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Guten Tag beim Donnerstag-Mittagsjournal sagt Christel Reiß.
Das sind die Themen unserer ausführlichen aktuellen Berichterstattung in der kommenden Stunde.
Mordanschlag auf den saarländischen Ministerpräsidenten und SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine gestern Abend in Köln.
Der Politiker schwebt nicht mehr in Lebensgefahr.
Sie hören einen Augenzeugen und einen aktuellen Bericht aus Bonn, die SPD-Bundestagsfraktion und der saarländische Landtag beraten in Sondersitzungen.
Heute vor vier Jahren explodierte der Reaktor Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl.
Moskau will 200.000 Menschen aus dem strahlenverseuchten Gebiet evakuieren.
Die betroffene Bevölkerung rund um den Unglücksreaktor hat wenig Vertrauen in die Behörden.
Am vierten Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe verlangt die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit einer spektakulären Aktion den sofortigen Baustopp des Atomkraftwerkes Temelin in der GSFR, nur 40 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
der von Kanzler Kohl und Präsident Mitterrand praktizierte Gleichschritt in Richtung Europäische Union, die möglichen Auswirkungen der deutsch-deutschen Währungsunion für DDR-Sparer.
Zum Abschluss des Besuches des chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng analysieren wir die sowjetisch-chinesischen Beziehungen.
Beiträge aus Österreich, Debatte über den Sicherheitsbericht im Parlament, ÖVP-Generalsekretär Kuckatzka zum Ergebnis der Handelskammerwahlen und Kultur, die letzten Tage der Menschheit am Grazer Schauspielhaus.
Vor diesen Beiträgen die Nachrichten, die heute Edgar Theider zusammengestellt hat und die von Josef Wenzel-Natek gelesen werden.
Bundesrepublik Deutschland.
Der SPD-Kanzlerkandidat und Ministerpräsident des Saarlandes, Oskar Lafontaine, ist nach dem Attentat von gestern Abend nicht mehr in Lebensgefahr.
Der Leiter des Ärzte-Teams teilte mit, Lafontaine sei nach der Notoperation heute früh aus der Narkose erwacht und ansprechbar.
Lafontaine wurde gestern Abend bei einer Wahlveranstaltung in Köln von der 42-jährigen Arzthelferin Adelheid Streidel niedergestochen.
Der Stich verfehlte nur knapp die zum Gehirn führende Schlagader.
Über das Tatmotiv herrscht noch Unklarheit.
SPD-Vorsitzender Vogel, sagte Lafontaine, werde nach seiner Genesung als SPD-Kanzlerkandidat wieder in den Wahlkampf gehen.
Das Attentat auf Lafontaine hat im In- und Ausland durchwegs Abscheu und Entsetzen ausgelöst.
Sowjetunion.
Die Zentralregierung in Moskau hat die Wirtschaftsblockade gegen Litauen weiter verschärft.
Nach offiziellen Angaben aus Vilnius sind die Lieferungen verschiedener Produktionsgüter eingestellt worden.
Dies betrifft Kugellager, synthetische Gewebe, Reifen, landwirtschaftliche Maschinen und Bohrgeräte.
Die staatliche sowjetische Versorgungskommission hat angeblich verordnet, die Lieferung aller Importwaren und Rohstoffe nach Litauen zu stoppen.
Die Öl- und Gaslieferungen nach Litauen sind schon kurz nach Ostern fast vollständig zum Erliegen gekommen.
Die litauische Führung will auf den zunehmenden Druck aus Moskau mit Gegenmaßnahmen reagieren.
Sie kündigte an, sie wolle die Versorgung anderer Sowjetrepubliken mit Fleisch, Milch und anderen Lebensmitteln aus Litauen einstellen.
In Moskau forderte Ministerpräsident Lischkow eine litauische Delegation zum Widerruf der Unabhängigkeitserklärung vom 11.
März auf.
Der Tag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jährt sich heute zum vierten Mal.
Aus diesem Anlass hat das sowjetische Parlament die Umsiedlung von bis zu 200.000 Menschen aus stark radioaktiv verseuchten Gebieten Weißrusslands, der Ukraine und der Russischen Föderation gefordert.
Die Umsiedlung soll 1992 abgeschlossen sein.
Die Bewohner der weißrussischen Stadt Gomel, die besonders stark von der Strahlung betroffen sind, wollen heute der Reaktorkatastrophe mit Streiks und Kundgebungen gedenken.
Das sowjetische Fernsehen hat heute früh mit einer 24-stündigen Dauersendung begonnen.
Damit soll für Spenden zur Unterstützung der Tschernobyl-Opfer aus dem In- und Ausland geworben werden.
Tschechoslowakei.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat mit einer Protestaktion gegen das Atomkraftwerk in Temelin begonnen.
Sieben Greenpeace-Aktivisten kletterten auf einen Kühlturm und befestigten dort ein riesiges Transparent mit der Aufschrift Stop GSFR Nobel Greenpeace.
Anlass der Aktion ist der vierte Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der Sowjetunion.
Greenpeace vertritt die Ansicht, das Kraftwerk in Temelin sei auf einem völlig ungeeigneten Standort errichtet worden.
Der verwendete Reaktortyp weise erhebliche technische Mängel auf.
Israel.
Der Vorsitzende der Arbeiterpartei, Shimon Peres, hat seine Bemühungen um die Bildung einer Koalitionsregierung aufgegeben.
Zuvor war ein Abgeordneter wieder abgesprungen, der vom Likud-Block zur Arbeiterpartei gewechselt hatte.
In Jerusalem wird nun erwartet, dass Staatspräsident Herzog den amtierenden Ministerpräsidenten Shamir vom Likud-Block mit der Regierungsbildung beauftragt.
Die vom Likud-Block und der Arbeiterpartei gebildete Große Koalition zerbrach im März am Streit über die Nahostfriedenspolitik.
Österreich.
Im Mittelpunkt der heutigen Nationalratssitzung steht der Sicherheitsbericht 1988.
Die strafbaren Handlungen sind gegenüber dem vorangegangenen Jahr um knapp zweieinhalb Prozent gestiegen.
Weiteres Thema ist der geplante Ost-West-Fonds.
Auf der Tagesordnung stehen außerdem zwei dringliche Anfragen der Opposition an Wirtschaftsminister Schüssel.
Die Freiheitlichen wollen Auskunft über den Verkauf des Verkehrsbüros.
Die Grünen werden Schüssel zum Thema Verkehrspolitik befragen.
Die Mindestlöhne für die etwa 130.000 österreichischen Bauarbeiter werden am 1.
Mai um 7,9 Prozent erhöht.
Darauf haben sich die Unternehmer und die Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter heute früh bei ihren Kollektivvertragsverhandlungen geeinigt.
Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 10% mehr Lohn gefordert.
Das waren die Meldungen.
Die Wetteraussichten bis morgen früh.
Bei meist starker Bewölkung zeitweise Regen, Regenschauer und örtlich Gewitter.
Nur im Süden Österreichs regional heiter bis wolkig.
Während der kommenden Nacht allgemein abnehmende Bewölkung.
Mäßiger bis lebhafter Wind aus West bis Nordwest.
Nachmittagstemperaturen 10 bis 15 Grad im Süden bis 17.
Frühtemperaturen morgen nur 1 bis 7 Grad.
Die Wetteraussichten für morgen Freitag bis Mittag wechselnd wolkig bis heiter.
Ab Mittag dann von Nordwesten her aber Eintrübung.
Im weiteren Verlauf neuerlich Regen und Regenschauer.
Im Süden Österreichs Wetterverschlechterung erst in den Abendstunden.
Zunächst mäßiger Wind aus West, im Laufe des Nachmittags aber lebhaft auffrischender Wind aus Nordwest.
Tagestemperaturen am Freitag 11 bis 17 Grad.
Das Wetter am kommenden Wochenende zeitweise sonnig, aber bei lebhafter Nordwestströmung auch tagsüber kühl.
Die Messwerte von heute 12 Uhr Mittag.
Wien stark bewölkt 13, Eisenstadt stark bewölkt 13 Grad, Westwind 20 Kilometer in der Stunde, St.
Hölten stark bewölkt 11, Linz ebenfalls stark bewölkt 11, Salzburg bedeckt 8, Innsbruck stark bewölkt 12, Pregenswolkig 11, Graz stark bewölkt 14 Grad, Nordwind 20 Kilometer in der Stunde und Klagenfurt wolkig bei 13 Grad.
12 Uhr und 8 Minuten ist es jetzt genau.
Und im Beitragsteil des Mittagsjournals beginnen wir natürlich mit Berichten über den gestrigen Mordanschlag auf den saarländischen Ministerpräsidenten und SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine am Ende einer Wahlveranstaltung in Köln.
Nach dem Ende seiner Rede kam eine Frau zu La Fontaine auf die Bühne, in der Hand einen Blumenstrauß.
Sie wollte schon während der Rede zum SPD-Politiker, wurde aber von Ordnern zurückgehalten.
Gegen 20.45 Uhr passierte es dann.
Die Frau zog aus dem Blumenstrauß oder aus der mitgebrachten kleinen Handtasche ein 30 Zentimeter langes Fleischermesser und stach damit La Fontaine in den Hals.
Dieser fiel blutüberströmt neben das Podium.
Aber hören Sie einen Augenzeugen, einen Kameramann der ARD.
Ich stande nur zwei Meter neben Oskar Lafontaine und Rau.
Und ich wollte ein Interview machen mit dem Redakteur vom Bayerischen Rundfunk, mit Ministerpräsidenten Rau.
In dem Moment, wo ich die Kamera einschaltete, war bereits der Aufschrei der Menschen.
Dann lag bereits der Ministerpräsident Lafontaine am Boden und ich sah noch das rechts in der Halsschlacherei das Messer.
Ob es in der Halsschlacherei ist, das weiß ich nicht ganz genau.
Er blute sehr, sehr stark.
Und dann stürzten sich gleich die Ordner auf diese Frau.
Ich kann mich noch erinnern, diese Frau saß ungefähr in der Mitte, in der dritten oder vierten Reihe.
Und der Eindruck damals war schon, also wie ich sie zuvor gesehen habe, der Eindruck war schon so, dass sie mir nicht einen
Eindruck machte, dass diese Frau irgendwie ganz bei Sinnen ist.
Also das muss ich einmal ganz deutlich sagen.
Das sieht man glaube ich auch in den Fernsehaufnahmen, dass diese Frau für mich also nicht vollzureichungsfähig ist.
Sagt ein Augenzeuge des gestrigen Mordanschlages.
Betroffenheit und Bestürzung hat dieser Anschlag ausgelöst und sicherlich hat das rasche Reagieren der anwesenden Ärzte Oskar Lafontaine das Leben gerettet.
Der Minister hatte viel Blut verloren, es bestand akute Lebensgefahr.
Zwei Stunden lang wurde er operiert.
Heute früh kam dann die Nachricht des Leiters des Ärzteteams, das den saarländischen Ministerpräsidenten behandelt.
Dieser befinde sich außer Lebensgefahr und sei bereits wieder ansprechbar.
Wie es derzeit Oskar Lafontaine geht und welche Reaktionen es in der Bundesrepublik auf diesen Anschlag gibt, berichtet nun Susanne Scholl aus Bonn.
Noch gestern Nacht hatte der behandelnde Arzt den Zustand des SPD-Kanzlerkandidaten als lebensbedrohlich bezeichnet.
Nach und nach stellte sich dann heraus, wie knapp Lafontaine im Tod entgangen war.
Das Messer der Attentäterin ging nur einen Millimeter an der zum Gehirn führenden Halsschlagader vorbei.
Wäre diese getroffen worden, hätte Lafontaine keine Überlebenschancen gehabt.
Doch die tiefe Wunde machte eine zweistündige Operation am Hals notwendig.
Und bis in die frühen Morgenstunden war der Zustand des SPD-Politikers kritisch.
Heute früh dann konnte SPD-Chef Hans-Jochen Vogl mit einer erfreulichen Mitteilung vor die Mitglieder der SPD-Fraktion im Bundestag treten.
Bevor wir einen kleinen Bericht hören von Hans-Jürgen Wischniewski, der ja Augenzeuge des Ereignisses war, möchte ich der Fraktion einfach mitteilen, dass Oskar über dem Berg ist.
und er hat mir sagen können, dass er wieder bei Bewusstsein ist, dass er zwar starke Schmerzen verständlicherweise hat, aber er ist sogar kurz aufgestanden und er lässt auch die herzlichsten Grüße übermitteln.
Aus der Kölner Klinik, in die Lafontaine gebracht worden war, hieß es heute Vormittag, der saarländische Ministerpräsident werde das Spital vermutlich schon am Wochenende wieder verlassen können.
Möglicherweise werde man ihn aber nur in ein anderes Spital im Saarland verlegen.
Eines konnten die Ärzte allerdings auch heute Vormittag noch nicht mit Sicherheit sagen, ob Lafontaine nämlich nach dieser schweren Verletzung bleibende Schäden zurückbehalten wird.
Über die Motive der Attentäterin herrscht weiter Unklarheit.
Mit der Einvernahme der 42-jährigen Adelaide Streigl aus Bad Neuenahr in der Nähe von Bonn wurde heute früh begonnen.
Bekannte der Frau sollen sie als Psychopathin bezeichnet haben.
Angeblich soll sie einmal wegen Brandstiftung verurteilt worden sein.
Doch im Großen und Ganzen ist man immer noch auf Spekulationen angewiesen.
Bis heute Mittag wollte die Polizei auch politische Motive nicht ganz ausschließen.
Konkretes gibt es aber, wie gesagt, noch nicht.
Unabhängig von der Parteizugehörigkeit haben inzwischen alle Politiker der Bundesrepublik den Anschlag scharf verurteilt.
Im Bundestag verlass der stellvertretende Bundestagspräsident Richard Stüttlein eine Erklärung des Parlaments.
Voll Entsetzung und Entrüstung haben wir von dem schändlichen Mordanschlag erfahren.
bei dem der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine gestern am Ende einer Wahlveranstaltung in Köln lebensgefährlich verletzt worden ist.
Der Deutsche Bundestag ist tiefst betroffen von dieser abscheulichen Tat.
Weil der Anschlag bei einer Veranstaltung der SPD für die bevorstehenden Landtagswahlen im Bundesland Nordrhein-Westfalen verübt wurde, haben alle Spitzenkandidaten zu diesen Wahlen ihre Wahlkampftermine für den heutigen Tag abgesagt.
Johannes Rau, SPD-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Augenzeuge des Anschlags auf La Fontaine, meinte heute, wie der Wahlkampf weiterzuführen sei, müsse jetzt in Absprache mit den anderen Parteien geklärt werden.
Hans-Jochen Vogel stellte darüber hinaus klar, es gebe keinerlei Anlass über die Kanzlerkandidatur Lafontaine zu spekulieren.
Dieser werde nach seiner Genesung alle politischen Aufgaben wieder aufnehmen.
Auch in der DDR hat die Nachricht von dem Anschlag Bestürzung ausgelöst.
Der stellvertretende Parlamentspräsident Reinhard Höppner von der DDR-SPD sagte vor der Volkskammer in Ostberlin, die Betroffenheit über diesen Anschlag gehe über alle Parteigrenzen hinweg.
Er habe La Fontaine im Namen der Volkskammer die besten Genesungswünsche übermittelt.
Und Bundeskanzler Helmut Kohl, der in Paris von dem Anschlag erfuhr, verurteilte diesen ebenfalls entschieden.
Sofort nach dem Attentat wurde auch der Ruf nach verstärkten Schutzmaßnahmen für Spitzenpolitiker laut.
Allerdings wird in Polizeikreisen immer wieder auf die Tatsache hingewiesen, dass es sich bei der Attentäterin vermutlich eher um eine geistig verwirrte Person handeln dürfte.
Solche Anschläge werde man vermutlich auch in Zukunft kaum mit absoluter Sicherheit ausschließen können.
Susanne Scholl hat berichtet aus Bonn und so viel im Mittagsjournal zum gestrigen Mordanschlag auf den saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine, der, wie Sie haben es schon gehört, bereits außer Lebensgefahr ist.
In der Nacht zum 26.
April 1986 passierte im Reaktorblock 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl etwas, womit in der Theorie jederzeit zu rechnen war.
Praktisch aber hat dieser Super-GAU weltweit die Ansicht über die Nutzung der Kernenergie und die damit verbundenen Gefahren verändert.
Aber es war nicht nur die Explosion in diesem Reaktorblock, durch die Radioaktivität frei wurde.
Und es war nicht nur die Tatsache, dass die Hochtechnologie durch menschliches Versagen aus den Fugen geriet.
Erschwerend und verheerend wirkte sich das Unglück erst durch das bewusste Lügen und Vertuschen des Ausmaßes der Katastrophe durch die sogenannten zuständigen und verantwortlichen Stellen aus.
Und so war es auch möglich, dass nicht nur die Bevölkerung im betroffenen Weißrussland, in der Ukraine und in Russland nicht von der sich ausbreitenden radioaktiven Wolke sofort informiert wurden, ähnlicher ging es auch den Schweden, Deutschen, Griechen und nicht zuletzt den Österreichern.
Während aber beispielsweise bei uns hier in Österreich schon großteils Strahlenentwarnung gegeben werden kann, ist die Bevölkerung rund um Tschernobyl nach wie vor stark gefährdet.
Die Zahl der Fehl- und Todgeburten steigt, Leukämie und Krebskrankheiten sind um ein Vielfaches angestiegen.
Missbildungen bei Tieren sind keine Seltenheit.
Und durch Versorgungsengpässe bleibt der Bevölkerung nichts anderes übrig, als nach wie vor verseuchte Lebensmittel zu essen.
Vier Jahre nach Tschernobyl setzt nun die Führung in Moskau weitere Maßnahmen zur Beseitigung der Folgen des Unglücks.
Bis 1992, so ein Beschluss des obersten Sowjets von gestern Abend, sollen bis zu 200.000 Menschen aus den radioaktiv verseuchten Gebieten umgesiedelt werden.
Zur ersten Etappe des Programms, dessen Kosten auf umgerechnet rund 336 Milliarden Schilling veranschlagt werden, gehört auch eine verbesserte medizinische Betreuung.
Das offizielle Moskau wird auch die bisher immer angegebene Opferbilanz des Unglücks revidieren müssen, war bis jetzt immer von 31 Toten die Rede, sprach gestern ein ukrainischer Abgeordneter zum obersten Sowjet, Juri Dscherbak, von mindestens 300 Toten.
Aus Moskau, Christian Schüller.
Der Kontrast ist augenfällig.
Hatte Moskau vor vier Jahren rund um Tschernobyl noch eine Art Informationsblockade aufgebaut, so steht die Reaktorkatastrophe heute im Mittelpunkt einer gigantischen Informationsshow.
24 Stunden lang werden die sowjetischen Zuschauer mit alarmierenden Fakten und Zahlen bombardiert.
Erleben Sie hautnah dutzende Einzelschicksale mit Nahaufnahmen vom langsamen Tod der Strahlenopfer.
Doch so wichtig diese verspätete Aufklärung auch ist, sie kann nicht die Fragen jener drei Millionen beantworten, die heute noch in verstrahlten Gebieten wohnen und die es genau wissen wollen.
Wie gefährlich leben Sie?
Müssen Sie weg?
Und wenn ja, wohin?
Die Frage ist deshalb nicht zu beantworten, weil rund um Tschernobyl nach wie vor eine Art Ausnahmezustand herrscht, der mit international vereinbarten Normen und Kriterien wenig zu tun hat.
Viele leben unter Strahlungswerten, die nach allgemeinen Standards unterhalb der Gefahrengrenze liegen.
Vorausgesetzt, Lebensmittel und Wasser würden aus anderen gesunden Zonen kommen.
Vorausgesetzt, ihr allgemeiner Gesundheitszustand und ihr Immunsystem werden durchschnittlich robust.
Aber genau das ist nicht der Fall.
Und Genaueres lässt sich nicht sagen, weil die Lokalbehörden nach wie vor mauern, um Funktionäre zu decken und vier Jahre Nachlässigkeit zu vertuschen.
Die eintägige Sondersendung im sowjetischen Fernsehen zeigt eine Fülle von Beispielen.
Spezialisten, die zur Sanierung des Reaktors eingezogen wurden, obwohl ihr Gesundheitszustand es nicht erlaubt hätte.
Und die jetzt einfach keine Bestätigung dafür bekommen, dass sie in Tschernobyl waren.
Polizisten, die ohne Schutzkleidung die Umgebung des Reaktors bewachen mussten.
Und immer wieder die erschütternde Misere der Kinderspitäler, die keine Medikamente und keine Ausrüstung haben.
Keine Einwegspritzen, ja nicht einmal Mehrwegspritzen, wie das eine Ärztin aus Kiew formulierte.
Die Herstellung von Geigerzählern ist zum blühenden Geschäft für Technikamateure geworden.
Geräte, die nicht geeicht sind, werden zu fucher Preisen verkauft.
Je mehr die Informationsblockade bröckelt, desto mehr Fragen und mehr Ängste.
berichtete Christian Schüller aus Moskau.
Erst im vorigen Jahr wurden in der Weißrussischen Sowjetrepublik zum ersten Mal umfangreiche Messungen der Strahlenbelastung für die Bevölkerung in der weiteren Umgebung des Unglücksreaktors von Tschernobyl vorgenommen.
Die erhobenen Daten verheißen weiterhin bedrohliche Lebensbedingungen.
Aber die Behörden versuchen zu beschwichtigen, behaupten Vertreter der betroffenen Bevölkerung.
Und so steht es zum Teil auch in internen wissenschaftlichen Arbeitspapieren.
Norbert Schreiber hat sich in der Umgebung von Tschernobyl umgesehen und umgehört.
Erst Ende 89 wurden verlässlichere Daten über die Strahlenbelastung der Region Weißrusslands bekannt.
Vier Jahre hat es also gedauert, bis 5000 besiedelte Orte untersucht waren, 100.000 Bodenproben wurden auf landwirtschaftlichen Flächen und in Dörfern und Städten genommen.
Der maximale Verstrahlungsgrad wird im Gommel- und Morgeluftgebiet gemessen.
Da konnte er selbst feststellen, dass es solche Orte gibt, wo die Radioaktivität 150 Gyri pro Quadratkilometer ist und wo die Menschen bis heute leben.
Es gibt auch Orte, wo 100 Gyri pro Quadratkilometer ist.
Manche Orte, 40.
Und die Leute leben dort.
Sie arbeiten dort auch.
Und die Produktion und das, was sie dort erarbeiten, das müssen sie selbst essen und auch uns liefern.
Keine Republik von den Sowjetrepubliken nimmt das auf.
Es fehlt an Messstationen für die Bevölkerung für die Prüfung der Nahrungsmittel.
Es gibt kaum Dosimeter.
Das ist die Praxis.
Und die Theorie?
Der Vorsitzende des Tschernobyl-Rates, Tschepanenko, kritisiert die wissenschaftlichen Konzepte der Zentralregierung in Moskau, die von einer möglichen Strahlenbelastung in einem ganzen Leben von 35 Rem ausgeht.
Aber Kinder in den Ortschaften in Reaktornähe haben schon 20 Remm inkorporiert, also im Körper aufgenommen.
In nur vier Jahren.
Stepanenko kritisiert in einem internen Papier erstens, es fehle eine wissenschaftliche Begründung für das 35-Rem-Konzept.
Zweitens, es gibt keine Analysen zur Auswirkung von Strahlen auf Dauer gesehen.
Drittens, Krebsauswirkungen und genetische Effekte werden nicht berücksichtigt.
Viertens, die Dosiswerte unmittelbar nach der Tschernobyl-Katastrophe sind nicht festgestellt worden.
Fünftens, das Anhäufen von Plutonium, Strontium und heißen Teilchen in der Lunge
und im Knochengewebe werden nicht in Betracht gezogen.
Soweit Praxis und Theorie.
Und der Alltag?
Was die Bevölkerung psychisch belastet, ist das Verschweigen all dieser Zusammenhänge.
Unsere bürorussischen Wissenschaftler waren schon von den ersten Tagen an für die Evakuierung der Bevölkerung aus diesen gefährlichen Territorien.
Aber die von Moskau bestehen darauf, dass es nicht lebensgefährlich ist unter manchen Einschränkungen der Lebensweise.
Und natürlich kommen die Moskauer Wissenschaftler zu uns nicht mehr.
Und wenn sie kommen, dann nehmen sie ihre Lebensmittel mit
Dann lassen sie sich mehrmals untersuchen, nachdem sie zurück sind.
Die hohen Kommissionen kommen in diese Gebiete.
Man macht auch verschiedene Untersuchungen, aber die Resultate erfährt niemand.
Stepanenko, der im wissenschaftlich-technischen Rat zur Bewältigung der Folgeprobleme von Tschernobyl sitzt, fordert eine Abkehr vom 35-Rem-Konzept, die Belastungsdosen regelmäßig zu kontrollieren, Wohnverbote für verseuchte Gebiete auszusprechen, unbelastete Lebensmittel zu produzieren und er fordert eine bessere Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher Ebene.
Die Bevölkerung, sie misstraut all den wissenschaftlichen Konzepten und für viele ist klar, manche Menschen werden untersucht und dann steht also vor ihrem Namen gesund, gesund und ein Kind erzählt darüber, dass ihr Nachbar, der schon vor sieben Jahren gestorben war, auch auf der Liste stand und vor seinem Namen auch, also dieses Vögelchen stand, gesund.
Nun, das zeigt nur das, dass sogar in dieser Tragödie die Menschen belogen werden, beschwindelt werden.
Irene Grouché-Weyer, Mutter von zwei Kindern.
Sie wohnt in der Nähe von Tschernobyl.
Über ihre Erfahrungen vier Jahre nach dem Reaktor-Unglück.
Das Kraftwerk, das in Temelin gebaut wird, hat Weltniveau.
Wir arbeiten nach einem Modell der UdSSR.
Doch gerade weil nach dem Unglück von Tschernobyl Zweifel bestehen, wird das AKW in Temelin möglichst sicher gebaut.
Eine Katastrophe wie in Tschernobyl ist ausgeschlossen, weil die strengsten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden und die Technik auf dem neuesten Stand ist.
Das sagte im Jänner dieses Jahres der Direktor des im Bau befindlichen Kraftwerkes in der Tschechoslowakei, nur 40 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
Genau am Jahrestag des Unglücks von Tschernobyl fordert die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace mit einer spektakulären Aktion den sofortigen Baustopp des AKW Temelin.
Eine Reportage aus Temelin von Markus Föderl vom Landesstudio Oberösterreich.
Die erste vorsichtige Vorbeifahrt an der riesigen Baustelle des Atomkraftwerkes.
Die Pläne der Greenpeace-Leute sind offensichtlich nicht durchgesickert.
Keinerlei besondere Sicherheitsvorkehrungen sind erkennbar.
Ganz im Gegenteil.
Der Schranken an einer Baustelleneinfahrt ist weit offen.
Zwei Greenpeace-Busse fahren direkt in das Gelände.
Die Fahrzeuge bleiben im Baustellenschlamm stecken.
Tschechische Arbeiter kommen aber mit einem LKW zu Hilfe und machen die Autos wieder flott.
Über Außenleitern an einem der vier Kühltürme beginnen die Greenpeace-Aktivisten, ein rund 120 Kilogramm schweres und 2000 Quadratmeter großes Transparent empor zu ziehen.
Sieben Extrembergsteiger aus der GSFR, Schweden, England, Luxemburg und Österreich klettern voraus.
Einige Greenpeace-Leute bleiben auf den unteren Stufen zurück, als Sicherung gegen möglicherweise nachkommende Werksschutzleute.
Von ihnen ist aber nach wie vor keine Spur.
Die tschechischen Bauarbeiter rufen dem Dream-Piss-Aktivisten zu, macht schneller, schneller.
In der Zwischenzeit haben die ersten Kletterer die Spitze des 155 Meter hohen Turmes erreicht.
Sie seilen sich ab und schlagen Befestigungshaken in die Wand.
Nach mehr als dreistündiger Klettertour am Kühlturm kann das 50 Meter breite und 40 Meter hohe Transparent herabgelassen werden.
In riesigen schwarzen Buchstaben ist zu lesen.
Stop GSFR Nobel Greenpeace.
Erst kurz vor der Enthüllung des Transparentes die erste Reaktion des Werkschutzes.
Mit großen Betonblöcken wird die Baustelleneinfahrt blockiert.
Der Direktor des Atomkraftwerkes kommt und fragt, wer denn die Greenpeace-Leute hereingelassen habe.
Es herrscht Ratlosigkeit.
In diesen Minuten ist noch nicht abzusehen, was mit den Greenpeace-Leuten nach Abschluss der erfolgreichen Aktion geschehen wird.
Sie befinden sich weiterhin am Kühlturm,
Den inzwischen ebenfalls eingetroffenen Polizisten bleibt vorerst nichts anderes übrig als ratlos zu sein.
Greenpeace-Aktion beim AKW Temelin Markus Föderl hat berichtet und jetzt Berichte aus Österreich.
Im Nationalrat stehen heute noch zwei dringliche Anfragen auf der Tagesordnung, beide gerichtet an Wirtschaftsminister Schüssel.
Die Freiheitlichen wollen nähere Auskünfte über die, wie sie es nennen, Verscherbelung des Verkehrsbüros, den Grünen geht es um angebliche Manipulation von Gutachten zur Durchsetzung einer umwelt- und menschengefährdenden Verkehrspolitik.
Der grün-alternative Abgeordnete Peter Pilz will da sogar einen Misstrauensantrag gegen den Wirtschaftsminister einbringen.
Begonnen hat der Tage im Parlament nach einer Fragestunde allerdings mit der Debatte über den Sicherheitsbericht 1988 des Innenministers.
Diesem Bericht ist unter anderem zu entnehmen, dass in diesem Jahr 1988 die Zahl der registrierten strafbaren Handlungen insgesamt um knapp zweieinhalb Prozent auf rund 400.000 angestiegen ist, die der Verbrechen sogar um fast zehn Prozent.
In der Debatte eines solchen Berichtes geht es aber traditionellerweise nicht um die zwei Jahre alten Zahlen, sondern um aktuelle Themen des Innenressorts.
So auch heute, wo die Abgeordneten grundsätzlich zur österreichischen Sicherheitspolitik Stellung nahmen, von der Flüchtlingsproblematik über die diversen Spitzelakten bis zur Langzeitdiskussion um ein Polizeibefugnisgesetz.
Aus dem Parlament ein Bericht von Robert Stoppacher.
Wie sicher kann man sich in Österreich fühlen?
Um diese Frage kreist nun schon seit mehr als zwei Stunden die Debatte hier im Hohen Haus, wobei es erwartungsgemäß scharfe Angriffe der Opposition gegen die Sicherheitspolitik der Regierung setzt, insbesondere gegen Innenminister Franz Löschnack.
Als erste Rednerin zeichnet die freiheitliche Abgeordnete Helene Partik-Pablé ein düsteres Bild des österreichischen Zustandes.
Maxime der SPÖ-Sicherheitspolitik sei der Schutz von Randgruppen.
Der gesetzestreue Staatsbürger komme dabei unter die Räder.
Er muss bereits jetzt seine Wohnung verbarrikadieren.
Er muss, wenn er in die Straßenbahn einsteigt, Angst haben, dass er ohne Geldtasche wieder aussteigt.
Er muss Angst haben, Opfer eines Raubüberfalles zu werden.
Ja, es ist überhaupt nicht zu übertreiben.
Schauen Sie sich doch einmal an die Kriminalstatistik.
Schauen Sie sich doch einmal an.
Schauen Sie sich doch einmal an, die internationalen Taschendiebe, die werden angelockt durch die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen, durch die unzureichende personelle Ausstattung.
Im Sicherheitsbüro sind ganze fünf Polizisten für den Bereich Taschendiebstähle verantwortlich und zwei davon müssen auch noch nach dem Umweltstrafrecht jetzt tätig werden.
Aussagen, die der sozialistische Sicherheitssprecher Robert Elmecker ins Reich der Märchen verweist.
Ihm geht es um Vorkehrungen gegen den Anstieg der Kriminalität vor dem Hintergrund der Öffnung der Grenzen.
Elmecker möchte mehr Dienstposten für die Exekutive und er leitet aus der schwindenden äußeren Bedrohung einen Wunsch ab.
Ich würde mir daher wünschen, wenn man darüber diskutiert und das dann auch vollzieht, dass man Dienstposten aus dem Bundesheerbereich abzieht und in den Bereich der inneren Sicherheit verlagert.
Wenn ich zum Beispiel, Herr Kollege Dr. Etmeyer, Herr Kollege Kraft vorstelle, schaffen wir das Heeresnachrichtenamt ab, schaffen wir die Geheimdienste im Militär ab,
bekommen wir gleich etliche mehr Dienstposten.
Wir haben eine funktionierende Staatspolizei.
250 Dienstposten könnten wir sofort aus diesem Bereich vom Bundes her... Das ist keine Polemik.
Das ist keine Polemik.
Die Rede des Grün-Abgeordneten Peter Pilz gestaltet sich dann zu einer generellen Abrechnung mit der Sicherheitspolitik von Minister Löschnack.
Diese Politik sei ein einziger großer Polizeiskandal, meint Pilz und stellt eine Frage, die er gleich selbst beantwortet.
Wer kann sich aufgrund dieses Sicherheitsberichtes und aufgrund ihrer Tätigkeit in diesem Lande sicher fühlen?
Jeder Umweltzerstörer kann sich vor Umweltschützern sicher fühlen.
Jeder kriminelle Politiker kann sich vor Strafverfolgung in diesem Land im Großen und Ganzen sicher fühlen.
Jeder Spitzeldienst, jeder bespitzelnde Polizist kann sich vor den Bürgern und vor den Grundrechten in Sicherheit fühlen.
Jeder Prügelpolizist, jeder Gewalttäter in Uniform kann sich vor seinen Opfern in Sicherheit fühlen.
Und jeder ausländerfeindliche Bürokrat kann sich in Österreich vor den Grundsätzen der Menschlichkeit, der Humanität und der Solidarität in Sicherheit fühlen.
Der Sicherheitssprecher der ÖVP, Wendelin Edtmeier, beklagte in seiner Rede dann vor allem die Überlastung der Exekutive.
Seiner Ansicht nach wären hier sofort grundsätzliche Neuregelungen erforderlich.
Wir brauchen, Herr Bundesminister, vor allem keine Sicherheit 2000 und die nächsten Jahre vielleicht Unsicherheit, sondern wir brauchen Sicherheit 1990 und für die nächsten zehn Jahre.
Und wir brauchen für diese Neuregelung ein modernes Gesetz, ein modernes Sicherheitspolizeigesetz.
Wir brauchen moderne Verwaltungsstrukturen mit einer Konzentration auf die Verbrechensbekämpfung und Schutz derer, die in Ruhe und Ordnung leben wollen.
Das möchte ich auch ganz klar sagen.
Wir brauchen einen massiven Einsatz der modernen Technik.
Und wir brauchen vor allem auch eine objektive Postenvergabe.
Innenminister Löschnag ist dann in seiner Wortmeldung bemüht, die Gründe für das Ansteigen der Kriminalität auszuleuchten.
Ein Grund sei sicher auch die erfreuliche Öffnung der Grenzen.
Das ist natürlich auch eine Entwicklung, die einen entsprechenden Ausfluss in der Kriminalität hat und damit auch in der Kriminalitätsrate.
Und die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.
Es ist halt zu einer stärkeren Internationalisierung, auch was das Berufsverbrechertum anlangt, was die Banden
Kriminalität anlangt gekommen und es ist zu einem Zustand gekommen, der es der Exekutive immer schwieriger macht, entsprechend aufzuklären und das sollte man nicht aus dem Auge verlieren.
sagt Löschner soviel aus dem Parlament und damit zurück zum Studio.
Robert Stoppacher hat berichtet.
Im nächsten Jahr, also 1991, wird es in Österreich wieder, wie alle zehn Jahre, eine Volkszählung geben.
Die Fragebogen, die dafür nötig sind, werden insgesamt 160 Tonnen wiegen und aufeinander gestapelt eine Höhe von 3,5 Kilometer würden sie erreichen.
In Deutschland hatte es bei der letzten Volkszählung eine ziemliche Aufregung gegeben.
Zahlreiche Bürger hatten das Gefühl, dass der Staat zu vieles wissen will, was ihn nichts angeht und dass der große Bruder außerdem feststellen kann, wer was wie ausfüllt.
Um ähnlichen Streitigkeiten vorzubeugen, startet das Statistische Zentrallamt nächste Woche einen Versuch unter Testpersonen, um festzustellen, wie der Fragebogen für das nächste Jahr ankommt.
Waltraud Langer berichtet.
20.000 Personen in 19 Gemeinden Österreichs wie Strobl in Salzburg, Stinatz im Burgenland oder Wien und Graz werden nächste Woche einen Brief des Statistischen Zentralamtes erhalten.
Darin enthalten wird die höfliche Bitte sein, freiwillig bei der Probezählung mitzumachen.
Sie wird als Generalprobe für die Volkszählung im nächsten Jahr gewertet.
Die Statistiker wollen so herauskriegen, ob ihre Fragen verständlich genug formuliert sind, ob sich die Bürger durch möglicherweise zu intime Fragen nicht auf den Schlips getreten fühlen, aber auch, ob Sorgen über den Datenschutz im genügenden Ausmaß zerstreut werden können.
Es wird betont, dass die tatsächliche Volkszählung nächstes Jahr zwar namentlich erfolgt, um Doppelzählungen zu verhindern, die Auswertung der Daten werde aber nur mehr auf der Basis des anonymen Personenblattes erfolgen.
Rückschlüsse auf die Personen würden dadurch unmöglich gemacht.
Außerdem bestehe für die Befragten der Rechtsanspruch, die ausgefüllten Formulare direkt in der Zählstelle, etwa in der Gemeinde oder am Magistrat abzugeben, ohne sie einem Zählorgan aushändigen zu müssen.
Außerdem sollen sämtliche Datenschutzbestimmungen gelten.
Beim Test, der nächste Woche beginnt, werden die Befragten die Möglichkeit haben, dazuzuschreiben, was ihnen am Fragebogen nicht passt.
Diese Kritikpunkte sollen ihren Niederschlag in der weiteren Planung für die Volkszählung im nächsten Jahr finden.
Zusätzlich werden Vertreter des Amtes im Mai die Testgemeinden besuchen, um direkte Eindrücke über die Aufnahme der Formulare zu gewinnen.
Mit dem Probelauf wird auch das sogenannte Reklamationsverfahren getestet, das zur Klärung strittiger Wohnsitzfälle nötig ist.
Bei der letzten Volkszählung vor zehn Jahren hatten sich die Gemeinden um die Zuordnung von Bürgern mit mehreren Wohnsitzen regelrecht gestritten, aus rein finanziellen Erwägungen, weil mehr Bürger pro Gemeinde auch mit mehr Geld vom Staat verbunden sind.
Dank einer Gesetzesnovelle wird es dieses Mal die umstrittene Person selbst sein, die ihre Lebensumstände bekannt gibt.
Die Gemeinden können diesen Angaben lediglich ergänzende oder korrigierende Anmerkungen hinzufügen.
Die endgültige Zuordnung wird das Statistische Zentralamt durchführen.
Und dieses will nur dann anders als der Bürger entscheiden, wenn die Regeln für die Beurteilung durch ihn verletzt wurden.
Um den Datenschutzbestimmungen zu genügen, werden die Angaben zur Klärung der Wohnsitzstreitigkeiten nicht in die Auswertung der Volkszielung einbezogen werden.
Zurück zu den Fragen auf dem Erhebungsblatt.
Ein paar Beispiele, wonach gefragt wird.
Geburtsdatum, Geschlecht, Stellung im Haushalt, wobei auch Hausmänner vorgesehen sind, aber auch, wer der Haushaltsvorstand ist.
Staatsbürgerschaft, die Umgangssprache, das interessiert die Statistiker in Bezug auf die Volksgruppe, der Bildungsgrad, Berufstätigkeit, ja, in welchem Ausmaß und wenn nein, wovon man lebt und andere Fragen mehr.
Bereits im Vorjahr hat das Statistische Zentralamt im kleineren Umfang getestet, wie die Fragen ankommen.
90 Prozent sagten damals, dass ihnen keine Frage unangenehm gewesen sei.
Bei den übrigen 10% stieß vor allem die Erkundigung nach dem Religionsbekenntnis auf, wobei das Amt betont, dass die Kirche die Daten nicht bekomme, was für manche in Bezug auf die Kirchensteuer interessant sein dürfte.
Mit gröberen Schwierigkeiten bei der Volkszählung, so wie in Deutschland, wird im Statistischen Zentralamt nicht gerechnet.
Eine Aufforderung, sich gegen die Probevolkszählung in der nächsten Woche querzulegen, kommt von der Arbeitsgemeinschaft Datenschutz.
Vor der Probezählung werde gewarnt, heißt es dort, sie solle daher verweigert werden.
Laut der AG Datenschutz ist es sehr wohl möglich, Daten auf Personen zurückzuführen.
Das sei auch bereits gemacht worden.
Dass eine Re-Identifikation der Personen möglich ist, wird im Statistischen Zentralamt als Unsinn bezeichnet, da die Daten in der Datenbank immer nur von Gruppen, aber nicht von Einzelpersonen erfasst würden.
Ein Bericht von Waltroth Langer war das.
Die Handelskammerwahlen in Österreich sind geschlagen.
Sie brachten Verluste für den ÖVP-Wirtschaftsbund, starke Gewinne für den Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender und leichte Gewinne für den Sozialistischen Freien Wirtschaftsverband.
Nach Angaben der Bundesleitung des Wirtschaftsbundes erreichte der Wirtschaftsbund und die von ihm unterstützten Listen 76,4 Prozent, vor fünf Jahren waren es 84 Prozent.
Der Sozialistische Freie Wirtschaftsverband kam auf 9,7 Prozent und legte damit 1,3 Prozentpunkte zu.
Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender verdoppelte seinen Stimmenanteil auf 7,7 Prozent, auf Namens- und Fachlisten entfielen 4,7 Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 64 Prozent.
Ob und wenn ja welche bundespolitischen Auswirkungen dieses Ergebnis hat, das fragte Fritz Pesater, ÖVP-Generalsekretär Kukacka.
Herr Generalsekretär, der Obmann des Wirtschaftsbundes Mardertaner hat das Wahlergebnis der Handelskammerwahlen mit einem lachenden und einem weinenden Auge angeblickt.
Sie als Wahlkampfleiter der ÖVP für die Nationalratswahl, Ihnen müssten ja beide Augen nass werden, wenn man sich vor Augen hält, dass eine der letzten Passionen der ÖVP, Stammwillerschichten, gewerbetreibende
sechs Monate vor der Wahl so viel verlieren.
Für feuchte Augen besteht überhaupt kein Anlass, denn der Wirtschaftsbund hat ein beachtliches, ein akzeptables, wenn auch im Vergleich mit der letzten Wahl kein sehr erfreuliches Ergebnis erzielt.
Das ist richtig, aber immerhin muss man davon ausgehen, dass sich die politischen Voraussetzungen gegenüber der Handelskammerwahl
des Jahres 1985 völlig geändert haben.
Es haben sich die bundespolitischen Verhältnisse geändert.
Es haben sich auch
in den letzten Jahren immer mehr Tendenzen gezeigt, dass es ungeheuer schwierig ist, hohe Mehrheiten zu verteidigen, aber eine Zweidrittelmehrheit zu erreichen.
Und damit Zweidrittel der österreichischen Gewerbetreibenden hinter sich zu wissen, das ist wirklich ein beachtliches Ergebnis.
Ja, diese zwei Drittel kommen aufgrund unterschiedlicher Zuordnungen von verschiedenen Listen zustande, aber das herausragende Ergebnis dieser Wahl ist doch diese, Herr Generalsekretär, dass die FPÖ wiederum, so wie vorher bei Arbeiterkammerwahlen, wie bei Landtagswahlen und zuletzt bei Gemeinderatswahlen, letztlich auf Kosten der ÖVP gewonnen hat.
Frage an Sie, würde dieses Abschneiden der FPÖ, dieses gute Abschneiden der FPÖ,
nicht für die Bundes-HVB ein deutlicher Fingerzeig sein, dass das sogenannte Kärntner-Modell jedenfalls nicht weiter in Augenschein genommen werden sollte?
Nein, die Kärntner-Verhältnisse unterscheiden sich grundsätzlich von den bundespolitischen Verhältnissen.
Dort ist die Freiheitliche Partei die Mehrheitspartei.
Im Bund wäre sie auf alle Fälle
Die Minderheitspartei, also hier kann man überhaupt keine entsprechenden Vergleiche anstellen, aber noch einmal 10% der Mandate zu erreichen bei einer Wahl, wie das diesmal den Freiheitlichen gelungen ist, ist doch weder ein Triumph, noch ein Erdrutsch, noch ein epochales Ergebnis.
Im Gegenteil, sie liegen jetzt dort, wo sie rund im Jahr 1980 bereits einmal waren.
Man kann aber davon ausgehen, dass die ÖVP sechs Monate vor der Wahl ein anderes Ergebnis lieber gesehen hätte.
Selbstverständlich hätten wir ein anderes Wahlergebnis lieber gesehen.
Aber noch einmal 75 Prozent der Mandate zu erreichen, ist ein gutes Ergebnis.
Und man muss ja auch davon ausgehen, dass dieses Wählersegment ein sehr mobiles Wählersegment ist.
aber auch ein relativ kleines Segment.
Das heißt, es ist eigentlich nicht massiv ausschlaggebend für die kommende Nationalratswahl.
Und darüber hinaus, dass es den Freiheitlichen eigentlich gerade bei diesem Wählersegment, nämlich bei den Gewerbetreibenden,
nicht gelungen ist, besser abzuschneiden, ist eigentlich kein besonderes Hoffnungszeichen für sie bei der kommenden Nationalratswahl.
Wenn ich die anderen Wahlen heranziehe, die es auch gegeben hat, etwa bei der Bauernkammer, wo sie wesentlich schlechter abgeschnitten haben, können wir davon ausgehen, dass sie im Durchschnitt jedenfalls
so wie jetzt die Anzeichen stehen, kein besonders hervorragendes Wahlergebnis erreichen würden.
Wenn ich Ihr Argument von der Mobilität des Wählers nehme, dann sagen Sie ja mit anderen Worten, auch wenn Sie es vielleicht nicht sagen wollen, dort wo der Wähler mobil ist, wählt der FPÖ und nicht der ÖVP.
Nein, das heißt das überhaupt nicht, denn der Wähler ist überall mobil, aber man muss doch wirklich die Kirche im Dorf lassen.
Mit ÖVP-Generalsekretär Kukacka sprach Fritz Besata und im Mittagsschonal noch einmal ins Ausland.
Paris ist Schauplatz der 55.
Deutsch-Französischen Konsultationen, in deren Mittelpunkt diesmal natürlich die Frage der deutschen Einheit steht.
Und in diesem Zusammenhang sind sich der bundesdeutsche Kanzler Kohl und Frankreichs Präsident Mitterrand einig, die deutsche Einheit müsse Hand in Hand mit der europäischen Einheit gehen.
Und beim EG-Sondergipfel am Samstag in Dublin wollen beide ihre gemeinsame Initiative zur Verwirklichung der Europäischen Union bis Ende 92 vorantreiben.
Aus Paris, Lorenz Kalmetzer.
Die gute Stimmung beim gestrigen Arbeitsabendessen im Élysée-Palast wurde plötzlich und ernsthaft durch die Nachricht vom Mordanschlag auf Oscar Lafontaine getrübt.
Auch nicht der geringste Schatten hingegen sei von den nur mit Mühe kaschierten Spannungen der vergangenen Monate zwischen Kanzler Kohl und Präsident Mitterrand übrig geblieben.
Die beiden hätten wieder vollstes Vertrauen und Übereinstimmung gefunden.
So lautet jedenfalls die offizielle Version, die von den französischen Medien ohne Einschränkung aufgenommen und geradezu gefeiert wird.
Die Axe bon Paris funktioniere wieder, die deutsch-französische Freundschaft als Lokomotive der europäischen Einigung sei wieder voll in Fahrt, heißt es.
Handfester politischer Ausdruck der wiedergefundenen Entente, der gemeinsame Brief, den Kohl und Mitterrand vor einer Woche an den irischen Premierminister Hoche anlässlich des außerordentlichen Zwölfergipfels am kommenden Samstag in Dublin gerichtet haben.
Der Augenblick ist gekommen, die Gesamtheit der Beziehungen zwischen den EG-Staaten in eine europäische Union zu verwandeln, heißt es in dem Schreiben.
Konkret fordern Kohl und Mitterrand den Ausbau der Kompetenzen der EG-Kommission, die Designierung eines europäischen Präsidenten mit einem vierjährigen Mandat, sowie die Stärkung der Rolle des Europaparlaments.
Vor allem aber soll die EG eine weitgehend einheitliche Außen- und Verteidigungspolitik entwickeln.
Damit diese Schritte in Richtung politischer Einigung der EG schon im Jänner 1993 durch konkrete Ergebnisse gekrönt seien, fordern Kohl und Mitterrand die Einberufung einer zweiten Regierungskonferenz, die parallel zu jener über die Wirtschafts- und Währungsunion Fortschritte ermöglichen soll.
Der gemeinsame Vorstoß wird in Paris um so euphorischer kommentiert, seit Helmut Kohl gestern nach seiner ersten Besprechung mit Mitterrand erklärt hat, die deutsche Einigung und die europäische seien nur zwei Seiten derselben Medaille, beide müssten Hand in Hand gehen.
Eine wiedergefundene Interessensgleichheit scheint also hergestellt.
Bonn will die europäische Integration beschleunigen, um die Ängste seiner Partner gegenüber der deutschen Einigung zu dämpfen und Paris sieht in der europäischen Einheit das beste Mittel, das neue Großdeutschland einzubinden und selbst weiterhin eine Rolle bei der Neuordnung Europas zu spielen.
Die Schaffung der deutsch-deutschen Wirtschafts- und Währungsunion wirft ihre Schatten voraus.
Seit in der DDR bekannt ist, dass 4.000 Mark Ost im Verhältnis 1 zu 1 getauscht werden, versuchen tausende DDR-Bürger, ihre vorhandenen Guthaben auf mehrere Sparbücher mit einem Guthabenstand von eben jenen 4.000 Mark aufzuteilen.
Eine vergebliche Mühe, wie Finanzfachleute erklären, denn der Stichtag für die Anerkennung von Sparguthaben wird voraussichtlich der 31.12.89 sein.
Während die Guthaben also bis zum Sockelbetrag von 4.000 Mark im Verhältnis 1 zu 1 gewechselt werden, plant die BRD, die vorhandenen Schulden der DDR und damit nicht nur die Schulden des Handels, der Industrie und des Gewerbes, sondern auch die Privatschulden im Verhältnis 2 zu 1 zu tauschen und damit quasi zu halbieren.
Ein gutes Geschäft könnte man auf den ersten Blick meinen, da aber gegenwärtig die Tauschrelation West-Dänemark zu Ostmark unter dem künftigen Tauschkurs für Schulden, sprich Kredite liegt, versuchen viele DDR-Bürger jetzt ihre Schulden noch vorzeitig zurückzuzahlen.
Denn nach dem 1.
Juli, dem Inkrafttreten der Wirtschaftsunion, ist ohne dies mit einer finanziellen Mehrbelastung durch zahlreiche Preissteigerungen wegen wegfallender Subventionen zu rechnen, Jürgen Simund informiert.
zu erwarten, versuchen die meisten, ihre mehr oder weniger hart erarbeiteten Guthaben auf das zweckmäßige Niveau von jenen 4.000 DDR-Markt zu bringen, die am 2.
Juli dann zum Kurs 1 zu 1 getauscht werden sollen.
Gelder werden in den Familien- und Bekanntenkreisen aufgeteilt.
Viele versprechen sich davon Vorteile, wenn sie ein weiteres 4.000-Markt-Konto in einer Filiale eines anderen Stadtbezirkes oder sogar in einer anderen Stadt eröffnen.
Dieses Hin und Her der kleinen Beträge beeinflusst die Gesamteinlagen jedoch kaum.
Die Angestellten der Geldinstitute, vor deren Schaltern gedrängelt und geschubst wird, dafür umso mehr.
Die Appelle der Sparkassen, diese unsinnigen Aktionen sein zu lassen, da der Umtausch je Einwohner und nicht je Konto erfolgen wird, verklingen ungehört.
Es sind aber nicht nur die Sparer, die die Geldinstitute stürmen.
Es sind auch die Schuldner.
Und während gerade ältere Menschen mit höheren Spareinlagen jammern,
dass außer dem Umtauschgrundbetrag von 4.000 Mark ihr Geld halbiert werden soll, dürfen die Schuldner sich freuen.
Kredite gab es in der DDR zwar nicht unbegrenzt.
Finanzierung von Autos und anderen Konsumgütern übernahmen die Banken bisher nicht.
Aber sie gewährten Kredite für den Bau von Einfamilienhäusern, zur Entwicklung des zwar beschränkten, aber existierenden privaten Handwerks und Kredite zur Förderung junger Familien.
Diese Kredite werden, so sieht der Entwurf des Währungsunions vor, ebenfalls 2 zu 1 gewandelt, also um die Hälfte eingeschmolzen.
Wer Schuldner ist und mehr als die besagten 4.000 Mark auf seinem Konto hat, kann das Mehr an Gesparten sehr günstig loswerden.
Er zahlt seinen Kredit in Ostgeld ab, vermeidet dadurch eine Halbierung seiner Ersparnisse und geht in die Währungsunion schuldenfrei.
Viele Schuldner versuchen nun sogar, auf eine noch günstigere Weise aus den Krediten herauszukommen.
Wer irgendeine Möglichkeit hat, über verwandte oder bekannte Westgeld zu leihen, tauscht dieses geliehene Geld zum gegenwärtigen Kurs von 1 zu 3 in DDR-Mark und zahlt damit vor der Währungsunion seinen Kredit zurück.
Die Rechnung ist einfach.
Man zahlt jetzt sogar 1 zu 3 den Kredit zurück, den man sonst 1 zu 2 tilgen müsste.
Allerdings könnten diese Hoffnungen der Schuldner, so bequem aus den Krediten herauszukommen, auf Sand gebaut sein.
Im DDR-Finanzministerium sieht man zumindest klar, dass so eindeutig die Nachteile auf die Sparerseite und die Vorteile auf die Schuldnerseite nicht verteilt werden sollen.
Es gehe nicht an, einseitig die Sparer zur Kasse zu bitten.
Deshalb versucht die Regierung und Ministerpräsidenten Lothar de Maizière auch, in den Verhandlungen mit Bonn über den Staatsvertrag zur Währungsunion eine Verbesserung der Situation der ehrlichen Sparer auszuhandeln.
Berichtete Jürgen Simon aus Ost-Berlin.
Der chinesische Ministerpräsident Li Peng hat heute den offiziellen Teil seines viertägigen Sowjetunion-Besuches beendet und ist zu einem touristischen Besichtigungsprogramm nach Leningrad weitergereist.
Die Reise des chinesischen Premiers in die Sowjetunion folgt dem Besuch von Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow in Peking ziemlich genau vor einem Jahr.
Die Gorbatschow-Visite war ja damals schon überschattet von den Studentenprotesten gegen die kommunistische Führung in Peking.
Und es war Li Peng, der Anfang Juni vorigen Jahres den brutalen Einsatz der Armee gegen die Bürgerbewegung angeordnet hat.
Die Moskau-Reise Li Pengs ist daher nicht ganz unumstritten.
Er folgt jedoch zu einem Zeitpunkt, wo fast alle westlichen Staaten ihre politischen Sanktionen gegen das kommunistische China weiter aufrechterhalten.
Aber in den Beziehungen zwischen den beiden jahrzehntelang verfeindeten großen Nachbarn gelten offenbar noch andere Überlegungen und Interessen.
Eine Analyse über den Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten in Moskau von Helmut Oplital.
Der Besuch des chinesischen Regierungschefs stößt in der Sowjetunion selbst auf Widerstand.
Einige tausend Moskauer Demonstrierten und Vertreter des neu gewählten Stadtrates haben gegen die Einladung für Lipan protestiert und den offiziellen Staatsgast als einen Mann bezeichnet, an dessen Händen das Blut seines Volkes klebe.
Anders als die osteuropäischen Reformstaaten hat sich ja die Sowjetunion dem politischen Boykott
durch die westlichen Industrieländer nie angeschlossen.
Und es ist ganz klar, dass Peking mit diesem hochrangigen Besuch in Moskau auch aus der internationalen Isolation ausbrechen will, in der es sich seit der blutigen Niederschlagung der Bürgerbewegung vor einem Jahr befindet.
Dass Gorbatschow dennoch auf diese Avancen Pekings einstieg, hat sicher mehrere Gründe.
Zum einen ist China für die Sowjetunion das größte und wichtigste Nachbarland mit einer mehr als 7000 Kilometer langen gemeinsamen Grenze.
Einen neuerlichen Grundsatzstreit, wie er fast 30 Jahre lang die Beziehungen zwischen den kommunistischen Großmächten belastet hat,
kann und will sich die Sowjetunion nicht mehr leisten.
Moskau will daher unter keinen Umständen die im Vorjahr von Gorbatschow in Peking besiegelte Normalisierung wieder aufs Spiel setzen.
Die nun vereinbarten Abkommen weisen in diese Richtung.
Der Grenzhandel soll forciert werden.
China wird der Sowjetunion dringend benötigte Lebensmittel und Konsumgüter liefern.
Moskau unterstützt Peking mit Industrietechnologie und unter anderem auch beim Bau zweier neuer Kernkraftwerke in China.
Die sicherheitspolitisch wichtigste Vereinbarung ist aber der Vertrag über einen schrittweisen Truppenabbau entlang der gemeinsamen Grenze und über andere vertrauensbildende Maßnahmen im militärischen Bereich, die im Einzelnen aber noch nicht bekannt gegeben worden sind.
Es gibt sogar Spekulationen über eine militärtechnische Kooperation und neue sowjetische Rüstungslieferungen an China.
Ideologische Kritik ist während des Lipang-Besuches in Moskau hingegen kein Thema.
Ministerpräsident Ryzhkov sprach vom gegenseitigen Respekt und der Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten des anderen Landes.
Und Lipang akzeptierte, dass die Sowjetunion ihre Reformpolitik selbst gestaltet.
Auch die sowjetische Perestroika orientiere sich dabei am Sozialismus, fügte Lipang hinzu.
Das war offensichtlich als freundschaftliches Signal gedacht, denn in einem internen Papier der chinesischen Führung war ja kürzlich Gorbatschow die Schuld an der Abkehr Osteuropas vom Sozialismus angelastet worden.
Die große Freundschaft zwischen Peking und Moskau dürfte aber auch bei diesem Gipfeltreffen nicht ausgebrochen sein.
Hinter den Kulissen gab es offensichtlich deutliche Meinungsverschiedenheiten, sodass man sich nicht einmal auf ein gemeinsames Abschlusskommuniqué einigen konnte.
Zum Abschluss des Mittagsschonals, fast zum Abschluss des Mittagsschonals, der Bericht der Kulturredaktion.
Die letzten Tage der Menschheit, einer der wichtigsten Texte des kritischen Sprachgewandten Karl Kraus, eine der wenigen szenischen Produktionen dieses umfangreichen Werkes, gibt es ab heute Abend in Graz im Schauspielhaus zu sehen.
In der Regie von Michael Wallner im Bühnenbild des Malers Laszlo Wawaszowski mit Marianne Kopacz, Gerhard Balluch und Ernst Brassl.
Der Beitrag von Günther Ziesl beginnt mit einem Szenenausschnitt.
Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen.
Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind wörtlich gesprochen worden.
Mit diesen Worten lässt Karl Kraus keinen Zweifel daran, dass er die Wirklichkeit seiner Zeit beschreiben wollte.
Die Wirklichkeit, so wie er sie sah.
Er selbst hielt die letzten Tage der Menschheit für unaufführbar.
Erst 1964, also fast 30 Jahre nach dem Tod von Karl Kraus, gab es die erste szenische Aufführung in der Regie von Leopold Lindbergh bei den Wiener Festwochen.
Die Grazer Inszenierung arbeitet mit der Drehbühne, auf der es dreieckförmig angeordnet drei verschiedene Schauplätze gibt.
Der wichtigste und am häufigsten verwendete ist die Fassade der Häuser an der legendären Zirk-Ecke der Wiener Ringstraße.
Die Fassade ist aber in einem Winkel von fast 90 Grad nach hinten in die Bühne hineingelegt, sodass die Akteure auf der Fassade spielen können.
Regisseur Michael Wallner sieht die Aussagen des Karl Kraus heute genauso aktuell wie zur Zeit des Ersten Weltkriegs.
Karl Kraus sagt im Vorwort, es mag zu befürchten sein, dass eine Zukunft, die den Länden einer so wüsten Gegenwart entsprossen ist, trotz größerer Distanz der größeren Kraft des Begreifens entbehre.
Und daraus stellen sich für mich zwei Fragen.
Inwieweit entbehren wir heutigen, 72 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, wo der österreichweit entscheidender beeinflusst hat als der Zweite, entbehren wir wirklich, trotz größerer Distanz, der größeren Kraft des Begreifens, was ein Krieg bedeutet, was eine Kriegserklärung bedeutet?
Und inwieweit sind die von Kraus in diesem gewaltigen, akustischen Dokument,
festgehaltenen Sprachmelodien seiner Zeit, identisch mit den unserem.
Und ich bin der Überzeugung, dass die von Krauss in dem Stück und auch in unserer Fassung angeprangerten Geisteshaltungen, Opportunismus, Lieblosigkeit, Intoleranz, fehlende Zivilcourage, Banalität, Dummheit, die Dummheit schlechthin,
dass diese Geisteshaltungen nicht nur de facto damals wie heute existieren, sondern dass sie wortwörtlich im heutigen Österreich existieren.
Die Figuren tragen lebenden Namen, es gibt sie, man begegnet ihnen auf der Straße und auf den Ämtern und auf Schritt und Tritt.
Und deshalb, glaube ich, ist das Stück »Die letzten Tage der Menschheit« kein Stück über den faktischen Untergang des Menschengeschlechts, sondern ein Stück über den moralischen, seelischen Niedergang des Individuums, aufgedeckt an seiner Sprache.
In unentwegter Treue
kultigen wir unseren geliebten alten Kaiser.
Wirst sehen, dieser Krieg wird eine Renaissance österreichischen Denkens und Handels heraufbringen.
Wirst sehen, Ramadama!
Höchste Zeit, dass ein Seelenaufschwung kommt!
Ritsch!
Omitra!
Ein Stahlbad braucht man!
Ein Stahlbad!
Die letzten Tage der Menschheit sind auch und vor allem die Auseinandersetzung von Karl Kraus mit den Wirkungen der Medien.
Immer wieder werden auf der Bühne die Extraausgaben der Tageszeitungen mit den neuesten Kriegsmeldungen verteilt und mit den Leitartikeln, in denen zur Feindschaft gegenüber den Völkern der anderen Länder aufgerufen wird.
Und Kraus wirft den Medien vor, dass sie
die Fähigkeit des Menschen unter Graben, sich ein eigenes Bild der Wirklichkeit zu machen und dass dieser seiner Fantasie beraubte Mensch dann den Phrasen der Medien hilflos ausgeliefert ist.
Und er geht sogar so weit, den Medien Mitschuld am Krieg zu geben, wenn er sagt nicht, dass die Presse
die Maschinen des Todes in Bewegung setzte, aber dass sie unser Herz ausgehöhlt hat, uns nicht mehr vorstellen zu können, wie das wäre, das ist ihre Kriegsschuld.
Die letzten Tage der Menschheit in der Inszenierung von Michael Wallner haben heute Abend im Grazer Schauspielhaus Premiere.
Insgesamt sind nur acht Aufführungen bis zur Sommerpause des Theaters geplant.
Das Stück wird nicht in den Spielplan der kommenden Saison übernommen werden.
Und im Mittagsjournal noch Zeit für Kurznachrichten.
Bundesrepublik Deutschland.
Der SPD-Kanzlerkandidat und Ministerpräsident des Saarlandes, Oskar Lafontaine, ist nach dem Attentat von gestern Abend nicht mehr in Lebensgefahr.
Lafontaine wurde gestern Abend bei einer Wahlveranstaltung in Köln von der 42-jährigen Arzthelferin Adelheid Streidel niedergestochen.
Über das Tatmotiv herrscht noch völlige Unklarheit.
Sowjetunion.
Die Regierung in Moskau hat ihre Wirtschaftsblockade gegen Litauen weiter verschärft.
Nach offiziellen Angaben aus Vilnius ist der Lieferboykott auf eine Reihe wichtiger Produktionsgüter wie etwa Landwirtschaftsmaschinen ausgedehnt worden.
Die litauische Führung will auf den zunehmenden Druck aufs Moskau mit Gegenmaßnahmen reagieren.
Die litauische Ministerpräsidentin Plunskiene hat angekündigt, man wolle die Versorgung anderer Sowjetrepubliken mit Fleisch, Milch und anderen Lebensmitteln einstellen.
Heute ist der vierte Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.
Aus diesem Anlass hat das sowjetische Parlament die Umsiedlung von bis zu 200.000 Menschen aus stark radioaktiv verseuchten Gebieten Weißrusslands, der Ukraine und der Russischen Föderation verlangt.
Die Umsiedelung soll 1992 abgeschlossen sein.
Die Bewohner der weißrussischen Stadt Gormel, die besonders stark von der Strahlung betroffen sind, wollen heute der Reaktorkatastrophe mit Streiks und mit Kundgebungen gedenken.
Im sowjetischen Fernsehen läuft eine große Spendenaktion zur Unterstützung der Tschernobyl-Opfer.
Die Wetteraussichten für Österreich bis zum Abend.
Regenschauer und lokale Gewitter.
Nachmittagstemperaturen 10 bis 15.
Im Süden zum Teil sonnig.
Temperaturen bis 17 Grad.
Und das war ein Mittagsjournal am Donnerstag.
Im Namen aller Mitarbeiter verabschiedet sich Christel Reis nach einem schönen Nachmittag.
Am Ende einer Wahlveranstaltung in Köln ereignete sich ein Mordanschlag auf den saarländischen Ministerpräsidenten und SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine. Nach dem Ende der Rede betrat eine Frau die Bühne und stach mit einem mitgebrachten Messer Lafontaine in den Hals. Ein Hintergrundbericht. Einblendung: SPD-Vorsitzender Hans Jochen Vogel, Einblendung: Vizepräsident Bundestag Richard Stücklein.
Mitwirkende:
Scholl, Susanne [Gestaltung]
, Vogel, Hans Jochen [Interviewte/r]
, Stücklein, Richard [Interviewte/r]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Ort:
Bonn
Schlagworte:
Gesellschaft
;
Politik
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Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
In der Nacht zum 26. April 1986 ereignete sich der Super-Gau im atomaren Kraftwerk Tschernobyl. Die Katastrophe wurde durch das Lügen und Vertuschen der offiziellen Stellen noch verstärkt. Die Bevölkerung rund um Tschernobyl ist weiterhin stark gefährdet. Die Führung in Moskau setzt nun neue Zeichen, um die Bewältigung der Katastrophe voranzutreiben.
Mitwirkende:
Schüller, Christian [Gestaltung]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Ort:
Moskau
Schlagworte:
Gesellschaft
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Medizin
;
Wirtschaft
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
In der Nacht zum 26. April 1986 ereignete sich der Super-Gau im atomaren Kraftwerk Tschernobyl. Die Katastrophe wurde durch das Lügen und Vertuschen der offiziellen Stellen noch verstärkt. Die Bevölkerung rund um Tschernobyl ist weiterhin stark gefährdet. Ein Lokalaugenschein. Interview: Aktivistin Irene Gruschewaja.
Mitwirkende:
Schreiber, Norbert [Gestaltung]
, Gruschewaja, Irina [Interviewte/r]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
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Medizin
;
Wirtschaft
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Der Direktor des in Bau befindlichen AKW Temelin in der Tschechoslowakei spricht von größtmöglicher Sicherheit des AKW. Es sei nach russischem Standard, welche nach der Katastrophe von Tschernobyl extrem angehoben wurde, gebaut. Die internationale Umweltschutzorganisation fordert am Jahrestag von Tschernobyl mit einer spektakulären Aktion den Baustopp.
Mitwirkende:
Föderl, Markus [Gestaltung]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
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Politik
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Wirtschaft
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Wissenschaft und Forschung
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Der Parlamentstag wurde durch eine Debatte um den Sicherheitsbericht 1988 bestimmt. Diesem Bericht ist ein Ansteigen der strafbaren Handlung um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zu entnehmen. Bei der Debatte geht es allerdings traditionellerweise um aktuelle Themen der Sicherheitspolitik. Einblendung: FPÖ-Abgeordnete Helene Partik-Pable, Einblendung: SPÖ-Abgeordneter Robert Elmecker, Einblendung: Grün-Abgeordneter Peter Pilz, Einblendung: ÖVP-Abgeordneter Wendelin Ettmayer, Einblendung: Innenminister Franz Löschnak.
Mitwirkende:
Stoppacher, Robert [Gestaltung]
, Partik-Pablé, Helene [Interviewte/r]
, Pilz, Peter [Interviewte/r]
, Elmecker, Robert [Interviewte/r]
, Ettmayer, Wendelin [Interviewte/r]
, Löschnak, Franz [Interviewte/r]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Gesellschaft
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Wie alle zehn Jahre gibt es auch 1991 wieder eine Volkszählung. Das statistische Zentralamt startet einen Versuch unter Testpersonen, um festzustellen, wie der Fragebogen für das Jahr 1991 ankommt.
Mitwirkende:
Langer, Waltraud [Gestaltung]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik
;
Gesellschaft
;
Technik
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Die Handelskammerwahlen 1990 brachten Verluste für den ÖVP-Wirtschaftsbund. Der Wirtschaftsbund erreichte trotzdem 76 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 64%. ÖVP-Generalsekretär Kukacka leitet in einem Interview bundespolitische Trends ab. Interview: ÖVP-Generalsekretär Helmut Kukacka.
Mitwirkende:
Pesata, Fritz [Gestaltung]
, Kukacka, Helmut [Interviewte/r]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Politik
;
Wirtschaft
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Seit die Festsetzung einer Obergrenze von 4.000 Ostmark für den Wechselkurs 1:1 bekannt wurde, wird versucht, das Vermögen auf diese Portionen aufzuteilen. Währenddessen plant die BRD die staatlichen sowie die privaten Schulden der DDR 2:1 umzutauschen und dadurch zu halbieren.
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
;
Wirtschaft
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Der chinesische Ministerpräsident Li Peng hat den offiziellen Teil seines Staatsbesuches in der Sowjetunion beendet. Die Moskaureise Li Pengs ist aufgrund seines harten Vorgehens während der Pekinger Studentenproteste 1989 nicht unumstritten. Für China soll dieser Besuch ein Weg aus der internationalen Isolation sein. Eine Analyse.
Mitwirkende:
Opletal, Helmut [Gestaltung]
Datum:
1990.04.26 [Sendedatum]
Schlagworte:
Gesellschaft
;
Politik
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten