Für alle via www.mediathek.at gestreamten Medien ist, wie in den Nutzungsbedinungen für mediathek.at festgehalten, ein Herunterladen o. ä. nicht angeboten und nicht gestattet.
Alle gestreamten Audio- und Videodokumente sind mit ihren permanenten URLs dauerhaft zugänglich, wodurch sich die Notwendigkeit der Anfertigung von Kopien durch die Österreichische Mediathek für nur private Verwendung Dritter erübrigt.
Soferne die Herstellung von Kopien von Archivdokumenten durch die Österreichische Mediathek für Dritte für nur privaten Gebrauch rechtlich möglich ist, fallen dafür technische Kopierkosten an. Für Anfragen nach Kopien von Archivdokumenten und Preisauskünfte schreiben Sie bitte an mediathek@mediathek.at.
Kopien von Dokumenten des ORF (die Österreichische Mediathek ist Teil des Technischen Museums Wien, aber nicht Teil des ORF) müssen von Interessierten selbst direkt beim ORF angefragt werden (ORF-Kundendienst, -Audioservice, -Videoservice).
Kopien von Dokumenten des Filmarchivs Austria oder des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften müssen entsprechend beim Filmarchiv Austria oder entsprechend beim Phonogrammarchiv angefragt werden.
Die Metadaten der Medien, niemals die Medien selbst, deren Herunterladen nicht gestattet ist,unterliegen nach dem Herunterladen der Lizenz CC BY-NC 4.0, Namensnennung-Nicht kommerziell.
Zitieren
Zitieren
So können Sie Audio- und Videodokumente aus unserer digitalen Sammlung zitieren
Wenn Sie die Audio- und Videodateien aus unserer digitalen Sammlung für Ihre Arbeit und Ihre Forschung verwenden, freuen wir uns, wenn Sie mit einem Zitat auf unsere Quellen hinweisen!
So können Sie zitieren:
Alle Dokumente verfügen über eine Perma-URL
Für ein genaueres Zitat können Sie die Perma-URLs zusätzlich mit Markerpositionen (d.s. Zeitpositionen) versehen
Sie können im Dokument mehrere Markerpositionen setzen.
Die Markerpositionen bleiben so lange gespeichert, solange Sie sich im Audio- oder Videodokument befinden. Möchten Sie Links und Markerpositionen längerfristig für Ihre Arbeit speichern, verwenden Sie bitte den Bereich „Meine Mediathek“ (Login und Registrierung über das Burgermenü auf der Startseite).
Für Ihren persönliche Arbeitsbereich können sie Bookmarks setzen - Für diese Funktion müssen Sie sich im Bereich “Meine Mediathek” anmelden. Die Möglichkeit zu Login und Registrierung erscheint bei Klick auf das Bookmark-Symbol , alternativ können Sie sich auch über das Burgermenü auf der Startseite anmelden.
Marker setzen in: Mittagsjournal 1996.04.15
Auf dieser Seite
Katalogzettel
Information
Verortung in der digitalen Sammlung
Transkripte
Wie entstehen die Transkripte in der Österreichischen Mediathek?
Die bereitgestellten Transkripte werden mittels einer KI basierten Software erstellt. Die Transkripte ersetzen nicht die Arbeit mit den Originalquellen. Die Transkripte werden keiner inhaltlichen Bewertung oder Bearbeitung unterzogen und dienen vor allem der wissenschaftlichen Recherche sowie einer besseren Durchsuchbarkeit der Audio- und Videodokumente.
Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Mittagsjournal Durch eine Stunde Mittagsinformation an diesem 15.
April begleitet sie Ursula Stenzel.
Eine kurze Vorschau auf die geplanten Themen.
Israels Krieg gegen die von Iran und Syrien gestützte schiitische Untergrundbewegung Hezbollah dominiert natürlich auch unsere Berichterstattung.
Wir werfen einen Blick auf das fragile Machtgefüge im Libanon und führen ein Hintergrundgespräch mit unseren Nahost-Korrespondenten Ulrich Tilgner.
In Ostslawonien, dem letzten von Serben besetzten Gebiet Kroatien, soll nun eine UNO-Übergangsverwaltung einen der heißesten Konfliktherde in Ex-Jugoslawien ruhigstellen.
In Wien finden Gespräche über den Wiederaufbau Bosniens statt.
In Tschetschenien soll heute mit dem russischen Teil Abzug begonnen werden.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer auf Entspannung, allerdings die Kämpfe halten an.
In Österreich stehen zwei arbeitsreiche Sitzungswochen im Parlament bevor.
Zunächst wird das 100-Milliarden-Schilling-Sparpaket in Gesetzesform behandelt.
Heute nahmen die Klubobläute der Liberalen und der SPÖ dazu Stellung.
Der Streik an Österreichs Universitäten ist ausgelaufen.
Man geht wieder zum Lehr- und Lernbetrieb über.
Tschernobyl steht auf der Tagesordnung eines Alternativtribunals zum vergangenen Woche abgeschlossenen Kongress der Atomenergiebehörde.
Und eine Umweltbilanz steht auch im Mittelpunkt einer Pressekonferenz des tschechischen Umweltministers.
Die Kultur berichtet über den jüngsten Film des vielbeachteten österreichischen Regisseurs David Rühm, die Kriminalkomödie El Chico.
Doch zunächst zu den Nachrichten, redigiert von Georg Schallgruber, gelesen von Josef Wenzel-Natek.
Nahe Osten.
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der proiranischen Schiitenmiliz Hezbollah eskalieren.
Die Hezbollah hat heute wieder mindestens zwei Raketensalven auf Nordisrael abgefeuert.
Israelische Kampfflugzeuge haben mindestens drei Angriffe auf Ziele bei Tyrus geflogen.
Der französische Außenminister de Charette reist heute zu Vermittlungsgesprächen nach Israel.
Weitere Stationen sind der Libanon und Syrien.
Seine Erfolgsaussichten werden als gering eingeschätzt.
Weiters wird sich heute der UNO-Sicherheitsrat mit der Krise befassen.
USA.
Präsident Clinton ist heute Nacht zu einer einwöchigen Reise nach Südkorea, Japan und Russland aufgebrochen.
Clinton will in Seoul und in Tokio vor allem die Bedeutung der Sicherheitsbündnisse unterstreichen.
Nach den jüngsten Spannungen zwischen Nord- und Südkorea will der Präsident Pyongyang auch nachdrücklich dazu auffordern, den Waffenstillstandsvertrag des Jahres 1953 einzuhalten.
Deutschland.
Die Koalitionsparteien haben sich ausführlich mit Sparmaßnahmen für die öffentlichen Haushalte und Sozialversicherungen sowie mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen befasst.
Bis Ende dieses Monats soll ein Gesamtkonzept mit rigorosen Einsparungen vorgelegt werden.
Bund, Länder und Gemeinden Deutschlands müssen im kommenden Jahr wahrscheinlich ungerechnet etwa 350 Milliarden Schilling einsparen.
Russland.
Obwohl heute der angekündigte Teilabzug der russischen Truppen aus Tschetschenien beginnen soll, ist es in der Nähe des Dorfes Vinogradnoye wieder zu einem blutigen Zwischenfall gekommen.
Tschetschenische Rebellen haben einen Transporthubschrauber abgeschossen.
Die drei Besatzungsmitglieder und ein Soldat sind ums Leben gekommen.
Der Teilabzug aus der nach Unabhängigkeit strebenden Kaukasus-Republik ist wesentlicher Bestandteil des jüngsten Friedensplanes von Präsident Yeltsin.
Rückverlegt werden allerdings vorerst nur Truppen aus jenen Gebieten, in denen keine Kämpfe stattfinden.
Südafrika.
Die sogenannte Wahrheitskommission untersucht ab heute Gewalttaten aus der Zeit des Regimes der Rassentrennung.
Unter Vorsitz von Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu soll die aus Juristen, Ärzten, Psychologen und Menschenrechtlern bestehende Kommission die historischen Fakten über politisch motivierte Gewalt während der Jahre 1960 bis 1993 untersuchen und richtigstellen.
Für Opfer und Hinterbliebene soll es Entschädigungen geben.
Kooperationsbereiten Tätern wird zwar Straffreiheit versprochen, diese Amnestie ist allerdings umstritten.
Zu Beginn der ersten öffentlichen Sitzung der Kommission entzündete Erzbischof Tutu heute zum Gedenken an alle Opfer eine große Kerze, sie soll die nächsten vier Tage lang brennen.
Liberia.
Die Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen haben zwar nachgelassen, die Plünderungen dauern aber an.
Wie viele Menschen bei den vor neun Tagen ausgebrochenen Gefechten ums Leben gekommen sind, weiß man nach wie vor nicht.
Die Straßen der Hauptstadt Monrovia sind mit Leichen übersät.
Überfallen und ausgeraubt wurden unter anderem die größte katholische Kirche und der katholische Erzbischof.
Er wollte ursprünglich in Liberia bleiben, ließ sich aber dann doch per Hubschrauber ausfliegen.
Ägypten.
Cairo verlangt in einem Musterprozess von einer britischen Reederei etwa 250 Millionen Schillingschadenersatz für ein zerstörtes Korallenriff.
Ein Luxusliner mit etwa 500 Passagieren an Bord schlug Anfang April bei der Einfahrt in den Golf von Aqaba-Lek und schrammte mehr als 100 Meter über eine Riffkante entlang.
Das Korallenriff in der Straße von Tiran ist total zerstört.
Es wird Jahrtausende dauern, bis es sich regeneriert.
Das Riff gehört zum weltberühmten Ras Mohammed Naturschutzpark in der Nähe von Sharm el-Sheikh.
Russland.
Im Pushkin-Museum in Moskau wird ab heute zum ersten Mal der lang verschollen geglaubte Schatz des Priamos gezeigt.
Dieser Goldschatz, entdeckt von Heinrich Schliemann im Jahre 1873 in Kleinasien, wurde Ende des Zweiten Weltkrieges mit anderen Kunstwerken aus Deutschland in die Sowjetunion gebracht.
Verhandlungen zwischen Bonn und Moskau über Rückgabe dieser sogenannten Beutekunst sind bisher ergebnislos geblieben.
Österreich.
In der jüngsten Runde des Lottos 6 aus 45 hat es wieder einen Solo-Sechser gegeben.
Ein Spieler aus Oberösterreich kassiert 14,4 Millionen Schilling.
Es gab auch nur einen Joker zu 4,3 Millionen.
Für drei Fünfer mit Zusatzzahl gehen je 1,6 Millionen Schilling nach Wien, nach Tirol und nach Oberösterreich.
Der neuerliche Wintereinbruch hat dazu geführt, dass einige hundert Haushalte in der Steiermark ohne Strom sind.
Umstürzende Bäume haben die Leitungen beschädigt.
Verschiedentlich ist auch das Telefonnetz gestört.
Im Raum von Mariazell gibt es bis zu einen Meter Neuschnee.
Ja, und wir bleiben gleich beim Wetter.
Die Prognose von und mit Peter Sterzinger.
Ja, also dieses Wetter der letzten Tage war bis auf Weiteres wohl das letzte Wintergastspiel.
Allerdings ist es massiv ausgefallen.
Bis heute früh hat es wieder einmal Rekordmengen an Schnee und Regen gegeben.
Rund um den Semmering und die Rax allein über Nacht mit mehr als 60 Liter pro Quadratmeter.
Das kommt im April extrem selten vor.
Und die Neuschneemengen in den Voralpen waren ebenfalls erheblich.
Hier ist tiefster Winter auch in den Ortsgebieten.
Ab der Wochenmitte aber sieht es wirklich nach Frühling aus, für die Landwirtschaft höchste Zeit.
Die aktuellen Meldungen, Wien stark bewölkt 8 Grad, Eisenstadt leichter Regen 5, St.
Pölten stark bewölkt 7, Linz heiter 10, Salzburg stark bewölkt 8 Grad, Innsbruck wolkig 7, Brigenz wolkig 6, Graz stark bewölkt 9 und Klagenfurt stark bewölkt 11 Grad.
Meist gibt es Nordwestwind zwischen 15 und 30 Kilometer pro Stunde.
Heute Nachmittag ist es zeitweise sonnig.
Am Nordrand der Alpen, vom Tiroler Unterland bis zum Neusiedler See, ist aber weiterhin gelegentlich mit Regen oberhalb 700 Meter mit leichtem Schneefall zu rechnen.
Der Nordwestwind lässt nicht nach und kann mitunter stürmisch werden.
Südlich der Alpen wirkt er sich als Nordfön aus und so erwarten wir die höchsten Temperaturen in Kärnten und der Steiermark.
mit etwa 12 bis 14 Grad, sonst liegen die Höchstwerte zwischen 6 und 10.
Das ist natürlich immer noch zu wenig, aber es wird täglich wärmer.
Morgen Dienstag steigen die Werte immerhin am Nachmittag auf 10 bis 16 Grad, denn es scheint immer wieder die Sonne.
Auch im Gebirge wird es milder, die Nullgradgrenze steigt gegen 1500 Meter.
Dienstagnachmittag allerdings sind in Ostösterreich ein paar Regenschauer möglich.
Der lebhafte Wind beschränkt sich morgen ebenfalls auf den Osten.
Dieses nur langsame Wärmerwerden hat den Vorteil, dass die Hochwassergefahr vorerst gering bleibt.
Übermorgen Mittwoch viel Sonne, am Nachmittag aber etwas Regen in Vorarlberg und Tirol.
Die Temperaturen steigen weiter und dürften dann am Donnerstag da und dort schon 20 Grad merklich überschreiten.
Ja, 12.09 Uhr ist es nach Nachrichten und Wetter und wir kommen zum Hauptthema, das die Schlagzeilen der letzten Tage beherrscht.
Auf dem Rücken des Libanon wird die blutige Auseinandersetzung zwischen der vom Iran und Syrien unterstützten schiitischen Untergrundbewegung Hezbollah ausgetragen.
Israel will den Libanon zwingen, die Hezbollah zu entwaffnen.
Ein Unterfangen, das unweigerlich zu einem neuen Bürgerkrieg im Libanon führen würde, sagte der libanesische Präsident Hariri.
Er wandte sich auch an den UNO-Sicherheitsrat und bat Frankreich die ehemalige Kolonialmacht um diplomatische Intervention.
Heute noch soll der französische Außenminister seine Nahostmission antreten.
Der Libanon, der sich nur langsam von dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen die Palästinenser erholt, sieht sich jetzt den schiitischen Extremisten gegenüber, die von seinem Territorium aus Israel bekämpfen.
Über das fragile Kräftegleichgewicht im Libanon ein Bericht von Alfred Schwarz.
Wohl nur wenige Länder der Welt sind in sich politisch so gespalten wie der Libanon.
Etwa 60% der Libanesen sind Moslems, 40% sind Christen.
Die Nummer 1 unter den radikalen Moslem-Gruppen ist die vom Iran unterstützte Hisbollah-Gruppe.
Sie umfasst etwa 5000 Mann, kann aber im Kriegsfall bis zu etwa 15.000 Kämpfer mobilisieren.
Das Ziel der Hisbollah ist der bedingungslose Kampf gegen Israel.
Am ehesten kann die Hisbollah mit den palästinensischen Hamas-Militzen verglichen werden.
fundamentalistische Fanatiker, die bereit sind, im Kampf gegen Israel ihr Leben zu lassen.
Auch die Hisbollah unterhält Sozialeinrichtungen und Zentren für Jugendliche und schafft sich damit eine Rekrutierungsbasis für neue Kämpfer.
Die Hisbollah verfügt über leichte Artillerie- und Raketenwerfer, vor allem vom Typ Katyusha, mit denen sie des öfteren Ziele in Nordisrael beschießt.
Auf so einen Beschuss folgt dann mit Regelmäßigkeit der israelische Gegenangriff.
Und genau eine solche Abfolge bildete auch den Beginn der jetzigen Feindseligkeiten.
Der Hezbollah steht im Südlibanon die sogenannte südlibanesische Armee gegenüber, die hauptsächlich von christlichen Maroniten gebildet wird.
Doch tatsächlich wird diese Kampfgruppe von Israel beherrscht, sowohl finanziell als auch durch Lieferung von Waffen.
Die südlibanesische Armee kontrolliert gemeinsam mit israelischen Truppen die sogenannte Sicherheitszone im Südlibanon, etwa ein Zehntel des Staatsgebietes.
Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen mit der Hezbollah, es besteht ein Kräftegleichgewicht, in ruhigen Zeiten aber sogar ein friedliches Nebeneinander.
Doch die Lage im Südlibanon ist nur ein Muster für die komplizierten und verwirrenden Machtverhältnisse im gesamten Libanon.
Von 1975 bis 1990 tobte ein Bürgerkrieg, im Wesentlichen zwischen christlichen und muslimischen Milizen.
Doch gleichzeitig gab es auch heftige Kämpfe innerhalb der einzelnen Clans, wechselnde Allianzen, die PLO versuchte im Libanon Fuß zu fassen, wurde aber in einem mörderischen Kampf wieder vertrieben.
Die Drusen, die in feudalistischen Großfamilien organisiert sind, griffen in die Kämpfe ebenso ein wie letztlich die Syrer, die den Kämpfen ein Ende bereiteten und jetzt militärisch und politisch im Libanon das Sagen haben.
Die Regierung von Ministerpräsident Hariri, selbst ein Milliardär und daher schon aus persönlichen Gründen an einer Stabilisierung des Landes interessiert, steht zwischen zwei Fronten.
Einerseits sucht er ein Auskommen mit Israel, andererseits kann er die Aktivitäten der Hezbollah nicht verurteilen, die bei den muslimischen Libanesen durchaus Unterstützung finden.
Die Zerrissenheit des Libanons nützt neben Syrien vor allem Israel.
Solange der Libanon schwach ist, kann Israel mit seiner militärisch überlegenen Schlagkraft den Südlibanon dominieren, und ein Ende der inneren Rivalitäten im Libanon ist nicht in Sicht.
Doch geht Israel aggressiv gegen den Libanon vor, schwinden wiederum die Friedensaussichten mit Syrien.
Das Nahostkarussell dreht sich weiter, doch diesmal nicht in Richtung Frieden.
Ja, alle paar Jahre wird die Welt Zeuge eines ähnlichen Dramas.
Die Hezbollah schießt Katyusha-Raketen auf Nordisrael ab.
Israel reagiert mit massivem Beschuss, nicht ohne vorher die Zivilbevölkerung zum Verlassen der Dörfer aufgefordert zu haben, was jeweils eine Massenflucht auslöst.
Das letzte Mal 1993.
Damals marschierte die israelische Armee kurzfristig in den Südlibanon ein, machte die Dörfer, wo Hezbollah Stellungen vermutet wurden, dem Erdboden gleich und einige Jahre später hat sich die Hezbollah wieder erholt,
sickert wiederum in den Südlibanon ein und das friedensbedrohende Karussell der Gewalt dreht sich weiter.
Das kann doch wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Hier werden die Symptome bekämpft und nicht die Ursachen.
Wo liegen die Ursachen dieses ständig wiederkehrenden Konflikts?
Diese Frage stellte ich kurz vor unserer Sendung an unseren Nahost-Mitarbeiter Ulrich Tildner.
Ich glaube, es gibt ganz unterschiedliche Gründe dafür.
Auf der einen Seite ist es sicherlich auch die israelische Besetzung von Teilen Südlibanons.
Das ist der Hintergrund, den die Hezbollah nutzt, um immer wieder Israel anzugreifen, Israel zu beschießen.
Es eskaliert ja in einer sehr merkwürdigen Form.
Zu Anfang sind es meistens Straßenbomben.
in Gebieten im Südlibanon, die von Israel kontrolliert werden, dann gibt es die Vergeltung, dabei sterben Zivilisten, dann greift die Hezbollah Nordisrael an und dann eskaliert es, wie in diesem Falle, bis zu einer massiven Vergeltung der Israelis, die bis nach Beirut geht.
Und ich glaube, Sie haben Recht, militärisch lässt sich dieser Teufelskreis nicht durchbrechen.
Wenn es gestern auf einer Kabinettssitzung in Israel hieß, dass man die Hezbollah ausmerzen wolle, dann geht das eben nicht.
Die Hezbollah ist ein Faktor in der libanesischen Innenpolitik.
Die Regierung in Beirut stützt ja die Angriffe der Hezbollah.
Niemand tritt gegen diese Angriffe der Hezbollah auf.
Es geht nur darum, wie kann man einen wirklichen Frieden schaffen, denn dann würde die Hezbollah an die Zügel genommen und zwar von der Regierung in Beirut.
von den Menschen im Süden des Landes, die sich dann gestört fühlen, wenn es zu Gefechten kommt, und letztlich eben auch von den Syrern, denen es ja ganz recht ist, was jetzt passiert.
Ist die eigentliche Ursache des Problems nicht die Doppelstrategie Präsident Assads in Damaskus?
Auf der einen Seite mit Israel in Verhandlungen zu bleiben durch Vermittlung der USA und auf der anderen Seite im Südlibanon mit Instrumentalisierung der Hezbollah einen Stellvertreterkrieg gegen Israel geschehen zu lassen?
Sicherlich ist das diese Doppeltaktik.
der syrischen Führung.
Aber man darf nicht vergessen, die Hezbollah nutzt die Probleme, die es zwischen Israel und Syrien weiterhin gibt.
Sie nutzt die Besetzung des Südens im Libanon, um gegen Israel mobil zu machen.
Das heißt,
Die Syrer sehen das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Es ist sehr schwer zu sagen, dass die Syrer das Ganze anheizen, aber die Syrer unternehmen natürlich nicht alles, um den Konflikt zu stoppen.
Sie wollen beweisen und zeigen, nur einen Frieden in der Region kann es nur geben, wenn es zu einem israelisch-syrischen Frieden kommt.
Ja, es ist ja ein syrisches Munitionsdepot bei Beirut getroffen worden.
Die Syrer haben ja noch immer 40.000 Mann im Libanon in der BKA-Ebene stationiert.
Ohne die Syrer läuft im Libanon gar nichts.
Sie legen aber militärisch große Zurückhaltung an den Tag.
Warum?
Die Syrer wollen sich natürlich um keinen Preis in einen Krieg mit Israel verwickeln lassen.
Die syrische Position besteht darin, Israel in Atem zu halten, die Verhandlungen hinzuziehen, letztlich politischen Druck auf die israelische Regierung auszuüben.
Das ist Konzession.
in der Frage des Gulans gibt.
Aber die syrische Führung möchte natürlich nicht einen wirklichen Krieg gegen Israel führen.
Deshalb, glaube ich, auch die vorsichtigen Reaktionen auf den Angriff.
Es war ja immer so, dass wenn Israel in den Libanon einmarschiert ist, haben sich die Syrer zurückgehalten.
Sie haben verbal Israel verurteilt, aber sie haben in die Kämpfe nur sehr, sehr kurzfristig eingegriffen.
Glauben Sie, dass Israel durch die massiven Angriffe auf die Hisbollah im Libanon Syrien quasi indirekt an den Verhandlungstisch zurückbomben kann und zu Zugeständnissen zwingen kann?
Nein, das glaube ich nicht.
Die syrische Führung wird abwarten.
Jeder Tag, den die Kämpfe länger dauern, ist ein politischer Gewinn für die syrische Führung.
Daran besteht überhaupt gar kein Zweifel.
Die Führung in Damaskus kann dann
quasi beweisen durch die Ereignisse vor Ort, dass es Ruhe in der Region nur gibt, wenn es zu dem Frieden zwischen Israel und Syrien kommt.
Von daraus glaube ich, dass die Idee durch einen Stellvertreterkrieg im Libanon, Syrien an den Verhandlungstisch zu bomben, niemals aufgehen kann.
Es gibt jetzt prominente Unterhändler im Nahen Osten, unter anderem den französischen Außenminister, der nach Beirut fliegen wird, auch nach Jerusalem und auch nach Damaskus.
Was versprechen Sie sich von diesen Aktionen?
sind sehr vielversprechend.
Denn wenn der französische Außenminister nicht erfolgreich ist, wird es eine Eskalation geben.
Die französische Vermittlung bietet die Chance, dass beide Seiten unter Gesichtswahrung die Kämpfe einstellen können.
Denn die Hezbollah wird weitermachen, daran besteht für mich kein Zweifel.
Und es reicht ja eine einzige Rakete
auf Ziele in Nordisrael, damit die israelischen Angriffe fortgesetzt werden.
Dieser Kreislauf kann nur politisch durchbrochen werden.
Und ich glaube, die Chancen sind groß, dass der französische Außenminister erfolgreich ist.
Und das ist nur zu wünschen.
Denn sollte der Konflikt nicht schnell beendet werden, würde er eskalieren.
Soweit das Gespräch mit unserem Nahost-Korrespondenten Ulrich Tilgner.
12.18 Uhr ist es mittlerweile.
Wir haben damit die Nahost-Berichterstattung im Mittagsjournal abgeschlossen und kommen ins Inland.
Im Parlament beginnt morgen die große Budgetdebatte.
Thema sind die Budgetvorlagen der Regierung für die Jahre 1996 und 1997.
Also alles, was unter dem Begriff Sparpaket in den letzten Monaten bekannt geworden ist.
Für die Opposition ist die für zwei Wochen anberaumte Debatte unseriös.
Denn es ist ohnehin bereits alles zwischen den Koalitionspartnern vereinbart.
Das Parlament kann inhaltlich nichts mehr ändern.
Hanno Settele berichtet.
97 Gesetze müssen geändert werden, um die Bestimmungen des Sparpakets auch umzusetzen.
Die Flut von Gesetzesänderungen, insbesondere aber die Tatsache, dass auch eine Reihe von Verfassungsbestimmungen betroffen sind, stößt beim liberalen Forum auf Widerstand.
Die zweitkleinste Parlamentsfraktion hatte ja die Verhandlungen rund ums Budget aus eben diesen Gründen schon vor Wochen unter Protest verlassen.
Für Friedhelm Frischenschlager ist die Vorgangsweise der Regierungsparteien skandalös.
Es geht uns darum, dass die Mindeststandards eines ernstgenommenen Parlamentarismus auch unter dieser Großen Koalition neu, die in diesem Punkt zum Unterschied von der vorhergehenden Periode ohne Zweidrittelmehrheit, in diese rigiden, antiparlamentarischen Praktiken wieder zurückfällt, dass das nicht weitergeht.
Besonders das Faktum, dass Steuergesetze rückwirkend verabschiedet werden, stört Frischenschlager.
Damit durchbreche man das Prinzip der Rechtssicherheit und man könne sich ausmalen, was das zum Beispiel für ausländische Investoren bedeuten wird.
SPÖ-Klubobmann Peter Kostelka kontert.
Die Vorgangsweise, Steuergesetze rückwirkend zu verabschieden, sei nichts Außergewöhnliches, sondern notwendig, um Schlupflöcher zu schließen.
Es gibt in der österreichischen Rechtsordnung nur ein Rückwirkungsverbot und das betrifft strafrechtliche Bestimmungen.
Solche rückwirkenden, wenn auch nur wenige Wochen oder Monate rückwirkenden Bestimmungen sind gerade im Steuerrecht nahezu unabdingbar.
Es ist nicht eine Modell für eine Vorgangsweise in den nächsten Jahren
Aber es ist eine Maßnahme, die nach der österreichischen Rechtsordnung, nach der Menschenrechtskonvention vertretbar ist und die sich als notwendig verweist, um die Budgetfinanzen in Ordnung zu bringen.
Damit gibt man sich beim liberalen Forum freilich nicht zufrieden.
Die höchste Instanz im Land soll bemüht werden, kündigt Friedhelm Frischenschlager an.
Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, den
den Bruch gegen den Verfassungssinn, nämlich die rückwirkenden Gesetze, die diese Regierung vorhat, durchgehen zu lassen.
Und wir werden letzten Endes an den Bundespräsidenten appellieren, die Unterschrift unter diese Gesetze zu verweigern.
Schließlich erkennt Frischenschlager auch ein System hinter den immerhin sechs Verfassungsänderungen, die anstehen.
Wird nämlich die Verfassung geändert, dann kann auch der Verfassungsgerichtshof kein Veto mehr einlegen.
Genauso soll es auch sein, erwidert Peter Kostelka.
Wir haben in Österreich ein System, das keine Diskussion darüber aufkommen lässt, dass letzte Entscheidung beim Nationalrat als Verfassungsgesetzgeber zu liegen hat.
Und ich sage Ihnen ganz offen, ich verstehe gerade als Verfassungsrechtler die gesamte Aufregung nicht und bei einem Teil finde ich sie auch
Dazu sagen wir zumindest doppelbödig.
Abseits vom Budget sprach sich Kostelka heute auch noch dafür aus, dass bei Rasterfahndung und Lauschangriff die Redaktionen der Medien, aber auch die Politiker vom Abhören auszunehmen seien.
Soviel aus dem Parlament.
Ich gebe zurück zu Ursula Stenzel.
Ja, Hanno Settele hat berichtet über die morgen beginnende große Budgetdebatte.
Heute exakt zur Mitte des Monats April beginnt an den meisten österreichischen Hochschulen der Lehrbetrieb nach den Osterferien.
Der Streik gegen das Sparpaket scheint beendet, mit wenigen Ausnahmen, berichtet Martin Heidinger.
In den Universitätsstädten Graz, Klagenfurt und Salzburg beginnt der Lehrbetrieb wie geplant.
Hochschulen wie die Wiener Bodenkultur haben noch Osterferien.
Doch auch dort wird nicht mehr gestreikt werden.
Eine der Speerspitzen der Streikbewegung, die Wiener Wirtschaftsuniversität, ruft ihre Lehrer und Studenten sogar außerplanmäßig früh aus den Ferien zurück.
Um Versäumtes wieder aufzuholen, fangen dort die Lehrveranstaltungen schon heute wieder an.
Eine Woche früher als üblich.
bleibt nur mit die größte österreichische Hochschule, die Universität Wien.
Und dort sieht die Sache ganz anders aus.
Für die Assistentenvertreter hat sich die Situation noch nicht entspannt.
Elisabeth Nemeth vom zentralen Protestbüro der Assistenten zeigt sich auch von den Ergebnissen der Gespräche zwischen Gewerkschaft und Wissenschaftsminister unbeeindruckt.
Es wird zwar verhandelt und zwar ein neues Dienstrecht, aber die großen Belastungen, sowohl im Ausmaß
sind festgeschrieben für die Universitäten, also die 365 Millionen Schilling haben sich nicht verändert und vor allem darüber hinaus auch die Festlegung, dass nur in der Lehre und bei der Bezahlung der Lehrenden gespart werden kann und nirgends sonst, sodass wir sagen müssen, die Ursachen für diese Proteste sind in den Verhandlungen nur höchstens am Rand mit
Aus dem Wissenschaftsministerium hat es ja bisher immer geheißen, dass das kommende Semester gar nicht von Sparmaßnahmen getroffen werde.
Für Assistentenvertreterin Elisabeth Nemeth ebenfalls kein Argument, die Proteste zu beenden.
Gut, dieses eine Semester retten wir dann.
Aber was passiert dann im Wintersemester und in den folgenden Semestern?
Weil, wie Sie wahrscheinlich auch wissen,
wir bisher für das Wintersemester noch keinerlei verbindliche Informationen darüber haben, wie wir die Lehre in Zukunft gestalten werden können.
Wir haben keine Zusage in Bezug auf Gelder, auf Kontingente und daher ist, wenn wir jetzt das Sommersemester retten, noch überhaupt nicht gesagt, dass wir das Wintersemester werden retten können.
Fazit, heute wollen die Assistenten der Uni Wien die Lehre noch aussetzen, morgen soll in einer Dienststellenversammlung darüber entschieden werden, wie es weitergehen wird.
Martin Heidinger hat berichtet über den offenbar zu Ende gehenden Hochschulstreik.
Wir kommen von der Hochschule zur Schulpolitik.
Alternative Schulen stoßen zunehmend auf Interesse bei Eltern, die für ihre Kinder andere Unterrichtsformen suchen.
Trotz dieses Interesses haben die alternativen Schulen mit vielerlei Problemen zu kämpfen.
Die Situation der alternativen Schulen in Österreich war heute Vormittag Thema einer Veranstaltung zwischen dem Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz und Vertretern von alternativen Schulen.
Helma Potschner informiert.
Mindestens 50 verschiedene Typen von alternativen Schulen gibt es in Österreich, die meisten davon in Wien.
Bekannt sind etwa die Waldorfschule oder die Montessori-Schulen.
Doch zwei Probleme sind es, mit denen derzeit viele dieser Schulen zu kämpfen haben.
So paradoxes angesichts der hohen Lehrerarbeitslosigkeit Klingenmark leiden etliche dieser alternativen Schulen an Lehrermangel.
Karl Rössl-Meidern von den Waldorfschulen kann das für seine Schule nur bestätigen.
Wir suchen Junglehrer.
Wir müssen uns zum Teil helfen mit Lehrern, die irgendwo anders arbeiten und bei uns irgendwelche Stunden übernehmen und würden gerne solche suchen, die aber unsere Ausbildung machen müssen.
Es gibt also sehr viele, die gern einen Job haben.
Aber wenn sie dann erfahren und wissen, was man da machen muss und dass man da drei Jahre oder vier Jahre lang sehr gründlich eine andere Methode lernen muss, denn das ist ja nicht so aus dem Ärmel zu beuteln, dann schrecken sie zurück.
Aber nicht nur die zusätzliche Ausbildungszeit ist es, die so manchen Lehrer abwinken lässt.
Faktum ist auch, dass viele alternativen Schulen ihre Lehrer nicht so gut bezahlen können wie öffentliche Schulen, beklagt ein weiterer Vertreter von Alternativschulen.
Und dies, obwohl die alternativen Schulen Schulgeld verlangen.
2000 bis 3500 Schilling sind es in der Regel.
Dafür gibt es aber wenig Unterstützung von Seiten des Staates.
Der Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz sieht eine starke Benachteiligung gegenüber konfessionellen Privatschulen.
Wir haben im Privatschulwesen in Wirklichkeit natürlich ein Zweiklassensystem, dass es einen Teil der Privatschulen gibt, in denen 100 Prozent der Lehrerkosten finanziert werden und dann gibt es einen anderen Teil und das sind Sie, ausnahmslos hier,
wo seitens der öffentlichen Hand, was die Personalkosten betrifft, null Zuschuss geleistet wird.
Darüber muss man diskutieren, die Diskussion ist überfällig, sie ist auch inhaltlich überfällig und sie ist zeitlich überfällig, denn in Wirklichkeit wurde von Regierungsseite
die Frage des Privatschulwesens das letzte Mal ziemlich genau vor einem Vierteljahrhundert diskutiert.
Sagt Scholz.
Seine Forderung nach Diskussion des Privatschulwesens will Scholz aber nicht als Spitze gegen das Unterrichtsministerium verstanden wissen, so Scholz wörtlich, sondern als liebevolles Kitzeln der Erinnerung.
Soweit mein Bericht, zurück zu Ursula Stenzel.
Helma Poschner hat berichtet über Alternativschulen in Wien.
Wir kommen nun zum Milchenkpass, der sich heute früh abgezeichnet hat.
In Wien ist es also heute zu diesem Milchenkpass gekommen.
Viele Bäckereien, Spitäler und Kindergärten konnten den Konsumenten keine Milch anbieten.
Der Grund, die Milch Frisch, der größte Wiener Milchversorger, ist am Wochenende übersiedelt.
Technische Pannen waren die Folge.
Stefan Ströbitzer berichtet.
Nicht die Milch, sondern tausende Wiener Konsumenten sind sauer.
Sie stehen heute vor leeren Milchregalen.
Die Hälfte der Wiener Geschäfte hat keine Milch.
Der Grund, die Milchfrisch ist übersiedelt.
Vom 14. und 20.
Bezirk auf den neuen Standort in Wien-Hirschstetten.
Die Übersiedlung am Wochenende sollte auch technische Verbesserungen bringen.
Doch das Gegenteil ist der Fall.
Milchfrischdirektor Franz Heiden.
Im Folge der Übersiedelung bzw.
der
Abwicklung kam es zu mehreren kleineren technischen Problemen, die in der Abwicklung gelegen sind, vor allem im Bereich unserer neuen Kommissionierungstechnik mit
Die Übersiedlung gehört zu einer bundesweiten Standortbereinigung.
Die Milchfrisch lässt die Mehrzahl ihrer bisherigen Auslieferungslager auf und hat in Wien das größte Auslieferungslager im ehemaligen Konsumzentrum geschaffen.
Bei der Übersiedlung der 460 Mitarbeiter samt Fuhrpark sind dann die Probleme aufgetreten.
Für Spitäler, Kindergärten und Großabnehmer hat die Milch Frisch bereits am Vormittag ein Notprogramm gestartet.
Die Bäckereien sollen bis Nachmittag wieder versorgt werden.
Doch die Bäcker sind verärgert.
Anka will wegen der verspäteten Milchlieferungen sogar klagen.
Von der Milch zum Benzin.
Denn es wird schon wieder teurer.
Ab Mitternacht steigen die Preise für Super Plus und Eurosuper um weitere 20 Groschen.
Und zwar das dritte Mal innerhalb einer Woche.
Die neuen Preise 12 Schilling 40 für Super Plus und 11 Schilling 90 für Eurosuper.
Zuletzt wurden diese beiden Benzinsorten am Mittwoch letzter Woche um 20 Groschen teurer.
Normalbenzin folgte dann am Freitag.
Jetzt wie gesagt der nächste Sprung nach oben um 20 Groschen.
Als Gründe werden leere Lager in den USA angegeben und die steigende Nachfrage im Frühjahr.
Beide Autofahrerclubs Arbe und ÖAMTC kritisieren das in Österreich gültige Preissystem.
Zwischen Wirtschaftsministerium und Mineralölindustrie wurde ausgemacht, sobald die Benzin- oder Dieselpreise am Grossmarkt in Rotterdam in Dollar je Tonne um so viel steigen, dass dann ungerechnet ein Sprung um 20 Groschen je Liter herauskommt, wird automatisch der Preis um diese 20 Groschen erhöht oder gesenkt.
Diesmal also wieder erhöht.
Übrigens, nicht nur von der Mineralölsteuer profitiert auch der Finanzminister, wenn der Preis aus welchen Gründen immer steigt,
Es steigt auch die Mehrwertsteuer mit.
Herbert Huttar.
Es ist das dritte Mal innerhalb einer Woche, dass die Ölfirmen die Benzinpreise erhöhen, meldet der RBÖ.
Die neuen Preise 12 Schilling 40 für Super Plus und 11 Schilling 90 für Eurosuper.
Zuletzt wurden diese beiden Benzinsorten am Mittwoch letzter Woche um 20 Groschen teurer.
Normalbenzin folgte dann am Freitag.
Jetzt, wie gesagt, der nächste Sprung nach oben um 20 Groschen.
Als Gründe werden leere Lager in den USA angegeben und die steigende Benzinnachfrage im Frühjahr.
Dazu kommen steigende Rohölpreise.
Die beiden Autofahrer-Grupps Arbe und ÖAMTC kritisieren das in Österreich gültige Preissystem.
Zwischen Wirtschaftsministerium und Mineralölindustrie wurde ausgemacht.
Sobald die Benzin- oder Dieselpreise am Großmarkt in Rotterdam in Dollar je Tonne um so viel steigen, dass dann ungerechnet ein Spruch um 20 Groschen je Liter herauskommt, wird automatisch der Preis um diese 20 Groschen in Österreich erhöht oder gesenkt.
Diesmal also wieder einmal erhöht.
Der Finanzminister profitiert nicht nur von der Mineralölsteuer.
Wenn der Preis aus welchen Gründen immer steigt, so steigt auch die Mehrwertsteuer mit.
Herbert Hutter hat informiert.
Am Wochenende hat die internationale Staatengemeinschaft bei der Geberkonferenz in Brüssel Geld für den Wiederaufbau in Bosnien gesammelt.
Zusammengekommen sind 12 Milliarden Schilling.
Auch Österreich hilft finanziell.
Heute Vormittag hat nun ein Vertreter der Weltbank, die die Gelder verwaltet, erklärt, wofür die Milliarden verwendet werden.
Ernst Weinisch informiert.
Die Weltbank hat ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, welche Projekte beim Wiederaufbau in Bosnien gefördert werden sollen.
In der ersten Phase soll vor allem die Infrastruktur wiederhergestellt werden.
Allein die Reparaturen an Straßen und Leitungen, um die Energieversorgung wieder auf die Beine zu stellen, werden heuer vier Milliarden Schilling verbrauchen.
Doch damit ist es nicht getan, sagt Rory O'Sullivan von der Weltbank.
Er leitet das Büro der Weltbank in Sarajevo.
95 Prozent der Industrie sind zerstört, da ist viel Aufbau und Unterstützungsarbeit nötig.
Das ganze Investitionsprogramm wird auf ganz spezielle Projekte aufgeteilt.
Es ist nicht eine Aktion, bei der Geld nur hergegeben wird, sondern ein ernsthaftes Programm, um Bosniens Wirtschaft wieder aufzubauen.
Sagt O'Sullivan und ist zuversichtlich.
In Bosnien gibt es wirtschaftliche Strukturen, der Aufbau wird leichter gehen als zum Beispiel in Äthiopien.
Vorrangige Ziele sind neben der Infrastruktur, die Landwirtschaft, die Versorgung der Opfer des Krieges, aber auch die Häuser und die Schulen müssen wieder benützbar gemacht werden.
Insgesamt wird der Wiederaufbau vier Jahre dauern und 50 Milliarden Schilling kosten.
Jetzt haben die Geberländer in Brüssel 12 Milliarden fürs erste Jahr für ganz Bosnien locker gemacht.
Österreich beteiligt sich daran nur mit 100 Millionen, hat aber andererseits Milliarden in den letzten Jahren für die Kriegsflüchtlinge bereitgestellt.
Wir bleiben beim Thema Ex-Jugoslawien.
In Kroatien soll heute eine weitere Etappe des Friedensabkommens von Däten verwirklicht werden.
Die letzte noch serbisch besetzte Region, Ostslawonien, soll ab heute einer UNO-Übergangsverwaltung unterstellt werden.
Diese UNO-Übergangsverwaltung ist im vergangenen Jänner beschlossen worden und sieht die Entsendung von rund 5.000 UNO-Blauhelmen vor.
Mithilfe der UNO soll innerhalb von zwei Jahren Ostslawonien wieder an das kroatische Staatsgebiet angeschlossen werden.
Die UNO befürchtet nun, dass wieder tausende Serben flüchten, wie schon vor einigen Wochen aus Sarajevo, als serbische Bezirke an die Moslemisch-Kroatische Föderation übergeben worden sind.
Aus Belgrad berichtet Veronika Seyer.
In die Entwicklung in Ostslawonien ist Bewegung gekommen.
Von heute an beginnt die UNO mit der Stationierung einer 5.000 Mann starken Truppe.
Gleichzeitig läuft die Demobilisierung der Krainer Armee und die Bundesrepublik Jugoslawien hat mit dem Abzug begonnen.
Nach UNO-Angaben wurden schon 6.000 der insgesamt 12.000 Soldaten nach Serbien und Montenegro zurückverlegt.
Die Raketenbasen für SAM-2 und SAM-6 sind abmontiert
Die 100 Panzer und 150 schweren Artilleriegeschütze sollen im Laufe eines Monats folgen.
Das Abkommen von Erdut vom vergangenen November sieht eine Übergangszeit von einem Jahr vor.
Danach müssten ab heute in Ostslawonien die mischte Polizeistreifen patrouillieren.
Blauhelme, Serben und Kroaten.
Für diese Zeit soll es auch eine Übergangsverwaltung geben.
Sogar Željko Ražnatović, genannt Arkan, Chef der berüchtigten Freischeller-Truppe der Tiger, hat mit seinem Abzug begonnen.
Ostslawonien gehört uns nicht mehr, erklärte er kürzlich in einer Belgrader Zeitung.
So sehr die politischen und militärischen Lösungen vorankommen, so ungelöst ist die Bevölkerungsfrage.
Derzeit leben 180.000 Serben in Ostslawonien, viele sind Flüchtlinge aus der Kraina oder aus Bosnien.
Sie haben kein Vertrauen in die kroatischen Zusicherungen von Minderheitenrechten.
Und in der UNO, die ihr bleiben und ihre Sicherheit garantieren soll, sehen Sie einen handlangen Zagreb.
Die Bilder vom kroatischen Gewittersturm über der Krainer vor Augen verlassen jetzt schon viele Serben aus Sklavonien, oft heimlich bei Nacht, denn auch in Serbien sind sie nicht willkommen.
Das Mutterland kommt kaum mit seinen rund 600.000 Flüchtlingen aus Kroatien und Bosnien zurecht.
Eine Neuwelle könnte die schwer angeschlagene Wirtschaft Jugoslawiens kaum verkraften und wäre eine politische Bedrohung für den serbischen Präsidenten.
Wenn wir den Exodus der Serben nicht verhindern, sind wir gescheitert, sagte der verantwortliche UNO-General Jacques Klein.
Auf der anderen Seite lässt Zagreb keinen Zweifel.
Jetzt solle sofort mit der Rücksiedlung von rund 100.000 kroatischen Flüchtlingen begonnen werden, erklärte gestern Außenminister Mati Granic.
Die Reintegration Ostslawoniens ins kroatische Staatsgebiet werde noch in diesem Jahr abgeschlossen.
Damit hätte Kroatien alle seine Ziele erreicht und der serbische Plan zur Schaffung eines Großserbien hätte seine letzte Niederlage erlitten.
Veronika Seyer hat berichtet, Ostslawonien kommt unter UNO-Verwaltung.
Und nun ein Hinweis auf eine Sendung heute Abend.
Blasic-Gebirge, August 1992.
250 muslimische Männer werden von serbischen Soldaten an den Rand einer Schlucht gekarrt.
Plötzlich hielten die Busse an.
Wir mussten raus.
Ich sah diesen Abgrund.
Sie zwangen uns, niederzuknien, das Gesicht zur Schlucht.
Die Schießerei fing rechts an.
Ich wurde mitgerissen nach vorne.
An dieser Stelle war es sehr steil.
200, 300 Meter ging es darunter.
Ich war verloren.
Ich überschlug mich immer tiefer in diesen Abgrund."
Einer der Männer überlebt das Massaker.
Im Journal Panorama erzählt er heute seine Geschichte.
Ich hörte, wie um mich herum Menschen starben.
Er stöhnte, sich bewegte oder nach Hilfe schrie, wurde erschossen.
12.38 Uhr ist es mittlerweile.
Wir kommen nach Tschetschenien.
Die russische Armee soll heute mit ihrem angekündigten Teilabzug aus Tschetschenien beginnen.
Die Russen wollen allerdings nur friedliche Gebiete verlassen, also die Grenzregion.
Nicht aber Gebiete, wo tschetschenische Rebellen Widerstand leisten, wie beispielsweise in und um Grozny.
In Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Tschetschenien ist aber ein russischer Truppenrückzug fraglich.
Denn tschetschenische Rebellen haben einen russischen Transporthubschrauber abgeschossen und die Kämpfe gehen weiter.
Vier russische Soldaten sind dabei getötet worden.
Aus Moskau berichtet Susanne Scholl.
Boris Yeltsin hatte es vor einer Woche versprochen.
Seine Militärs haben für heute den Beginn des Teilrückzugs der regulären Armeeeinheiten aus Tschetschenien angekündigt.
Allerdings sollen nur aus jenen Teilen der kleinen Kaukasus-Republik Truppen abgezogen werden, in denen sich die Lage beruhigt hat.
Und der Rückzug geht nicht weiter als bis zur Grenze Tschetscheniens.
Dort werden die Einheiten stehen bleiben, um im Ernstfall sofort wieder in Tschetschenien eingreifen zu können.
Man werde eine Art Militärring rund um Tschetschenien errichten, hatte Präsident Yeltsin erklärt, damit von dort aus keine Gefahr für Russland mehr ausgehen könne.
Entsprechend skeptischer hat die russische Öffentlichkeit auch auf die Ankündigung von dem Teilabzug reagiert.
Kaum jemand in Russland glaubt heute, dass damit tatsächlich ein Friedensprozess im Kaukussus begonnen werden kann, auch wenn es in den vergangenen Tagen vielerlei Signale gegeben hat, die in diese Richtung weisen.
Unter anderem scheinen jetzt nicht nur Boris Yeltsin, sondern auch Tschetschenen-General Dudayev bereit zu sein, den Dialog miteinander aufzunehmen, wenn auch nur indirekt und über Vermittler.
Yeltsin Sicherheitsberater Yuri Baturin ist jetzt in die Hauptstadt Tschetscheniens Krosny gereist.
Gerüchte in Moskau sprechen sogar von der Möglichkeit eines Tschetschenien-Besuchs durch Yeltsin selbst.
Dies alles gibt vielleicht Anlass zu vorsichtigem Optimismus, doch alle hier in Russland wissen, dass Wahlkampf ist, dass Yeltsin um jede Stimme kämpfen muss, wenn er im kommenden Juni noch einmal zum russischen Präsidenten gewählt werden will und dass Tschetschenien in diesem Wahlkampf schon deshalb eine wichtige Rolle spielt,
weil die Mehrzahl der russischen Soldaten, die nach Tschetschenien geschickt wurden und die Mehrzahl ihrer Familien bei dieser Wahl kaum für Yeltsin stimmen werden, dem sie den sinnlosen brutalen Krieg im Kaukasus in erster Linie anlasten.
Yeltsin steht deshalb unter Zugzwang und seine Umgebung bemüht sich mit aller Macht, so etwas wie eine befriedigende Lösung für den Tschetschenien-Konflikt noch vor der Wahl zustande zu bringen.
Ob das dem jetzigen Präsidenten allerdings die Stimmen der Soldaten und Offiziere zurückbringen kann, die zumindest bei den bisherigen zwei Freien Parlamentswahlen in großer Mehrheit für die Kommunisten oder Ultranationalisten gestimmt haben, bleibt auch dann noch fraglich, wenn es in den kommenden Wochen tatsächlich gelingen sollte, die Situation in Tschetschenien zu entschärfen.
Und trotz des heute beginnenden Teilrückzuges spricht wenig für diese Variante.
Erst am vergangenen Samstag ist wieder ein russischer Militärhubschrauber in Tschetschenien abgeschossen worden.
Vier russische Soldaten kamen dabei ums Leben.
Und auch die täglichen Schießereien in weiten Teilen der kleinen Kaukasus-Republik gehen nach wie vor weiter.
Skepsis bezüglich Friedensaussichten in Tschetschenien sind also angebracht, Susanne Scholl informierte aus Moskau.
Zwei Tagungen haben heute die Katastrophe von Tschernobyl zum Thema.
Bei dem sogenannten Tribunal der Völker treffen sich Physiker, Atomwissenschaftler und Juristen, um über die Gefahren der radioaktiven Strahlung zu sprechen.
Und in der Wiener Hofburg treffen sich ab heute internationale Strahlenschutzexperten zu ihrem Weltkongress.
Mehr als 1000 Wissenschaftler aus 60 Ländern präsentieren ihre Untersuchungen zum Thema Schutz vor Strahlung.
Eines der Ergebnisse, die sogenannte natürliche Strahlung, könnte für einen Teil der Lungenkrebstoten verantwortlich sein, Christoph Guggenberger berichtet.
Das radioaktive Edelgas Radon macht einen großen Teil der sogenannten natürlichen Strahlung aus.
Radon kommt im Boden vor und gelangt in Form von Ton und Erde auch in die Baustoffe, wie zum Beispiel Ziegel.
Das radioaktive Gas sickert langsam aus Wänden und aus dem Keller.
Die Bedeutung für die Entstehung von Lungenkrebs wurde bisher unterschätzt, sagt Herwig Persetzke von der Deutschen Gesellschaft für Strahlenforschung.
Die Strahlenexposition durch Radon wird so bewertet von den Strahlenschützern, dass wir etwa ausgehen, dass zwischen 5 bis 10 Prozent der Lungenkrebstote in Europa möglicherweise durch Radon verursacht sein können und das ist schon eine gewaltige Zahl.
Vor Radon kann man sich am besten schützen, indem man für genug frische Luft sorgt.
Ein der einfachsten Schutzmittel gegen höhere Radon-Expositionen ist einfach das Lüften von Fenstern.
Wenn Sie sehr hohe Expositionen haben, dass Sie aus dem Haus baulich was verändern müssen, hilft sehr häufig das Tichten von Grissen in dem Kellerboden mit Silikon-Kautschuk schon sehr viel.
Die Forscher wollen jetzt genauer untersuchen, ob Menschen verschieden auf diese natürliche Strahlung reagieren.
Das sogenannte Tribunal der Völker hat sich auch den Schutz vor radioaktiven Strahlen vorgenommen.
Allerdings geht es um die Strahlung, die durch die Atomkraft verursacht wird.
Das Tribunal der Völker wirft der Internationalen Atomenergieagentur vor, die Gefahren durch die Atomenergie zu vertuschen.
Für den Strahlenschutz sollten deshalb internationale Experten zuständig sein.
Die Vorsitzende Freda Meissner-Blau,
Es soll weiters die Beurteilung der durch ionisierende Strahlen verursachten Krankheiten klargemacht werden, dass deren Bewertung nicht in der Kompetenz der Internationalen Atomenergieorganisation und ihrer Techniker liegt.
sondern in die Hände der Weltgesundheitsorganisation sowie mit Unterstützung unabhängiger Ärzte, Wissenschaftler, Genetiker und Biologen gelegt werden muss.
Sonst werden wir nie die Wahrheit erfahren.
Sowohl für Arbeiter in Atomanlagen als auch für die Bevölkerung soll deshalb die erlaubte Strahlendosis herabgesetzt werden.
Christoph Guggenberger berichtete über zwei Tagungen, die die Katastrophe von Tschernobyl zum Thema hatten.
In Tschechien hat das Umweltministerium einen Bericht über die Auswirkungen der Umweltschutzmaßnahmen erstellt.
Sechseinhalb Jahre nach der Wende, die ja auch eine ökologische Wende war, ist nach dem Bericht die Umwelt spürbar entlastet worden.
Tschechien hat dafür rund 13 Milliarden Schilling ausgegeben.
Im tschechischen Umweltbericht finden sich aber auch kritische Worte.
Die Wälder sind im europäischen Vergleich extrem geschädigt und der Müll landet immer noch unsortiert auf den Deponien.
Aus Prag berichtet Rainer Koch.
Die notorisch dicke Luft über Tschechien wird langsam klarer.
Bei der Emission von Schwefel- und Stickstoffoxiden konstatiert das Prager Umweltministerium in seinem Bericht eine Reduzierung um gut ein Viertel seit 1992.
Beim Staub sogar um mehr als ein Drittel.
Allerdings ist etwa die Pro-Kopf-Belastung mit Schwefeloxiden in Tschechien noch immer fast viermal höher als in der EU, trotz aller Fortschritte.
Diese wiederum gehen zum wesentlichen Teil auf Modernisierungsmaßnahmen zurück, etwa bei den tschechischen Braunkohlekraftwerken.
Dort wurden in den vergangenen Jahren mehrere Filteranlagen eingebaut.
Darauf legt man in Prag großen Wert.
Denn wie in der nunmehr benachbarten Slowakei hatte es in Tschechien auch schon zu Beginn der 90er Jahre eine spürbare Entlastung der Luft gegeben.
Das ging damals aber eher darauf zurück, dass die größten industriellen Umweltsünder oft auch zu den ersten Opfern des Übergangs zur Marktwirtschaft gehörten.
Die Ökobomben mit der überalterten Technik machten Pleite und konnten damit keinen Dreck mehr in die Luft pusten.
Das trafen der Slowakei vor allem Chemiebetriebe und Papiermühlen,
die ihre Produktion einstellen oder stark zurückfahren mussten.
Die Fortschritte der letzten drei Jahre hingegen gehen einher mit einem erneuten Aufschwung sowohl der tschechischen als auch allen Unkenrufen zum Trotz der slowakischen Industrie.
Bessere Umweltverhältnisse erreichte man nun vor allem über neue Technologie.
Tschechiens schwer verseuchte Flüsse nehmen verglichen mit 1992 dadurch heute 11 Prozent weniger Abwässer auf.
Gleichzeitig stieg der Anteil des aufbereiteten Abwassers.
Da ist man zwar noch immer weit vom Idealzustand entfernt, aber dass etwa Angler aus der Moldau wieder Fische holen, gilt als gutes Zeichen.
Die von Umweltminister Frantisek Bender vorgelegte Bilanz hat aber auch Flecken.
Zwar profitieren die tschechischen Wälder von den Verbesserungen, sind aber nach wie vor in Europa am heftigsten von Schadstoffen befallen.
Das hängt auch mit dem zunehmenden Straßenverkehr zusammen, der zudem die städtischen Ballungszentren mit Abgasen überzieht.
Kritisch sieht es schließlich in der Abfallwirtschaft aus.
Da fehlen, wie in der Slowakei, Aufbereitungsanlagen.
Der meiste Müll landet unsortiert auf der Kippe.
Voriges Jahr wendete Tschechien für den Umweltschutz umgerechnet knapp 13 Milliarden Schilling auf, zwischen 6 und 7 Prozent des Staatshaushaltes.
Hilfe von außen ist aber künftig dringend weiter nötig.
Man rechnet vor allem mit Brüssel.
Dort, so das Kalkül, dürfte man kaum daran interessiert sein, bei einem Beitritt Tschechiens große Öko-Altlasten in die Europäische Union zu holen.
Rainer Koch informierte über die tschechische Umweltbilanz.
12.47 Uhr Kultur im Mittagsjournal.
El Chico heißt eine neue Filmkomödie aus Österreich, die diese Woche gleichsam ratenweise ins Kino kommt.
Jeden Tag erlebt diese Farce um einen fantasiebegabten Hühnerkoch in einem anderen Bundesland Premiere, bis sie ab Freitag dann regulär anläuft.
Inszeniert hat El Chico der Wiener David Rühm, dessen Erstlingsfilm die Flucht vor einiger Zeit durchaus Aufsehen erregte.
Zu El Chico jetzt ein Bericht von Karin Bauer.
Ein mysteriöser Killer, eine attraktive Blondine und viele, viele Hühner.
Das sind die Zutaten zu einer Serienkiller-Satire-Medien-Austria.
Sie spielt in einer Chickenburger-Imbissstube in Wien-Leopoldstadt, wo sich der Gästeandrang in so engen Grenzen hält, dass der eine Koch dem anderen Mordgeschichten erzählen muss, um die Wartezeit zu überbrücken.
Sind es wirklich nur erfundene Geschichten?
Was hat der für eine Macke?
Was passiert, wenn der schläft?
Er tötet jede Frau, mit der er zusammen war.
Am nächsten Tag kann er sich nur noch dunkel daran erinnern.
Er macht es nicht bewusst.
Es ist ein Zwang, der stärker ist.
Er will keine längere Beziehung, wie alle Männer.
Er wünscht sich nichts mehr als eine Beziehung.
Er möchte endlich ein normales Leben führen.
Aber er traut den Frauen nicht.
Vielleicht sollte er mal was anderes probieren.
Er sucht eine klassische Beziehung.
Armes Schwein.
Regisseur David Rühm über die Zutaten seines schwarzhumorigen Hühnersrillers.
Die Mischung ist eigentlich relativ einfach für mich.
Ich mag Huhn sehr gern.
Ich koche selber sehr viel und esse viel Huhn.
Wie der Krimi kommt, weil das einfach eine Form der Geschichte ist, die mich sehr reizt, die mir sehr gefällt, Liebesgeschichte mit Kriminalgeschichte zu verbinden.
Und der schwarze Humor ist etwas, was, glaube ich, in all meinen Filmen vorhanden ist.
Kurzauftritte von Stars wie Andrea Ferriol und Sonja Kirchberger sowie ein skurriles Filmplakat von Manfred Deix stützen eine sanfte Kriminalkomödie, die Genre-bekannte Standardsituationen parodieren will.
Etwa die vom jungen Paar, dessen erotische Idylle durch unheimliche Eindringlinge bedroht wird.
Ich habe mich in Sie, in dich... Was war das?
Da ist jemand ins Haus gekommen.
Warum muss ich immer in so beschissene Situationen kommen?
Seit dem Krach im El Chico verfolgte mich, dass ich gerade auf so einen Typen treffen muss.
Er hat einen Motorradunfall gehabt.
Da war er völlig verändert.
Er ruft mitten in der Nacht an und droht...
Für Regisseur David Rühm hat sich dieser Ausflug in das sonst von Hollywood dominierte Fach des komödiantischen Krimis gelohnt.
Seinen Film El Chico nahm, durchaus unüblich für Zelluloid aus Österreich, ein amerikanischer Verleih ins Programm.
Allerdings erst nachdem Rühm den Film gekürzt und mit neuer Musik versehen hatte.
Kein ernstes Problem für den umtriebigen Regisseur, der mit den sprachkritischen Texten seines prominenten Vaters Gerhard Rühm nur wenig anzufangen weiß.
Viele Elemente der Arbeit meines Vaters sind für mich nicht zu durchschauen.
Ich verstehe sie nicht.
Und umgekehrt sind ihm wahrscheinlich genau aus dem Grund auch viele Elemente in meiner Arbeit zu oberflächlich oder zu seicht wieder zu kommerziell gedacht.
Also das sind einfach, glaube ich, grundlegende Unterschiede da.
Grundlegende Einstellung.
Also meinem Vater ist es zum Beispiel nicht so wichtig, möglichst viele Leute zu erreichen, was für mich sehr wichtig ist.
Und mein Vater sieht sich sicher als Künstler.
Ich sehe mich nicht als Künstler.
David Rühms zweiter Film, El Chico, kommt demnächst in die österreichischen Kinos und wir kommen noch einmal ins Nachrichtenstudio zu Josef Wenzel Nattek.
Österreich.
Benzin wird abermals teurer.
Ab Mitternacht tritt eine Erhöhung für die Sorten Eurosuper und Superplus um 20 Groschen je Liter in Kraft.
Eurosuper kostet dann an Bedienungstankstellen 11,90 Schilling und Superplus 12,40 Schilling je Liter.
Dies ist die dritte Benzinpreiserhöhung innerhalb von einer Woche.
Nahe Osten.
Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der Hezbollah-Miliz im Libanon fortgesetzt.
Kampfflugzeuge feierten Raketen auf fünf Ortschaften in der Region der Hafenstadt Tirus ab.
Über Opfer oder Schäden liegen keine Angaben vor.
Die Hezbollah feierte abermals Raketen auf Nordisrael ab.
Dabei wurde eine Synagoge beschädigt.
Seit Donnerstag sind bei den Angriffen mindestens 22 Menschen getötet und etwa 65 verletzt worden.
Auf israelischem Gebiet erlitten 42 Menschen Verletzungen bei Raketenangriffen der Hezbollah.
Die Massenflucht aus den bedrohten Gebieten geht weiter.
Im Libanon wird die Zahl der Flüchtlinge mit bereits 500.000 angegeben.
Der französische Außenminister Hervé de Charrette wird heute zu einer Vermittlungsmission in Israel erwartet.
Anschließend will er nach Damaskus und Beirut reisen.
Russland.
Der heute beginnende Teilabzug der russischen Truppen aus Tschetschenien dürfte zu keiner wesentlichen Entspannung der Lage beitragen.
Einheiten sollen nur aus jenen Gebieten zurückgenommen werden, in denen nicht mehr gekämpft wird.
Tschetschenische Rebellen haben heute einen Transporthubschrauber abgeschossen.
Dabei kamen drei Besatzungsmitglieder und ein Soldat ums Leben.
Die russische Luftwaffe bombardierte in den vergangenen Stunden abermals mehrere Dörfer im Südosten Tschetscheniens.
Deutschland.
Die Bundesregierung will bis Ende dieses Monats ein Gesamtprogramm mit einschneidenden Sparmaßnahmen vorlegen.
Dies wurde nach fünfstündigen Beratungen führender Politiker der Unionsparteien und der Freien Demokraten bekannt gegeben.
Generelles Ziel ist es, einen Fehlbetrag von etwa 350 Milliarden Schilling in den Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden Deutschlands durch Einsparungen auszugleichen.
Darüber hinaus sollen Konzepte zur Schaffung neuer Arbeitsplätze entwickelt werden.
Die Oppositionelle SPD hat die Bundesregierung abermals gewarnt, einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer und der Empfänger von Sozialleistungen zu sparen.
USA
Präsident Clinton hat eine einwöchige Reise nach Südkorea, Japan und Russland angetreten.
Mit seinen Besuchen in Seoul und Tokio will Clinton vor allem die Bedeutung der Sicherheitsbündnisse der USA mit Südkorea und Japan hervorheben.
Österreich In Wien ist es heute früh zu einem Engpass in der Milchversorgung gekommen.
Etwa in der Hälfte der Wiener Geschäfte war keine Milch zu bekommen.
Grund dafür waren technische Probleme, die durch die Übersiedlung des Molkerei-Logistik-Unternehmens Milchfrisch entstanden.
Man hofft, bis zum Nachmittag die Normalversorgung mit Milch wiederherstellen zu können.
Das Wetter, in weiten Teilen Österreichs bereits zeitweise sonnig, am Alpenmoor-Trand und im Osten hingegen weiter Regen- und Schneeschauer, lebhafter Nordwestwind, Temperaturwerte heute zwischen 8 und 14 Grad.
Mit diesem Nachrichtenüberblick ist das Mittagsjournal von heute geschlossen.
Für den technischen Ablauf und den guten Ton sorgte Franz Schenold, sendungsverantwortliche Regie führte Ilse Oberhofer und als Moderatorin verabschiedet sich Ursula Stenzel.
Alternative Schulen stoßen zunehmend auf das Interesse der Eltern. Trotz des Interesses haben die Schulen mit vielen Problemen zu kämpfen. Die Situation war Thema einer Veranstaltung zwischen dem Wiener Stadtschulratspräsidenten und Vertretern dieser Schulen. Einblendung: Waldorf-Schulen Karl Rössel-Majdan, Einblendung: Stadtschulratspräsident Kurt Scholz.
Mitwirkende:
Poschner, Helma [Gestaltung]
, Rössel-Majdan, Karl [Interviewte/r]
, Scholz, Kurt [Interviewte/r]
Datum:
1996.04.15 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Pressekonferenz
;
Finanzwesen und Kreditwesen
;
Bildung und Schulwesen
;
Kinder und Jugend
;
Bildungspolitik
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Zwei Tagungen haben die Katastrophe von Tschernobyl zum Thema. Beim "Tribunal der Völker" treffen sich Physiker, Atomwissenschafter und Juristen, um über die Gefahren der radioaktiven Strahlung zu sprechen. In der Wiener Hofburg treffen sich internationale Strahlenschutzexperten zu ihrem Weltkongress. Interview: Strahlenschutzexperte Herwig Paretzke, Einblendung: Sitzungsvorsitzende Freda Meissner-Blau.
Mitwirkende:
Guggenberger, Christoph [Gestaltung]
, Paretzke, Herwig [Interviewte/r]
, Meissner-Blau, Freda [Interviewte/r]
Datum:
1996.04.15 [Sendedatum]
Ort:
Wien, Hofburg
Schlagworte:
Politik
;
Atomenergie
;
Konferenz
;
Naturkatastrophen
;
Sicherheit
;
Justiz und Rechtswesen
;
Interview
;
Reden und Ansprachen
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Bundesland / Wien
;
Österreich
;
Ukraine
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Die österreichische Filmkomödie "El Chicko" hat diese Woche in Österreich Premiere. Einblendung: diverse Szenenausschnitte "El Chicko", Interview: Regisseur David Rühm.
Mitwirkende:
Baur, Karin [Gestaltung]
, Rühm, David [Interviewte/r]
Datum:
1996.04.15 [Sendedatum]
Schlagworte:
Kultur
;
Spielfilm
;
Drama
;
Interview
;
Vorschau
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten