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Marker setzen in: Mittagsjournal 1985.08.06
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Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Die Zeit, in fünf Sekunden ist es zwölf Uhr.
Zwölf Uhr.
Hier ist der österreichische Rundfunk.
Guten Tag meine Damen und Herren, beim Mittagssjournal begrüßt sich als Redakteur Karl Jokowski.
Über Folgendes berichten wir ausführlich in dieser Mittagsstunde.
Weinskandal, bereits 36 Verhaftungen.
Vizekanzler Steger kritisiert den sozialpartnerschaftlich zusammengesetzten Weinwirtschaftsfonds.
Der Schaden, den der Weinskandal anrichtet, geht über die Weinwirtschaft hinaus.
Jetzt haben Kanada, Japan und Hongkong alle österreichischen Fruchtsäfte aus dem Verkehr gezogen.
Der niederösterreichische ÖVP-Abgeordnete Hitl meldet erste schwere Bedenken gegen ein verschärftes Weingesetz an.
Die Lobbys in der Weinwirtschaft werden aktiv.
Weiterhin Diskussion um Teilprivatisierung der Elektrizitätswirtschaft.
40.
Jahrestag des ersten Atombombenabwurfes über der japanischen Stadt Hiroshima.
Gedenkveranstaltungen in aller Welt.
Kritik an der israelischen Regierung über die zu intensiven Beziehungen zu Südafrika.
In den Niederlanden wird das Tempolimit 100 auf den Autopannen wieder aufgelassen.
Der Grund, die Autofahrer halten es nicht ein und die Polizei kann es nicht kontrollieren.
Die Kulturredaktion stellt das Buch Bühne der Welt, glanzvolles Salzburg vor und berichtet vom karintischen Sommer über die Aufführung des Klavierkonzertes für Clara von Dieter Kaufmann.
Erster Programmpunkt sind jetzt die Nachrichten verantwortlicher Redakteur Helmut Koller und Sprecherin Maria Piffel.
Japan, USA, Sowjetunion.
In aller Welt wird heute des Atombombenabwurfes auf Hiroshima vor genau 40 Jahren gedacht.
Bei diesem ersten Kriegseinsatz einer Atomwaffe sind zwischen 78.000 und 140.000 Menschen ums Leben gekommen.
Drei Tage später, am 19.
August 1945, fiel die zweite Atombombe.
Bei diesem Einsatz starben in Nagasaki etwa 70.000 Menschen.
Im Friedenspark von Hiroshima gedachten heute früh zehntausende Menschen mit einer Schweigeminute der Opfer des Infernos.
Der Bürgermeister von Hiroshima rief die beiden Supermächte auf, alle Atomwaffen zu vernichten.
Aus Protest gegen das Wettrüsten haben sich in der japanischen Stadt die Bürgermeister von 67 Städten aus 23 Ländern versammelt.
Präsident Reagan rechtfertigte den Einsatz der Atombombe mit den Worten, man habe damit den größten Krieg der Menschheitsgeschichte beenden wollen.
Vor Journalisten in Washington bekundete Reagan die Bereitschaft seines Landes, alle unterirdischen Atomtests einzustellen, sobald die jetzige Versuchsserie abgeschlossen ist.
Im Wasenhaus wurde diese Erklärung kurze Zeit später allerdings abgeschwächt.
Ein Sprecher sagte, bevor die USA ein solches Moratorium ins Auge fassten, müssten sie zuerst die Modernisierung ihrer eigenen Abschreckungswaffen sichern.
Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS kritisierte, dass Reagan nicht konkret gesagt habe, wann die Vereinigten Staaten ein Atomtestmoratorium verkünden wollten.
Die Ausführungen des amerikanischen Präsidenten seien verschwommen.
Die jüngste sowjetische Abrüstungsinitiative habe Reagan in eine schwierige Lage gebracht.
Der sowjetische Parteichef Mikhail Gorbatschow hatte in der vergangenen Woche anlässlich des 40.
Jahrestages von Hiroshima ein einseitiges Atomtestmoratorium für fünf Monate verkündet.
Österreich.
Schwere Gewitter haben gestern Abend die Bundesländer Tirol, Salzburg und Oberösterreich heimgesucht.
Teile des Tiroler Ötztales und des Stubaitales sind von der Außenwelt abgeschnitten, weil Muren die Straßen unpassierbar gemacht haben.
Im Land Salzburg waren vor allem die Landeshauptstadt, der Tennengau und der Flachgau von Unwettern betroffen.
Bäume wurden entwurzelt, Keller überflutet.
Der Straßenverkehr kam teilweise zum Erliegen.
Feuerwehr und Rettung hatten Katastrophenalarm.
In Oberösterreich waren das Mühlviertel, die Bezirke Vöcklerbruck und Gmunden sowie das Gebiet um Linz und Steyr Schwerpunkte des Unwetters.
Im Gebiet des Schneipsteines in der Nähe von Gollingen, Salzburg, hat sich gestern ein schweres Bergunglück geeignet.
Drei Schülerinnen aus dem Bayerischen Landkreis Traunstein verirrten sich bei einer Bergtour.
Zwei Mädchen stürzten ab.
Die dritte Schülerin stieg ins Tal ab, um Hilfe zu holen.
Die Suchaktion wurde jedoch durch ein schweres Unwetter behindert.
Heute früh konnte eines der Mädchen nur noch tot geborgen werden.
Nach der zweiten Schülerin wird noch gesucht.
Frankreich.
Eine fährende Springflut hat heute Nacht die Provence-Küste westlich von Marseille verwüstet.
Betroffen war ein etwa 20 Kilometer langer Strandabschnitt, der zu den beliebtesten Ferienzielen im französischen Süden gehört.
Ein Campingplatz und eine Küstenstraße im Gebiet von Les Saintes-Maries-de-la-Mer wurden unter Wasser gesetzt.
Dabei wurde eine junge Frau, vermutlich eine Französin, getötet.
Zahlreiche Zelte und Wohnwagen wurden weggeschwemmt.
Die Rettungsmannschaften suchen mit Hubschraubern nach möglichen weiteren Opfern.
Die Flutwelle erreichte eine Höhe von zweieinhalb Metern.
Der Springflut waren Gewitterstürme mit Spitzenböen bis zu 120 Kilometern in der Stunde vorausgegangen.
USA
In Norfolk im Bundesstaat Virginia hat der Spionageprozess gegen den 50-jährigen ehemaligen Marineoffizier Arthur Walker begonnen.
Zudem im Mai ausgehobenen Spionageringen gehörten neben Arthur Walker sein Bruder John, dessen Sohn Michael und der 45-jährige Jerry Westworth.
Die vier Männer, sie waren alle bei der amerikanischen Marine beschäftigt, sollen der Sowjetunion jahrelang geheimes Material geliefert haben.
Arthur Walker gilt als Kopf des Spionageringes.
Er soll für seine Agententätigkeit umgerechnet etwa eine Viertelmillion Schilling bekommen haben.
Im Falle eines Schuldspruches kann Arthur Walker zu lebenslanger Haft verurteilt werden.
Die Flugleitung der Raumfähre Challenger hat sich zufrieden mit den Ergebnissen des Fluges und der Experimente geäußert.
Den sieben Astronauten an Bord der Challenger gelang es, mithilfe spezieller Teleskope Sonnenflecken, Magnetfelder und Sonneneruptionen zu fotografieren und die gestochen scharfen Bilder zur Erde zu übermitteln.
Damit scheint der Erfolg der Mission der Raumfähre zum Großteil gesichert, nachdem der Flug mit großen Schwierigkeiten begonnen hatte.
Unter anderem konnte das Raumschiff wegen eines Triebwerkdefektes kurz nach dem Start nicht die Umlaufbahn in der vorgesehenen Höhe erreichen.
Die Challenger soll heute um 21.45 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien landen.
Chile
Ein Militärgericht in Santiago hat es abgelehnt, einen Prozess gegen 14 Polizisten zu eröffnen, die des Mordes verdächtigt werden.
Der zuständige Richter begründete seine Entscheidung mit dem Argument, die Ergebnisse der Voruntersuchung reichten für eine Anklage nicht aus.
Ein Zivilrichter hatte mit seinen Anschuldigungen, die Polizisten seien in den Mord an drei Oppositionelle verwickelt, einen Skandal ausgelöst.
Kurze Zeit später trat der chilenische Polizeichef zurück.
Der Fall wird nun vermutlich vor das oberste Gericht kommen.
Großbritannien.
Mit einer Arbeitsniederlegung beim sogenannten britischen Frühstücksfernsehen TV-EM hat heute eine Streitquelle gegen die Zensur der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehgesellschaft BBC durch die Regierung begonnen.
Die Auseinandersetzung wurde vor einer Woche ausgelöst, als die BBC unter massivem Regierungsdruck einen Dokumentarfilm über das Terrorismusproblem in Nordirland nicht ausstrahlte.
Die Journalisten beschlossen daraufhin, ab Mittwoch 0 Uhr in einen 24-stündigen Streik zu treten.
Der Arbeitsniederlegung wollen sich auch die Beschäftigten bei den meisten kommerziellen Fernseh- und Radiostationen anschließen.
Die BBC-Auslandsdienste wollen ebenfalls keine Nachrichtensendungen ausstrahlen.
Der Gouverneursrat, das oberste Kontrollorgan der BBC, tritt heute zu einer Krisensitzung zusammen.
Nun zur Wetterlage.
Die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien hat die Alpen überquert und über dem Golf von Genua eine Tiefdruckentwicklung ausgelöst.
Dieses Tief wird nun nordostwärts ziehen und in Österreich keine rasche Wetterbesserung zulassen.
Die Aussichten bis morgen früh.
Meist stark bewölkt, häufig teils ergiebiger Regen oder gewittrige Regenschauer.
Lebhaft auffrischender Nordwestwind.
Nachmittagstemperaturen 13 bis 20 Grad.
Tiefstemperaturen der kommenden Nacht 9 bis 15 Grad.
Während der Nacht Schneefallgrenze vor allem im Westen örtlich bis 1600 Meter sinkend.
Die Aussichten für morgen.
Zunächst meist stark bewölkt und häufig Regen.
Im Tagesverlauf Wetterberuhigung, nur noch lokal Regenschauer.
Im Südwesten bereits heiter.
Lebhafter bis stürmischer Nordwestwind.
Tageshöchsttemperaturen 12 bis 18 Grad.
Das Wetter um 12 Uhr Mittag.
Wien bedeckt leichter Regen, 21 Grad.
Ostwind mit 15 Kilometern pro Stunde.
Eisenstadt stark bewölkt, 23 Grad.
Linz bedeckt Regen, 15 Grad.
Nordwestwind mit 15 Kilometern.
Salzburg bedeckt Regen, 13 Grad.
West 10.
Innsbruck bedeckt Gewitter mit Regen, 12 Grad.
Bregenz bedeckt Regenschauer, 13 Grad.
Nordwest 15, Graz wolkig 24 Grad und Klagenfurt stark bewölkt 20 Grad, Westwind mit 15 Kilometern.
Zehn Minuten nach zwölf ist es jetzt.
Die Affäre um den Zusatz von Diethylenglykol in natürlichen und vergorenen Traubensaft, der österreichische Weinskandal also, hält die Öffentlichkeit unvermindert in Atem.
36 Verhaftungen gibt es bereits.
Der Kellermeister der Firma Sautner, Alexander Warger, ist heute Vormittag verhaftet worden.
Im Keller dieser burgenländischen Firma im Seewinkel fand man ja den höchsten Glykolanteil im Wein.
Die Ermittlungen der Exekutive und der Justizbehörden gehen unvermindert weiter.
Einige Weinbauern sind auch den Aufruf von Landwirtschaftsminister Heiden gefolgt und haben sich selbst angezeigt.
Wie viel Wein derzeit schon beschlagnahmt worden ist, lässt sich nicht genau sagen, aber es dürften um die 10 Millionen Liter sein.
Noch mehr Wein dürfte bereits aus dem Verkehr gezogen sein und über das Ausmaß des
Der Weinverseuchung mit Glykol gibt es auch nur Schätzungen.
In einer Tageszeitung werden heute 60 Millionen Liter genannt.
Andere sprechen wieder, dass die 100-Millionen-Liter-Grenze erreicht werden dürfte.
Im Landwirtschaftsministerium laufen derzeit die Vorarbeiten für eine Novelle zum Weingesetz auf Hochtouren.
Am Donnerstag soll es wieder einen Sozialpartnergipfel dazu geben.
Das neue Gesetz soll dann vom Ministerrat am 27.
August beschlossen werden und zwei Tage später im Parlament.
Der Weinskandal war natürlich auch heute Hauptthema im Pressegespräch nach der Sitzung des Ministerrates Fritz Besata berichtet.
Während die Verhaftungswelle im österreichischen Weinskandal auch in der fünften Woche seines Bestehens noch lange nicht abgerissen scheint, geht man im Landwirtschaftsministerium nun daran, das neue Gesetz zu schnüren.
Pausenlose Einzelgespräche bei Minister Günther Heiden, interne Besprechungen der einzelnen Interessensgruppen und interfraktionelle Gespräche lösen einander ab.
Minister Haydn dürfte am kommenden Donnerstag bereits seinen ersten Entwurf präsentieren, der im Grundsatz jenen Prinzipien entspricht, die beim Weingipfel am Montag vergangene Woche aufgestellt wurden.
Vorgeschlagen werden dürfte unter anderem eine Begrenzung der Hektar-Erträge, der Export von Qualitätsweinen nur noch in der Flasche und das Verbot, Kabinettsweine aufzuzuckern.
Wie gesagt, die genauen Pläne von Minister Haydn sind noch nicht bekannt.
Heute, nach dem Ministerrat, wartete der freiheitliche Vizekanzler Norbert Steger in Vertretung von Bundeskanzler Sinowaz mit einer recht massiven Kritik an der sozialpartnerschaftlichen Organisation der österreichischen Weinwirtschaft auf.
Ich bin der Auffassung, dass dieser Skandal einen Schaden verursacht hat, der weit über den Weinbereich hinausgeht.
Halte mich aber an die Überlegung, dass man jetzt nicht eine politische Schlägerei vom Zaun brechen soll, sondern in Ruhe beginnen soll, es auf vollkommen neue Basis zu stellen, die gesamte Weinwirtschaft, bei der Produktionsseite her.
Dann kann man im nächsten Schritt auch vom Management her und vom Marketing her neue Überlegungen umsetzen.
Das ist der zweite Schritt.
Auch der muss kommen.
Sie haben ja als Handelsminister auch geringe Möglichkeiten im Bereich der Weinwirtschaft, vor allem des Exportes tätig zu sein.
Werden von Ihrer Seite aus auch entsprechende Ideen eingebracht werden?
Wir haben im Marketingausschuss schon unsere Überlegungen auf den Tisch gelegt und vor allem wollen wir neue Ursprungsregelungen.
Dafür sind wir auch mitverantwortlich, dass das entsprechend formuliert wird.
Ich glaube aber vor allem, dass man doch sagen muss, wenn eine Organisation vorhanden war, die vom Bund her 50 Millionen Schilling bekommt, von den Ländern noch zusätzliches, also 100 Millionen Schilling Budget hat und damit einen Flaschenexport ganz Österreich erreicht hat von letztes Jahr 180 Millionen Schilling, da sind aber auch die Privaten schon dabei, die gar nicht über diesen Fonds gehen,
dann ist sicher diese Organisationseinheit vollkommen falsch besetzt und falsch organisiert.
Das muss man aber im zweiten Schritt, im nächsten Schritt erst diskutieren.
Jetzt einmal in aller Ruhe eine ordentliche gesetzliche Basis für ein Qualitätsprodukt, das in Österreich erzeugt werden kann.
sprich vom Weinwirtschaftsfonds, bei dem ich glaube, dass man das im zweiten Schritt, im späteren Schritt dann überlegen soll.
Das gehört zu den Überlegungen, wie das Marketing für den Weinbereich, für diesen Exportbereich ausschauen soll.
Im ersten Schritt scheint es mir aber wichtig klarzustellen, es wird hart durchgegriffen, es gibt eine neue gesetzliche Basis für ein Qualitätsprodukt, das ja 95 oder 98 Prozent aller Weinbauern in Österreich auch jetzt erzeugt haben.
Soweit Vizekanzler Norbert Steger.
Eine der vielen offenen Fragen in diesem Weinskandal ist jene, was soll mit dem gepanschten Wein passieren?
Dazu meinte heute Landwirtschaftsminister Günther Heiden, der auch bereits von massiven Widerständen gegen seine Novelle zu berichten wusste.
Ja, das kann man jetzt noch nicht sagen, denn der Wein steht zur Verfügung der Gerichtsbehörden und da wird man die Urteile abwarten müssen.
Aber es stellt sich natürlich die Frage, entweder eine Verwertung oder die Entsorgung.
Eine andere Möglichkeit gibt es ja nicht.
Verkehrsfähig ist dieser Wein keineswegs und zwar gleichgültig, wie hoch der Anteil an Liethylen Glykol ist.
Das heißt, man kann entweder Schnaps brennen draus oder damit ihn wegschütten und dann unter Umständen die Kläranlagen damit versorgen?
Man wird Industrie-Schnaps brennen können oder ein Entsorgungssystem finden müssen.
Denn in die Kläranlagen den Wein zu geben, das wird auch nicht gut gehen.
Herr Minister Haydn, am Montag vergangener Woche hat man große Einigkeit, Konsens gezeigt im Hinblick auf eine Novellierung des Weingesetzes.
In Ihrem Ministerium sind bereits erste Gespräche gelaufen, am Donnerstag gibt es einen nährlichen Gipfel.
Ist dieser Konsens, den Sie am Montag vergangener Woche verspürt haben, noch vorhanden oder zeigt sich da und dort schon Widerstand?
Ja, ich hoffe, dass der Konsens voll besteht, aber ich habe schon einige Äußerungen gehört, die nun wieder einschränken wollen.
Ich sehe es so.
Wir müssen vor allem das Vertrauen der österreichischen Konsumenten wieder gewinnen und das Vertrauen der ausländischen Verbraucher.
Und das geht sicher nur
mit absolut strengen Vorschriften, mit konsequenten Vorschriften, mit mehr Bezeichnungswahrheit, mehr Kontrolle natürlich und mehr Qualitätsdenken.
Anders werden wir nicht zurechtkommen.
Wir stehen vor einem Neubeginn und die Weinwirtschaft wird nur dann die Chancen nützen können, die in der Zukunft liegen, wenn wir sagen können, wir haben in der Tat das strengste Weingesetz.
Der Teufel liegt natürlich im Detail.
Verbal für Kontrolle zu sein und verbal für Qualität zu sein, das ist nicht sehr schwierig.
Wenn es aber um die konkreten Normen geht, wird das Problem schwieriger, aber darüber werden wir reden müssen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jetzt in dieser Situation ein Gesetz macht, das nicht konsequent
diesen Prinzipien folgt.
Woher kommt der Widerstand?
Ja, ich weiß das noch nicht.
Wir haben ja die Verhandlungen noch nicht begonnen.
Ich höre nur einige Äußerungen, etwa die, dass das Aufzuckerungsverbot doch nicht realisierbar wäre.
Für Qualitätswein muss es realisierbar sein.
Und schauen Sie, wenn etwa deutsche Weinbaufunktionäre heute sagen, ja, ihr Gesetz reicht, wir werden
im Herbst sagen können, unsere gesetzlichen Normen sind strenger, wir bieten einen besseren Konsumentenschutz als alle anderen.
Soweit mein Bericht vom Ministerrat und damit zurück zum Studio des Mittagschanals.
Am kommenden Donnerstag wird es also eine erste Gesprächsrunde über ein neues verschärftes Weingesetz geben.
Bundeskanzler Sinovac hat ja angekündigt, das neue österreichische Weingesetz wird sich am strengen französischen orientieren und unser Gesetz soll eines der strengsten werden und auch Minister Haydn hat es eben gesagt.
Das neue Weingesetz soll dann in einer Sondersitzung des Nationalrates am 29.
August beschlossen werden.
23 Tage bleibt den Politikern noch zur Beratung und jetzt melden sich bereits die ersten Vertreter der Weinproduzenten zu Wort.
Sie sind mit den Vorstellungen der Regierung, wie sie in einer Punktation formuliert worden sind, nicht einverstanden.
Herbert Huter informiert.
Zu Wort gemeldet hat sich der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Franz Hietl, der schon vor Wochen den Rücktritt von Landwirtschaftsminister Günther Heiden gefordert hatte.
Er ist Obmann des Niederösterreichischen Landesweinbauverbandes sowie Obmann der nicht in den Skandal verwickelten Winzergenossenschaft Krems.
Er ist unter anderem gegen das streng gefasste Aufzuckerungsverbot in den Regierungsplänen.
Grundlage für die Qualitätsbestimmung des Traubenmostes sind die sogenannten Klosterneuburger Zuckergrade.
Normaler Tafelwein, also das Rechertröpfel, muss 13 bis 15 Grad aufweisen und dann in der Qualitätsskala aufwärts Qualitätswein 15 bis 17 Grad, Kabinettwein 17 bis 19 Grad und ab 19 Grad Prädikatsweine, zum Beispiel Spätlesen.
Das Landwirtschaftsministerium will nun nur mehr das Aufzuckern von Tischwein gestatten, nicht mehr von Qualitätswein und aufwärts.
Da NÖ klimatisch aber benachteiligt ist und oft nicht im natürlichen Traubenmost die erforderlichen Klosterneuburger Zuckergrade erreicht werden, will Franz Hietl hier eine Lockerung durchsetzen.
Zum Beispiel, wir haben derzeit beschlossen, dass am 1.
September in Kraft treten soll, Aufbesserungsgrenze mit Rübenzucker Ende bei 19 Grad Klosterneuburger.
Ich habe aus dem Fernsehen vom Krisengipfel die Mitteilung entnommen, dass derzeit 15 Grad als Aufbesserungsgrenze gelten sollen.
Das ist Beginn der Qualitätsstufe.
Ich kann das einfach nach Gesprächen mit vielen Praktikern
für unturchführbar halten.
Ich könnte mir vorstellen, dass bei der Kabinettsbeginn mit 17 Grad Klosterneuburger sich eine Lösung abzeichnen könnte.
Sie haben auch etwas einzuwenden gegen eine Ertragsregelung, das heißt, dass also pro Hektar nur eine bestimmte Kilogrammanzahl Trauben geerntet werden darf.
Warum sind Sie dagegen?
Ich bin für eine Mengenregelung dann, weil es qualitätsfördernd ist und ich kann auf mehrjährige Erfahrung im Bereich der Winzergenossenschaft Krems hinweisen, wo das bereits eingeführt wurde, unter der Voraussetzung, dass ich den Weinbauern ein Einkommen garantiere.
Das heißt eine Mindestpreisregelung.
Man kann mit mir über eine Mengenregelung sprechen.
wenn dem Weinbauern ein Einkommen garantiert wird.
Ich muss aber auch gleich dazu sagen, dem Konsumenten, dass das sicherlich zu einer Verteuerung des Weines führen wird.
Der Konsument wäre auch sehr froh, wenn auf der Etikette draufsteht, was alles im Wein drinnen ist, wie viel Alkohol, wie viel Säure, wie viel Zucker.
Warum wollen Sie das nicht haben?
Wir sind für Bezeichnungswahrheit immer eingetreten.
Das haben wir mit der Schaffung von Regionen und Gebieten sowie der Originalbezeichnung bei örtlicher Herkunft bereits getan.
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Bezeichnung genügt.
Das Verlangen von Alkohol, Säure und Restzucker ist für den kleinen Weinbauern sehr, sehr bedenklich.
Bei kleinen Ernten, wie beispielsweise 1985, bekommt er wenige hundert Liter von einer Sorte.
Daher wird sich die Etikettenherstellung wesentlich verdauern, d.h.
eine Wettbewerbsverzehrung zu Ungunsten des kleinen Mannes.
Der kleine Mann ist für Abgeordneten Hietl der kleine Weinbauer, nicht der Konsument.
Im Gespräch mit Franz Eisel von Studio Niederösterreich forderte Hietl auch noch eine Reform der Weinbesteuerung, worüber aber die Regierung zur Zeit nicht diskutieren will.
In Niederösterreich wird in den nächsten Tagen auch die erste Pleite eines Weinpanschers erwartet.
Es ist dies die Firma der Ende Juli verhafteten Gebrüder Grill in Vels am Wagram.
Der Kremser Staatsanwalt hat erklärt, er kann nachweisen, dass diese Firma seit fünf Jahren keinen einwandfreien Wein mehr unter die Leute gebracht hat und dass pro Monat 100.000 Liter Kunstwein erzeugt worden sind.
Glykol wurde nicht nur im Wein, sondern auch im Traubensaft der Gebrüder Grill gefunden.
Insgesamt sind 3,6 Millionen Liter beschlagnahmt.
In den nächsten Tagen ist mit einem Antrag auf gerichtlichen Ausgleich zu rechnen.
110 Mitarbeiter erhalten demnächst den blauen Brief.
Belegschaftsvertreter und Arbeitsamt wurden vergangene Woche vom bevorstehenden Ende der Firma Gebrüder Grill informiert.
Der Weinskandal hat jetzt auch Auswirkungen auf den gesamten österreichischen Fruchtsaft-Export.
Nachdem mit Glykol versetzter Traubensaft aufgetaucht ist, haben jetzt Kanada, Japan und Hongkong alle österreichischen Fruchtsäfte aus dem Verkehr gezogen.
Im Verband der Fruchtsaft-Industrie wird auf die Auswirkungen des Weinskandals auch auf die nicht-alkoholischen Fruchtsäfte hingewiesen.
Immerhin sei Österreich der zweitgrößte Fruchtsaft-Exporteur der Welt.
sodass die Warnung verschiedener ausländischer Gesundheitsbehörden vor Obstsäften, insbesondere Traubensaft, einen wesentlichen Wirtschaftszweig treffe.
Der Verband der Fruchtsafterzeuger weist auch darauf hin, dass von der Bundesanstalt für Lebensmitteluntersuchung neben Traubensäften der Firma Peer & Grill auch andere Proben untersucht wurden.
Alle diese Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf Verfälschung der Säfte.
Soviel zum Weinskandal und seine Auswirkungen in diesem Mittagssjournal, sechs Minuten vor halb eins ist es jetzt.
In aller Welt wird heute des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor genau 40 Jahren gedacht.
Bei diesem ersten Kriegseinsatz einer Atomwaffe sind zwischen 78.000 und 140.000 Menschen ums Leben gekommen.
Drei Tage später, am 9.
August 1945, fiel die zweite Atombombe.
Bei diesem Einsatz starben in Nagasaki etwa 70.000 Menschen.
Aus Protest gegen das Wettrüsten haben sich in der japanischen Stadt Hiroshima die Bürgermeister von 67 Städten aus 23 Ländern versammelt und im Friedenspark von Hiroshima gedachten heute Vormittag zehntausende Menschen mit einer Schweigeminute der Opfer des Infernos.
Aus Hiroshima berichtet Friedrich Voss.
wurde in Hiroshima der Zeitpunkt markiert, an dem vor genau 40 Jahren die erste von Menschen auf Menschen geworfene Atombombe japanischen Boden traf und den atomaren Holocaust auslöst.
Die Gedenkfeier im Friedenspark von Hiroshima begann mit der Niederlegung einer Schatulle, in der die Namen von über 4.000 Atombombenopfern enthalten waren, die im vergangenen Jahr noch an den Folgen der Bombe gestorben sind.
In Ergänzung zu den Namen der über 200.000 Toten
die der erste Atombombenabwurf bisher als Blutzoll gefordert hat.
Der Himmel über Hiroshima war heute das erste Mal seit Wochen wieder wolkenverhangen, als sich die 55.000 Menschen, die an der Gedenkfeier teilnahmen, auf eine Schweigeminute konzentrierten, um der Opfer des 6.
August 1945, der toten, wieder überlebenden Atombombenopfer, zu gedenken.
Nach Kranzniederlegungen, an denen sich auch Vertreter aus dem Ausland beteiligten,
hielt der Bürgermeister von Hiroshima Takeshi Araki, Selbstopfer der Atombombe, eine Mahnrede, in der er voller Emotionen darum bat, dass die Leiden der Menschen von Hiroshima und Nagasaki sich auf der ganzen Welt nie wiederholen mögen.
Premierminister Nakazone, der ebenfalls an der Trauerfeier teilgenommen hatte, plädierte für einen weltweiten Atomteststopp und erinnerte daran, dass Japan es nicht zum Prinzip gemacht habe, keine Nuklearwaffen zu produzieren, einzuführen oder zu lagern.
und dass er als Regierungschef strikt auf die Einhaltung dieser Prinzipien achten werde.
Unter den vielen tausend Menschen, die zu der Gedenkfeier gekommen waren, befand sich auch eine Gruppe von 130 ausländischen Kommunalpolitikern, die zur Weltfriedenskonferenz der Bürgermeister Solidarischer Städte nach Hiroshima gereist waren.
Und als Anekdote am Rande soll nicht unerwähnt bleiben, dass der amerikanische Dirigent Leonard Bernstein ad hoc völlig unvorbereitet im Friedenspark von Hiroshima
mit einem Jugendchor aus Europa ein Requiem intonierte, während 1.500 Tauben, Symbole des Friedens und der Versöhnung, von Kindern aus ihren Käfigen befreit, sich als winzige Punkte am Horizont verloren.
Doch insgesamt hat sich diese Gedenkfeier von denen in den vergangenen Jahren wenig unterschieden.
Man hatte den Eindruck einer ritualisierten Veranstaltung, die nur durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, Kongresse, Konferenzen, Symposien, Friedensmärsche und Kulturveranstaltungen
dem Datum angemessen an Bedeutung gewandt.
So grauenvoll die Ereignisse im August 1945 waren und so wichtig es ist, auf den Wahnsinn der Zerstörungskraft der Atom- und Wasserstoffbomben hinzuweisen, bleibt doch ein Aspekt bei den Diskussionen um Hiroshima und das Kriegsende, das sich ja auch in den nächsten Tagen jährt, in der japanischen Öffentlichkeit völlig unbehandelt.
Es wird nie über Kriegsschuld, über die Gründe für die Atombombenabsorbe gesprochen.
Japan wird in aller Regel als Opfer dargestellt und nicht als ein Land, das ursächlich mitverantwortlich war an den Unmenschlichkeiten des Zweiten Weltkriegs.
Es ist nicht Naivität, schon gar nicht politische Naivität, sondern japanische Mentalität, mit der man solches Verhalten erklären kann.
Der verlorene Krieg bedeutet nur Schande.
die erste Niederlage auf eigenem Boden und deshalb wird nicht darüber geredet.
Man verdrängt das Thema vollkommen.
Der japanische Spruch, mit den Wassern fortschwemmen lassen, charakterisiert dieses Verhalten ganz bildhaft.
Die jährlichen Gedenkfeiern in Hiroshima und Nagasaki sollten nicht nur Grund sein zu berechtigter Trauer und Zorn, sondern auch dafür genutzt werden, mit der Geschichte des eigenen Landes ins Reine zu kommen.
Und da bleibt in Japan noch ein weiter Weg zu gehen.
Und jetzt ein Programmhinweis.
Sechster August 1945.
Die Meldung.
Britische und amerikanische Wissenschaftler haben endlich die Atombombe hergestellt.
Die erste wurde heute Vormittag auf eine japanische Stadt abgeworfen.
Die Sprengkraft betrug 20.000 Tonnen herkömmlichen Sprengstoffs, das ist 2.000 mal stärker als eine herkömmliche 10.000 Kilogramm Bombe.
Präsident Truman gab dies heute Nachmittag in einer Erklärung im Weißen Haus bekannt.
Am Fluss legte ich mich hin.
Es war sehr heiß.
Es gab keinen Schatten.
Über meinem Kopf türmten sich riesige Wolken auf.
In den Wolken glühten Feuer.
Der Himmel war dunkel.
Ich dachte,
Ich werde meine Mutter nie wieder sehen.
Ich erinnere mich, dass ich furchtbare Angst angesichts der im Fluss treibenden Leichen hatte.
Ich sah keinen einzigen Fisch, der Fluss war aber immer so voll von Fischen gewesen.
Das ganze Gebiet zwischen meiner Schule und der Miyuki-Brücke hatte sich völlig verändert.
Dort war einmal die Universität von Hiroshima gewesen, eine Eisenbahnlinie und ein Krankenhaus des Roten Kreuzes.
Alles war weg.
Der Wissenschaftler.
Die Drohung einer solchen Waffe für die Welt war uns schon klar.
Als es dann also langsam klar wurde, dass die Waffe wirklich realisiert werden kann, haben viele von uns und ich nicht ausgeschlossen, doch gehofft, dass diese ungeheure Waffe vielleicht Krieg, größere Kriege für immer verhindern wird.
Vor 40 Jahren das Ende von Hiroshima.
Journal Panorama, 18.30 Uhr, Programm Österreich 1.
12.30 Uhr, halb eins ist es jetzt.
Was können Sie noch in der zweiten halben Stunde des Mittagsshornals hören?
Weiterhin Diskussion um Teilprivatisierung der Elektrizitätswirtschaft.
Kritik an der israelischen Regierung über die zu intensiven Beziehungen zu Südafrika.
In den Niederlanden wird das Tempolimit 100 auf Autopannen wieder aufgelassen.
Und die Kulturredaktion stellt das Buch Bühne der Welt – Glanzvolles Salzburg vor.
Noch einmal zurück zum heutigen Ministerrat.
Dort ging es unter anderem um die jüngsten Reprivatisierungsdebatte.
Die ÖVP-Abgeordnete Helga Rabel-Stadler hatte angeregt, dass Teile der Energiewirtschaft in privates Eigentum überführt werden.
Zwar sollte die Mehrheit an den Energieversorgungsgesellschaften in öffentlicher Hand bleiben, doch versprechen sich die Reprivatisierungsbefürworter durch die Hereinnahme privaten Kapitals mehr demokratische Kontrolle, etwa bei den Umweltschutzaspekten und auch
positive Auswirkungen auf den Strompreis.
Der Wiener ÖVP-Vizebürgermeister Erhard Busseck hat sich der Forderung angeschlossen, aber auch Bürgermeister Helmut Zilk gewann den Reprivatisierungsideen durchaus positive Seiten ab.
Heute nahmen der Wiener Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Hans Meier zum Thema Stellung und auch Vizekanzler Norbert Stieger, Manfred Steinhuber berichtet.
Für Handelsminister und Vizekanzler Norbert Steger, der sicher kein Verfechter unbedingt der Verstaatlichung ist, scheint das Thema Privatisierung am falschen Ende aufgezäumt zu sein.
Die E-Wirtschaft, meinte Steger, sei nicht der Bereich, bei dem man diese Diskussion beginnen sollte.
Andere Bereiche würden sich dafür aber schon eignen.
Darüber gebe es auch bereits im Handelsministerium und in der FPÖ-Gespräche.
Ich gehe an das Thema sehr pragmatisch heran.
Grundsätzlich bin ich dem durchaus positiv gegenüber eingestellt, dass man bei jeder Staatsaufgabe kontrolliert, ob das sinnvollerweise vom Staat ausgeübt wird oder von jemand anderem.
Gerade der E-Wirtschaft, der Elektrizitätswirtschaftsbereich scheint mir aber nicht das glücklichste Beispiel über eine Reprivatisierung zu reden.
Denn hier gibt es zwei Prinzipien, der Allgemeinheit zu dienen.
Und zwar erstens dadurch, dass es möglichst günstige Stromtarife gibt.
Es ist nicht zu erwarten, dass jemand sein privates Geld anlegt und dann akzeptiert, dass es eine 2 bis 2,5-prozentige Zinsenberechnung des Kapitals gibt.
Das ist tatsächlich bei den Stromtarifen durch mich aber so festgesetzt worden.
Und zweitens, dass das neue Prinzip des Umweltschutzes viel, viel stärker verankert wird.
Das haben wir erst gesetzlich vor wenigen Monaten durchgezogen.
Jetzt zu meinen, dass Privatgesellschaften eher den Umweltschutz den Vorrang geben, das ist nicht zu erwarten.
Die würden mit dem Rechenstift möglichst viel verdienen wollen.
Da gibt es für mich andere Bereiche, wo diese Privatisierungs- oder Reprivatisierungsdebatte primär geführt werden sollte.
Ist das nicht eine gewisse politische Umkehrung der Werte, wenn zum Beispiel der Wiener Bürgermeister, der sozialistische Wiener Bürgermeister meint, er könnte sich vorstellen eine Reprivatisierung der E-Wirtschaft und der freiheitliche Vizekanzler sagt, das klappt da gerade nicht?
Wissen Sie, es gibt ja manche, die in der Politik reden, ohne dass sie sich sehr viel Gedanken machen, wie das eigentlich funktioniert.
Ich kann bei so einem Themenkreis sicherlich nur von dem ausgehen, wie der Rechtszustand ist.
Der Rechtszustand ist, dass wir ein Verstaatlichungsgesetz haben, das nur mit zwei Drittelmehrheit zu ändern ist und 25 Gesellschaften, die alle Kraftwerke bauen.
Da ist vieles, was man als Strukturreform verändern könnte.
Dazu bin ich jederzeit gesprächsbereit.
Gerade die Wiener Stadtwerke sind nicht ganz leicht zu erfassen, denn sie sind bisher keine Gesellschaft.
Das ist eine Sondereinheit, Verwaltungseinheit der Gemeinde.
Es ist keine Aktiengesellschaft, ist also vermögensrechtlich nicht so wie die anderen Gesellschaften in allen anderen Bundesländern organisiert.
Daher geht dort gar nicht eine privatwirtschaftliche Beteiligung, solange es nicht geändert ist.
Aber selbstverständlich, wenn die Wiener das ändern wollen, dann kann auch das entsprechend überlegt werden.
Mit der Wiener Initiative für eine Teilprivatisierung der E-Wirtschaft beschäftigte sich heute in einer Pressekonferenz auch der Wiener Vizebürgermeister Hans Maier.
Und er erortet den Ursprung der Privatisierungsdebatte bei der Politik der britischen Premierministerin Margaret Thatcher.
Ich bin zunächst einmal voll mit Bürgermeister Dr. Elmuth-Zieg der Meinung, wir sollen und wir werden über alles reden.
Es gibt keinen Grund, das Gespräch hier bitte nicht aufzunehmen.
Bevor man aber ideologischen Popanz anhängt, soll man sich zunächst einmal wirtschaftliche Gegebenheiten anschauen.
Ich glaube, das Erste, was man also tun muss, wenn man über eine solche Maßnahme redet, ist, sich den wirtschaftlichen Hintergrund anzusehen.
Und da, meine Damen und Herren, beginnen sich also die Dinge aber völlig zu verschieben.
Jeder private Anleger in einem Betrieb wird nicht Wert darauf legen,
dass ich im Winter einheizen kann, sondern dass sein privates Kapital, das er in den Betrieb investiert, eine entsprechende Rendite abwirft.
Jede andere Überlegung dazu, bitte, ist ein Ammernmärchen.
Nur dann, wenn eine entsprechende Rendite abgeworfen wird, wird privates Kapital selbstverständlich, das ist bitte kein Vorwurf, sondern das ist die Feststellung einer Binsenwahrheit, wird privates Kapital bereit sein zu investieren.
Das heißt, wenn ich mir das heute anschaue, muss der Betrieb, abgesehen von steuerlichen Begünstigungen, eine Rendite abwerfen, die sich zumindest vergleichen kann mit festverzinslichen Papieren.
Das kann ich erreichen, wie das zum Beispiel in Großbritannien erreicht wurde, dass man Betriebe um 40, 50 Prozent ihres Wertes die Aktien bewertet hat und verkauft hat und dass unmittelbar nach Ausgabe der Aktien es zu einer sehr starken Steigerung der Aktienkurse gekommen ist.
Darf ich Ihnen bitte das Ergebnis in Großbritannien sagen?
Die Verluste der britischen Wirtschaft in der Regierungsäger sind größer als während des Zweiten Weltkrieges.
Hat man aber bitte keine entsprechende Rendite anzubieten, dann soll man doch bitte auch nicht glauben, dass es private Anleger geben wird, die sich beteiligen.
Soweit also die Wiener Sicht der Reprivatisierungsdiskussion.
Nach dem Ministerrat sprachen wir auch mit Verstaatlichtenminister Ferdinand Latziner über die Bestrebungen, Privatkapital in öffentliche Unternehmungen einzubeziehen.
Latziner wird ja in ÖVP-Kreisen als einer jener SPÖ-Politiker angeführt, die den Reprivatisierungsanliegen nicht grundsätzlich negativ gegenüberstehen.
Der Verstaatlichtenminister im Gespräch mit Ernest Hauer auf die Frage, ob auch er wie Helmut Zilk positive Ansätze in den jüngsten Vorschlägen sehe?
Ich glaube, dass das Nachdenken über die staatliche Aktivität in verschiedenen Bereichen nie schaden kann.
Aber gerade bei der Elektrizitätswirtschaft würde ich zurückhaltend sein.
Ich glaube, der Gesetzgeber hat sich das im Jahre 1946 sehr gut überlegt, als er die E-Wirtschaft unter die Verwaltung des Bundes und der Länder gestellt hat.
Es ist das Problem der Osterregion und das hat Bürgermeister Zilk hervorgehoben, dass wir nicht einen einheitlichen Strompreis in ganz Österreich haben, aber mit einer Privatisierung ist dieses Problem nicht zu lösen, sondern nur durch intensive Gespräche und vielleicht durch eine Neuordnung der E-Wirtschaft insgesamt.
Ich glaube, man hat sich nicht gerade den Wirtschaftszweig dabei ausgesucht, bei dem es am einfachsten wäre, Reprivatisierungen durchzuführen.
Ich bin überzeugt davon, dass die Konsequenzen hier nicht voll durchdacht sind.
Aber es ist zweifellos ein Wirtschaftszweig, in dem zumindest Gewinne gemacht werden, im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen.
Und gerade gewinnträchtige Betriebe oder Konzerne sind vielleicht leichter zu verkaufen als solche, in denen Verluste gemacht werden.
Es ist ein Wirtschaftszweig, in dem es darum geht, dass dem Konsumenten möglichst günstige Energie angeboten werden soll.
Der Konsument ist in diesem Fall die Industrie, die exportieren muss.
Der Konsument ist in diesem Fall der einzelne Haushalt, der ein Anrecht darauf hat, möglichst preisgünstig mit Energie versorgt zu werden.
Das heißt, gerade dieser Bereich sollte nicht nach höchstmöglichen Gewinnen streben, sondern es ist ein Bereich, der ganz typisch gemeinwirtschaftlich organisiert ist.
Und nicht zuletzt hat es auch der Bürgermeister Loeger damals für Wien erkannt.
Die verfechtertere Privatisierung oder Teilprivatisierung der E-Wirtschaft versprechen sich davon unter anderem mehr demokratische Kontrolle und auch Auswirkungen auf den Preis.
Das wäre mir etwas Neues, eine demokratische Kontrolle über Privatisierung zu erreichen, denn abgestimmt wird hier, wie im alten Kurienwahlrecht, nämlich nach der Höhe des Besitzes.
Ich glaube, wenn man über demokratische Kontrolle spricht,
dann sollte man sich überlegen, wie die Organe der Elektrizitätswirtschaft zusammengesetzt sind, wie ihre Berichte an die Landtage und den Nationalrat aussehen und vielleicht sollte man einmal diese Berichte, auch die Zugänglichkeit durch den Rechnungshof nachlesen, bevor man über mangelnde demokratische Kontrolle spricht.
ÖVP-Obmann Mock hat Sie mehrmals als Beispiel dafür angeführt, dass seine Reprivatisierungsideen auch in der SPÖ auf fruchtbaren Boden fallen.
Für die E-Wirtschaft gilt das jedenfalls nicht.
Gilt es für andere Bereiche?
Ich weiß nicht, wofür mich der Herr Parteiobmann Mock als Zeugen nennen kann.
Höchstens dafür, dass ich dafür bin, dass wir
in der Industrie, und um die geht es mir vor allem, ein einheitliches Auftreten nach innen und nach außen haben.
Das heißt, nicht ein Ghetto-Staatsindustrie und ein Ghetto-Privatindustrie, sondern möglichst viel Zusammenarbeit.
Und ich habe auch gar nichts dagegen, dass es zu einer sehr engen Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Unternehmungen im industriellen Bereich, auch in anderen Bereichen, kommt.
Hier gibt es für mich überhaupt kein Dogma.
Aber nur im Verkauf die Problemlösung zu sehen, im Verkauf von Anteilen, die dem Staat gehören, das ist doch etwas zu billig und zu einfach.
12.41 Uhr ist es jetzt.
Mehr als 1.300 Verhaftungen und 20 Tote.
Das ist die vorläufige Bilanz des seit zwei Wochen verhängten Ausnahmezustandes über 36 schwarzen Bezirke in Südafrika.
Mit Notstandsmaßnahmen versucht die Regierung Pota, den Aufstand der unterdrückten schwarzen Bevölkerungsmehrheit gegen das Apartheid-Regime niederzuhalten und gerät dabei selbst immer mehr unter internationalen Druck.
Es gibt kaum eine Regierung, die die Apartheid-Politik in den vergangenen Wochen nicht klar als menschenunwürdig verurteilt hat.
Ein Land hat sich mit Kritik bisher jedoch zurückgehalten.
Ein Land, das über ganz besondere wirtschaftliche, militärische und wissenschaftliche Beziehungen zu Südafrika verfügt.
Nämlich Israel.
Die zögernde Haltung der israelischen Regierung gegenüber den Vorgängen im Land der Schwarzen und Buren hat aber jetzt in Israel selbst heftige Reaktionen ausgelöst.
Moshe Meisels berichtet.
In der israelischen Presse und im Parlament wird scharfe Kritik an der bisherigen Reaktion der israelischen Regierung auf die Vorgänge in Südafrika geübt.
Der frühere Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Professor Shlomo Avineri, Parlamentarier der Opposition und Redakteure der israelischen Presse kritisieren, was sie als doppelzüngige Politik gegenüber Pretoria bezeichnen und fordern vom Ministerpräsidenten Shimon Peres und Außenminister Yitzhak Shamir eine eindeutige Verurteilung der Apartheid-Politik, der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung,
der Aufrechterhaltung eines Notstandsregimes und Boykottmaßnahmen gegen Südafrika.
Es ist nicht das erste Mal, dass die israelische Opposition, zu der vor circa einem Jahr noch die heute herrschende Arbeiterpartei zählte, gegen die besonderen Beziehungen Jerusalems zu Pretoria Sturm läuft.
Diese wurden insbesondere während der siebenjährigen Likud-Herrschaft ausgeweitet.
Sie bestehen unter anderem aus weitgehenden wirtschaftlichen Beziehungen, wobei Pretoria große Investitionen südafrikanischer Juden in Israel sanktioniert hat.
Laut Berichten in der internationalen Presse, die von Jerusalem nicht bestätigt werden, sollen auch weitgehende militärische und technologische Beziehungen zwischen Israel und Südafrika bestehen, wobei israelisches Know-how eine bedeutende Rolle spielt.
Israel soll an Südafrika eigenproduzierte Kampfflugzeuge, Panzer, Raketen, Patrouillenboote, Drohnen, Raketenboote und elektronische Ausrüstung geliefert haben.
Es gibt Berichte über eine gemeinsame Waffenproduktion wie die eines U-Bootes und Hubschraubers.
über Zusammenarbeit auf atomarem Gebiet bis solchen, dass Israel und Südafrika im Jahre 1979 einen gemeinsamen Atombombentest im Indischen Ozean durchgeführt haben und dass sich Südafrika an der Entwicklung des neuen israelischen Kampfflugzeuges Lavi beteiligt.
In Jerusalem distanziert man sich von diesen Meldungen, gibt jedoch zu, dass der frühere südafrikanische Ministerpräsident und die südafrikanischen Außenminister und Verteidigungsminister Jerusalem besucht und dass auch israelische Gegenbesuche in Pretoria stattgefunden haben.
Die israelische Presse erklärt, es gehe nicht an.
dass Israel und das jüdische Volk, das am meisten unter Rassismus und Verfolgungen gelitten hat, nicht ihre Stimmen gegen die letzten barbarischen Schritte Südafrikas hören lässt und weiter normale Beziehungen mit einem Apartheid-Regime aufrechthält.
Auch eine Parlamentarier-Delegation aus Kanada und der amerikanische Kongressabgeordnete Howard Wolfi, der als Vorsitzender des Kongressausschusses für Afrika fungiert, gab in Gesprächen mit Perez und Shamir ihre Verwunderung über die zögernde israelische Haltung Ausdruck.
Peres und Shamir erklärten, Israel habe keinen Grund für Gewissenspisse bezüglich der Beziehungen zu Südafrika.
Israel verurteile die Apartheid-Politik, müsse jedoch in seiner Reaktion vorsichtig handeln, da ich sich für das Schicksal der südafrikanischen Juden und ihre Investitionen in Israel verantwortlich sehe.
Und jede israelische Beteiligung kann Schritten gegen Südafrika, deren Effizienz zweifelhaft sein, den südafrikanischen Juden schaden könnten.
Westliche Staaten halten viel weitere wirtschaftliche Beziehungen zu Südafrika als Israel aufrecht.
Andererseits ist kürzlich ein Emissär der israelischen Arbeiterpartei und Gewerkschaften Dr. Shimshon Selnika mit dem Führer der Protestbewegung der Schwarzen, Bischof Desmond Tutu und anderen Führern in Südafrika zusammen getroffen, um Kontakt mit ihnen aufzunehmen.
Der MSR versprach ihnen Unterstützung der Arbeiterpartei und Gewerkschaften, die unter anderem Ausbildung schwarzer Südafrikaner in Kursen der israelischen Gewerkschaften einschließen soll.
Bischof Tutu kritisierte im Gespräch die Beziehungen Israels zu Südafrikanern scharferweise und erklärte, dass diese das Apartheim-Regime in Pretoria stärken.
Jerusalem hat inzwischen eine Gäste des guten Willens gegenüber der schwarzen Bevölkerung Südafrikas zum Ausdruck gebracht.
In Kürze wird der Führer des Sulu-Stammes, Chief Botolesi, auf Einladung der israelischen Regierung in Jerusalem eintreffen und Gespräche mit Ministerpräsident Peres und Außenminister Shamir führen.
Moshe Meisels hörten Sie aus Israel.
Immer wieder wird über die Tempolimits für den Kraftfahrzeugverkehr auf Landstraßen und Autobahnen diskutiert.
Als Folge der Benzinkrise Ende 1973 gab es ja in vielen europäischen Ländern Tempolimits.
Mit einer Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland.
Dort kann auch heute noch der Kraftfahrer so schnell fahren wie er will auf Autobahnen.
In den angelsächsischen Ländern Großbritannien und den USA gab es schon vor der Ölkrise Tempobeschränkungen auf den Straßen.
Die Unfallzahlen sollten damit gesenkt werden und diese beiden Länder hatten dabei auch Erfolg.
In den USA, dem Land des Autos, darf man heute auf Autobahnen maximal 88 Stundenkilometer fahren und dieses Tempolimit wird im Wesentlichen eingehalten.
Für die Nicht-Einhaltung des Tempos gibt es in den USA saftige Strafen und Schlechtpunkte in der computerisierten Führerscheinkartei.
Größere Probleme mit der Einhaltung der Tempolimits hat man in Europa.
Viele Autofahrer halten sich einfach nicht an die Vorschriften.
In den Niederlanden soll dieses Problem nun pragmatisch gelöst werden.
Man hebt das Tempolimit einfach wieder auf, wie Günther Fieten berichtet.
Seit zwölf Jahren gilt für die Schnellstraßen Hollands Tempo 100.
Doch in zwei von drei Wagen steht die Tachometernadel bei Autobahnfahrten auf 120, 130.
Die Presse spricht von massivem bürgerlichen Ungehorsam auf vier Rädern.
Jetzt prüft das Hage-Verkehrsministerium, unter welchen Bedingungen die Geschwindigkeitsgrenze im Autobahnverkehr so schnell wie möglich der illegalen Praxis angepasst werden kann.
Begründung, machtlose Polizei und erhöhte Verkehrsrisiken.
Tempo 100 war die Reaktion Hollands auf die erste Ölkrise.
Ab 1973 sollte die Nation aus volkswirtschaftlichen Gründen Benzin sparen.
Andere Argumente waren seinerzeit zweitrangig.
Vorübergehend wurde allen Autofahrern nur ein begrenztes Treibstoffquantum zugemessen.
Während das Bezugsschein-System schon nach wenigen Tagen von den reichlich bevorrateten Tankstellen unterwandert wurde, blieb die Fahrgeschwindigkeit gesetzlich rationiert.
Heute arg wöhnt die Öffentlichkeit, dass die Hager Politik in den 70er Jahren über das Einheitstempo 100 den Statusunterschied zwischen teuren Limousinen und der hauslackierten Ente nivellieren wollte.
Gleichzeitig sollte der private Autofahrer für die öffentlichen Verkehrsmittel reif gemacht werden.
Die dahin zielenden Bemühungen erwiesen sich allerdings insgesamt als Fehlschlag.
Noch voriges Jahr, freilich, stand Verkehrsministerin Nele Schmidt-Cruz, die Tochter eines Rotterdamer Transportunternehmers, vor der roten Lampe, als sie im Parlament das Tempolimit durchkreuzen wollte.
Jetzt zeigt eine Umfrage bei den Hager-Parteien, dass die Befürworter an Erhöhung der Tempogrenze in der Volksvertretung die Mehrheit bilden.
Dieser Wandel veranlasst die Amsterdamer Wochenzeitung Elsevies Magazine zu der Ankündigung, die 100-Kilometer-Grenze wird aufgehoben.
Das haben die Autofahrer mit dem Fuß auf dem Gaspedal besorgt.
Alle verkehrspolitischen Beratungsorgane der Regierung drängen auf Anpassung der Höchstgeschwindigkeit an die Realitäten.
Danach sind 120 bis 130 Stundenkilometer die Norm.
Der Zentralausschuss der Verkehrspolizei rät sogar zu völliger Aufhebung des Tempolimits und Einführung eines Systems von Richtgeschwindigkeiten.
Nach einer Aussage des Ausschussmanagers Kommissar Kees Bröhre sind die erlaubten 100 Kilometer den meisten Autofahrern einfach zu dumm und die Polizei gebe ihnen auch recht.
Strafmandate sind in der Regel erst ab 130 zu befürchten.
An millionenfällige Anzeigen bestünde freilich kein Bedarf.
Wer dennoch wegen überhöhter Geschwindigkeit bestraft werde, empfinde das Verfolgungssystem als negatives Glücksspiel.
Der Chef der holländischen Autobahnpolizei, Oberst Kees Voegel, kritisiert statt der Schnellfahrer die, wie er sagt, 100-Kilometer-Fanatiker, die dem nationalen Charakterzug der Selbstgerechtigkeit erlegen und mit starkköpfigen Überholmanövern auf der linken Fahrspur alle nur denkbaren Unfallrisiken erzeugen.
Außerdem bildeten sich hinter sturen Prinzipienreitern, wie der Polizeibeamte sagt, oft kilometerlange Schlangen.
Auf nur 400 der 2000 Kilometer Autobahnstrecken Hollands hätten Tempolimits wirklich Sinn.
Im Hage-Verkehrsministerium sind die Sachverständigen auch nicht mehr davon überzeugt, dass die stark gesunkene Zahl tödlicher Unfälle auf den Autobahnen Tempo 100 rechtfertigt.
Es gebe keine harten Beweise für den vermeintlichen Risikovorteil.
Dem Schadstoffargument für eine gedrosselte Höchstgeschwindigkeit hält man inzwischen entgegen, dass verlangsamte Verkehrsströme die Umwelt anhaltender belasten.
Acht Minuten vor 13 Uhr ist es jetzt.
Der gewaltige Stapel von Büchern und Bildbänden über Salzburg hat neuerlich Ergänzung durch ein großformatiges Buch des deutschen Hestia Verlages gefunden.
Verlagsleiterin Dagmar Stecher-Konzalik und Georg von Turnitz nennen ihre Festspiel-Hommage »Glanzvolles Salzburg«.
Volkmar Paschalk informiert Sie über diese Neuerscheinung.
Den Besuchern der Salzburger Festspiele wird heuer neben zwei sogenannten Festspiel-Illustrierten und dem besonders informativen und eleganten Almanach des Residenzverlages ein Bildband angeboten, der Salzburgs glanzvolle Vergangenheit beschwört, zum Kramen in Erinnerungen verlockt, Kritisches völlig ausspart, jedoch in der Fülle des Bildmaterials, der Dokumente und persönlichen Reminiszenzen von Künstlern doch zum Anschauen, zur Lektüre, zum immer wieder darin Blättern und Neuentdecken verlockt.
Kann Salik Tochter und Hestia Verlegerin Dagmar Stecher über die Gründe für ihre Salzburg Hommage?
Wir haben versucht, durch diese Festspiel-Hommage, wie wir das nennen, einen Zusammenkunft von allen möglichen Aspekten zu finden, also etwas ganz Besonderes und Neues zu machen.
Das heißt, es sind sowohl auch Interviews, aktuelle Interviews mit Künstlern, die bei den Festspielen mitgemacht haben oder gerade eben noch mitmachen, sowohl diese Interviews in dem Buch vorhanden, als auch anspruchsvolle Essays,
von großen Denkern teilweise sogar.
Aber auch, es kommt auch meinetwegen einmal ein Festspielbesucher, ein Langjähriger zu Wort und kann einfach seine Ansicht und seine Meinung dazu äußern, was er von den Festspielen hält, wie er die Festspiele sieht, warum er eigentlich bei diesen Festspielen entweder mitmacht oder warum er kommt.
Dann natürlich eine historische Betrachtung der Festspiele.
Wir haben versucht, möglichst viele Aspekte in diesem Buch unterzubringen.
Die Salzburger Festspiele habe ich gegründet, als eine Hungerrevolte in der Stadt wütete und als man den Wein aus den Kellern des Hotels Europ auf die Bahnhofstraße laufen ließ.
Aber am Nachmittag brach die Sonne durch und die Leute saßen stramm auf dem Domplatz.
Das ist freilich vorüber, aber es hat immerhin 18 Jahre gedauert und die große Welt ist in die kleine Stadt gepilgert.
Dieser Satz von Max Reinhardt ist als Motto dem Band Glanzvolles Salzburg vorangestellt.
Für den Dagmar Stecher-Gonzalik und Georg von Turnitz in den Archiven der Salzburger Festspiele und bei privaten Fotografen fündig wurden, viele zum Teil noch unveröffentlichte Fotodokumente entdeckten und dazu noch Udo Jürgens Bruder Manfred Bocklmann als originellen Fotografen der Stadt, ihrer Kunstdenkmäler und Schauplätze und der jüngsten Festspielereignisse engagierten.
Da sind viele unveröffentlichte Fotos drin.
Und auch teilweise Reden, die gehalten wurden, beispielsweise die Eröffnungsrede anlässlich der Grundsteinlegung, die in facsimile abgedruckt ist.
Oder die Salzburger Nachtfantasie.
Das sind alles Dinge, die im Original dort vorhanden waren und in facsimile dann wieder bei uns im Buch erscheinen.
Und das ist sicher ganz was Besonderes, weil das so in der Art eben noch nicht gezeigt wurde.
Hervorragend ist die von Hans Jaklitsch besorgte Dokumentation, Aufführungsgeschichte von Oper und Schauspiel, Besetzungslisten sämtlicher Produktionen von 1920 bis 1985.
Erfreulich die Zusammenstellung von Dokumenten der Gründung und von Aufsätzen der prominentesten Mitwirkenden und Proponenten der Festspiele.
Angefangen von Hoffmannsthal über Ernst Lothar, Helene Thiemig, Werfel, Moisi, Thomas Mann, Bernhard Baumgartner, Bruno Walter, Stefan Zweig bis zu Attila Hörbiger und vielen anderen.
Rudolf Angermüller charakterisiert Musik und Musikleben in Salzburg.
Götz Friedrich steuert allgemeine Gedanken zu den Festspielen bei.
Erbin Barth von Wehrenalp gibt die Eindrücke eines langjährigen Festspielbesuchers wieder.
Und Oskar Fritsch Schuh hat noch kurz vor seinem Tod einen grundsätzlichen Artikel über die Salzburger Festspiele für dieses Buch geschrieben.
Aus Interviews mit Künstlern wie Alfred Brändl, Alfred Altenburger, Christa Ludwig, Mirella Freni, Luciano Pavarotti, Johannes Scharf, Otto Schenk, Walter Reyer, Helmut Lohner, Klaus Maria Brandauer und vielen anderen ersteht ein sehr persönliches Bild der Salzburger Festspiele, bei dem, wie gesagt, Kritisches ausgeklammert ist.
Wir wollten hier weder analysieren noch kritisieren, sondern wirklich eine Hommage an diese Stadt, an diese Festspiele, an die Kunst, an die Musik schaffen.
Weil kritische Auseinandersetzungen müssen auch sein, sollten auch sein, das ist ganz klar.
Aber dafür ist ein anderer Platz vorhanden, ein anderer Raum.
Das war nicht für dieses Buch gedacht, sonst müsste man das Buch auch ganz anders anlegen.
Glanzvolles Salzburg.
Dieses Buch wird im Buchhandel rund 1.000 Schilling kosten und wir schließen dieses Mittagssjournal mit einigen Meldungen.
Österreich.
Der Weinskandal und seine Folgen standen heute im Mittelpunkt des Pressefoyers nach dem Ministerrat.
Vizekanzlerhandelsminister Steger sagte, der Schaden gehe weit über den Weinbereich hinaus.
Es habe aber keinen Sinn, jetzt eine politische Schlägerei zu beginnen.
Vorrangig sei eine völlige Neugestaltung der Produktion.
Erst in der Folge sollte man ein neues Marketing entwickeln.
Scharfe Kritik übte Stege am Weinwirtschaftsfonds.
Der Handelsminister meinte, dieser Fonds sei seiner Aufgabe in keiner Weise gerecht geworden.
Landwirtschaftsminister Heiden erklärte, die Arbeiten am neuen Weingesetz schritten zügig voran.
Die Vorlage werde ein Maximum an Qualität, Kontrolle und Konsumentenschutz bringen.
ÖVP-Generalsekretär Graf meinte im Pressedienst seiner Partei, Schuld am Weinskandal sei nicht das geltende Weingesetz, Schuld seien in erster Linie die Weinpanscher, in zweiter Linie aber die Minister, die sie nicht kontrolliert hätten.
In diesem Zusammenhang übte Graf scharfe Kritik an Landwirtschaftsminister Heiden und Gesundheitsminister Steirer.
Der ÖVP-Generalsekretär betonte allerdings, seine Partei werde am neuen Weingesetz konstruktiv mitarbeiten.
Der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Franz Hietl, Obmann des Niederösterreichischen Weinwirtschaftsverbandes, wandte sich heute gegen verschiedene geplante Bestimmungen im neuen Weingesetz.
Unter anderem sprach er sich gegen ein besonders streng gefasstes Aufzuckerungsverbot aus.
Die Verhaftungswelle im Weinskandal geht unterdessen weiter.
Heute Vormittag wurde der Kellermeister der burgenländischen Firma Sautner Alexander Varga festgenommen.
Insgesamt gibt es damit bisher 36 Verhaftungen.
Der Weinskandal hat nun auch Auswirkungen auf den österreichischen Fruchtsaft-Export.
Nachdem mit Glykol versetzter Traubensaft aufgetaucht war, zogen Kanada, Japan und Hongkong alle österreichischen Fruchtsäfte aus dem Verkehr.
Der Verband der Fruchtsaft-Industrie betont dazu, dass die bisher beanstandeten Traubensafte nicht von Fruchtsaft erzeugen, sondern von den aus dem Weinskandal bekannten Firmen Brüder Grill und Karel Peer stammen.
Japan, USA, Sowjetunion.
In aller Welt wird heute des Atombombenabwurfes auf Hiroshima vor genau 40 Jahren gedacht.
Bei diesem ersten Kriegseinsatz einer Atomwaffe sind nach verschiedenen Zählungen zwischen 78.000 und 140.000 Menschen ums Leben gekommen.
Drei Tage später, am 9.
August 1945, fiel die zweite Atombombe.
Bei diesem Einsatz starben in Nagasaki etwa 70.000 Menschen.
Im Friedenspark von Hiroshima gedachte man heute früh bei einer Massenkundgebung der Opfer des Infernos.
Der Bürgermeister der Stadt rief die Supermächte auf, alle Atomwaffen zu vernichten.
Nun noch die Wetteraussichten für Österreich bis heute Abend.
Häufig Regen oder gewittrige Regenschauer.
Nachmittagstemperaturen 13 bis 20 Grad.
In wenigen Sekunden wird es 13 Uhr.
Eine Stunde Mittagsinformation ist beendet.
Karl Jokowsky verabschiedet sich für Redaktion und Technik.