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KI-generiertes Transkript
Mit Hubert Arnim Ellison herzlich willkommen im Journalstudio mit Beiträgen zu den wichtigsten Themen dieses Tages.
Einige Schlagzeilen aus unserem Programm.
Nach dem Abschluss der Metaller Lohnrunde gestern Abend Verstimmung bei den Arbeitgebern.
Im Gespräch mit dem Wirtschaftsforscher Andreas Wörgötter vom Institut für Höhere Studien fragt Redakteur Josef Schweinzer nach der wirtschaftlichen Konsequenz der Lohnerhöhungen.
Mehr Lohn, aber trotzdem weniger Geld durch das Zusammenspiel von Lohnrunde und Sparprogramm der Regierung.
Zur neuen Runde um die Privatisierung der Kreditanstalt, Generaldirektor Güldur Schmidt-Keari reagiert auf den neuerlichen Vorstoß des Finanzministers.
Uneinigkeit in der UNO.
Wer soll den Sitz des ehemaligen Jugoslawien erhalten?
Einige Stimmen treten gegen die Nachfolgerrepublik auf und vor allem der Zeitpunkt ist noch umstritten.
Schwerer Konflikt in Belgien.
Nach dem Fall des Mädchengenders Dutroux bricht der Konsens zwischen Justiz und Politik in allen Bereichen auseinander.
Im österreichischen Bundeskanzleramt tagt heute wieder der Ministerrat und wir hoffen natürlich Ihnen davon berichten zu können.
Darüber hinaus gab Bundesministerin Konrad heute eine Pressekonferenz zum Thema Gleichbehandlung im Bundesdienst, die Frauenministerin zu den Fakten um die Stellung der Frau im öffentlichen Dienst.
Was bleibt, ist die Erinnerung.
Brigitte Bardot, die Schöne aus den 60ern, veröffentlicht ihre Memoiren und einen Bericht darüber hören Sie am Ende des Journals, das wir natürlich wieder mit dem Nachrichtenblock eröffnen.
Susanne Meisner-Sindeler hat die Meldungen redigiert, es liest Nikolaus Remerschmidt.
Russland.
Die Herzoperation Präsident Jelzins ist unbedingt notwendig.
Das hat am Vormittag jener Chirurg in Moskau mitgeteilt, der den Eingriff leiten soll.
In den vergangenen Tagen hatte es geheißen, die Operation müsse wahrscheinlich um mehrere Wochen verschoben werden.
Jelzin hat heute im Krankenhaus mit Ministerpräsident Tschernomyrdin gesprochen.
Über den Inhalt der Unterredung wurde nichts bekannt.
Vereinte Nationen.
In New York hat die Generaldebatte der 51.
UNO-Vollversammlung begonnen.
Ab heute wird das Atomteststopp-Abkommen unterzeichnet.
Zunächst werden die Vertreter der offiziellen Atommächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich unterschreiben.
Danach folgen elf Staaten, die über Atomtechnologie verfügen.
Die Verwirklichung des Abkommens ist allerdings unwahrscheinlich, weil Indien seine Zustimmung verweigert hat.
Ein Thema der Unerfolgversammlung sind auch die Sanktionen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.
Die USA und Russland sind offenbar uneinig darüber, wann die Sanktionen endgültig aufgehoben werden sollen.
Die Zwangsmaßnahmen sind nach dem Friedensabkommen von Dayton im November des Vorjahres nur ausgesetzt worden.
Zwischen Washington und Moskau dürfte es auch Differenzen darüber geben, ob Belgrad mit der Aufhebung der Sanktionen automatisch wieder einen Sitz in der UNO-Vollversammlung und in anderen internationalen Organisationen bekommen soll.
Die Palästinenser haben wegen der israelischen Siedlungspolitik den UNO-Sicherheitsrat angerufen.
In einem Brief an den UNO-Generalsekretär heißt es, Israel habe die Kolonialisierung besetzter Palästinensergebiete durch jüdische Siedler wieder aufgenommen, damit werde internationales Recht verletzt.
Der israelische Ministerpräsident Netanyahu beginnt heute seine erste Europareise.
Netanyahu trifft zunächst zu einem Besuch in London ein, wo er unter anderem mit Premierminister Major und Labour-Chef Tony Blair sprechen wird.
Morgen ist in Paris ein Treffen mit Staatspräsident Chirac vorgesehen.
Übermorgen kommt der israelische Ministerpräsident nach Bonn.
Netanyahu will in Europa um wirtschaftliche Unterstützung und um Verständnis für seine Nahostpolitik werben.
Europäische Union.
Agrarkommissar Fischler bekräftigt die harte Haltung der Europäischen Union im BSE-Streit mit Großbritannien.
Fischler betonte, die Briten müssten die Vereinbarungen des EU-Gipfels von Florenz erfüllen, damit das Exportverbot für britisches Rindfleisch aufgehoben werde.
Die EU-Landwirtschaftsminister seien jedenfalls nicht nach Irland gereist, um Kompromisse zu schließen.
Die Regierung in London hat in der vergangenen Woche beschlossen, die zusätzliche Schlachtung von 147.000 BSE-gefährdeten Rindern auszusetzen.
Die Agrarminister der Europäischen Union beraten seit gestern in der irischen Stadt Kilane darüber, wie langfristig ein Weg aus der BSE-Krise gefunden werden könnte.
Konkret geht es um Hilfe für die betroffenen Rinderzüchter.
In Brüssel befassen sich heute die EU-Arbeits- und Sozialminister mit den sogenannten Entsenderichtlinien.
Die Richtlinien legen fest, dass ausländische Arbeitnehmer aus EU-Staaten den Mindestlohn und den Arbeitsschutz jener Länder erhalten, in denen sie beschäftigt werden.
Deutschland.
Peter Graf, der Vater der Tennisspielerin Steffi Graf, bleibt vorläufig in Untersuchungshaft.
Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat entschieden, dass Peter Graf und sein mitangeklagter ehemaliger Steuerberater Joachim Eckert wegen Fluchtgefahr nicht auf freien Fuß gesetzt werden.
Am 12.
September hatte das Landgericht Mannheim die Aussetzung der Haftbefehle beschlossen.
Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Beschwerde ein.
Graf und Eckert sind wegen Steuerhinterziehung angeklagt.
Belgien.
Im Fall des mutmaßlichen Kinderschenders Marc Dutroux ist die Polizei neuerlich belastet worden.
Die Mutter von Dutroux gab nun bekannt, sie habe sich schon im Vorjahr schriftlich an die Polizei gewendet, um auf fragwürdige Machenschaften ihres Sohnes aufmerksam zu machen.
Den belgischen Behörden war bereits vorher vorgeworfen worden, nicht früh genug gegen den mutmaßlichen Kinderschender vorgegangen zu sein.
Österreich.
Im Burgenland und in der Steiermark beginnt sich die Hochwassersituation zu entspannen.
An den Zuflüssen zur Mur sind die Pegelstände seit Mitternacht generell gesunken.
In mehreren burgenländischen Gemeinden hat es nach den anhaltenden Regenfällen der vergangenen Tage gestern Hochwasseralarm gegeben.
Zahlreiche Keller wurden überschwemmt.
Die Feuerwehr ist nach wie vor mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Und damit die wichtigste Frage im Moment, wie geht es weiter mit dem Regen?
Bisher war es einfach zu viel.
Markus Watzak verspricht, dass langsam Besserung in Sicht ist.
Ja, gestern hat es in ganz Österreich geregnet, zum Teil sogar sehr ergiebig.
In Wien sind bis heute früh 45 Liter pro Quadratmeter gefallen.
Das ist genauso viel, wie es durchschnittlich im gesamten September regnet.
53 Liter waren es in Dornbirn.
In den hohen Tauern sind bis zu 30, 40 Zentimeter Schnee dazugekommen.
Die gute Nachricht, der Regen lässt jetzt deutlich nach, in den nächsten Tagen gibt es ab und zu sogar etwas Sonne.
Die aktuellen Meldungen, Wien leichter Regen 10 Grad, Eisenstadt leichter Regen 11, St.
Pölten bedeckt 10, Linz bedeckt 11, Salzburg leichter Regen 10 Grad, Innsbruck stark bewölkt 13, Pregens stark bewölkt 11, Graz bedeckt 13 und Klagenfurt stark bewölkt 13 Grad.
Heute Nachmittag bleibt es meist dicht bewölkt, es regnet aber nur noch zeitweise.
Bis 1700 Meter herab kann es schneien.
Zwischendurch lockert es ein wenig auf, länger sonnig ist es aber nur in Osttirol und Kärnten.
Auf den Bergen sowie in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland weht lebhafter Nordwestwind.
Die Temperaturen steigen kaum noch, die Höchstwerte liegen heute zwischen 8 und 13 Grad, im Süden auch bei 15.
Der morgige Mittwoch beginnt oft noch trüb, teils durch Wolken, teils durch Nebel.
Leicht regnen kann es zunächst noch, besonders an der Alpen-Nordseite, sowie in Osttirol, Kärnten und der Steiermark.
Im Lauf des Tages lockert es aber überall etwas auf, hin und wieder kommt auch die Sonne durch.
Gegen Abend werden die Wolken im Westen wieder dichter.
Der Wind lässt nach und es wird eine Spur milder.
Die Temperaturen reichen morgen 10 bis 16 Grad.
In 2000 Meter Höhe hat es zum Mittag etwa 2 Grad.
Am Donnerstag ist es wechselnd bewölkt mit etwas Sonne zwischendurch.
Allerdings muss man auch mit einigen Regenschauen rechnen.
An der Alpen-Nordseite könnte der Regen häufiger werden.
Die Temperaturen legen noch einmal zu.
Die Höchstwerte liegen übermorgen zwischen 11 und 17 Grad.
Die Metaller Lohnrunde ist gestern Abend überraschend rasch abgeschlossen worden und ist eigentlich mit einer Verstimmung auf der Arbeitgeberseite zu Ende gegangen.
Und deshalb heute zu Beginn des Mittags schon als ein Gespräch mit einem Wirtschaftsforscher.
In der Metallbranche werden ab 1.
November die Mindestlöhne um 2,6% und die Istlöhne um 2% steigen.
Wobei rund vier Fünftel aller Beschäftigten zu Istlöhnen arbeiten, die also um 2% höher werden.
Das Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit wird in Gesonder den Arbeitsgruppen weiter verhandelt.
Offen bleibt die Frage, war jetzt dieser Abschluss, wie von den Arbeitgebern behauptet, zu hoch oder unterstützt er die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft?
Josef Schweizer hat mit dem Wirtschaftsforscher des Instituts für Höhere Studien, Andreas Wörrgötter, folgendes Gespräch geführt.
Herr Wörrgötter, für die Unternehmer ist jeder Lohnabschluss zu hoch.
Auch der gestrige mit 2,6, mindestens 2 Prozent ist Löhne für die Metaller.
Wie sieht das der Wirtschaftsforscher?
Ich würde mal sagen, dieser Abschluss ist sicherlich immer einer, der erst verdient werden muss.
In einem gewissen Sinn würde ich schon sagen, es ist ein Vorgriff auf die Zukunft und es setzt voraus, dass in verschiedenen Bereichen begleitende Schritte erfolgen, die eben
Beschäftigung in neuen Aktivitäten sichern.
Denn das eine ist klar, mit den bestehenden Strukturen sind die Lohnkosten und auch die Sozialkosten und die Steuern und Abgaben, die wir zu entrichten haben, nicht zu verdienen.
Kostet dieser Abschluss Arbeitsplätze?
wäre der Abschluss niedriger ausgefallen.
Dann hätten sich die Unternehmer leichter getan, bestehende Arbeitsplätze zu sichern.
Es wäre ihnen vielleicht über eine höhere Profitabilität leichter möglich gewesen, riskante Forschungs- und Entwicklungsausgaben für zukünftige Beschäftigung zu finanzieren.
Und sie hätten sich vielleicht bei Investitionsfinanzierungen ebenfalls leichter getan.
Das heißt, das Einzige, was hier einen gewissen Hoffnungsschimmer für die Zukunft übrig lässt, ist die Bereitschaft, die einmal von der Arbeitnehmerseite geäußert worden ist, über Flexibilisierung und über stärkere betriebliche Komponenten hier zu verhandeln.
Aber ich würde sagen, die Zeit, die dafür noch übrig bleibt, um wirklich handfeste Ergebnisse auf den Tisch zu bringen, ist sehr kurz.
Würden Sie sagen, dass den Österreichern nach diesem Abschluss noch mehr im Geldbörsel bleibt, also eine reale Einkommenserhöhung?
Es ist so, dass auf der Arbeitgeberseite auf jeden Fall eine reale Lohnkostensteigerung übrig bleibt.
Auf der anderen Seite ist es so, dass durch verschiedene Preisrigiditäten die Inflationsrate in Österreich ja noch immer relativ hoch ist.
Und daher wird einmal in der ersten Welle das meiste von diesem 2% Anstieg von der Inflation weggefressen werden.
Und die Bedürfnisse der öffentlichen Hände, von den Gemeinden bis zum Bund, ihre Budgets zu sanieren, wird natürlich auch dazu führen, dass alle möglichen Gebühren, Abgaben etc.
angepasst werden müssen oder schon angepasst worden sind.
Daher würde ich davon ausgehen, dass man bei diesem Abschluss die ungünstigste aller Welten hat, also reale Lohnkostensteigerungen für die Unternehmungen und einen Realeinkommensnettoverlust für die Arbeitnehmer.
Mehr Kosten für die Unternehmen und trotzdem weniger Geld in den Börsen der Österreicher hat der Metaller Abschluss gebracht.
Das meint Andreas Wörgötter, der Wirtschaftsexperte des Instituts für Höhere Studien.
Nach dem gestrigen Scheitern der jüngsten Privatisierungsbemühungen für die Kreditanstalt geht jetzt die Suche nach einem neuen Käufer weiter.
Das Angebot des Konsortiums unter der Führung der 1.
Allgemeinen Generale ist bekanntlich daran gescheitert, dass nur ein Teil der Aktien übernommen werden sollte.
Und das zu einem unzureichenden Preis.
Jetzt hat Finanzminister Klima das Beratungsunternehmen JP Morgan neuerlich beauftragt, ein auf wenige Wochen angelegtes neues Verkaufsverfahren zu beginnen.
Heute hat erstmals auch der Generaldirektor der CA, Guido Schmid-Chiari, zu den bisher erfolglosen Privatisierungsversuchen Stellung genommen.
Er geht davon aus, dass noch heuer eine Lösung gefunden wird.
Christian Hunger meldet sich dazu mit seinem Bericht.
Der Generaldirektor der Kreditanstalt hat zwar selbst keinen unmittelbaren Einfluss auf die Privatisierung seines Instituts, entsprechend zurückhaltend ist auch sein Kommentar.
Für Schmidt-Chiari kommt die gestrige Absage an das Konsortium rund um die erste allgemeine Generali aber nicht unerwartet.
Die CA will jetzt jedenfalls, soweit es möglich ist, bei der neuen Verkaufsrunde mithelfen und ist auch bereit mit potenziellen Kaufinteressenten, so das gewünscht wird, zu verhandeln.
Für Schmidt-Chiari beginnt jedenfalls die Käufer-Suche nicht beim Punkt 0.
Man hat in der Vergangenheit vieles ausgelotet.
Daher gibt es ja schon recht konkrete Vorstellungen über die gegebenen Möglichkeiten.
Und es müsste doch denkbar sein, hier die Entscheidungsalternativen so aufzubereiten, dass eben noch vor Jahresende die endgültige Festlegung erfolgen kann.
Für den CA-Generaldirektor stehen naturgemäß die Interessen seiner Aktionäre im Vordergrund, betont Schmidt-Chiari.
In diesem Zusammenhang will er zwar keine Präferenzen über mögliche neue Käufer äußern, gibt aber zu verstehen, dass die Zusammenarbeit mit einer deutschen Bank strategisch notwendig und richtig wäre.
Wir gehen natürlich in unseren geschäftlichen Planungen davon aus, dass die Europäische Währungsunion zu dem zum vorgesehenen Zeitpunkt eingeführt werden wird.
Das ist der tiefste Einschnitt für die österreichische Kreditwirtschaft seit dem Krieg.
Das bedeutet Umstellung von Systemen, bedeutet die Einstellung auf neue Wettbewerbsverhältnisse und hier glaube ich kann eine Zusammenarbeit mit der
Banken in unseren Haupthandelspartnern, Hauptwirtschaftspartnern eine wesentliche Rolle spielen.
Und hier steht nun einmal auch aus sprachlichen Gründen Deutschland an erster Stelle, aber auch Italien sollte jetzt mittelfristig hier nicht vernachlässigt werden.
Schmidt Chiare geht außerdem davon aus, dass die CA heuer trotz der offenen Privatisierungsfrage ein besseres Jahresergebnis als im Vorjahr einfahren werde.
Durch die offene Eigentümerfrage will man sich jedenfalls in der Geschäftspolitik nicht beeinflussen lassen.
Im übrigen wird ein begonnenes Rationalisierungsprogramm innerhalb der CA unter dem Titel FIT für Europa fortgesetzt.
Für heuer bedeutet das eine Personalverringerung um 300 Mitarbeiter.
Im kommenden Jahr sollen es deutlich mehr werden, kündigt der CA-Generaldirektor an.
Entscheidend, das reicht jetzt schon etwas weiter zurück, ist die klare Ausrichtung auf den Markt.
Wir haben die Bank neu organisiert, nicht primär nach Produktgruppen, sondern nach Kundengruppen, also Schwerpunkt Firmenkundengeschäft, Privatkundengeschäft.
Und jetzt geht es darum, hier die Potenziale am Markt auszuschöpfen, die Bürokratie abzubauen, weniger Hindernisse zu haben in den Entscheidungslinien und das wird dazu führen, dass die Kreditanstalt in der nächsten Zeit eine schlankere und schnellere Bank sein wird.
Soweit die Geschäftsstrategie von CA-Generaldirektor Guido Schmidt-Chiari nach dem jüngsten Scheitern der Verkaufsverhandlungen und ich gebe damit zurück ans Mittagschanal.
Danke Christian Hunger für diesen Bericht.
Der Generaldirektor der Kreditanstalt Guido Schmidt-Chiari hat zu den Privatisierungsplänen Stellung genommen und abgesehen davon, wie schnell das jetzt wirklich gehen wird in Zukunft, er hofft noch in diesem Jahr,
Die Krediteinstalt wird vor allem schlanker werden und sich auch nach internationalen Partnern umsehen.
Österreichs größtes Schienenbauvorhaben der letzten Jahrzehnte ist seiner Realisierung um ein großes Stück näher gerückt.
Die Eisenbahnhochleistungsgesellschaft hat dieser Tage dem Verkehrsministerium nach sechsjähriger Vorarbeit die sogenannte Umweltverträglichkeitserklärung für die Neubaustrecke der Westbahn zwischen Wien und St.
Pölten zur Prüfung übergeben.
Das Ministerium hat jetzt eineinhalb Jahre Zeit, um das Projekt zur Verwirklichung freizugeben.
Stefan May mit den Einzelheiten.
Zehn dicke Ordner sind es, die zärtlich fast 2000 Seiten bedrucktes Papier umfangen, durch die sich die Bundesstellen ab sofort durchzuwühlen haben.
Die staatliche Eisenbahnhochleistungsgesellschaft, kurz HLAG, hat das irre getan, um das 49 Kilometer lange Projekt zwischen Hadersdorf-Weidlingau im Eisenbahner Jargon Hawaii und St.
Pölten so unangreifbar wie schmackhaft Blatt für Blatt in die Ordner zu füllen.
Mehr als 100 Veranstaltungen, ebenso viele Tage Planungswerkstatt und unzählige Zusammensitzungen und Auseinandersetzungen mit der anreinenden Bevölkerung sind absolviert, konnten aber nicht verhindern, dass weiterhin Antibahntransparente störrisch über den weiten Äckern des Tullner Feldes wehen.
Das Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung, das seit Juli 1994 in Kraft ist, fordert umfangreiche Vorbereitungen, bevor der erste Spaten in die Erde gestochen wird.
Während viele Straßenbauvorhaben noch schnell vor dem Juli 1994 abgesegnet wurden, um rasch zum Entstehen gebracht zu werden, sollte es nach politischem Entscheid mit dem Eisenbahn-Mammut-Projekt nicht so glatt abgehen.
Offiziell freiwillig, aber in kalkulierender Voraussicht hat die HLAG die vom Vorhaben betroffenen Bürger frühzeitig und umfassend ins Geschehen eingebunden.
Dazu Generaldirektor Gustav Hammerschmidt,
Es ist eine weitgehende Übereinstimmung, es sind also sicherlich noch eine ganze Reihe Hausaufgaben zu bewältigen, eine weitgehende Übereinstimmung mit den meisten Gemeinden gegeben.
Es ist aber so, und da will ich gar kein Hehl draus machen, dass es in zwei Gemeinden bezüglich der Streckenführung doch noch unterschiedliche Auffassungen gibt, und das wird sicherlich hier ein wesentlicher Bestandteil des UVP-Verfahrens sein.
An die 160 Millionen Schilling hat diese Vorbereitungsphase gekostet.
Das ist etwas mehr als ein Prozent des auf 11,6 Milliarden Schilling geschätzten Projekts.
Preisbasis 1995.
Knapp die Hälfte der 49 Kilometer, die Teil des viergleisigen Westbahnausbaus sind, wird im Tunnel geführt, wobei Kernstück der 13 Kilometer lange Wiener Waldtunnel ist.
Baubeginn könnte Ende 1999 sein.
Bei kürzester Bauzeit von sechs Jahren könnten die ersten Züge im Jahr 2005 Wien und St.
Pölten in einer knappen halben Stunde verbinden.
Neben dem Schnellzugsverkehr will die Bahn auch Interregio-Züge hier führen.
Diese würden außerdem in einem neuen Bahnhof Tullnerfeld halten, der mit der Franz-Josefs-Bahn verknüpft wird.
Die Güter- und Regionalzüge werden der alten Westbahnstrecke durch den Wiener Wald erhalten bleiben.
Stefan May über Österreichs größtes Schienenbauvorhaben und zwar die neue Strecke der Westbahn zwischen Wien und Sankt Pölten.
Seit dreieinhalb Jahren gibt es das Bundesgleichbehandlungsgesetz.
Ziel dieses Gesetzes ist es, Frauen im Bundesdienst zu fördern und eine Quote von 40 Prozent beschäftigten Frauen in jeder Verwendungsgruppe zu erreichen.
Heute hat Frauenministerin Konrad Bilanz über den Stand der Gleichbehandlung im Bundesdienst gezogen und den ersten Bericht vorgelegt.
Details von Helma Poschner.
Zum Teil erfreulich, aber kein Grund sich zufrieden zurückzulehnen, so beurteilt Frauenministerin Helga Konrad den neuen Bericht.
40 Prozent Frauen arbeiten mittlerweile im Bundesdienst, aber nicht wie es das Ziel ist in jeder Verwendungsgruppe, sondern insgesamt.
Was Konrad aber besonders schmerzt, dass diese Frauen zu einem Großteil in niedrigeren
Funktionen tätig sind, also etwa C, D-Einstufungen im Sekretärinnenbereich, dass es bei den Funktionen, bei den höheren und qualifizierteren Funktionen für die Frauen aber schlecht ausschaut.
Die Führungspositionen sind nach wie vor fest in männlicher Hand.
So gibt es beispielsweise im Bundesdienst 60 Männer als Sektionschefs, aber nur zwei Frauen.
Hier hakt Konrad ein.
Um mehr Frauen die Chance auf eine Führungsposition zu geben, fordert sie, dass die Top-Positionen auch für Teilzeitbeschäftigte angeboten werden.
Denn immerhin seien 90 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten Frauen.
Zudem sollten in den personalentscheidenden Kommissionen zur Hälfte Frauen und Männer sitzen, fordert die Frauenministerin.
Denn derzeit, so findet Konrad, werden in den männerdominierten Auswahlkommissionen Frauen nur zu oft
benachteiligt.
Wenn sich ein Mann und Frau für eine leitende Funktion bewerben, dann ist in einem Fall besonders wichtig etwa die langjährige Zugehörigkeit zu einem Betrieb.
Im nächsten Fall ist es dann der junge, innovative Mann.
Und umgekehrt, wenn es eine junge, innovative Kollegin gibt, die sich bewirbt, dann zählen wieder andere Kriterien.
Das heißt, es werden wahllos Kriterien herangezogen.
um zu begründen, warum eine Leitungsfunktion dann meistens mit einem Mann besetzt wird.
In der nächsten Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz sollten ihre vorgeschlagenen Änderungen berücksichtigt werden, fordert Konrad.
Wichtig ist für die Frauenministerin auch, dass in regelmäßigen Abständen weitere Zwischenbilanzen über die Fortschritte bei der Gleichbehandlung vorgelegt werden.
Nur so könne man genau abzählen und überprüfen, ob die Vorgaben erreicht werden.
Denn gefühlsmäßige und über den Taumen gepeilte Einschätzungen seien in Gleichbehandlungsfragen entschieden zu wenig, so die Frauenministerin.
Helma Poschner mit ihrem Bericht, die Frauenministerin zog Bilanz, noch immer ein weiter Weg zur Gleichbehandlung von Frau und Mann im Bundesdienst.
Dazu passend erwarten wir in unserem Mittagsschanal noch einen Bericht aus dem Landesstudio Wien.
Den Gesundheitsstaatrat Sepp Rieder hat heute den ersten Wiener Frauengesundheitsbericht präsentiert.
Und daraus wird hervorgehen, so haben wir bereits gehört, dass die Frauen besonders in Wien unter der Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf leiden und Gleichbehandlung hin oder her.
Im Alltagsleben sind die Frauen doch noch mehr belastet.
Nächste Woche beginnt das Wintersemester an den österreichischen Universitäten und das Interesse an Fachhochschullehrgängen und Universitätsstudien ist größer denn je.
Und das, obwohl Experten vor dem Studienbeginn beispielsweise bei Medizin warnen, weil es schon jetzt zu viele Ärzte in Österreich gibt.
Besonders gravierend sind die finanziellen Probleme im Gefolge des Sparpakets und die treffen sehr stark beispielsweise die Universität Wien,
mit derzeit etwa 90.000 Studenten und weit über 10.000 Lehrveranstaltungen.
Über die Situation von Universitäten und Fachhochschulen am Beginn des Wintersemesters berichtet Martin Heidinger.
Wenn heute in St.
Pölten der neue Fachhochschulstudiengang für Telekommunikation und Medien eröffnet wird, dann ist seine Finanzierung keineswegs gesichert.
So wie auch jene der anderen über 30 österreichischen Studiengänge, sagt Werner Jungwirth, der Obmann der Fachhochschulkonferenz.
Wenn ich also an die Werkvertragsregelung denke, dann trifft uns die natürlich finanziell sehr hart, weil wir doch viele der Vortragenden um den Praxisbezug zu erhalten.
uns über Werkverträge zukaufen, was natürlich eine zusätzliche Belastung, finanzielle Belastung der Erhalter ist auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Bundesbeiträge in keiner Weise valorisiert.
sind.
Wir können uns nur durch budgetäre Umschichtungen bzw.
das Aufbringen von Zusatzfinanzierungen noch helfen.
Ebenso nur auf Zeit gesichert sei der Lehrbetrieb an der Universität Wien, sagt deren Rektor Alfred Ebenbauer.
Denn die Lehrauftragskontingente für das Sommersemester 1997 sind den Uni-Instituten noch nicht zugewiesen worden.
Die Finanzierung ist nur für das laufende Semester gewährleistet.
ist ein dringender Appell notwendig, dass wir die Lehraufträge, das ist ein erheblicher Teil unseres Lehrprogramms, dass wir die Kontingente für Lehraufträge jetzt ehesballig zugewiesen bekommen.
Das ist die eine dringende Forderung.
Und die zweite ist, dass die Dienstrechtsverhandlungen vor allem für den Mittelbau beschleunigt und initiativ weitergeführt werden.
Die Zeit drängt jedenfalls.
Der vorklinische Bereich des Medizinstudiums etwa kann in diesem Semester nur mit Umschichtungen
und Streichungen im klinischen Bereich aufrechterhalten bleiben.
In keinem anderen Land, sagt der Dekan der Mediziner Gruber, beginnen jährlich so viele Studenten mit dem Medizinstudium als in Österreich.
Die Frage ist daher, wie viele Medizinanfänger sich Österreich leisten kann.
Martin Heidinger, ein Bericht über das nächste Woche beginnende Wintersemester an Österreichs Universitäten und Fachhochschulen.
Und jetzt um 12.26 Uhr ein Programmhinweis.
Wir haben als Menschen, jeder von uns, etwa 60.000 Erbanlagenogene.
Der allergrößte Teil dieser Erbanlagen ist und muss bei allen Menschen absolut gleich sein, bei geringfügigen Änderungen dieser Erbanlagen zu massiven, mit dem Leben nicht mehr verträglichen Funktionseinbußen führen.
Diese Tatsache dürfte sich noch nicht überall herumgesprochen haben.
Jedenfalls nicht bis zum Rassensaal des Wiener Naturhistorischen Museums.
Dort hat sich in den fast 20 Jahren, die die Schausammlung über die heute lebende Menschheit schon zu sehen ist, nichts geändert.
Die Rassenlehre der 20er Jahre, die selbst auf den Kolonialismus zurückgeht und sich auch in diversen Lehrbüchern noch findet, kann von Vitrine zu Vitrine besichtigt werden.
ist es etwa so, dass die natürliche Erscheinungsweise eines nordischen Menschen, also hier eines Schweden, im Anzug ist, mit Krawatte?
Und wieso wird dann eine Zulufrau mit nacktem Oberkörper gezeigt?
Auch Zulufrauen tragen heute vielleicht ein Kostüm, wenn sie ins Büro gehen.
Doch nun hat Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer entschieden.
Es ist de facto so, der Rassensaal ist zu.
Und wir gehen jetzt weiter mit einem Bericht über die Katastrophenhilfsübung mit dem Titel Exercise 96.
In Ostösterreich ist sie heute voll angelaufen.
Die Übungsannahme ist ein Störfall in einem östlichen Atomkraftwerk
Und zwar wird angenommen, dass die Störung zehnmal so stark sei als 1986 in Tschernobyl.
Die Übung, bei der 1300 Soldaten und Hilfskräfte aus Österreich und den östlichen Nachbarländern teilnehmen, soll die Wirksamkeit der Einsatzpläne für solche Krisenfälle überprüfen.
Außerdem werden an den Grenzen Strahlungsmessungen und Dekontaminationen durchgeführt.
Vom Grenzübergang Berg an der österreichisch-slowakischen Grenze meldet sich jetzt Thomas Langpaul.
Bundesheer, Rotes Kreuz, Gendarmerie und Zollwache haben auf dem Parkplatz neben dem Grenzübergang ihre Stationen aufgebaut.
Überall laufen die Strahlenmessgeräte.
Die erste Überprüfung der ankommenden Fahrzeuge führt die Gendarmerie durch.
Aus einem Kleinbus werden alle Fahrzeuge nach Strahlung untersucht.
Trupp 2 von Trupp 1 kommen.
Trupp 2 kommen.
Ja, Trupp 1 hat hier ein Fahrzeug mit vermutlich radioaktiven Stoffen an Bord gemessen.
Kennzeichen, ein weißer Peugeot mit Kennzeichen Bertha Ludwig Heinrich 86 58.
Dieses Fahrzeug bitte anhalten und überprüfen auf Radioaktivität.
Kommen, habe verstanden.
Trupp 2 hat verstanden.
50 Meter weiter hat der Dekontaminationstrupp des Bundesheeres eine große graue Plastikwanne aufgebaut.
Hier werden jene Fahrzeuge, bei denen eine erhöhte Strahlung gemessen wurde, mit einer Seifenlösung gewaschen.
So, Spültrupp kommen an, Dekotrupp kommen an, zu mir.
Der Pkw wurde soeben durch die Schöner Marie angehalten und vermutlich kontaminiert und Grenzwertüberschreitung.
Auftrag an den Spültrupp, das Fahrzeug punktuell abspüren.
Weiters nach Erfolg der Dekontamination erneutes Abspüren des Fahrzeuges und schauen, ob die Grenzwerte jetzt unterschritten sind.
Nach der Dekontamination stimmen die Grenzwerte dann.
Um die Insassen kümmert sich das Rote Kreuz.
Auf der anderen Seite der Grenze bietet sich dasselbe Bild.
Auch die slowakische Armee hat Stationen aufgebaut.
Auch hier werden über einer großen Plastikwanne verstrahlte Fahrzeuge gewaschen.
Der Kommandant der Slowaken, Oberstleutnant Jan Halander, erinnert sich auch noch an die wirkliche Katastrophe, den Reaktorunfall von Tschernobyl von vor zehn Jahren.
Minimal eine Woche.
Seit damals hat sich viel verändert.
Bewusst war das in Tschernobyl, was passiert war.
Das Problem war aber, dass damals die Bevölkerung nicht informiert wurde.
Der slowakische Offizier lobt die Zusammenarbeit mit den Österreichern.
Er selbst hat auch schon an einem Fachkurs beim österreichischen Bundesheer teilgenommen.
Wir haben dieselbe Ausrüstung, wir verwenden ähnliche Geräte.
Es ist wichtig voneinander zu lernen und wir haben voneinander gelernt.
Und dabei sind wir auch Freunde geworden und das ist wichtig.
Freunde will man sich hier bei dieser Übung auch bei den vorbeifahrenden Passanten und Reisenden schaffen.
Es werden Flugzettel verteilt, auf denen steht in fünf Sprachen, nur keine Panik, wir üben für Sie.
Thomas Langpaul berichtet von dieser großen Katastrophenhilfsübung, die den Titel Exercise 96 trägt.
Die Verbrechen des Kinderschenders Marc Dutroux und der Mord an dem sozialistischen Spitzenpolitiker André Kohls, der angeblich von Parteikollegen in Auftrag gegeben worden sein soll, diese Skandale haben die Reibereien zwischen den belgischen Sicherheitsbehörden einem neuen Höhepunkt zugetrieben.
In Belgien werden die gegenseitigen Schuldzuweisungen und Verdächtigungen schon Krieg der Polizei genannt.
Auch die beiden Regierungsparteien, die sozialistische und die christdemokratische, beschuldigen einander mittlerweile schwerer Versäumnisse.
Barbara Seebauer berichtet.
Immer mehr Hinweise gibt es in Belgien darauf, dass die Polizei bei den Ermittlungen gegen den Kinderschänder Marc Dutroux mehr als fahrlässig vorgegangen ist.
Die Mutter Marc Dutroux hat nun berichtet, dass sie schon vor einem Jahr einen Brief an die Polizei geschrieben hat.
Darin macht sie auf merkwürdige Aktivitäten ihres Sohnes aufmerksam.
Auf Teenager, die in seinem Haus in einem Zimmer mit schwarz verhüllten Fenstern leben würden.
Der Brief ist zwar bei der Polizei, aber dort einfach in den Schubladen gelandet.
Und wieder beginnt der Reigen der Verdächtigungen, wer nichts unternommen hat und wer etwas hätte unternehmen müssen.
In Belgien gibt es komplizierte Verantwortlichkeiten im Sicherheitsbereich.
Da gibt es einmal die Gemeindepolizei, regional organisiert.
Dann gibt es die landesweite Gendarmerie, deren 17.000 Beamte bis vor wenigen Jahren zum Militär gehört haben.
Besonders dieser Abteilung wird vorgeworfen, dass sie sich in erster Linie eigenen Interessen zuwendet und sich erst in zweiter Linie für die Sicherheit im Lande verantwortlich fühlt.
Ein eigener Staat im Staat habe sich mit der Gendarmerie gebildet.
Das dritte Element im Sicherheitsapparat ist die Kriminalpolizei, die im Auftrag der Staatsanwälte und der Untersuchungsrichter arbeitet.
Deren Chef, der christdemokratische Justizminister Stefan de Klerk, spart nicht mit Vorwürfen gegen die Gendarmerie.
Sie habe wichtige Ermittlungsergebnisse im Fall Dutroux einfach vertuscht.
Die Gendarmerie wiederum, dem sozialistischen Innenminister unterstellt, kontert mit Vorwürfen gegen die Kriminalbeamten der Justiz.
Diese würden, so wie die Justiz im Ganzen, nicht wissen, wie sie ihren Aufgaben gerecht werden sollen.
Im Auftrag der Staatsanwälte würden die Kriminalbeamten wichtige Leute laufen lassen und nur die kleinen Leute verfolgen.
Von Klassenjustiz spricht der oberste Polizeigewerkschafter des Landes.
Dieser Streit vor dem Hintergrund der Dutroux-Verbrechen lässt auch das Vertrauen in die Politik sinken.
Nur noch drei Prozent der belgischen Bevölkerung haben nach einer kürzlich veröffentlichten Studie volles Vertrauen in die Regierung de Hane.
Jeder dritte Befragte gibt an, jedes Vertrauen verloren zu haben.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird in den kommenden drei Wochen sich vor allem mit sich selber beschäftigen.
Die Reform der UNO steht dringend an und die Nachfolge für Buto Skali ist ebenso umstritten, weil ja bekanntlich die USA auf der Suche nach einem neuen Generalsekretär oder Sekretärin sind.
Am Rande der derzeit in New York laufenden Vollversammlung geht es auch um den künftigen Status der Bundesrepublik Jugoslawien.
Und da sind sich die wichtigsten UNO-Mitglieder noch über einige Fragen uneinig.
Wann sollen die Sanktionen aufgehoben werden?
Und wie soll Jugoslawien wieder Sitz und Stimme in der UNO bekommen, nachdem der alte Staat 1992 ausgeschlossen worden war?
Gespräche zwischen den Außenministern der USA und Russland brachten in der Nacht auf heute keine Einigung in diesen Fragen.
Konstanze Ripper informiert, in welchem Stadium sich derzeit die Verhandlungen zwischen Warren Christopher, USA und Evgeny Primakov, Russland, befinden.
Im Mai 1992 verhängte die UNO ein Totalembargo gegen Jugoslawien.
Im September 1992 wurde der Staat von der UNO ausgeschlossen.
Nun geht es darum, diese beiden Maßnahmen aufzuheben, ohne aber den alten Zustand wiederherzustellen.
Denn die meisten Staaten sind sich einig, dass das neue Jugoslawien aus Serbien und Montenegro nicht der alleinige Rechtsnachfolger des alten Jugoslawien ist.
Was das Embargo betrifft, so gibt es Uneinigkeit, wann es aufgehoben werden soll.
Im Datenvertrag steht, 10 Tage nach den bosnischen Wahlen, also heute.
So sehen es jedenfalls die Russen.
Die USA hingegen finden, die Zählung solle erst nach der Erklärung der OSZE beginnen, dass die Wahlen gültig und fair waren.
Durch Schwierigkeiten bei der Zählung gibt es ja noch kein endgültiges Ergebnis.
Die USA möchten sich noch die Möglichkeit offenhalten, die Sanktionen wieder in Kraft zu setzen, nämlich für den Fall, dass die Ergebnisse der Wahl im serbischen Teil Bosniens nicht akzeptiert werden.
In der Frage des UNO-Sitzes unterstützt nur China die Forderung Jugoslawiens, auf den Sitz des früheren Staates Jugoslawien nachzufolgen.
Dieser Sitz, so meinen die meisten anderen Staaten, sei quasi nicht nur unbesetzt, sondern nach dem Ausschluss eines Staates, den es nicht mehr gibt, überhaupt nicht mehr vorhanden.
Jugoslawien müsse sich also neu bewerben, meinen vor allem Amerikaner und Deutsche.
Und so sah es auch der UNO-Sicherheitsrat bereits 1992.
Diese Frage ist im Dayton-Abkommen nicht geregelt.
Russen, Franzosen und Briten möchten nun dem Sicherheitsrat vorschlagen, dass Jugoslawien vorerst in der UNO mitarbeiten kann, auch wenn die Frage des offiziellen Status noch nicht geklärt ist.
Die USA möchten sich auch den UNO-Sitz Jugoslawiens als Druckmittel behalten, um Belgrad zur Zusammenarbeit mit dem Hager-Kriegsverbrecher-Tribunal zu zwingen.
Die EU übrigens hat immer wieder versichert, für sie seien Kroatien, Slowenien, Bosnien und Mazedonien und Jugoslawien gleichberechtigte Rechtsnachfolger.
Diese Rechtsfragen mögen trivial erscheinen, doch für Belgrad hat die Forderung nach der Rechtsnachfolge große Bedeutung.
Es geht nicht nur um Fragen der Vermögens- und Schuldenverteilung, sondern auch um internationales Gewicht.
Und schließlich hängt auch die ganze Sinnfrage des unzähligen Krieges daran.
Nur wenn Jugoslawien der legitime Rest und Nachfolger des alten Staates wäre, könnte Belgrad die Rechtfertigung aufrechterhalten, dass es seine Panzer sozusagen in Notwehr gegen Teilrepubliken losgeschickt hat, die unrechtmäßig den Staat zerstören wollten.
Und genau deswegen sind fast alle anderen Staaten dagegen.
Mit dem Dayton-Abkommen im November des Vorjahres wurden auch die von den Vereinten Nationen verhängten Wirtschaftssanktionen ausgesetzt.
Über den Zeitpunkt der definitiven Aufhebung wird ja derzeit verhandelt.
Seit zehn Monaten also sollte das Leben im ehemaligen Kriegsgebiet wieder langsam in normale Bahnen gelenkt werden.
Zum Aufbau benötigt das Land dringend Weltbankkredite.
Da fehlt aber nach wie vor der Zugang.
Soran Opra berichtet, was sich seit der Aussetzung des Embargos geändert hat.
Am Beispiel eines Betriebes zieht er eine ernüchternde Bilanz.
Die Belgische Trikotagefabrik Djukic war auch während des Wirtschaftsembargos ein Musterbetrieb.
Der Unternehmer Milan Djukic, der gleichzeitig Minister für die Privatwirtschaft in der serbischen Regierung ist, konnte die Produktion unter den schwierigsten Bedingungen der internationalen Sanktionen aufrechterhalten.
Mit Optimismus erwartet er das Ende der Wirtschaftsblockade.
Im November vergangenen Jahres wurden nach der Unterzeichnung des Abkommens von Däten die Wirtschaftssanktionen gegen Serbien und Montenegro suspendiert.
Doch der erwartete Wirtschaftsausschwung ist bis heute ausgeblieben.
Minister Djukic kritisiert jetzt die eigene Regierung, die die notwendige Reform von veralteten Wirtschaftsstrukturen verhindert.
Die Privatisierung müsse energisch vorangetrieben werden, doch die Privatisierungsgegner seien weiterhin sehr stark, so Minister Djukic.
Seine Kollegen in der serbischen Regierung und in der Regierung Westjugoslawiens wollen aus ideologischen Gründen die Kontrolle über die großen Betriebe aus der Zeit des Sozialismus bewahren.
Deshalb wurden vor kurzem neue steuerliche Belastungen für die private Wirtschaft eingeführt,
Das Geld soll aus den Taschen der Privatunternehmen in die maroden Großbetriebe fließen.
Die Bundesregierung hat sogar eine zusätzliche Steuer für den Import von neuer Technologie und Ausrüstung eingeführt.
Und gerade neue Maschinen und neues Know-how benötigt die serbische und montenegrinische Industrie, um die durch den Krieg verlorenen Exportmärkte zurückzuerobern.
Alle diese Maßnahmen haben bewirkt, dass die potenziellen Investoren aus dem Ausland auf die Investitionen vorerst verzichten.
Da mit einer baldigen Aufnahme Westjugoslawiens in die Weltbank und den Weltwährungsfonds und mit den entsprechenden Krediten nicht zu rechnen ist, wird die angekündigte Aufhebung des Wirtschaftsembargos das trickste Bild der Wirtschaft in Serbien und Montenegro über Nacht nicht ändern können.
Soran Oprah hat berichtet.
Zum dritten Mal in diesem Jahr ist derzeit in einer serbischen Fabrik ein größerer Streik im Gange.
Doch diesmal handelt es sich nicht um irgendeine Fabrik.
Die Arbeiter der Waffenschmiede in Kragujevac sind im Ausstand eines Werkes, das schon im vorigen Jahrhundert ein Paradebetrieb des damals noch jungen serbischen Staates war und das dann unter Tito zum führenden Rüstungsbetrieb Jugoslawiens wurde.
In den letzten Jahren produzierten die Arbeiter in Kragujevac vor allem Waffen für den Krieg in Bosnien.
Doch jetzt gibt es auch diese Aufträge nicht mehr.
Die Arbeiter, die einmal zu den Bestbezahlten des Landes gehörten, müssen monatelang auf ihre Löhne warten.
Sie fühlen sich im Stich gelassen, nicht nur von der Werksführung, auch von den Politikern.
Erstmals seit Jahren gibt es in Serbien wieder Jubelrufe, wenn die Streikführer auf Präsident Milosevic schimpfen.
Jenem Mann, der seinem Volk ein Großserbien versprochen hat, ihm aber nur Armut und Hunger gebracht hat.
Im November wird in Rest-Jugoslawien gewählt.
Sollte der schon fünf Wochen dauernde Streik weitergehen, so könnte Milosevic in eine heikle Situation geraten.
Veronika Sayer berichtet aus Belgrad.
Rote Bande, Diebe, Verräter.
So heilt es seit einem Monat täglich durch die Straßen der zentralserbischen Industriestadt Kraguevac.
Auf 15.000 bis 20.000 Arbeiter und ihre Angehörigen ist der Streik in der größten Waffenschmiede des Landes angeschwollen.
Sie verlangen Lohnnachzahlungen, die ins vergangene Jahr zurückreichen.
Soziale Unruhe hat das Herz der Arbeiterelite Jugoslawiens erreicht.
Kraguevac mit seinen rund 25.000 Metallarbeitern ist nicht irgendein Betrieb.
Errichtet als erste Fabrik Serbiens nach der Befreiung von den Türken vor 130 Jahren, war es immer auch Symbol.
Von Gagurevac hatte die Arbeiterbewegung ihren Aufgang genommen.
Tito hat hier ein gigantisches Rüstungskombinat aufgebaut.
Panzer, schwere Waffen, Präzisionsgewehre, Munition und Autos.
Nicht zuletzt hat Gagurevac das alte Jugoslawien zu einem der größten Waffenproduzenten und Exporteur der Welt gemacht.
Die Arbeiter waren besser aufgebildet, besser bezahlt und genossen viele Privilegien.
Stolz und klassenbewusst, ein Arbeiter selbst verwalteter Vorzeigebetrieb.
Noch in den vier Jahren des Bosnischen Krieges fuhr die Waffenschmiede drei Schichten.
Jetzt gehört sie zu den Verlierern des Staatenfriedens.
Das Wiener Rüstungsreduzierungsabkommen erlaubt nur noch die Produktion von leichten Kalibern und die jugoslawische Armee, bisher Hauptabnehmer, ist pleite.
Einen Auftrag von umgerechnet einer halben Milliarde Schilling hat sie jetzt nicht bezahlen können.
Kurzarbeit, Zwangsurlaub und Hungerlöhne von rund 1.200 Schilling, das ist das Resultat für die Arbeiter.
Ihr Zorn richtet sich gegen Regierung und Management.
Die Absetzung mehrerer Direktoren haben sie schon erstreikt.
Eine Lösung für das Problem ist das natürlich nicht.
Die Arbeiter streiken auch für die Privatisierung des Mammutunternehmens.
Ironischerweise fordern sie die Beteiligung von ausländischem Kapital.
Potenten Inländern wollen sie ihren traditionsreichen Betrieb nicht überlassen.
Diese seien Mafiosi und keine Unternehmer.
Die Regierung hat den Arbeitskampf bisher ignoriert, wie auch die regimennahen Medien und die Opposition.
Veronika Seyer mit ihrem Bericht aus Belgrad.
Und jetzt ist der Beitrag hereingekommen über den ersten Wiener Frauengesundheitsbericht, den Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder präsentiert hat.
Die Wienerinnen leben zum Teil wesentlich ungesünder als Frauen in anderen Bundesländern.
Karl Reis informiert.
Das Gesundheitsbild der Wiener Frauen im Vergleich zum Bundesschnitt zeigt deutlich mehr seelisch bedingte Erkrankungen, Medikamenten- und Alkoholabhängigkeit.
Frauen rauchen mehr als Männer, erkranken stärker an Lungenkrebs.
Hintergrund dieser Entwicklung die Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf.
Wien hat die meisten Alleinerzieherinnen und nach Kärnten die höchste Frühgeburtenrate.
Die Antwort zu Wiens Gesundheitsstattrat Sepp Rieder.
Eine betont weibliche Sichtweise in der Medizin, deutlich mehr Aufklärung auch in Richtung Vorsorgeuntersuchung was Brustkrebs betrifft.
Gesundheitserziehung für Mädchen in der Schule, Gruppenpraxen mit Frauen und Kinderärzten und eine Aktion gegen Gewalt in der Familie.
Rieder.
Wer Kinder misshandelt und Kinder schlägt, schlägt auch seine Frau.
Unser Beitrag zu diesem Thema wird sein, Frauen- und Kinderärzte verstärkt mit dieser Problematik vertraut zu machen, sie auch aufmerksam zu machen, welche Symptome, welche verdeckten Symptome hier in der psychischen Ebene oder natürlich auch in der somatischen Ebene gegeben sind.
Weiters drängt Wiener für eine bessere Verteilung der Frauenärzte auf das gesamte Wiener Stadtgebiet.
Für all diese Maßnahmen hat die Stadt eine Gesundheitspsychologin als Wiener Frauengesundheitsbeauftragte eingesetzt.
Gefühl und Verführung, das ist der Titel des neuesten Films von Bernardo Pertolucci.
Am kommenden Freitag läuft er in Österreich an, der durch seinen letzten Tango in Paris und vor allem den letzten Kaiser bekannt geworden, italienische Star-Regisseur erzählt in Stealing Beauty, wie der Film im Original heißt, wie eine junge Amerikanerin in der Toskana erste erotische Erfahrungen sucht.
Die junge Newcomerin Liv Tyler ist an der Seite von Stars wie Jeremy Irons und Jean-Marie zu sehen.
Hans Langsteiner zum neuen Bertolucci-Film.
Mit Filmen wie Die Strategie der Spinne oder 1900 sezierte er das Dilemma der italienischen Linken.
Mit La Luna und dem letzten Tango von Paris durchbrach er sexuelle Tabus.
Und mit dem letzten Kaiser und dem kleinen Buddha wandte er sich fernöstlichen Meditationen zu.
Jetzt ist Bernardo Bertolucci nach 15-jähriger Absenz in seine italienische Heimat zurückgekehrt.
Mitten bei den Dreharbeiten zu Little Buddha habe ihn die Nostalgie gepackt.
Nostalgisch und milde verklärt ist denn auch der Blick, den Bertolucci hier auf Italien wirft.
Auf einem sonnenüberglänzten Landsitz unweit von Siena hat sich da ein bizarres Künstlerfältchen eingefunden, unter denen der von Jeremy Irons gespielte, sterbenskranke Bühnenautor Alex wohl auch manche Überlegungen des Regisseurs mitformuliert.
Was machst du da?
Oh, ich suche etwas.
Ich glaube, es ist eines von meinen besten Stücken, aber natürlich glaube ich das nur, weil ich es nicht wiederfinden kann.
Die Kluft zwischen den Generationen, das Erwachen der Sexualität, all diese großen Themen Bernardo Bertoluccis klingen sogar in dieser Sommeridylle noch an.
Doch in erster Linie beschwört die Geschichte der jungen Amerikanerin Lucy, die in der Toskana ihre Jungfernschaft verlieren will, wohl nur Chianti-Seligkeit herauf.
Solche Gruppen kosmopolitischer Intellektueller habe er oft getroffen, erzählt Bartolucci.
Und auch das Haus in der Toskana kenne er.
Die Engländer würden die Gegend ja Chianti-Land nennen.
Der feurige Rotwein bleibt aber nicht die einzige Droge, die hier die Sinne beflügeln soll.
Ab und zu macht in der Künstlerkolonie auch ein Joint die Runde.
Für die wahre Liebe bleibt auch er nur surrogat.
Du weißt nicht, wie gut mir deine Anwesenheit hier tut.
Mehr als all diese Drogen.
Du bist für mich wie ein Lebenselexier, Lucy.
Kannst du Französisch?
Comme ci, comme ça?
L'incroyable frivolité des morands.
Du musst mir ein wenig Frivolité gestatten.
Ein Wunsch, der von der internationalen Kritik mehrheitlich mit Sport quittiert wurde.
Denn während Lucy-Darstellerin Liv Tyler noch davon schwärmte, hier würde es um Sehnsuche, Geheimnisse und Magie gehen,
Währenddessen also formierte sich gegen den Film Gefühl und Verführung auch hierzulande eine breite Abwehrfront.
Von einem mitleiderregenden Lebensstil-Film schrieb etwa der Rezensenter Presse und das neue Profil ordnet den Bertolucci-Film überhaupt unter der Rubrik Warnung ein.
Gefühl hin, Verführung her, Bertoluccis Stealing Beauty kann offenbar so manchem gestohlen bleiben.
Und früher war in Filmen von Verführung noch viel dezenter die Rede.
Sie erinnern sich sicher an die BB.
In wenigen Tagen wird sie 62 und sie bringt ihre Memoiren heraus.
Und diese Lebenserinnerungen können ihre Zeit als Sexsymbol nicht ausklammern.
Obwohl Brigitte Bardot das in den letzten Jahren nicht mehr hören wollte.
Heute lebt sie zurückgezogen und kämpft für den Schutz der Tierwelt.
Eva Twaroch erinnert sich in ihrem Beitrag zunächst aber an den erotischen Ruf der BB.
Mit dem Liedinitialen Bébé setzte er der französische Chansonnier Serge Gainsbourg schon in den 50er Jahren ein musikalisches Denkmal.
Heute prangt der Liedtitel am Cover der Biografie Brigitte Bardot, die in wenigen Tagen in Frankreich und auch in Deutschland auf den Markt kommt.
Kurz vor ihrem 62.
Geburtstag schreibt sich das Sexsymbol der 50er und 60er Jahre auf mehr als 500 Seiten ihrer Vergangenheit von der Seele.
Eine bewegte Vergangenheit, wie man nicht erst nach der Lektüre der Autobiografie weiß.
Denn die femme fatale, die mit blonder Mähne und Schmollmund zum Inbegriff der französischen Frau geworden ist, hat Generationen nicht nur wegen ihrer schauspielerischen Leistungen und Darbietungen fasziniert.
Mit ihrer eigenwilligen Liebeserklärung »Je t'aime, moi non plus« stöhnte sie sich gemeinsam mit Serge Gainsbourg in die Hitparaden.
Die Liste ihrer geliebten Verehrer und Ehemänner liest sich wie das Who is Who der Filmwelt.
Roger Vadim, Jean-Louis Trintignant, Gilbert Becaud oder Gunther Sachs sind einige der Männer, von welchen sie heute sagt, ich habe immer jemanden gebraucht, für oder durch den ich leben konnte.
Jahrelang von Fotografen auf Schritt und Tritt verfolgt,
waren ihre Fotos auf den Titelseiten der Gazetten und Ratschblätter mindestens ebenso häufig zu sehen wie auf Kinoplakaten und Filmreklamen.
Den großen Durchbruch in ihrer Karriere sollte sie, und das erscheint nur logisch, einem Mann verdanken.
Ihr erster Ehemann, der französische Regisseur Roger Vadim, verhalf ihr mit dem Film und immer lockt das Vibe zu Weltruhm.
Ich habe mich heute zurückgezogen und habe Modernitäten außerdem ohne Disney gemocht.
wird Brigitte Bardot seit ihrem Ausstieg aus dem Filmgeschäft Mitte der 70er Jahre nicht müde zu betonen.
In ihrer Biografie geht sie einen Schritt weiter.
Ich bin eigentlich nie Schauspielerin gewesen, schreibt Bardot.
Entweder war mir der Text gleichgültig und ich spulte ihn einfach ab, oder ich ging vollkommen auf in dem, was ich spielte, bis an die Grenze der Selbstzerstörung.
Selbstkritische Worte, die manchem Filmkritiker möglicherweise eine späte Genugtuung sein dürften.
Für Brigitte Bardot ist das Kapitel jedenfalls seit langem abgeschlossen.
Seit 20 Jahren widmet sie sich ausschließlich dem Tierschutz und hat ihr gesamtes Vermögen der von ihr gegründeten Stiftung zur Rettung der Tiere vermacht.
Ich habe es oft satt, denn ich habe den Eindruck, gegen Windmüllen zu kämpfen.
Aber ich werde mich trotzdem bis an mein Lebensende für die Tiere einsetzen, meint Brigitte Bardot.
Heute macht sie jedoch nicht nur aufgrund dieses Engagements von sich reden.
Ihre letzte Ehe mit einem Vertrauten des Führers der rechtsextremen Nationalen Front machte Schlagzeilen.
Sie selbst sagt heute, Le Pen sei charmant und intelligent und sie teile seine Anschauungen.
Der Mythos Bardot gehört damit für viele längst der Vergangenheit an.
Die nun veröffentlichte Autobiografie ist so für ihre Fans von einst ein Ausflug in ein, wie sie selbst sagt, anderes Leben der Brigitte Bardot.
Schlagzeilen macht Brigitte Bardot allerdings auch anders in Frankreich, denn sie muss sich nun vor Gericht wegen des Vorwurfs der Aufwiegelung zum Rassenhass verantworten.
Eine französische Anti-Rassismus-Bewegung
hat in Paris Klage gegen die Ex-Schauspielerin und Tierschützerin eingereicht wegen eines Artikels, den Brigitte Bardot in der Tageszeitung Le Figaro geschrieben hat.
Darin beklagt Bardot einen übermäßigen Zustrom von Ausländern, insbesondere Moslems, nach Frankreich und spricht in ihrem Artikel angesichts des rituellen Schafeschlachtens zum traditionellen islamischen Opferfest von einer islamischen Zügellosigkeit.
Und dafür wird sie sich nun vor Gericht verantworten müssen.
Mit dieser letzten Meldung gebe ich noch einmal ins Nachrichtenstudio zu einem Überblick.
Österreich.
Die Industriellenvereinigung ist mit dem Gehaltsabschluss in der Metallbranche nicht zufrieden.
In einer Stellungnahme heißt es, die Istlohnerhöhung von zwei Prozent bedeute für Unternehmen, die unter internationalem Konkurrenz- und Preisdruck stünden, weitere Einsparungs- und Rationalisierungsmaßnahmen.
Eine deutliche Atempause an der Lohnfront wäre für die heimische Industrie dringend erforderlich gewesen, da auch durch die Sparmaßnahmen der Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die heimische Wirtschaft deutlich schwieriger geworden seien, heißt es seitens der Industriellen Vereinigung.
Die Umsetzung des Gleichbehandlungsgesetzes im Bundesdienst hat einen Teilerfolg gebracht.
Zwar wurde beim Frauenanteil am Gesamtpersonalstand in den Ministerien vielfach die 40-Prozent-Quote erreicht.
Dies gilt aber vor allem in den niedrigeren Positionen.
Die Führungspositionen bleiben weiterhin Männern vorbehalten.
So sind beispielsweise von den insgesamt 60 Sektionschefs nur zwei weiblichen Geschlechts.
Frauenministerin Konrad tritt deshalb für eine Gesetzesnovelle ein, um den Benachteiligungen von Frauen in höheren Positionen des Bundesdienstes wirksam zu begegnen.
Russland.
Die Herzoperation Präsident Jelzins ist unumgänglich.
Dies teilte der Chefchirurg mit, der den Eingriff leiten soll.
Einen genauen Termin nannte er nicht.
Noch gestern hatte es geheißen, dass Jelzin wegen seines angegriffenen allgemeinen Gesundheitszustandes derzeit nicht operieren werden könnte.
Möglicherweise muss man bis zu zwei Monate warten.
Ein Blick noch auf das Wetter heute Nachmittag.
Im Großteil Österreich stark bewölkt und stellenweise Regen.
Schnee fällt bis zum Teil auf 1700 Meter.
Etwas Sonne gibt es nur in Osttirol und in Kärnten.
Im Osten weht lebhafter Nordwestwind.
Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 14 Grad.
Danke, soviel zum Schluss des Mittagsschanals noch einmal aus dem Nachrichtenstudio.
Hubert Arnem-Ellison verabschiedet sich und wünscht Ihnen einen schönen Nachmittag.
Die Verantwortung für die Regie dieser Sendung hatte Ilse Oberhofer.
Nach dem Scheitern der jüngsten Privatisierungsbemühungen für die Creitanstalt geht die Suche nach einem neuen Käufer weiter. Das Angebot des Konsortiums rund um die Erste Allgemeine Generali ist gescheitert. Finanzminister Klima hat das Beratungsunternehmen J.P. Morgan beauftragt ein neues Verlaufsverfahren zu beginnen. Generaldirektor Guido Schmidt-Chiari.
Mitwirkende:
Hunger, Christian [Gestaltung]
, Schmidt-Chiari, Guido [Interviewte/r]
Datum:
1996.09.24 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
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Finanzwesen und Kreditwesen
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Finanzpolitik
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Regierung
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Interview
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Handwerk und Gewerbe
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
In Ostösterreich ist die Katastrophenschutzübung "Exercise 96" voll angelaufen. Die Übungsannahme ist ein Störfall in einem östlichen Atomkraftwerk. Bei der Übung sind 1300 Soldaten und Hilfskräfte involviert und findet in einer internationalen Kooperation statt. Eine Reportage vom Grenzübergang. Einblendung: Impressionen Bundesheerübung, Interview: slowakischer Oberst Jan Halanda.
Mitwirkende:
Langpaul, Thomas [Gestaltung]
, Halanda, Jan [Interviewte/r]
Datum:
1996.09.24 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
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Militär
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Hilfe
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Reportage
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Sicherheit
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Atomenergie
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Exekutive
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Interview
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
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Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Der neueste Film von Bertolucci heisst "Gefühl und Verführung". In den kommenden Tagen läuft er in Österreich an. Der italienische Starregisseur erzählt von ersten erotischen Erfahrungen einer jungen Amerikanerin. Einblendung: Regisseur Bernardo Bertolucci, Einblendung: Filmausschnitt "Gefühl und Verführung", Einblendung: Schauspielerin Liv Tyler.
Mitwirkende:
Langsteiner, Hans [Gestaltung]
, Bertolucci, Bernardo [Interviewte/r]
, Tyler, Liv [Interviewte/r]
Datum:
1996.09.24 [Sendedatum]
Schlagworte:
Kultur
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Vorschau
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Spielfilm
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Sexualität
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Pressekonferenz
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
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Italien
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten