzeptierten die Abtretung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich.
Anlässlich des Jahrestages ist nun in der CSSR eine große Propagandaaktion angelaufen, in der unter anderem Parallelen zwischen der Politik des Deutschen Reiches von 1938 und der heutigen Politik der USA gezogen werden.
Erich Macho berichtet.
In den frühen Morgenstunden des 30.
September 1938 wurde nach einer Nachtsitzung im Führerhaus in München vom deutschen Adolf Hitler, vom britischen Premier Arthur Chamberlain, vom französischen Ministerpräsidenten Edouard Daladier und vom italienischen Diktator Benito Mussolini das München-Abkommen unterzeichnet.
Die Tschechoslowakei, um die es damals ging, war nicht vertreten.
Durch das München-Abkommen wurde die Tschechoslowakei gezwungen, das Sudetenland, in dem rund drei Millionen Deutsche und 800.000 Tschechen lebten, an das Deutsche Reich abzutreten.
Die Tschechoslowakei verlor dadurch ein Fünftel ihres Staatsgebietes, ein Viertel ihrer Bevölkerung und das Vertrauen an die Westmächte.
Die Welt, insbesondere die Westmächte glaubten damals, durch ihr Nachgeben Hitlers Expansionswünsche ein für allemal befriedigt zu haben und einer drohenden Kriegsgefahr ausgewichen zu sein.
In seiner Rede im Berliner Sportpalast sagte Adolf Hitler damals... Ich bin Mr. Chemerlein dankbar für all die Bemühungen.
Ich habe ihm versichert, dass das deutsche Volk nichts anderes will als Frieden.
Ich habe Walter versichert und ich wiederhole es hier, dass wenn dieses Problem gelöst ist, für Deutschland es kein territoriales Problem mehr in Europa gibt,
Hier eine Hörfunkreportage vom Einmarsch der Deutschen ins Sudetenland.
Der Jubel in allen Orten, im ganzen Sudetendeutschen Lande, der in Worten wirklich nicht zu erfassen ist, galt natürlich in erster Linie der Stunde der Befreiung, der Befreiung von einem aufgezwungenen, gewalttätigen Jocht.
Der Jubel galt aber besonders auch der deutschen Wehrmacht.
Die Geschichte hat gezeigt, dass Hitler die Annexion des Sudetenlandes nur als eine weitere Etappe für seine Großmachtträume betrachtete.
1945 bekamen die Sudetendeutschen dafür von den Tschechen die Rechnung präsentiert und wurden aus ihrer Heimat vertrieben.
In zwischenstaatlichen Verträgen wurde 1967 zwischen der DDR und der GSSR und 1973 zwischen Prag und Bonn der Münchner Vertrag von vornherein für null und nichtig erklärt.
Genau 45 Jahre nach dem München-Abkommen wird von der GSSR-Führung die heutige Weltlage mit der durch das München-Abkommen entstandenen Situation verglichen.
Die GSSR-Presse beschuldigt den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan offen, ähnliche Ziele wie Hitler zu verfolgen.
Gemeinsamer Nenner sei der Antisowjetismus, so heißt es im kulturpolitischen Wochenblatt der KPG Tworba.
Weiter schreibt Dworba, heute malen erneut die Kriegsplaner den Teufel der sowjetischen Gefahr an die Wand.
Präsident Reagan erklärt den Kreuzzug gegen den Kommunismus und wieder marschieren die patentiertersten Demokraten gemeinsam mit den Faschisten.
München kann nicht bloß Geschichte werden, solange Kräfte wirksam sind, die München verursachten.
Soweit das kulturpolitische Wochenblatt der KPG Dworba.
Die Kampagne in den tschechoslowakischen Massenmedien über das München-Abkommen wird in den nächsten Tagen mit einer Woche gegen den Faschismus und den Krieg ihren Höhepunkt erreichen.
In Polen sollen führende Mitglieder der Bürgerrechtsbewegung in Kürze vor ein Militärgericht gestellt werden.
Auch geht die Hetzkampagne gegen den Gewerkschaftsführer Lech Walesa weiter.
Wie ist die Lage in Polen einzuschätzen?
Einer, der vielleicht eine Antwort darauf geben kann, ist Professor Stefan Kiszelewski, der sich gegenwärtig in Wien aufhält.
Kiszelewski kann als der große alte Mann der polnischen Opposition bezeichnet werden.
Der berühmte Komponist und Schriftsteller
wurde schon in der stalinistischen Zeit mit Sprechverbot belegt, weil er sich offen für die parlamentarische Demokratie einsetzte.
Dennoch gelingt es ihm immer wieder zu legalem Aufenthalt in den Westen zu fahren und wieder heimzukehren.
Diesmal nach dreimaliger Ablehnung zur Entgegennahme des Freiheitspreises einer Schweizer Stiftung.
Harry Sichrovsky sprach mit Professor Kischelewski.
Herr Professor Kisielewski, wir haben vielleicht keinen heißen, aber einen sehr ereignisreichen polnischen Sommer hinter uns mit dem Papstbesuch, mit der Aufhebung des Kriegsrechts, mit nicht sehr erfolgreichen Aktionen zum dritten Jahrestag der Solidarität.
Wie sehen Sie die nächste Zukunft Ihrer Heimat?
Ich bin kein Optimist.
Ich glaube, die ökonomische Situation ist sehr schlecht.
Und man hat keine Reformen gemacht.
Das ist nur sehr wenig, was man gemacht hat.
Und es sind so komplizierte Probleme.
Und diese Ekipe, ich glaube nicht, dass sie es lösen könnten.
Also, es bleibt so eine.
Nicht interessante Phase unseres Lebens in Polen.
Die Leute sind müde, pessimistisch, ohne Zukunft, ohne Hoffnung.
Also das ist nicht so lustig.
Sie haben schon vor einiger Zeit die Meinung vertreten, dass Lech Walesa als politische Figur ausgespielt hat.
Doch gerade jetzt in den letzten Tagen hat es wieder schwere Verleumdungen gegen Walesa in den Medien gegeben.
Das deutet doch darauf hin, dass das Regime noch immer Walesa für wichtig und gefährlich genug nimmt.
Ich glaube, dass Wałęsa, das ist ein politischer Talent.
Aber jetzt, die Regierung will nicht mit ihm sprechen.
Auch der Papst hat das ganz privat hingesehen.
Also seine Rolle ist sehr schwierig.
Er ist populär, das ist Symbol einer freien Bewegung.
Aber ich weiß nicht, was soll er jetzt machen.
Er ist populär in ausländischen Medien, in Polen auch.
Aber die Regierung, das ist sein Fehler, ich glaube, will nicht mit ihm sprechen.
Und es bleibt so, weil der General hat so eine Ambition.
Vorher, das waren drei Panther, wie Sie wissen.
die Regierung, die Kirche und Solidarność.
Jetzt ist Solidarność offiziell eliminiert.
Es bleiben zwei Partner.
Aber ich habe jetzt nicht große Hoffnung für seine politische Aktivität.
Sie haben sich sehr pessimistisch über die nächste Zukunft Polens geäußert.
Sehen Sie General Jaruzelski mit der Zeit als einen polnischen Kadar oder sind die Verhältnisse zwischen Polen und Ungarn zu unterschiedlich?
Ich glaube, dass Jaruzelski ein politischer Kadar sein möchte, aber die Karriere von Kadar war ganz anders.
Er war zuerst ein blutiger Mensch und dann hat er mit Erlaubnis Moskau die Wahrhaftigkeit
Reformen gemacht, jetzt das Leben in Ungarn ist möglich, ist besser als bei uns, als in anderen Ländern.
Also das ist eine ganz andere Situation.
Ich glaube, dass der Schlüssel der Situation ist, dass Jaruzelski in den ökonomischen Problemen ist ohnmächtig.
Er kann nicht die Investitionen liquidieren, er kann nicht die Struktur des Lebens wechseln, er ist zu vorsichtig vielleicht, er muss so sein.
Also ich sehe nicht seine kadarische Zukunft.
Ich glaube, dass zuerst man dieses Problem lösen muss, dass die polnische Nation verstehen muss,
dass es kein Jaruzelski oder Rakowski regiert, aber da sind die Russen, die die Situation diktieren.
Man soll mit den Russen sprechen.
Das ist meine These, nicht sehr populäre These.
Man sagt mir, das ist eine Fantasie, ein Traum, aber ich glaube, ohne
Wenn, ohne dass die polnische Nation verstand, dass der Schlüssel der Situation das sind die Russen, man kann nicht wechseln.
Professor Stefan Kisielewski gab diese eher pessimistische Einschätzung über die Lage in Polen.
In Salzburg fand in den vergangenen drei Tagen das dritte österreichische Mathematikertreffen statt.
Die Mathematiker diskutierten einerseits ausgesprochene Fachthemen, bei denen mathematische Laien nicht einmal den Titel verstehen,
so lautete etwa das Motto einer Veranstaltung zum Stabilisierungsproblem von linearen, nicht-autonomen Systemen in Hilbert-Räumen.
Es kamen andererseits auch allgemein verständlichere Themen zur Sprache, wie die Bedeutung der Mathematik für die Medizin sowie geplante Reformen des Mathematik-Unterrichts in der Oberstufe.
Roland Adrovica berichtet.
Der Mathematik-Unterricht in den Schulen soll praxisorientierter werden, um vielen Schülern die Abneigung gegen diesen Gegenstand zu nehmen.
von Schulversuchen, die derzeit in ganz Österreich läuft und die gegen Ende der 80er Jahre abgeschlossen sein soll.
Der Klagenfurter Bildungswissenschaftler Willibald Dörfler formulierte das Reformziel folgendermaßen.
Derzeit lernen die Schüler im Mathematikunterricht die Sprache eines fremden Sterns, ohne zu wissen, worüber mit dieser Sprache geredet wird.
In Zukunft sollen die Kinder auf den Stern geschickt werden und den Gebrauch der Sprache lernen.
Konkret soll das etwa heißen, dass die allen Absolventen einer höheren Schule sattsam bekannten Exponentialgleichungen praxisbezogen gelöst werden sollen.
Die Gleichung 5 hoch x plus 3 hoch y ist gleich 2 hoch z soll beispielsweise derart aufgelöst werden, dass man mit ihr die Belastbarkeit eines Gewässers durch die Umweltverschmutzung oder das Ausreichen der vorhandenen Rohstoffe eines Landes berechnet.
Die Mathematiker gestanden in Salzburg auch ein, dass man Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre einen zu großen Reformschub vorgenommen habe.
Gemeint war damit die Mengenlehre, die vielen Eltern die Hilfe bei Schulaufgaben praktisch unmöglich gemacht hat.
Man habe schrittweise die Mengenlehre auf ein erträgliches Maß reduziert, hieß es in Salzburg.
Zum Thema Taschenrechner wurde betont, dass diese ungeahnte Möglichkeiten im Mathematikunterricht eröffnen könnten.
Die Schüler sollten lernen, mit diesen Rechnern richtig umzugehen, dann seien die Taschenrechner ein wichtiger Unterrichtsbehelf, meinten die Tagungsteilnehmer.
Professor Dörfler dementierte auch die oft geäußerte Ansicht, dass die Kinder wegen der Taschenrechner die Grundrechnungsarten nicht mehr beherrschten.
Ich glaube, dass das nicht stimmt, weil man historische Belege dafür hat, dass auch früher die Absolventen der verschiedensten Schultypen genauso wenig oder genauso viel Kopfrechnen beziehungsweise manuelles Rechnen mit Bleistift und Papier beherrschten, wie das heute der Fall ist.
sodass die Mängel in den Kenntnissen und Fertigkeiten der Schüler beim Rechnen nicht auf den Einfluss des Taschenrechners in den Schulen zurückgeführt werden können.
Im Übrigen, soviel ich weiß, wird der Taschenrechner in unseren Schulen in einem sehr geringen Ausmaße eingesetzt und vorwiegend nur dort eingesetzt, wo man früher Logarithmentafeln verwendet hat.
Das heißt, es wurde ein Rechenhilfsmittel
die Logarithmentafel durch ein modernes Rechenhilfsmittel, nämlich den Taschenrechner, ersetzt.
Aber ich glaube insgesamt, dass der Computer, nicht nur der Taschenrechner, das ist ja nur eine Vorform des Computers, die vielleicht in kurzer Zeit schon wiederum vorbei ist, dass der Computer aufgrund seiner Struktur
eher mehr Mathematik, aber eine mehr begrifflich und anwendungsorientierte Mathematik erfordert, als wir sie heute haben.
Er nimmt uns bloß die kalkülmäßige, mechanische und im Grunde langweilige Arbeit ab, ermöglicht uns aber Probleme zu lösen, die früher überhaupt nicht angreifbar waren.
Zum Thema Mathematik und Medizin hieß es, die Bedeutung der Mathematik für die Medizin werde immer größer.
Dabei war nicht die Berechnung der Arzt Honorare gemeint, sondern etwa der Bau von Diagnosegeräten.
Als Beispiel wurde die Computertomographie genannt, die auf Erkenntnissen des österreichischen Mathematikers Paul Funk basiert.
Derzeit wird in den Vereinigten Staaten bereits an der Verbesserung dieser Diagnoseform gearbeitet.
Die sogenannte Kernspin-Methode soll vor allem die Krebsdiagnose entscheidend verbessern.
Acht Minuten vor eins ist es jetzt.
In den österreichischen Kinos läuft heute der bundesdeutsche Film Die wilden 50er an.
Er entstand nach dem Roman Hurra, wir leben noch!
des Bestsellautors Johannes Mario Simmel, der gegen den Film jedoch Einspruch erhob und auch die Änderung des Titels erzwang.
Inszeniert hat die Wilden Fünfziger der deutsche Theaterregisseur Peter Zadek.
Zu den mitwirkenden zählen Boy Gobert, Christine Kaufmann und Willi Milovic.
Hören Sie Näheres von Hans Langsteiner.
Ach, wir leben noch.
Was mussten wir nicht alles überstehen?
Und leben noch.
Was ließen wir nicht über uns ergehen?
Der blaue Fleck auf unsere Seele geht schon wieder weg.
Wir leben noch.
Hurra, wir leben noch!
Die von Milwa gesungene, nun ja eben nicht Titel, sondern nur noch Vorspannmelodie, ist der einzige verbliebene Direkthinweis auf Johannes Marios Himmels gleichnamige 600-Seiten-Satire.
Auf die dürfen sich die wilden 50er jetzt nach einem Gerichtsentscheid nur noch in der Formulierung sehr frei nach Motiven eines Romans von Johannes Marios Himmel berufen.
Der gewiefte Bestsellerautor und Ex-Journalist dürfte geahnt haben, was da auf ihn zukommt.
Aus seiner vor fünf Jahren erschienenen Geschichte vom Aufstieg eines cleveren Eierdiebs zum Wirtschaftswunder-Millionär im Deutschland der Nachkriegszeit hat das deutsche Theater-Enfant terrible Peter Zadek eine grelle, klamauk-befrachtete Revue gemacht, die nichts vom spezifischen Zeitgeist der Adenauer-Ära vermittelt und dafür kein Lustspiel-Geschee auslässt.
Da brüllen Generäle, lispeln Blondinen, da wird ins Wasser geplumpst und in Torten gestürzt.
Und wenn Politiker auftreten, sind sie ebenso regelmäßig intrigant wie Journalisten zynisch und dumm.
Das sind ja alles Intellektuelle hier.
Intellektuelle sind das, Frau Dr. Maltus, Liebling.
Richtig, wir brauchen keine Intellektuellen, wir brauchen J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J-J
Wie man die Nachkriegsgeschichte zur Klamotte macht, betitelte die Frankfurter Allgemeine ihren Verriss der wilden 50er.
Einen von unzähligen, die über diesen Film in seltener Einmütigkeit hereinbrachen.
Alles verkorkst, alles im Eimer, fand die Welt.
Katastrophal misslungen die Presse.
Und der Spiegel sah ein hektisch gestückeltes Werk voll dramaturgischer Großfehler, das demonstriere, wie die Formel starische surplus bestsellergleich Erfolg außer Kraft gesetzt werden könne.
An der Besetzung kann es jedenfalls nicht liegen.
Die reicht von Eva Mattes bis Brigitte Mierer, von Boy Gobert... Was ist aus unserer schönen Sprache geworden?
Armes Deutschland.
...bis Freddie Quinn.
Wenn das rauskommt, dann lacht die ganze Welt sich über uns tot.
und versammelt somit Könner und Symbolfiguren jener 50er Jahre, die abzubilden einem Regisseur misslungen ist, der sie selbst nicht erlebt hat.
Zadek war erst 1958 aus der englischen Emigration nach Deutschland zurückgekehrt.
Jetzt schiebt er in Interviews den schwarzen Peter zumindest indirekt dem Buch von Simmel zu.
Ich glaube es ist so, die wirklich großen Romane, die lassen sich schon gar nicht verführen.
die Tolstois und die Dostoevskis, die gehen immer schief.
Die Romane wie Simmel, weil Simmel ist ja eigentlich kein, in der Hinsicht eigentlich kein Romanautor, sondern ein Journalist, ein fabelhafter Journalist, der sammelt Material und haut das irgendwie zusammen und tut das mit großem Erfolg.
Deswegen ist dieses Sammelsurium, dieser Mülleimer, den er da präsentiert,
ist ein ungeheuer, also ein Fundus von Material für einen Filmregisseur.
Und natürlich, jeder Filmregisseur wird sich anderes Material raussuchen und wird es anders verarbeiten.
Und Simmel wird, dann hat er dann irgendeine Szene, der Roman ist ja voll, zum Beispiel voll Sex-Szenen.
Plötzlich stellen ihn die Sex-Szenen, die er im Film sieht.
Die Sex-Szenen in dem Film sind leider Gottes so harmlos, dass der Film bestimmt ab zwölf prädikatisiert wird.
Aber trotzdem ist wohl das Problem, man schreibt was hin und das steht's.
Und das ist was anderes, als wenn dann sieht man das plötzlich und sagt, mein Gott, so hab ich das ja überhaupt nicht gemeint.
Und so war das bestimmt.
Der solcher Art Apostrophierte hüllt sich in Schweigen.
Simmels Verlag teilte uns auf Anfrage mit, der Autor wolle zur ganzen Angelegenheit Wilde 50er kein öffentliches Wort mehr verlieren.
Zum Abschluss des Mittagsjournals hören Sie jetzt noch einige Nachrichten.
Großbritannien.
Die Wirtschaftskrise könnte das Wettrüsten zumindest mengenmäßig weitgehend zum Stillstand bringen oder sogar zu einem Abbau der Waffenbestände führen.
Dies geht aus dem Jahresbericht des Londoner Instituts für strategische Studien hervor.
Das Institut weist darauf hin, dass die Streitkräfte in Ost und West wegen des Geburtenrückgangs immer mehr auf Frauen und ältere Männer zurückgreifen müssen, um den Mannschaftsstand ihrer Einheiten zu halten.
Bundesrepublik Deutschland.
Bundeskanzler Kohl hat anlässlich seiner Wahl zum Kanzler vor einem Jahr eine positive Bilanz seiner Außenpolitik gezogen.
In einem Interview für die deutsche Presseagentur sprach Kohl von guten Kontakten zu den USA und von einer vernünftigen Entwicklung der Beziehungen zum Osten.
Zu den Genfer Gesprächen über die Mittelstreckenraketen meinte der deutsche Kanzler, die Bundesrepublik Deutschland werde bis zur letzten Minute darauf hinwirken, dass es zu einem Abschluss komme.
Vereinte Nationen.
Die UNO-Vollversammlung setzt ihre Beratungen in New York fort.
Einer der Redner des heutigen Tages ist Außenminister Lanz.
Am Rande der Vollversammlung gab es wieder ein Treffen von 19 Staats- und Regierungschefs unter Vorsitz der indischen Ministerpräsidentin Gandhi.
Die Teilnehmer kamen überein, die Interessen der Entwicklungsländer künftig stärker zu berücksichtigen.
Österreich.
Über die Zukunft der Papierfabrik Niklasdorf bei Leoben mit 400 Beschäftigten könnte heute eine Vorentscheidung fallen.
Das Werk wird derzeit von Repräsentanten einer arabischen Finanzgruppe besichtigt, die die Firma übernehmen will.
Nach den Vorstellungen des Leihkampfkonzerns, zu dem das Werk gehört, soll die Fabrik heute stillgelegt werden.
Betriebsräte und Gewerkschafter haben heute in Linz 75.000 Karten zur Post gebracht, auf denen oberösterreichische Arbeiter und Angestellte eine Verkürzung der Arbeitszeit fordern.
Die Karten wurden an den ÖGB-Kongress geschickt.
Dieser Kongress beginnt am Montag in Wien.
Justizminister Harald Ofner hat heute in Wien eine Enquete über Wirtschaftskriminalität und Korruption eröffnet.
Ofner sagte, bei der Enquete sollten nicht gesetzliche Maßnahmen erarbeitet werden.
Man wolle eine moralische Ächtung der Wirtschaftskriminalität erreichen und Grundlagen zu ihrer Bekämpfung entwickeln.
Innenminister Blecher meinte, Freiheitsstrafen allein seien nicht abschreckend genug.
Man müsse auch zusätzlich kumulative Geldstrafen verlangen.
Außerdem sprach sich Blecher für eine Erhöhung der Höchststrafen bei bestimmten Wirtschaftsdelikten aus.
Die Volkspartei lehnt nach wie vor die Gesamtschule für alle 10- bis 14-Jährigen ab.
ÖVP-Bildungssprecher Gerhard Schäffer sagte, die von Unterrichtsminister Zilk als wünschenswertes Ziel bezeichnete Gesamtschule sei für seine Partei nach wie vor indiskutabel.
Nach einer Umfrage des Vereins der Staatsopernfreunde hält nur jeder zehnte Stammbesucher der Wiener Staatsoper das Niveau seit dem Amtsantritt von Direktor Lorin Marcel für verbessert.
90 Prozent der befragten 700 Mitglieder gaben an, die Vorstellungen seien schlechter geworden oder im Niveau gleich geblieben.
Besonders unzufrieden ist man über die Auswahl der Dirigenten.
Es folgen die Engagements der Sänger, die Werkauswahl und die Regie.
Die Wetteraussichten für Österreich bis heute Abend.
Im Süden teilweise stärker bewölkt, sonst meist sonnig.
Nachmittagstemperaturen 17 bis 24 Grad.
In wenigen Sekunden wird es 13 Uhr.
Eine Stunde Mittagsinformation ist beendet.
Karl Jokowsky verabschiedet sich für Redaktion und Technik.