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KI-generiertes Transkript
Guten Tag beim Mittwoch-Mittag-Journal sagt Christel Reis, unser Themenangebot für die kommende Infostunde.
Wieder Anschlag in Israel, sechs Tote, 20 Verletzte.
In Düsseldorf begann heute der Prozess gegen die mutmaßlichen Solingen-Attentäter.
Bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus wurden dabei vor einem Jahr fünf Türkinnen getötet.
Der große Erfolg der Salzburger Fußballer, Casino Salzburg, hat die Sensation geschafft.
1 zu 1 gestern Abend gegen den SC Karlsruhe.
Das Remis genügt für den Einzug ins Finale.
Wir erwarten noch in dieser Stunde Berichte aus Salzburg, wo die Mannschaft eigentlich in diesen Minuten landen sollte.
Das Flugzeug hat ein bisschen Verspätung, vielleicht schaffen wir es noch in diesem Mittagsschonal.
Wir fassen auf jeden Fall aber Reaktionen aus Deutschland zusammen und stellen den Finalgegner der Salzburger Inter Mailand vor.
Skandal um Immobiliengeschäfte in Deutschland.
Griechenland wegen des Mazedonien-Embargos vor dem Europäischen Gerichtshof.
Der Tourismus kümmert sich besonders intensiv um eine Zielgruppe, nämlich um die Senioren.
Und ÖVP-Justizsprecher Graf kümmert sich besonders intensiv um die Rechtschreibung und ist für die Abschaffung des scharfen Es.
Heute beginnt das große Kulturfestival der österreichischen Roma.
Vor diesen und wahrscheinlich auch noch anderen Beiträgen die Nachrichten verfasst hat sie heute Elisabeth Manas.
Gelesen werden sie von Josef Wenzel-Natek.
Nahe Osten Israel.
Bei einem Bombenanschlag auf einem Autobus in Hadera sind mindestens sechs Menschen getötet worden.
Etwa 21 Personen erlitten Verletzungen.
Zu dem Attentat bekennt sich die islamisch-fundamentalistische Hamas-Bewegung.
Der Anschlag ereignete sich am Gedenktag für die gefallenen Israels in den Nahostkriegen und genau eine Woche nach dem Überfall auf den Bus in Afula im Norden Israels.
Dabei waren sieben Menschen und der Attentäter umgekommen.
Die extreme islamische Untergrundorganisation Hamas wollte damit nach eigener Darstellung Rache für das sogenannte Massaker von Hebron nehmen.
Dabei hatte ein israelischer Siedler Ende Februar 30 Palästinenser erschossen.
Österreich, Jordanien.
Bundespräsident Klestil beendet heute seinen Staatsbesuch in Jordanien.
Am Vormittag wird Klestil die archäologischen Städten von Petra besichtigen.
Am Nachmittag wird er mit militärischen Ehren am Königin-Aliya-Flughafen verabschiedet.
Zentrales Thema der Reise in den Nahen Osten war der Stand der Nahostfriedensverhandlungen.
Bosnien-Herzegowina.
Radio Sarajevo meldet wieder serbische Angriffe auf Gorazde.
Die Serben ziehen offenbar Panzerverbände zusammen.
Von Seiten der Vereinten Nationen wurden die Angaben des Rundfunksenders zunächst nicht bestätigt.
Wie Radio Sarajevo ferner berichtet, herrschen im Krankenhaus von Gorazde furchtbare Zustände.
Die Betten reichen nicht aus, um die zahlreichen Verletzten aufzunehmen.
NATO-Flugzeuge haben die belagerte Stadt die ganze Nacht über geflogen.
Nach dem zweiten Luftangriff der NATO auf Stellungen der bosnischen Serben vor Gorazde hatten deren Angriffe vorerst nachgelassen.
Rwanda.
Im Zentrum der Hauptstadt Kigali sind wieder Kämpfe ausgebrochen.
Augenzeugen bezeichnen sie als sehr heftig.
Die Regierungstruppen und die Rebellen der patriotischen Front setzen Geschütze, Granatwerfer und Flugabwehrkanonen ein.
Das Parlamentsgebäude soll bereits mehrere Volltreffer erhalten haben.
Nordirland.
Belfast war wie der Schauplatz einer Bombenexplosion.
In einem katholischen Stadtteil explodierte ein Sprengsatz, verletzt wurde nach ersten Informationen niemand.
Über die Urheber des Terroraktes liegen derzeit keine Angaben vor.
Erst am Montag waren bei zwei Bombenanschlägen in Belfast insgesamt elf Menschen verletzt worden, darunter sieben Kinder.
Deutschland.
Der Landtag von Brandenburg wird möglicherweise aufgelöst.
Die Entscheidung darüber soll heute bei einer Sondersitzung fallen.
Die oppositionelle CDU verlangt, dass Ministerpräsident Manfred Stolpe wegen seiner Stasi-Kontakte zurücktritt.
Wieder ist ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Deutschland verübt worden.
In Siegburg in Nordrhein-Westfalen schleuderten Unbekannte aus einem fahrenden Auto eine vermutlich mit Spiritus gefüllte Flasche vor das Haus.
Verletzt wurde niemand.
Auch gab es fast keinen Sachschaden.
Die Täter konnten flüchten.
In dem Wohnheim leben 51 Asylbewerber, vor allem aus Afrika.
In Gotha in Thüringen ist eine rechtsradikale Wehrsportgruppe aufgeflogen.
Die deutsche Polizei stellte zahlreiche NS-Symbole, Fahnen und Waffen sicher.
Heute beginnt der Prozess um den Brandanschlag in Solingen.
Knapp ein Jahr nach dem Attentat auf ein von Türken bewohntes Haus müssen sich vier Jugendliche wegen fünffachen Mordes vor Gericht verantworten.
Bei dem Anschlag waren drei türkische Mädchen sowie zwei Frauen getötet worden.
USA, Tschechien.
Präsident Václav Havel erhält die Freiheitsmedaille von Philadelphia.
Diese Auszeichnung für besondere Verdienste um die Demokratie und die Bürgerrechte ist mit umgerechnet etwa 11,9 Millionen Schilling dotiert.
USA.
Die Pulitzer Preisverleihung hat vor allem der Redaktion der New York Times große Ehrungen gebracht.
Die New York Times erhielt drei Auszeichnungen für ihre Berichterstattung über den Bombenanschlag auf das World Trade Center.
Preisträger für die beste internationale Berichterstattung sind die Redakteure der Dallas Morning News.
Der Schauspielpreis ging an den Dramatiker Edward Albee für sein Stück »Three Tall Women«.
Österreich Nach dem Osten Österreichs wird nun der Westen von einem Wintereinbruch heimgesucht.
In weiten Teilen Tirols gab es starke Schneefälle, vor allem im Arlberggebiet und im Unterland.
Chaotische Verkehrsverhältnisse waren die Folge.
Ähnlich erscheint auch die Situation in einigen Gebieten Oberösterreichs.
Am stärksten betroffen waren dort das obere Mühlviertel und das Innenviertel.
Bleiben wir beim Wetter.
Anfang dieser Woche Verkehrschaos durch Schnee im Osten und Süden Österreichs.
Chaos nach Dauerregen heute in einigen deutschen Bundesländern.
Bayern erstickt im Schnee und winterlich ist es heute, Sie haben es ja gerade gehört, auch in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich näheres jetzt von Jörg Stieber.
Winterlich ist fast schon untertrieben, denn auf vielen Bergen liegt jetzt mehr Schnee als im vergangenen Winter.
Am Galzig bei St.
Anton waren es heute früh 3,15 Meter.
In St.
Anton selbst und am Hannenkamm hat es von gestern früh bis heute früh jeweils 56 Zentimeter geschneit, auf der Schmittenhöhe 50.
Selbst in Königswiesen in etwa 600 Meter Höhe gab es 35 Zentimeter Neuschnee.
Und auch heute schneit und regnet es besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich ergiebig.
Grund dafür ist ein Tief, das genau über Mitteleuropa liegt und nur sehr langsam nach Norden abzieht.
Morgen beruhigt sich das Wetter allmählich, die Strömung dreht auf Südwest und es wird langsam milder.
Die Frostgrenze steigt bis zum Freitag auf über 2000 Meter Höhe.
Damit bleibt aber nicht nur die Lawinengefahr groß, durch die Schneeschmelze steigt auch die Hochwassergefahr.
Nun aber zu den aktuellen Meldungen.
Wien stark bewölkt 10°C, Eisenstadt stark bewölkt 9°C, St.
In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich sowie in der Obersteiermark schneit und regnet es weiterhin ergiebig.
Im übrigen Österreich gibt es heute Nachmittag einige Regenschauer.
Im Osten lockern die Wolken zwischendurch auch ein wenig auf.
Die Schneefallgrenze steigt gegen 900 Meter.
Der Wind legt zu, auf den Bergen ist es stürmisch.
Die Temperaturen erreichen 3 bis 7 Grad in Ostösterreich 11.
Auch in der Nacht regnet und schneit es besonders im Bergland, die Intensität lässt aber nach.
Die Tiefstwerte liegen zwischen 1 und 6 Grad.
Morgen Donnerstag regnet es noch zeitweise in Vorarlberg, Teilen Tirols und in Oberkernten.
Die Schneefallgrenze steigt auf 1200 Meter.
Im übrigen Bergland hören Regen und Schneefall am Vormittag weitgehend auf.
Im Flachland kommt morgen ab und zu die Sonne durch.
Einzelne Regenschauer sind aber immer noch möglich.
Der Wind lässt wieder nach, die Temperaturen steigen auf 7 bis 11 Grad in Ostösterreich und der südlichen Steiermark bis 14.
In 2000 Meter Höhe liegen die Werte bei minus 1 Grad.
Am Freitag ist es dann meist wechselnd bewölkt.
Die Sonne kommt also von Tag zu Tag ein bisschen mehr zum Vorschein.
An der Nachtseite der Alpen wird es leicht föhnig.
In Vorarlberg teilen Tirols und in Oberkärnten aber bleibt es stark bewölkt mit einigen Regenschauern.
Es wird allmählich milder.
9 Minuten nach 12 Uhr ist es jetzt.
Es wird dem Nahostfriedensprozess sehr schwer gemacht, denn kaum gibt es ansatzweise wieder Annäherungen zwischen Israel und den Palästinensern.
Da stören Terroranschläge die laufenden Verhandlungen.
Ein extremistischer jüdischer Siedler richtete unter betenden Moslems in Hebron ein Blutbad an.
Letzte Woche wurden bei einem als Racheakt für Hebron bezeichneten Anschlag auf einen Autobus fünf Menschen getötet.
Und heute früh gab es einen neuen Terroranschlag, auch diesmal wieder auf einem Bus.
Blutige Bilanz, sechs Tote, 25 Verletzte.
Aus Israel Ben Segnreich.
Keine eineinhalb Stunden nach der Bombenexplosion in Hedera heulten heute in ganz Israel die Sirenen auf.
Alle Menschen und Autos standen still, das ganze Leben hielt inne, wie jedes Jahr an diesem Tag, zum Gedenken an die gefallenen Soldaten und die Terroropfer.
Es war kein Zufall, dass sich der jüngste Anschlag gerade heute ereignete.
Heute ist der erwähnte Gedenktag, morgen ist Israels Nationalfeiertag und die radikal-islamische Hamas-Gruppe hat schon vorige Woche in einem Flugblatt gedroht, diesen Nationalfeiertag in eine Hölle zu verwandeln.
Sie kündigte an, dass sie Raketen auf Siedlungen abschießen werde und sie forderte die Palästinenser auf, Lebensmittelvorräte anzulegen, weil bald eine Atmosphäre des Krieges herrschen werde.
Die Polizei und die Armee sind also in Alarmbereitschaft.
Die Israelis wurden zu hoher Wachsamkeit aufgerufen.
Die Abregelung des Westjordanlands und des Gazastreifens dauert schon fast eine Woche an, aber die Anschläge können offenbar nicht verhindert werden, auch nicht im Inneren Israels.
Heute traf es wieder einen Linienautobus.
Er war aus Nordisrael nach Tel Aviv unterwegs.
Als er in dem Städtchen Hedera an der Mittelmeerküste Halt machte, explodierte bei der hinteren Ausgangstür eine Bombe.
Sechs Menschen starben, 25 wurden verletzt.
Vor genau einer Woche waren bei einem ähnlichen Anschlag auf einen Autobus acht Menschen gestorben.
Ob das heute schon der große Anschlag war, den die radikalen Palästinenser angekündigt haben, kann noch niemand sagen.
Aber die Angst geht um und auch der Zorn.
In den betroffenen Städtchen Hedera kam es zu spontanen Demonstrationen.
Man hörte Rufe wie Tod den Arabern und Rabin geheim und Demonstranten bedrohten sogar den israelischen Polizeichef.
Ein rechtsgerichteter Abgeordneter rief zu einer jüdischen Intifada und zu einem dreitägigen Proteststreik auf.
Im politischen Bereich wird man jetzt wieder genau beobachten, ob PLO-Chef Yasser Arafat sich diesmal eine deutliche Verurteilung des Massakers abbringen kann.
Nach dem letzten großen Anschlag in Afula war Arafat ja einer Verurteilung der Hamas ausgewichen.
Arafat kämpft um seine Popularität in der palästinensischen Gasse.
Seine Gegner beschuldigen ihn, bei den Verhandlungen vor den Israelis zu kapitulieren.
Und deshalb kann Arafat es sich offenbar nicht leisten, zu gemäßig aufzutreten und palästinensische Schwestergruppen zu verurteilen.
Ob Verurteilung oder nicht, nach dem Anschlag der vorigen Woche hat Israels Premier Rabin gesagt, dass er selbstverständlich nicht daran denke, die Verhandlungen mit der PLO zu unterbrechen.
Und so wird es auch diesmal sein.
Zuletzt sind ja in Kairo schöne Fortschritte erzielt worden.
Man hat sich unter anderem über den Umfang der palästinensischen Polizei und deren Ausrüstung geeinigt, über den Zeitplan des israelischen Rückzugs und die Freilassung von Gefangenen.
Ende April, Anfang Mai könnte es zum Vertragsabschluss kommen.
Ob das aber zum Ende des palästinensischen Terrors führen wird, kann niemand vorhersagen.
Heute früh also ein weiterer Anschlag in Israel, eine Bombe explodierte, sechs Menschen wurden getötet, 25 verletzt.
Ben Segenreich hat informiert aus Israel.
Es war in der Nacht auf den 29.
Mai des Vorjahres, Pfingstsamstag, da brannte in der Stadt Solingen in Nordrhein-Westfalen ein Haus.
Bewohnt war es von Türken, unter ihnen auch die Familie Gensch.
Herr Gensch lebt schon seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, war in der Stadt integriert und beliebt.
Nach Hoyerswerda, Rostock und Mölln war der Brandanschlag in Solingen der Höhepunkt ausländerfeindlicher Anschläge in Deutschland.
Fünf Türkinnen wurden getötet, darunter zwei Töchter und zwei Schwestern des Kamil Genç.
Heute begann in Düsseldorf der Prozess gegen die mutmaßlichen Attentäter.
Sie sind zwischen 16 und 24 Jahre alt.
Ihr Motiv, so die Ermittler, Hass gegen Ausländer.
Aus Düsseldorf ein Bericht von Roland Adrovice.
Der heutige Tag ist für die türkische Familie Genç eine schwere Belastungsprobe.
Zum ersten Mal sitzen die Überlebenden der schrecklichen Brandnacht von Solingen ihnen vier jungen Männern gegenüber, die vermutlich das Leben von fünf ihrer Familienangehörigen auf dem Gewissen haben.
Ernst und schweigend betrat die Familie Gensch den überfüllten Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandgerichts vor dem Gebäude von einem Pulk von Kameraleuten und Fotografen verfolgt.
Im Saal befinden sich 150 bis 180 Menschen, vorwiegend Journalisten.
Noch mehr stehen vor der Tür und versuchen vergeblich den Sensationsprozess zu verfolgen.
Die Tat von Solingen hatte ja weltweit für Aufsehen gesorgt, Deutschland wieder einmal negativ in die Schlagzeilen gebracht.
Die vier Angeklagten sehen ganz anders aus, als man sie von den Fotos kennt.
Vier blasse, verschreckte junge Männer, denen man die schreckliche Tat kaum zutraut.
Meist sitzen die vier, die aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten kommen, mit gesenkten Köpfen da, als die Anklageschrift verlesen wird.
Sie vermeiden Blickkontakt mit der Familie Gensch, die sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hat.
Auf die Fragen nach den Personalien antworten die vier leise und knapp, vom Sohn eines linksliberalen Arztes bis zum verwahrlosten Heimkind.
Zwei der vier haben in der Untersuchungshaft Geständnisse abgelegt, sie dann mehrfach widerrufen und widergestanden.
Die beiden anderen bestritten von Anfang an, das Haus der Familie Gensch aus Ausländerhass und nach erheblichem Alkohol Genuss angezündet zu haben.
Im Moment ist der Prozess unterbrochen.
Die Angeklagten beraten mit ihren Verteidigern, ob und wie sie sich auf die Verlesung der Anklageschrift äußern sollen.
Vor dem Gerichtssaal haben sich einige vorwiegend türkische Demonstranten versammelt, die auf Transparenten das Verbot rassistischer Organisationen fordern.
In der vergangenen Nacht wurde übrigens wieder einmal ein Brandanschlag auf eine Ausländerunterkunft in Deutschland verübt.
Zum Glück gab es keine Verletzten.
Ein Jahr nach dem Solingen-Anschlag hat heute in Düsseldorf der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Attentäter begonnen.
Bei dem Anschlag vor einem Jahr wurden fünf Türkinnen getötet.
Fußballbegeisterte waren gestern kurz nach 22 Uhr im siebenten Himmel.
Und sogar für nicht ausgeprägte Sportfans war es gestern Abend ein außergewöhnliches Ereignis, nämlich der Erfolg des Fußball-Bundesliga-Klubs Casino Salzburg beim UEFA Cup-Semifinale gegen den Karlsruher SC.
Ein 1-1-Unentschieden genügte den Salzburgern.
Beim ersten Spiel vor 14 Tagen in Wien trennten sich die Mannschaften mit einem torlosen Remis.
Dank der Auswärtstorregel hat Salzburg es also geschafft, steht im Finale und zwar gegen Inter Mailand.
Nicht nur in sportlicher Hinsicht war dieses Spiel interessant, denn im Vorfeld war etwa viel von einer Rivalität zwischen Pifkes und Ösis, die Rede also zwischen den Deutschen und den Österreichern.
Und wirtschaftlich hat sich Austria Salzburg auf Jahre hinaus saniert, denn der Aufstieg ins Finale bringt viele Millionen.
Vor kurzem sind die erfolgreichen Salzburger Kicker in Salzburg gelandet, empfangen von begeisterten Fans.
Deutschland!
Deutschland!
Alles ist vorbei!
Trotz eines Arbeitstags und trotz heftigen Regens sind etwa 1.000 Fans zum Flughafen gekommen.
Viele davon haben gestern die Aufsteiger ins Finale live in Karlsruhe erlebt und wollen heute hautnahen Kontakt zu Konrad, Jurcevic, Stadler & Co.
Und viele davon, insgesamt waren es 7.000, haben das Match abends auf der Großbildleinwand im Lehener Stadion mitverfolgt.
Einige der Spieler und ein Teil des Anhangs ist recht müde und wirkt angeschlagen.
Schließlich hat die Siegesfeier bis in die Morgenstunden gedauert.
Ein paar fröhliche Zecher haben sogar den Hotelbus von Karlsruhe nach Stuttgart versäumt, das sind immerhin 70 Kilometer, und mussten mit dem Taxi nachreisen.
Nach einem Glückwunsch durch den Flugkapitän, heute früh in der Maschine, jetzt dieser Empfang hier.
Und Landeshauptmann Katzstaller als erster Gratulant.
Herzliche Gratulation.
Wir sind begeistert und wünschen alles Gute für den weiteren Verlauf.
Wir sind zuversichtlich für das Finale.
Sehr.
Dann schreiten die Spieler das jubelnde Spalier ab.
Für sie der zweitschönste Moment nach dem Sieg gestern Abend.
Das ist ein Wahnsinn.
Es war das letzte Mal schon gegen Frankfurt und heute wieder.
Das Schönste für einen Fußballer, wenn man heimkommt und es warten so viele Fans auf einen.
Unbeschreiblich.
Bravo!
Unbeschreibliches Gefühl.
Jetzt kann man es vielleicht erst langsam realisieren, das Ganze.
Ich bin natürlich überglücklich.
Ich kann es nicht beschreiben.
Es ist wie ein Traum.
Salzburg, die Mozartstadt, ist jetzt nicht mehr bloß auf den Kulturseiten der prominenten Auslandspresse zu finden, sondern macht auch Schlagzeilen in internationalen Sportteilen.
Mit einem Verein, den vor gar nicht so langer Zeit kaum jemand jenseits vergrenzen konnte.
Und der nach Jahren der Pleite jetzt auch über eine volle Kriegskasse für Spielerkäufe verfügt.
Haut die Biefkes, die unbewältigte Hassliebe zu den Deutschen, so übertitelte die Zeitschrift Profil ihre Titelgeschichte vor drei Wochen.
Und rund um das Dennis-Davies-Cup-Match Österreich gegen Deutschland und eben dem Fußball-Europa-Cup, gingen deutsche Medien nicht gerade zimperlich oder nicht immer zimperlich mit den deutsch-österreichischen Beziehungen um.
Wie reagiert man nun in Deutschland nach dem gestrigen Erfolg von Casino Salzburg gegen den FC Karlsruhe?
Ein Bericht von Gerhard Seyfried.
Fußballdeutschland hat den Europacup abgehakt, ist längst zur Tagesordnung übergegangen.
Auch im Vorfeld der Begegnung Karlsruher SC gegen Casino Salzburg war die Stimmung bei weitem nicht so aufgeheizt wie vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt oder dem Tennis Davis Cup Match Österreich-Deutschland in Graz.
In den Radionachrichten wurde das 1-zu-1-Remi von Karlsruhe knapp vermeldet.
Im Deutschlandfunk etwa hörte sich das so an.
Karlsruhe kamen am Abend gegen Austria Salzburg im heimischen Wildparkstadion über ein 1 zu 1 unentschieden nicht hinaus.
Das Hinspiel war 0 zu 0 ausgegangen.
Die Salzburger treffen in den Finalbegegnungen auf Inter Mailand.
Auch in den heutigen Zeitungen keine Spur von dumpfer nationaler Stimmungsmache.
Quer durch die Berichte zieht sich der Respekt vor der Salzburger Mannschaft, die verdient in das Europacup-Finale vorgestoßen sei.
Die Salzburger waren balltechnisch besser und hatten in Otto-Konrad einen großen Rückhalt, lobte das lokale badische Tagblatt.
Der Bonner Generalanzeiger schreibt von variantenreich und clever spielenden Österreichern, die alle Trümpfe hielten.
Voll des Lobes auch der Kölner Stadtanzeiger.
Der Salzburger Elf wird beachtliche Defensivstärke konzediert, die Fußballer aus der Mozartstadt hätten das Remis geschickt über die Zeit gebracht.
Der Berichterstatter der Kölner Rundschau erlebte eine massive und vielbeinige Austria-Abwehr, die die Gastgeber kaum zu Torchancen kommen ließ.
Zwar wird eingeräumt, dass die Karlsruher toll gekämpft hätten, es gab jedoch auch Tadel für die Heimmannschaft.
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, hielt ein Blatt fest und meinte damit Karlsruhe-Trainer Winfried Schäfer, der vor dem Spiel vollmundig einen Sieg seines Teams prognostiziert hatte.
Die Süddeutsche Zeitung geht vom Speziellen ins Allgemeine.
Unter dem Titel »Und wieder ärgert Österreich die Bundesliga« findet sich der Satz
Dass die Salzburger auf ihrem triumphalen Weg ins Endspiel die deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt und Karlsruher SC geschlagen zurückgelassen haben, mag ballsam sein für den immer ein wenig schäl angesehenen österreichischen Fußball.
Wie schnell sich die Sympathielage ändern kann, demonstriert heute eindrucksvoll die Bild-Zeitung.
Noch in der gestrigen Ausgabe hatte das großformatige Boulevardblatt von Karlsruher Trainer Schäfer gefordert, Winnie, hau sie weg!
Am Tag danach heißt es in Balkenlettern, KSC-Drama, alles aus, Salzburg jubelt, ganz Österreich schunkelt.
Wehe den Besiegten, für sie gibt es keinen Trost von Bild, nur ein hämisches Ha-Ha-Ha.
Im Finale trifft Austria Salzburg als auf internationale Mailand noch nicht fixiert ist, wo das erste und das zweite Spiel stattfinden.
Das hängt nämlich vom Abschneiden des AC Milan im Europacup der Meister ab.
Wenn der Berlusconi-Klub in der Gruppe B, der sogenannten Champions League, erster wird, die Entscheidung fällt heute Abend,
Dann empfängt Milan im ersten Halbfinale den zweiten der Gruppe B im Mailänder-Merzer-Stadion am 27.
April.
In diesem Fall würde das erste UEFA-Pokalfinale des Stadtrivalen Inter gegen Salzburg am 26.
April im Wiener Ernst-Happel-Stadion stattfinden.
Wird Milan nur Gruppenzweiter, dann wird das erste UEFA Cup Endspiel wie geplant in Mailand und erst das zweite dann in Wien veranstaltet.
Der Kartenvorverkauf für das UEFA Cup Finale hat übrigens noch nicht begonnen.
Auf jeden Fall ist der Riesentöter Salzburg gegen die Interstars nur Außenseiter.
Wenn auch Trainer Otto Baris sagt, jetzt will ich auch den Pokal gewinnen.
Inter ist jedenfalls eine europäische Klasse-Mannschaft.
Allein für den Ajax-Amsterdam-Star Dennis Bergkamp hat Inter 200 Millionen Schilling hingeblättert.
Aus Italien Richard Gasser.
Ein Außenseiter steht im Finale.
Das ist auch in Italien die Beurteilung von Austria Salzburg.
Doch mindestens ebenso gilt das auch für die eigene Mannschaft Inter Mailand.
Die italienischen Sport-Gazetten und Kommentatoren geben sich heute gar nicht weiter mit Austria ab und hoffen vielmehr, dass die eigene Mannschaft mit einem europäischen Triumph beim UEFA-Finale die eigene bittere Heimsaison krönt.
Und dabei deutet alles darauf hin, dass man in Mailand die Salzburger sträflich unterschätzt, wie Inter schon bisher die eigenen Leistungen überschätzt hat.
Inter hat bisher eine absolut enttäuschende Saison geliefert und steht in der italienischen Mannschaft weit abgeschlagen an achter Stelle, während dem Stadtrival Milan der Meistertitel schon so gut wie sicher ist.
Inter war 1989 zum letzten Mal italienischer Meister und seither kommen die Schwarzblauen nicht mehr aus ihrem Tief.
Dabei hat der Elf des steinreichen Gastronomieunternehmers Ernesto Pellegrini nie am Geld gefehlt.
Im vergangenen Jahr hat Inter mit einem Milliardentransfer Dennis Bergkamp von Ajax Amsterdam erworben.
Für Bergkamp, der als einer der drei weltbesten Fußballspieler gilt, wurden über 20 Milliarden Lire, fast 200 Millionen Schilling bezahlt.
Quasi als Draufgabe wurde auch Wim Jonk dazugenommen.
Um dem sensiblen und stillen Star Bergkamp die Eingewöhnung im lauten italienischen Fußballrummel zu erleichtern,
Trotzdem enttäuschte Inter auch in der heurigen Saison kläglich.
Es gelang weder Bergkamp richtig zu entfesseln, noch überhaupt die Mannschaft zur Hochform zu führen.
So wurde der überlegene Mittelfeldspieler Dennis Bergkamp immer wieder als Stürmer eingesetzt.
Als Inter mit dieser falschen Strategie regelrecht in die Abstiegszone rutschte, wurde im Februar der Trainer Osvaldo Magnoli gefeuert und der bisherige Jugendcoach Giampiero Marini angeheuert.
Doch damit ging es nur noch schlechter.
bis dann am vergangenen Sonntag hinter das Schlusslicht Lecce mit 4 zu 1 deklassierte, dank der holländischen Legionäre, die regelrecht erwacht waren und zusammen drei Tore schossen.
Und auch der gestrige Sieg gegen Cagliari geht voll auf das Konto von Dennis Bergkamp.
Er hat mit seinem Elfmeter nicht nur den Führungstreffer erzielt und die Mannschaft damit richtig angekurbelt, sondern auch die beiden weiteren Tore von Berti und Jonk vorbereitet.
Dementsprechend überschlagen sich die italienischen Zeitungen heute über den wundersamen und den schrecklichen Bergkamp in ihren Titeln.
Für das UEFA-Finale gegen Salzburg baut Inter deshalb voll auf den holländischen Starspieler.
Jetzt ist Salzburg zu schlagen, um noch triumphal abzuschließen, gibt das Massenblatt Gazette dello Sport die Richtung vor und erinnert nostalgisch daran, dass vor 30 Jahren im Praterstadion die Schwarzblauen ihren ersten europäischen Sieg holten.
Casino Salzburg ist also im UEFA Cup Finale.
Gegner ist Inter Mailand.
Richard Gasser hat ihn eben vorgestellt.
Das erste Spiel findet am 26.
April statt.
Die Europäische Kommission will Griechenland vor den Europäischen Gerichtshof bringen.
Nach Ablauf einer vor einer Woche gesetzten Frist soll noch heute die Klage in Luxemburg eingereicht werden.
Das bestätigte übrigens in diesen Minuten ein Sprecher der EU-Kommission.
Die vorbereitete schriftliche Klage soll noch im Laufe des Nachmittags eingereicht werden.
Anlass ist die von Griechenland einseitig verhängte Handelsblockade gegen Mazedonien.
Griechenland befürchtet von Mazedonien Gebietsansprüche in der gleichnamigen griechischen Nordprovinz und hat unter anderem von Mazedonien Änderungen in seiner Verfassung sowie eine Änderung der Staatsflagge mit der mazedonischen Sonne, auf die Griechenland selbst Anspruch erhebt, gefordert.
Mazedonien spricht von Destabilisierungsabsichten Athens.
Internationale Vermittlungsbemühungen in diesem Streit blieben bisher erfolglos.
Aus Brüssel berichtet Christian Hunger.
Klagen der Europäischen Kommission gegen ein Mitgliedsland, das sich nicht an die Gemeinschaftsregeln hält, hat es in der Geschichte der Europäischen Union schon öfters gegeben.
Es waren vor allem Fälle, in denen sich Länder weigerten, sogenannte Richtlinien der Kommission, die für alle verbindlich sind, in nationales Recht umzusetzen.
Es ist allerdings zum ersten Mal, dass eine Klage in einer politischen Frage eingebracht wird, noch dazu gegen ein EU-Land, das die Präsidentschaft innehat.
Griechenland begründet seine am 18.
Februar gegen Mazedonien verhängte Handelsblockade mit dem Schutz seiner nationalen Sicherheitsinteressen.
Eine Begründung, der sich die Kommission nicht anschließen kann.
Grundsätzlich hätten alle EU-Länder ihre außenhandelspolitischen Befugnisse an Brüssel übertragen.
Eigenmächtige Handelssanktionen verstößen gegen die Zollunion und damit gegen EU-Recht, argumentiert die Kommission.
EU-Außenkommissar Hans van den Broeck begründet dennoch die Maßnahme, mit der Verpflichtung der Kommission über die Einhaltung von Gemeinschaftsverträgen zu wachen.
Trotz Anrufen von Griechenland von der Kommission und von den Foreign-Ministern, die Maßnahmen zu erheben, bleiben sie immer noch falsch.
Aufgrund des Vertrags
Der Gang der Kommission zum Europäischen Gerichtshof kommt nicht überraschend.
Seit der Eskalation des Konflikts zwischen Griechenland und Mazedonien hat es intensive Vermittlungsbemühungen auf internationaler Ebene gegeben.
Den letzten Versuch hatte Anfang der Woche der UNO-Sonderbeauftragte Cyrus Vance unternommen.
Zuvor hatten bereits der Europarat und die Außenminister der Gemeinschaft die Haltung Griechenlands scharf kritisiert und die Aufhebung der Blockade gefordert.
Griechenland war allerdings nicht zu einem Einlenken bereit.
Jetzt wird der EuGH voraussichtlich in fünf bis sechs Wochen über die von der Kommission eingereichte Klage entscheiden.
Die Möglichkeiten des Europäischen Gerichtshofes sind allerdings beschränkt.
Er kann mit einer einstweiligen Verfügung zur Rücknahme der Blockade auffordern.
Unmittelbare Sanktionen kann er nicht verhängen.
Viel gewichtiger ist aber die politische Dimension dieser Klage.
Griechenland sieht sich immer mehr den Vorwürfen einer schwachen Präsidentschaft ausgesetzt.
Hatte es etwa noch im Dezember geheißen, Mazedonien stehe nicht im Mittelpunkt der Arbeit der griechischen Präsidentschaft, wurden wenige Wochen später die Sanktionen verhängt, die man innerhalb der Gemeinschaft als eigenmächtige Außenpolitik eines Mitgliedlandes sieht.
Von britischen Parlamentariern kam zuletzt sogar die Forderung, Griechenland möge seine Präsidentschaft vorzeitig zurücklegen und Deutschland, das turnusgemäß als nächstes Land drankommt, diese Präsidentschaft schon jetzt übernehmen.
Das ist zwar derzeit noch eine Einzelmeinung, der politische Druck der Union gegenüber Griechenland zum Einlenken im Mazedonien-Streit dürfte aber auf jeden Fall in nächster Zeit wachsen.
Bis jetzt gibt es jedenfalls keine Anzeichen einer Konsensbereitschaft von griechischer Seite, die die Klage als unangemessen und widersprüchlich bezeichnet.
Der EU-Außenkommissar van den Broek hat jedenfalls eindeutig klargemacht.
Wenn auch schon manche Forderungen Griechenlands gegenüber Mazedonien möglicherweise gerechtfertigt seien, so sind jedenfalls die Mittel, die es ergriffen hat, falsch.
Die EU-Kommission reicht noch heute Nachmittag Klage gegen Griechenland ein.
Eine einwöchige Frist zur Embargoaufhebung gegenüber Mazedonien ist abgelaufen.
Zwölf Uhr und 30 Minuten war es soeben, schon ein bisschen mehr als Halbzeit im ORF-Mittagschanal.
Worüber wollen wir noch berichten in dieser Sendung?
Wir bringen eine Reportage von den ethnischen Säuberungen in Banja Luka, berichten über den Skandal um Immobiliengeschäfte in Deutschland.
Der Tourismus umwirbt jetzt äußerst heftig die Senioren.
ÖVP-Justizsprecher Graf will das scharfe S abschaffen und die Kulturredaktion berichtet über das große Kulturfestival der österreichischen Roma.
Das Festival beginnt heute.
Vor all diesen Berichten noch ein Hinweis auf das Radioprogramm von heute Abend.
9.
Mai 1953.
Vom Atomversuchsgelände in Nevada treibt der Ostwind eine radioaktive Wolke nach Utah, nach St.
George.
Die Radiostation verharmlost die Gefahr.
Eine Stunde solle man im Haus bleiben.
Für die Kinder bestehe keine Gefahr.
Die Folgen der zahlreichen Atomtests zwischen 1950 und 1963 war auch für die Mormonangemeinde St.
Alle starben sie entweder an Krebs oder nicht identifizierbaren Krankheiten.
Mindestens 205.000 Amerikaner wurden Opfer von Atomtests, nur 1.600 wurden entschädigt.
Martha Laird, die 110 Kilometer vom Atomtestgelände in Nevada entfernt auf einer Farm lebte, ist eines der Opfer.
Zwei Söhne starben an Krebs, ihre beiden Töchter leiden noch heute an Haut- bzw.
Schilddrüsenkrebs.
Ich dachte damals, wir erleben den amerikanischen Traum, aber er wurde zum Albtraum.
Wir lebten den amerikanischen Traum.
Was wir dachten, war der amerikanische Traum.
Das wurde ein Albtraum.
Es begann in Los Alamos, die Geschichte von 50 Jahren amerikanischer Atompolitik.
Heute Abend ab circa 18.20 Uhr, Programm Österreich 1 im Journal Panorama.
Ein Journal Panorama, das übrigens Michael Kebler gestalten wird.
Im Herbst finden Nationalratswahlen statt.
In der ÖVP sind zahlreiche Politiker gezwungen, sich über Vorwahlen einen Listenplatz zu sichern.
Einer von ihnen ist Michael Graf, Justizsprecher der ÖVP.
Neben Themen, die die sogenannte große Politik betreffen, wie Strafrechtsänderung oder Pornografiegesetz, zerbricht sich der Wahlkämpfer Graf auch den Kopf über andere brisante Themen, zum Beispiel über die Rechtschreibung.
Mehr von Fritz Dietlbacher.
Vor Wahlen wird es in der Politik gewöhnlich besonders eng.
Michael Graf, Vorsitzender des Parlamentarischen Justizausschusses und ÖVP-Justizsprecher, weiß da ein Lied davon zu singen.
Etwa in seiner Funktion als Ausschussvorsitzender.
Lange Zeit seien hier zu wenig Vorlagen aus dem Justizressort gekommen.
Und jetzt auf einmal, kurz vor Parlamentsschluss, würden sie sich plötzlich häufen.
So seien nun Novellen zum Urheberrechtsgesetz und zum Versicherungsvertragsgesetz beratungsreif.
In Sachen Kinderpornos sei man zwar in der ÖVP weiter gegen die große Lösung Pornografiegesetz.
Der liberale Vorschlag einer Regelung der Kinderpornografie im Strafgesetz sei aber sehr gescheit und auch schnell durchzuführen.
Aus dem Ministerium sei außerdem zuletzt ein sehr positiv zu bewertendes Strafrechtsänderungsgesetz ins Parlament gekommen, erklärt Graf.
Es könne damit nun volle Pulle gegen Gewaltverbrecher gehen.
Hier würden Strafen und Tatbestände verschärft.
Aber auch kritische Bereiche wie die nun dort verankerte Streichung des Ehebruch-Paragrafen seien bewältigbar.
Trotz einer Mahnung der Bischofskonferenz, den Ehebruch nicht straffrei zu geben, sieht Graf eine satte Mehrheit im Parlament für eine solche Reform.
Zur Not durch Aufhebung des Klubzwanges.
So viel also zum Arbeitsstau im Parlament.
Aber der Tag eines Vollblut-Politikers ist mit diesen Reformen noch nicht ausgefüllt.
Michael Graf hat noch andere Pläne.
Sie wissen, ich bin auch unterwegs als Wahlwerber in eigener Sache.
Ich bewerbe mich um eine Wiederaufstellung in der Wiener ÖVP und da mache ich halt gelegentlich irgendwelche Vorschläge.
Und diesmal erlaube ich mir einen Beitrag als Freund der deutschen Sprache zur Rechtschreibreform.
Ich bin dafür, dass man im Zug dieser Reform das scharfe S abschafft.
Das scharfe S mit neuen Regeln anwendungsfreundlicher zu machen, wie es derzeit geplant ist, wäre töricht, meint Graf.
Statt neu zu erlernender Regeln sollte man einfach gleich zum Doppel-S greifen.
Die Schweizer täten dies seit Jahren ohne nachteilige Folgen.
Am Computer könne man internationale Tastaturen verwenden und Schüler mit S-Schwächen täten sich künftig leichter, fallen Graf gleich mehrere Gründe für seine Reformpläne ein.
Aber was bewegt nun einen Experten der Rechtsprechung dazu, sich in Wahlkampfzeiten der Rechtschreibung zu widmen?
Die Tatsache, dass die Germanisten demnächst ein Gutachten abliefern werden, und zwar Vorschläge, und demnächst die Unterrichtsminister der deutschsprachigen Staaten, und das sind wieder die Politiker, die Entscheidung über die Rechtschreibreform treffen werden.
Und bevor der Herr Scholten da ein Blödsinn macht, erlaube ich mir, ihm einen Vorschlag auf den Weg zu geben.
Wobei sich Graf hier durchaus nicht nur als punktuelle Experte in Sachen Essschreibung erweist.
Auch bei hauptwörtlich verwendeten Wörtern plädiere er für eine grundsätzliche Großschreibung.
Bei Fremdwörtern aus dem Griechischen für eine Vereinfachung.
Und selbst kontroversielle Themen werden nicht ausgespart.
Die Idee, wenn wir schon darüber reden wollen, der Abschaffung der Großschreibung und der durchgehenden Kleinschreibung, die eh nicht kommt, wäre mir akzeptabel, aber mein Herz hängt nicht dran.
Und Graf begründet dies auch an einem Beispiel.
Der Geächtete floh.
Ist das jetzt das geächtete Insekt, Ungeziffer, oder ist der Geächtete geflohen aus dem Netz der Spinnenfrauen?
Man sieht also, nicht nur die Spitzenpolitik ist voller Tücken und Fallen.
der Doppel-F-ige Graf, wie er genannt wurde, und wird Michael Graf.
Favorisiert also das Doppel-S, will das scharfe S abschaffen.
Fritz Dittlbacher hat informiert.
Jahrelang waren ältere Menschen Stiefkinder der Wirtschaft.
Für die Werbung eine uninteressante Zielgruppe, weil sie angeblich ihre Einkaufsgewohnheiten ohnehin nicht mehr ändern.
Und es haftete den Senioren der Makel an, dass sie nicht viel Geld zum Ausgeben haben.
Doch durch die längere Lebenserwartung werden die Senioren zahlenmäßig in der Bevölkerung immer mehr.
Das alte Vorurteil, sie hätten kein Geld, stimmt nicht mehr.
Und die Senioren werden von der Wirtschaft als Zielgruppe entdeckt.
Das Wirtschaftsministerium hat bei einer Beratungsfirma eine Untersuchung in Auftrag gegeben, wie wichtig die Senioren für den Tourismus sind, Dieter Baunemann berichtet.
Jeder fünfte Europäer ist älter als 60 Jahre.
In 50 Jahren, also im Jahr 2050, wird sogar jeder Dritter in Europa über 60 sein.
Der Seniorenmarkt wächst also rasant.
Diese Zielgruppe wird für die Wirtschaft immer wichtiger.
Alleine im europaweiten Tourismus wird 20 Prozent des Reisemarktes mit älteren Menschen erwirtschaftet.
In Österreich ist der Anteil der Senioren am Tourismusgeschäft rund ein Drittel.
Die Senioren sind für den heimischen Tourismus ein beachtlicher Markt, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel.
Nach sehr vorsichtigen Schätzungen haben wir etwa im vergangenen Jahr fünf Millionen ausländische Gäste in Österreich beherbergt.
die über 55 Jahre alt gewesen sind, daher diesem klassischen Markt zuzuordnen sind.
Manche beklagen das sogar, dass wir zu viel in diesem Bereich drinnen stecken.
Wir haben da ein sehr gutes und sehr attraktives Angebot und die Deutschen, drei Millionen der ältere Deutschen, haben etwa im vergangenen Jahr in Österreich geurlaubt und wissen daher die Vorteile dieses Marktes für ihre Altersgruppe sehr zu schätzen.
Viele, die heute jung sind, sammeln jetzt Reiserfahrung und sind daher in Zukunft ebenfalls leichter für den Urlaub zu begeistern.
Und dass die Senioren kein Geld haben, stimmt in vielen Fällen nicht mehr, sagt Schüssel.
Ich glaube, da muss man genau wie jede andere Altersgruppe unterscheiden.
Es gibt sehr gut verdienende ältere Menschen und Senioren und es gibt natürlich auch den Billig-Tourismus in diesem Bereich.
Ich glaube, dass man mit dem Vorurteil aufhören sollte, dass ältere Leute überhaupt nicht interessante Konsumenten sind und ich glaube im Gegenteil, gerade diejenigen, die älter geworden sind, sind anspruchsvoll.
Sie haben auch zum Teil erhebliches Geldvolumen, geben gut aus und sind wählerisch.
Viele ältere Touristen verbinden ihren Urlaub mit Gesundheitsvorsorge oder mit einem Fitnessprogramm.
Hier gibt es aber noch viel zu verbessern, denn Gebrechlichkeit und eingeschränkte Mobilität verlangen nach mehr Service.
Schon jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Seniorenurlaub attraktiv zu machen.
Die Österreichwerbung versucht etwa mit der Bewerbung der Sommerfrische diesen Trend zum Haupturlaub wieder Rechnung zu tragen.
Wir haben ein gutes und immer stärker werdendes Angebot.
in dem ganzen Bereich der Gesundheitsangebote wie Heilbäder, wie Vorsorgemedizinische Zentren, eine gute Verbindung zwischen einem Familienbetrieb, wo man isst und wohnt, und einer vernünftigen Betreuung im körperlichen und vielleicht auch sogar seelischen Bereich.
Denn der Tourismus sei für viele ältere Menschen eine Möglichkeit, aus ihrer Isolation herauszukommen und neue Kontakte zu knüpfen.
Doch bei einem Drittel der über 55-Jährigen ist Reisen ein unerfüllter Wunschtraum.
Es war eine der größten Alarmfahndungen in der niederösterreichischen Kriminalgeschichte und für viele Kritiker auch eine der peinlichsten.
Die Fahndung nach den beiden Gendarmerie-Posteneinbrechern, dem 32-jährigen Robert Blanka und seinem 15-jährigen Komplizen Michael K. Nach mehr als zehn Tagen Großfahndung in Niederösterreich und in Wien wurden sie bei Unter Siebenbrunn gestellt.
Ein Gendarmeriebeamter, der an der Fahndung nicht beteiligt war, wurde getötet.
Der 15-jährige Michael K. stand heute vor dem Jugendgericht in Wien.
Von dort meldet sich Robert Fries.
Mord und Mordversuch, das sind die Hauptanklagepunkte, die heute von Jugendstaatsanwalt Dieter Zöchling gegen den 15-jährigen Michael K. vorgebracht wurden.
K. habe gezielt zunächst bei einer Verfolgungsjagd auf ein Polizeiauto geschossen und dabei einen Beamten verletzt und auch die tödlichen Schüsse auf einen Gendarmeriebeamten in Zivil bei einer Straßensperre seien gezielt gewesen, so der Staatsanwalt.
Zöchling ging dann auch auf die kriminelle Entwicklung K.S.
ein.
Er käme zwar aus geordneten Familienverhältnissen, bereits mit zehn Jahren sei er das erste Mal ausgerissen, 24 Abgängigkeitsanzeigen wurden erstattet.
Sein Weg in das homosexuelle Milieu am Wiener Karlsplatz, wo er auch Robert P. kennenlernte, seinen späteren Komplizen, seine ersten Einbruchstiebstähle, die ihn bereits mit 14 Jahren zehn Monate bedingt brachten.
Verteidiger Nikolaus Lehner sieht seinen Mandanten in den Hauptanklagepunkten nicht schuldig.
Seine ersten Geständnisse, wonach K. gezielt auf die Beamten geschossen habe, seien nach stundenlangen Verhören entstanden.
Lehner legte auch ein Gutachten vor, wonach die tödliche Kugel vom Asphalt abprallte und dann den Gendarmeriebeamten traf, also keine Tötungsabsicht bestand.
Bei der Vernehmung durch die Richterin Hanna-Lore Simetsberger sagte dann K., er sei Robert B. Hörig gewesen.
B. habe ihm befohlen, auf die Beamten zu schießen.
Seine Geständnisse seien nur dadurch entstanden, dass er, so K. wörtlich, ein Großer sein wollte.
Und er habe nie den Ernst der Lage begriffen.
So hätte er mit K. die beiden Gendarmerie-Posten Pöller und Schwarzer nur deswegen ausgeraubt, weil er den Gendarmen zeigen wollte, dass da andere seien, die mit ihnen spielten.
Und bei einem tödlichen Schuss an der Straßensperre habe er gezielt daneben geschossen.
Derzeit werden im Gerichtssaal 3 des Jugendgerichtes die Zeugen vernommen.
Eine Entscheidung des Schöpfengerichtes wird noch für heute erwartet.
Wird K. im Sinne der Anklage verurteilt, so drohen ihm 10 Jahre Haft.
Soweit mein Bericht aus dem Jugendgericht und damit zurück ins Funkhaus.
Und wenn es das Urteil gibt, werden wir natürlich auch darüber berichten in unseren Sendungen.
In der Bundesrepublik Deutschland zeichnet sich die größte Immobilienpleite aller Zeiten ab.
Das Firmenimperium des Kaufmanns Jürgen Schneider steht knapp vor dem Aus.
Der Chef des Unternehmens hat sich inzwischen krank gemeldet und ist vermutlich im Ausland untergetaucht.
Jürgen Schneider galt als größter Immobilienhändler Deutschlands.
Ihm gehören zahlreiche erste Adressen in deutschen Großstädten.
Zuletzt hat er sich besonders stark in der sächsischen Metropole Leipzig engagiert, doch sein Imperium war offensichtlich auf Sand gebaut.
Jürgen Schneider hinterlässt Schulden in Milliardenhöhe.
Aus Berlin Kurt Rammersdorfer.
Der 59-jährige Jürgen Schneider war die unumstrittene Nummer eins am deutschen Immobilienmarkt.
Stets perfekt gekleidet, galt er als der Gentleman in einer Branche,
in der sich bekanntlich auch viele sogenannte Haie tummeln.
Das Beste war ihm immer gerade gut genug.
Mit der Renovierung und dem Ausbau historischer Gebäude in feinster Lage, die er dann entsprechend teuer vermietete, begründete er seinen Ruf.
Durch den Verkauf von Eigentumswohnungen Anfang der 80er Jahre zu Geld gekommen, stieg er in die Immobilienbranche ein und landete mit dem Erwerb des baufälligen Hotels Fürstenhof in Frankfurt gleich seinen ersten Coup.
Das sanierte Gebäude verkaufte er an japanische Investoren,
mit einem sagenhaften Gewinn von 1,2 Milliarden Schilling.
Dann ginge Schlag auf Schlag.
Mit der tatkräftigen Unterstützung der Banken zieht er in Frankfurt die pickfeine Zeilgalerie hoch, übernimmt die Schiller-Passage, in München das Palais Bernheimer, engagiert sich in Hamburgs vornehmer Einkaufsstraße Neuer Wall
und investiert zuletzt in großem Stil in Leipzig.
In der historischen Innenstadt kauft er ganze Straßenzüge auf, renoviert unter anderem die Medler-Passage mit dem weltberühmten Auerbachskeller.
Bis zu 50 Milliarden Schilling steckte Schneider in diverse Projekte.
Doch er hatte sich offensichtlich verspekuliert.
Die exorbitanten Mieten, die er verlangte, wollten und konnten immer weniger bezahlen.
Dazu gesellte sich noch ein hartnäckiges Konjunkturtief.
Die ersten Signale einer drohenden Insolvenz verspürten die Handwerker bereits zu Jahresbeginn.
Immer häufiger mussten sie auf ihr Geld warten.
Der plötzliche Abgang von Schneider ist der vorläufige unrühmliche Höhepunkt einer sich anbahnenden Milliardenpleite.
Seit er verschwunden ist, ist die Firma handlungsunfähig.
Besonders betroffen die Boomstadt des Ostens, Leipzig.
Selbst ein Geschäftsführer einer Schneider-Tochtergesellschaft macht aus seiner Verbitterung kein Hehl mehr.
Zunächst einmal ist es ein Problem für Leipzig.
Hier stehen begonnene Immobilien in einer Größenordnung von Milliarden.
Zunächst unvollendet herum.
Und das ist für Leipzig ein Problem.
Ich bitte aber um Verständnis, dass wir uns da abgrenzen von der Gruppe Dr. Schneider.
Kein Wunder, in Leipzig hängen 4.000 bis 5.000 Arbeitsplätze in der Luft und auch die Banken bangen um ihr Geld.
Auf 30 Milliarden Schilling wird das Immobilienvermögen Schneiders geschätzt.
Doch die Schulden dürften weit darüber liegen.
Selbst der Deutschen Bank, einer der Hauptgläubiger, hat es kurzfristig die Rede verschlagen.
Man schweigt zu den Vorwürfen.
Eine Stellungnahme gibt es vorerst nicht.
Doch das gestrige Kursminus an der Frankfurter Börse war deutlich genug.
Morgen wollen die Vertreter der betroffenen Banken zu einer Krisensitzung zusammenkommen.
Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.
Eine Minute nach dreiviertel eins.
Die ostbosnische Moslem-Enklave Goraste ist offenbar wieder angegriffen worden.
Radio Sarajevo meldete, dass die Serben die Stadt wieder beschießen.
Nach den beiden NATO-Angriffen hatte sich die Lage in Goraste ja gestern beruhigt.
Die serbischen Belagerer sind aber offenbar doch nicht völlig abgeschreckt worden.
Im Nordwesten Bosniens geht unterdessen die Vertreibung der nicht serbischen Bevölkerung quasi unbemerkt weiter.
Täglich werden hier Moslems und Kroaten aus ihren Häusern gejagt, Frauen vergewaltigt, Menschen getötet.
Die serbischen Behörden spielen meistens mit.
Unsere Korrespondentin Veronika Sayer hat sich im Gebiet um die serbische Hochburg Banja Luka umgesehen.
Hier ihr Bericht.
Diese Türen hat er herausgerissen, hier im Fußboden ist ein Loch, der Dachstuhl ist zerstört.
So sieht es am Hof eines kuratischen Bauern in Shargovac aus, nach dem letzten, dem achten Anschlag auf sein Haus.
Jetzt hat er sich entschlossen wegzugehen, wohin weiß er nicht.
Die Mehrheit der Serben verurteilt das auch.
Das sind gute Nachbarn, aber auch sie haben Angst.
Sie können uns nur ganz geheim unterstützen.
Wie dieser Bauer will auch eine alte Dorfbewohnerin ihren Namen nicht nennen.
Das war mal ein katholisches Haus.
Es gehörte meiner Tochter, erklärt sie vor einer Brandruine.
Ich bin zu alt zum Weggehen.
Wir haben hier alles verloren.
In Jargovac, unweit von Banja Luka, haben bis zu diesem Krieg nur Kroaten gelebt.
Jetzt sind schon an der Hälfte der Häuser serbische Fahnen angebracht.
Zwischen den Häusereien klaffen immer wieder Lücken, niedergebrannte Häuser, zerschossene Fenster oder Einschläge in den Mauern.
Jargovac wird ethnisch gesäubert.
Es gibt eine neue Welle, aber im Banja-Luka-Gebiet ist die Lage für die ethnischen Minderheiten schon lange dramatisch, so Vladimir Dzurko vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge.
In der Nacht hören wir Schüsse und Explosionen von Handgranaten.
Wir registrieren viele Fälle von Mord, Vergewaltigung, Tauungen, Vertreibungen aus den Häusern und vom Arbeitsplatz.
Wer bisher dem Terror in Jargovac getrotzt hat, konnte eine gewisse Systematik feststellen.
Wenn eine kroatische Familie nach Anschlägen und Drohungen sich zum Auswandern entschieden hat, dauert es oft nur wenige Tage, bis eine serbische Familie ins verlassene Haus einzieht.
Manchmal konnte ein Häusertausch oder Verkauf auch schon vorher arrangiert werden.
Predrag Radic, der Bürgermeister von Banja Luka, sieht nur einzelne kriminelle Elemente dahinter, wie sie Krisensituationen nun einmal hervorbrechten.
Ich garantiere dafür, dass diese Fälle nicht mit dem Wissen des Staates, der Polizei oder des Militärs geschehen.
Und nichts passiert systematisch.
Wir nehmen alle diese Verbrecher fest.
Bei uns sind die Gefängnisse voll, übervoll.
Und das meiste passiert nicht aus ethnischen Gründen, sondern aus reinen Kriminellen.
Es geht um Geld und Eigentum.
Die serbischen Behörden von Banja Luka helfen den Aussiedlern sogar bei den Formalitäten.
Sie beharren aber darauf, dass alle freiwillig weggingen.
Man hat verstanden, dass sich die massenhaften Vertreibungen in der Weltöffentlichkeit nicht gut ausmachen.
Diese Welle heißt in Bosnien organisierter und friedlicher Bevölkerungsaustausch.
ethnische Säuberungen in Banya, Luka, Veronika Seyer hat berichtet.
Mit einer Ausstellungseröffnung in der Nationalbibliothek beginnt heute Abend eines der wichtigsten Kulturfestivals dieses Jahres.
Roma, Mythos und Wirklichkeit lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die einem breiten Publikum die aufregende Kultur der österreichischen Roma, oft auch abschätzig als Zigeuner bezeichnet, präsentieren möchte.
Das Bild, dass man sich von Roma und Sinti gemeinhin macht, schwankt zwischen sentimentaler Verklärung und brutalem Ressentiment.
In Operetten, Volksliedern und Gedichten, etwa von Nikolaus Lenau, etwas süßlich besungen, stellt sich das ach so freie Zigeunerleben in der Realität völlig anders dar.
In Österreich leben heute etwa 25.000 Roma und sie können ein Lied davon singen, was es heißt, Angehöriger dieser seit Jahrhunderten verfolgten Minderheit zu sein.
Parallel zu André Hellers Magnetenprogramm im Ronnacher startet heute Abend ein eindrucksvolles Festival, das die bunte und vielfältige Kultur der österreichischen Roma präsentieren möchte.
Denn obwohl die Roma seit einigen Monaten offiziell als Minderheit anerkannt sind, hat sich an ihren Lebensbedingungen kaum etwas verändert.
Ursula Hemetek, Organisatorin von Roma – Mythos und Wirklichkeit.
Diese politische Anerkennung heißt ja beileibe noch nicht,
dass Vorurteile abgebaut wären.
Und Roma, Mythos und Wirklichkeit ist eine Veranstaltungsreihe, die in diese Richtung arbeiten will.
In der Nationalbibliothek wird heute Abend die Ausstellung »Wege zur Roma-Literatur« eröffnet.
In der Otto-Wagner-Kirche gibt es am Samstagabend das »Requiem für Casa Caterina« zu sehen und zu hören.
Ein bewegendes Konzerterlebnis, eine Art Roma-Oper, in der die authentische Leidensgeschichte der deutschen Romni Casa Caterina dargestellt wird.
Im Wiener Interkult-Theater wird es gleich mehrere Veranstaltungen geben.
Sie reichen von diversen Konzerten und Theaterproduktionen bis hin zu einem großen Abschlussschmaus am 24.
April, in dem auch die Koch- und Festkultur der Roma vorgestellt werden soll.
Ilja Ivanovic, der Präsident des Vereins Romano Centrum, meint über die Ziele des Festivals.
Es wäre ein großer Erfolg, wenn wirklich mehr Menschen erkennen,
dass wir ein Volk mit Tradition, einer eigenen Sprache und Kultur sind.
Wie in der Zeit des Nationalsozialismus,
wird uns schon wieder Pauschalkriminalität vorgeworfen und rassische Verfolgung damit vertuscht.
Dass die Vorurteile gegenüber Roma und Sinti auch in Österreich noch ungebrochen sind, darauf weist auch die Schriftstellerin Ceja Stojka hin, die während des Festivals einen Liederabend geben wird.
Ich bin eine österreichische Romni, bin hier geboren, in diesem Land,
und bin aber auch ein Opfer dieses Landes.
Als Kind, mit zehn Jahren, kam ich nach Auschwitz, dann Ravensbrück und Bergen-Belsen.
Die Anerkennung, die wir jetzt nach so langem doch bekommen haben, jetzt ist sie da.
Wir sind anerkannt.
Jetzt weht die österreichische Rot-Weiß-Rot-Fahne auch für den Zigeuner, auch für den Rom.
Trotzdem muss ich sagen, leben noch sehr viele österreichische Rom von uns.
verborgenen.
Das Festival, so meinen die Organisatoren, soll einen Beitrag dazu leisten, die heimischen Roma in diesem Land wirklich heimisch zu machen.
Roma, Mythos und Wirklichkeit beginnt heute Abend und dauert bis zum 29.
April.
Günther Kaisersdorfer über das heute Abend in Wien beginnende Roma-Kultur-Festival.
Und im ORF-Mittagsjournal jetzt noch einmal ins Nachrichtenstudio.
Europäische Union.
Die Europäische Kommission klagt Griechenland wegen seiner Mazedonien-Politik.
Ein Sprecher der Kommission erklärte, noch heute sollte die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingebracht werden.
Anlass ist die Handelsblockade, die Griechenland gegen Mazedonien verhängt hat.
Die Kommission hat Griechenland eine Woche Zeit gegeben, um das im Februar verhängte Wirtschaftsembargo gegen Mazedonien aufzuheben.
Diese Frist wurde nicht genutzt.
Nahe Ostern.
In der israelischen Stadt Hadera sind bei einem Bombenattentat mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, 21 wurden verletzt.
Vor kurzem hat sich die islamisch-fundamentalistische Hamas zu dem Anschlag bekannt.
In Hadera ist es zu Demonstrationen gegen Palästinenser gekommen.
Deutschland.
In Düsseldorf hat der Prozess um die mutmaßlichen Attentäter von Solingen begonnen.
Vier Jugendliche sind wegen fünffachen Mordes angeklagt.
Bei einem Brandanschlag auf ein von Türken bewohntes Haus in Solingen sind vor knapp einem Jahr drei türkische Mädchen und zwei Frauen ums Leben gekommen.
Der Landtag von Brandenburg wird nicht aufgelöst.
Die CDU hat ihren Antrag zurückgezogen, nachdem der Rücktritt von Ministerpräsident Manfred Stolpe im Parlament abgelehnt wurde.
Das Wetter heute Nachmittag, zum Teil intensiver Regen oder Schneefall von Vorarlberg bis Oberösterreich, sonst ab und zu Regenschauer.
Die Schneefallgrenze steigt allmählich gegen 900 Meter Höhe.
Im Donauraum kräftiger Westwind, Temperaturen heute meist 3 bis 7, im Osten um 11 Grad.
Und das war es, das ORF-Mittagsjournal.
Tonmeister war heute Manfred Mayer, Regie Louis Glück, am Mikrofon war Christel Reis.
Der Erfolg der Bundesligamannschaft Casino Salzburg im Semifinale des UEFA-Cups gegen den Karlsruher SC war außergewöhnlich. Ein 1:1 genügte den Salzburgern auswärts. Im Finale geht es gegen Inter Mailand. Einblendung: Landeshauptmann Hans Katschthaler, Einblendung: diverse anonyme Spieler.
Mitwirkende:
Unger, Hans Christian [Gestaltung]
, Katschthaler, Hans [Interviewte/r]
, Anonym, Fussballspieler [Interviewte/r]
Datum:
1994.04.13 [Sendedatum]
Ort:
Salzburg
Schlagworte:
Sport
;
Sport
;
Feiertag
;
Kulturveranstaltung
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Der Erfolg der Bundesligamannschaft Casino Salzburg im Semifinale des UEFA-Cups gegen den Karlsruher SC war außergewöhnlich. Ein 1:1 genügte den Salzburgern auswärts. Im Finale geht es gegen Inter Mailand. Eine Zusammenstellung der Reaktionen in Deutschland. Einblendung: Deutschlandfunk.
Mitwirkende:
Seifried, Gerhard [Gestaltung]
Datum:
1994.04.13 [Sendedatum]
Schlagworte:
Sport
;
Nationalismus
;
Printmedien
;
Sport
;
Radio
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
In Deutschland zeichnet sich die größte Immobilienpleite aller Zeiten ab. Das Firmenimperium des Kaufmanns Jürgen Schneider steht knapp für dem aus. Einblendung: anonymer Geschäftsführer.
Mitwirkende:
Rammerstorfer, Kurt [Gestaltung]
, Anonym, Geschäftsführer [Interviewte/r]
Datum:
1994.04.13 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik
;
Straftaten
;
Finanzwesen und Kreditwesen
;
Bauen
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten