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KI-generiertes Transkript
Mittagsschornal.
Herzlich willkommen zum Mittagsschornal des Aktuellen Dienstes.
Begrüßt Sie jetzt Hans-Christian Scheidt.
Und das sind die Themen der folgenden Informationsstunde.
In Belgrad gehen die oppositionellen Proteste gegen die Regierung weiter.
Wir bringen ein analytisches Gespräch zur Situation mit unserer Belgrader Korrespondentin Veronika Seyer.
Das Autobahn-Pickerl oder die Vignette ein Reizwort für viele in diesen Tagen und zwar nicht nur auf Seiten der betroffenen Kraftfahrer, sondern ohne Zweifel auch bei den verantwortlichen Stichwort-Organisationsmängel.
In Deutschland denkt jetzt entgegen an das Lauten der ursprünglichen Ankündigungen der Bundesverkehrsminister auch laut über die Einführung einer Autobahn-Vignette in Deutschland nach.
Nicht durch das Autobahn-Pickerl, sondern durch Eisregen gab es heute früh und am Vormittag Aufregung auf vielen österreichischen Autobahnen.
Aber nicht nur die Autobahnen waren betroffen, nein, heute waren alle Kraftfahrer vor dem Wettergott gleich, ob Pickerl oder nicht Pickerl, auch Bundes- und Landesstraßen waren und sind es teilweise noch, nämlich von Glatteisbildung heimgesucht.
Zahlreiche Unfälle ereigneten sich bereits, Sie hören mehr dazu in den Nachrichten, beim Wetter und auch in einem eigenen Reporterbericht.
Etwas Erfreulicheres kommt aus den Wintersportregionen.
Freuen durften sich diesmal während der Weihnachtsferien sowohl Touristen als auch Fremdenverkehrsverantwortliche.
Die Schneelage war gut, das Positive für die einen, die Betten ausgelastet ja geradezu ausgebucht, das Plus für die anderen.
In unserer Samstagreihe im Journal zu Gast ist heute Universitätsprofessor Dr. Josef Klössl zu hören.
Er ist der Vorstand des Institutes für angewandte Genetik der Universität für Bodenkultur in Wien.
Es geht im Gespräch, das Manfred Jochum mit ihm führte, um Fragen der Gentechnik.
Die Wissenschaftsredaktion bringt dann auch noch einen Bericht über eine Studie in der Asthmaforschung.
Und die Kulturredaktion rundet das mittägliche Informationsprogramm durch ein Gespräch mit dem Langzeitensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, Heinz Zetnik, ab.
Soweit die Vorschau in medias res jetzt mit dem Programmpunkt Nummer 1, den Nachrichten verfasst von Markus Langer und gesprochen von Georg Schubert.
Österreich.
Auf der Tauernautobahn ist es bei Gohrling in Salzburg zu einer Massenkarambolage gekommen.
Etwa 50 Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt.
Wegen Eisregens hatte sich auf der Fahrbahn Glatteis gebildet.
Auch auf der Parker-Bundesstraße in Kärnten kam der Verkehr abschnittsweise wegen Glatteis nahezu zum Erliegen.
Auch der Läubelpass musste gesperrt werden.
Russland.
Der deutsche Bundeskanzler Kohl ist heute zu Gast beim russischen Präsidenten Jelzin.
Die Unterredung ist für mehrere Stunden anberaumt.
Sie findet in der Residenz Jelzins in der Nähe von Moskau statt.
Zentrale Themen sind die russisch-deutschen Beziehungen sowie die geplante Osterweiterung der NATO, die von Moskau abgelehnt wird.
Kohl ist der erste westliche Politiker, den Jelzin nach seiner Herzoperation empfängt.
USA, Bundesrepublik Jugoslawien.
Die Vereinigten Staaten drohen Belgrad mit einer Erweiterung der politischen Isolation.
US-Außenminister Christopher meinte in einem Brief an den serbischen Präsidenten Milosevic, der Sieg der Opposition bei den serbischen Kommunalwahlen im November müsse gemäß einem entsprechenden Bericht der OSZE vollständig anerkannt werden.
Die bisher vorliegende Teilanerkennung sei unzureichend.
Die Sanktionen der USA gegen Belgrad bleiben bis auf weiteres aufrecht, hieß es.
In Belgrad haben sich am Abend wieder tausende Menschen an den Protesten gegen das Regime von Präsident Milosevic beteiligt.
Die Demonstranten waren mit Trommeln und Trillerpfeifen ausgestattet.
Sie wollten auf diese Weise symbolisch die Abendnachrichten des staatlichen Rundfunks übertönen.
Peru.
Der Botschafter Guatemales in Peru will die Geisel-Rama von Lima vermitteln.
Der Diplomat war bis vor kurzem selbst in der japanischen Botschaft festgehalten worden.
Nun will er dorthin zurückkehren, um mit den Geiselnehmern zu verhandeln.
Allerdings will der Botschafter noch die Zustimmung der peruanischen Regierung abwarten.
In der japanischen Botschaft in Lima werden nach wie vor 74 Menschen festgehalten.
Nahe Osten.
Der israelische Truppenrückzug aus der Stadt Hebron im Westjordanland ist offenbar wieder in weite Ferne gerückt.
Ein hochrangiger Vertreter der Palästinenser teilte mit, es gebe große Probleme bei den Verhandlungen mit Israel.
Wesentliche Punkte seien bisher nicht geklärt.
Auch der amerikanische Sondergesandte für den Nahen Osten Dennis Ross meinte, dass noch ernste Anstrengungen notwendig seien, um die israelisch-palästinensischen Meinungsverschiedenheiten zu überwinden.
Der Teilabzug der israelischen Armee aus Hebron ist seit Monaten überfällig.
In der Stadt leben 400 jüdische Siedler unter zehntausenden Palästinensern.
Polen.
Heute ist ein neues Abtreibungsgesetz in Kraft getreten.
Ab sofort ist der Abbruch einer Schwangerschaft bis zum dritten Monat gesetzlich gestattet, wenn sich die Mutter, so der Gesetzestext wörtlich, in einer schwierigen materiellen oder persönlichen Situation befindet.
Damit wird ein Gesetz aus dem Jahr 1993 außer Kraft gesetzt, wonach Abtreibungen in Polen faktisch verboten waren.
Bei Schwangerschaftsabbrüchen waren bisher Haftstrafen von bis zu zwei Jahren vorgesehen.
Kritik an dem Gesetz kommt von der katholischen Kirche, den rechtsgerichteten Parteien, aber auch von der Bauernpartei, die gemeinsam mit den ehemaligen Kommunisten im Kabinett vertreten ist.
Türkei.
Istanbul ist Schauplatz einer Tagung muslimischer Industrieländer.
Ziel der zweitägigen Konferenz ist die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit muslimischer Staaten.
Konkret soll über die Gründung eines Bündnisses verhandelt werden, das im Gegensatz zu den sieben führenden Industrienationen, den sogenannten G7, stehen soll.
An der Konferenz nehmen Vertreter von Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Malaysia, dem Iran, Nigeria sowie der Türkei teil.
Kolumbien.
Bei einem Busunglück im Süden des Landes sind vermutlich 37 Menschen getötet worden.
Drei weitere Insassen wurden verletzt.
Der Bus war in der Nähe der Grenze zu Ecuador von der Straße abgekommen und mehrere hundert Meter in eine Schlucht gestürzt.
Bisher wurden sieben Leichen geborgen.
Für die Vermissten bestehen nach Angaben der Behörden kaum Überlebenschancen.
Unglücksursache waren offenbar defekte Bremsen.
Danke Georg Schubert.
Die Wetterprognose, die liefert jetzt Jörg Stieber.
Die Glatteis-Gefahr bleibt auch heute Nachmittag aufrecht und zwar nahezu in ganz Österreich.
Vom Mittelmeer kommt feuchte und vor allem auf den Bergen vorübergehend recht milde Luft zu uns, während es im Flachland und in vielen Tälern immer noch frostig ist.
Hier gefriert der Regen dann spätestens am unterkühlten Boden.
Langsam setzt sich aber auf den Bergen wieder kältere Luft durch, der Regen geht allmählich in Schneefall über.
Für die Autofahrer ändert sich damit aber nur wenig, die Straßen bleiben in jedem Fall glatt.
Nun zu den aktuellen Meldungen.
Wien leichter gefrierender Regen, minus 1 Grad.
Eisenstadt gefrierendes Nieseln, minus 2.
St.
Pölten stark bewölkt, minus 1 Grad.
Nordostwind 20 km pro Stunde.
Linz stark bewölkt, 0.
Ost 25.
Salzburg stark bewölkt, minus 3.
Nordwest 20.
Innsbruck leichter gefrierender Regen, minus 1 Grad.
Pregens bedeckt, minus 2.
In Graz ist der gefrierende Regen stellenweise bereits in Schneefall übergegangen, es hat minus 3 Grad und in Klagenfurt schneit es leicht bei 0 Grad.
In Vorarlberg, Osttirol, Kärnten und Teilen der Steiermark schneit es bereits bis in Tiefelagen, sonst aber gibt es noch Regen und Eisregen.
Auch zwischen dem Tiroler Unterland und Oberösterreich schließen sich die Wolkenlücken wieder und es beginnt im Laufe des Nachmittagsteils gefrierend zu regnen.
Die Temperaturen liegen zwischen minus 4 und plus 4 Grad, langsam kühlt es aber ab und bis zum Abend geht der Regen im Großteil Österreichs in Schneefall über.
Heute Nacht kann es dann überall zeitweise schneiden und morgen Sonntag schneit es an der Alpennachtseite noch häufig, sonst nur ab und zu.
Am Nachmittag lässt der Schneefall generell nach, im Flachland und im Süden können die Wolken auch kurz auflockern.
In Ober- und Niederösterreich, Wien, dem Burgenland und der Steiermark macht sich kalter Nordwind bemerkbar, hier muss man auch mit kleineren Schneeverwehungen rechnen.
Die Temperaturen erreichen morgen minus 6 bis plus 1 Grad.
Am kältesten ist es dabei im Mühl-, Wald- und Weinviertel.
In 2000 Meter Höhe hat es morgen nur noch minus 8 Grad.
Am Montag kommt dann immer öfter die Sonne durch, besonders auf den Bergen.
Über den Niederungen bleibt es aber zum Teil trüb.
Die Höchstwerte liegen übermorgen zwischen minus 8 und 0 Grad.
Und wie geht es weiter?
Von Dienstag bis Donnerstag überwiegt zumindest auf den Bergen der Sonnenschein und es wird allmählich wieder milder.
Im Flachland und in einigen Tälern aber bleibt es trüb und frostig.
Soeben hereingekommen, eine weitere Meldung zur Kältewelle, einen weiteren Toten forderte die Kältewelle in der oberösterreichischen Gemeinde Asbach, Bezirk Braunau.
Ein 70 Jahre alter Pensionist starb beim Spazierengehen an akutem Herzversagen.
Das laut Gendarmerie durch Überanstrengung durch die Kälte.
ausgelöst wurde.
Er ist das Kälteopfer Nummer 10 in Österreich.
Vorsicht Glatteis also auf den Straßen.
Man kann diese Warnung nicht oft genug wiederholen.
Für einige Kraftfahrer leider schon zu spät.
Denn wie Sie bereits in den Nachrichten gehört haben, es gab zahlreiche Verkehrsunfälle.
Besonders prekär am Vormittag die Situation auf der Tauernautobahn im Bundesland Salzburg.
Andreas Jölli berichtet.
Ein Schwerverletzter zahlreiche Leichtverletzte, viel Blechschäden und eine blockierte Tauernautobahn in Fahrtrichtung Süden.
50 Autos waren in den Serienunfall verwickelt.
Bremsen war auf der eisglatten Fahrbahn beinahe unmöglich.
Im Staubereich passierten immer wieder kleinere Auffahrunfälle.
Aber auch Richtung Salzburg ging nichts mehr.
Wegen Vereisung wurde die Autobahn gesperrt.
Die Streufahrzeuge leisteten Sisyphusarbeit.
Der Streusplitt wurde vom Eisregen einfach von der Straße gewaschen.
Im Großteil Österreichs bot sich das gleiche Bild.
Vereiste Straßen in Salzburg, etwa in Pongau und Pinzgau, in weiten Teilen Kärntens, in der Steiermark, etwa auf der Pyren-Autobahn, aber auch in Tirol und Vorarlberg.
Dazu kam noch der Urlauber-Rückreiseverkehr.
Der Appell der Exekutive, nur in dringenden Fällen das Auto zu benutzen, wird nicht viel am Chaos auf den Straßen ändern.
Vorsicht also bei den Kraftfahrern bitte.
Die Autobahn-Vignette, wer kauft, fährt besser, so heißt es in markigen Werbesprüchen.
In den vergangenen Tagen haben das viele in Österreich wohl anders gesehen, denn die organisatorischen Mängel im Zusammenhang mit dem liebevoll Pikerl offiziell Vignette genannten Windschutz-Scheiben-Utensil waren nicht zu übersehen und sorgten gelindergesagt für Irritationen, schärfer ausgedrückt für Unmut.
Im Nachbarland Deutschland kommt die Diskussion um eine generelle Autobahn-Maut auch in Schwung.
Weil in Österreich jetzt eben der Weg zoll errichtet werden muss, wollen vor allem Bayern und Baden-Württemberg, dass Deutschland ebenfalls eine Vignette einführt.
Und obwohl es zunächst eine solche, obwohl er zunächst eine solche ablehnte, scheint der deutsche Bundesverkehrsminister Matthias Wiesmann nun doch darüber intensiver nachzudenken.
Er tat dies zuletzt in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Fokus.
Volker Obermeier berichtet.
Es ist das erste Mal, dass Wisman laut über eine Maut für Autos und Motorräder nachdenkt.
Im Gespräch mit Fokus sagt er, er blocke nicht ab, er sei kein prinzipieller Gegner intelligenter Straßenbenutzungsgebühren.
Ein Autobahnpickerl einzuführen sei vertretbar.
Wenn die Kfz-Steuer wie vorgesehen in etwa fünf Jahren abgeschafft werde, teilt Wisman dem Fokus mit.
Man könne dem deutschen Autofahrer, der über Kfz und Mineralölsteuer gewaltige Summen zu den öffentlichen Finanzen beiträgt, diese Lösung nur zumuten, wenn zweifelsfrei klargemacht wird, dass die Einnahmen direkt in den Verkehrswegebau fließen, also zweckgebunden sind.
Weiterhin gegen die Maut ist Finanzminister Theo Weigl.
Der Aufwand stehe in keiner Relation zum Ertrag, sagt er in einem Radiointerview am Vormittag.
Die Forderungen, auch in Deutschland eine PKW-Vignette einzuführen, sind im Prinzip verständlich.
Schließlich werden die deutschen Autofahrer in immer mehr Ländern zur Kasse gebeten.
Derzeit etwa von den Nachbarn Schweiz, Frankreich, Tschechien und Österreich.
Bisherige Forderungen haben sich darauf konzentriert, ausländischen Autofahrern nicht mehr kostenlos zuzugestehen, die Autobahnen zu benutzen.
Man ist vom Prinzip der Kompensation ausgegangen.
Dies ist nach geltendem EU-Recht aber nicht möglich, es gilt das Diskriminierungsverbot.
Eine generelle Maut sei eine weitere Belastung und den deutschen Lenker nicht zuzumuten, sagte der Verkehrsminister noch vor ein paar Tagen.
Auch ist eine zweckgebundene Verwendung der Einnahmen aus haushaltsrechtlichen Gründen in Deutschland nicht möglich.
Sollte auch Deutschland die Maut einführen, so wird dies wahrscheinlich frühestens mit Jänner 98 sein.
Der Preis einer Jahresvignette dürfte sich an den Gebühren in Österreich und der Schweiz orientieren.
Teurere Zeiten werden so gut wie sicher auf die Spediteure zukommen.
Wisman hat angekündigt, dass um die Jahrtausendwende eine kilometerbezogene LKW-Gebühr eingeführt werden soll.
Diese soll etwa doppelt so hohe Einnahmen bringen wie die derzeitige europäische LKW-Maut.
Die neuen Gebühren würden elektronisch erhoben, sagt Wiesmann.
Volker Obermeier berichtet aus Deutschland.
Von der Krise im österreichischen Fremdenverkehr war schon viel die Rede, vor allem auf den Sommertourismus trifft das zu, der besonders unter der Konkurrenz von Billigflügen leidet.
Umso erfreulicher ist es, wenn einmal positive Nachrichten aus dieser Branche kommen.
Zu den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel waren und sind die österreichischen Urlaubsorte ausgebucht.
Unser Rundblick durch mehrere Bundesländer beginnt in Kärnten.
In Kärnten hat das Weihnachtsgeschäft in den meisten Skigebieten die Erwartungen der Betriebe sogar übertroffen.
Über die Feiertage war vielfach kein freies Zimmer mehr zu bekommen.
In einigen Regionen, wie etwa am Kratzschberg oder im Bad Kleinkirchheim, sind die Quartiere noch bis zum Dreikönigstag voll ausgebucht.
In Heilingblut spricht man heuer vom besten Weihnachtsgeschäft seit Jahren.
Viele Urlauber mussten sogar in Nachbarorte ausweichen.
Aufgrund der günstigen Konstellation der Feiertage sind viele Gäste diesmal gleich zwei Wochen geblieben, was in den Jahren zuvor kaum noch der Fall gewesen ist.
Neben den Österreichern und den Deutschen haben heuer wieder verstärkt Holländer, Slowenen und Kroaten ihren Weihnachtsurlaub in Kärnten verbracht.
Und mit der Stabilisierung der Lira sind auch die Italiener wieder vermehrt gekommen.
In Oberösterreich war man heuer mit der Buchungslage in den Tourismusgebieten über die Feiertage sehr zufrieden.
Vor allem, weil der November erneut ein Nächtigungsminus von 3,7% gebracht hatte und die Erwartungen dementsprechend gedämpft waren.
Als hohes Ziel für die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage setzte man sich ein Halten der Vorjahreszahlen und das dürfte erreicht worden sein.
Der Schneefall kam rechtzeitig, die Feiertage fielen sehr günstig und die Buchungen trafen, wenn auch sehr kurzfristig, ein.
Gefragt waren vor allem Ferienwohnungen, meist für Familienurlaube und Hotelzimmer der Drei-Stern-Kategorie.
Die Luxuszimmer hinkten heuer zu den Feiertagen auch im Zentralraum, also den drei Städten Linz, Wels und Steyr, die mit Veranstaltungen die Touristen lockten, hinterher.
Von der Kälte dürften die Gastronomiebetriebe profitiert haben.
Denn die tiefen Temperaturen veranlassten die Gäste öfter als sonst zum berühmten Einkehrschwung in die nächste Hütte oder ins nächste Gasthaus, wo sie dann noch länger verweilten.
Die Buchungslage für Februar und März wird von den Tourismusverantwortlichen als gut bezeichnet.
In Tirol war man heuer mit der Buchungslage zu den Feiertagen überaus zufrieden.
Zu Weihnachten und Neujahr waren in den meisten Ferienorten nur mehr vereinzelt Zimmer zu bekommen.
Die Nachfrage überstieg das Angebot zum Teil bei Weitem.
So zum Beispiel auch in St.
Anton.
Der beliebte Skiort am Arlberg war zu Jahreswechsel restlos ausgebucht.
Ein Jahresauftakt nach Mars, so der Tourismusverband.
Keine Chance auf freie Zimmer gab es auch in Kitzbühel.
Dort hätten die Vermieter zu den Feiertagen dreimal so viele Betten benötigt, als tatsächlich zur Verfügung standen.
In den nächsten Tagen wird es aber wieder etwas leichter eine Unterkunft zu finden.
Spätestens zum Hahnenkammrennen ist aber der berühmte Skiort wieder völlig ausgebucht.
Auch die Landeshauptstadt Innsbruck war heuer zum ersten Mal seit vier Jahren über Silvester wieder restlos ausgebucht.
Alles in allem also eine sehr zufriedenstellende Bilanz für den Tiroler Wintertourismus.
Im Bundesland Salzburg sind die Hotelbesitzer und Wirte mit dem Weihnachts- und Silvestergeschäft hoch zufrieden.
Der Gästeansturm in den Wintersportzentren ließ nichts zu wünschen übrig.
Mancherorts reichte sogar die Bettenkapazität bei weitem nicht aus, um alle Skifahrer unterzubringen.
Im Bundesland Salzburg sind die 1,6 Millionen Dezemberübernachtungen des Vorjahres auch heuer wieder erreicht worden, sagt die Salzburger Landtourismusgesellschaft.
Das größte Kontingent bei den Weihnachts- und Neujahrsurlaubern stellten auch heuer wieder die Deutschen, gefolgt von Österreichern und Niederländern.
Und auch die italienischen Wintersportler kommen wieder nach Salzburg.
Für sie ist der Urlaub hierzulande durch den günstigen Lehrerkurs wieder erschwinglich geworden.
Wenn sich also dieses Wochenende die Reihen der Feriengäste wieder lichten, kann Salzburgs Tourismusbranche zumindest vorläufig positiv bilanzieren.
Aus den Bundesländern berichteten Sigurd Klippstetter, Kärnten, Jörg Eisenberger, Salzburg, Ronald Meier, Oberösterreich und Alexander Weglehner aus Tirol, dem eine Frau ihre Stimme geliehen hatte.
Das ORF Fernsehen widmet der ganzen Thematik Weihnachtsfremdenverkehr heute übrigens einen Schwerpunkt am Abend in Österreich heute, 19 Uhr ORF zwei.
Das serbische Oppositionsbündnis Zayedno zu Deutsch gemeinsam und die Belgrader Studenten haben für heute neue Proteste in Belgrad und anderen Städten angekündigt.
Ich bin jetzt telefonisch verbunden mit unserer Korrespondentin in Belgrad, Veronika Seyer.
Die serbische Regierung hat gestern nur Teilzugeständnisse an die Opposition gemacht.
In vier Städten wurden Wahlsiege der Opposition anerkannt und das offiziell in einem Schreiben an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, OSZE.
Die OSZE ermittelte den Sieg der Opposition aber in 13 Städten bei den Kommunalwahlen am 17.
November vergangenen Jahres.
Die Proteste gehen also weiter.
Frau Sayer, spitzt sich die Lage jetzt in Belgrad neuerlich zu oder anders gefragt, droht jetzt vielleicht eine Verschärfung der Proteste in der Gangart auf Seiten der Opposition?
Es kann nur möglich sein, meiner Einschätzung nach, dass noch mehr Menschen auf die Straße kommen und noch bewusster demonstrieren gegen das, was sie Wahlbetrug nennen und was auch internationale Solcher bezeichnet und bestätigt wurde.
Aber insgesamt glaube ich nicht, dass die Demonstranten und die Oppositionsführer
zu Gewalt greifen werden.
Die Oppositionsführer predigen weiter nur Gewaltslosigkeit, eine samtene Revolution nach dem Prager Vorbild.
Sie wollen zeigen, dass Gewalt nur auf der gegnerischen Seite vorhanden ist.
Also, dass Milosevic möglicherweise jetzt Gewalt durch die Opposition provozieren will, das glauben Sie nicht, dass er dann hart eingreifen lässt und so auf der Straße praktisch gewinnt?
Er hat schon hart eingegriffen, er hat am 24. seine Anhänger nach Belgrad getrommelt.
Das ist eher schief gegangen.
Bis auf einige Opfer, also ein Toter und ein Schwerverletzter auf Seiten der Oppositionsdemonstranten ist das eigentlich ein politischer Flop gewesen.
Verfolgt der serbische Präsident Milosevic jetzt irgendeine Taktik mit den Teilzugeständnissen an die Opposition?
Ist da irgendeine Taktik rauslesbar für Sie?
Im Wesentlichen ist es Zeitgewinn.
Und Milosevic hat bisher immer nur auf äußersten Druck Zugeständnisse gemacht.
Und offenbar reicht es für seinen Geschmack noch immer nicht aus, was man ihm jetzt von innen und von außen als Druck anbietet.
Es muss also noch gesteigert werden.
Welche Rolle könnte eigentlich die serbisch-orthodoxe Kirche im Konflikt noch spielen?
Die 35 Mitglieder der serbischen Kirchenführung haben ja am Donnerstag scharf gegen die Regierung Stellung bezogen.
Da hieß es sogar, die Regierung habe die ruhmreiche und schmerzliche Geschichte Serbiens mit Füßen getreten.
Also welche Bedeutung könnte die Kirche da im Konflikt noch spielen?
Die Kirche hätte eine große Rolle, wenn sie nur mit ihrer Botschaft auch an die Menschen herankäme.
Die Kirche unterliegt so wie alles, was nicht Regime ist, des Boykotts durch die Medien, der Regime-Medien.
Also die Botschaft, Warnung einerseits und
Proteste gegen den Wahlbetrug, Warnung vor Blutvergissen und Toderkrieg kommt einfach durch die Regimemedien nicht an die Menschen heran.
Vor allem in den ländlichen Gegenden weiß man ja gar nicht, 150 Kilometer von Belgrad weiß man nicht,
Sie haben es bereits angesprochen vorhin, der Westen allen voran, die Vereinigten Staaten machen jetzt vehementen Druck auf den serbischen Präsidenten Milošević.
Westliche Beobachter sagen aber zugleich, Milošević sei für den Westen noch immer in Serbien der berechenbarste Partner.
Es gibt vor allem Zweifel an Oppositionsvertreter Vuk Drasković hier im Westen.
Ja, Milošević wurde lange vom Westen als der Architekt, also der Mitarchitekt und die Schlüsselperson für den bosnischen Frieden gehandelt und behandelt.
Man hat jetzt verschiedentlich gehört, dass die Amerikaner ihn nicht mehr so sehr brauchen, weil ohne das I-IV-II oder S-IV in Bosnien stationiert ist und sein Einfluss, Miloševićs Einfluss auf die bosnischen Serben von geringerer Bedeutung ist.
Aber er ist trotzdem ein Mini-Diktator und man hat offenbar mit ihm
kann man leichter umgehen als mit mehreren, die sich vielleicht dann als solche aufspielen, wenn sie an der Macht sind.
Und da fürchtet man vor allem natürlich die besonders nationalistische Vergangenheit von Ljubrasovic.
Aber auch Zinčić ist nicht so ohne.
Seine Geschichte, man weiß, er ist, seine Partei ist die Schwesternpartei der bosnischen Serben von Radovan Karadžić.
Also alle, bis auf Vesna Pešić, haben eine nationalistische Vergangenheit.
Die Opposition
Sie ist gewachsen, sie ist zusammengewachsen, aber sie ist trotzdem brüchig.
Frau Sayer, ein herzliches Dankeschön für diese Analyse aus Belgrad und alles Gute!
Dankeschön, nach Wien!
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl ist nach Chinas Ministerpräsident Li Peng der zweite führende Staatsmann, der dem russischen Präsidenten Boris Jelzin nach dessen Rückkehr ins Amt nach Erfolg der Herzoperation besucht.
In der Präsidententatsche, man könnte auch umgelegt auf unsere Verhältnisse Wochenendsitz sagen, 100 Kilometer nördlich von Moskau entfernt, da treffen sie sich, um über die künftige europäische Sicherheitsstruktur zu sprechen.
Karin Koller berichtet dazu aus Moskau.
Die Freundschaft zwischen dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem russischen Präsidenten Boris Yeltsin ist schon sprichwörtlich.
Immer wenn der russische Präsident Unterstützung aus dem Westen brauchte, so reiste der deutsche Kanzler an.
So war es Anfang vergangenen Jahres mitten im russischen Präsidentschaftswahlkampf, als Boris Yeltsin mit einem großen Popularitätsverlust zu kämpfen hatte.
Sein Freund Helmut Kohl reiste nach Moskau und demonstrierte damit seine Unterstützung für den russischen Präsidenten und dessen Reformkurs.
Als Boris Jelzin im September vergangenen Jahres seine bevorstehende Herzoperation ankündigte, erschien wenige Tage später wieder Helmut Kohl bei seinem Dutzfreund Boris Jelzin in Moskau.
Kohl war damit der letzte ausländische Staatsgast, den der russische Präsident vor seiner Operation empfing.
Und es war auch Helmut Kohl, der kurz nach der erfolgreichen Herzoperation am russischen Präsidenten mit diesem im Krankenhaus telefonierte.
Und es ist auch diesmal Helmut Kohl, der als erster westlicher Staatsmann den russischen Präsidenten nach dessen Genesung besucht.
Deutschland ist Russlands stärkster Fürsprecher im Westen.
Deutschland ist Russlands größter Kreditgeber.
Wenn auch der Streit um die Rückgabe der von der Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg eingezogenen Beutekunst an Deutschland einen Schatten auf diese Beziehung wirft.
Zwischen den beiden Staatsmännern jedenfalls herrscht ein guter Draht.
Die beiden Politiker vertrauen einander.
Eine Basis, die wohl auch notwendig ist, um die im Zuge der geplanten NATO-Osterweiterung entstandenen Missverständnisse zwischen Russland und dem Westen zu bezeitigen.
Denn bei dem auf einige Stunden anberaumten Treffen heute geht es vor allem eben um diese bevorstehende NATO-Osterweiterung.
Immerhin wird die NATO in diesem Jahr die ersten Einladungen an ehemalige Warschau-Paktstaaten aussprechen.
Gleichzeitig soll Russland aber in ein gesamteuropäisches Sicherheitssystem eingebunden werden und mitreden können.
Ein Drahtseilakt.
Denn Russland leistet bisher gegen die NATO-Pläne heftigen Widerstand.
Und in den letzten Monaten kamen aus Moskau nicht immer eindeutige Stellungnahmen.
Mit Jelzins Rückkehr in den Kreml erhoffen sich die NATO-Länder eine koordiniertere und absehbarere Vorgangsweise Russlands gegenüber dem Westen.
Der Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl in Moskau ist der Auftakt einer Reihe von Treffen zwischen Regierungschefs der NATO-Länder und dem russischen Präsidenten.
Helmut Kohl mit seiner traditionell guten Beziehung zu Boris Jelsin soll da im Vorfeld wohl auch schon mal einige Missverständnisse aus dem Weg räumen.
Doch auch zwischen zwei Freunden wie Kohl und Jelsin dürften die Gespräche über die geplante NATO-Osterweiterung kein einfaches Thema sein.
Eine gemütliche Atmosphäre kann da zusätzlich noch unterstützend wirken.
Wohl auch deshalb empfängt Boris Jelsin seinen deutschen Freund auf seinem Landsins in Savidovo, etwa 100 Kilometer außerhalb von Moskau.
Denn inmitten idyllischer Natur und russischem Winter lassen sich heikle Probleme wohl besser besprechen.
Karin Koller berichtete über das Treffen des deutschen Bundeskanzlers Kohl mit dem russischen Präsidenten Yeltsin.
Ein weiterer Präsident macht heute Schlagzeilen ganz anderer Art.
Eine Meldung zwischendurch.
Der tschechische Präsident Vaclav Havel-Vidvar hat heute zum zweiten Mal geheiratet.
Der 60 Jahre alte Havel gab zu Mittag einer 43-jährigen tschechischen Schauspielerin das Ja-Wort in Prag.
Jetzt ist es vier Minuten vor halb eins und wir kommen zu unserer Samstagreihe.
Im Journal zu Gast.
Im Journal zu Gast ist heute der Vorstand des Institutes für Angewandte Genetik der Universität für Bodenkultur in Wien, Universitätsprofessor Dr. Josef Klössl.
Gentechnik in der Landwirtschaft, gentechnologische Methoden bei der Lebensmittelproduktion.
Reizworte für die einen, sinnvolle und notwendige Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Wohle der Menschheit für die anderen.
Ein Streit, der selten wissenschaftlich fundiert, sondern zumeist mit ideologischen Keulen ausgetragen wird.
Mit Prof. Klössl, der unter anderem in den Bereichen Pflanzengenetik und molekular-genetische Analytik forscht, spricht Manfred Jochum.
Herr Prof. Klössl, seit einigen Monaten ist die Debatte auf den Schauplatz der Lebensmittelproduktion gewandert.
Aktueller Anlass Gen-Soja, Gen-Mais.
Und jetzt gibt es eine ganze Reihe Wissenschaftler, auch Kollegen von Ihnen, die sagen, eigentlich geschieht im Augenblick das Gleiche wie vor zehn Jahren.
Damals sind die möglichen fatalen Folgen des Einsatzes der Gentechnik in der Medizin vorausgesagt worden.
Nichts ist davon eingetreten.
Im Gegenteil, der Einsatz der Gentechnik in der medikamentösen Therapie ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Wie ist das neue Unbehagen zu erklären?
Kann man das als Wissenschaftler erklären?
Naja, ich glaube, dass es in der Medizin ziemlich leicht argumentierbar ist inzwischen, dass gentechnische Methoden jedem Menschen, der potenziell ein Patient auch sein kann, zugutekommt und dass jeder die bestmögliche medizinische Behandlung haben will.
das ist inzwischen breit akzeptiert.
In der Landwirtschaft ist der Nutzen ja nicht so evident von vornherein und ich glaube, es bedarf noch einer Menge von Diskussion und von Öffentlichkeitsarbeit, dass also nützliche Prozeduren in der Landwirtschaft plausibel gemacht werden können.
Nun ist ja einer der ganz großen Streitpunkte genau diese Landwirtschaft.
Befürworter der Gentechnik argumentieren, Welthunger kann eigentlich nur durch höhere Nahrungsproduktion besiegt werden.
Es ist kein Verteilungsproblem, es ist ein Mengenproblem von Nahrungsmitteln.
Und zur Rettung der Ernten vor Schädlingsbefall etwa müssen Reis, Mais, Gräser angebaut werden, die resistent sind gegen Pilze, gegen Insekten, gegen Viren, also genmanipulierte Pflanzen.
Die Gegner sagen, alles falsch, stimmt nicht, schon nach wenigen Jahren werden diese Pflanzen nicht mehr resistent sein, ganz im Gegenteil.
Wozu der Aufwand?
Der Hunger in der Welt ist sicherlich nur zum Teil ein Problem der Produktion und zum Teil natürlich ein Verteilungsproblem.
Dem Verteilungsproblem werden wir mit gentechnischen Methoden nicht abhilfen können, allerdings also dem Problem des Ertrags zum Teil schon.
Und das sind Projekte, die vor allem für Entwicklungsländer und zum Teil auch bereits in Entwicklungsländern gemacht werden.
dass die Erträge noch erhöht werden, aber vor allem Resistenzen eingebracht werden in die Pflanzen, sodass der Einsatz von Spritzmitteln verringert werden kann.
Zum Problem der Resistenzbildung.
Das gilt sicherlich für Spritzmittel, die ein sehr breites Wirkungsspektrum haben.
wenn man biologische Methoden verwendet, und ich meine mit gendechnisch verwendeten oder übertragenen Mechanismen auch biologische Methoden.
Biologische Methoden bewirken, dass zum Beispiel nur die Pflanze selbst geschützt ist, auf die dieses betreffende Gen übertragen worden ist, und ein möglicher Schädling nur auf diesen Kulturpflanzen dann nicht überleben kann.
aber auf verwandten Wildformen zum Beispiel schon oder auf anderen Wirtspflanzen schon überleben kann.
Und damit fällt der Druck auf diesen Schädling weg, Resistenzmechanismen zu entwickeln.
Die Universität für Bodenkultur versteht sich
in vielen ihrer Aussendungen als grüne Universität.
Gentechnik und Ökologie schließen sich aus, sagen die einen.
Sie bedingen einander, sagen die anderen.
Das sind fast Glaubenskriege, die in dieser Diskussion ausgetragen werden.
kann man den Streit von der Ebene der Meinungen und des Bekennertums auf eine wissenschaftlich haltbare Ebene bringen.
Ich glaube, die Diskussion, wie sie heute läuft, ist vor allem eine ideologische Diskussion.
Und im ökologischen Landbau betrachtet man ja vor allem bestimmte Bewirtschaftungsmethoden, wodurch eben der Einsatz von Spritzmitteln und Düngern verringert werden kann.
was zur Zeit noch im Hintergrund steht, eher sind pflanzenzüchterische Aspekte.
Aber für eine gesunde und umweltverträgliche Produktion ist es ja nicht damit getan, dass man die Bewirtschaftungspraxis ändert, sondern dass man auch genetisch geeignetes Pflanzenmaterial verfügbar hat.
Und da ist es nicht damit getan, dass man auf alte Landsorten zurückgreift, die müssten heutigen Anforderungen ja nicht mehr entsprechen.
Die können im Punkt der Ertragssicherheit, im Punkt der Ertragsqualität zum Beispiel nicht mehr dem entsprechen, was wir uns heute vorstellen.
Und daher ist es durchaus wünschenswert, wenn also auch durch entsprechende Züchtungen die Pflanzen auf heutige Anforderungen hin eben ausgerichtet
Herr Professor Gläßer, Sie haben vorhin von der Qualität der Inhaltsstoffe der Lebensmittel gesprochen.
Nun entnehme ich eine Aussendung der Europäischen Union, dass 1995 213 Freisetzungsanträge für genetisch veränderte Pflanzen eingebracht wurden.
Und 80% dieser Anträge zielten auf Herbizid- und Schädlingsresistenz ab, nur 12% auf eine Verbesserung der Inhaltsstoffe.
Jetzt könnte man sicher etwas grobschlechtig und etwas vereinfacht sagen, es geht überhaupt nicht um die Qualitätsverbesserung von Lebensmitteln, sondern Bier soll schneller gebraut werden, Brotteig soll schneller aufgehen, Käse soll rationeller erzeugt werden.
Das ist eigentlich das Interesse, das dahinter steckt.
Ich glaube, dass die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft noch sehr in den Kinderschuhen steckt.
Das, was wir heute erleben, ist eigentlich der erste Anfang in diese Richtung.
Und man beginnt natürlich mit denjenigen Ansätzen, die methodisch am leichtesten durchführbar sind.
So ist etwa die Übertragung von Hepizidresistenz eine technisch vergleichbar einfache Angelegenheit, wenn man das vergleicht mit der Verbesserung von bestimmten Qualitätskriterien.
Und deswegen hat man eben auch damit den Anfang gemacht, denn für Hepizidresistenzen reicht es, wenn man ein Gen überträgt.
Und das kann man in relativ kurzer Zeit machen.
Für Qualitätsverbesserungen auf anderer Ebene müssen sehr häufig mehrere Gene übertragen werden.
Das ist technisch sehr viel komplexer.
In Zukunft wird man sich sicherlich mehr und mehr fragen, worauf will man hinaus, was sind wünschenswerte Strategien.
Und es ist sicherlich auch eine Frage der öffentlichen Diskussion, dass man sich auf sinnvolle und wünschenswerte Zuchtziele oder auch ökologische Ziele, wie man es nennen kann, in der Landwirtschaft einigt.
Und das, was gesellschaftlich gefordert wird, wonach der Konsument verlangt sozusagen, oder wonach auch der Bauer verlangt, das wird in Zukunft auch gemacht werden, wenn es nur deutlich gemacht wird.
Und das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Aufgabe,
der öffentlichen Diskussion.
Herr Professor Klößl, Faktum ist, dass mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung gentechnisch veränderten Lebensmitteln verunsichert gegenübersteht.
Und wenn dann der Vertreter einer großen Handelskette sagt, es gibt in Österreich kaum mehr ein Keks, in dem nicht Säure enthalten ist, und dass bei einer in der EU in Diskussion stehenden Kennzeichnungsverordnung dann zwar etwa die
genmanipulierte Zucker rüber gekennzeichnet werden muss, aber nicht der aus ihr gewonnene Zucker.
Der genmanipulierte Sojaschrott für die Schweinemast, aber nicht das Schnitzel am Tisch, dann ist für eine nicht im Detail informierte Öffentlichkeit es schon irgendwo verständlich, dass hier Unsicherheit, vielleicht auch Angst auftreten.
Politisch gesehen würde ich die Kennzeichnung für eine vertrauensbildende Maßnahme halten.
Insofern würde ich Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten sehr begrüßen.
Auf der anderen Seite muss man die technische Durchführbarkeit betrachten.
Eine Kennzeichnung ist nur soweit sinnvoll, soweit sie auch kontrolliert werden kann.
Und gentechtische Veränderungen können eigentlich nur im Rohprodukt nachgewiesen werden oder in solchen Produkten, die also nur eben eher geringfügig verändert worden sind.
In gepresstem Öl zum Beispiel ist eine gentechtische Veränderung einfach nicht mehr nachweisbar.
ist auch eine Kennzeichnung dort nicht sehr sinnvoll.
Der Hauptpunkt der Kritik ist ja der, dass gentechnische Veränderungen eine Vielzahl von Risken in sich bergen.
Und genau das ist der Punkt, wo mehr oder weniger unbewiesene Behauptungen in den Raum gestellt werden.
Denn gentechnisch veränderte Lebensmittel verhalten sich ja im Verdauungstrakt nicht anders als auch normale Lebensmittel, dass z.B.
eine Aufnahme von intakten Genen z.B.
in Körperzellen oder auch in den Magen, Darm, Flora mehr oder weniger ausgeschlossen werden kann.
Es wird also auch behauptet, dass das Risiko, eine Allergie zu bekommen, bei gentechnisch verändernden Nahrungsmitteln höher ist, als das bisher der Fall war.
Es gibt eigentlich keine Daten, die diese Behauptung bestätigen.
Also man führt durch die genetische Veränderung von Lebensmitteln keine neuen Gefahren in dieser Hinsicht ein.
Die Gefahr, eine Allergie abzubekommen durch Lebensmittel, ist wesentlich höher,
Wenn man zum Beispiel exotische Nahrungsmittel zu sich nimmt, an denen der durchschnittliche Mitteleuropäer nicht gewöhnt ist, und die meisten Leute haben keine Scheuer davor, irgendwo im Urlaub exotische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, da wird die Gefahr, Allergien zu bekommen, mehr oder weniger ignoriert.
Sie sprechen ja jetzt schon eigentlich Information der Öffentlichkeit an.
In der Tat ist es ja so, dass die Diskussion bei uns ja auf einem Status ist, wie in vielen anderen Ländern vor 10 oder 15 Jahren.
Das muss doch irgendwo bedenklich stimmen, forschungspolitisch bedenklich stimmen.
Ich glaube, das Problem ist in Österreich, dass generell ein eher unfreundliches Klima gegenüber Forschung besteht und insbesondere ein unfreundliches Klima gegenüber neuen Technologien besteht.
Der Diskurs in Österreich zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist sicherlich noch in den Kinderschuhen, obwohl er eigentlich schon seit mehreren Jahren anhält, aber es wird noch zu sehr über die Frage diskutiert, Gentechnik ja oder nein.
und noch zu wenig über die Frage, für welche Zwecke können wir Gentechnik sinnvoll einsetzen.
Ich glaube, in diese Richtung sollte die Diskussion gehen.
Und in diese Richtung laufen jetzt auch Aktivitäten, die neulich initiiert worden sind und die mehr und mehr in der nächsten Zukunft gefährdet werden sollen, weil auch die beteiligten Wissenschaftler sehen,
dass ein wirklicher Informationsbedarf der Öffentlichkeit da ist.
Und viele Probleme, die in der öffentlichen Diskussion da sind, kommen ja vor allem aufgrund eines gewissen Informationsmangels zustande.
Sie stehen natürlich auch unter einem gewissen Druck,
In diesem Jahr steht ein Volksbegehren an, ein Gentechnik-Volksbegehren, das etwas vereinfacht ausgedrückt Österreich zu einer gentechnikfreien Zone machen soll.
Was hat das für Auswirkungen auf Ihre Arbeit und auf die Ihrer Kollegen?
Ich glaube, dass dieses Klima, was dadurch in der Öffentlichkeit entsteht, einer sinnvollen Forschung sehr abträglich sein kann und dass sich die Gruppierungen, die dieses Volksbegehren unterstützen, sich durchaus dessen bewusst sein müssen, dass sinnvolle Forschung auf diesem Sektor wirklich untergraben wird, was dann auch die
Akquirierung von Forschungsmitteln mehr und mehr erschweren wird.
Und das wird also durchaus auch gegen die Interessen der Gruppierungen gehen, die dieses Volksbegehren unterstützen.
Um nur ein Beispiel zu nennen, wo Umweltschützer wirklich interessiert sein müssten, die neuen Technologien zu fördern.
Als Beispiel will ich da die nachwachsenden Rohstoffe anführen.
die ja fossile Rohstoffe in vielen Bereichen ersetzen können.
Zum Beispiel im Bereich der chemischen Industrie wäre es sinnvoll, Erdöl für die Produktion von Kunststoffen, von Schmiermitteln, Ölen usw.
zu ersetzen.
Und das wäre durchaus möglich, wenn die Landwirtschaft solche nachwachsenden Rohstoffe in vermehrtem Ausmaß anbaut und auch für bestimmte Produktionszwecke optimiert.
Wenn also schon die Inhaltsstoffe in den Pflanzen für bestimmte Produktionszeiten optimiert sind, so kann man sich in der späteren Produktion von Kunststoffen zum Beispiel auch chemische Schritte ersparen und damit wieder umweltschonender produzieren.
Gibt es eine Möglichkeit einer vernünftigen Gesprächsbasis zwischen Ihnen und Ihren Forschergruppen und den Initiatoren des Volksbegehrens?
Ich glaube schon.
Wenn man auf der sachlichen Ebene diskutiert und wenn man die Diskussion nicht zu einer reinen Ideologiediskussion macht, sehe ich sehr gute Chancen für einen Dialog, wo man diskutiert über Ziele, die man in der
Landwirtschaft haben will, über Ziele, die man im Bereich der Umwelt verfolgen kann.
Und es wird sinnvoll sein, sich über Strategien zu einigen, die eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft und eine nachhaltige Umweltpolitik ermöglichen.
Und dazu gehört eben auch, dass man die modernsten Technologien, die wir verfügbar haben, auch tatsächlich einsetzen können.
Mit Universitätsprofessor Klössl sprach Manfred Jochum in der Samstagreihe im Journal zu Gast über Fragen der Gentechnik.
Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat die Hongkonger Regierung damit begonnen, das vietnamesische Flüchtlingslager Whitehead im Stadtteil Sha Tin zu schließen.
Die 1800 Bewohner des Lagers werden in das Camp High Island verlegt, von wo aus sie bis spätestens erst im Juli 1997 nach Vietnam zurückgebracht werden sollen.
Am Tag der Rückgabe Hongkong-Sankt Kina müssen nämlich nach einer Vereinbarung zwischen London und Peking die noch etwa 7600 vietnamesischen Flüchtlinge Hongkong verlassen haben.
Hören Sie Eva Korrell.
Tihua kam vor zehn Jahren aus Vietnam nach Hongkong, wie viele andere mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Sie hatte Glück.
Damals wurden noch alle Boat People automatisch als Flüchtlinge anerkannt.
Erst seit 1988 überprüft die Kolonialregierung jeden Fall einzeln.
Der begehrte Flüchtlingsstatus ist die Voraussetzung, um in ein Drittland überzusiedeln.
Über 200.000 Boat People kamen seit Ende des Vietnamkriegs nach Hongkong.
Knapp zwei Drittel fanden Asyl im Ausland.
Die restlichen wurden nach Vietnam zurückgeschickt, im Rahmen einer Vereinbarung mit den Vereinten Nationen.
Wer freiwillig geht, erhält umgerechnet 300 D-Mark vor der Abreise in Hongkong und noch einmal 400 Mark bei der Ankunft in seinem Heimatdorf.
Obwohl das in Vietnam einem Jahresgehalt entspricht,
wollen viele nicht zurück.
Für Hongkongs Flüchtlingsbeauftragten Brian Bresnihan hat das auch psychologische Ursachen.
Viele haben große Opfer gebracht, um nach Hongkong zu kommen.
Und nach drei oder vier Jahren mit leeren Händen zurückzugehen, ist wie das Eingeschändnis versagt zu haben.
Deshalb lehnen viele die freiwillige Rückkehr ab, obwohl sie wissen, dass sie dann wahrscheinlich zwangsweise zurückgebracht werden und sehr viel weniger Geld bekommen.
Aber damit können sie zu Hause in Vietnam sagen, wir haben bis zur letzten Minute ausgehalten und wurden zur Rückkehr gezwungen.
Allein im vergangenen Jahr hat die Hongkonger Regierung 15.000 Vietnamesen abgeschoben.
Etwa 6.000 leben jetzt noch in der Kolonie.
Auch sie sollen nach dem Willen der chinesischen Regierung bis zum Machtwechsel verschwunden sein.
Eine fast unlösbare Aufgabe für Hongkongs Regierung,
Die Überprüfung dieser Lagerinsassen zieht sich in die Länge, weil es Probleme gibt mit ihren Unterlagen in Vietnam.
Die dortige Regierung weigert sich außerdem, einige Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie ethnische Chinesen sind.
Die ursprüngliche Solidarität der einheimischen Bevölkerung, die ja zum Großteil selbst aus Flüchtlingen besteht, verschwand, als immer mehr Boat People hereinströmten.
Seit 1979 hat Hongkongs Regierung 7 Milliarden Mark für die Vietnam-Flüchtlinge ausgegeben.
Gleichzeitig aber zehntausenden von illegalen Einwanderern aus dem chinesischen Mutterland die Einreise verweigert.
Das rief viel böses Blut hervor.
Verschärft hat sich die Situation, seit es in den Lagern zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam.
Whitehead, das größte jetzt geschlossene Camp, lag in einem dicht besiedelten Wohngebiet.
Von dort kamen ständig Klagen über die Bedrohung durch die Vietnamesen und die angeblich steigende Kriminalitätsrate.
Tatsächlich haben viele der Lagerinsassen ein langes Vorstrafenregister und das ist auch der Grund, warum viele noch hier sind.
Kaum ein Land will einen mehrfach verurteilten Drogendealer aufnehmen, auch wenn er ein anerkannter Flüchtling ist.
Auch im Lager Pillar Point gibt es einen schwunghaften Drogenhandel.
Der Ehemann von Nguyen Thi Hoa ist bereits mehrmals vorbestraft, deswegen hat sich bislang noch kein Zielland gefunden.
Ein Teufelskreis, denn das Leben im Camp ist für viele nur im Drogenrausch zu ertragen.
Wenn die Vietnamesin an die Zukunft denkt, zuckt sie nur mit den Schultern.
Hoffentlich kann uns die UNO helfen.
Nach Vietnam will ich niemals zurück.
Soviel zu den vietnamesischen Flüchtlingen in Hongkong.
Von einem Flüchtlingsdrama berichtet heute übrigens eine griechische Tageszeitung.
Bei einem Zusammenstoß zweier Schiffe mit illegalen Einwanderern sollen zu Weihnachten 283 Menschen im Mittelmeer ertrunken sein.
Die Tageszeitung Ethnos berichtet heute die Schiffe
Der beiden verfeindeten Schlepperbanden seien am 24.
Dezember zwischen Sizilien und Malta zusammengestoßen.
Das Boot Johann habe die Friendship absichtlich gerammt, um so unliebsame Konkurrenz loszuwerden.
Jetzt noch ein weiteres Wissenschaftsthema im Mittagsjournal.
Manche Infektionen haben möglicherweise auch Vorteile.
Sie könnten, so meinen britische Wissenschaftler, vor Asthma und Allergien schützen.
Die Forscher vom Churchill Hospital in Oxford haben über 800 japanische Schulkinder dafür untersucht.
Dabei haben sie festgestellt, dass Asthma möglicherweise dadurch verursacht wird, dass bei den Kindern manche Infektionen ausbleiben, Christoph Guggenberger informiert.
Manche Infektionen wie Tuberkulose, Masern oder Keuchhusten können einen Schutz gegen bestimmte Allergien und gegen Asthma bilden.
Auch Impfungen gegen diese Krankheiten können gegen Allergien schützen.
Das haben die Wissenschaftler bei den Untersuchungen der Kinder festgestellt.
Denn jene Kinder, deren Immunsystem am stärksten auf eine Tuberkuloseimpfung reagiert hat, sind am besten gewappnet.
Sie haben später wesentlich seltener Asthma, das Risiko ist um bis zu zwei Drittel geringer.
Die Forscher erklären das damit, dass die geimpften Kinder viel niedrigere Werte einer bestimmten Art von körpereigenen Abwehrzellen haben.
Diese sogenannten Mastzellen bewirken unter anderem die allergische Reaktion auf Pollen oder Hausstaubmilben, erklärt Professor Otto Scheiner vom Allgemeinen Krankenhaus in Wien.
Diese Mastzellen sind, wenn man so sagen darf, schwer bewaffnet, sie sind schließlich gegen infektiöse Keime gerichtet.
dann senden sie bestimmte Botenstoffe aus.
Und dieses Histamin wendet sich nun nicht gegen die infektiösen Eindringlinge, sondern gegen den Körper selbst und das macht dann die bekannten Erscheinungen, dass der Typ 1 Allergie, wie zum Beispiel Heuschnupfen oder das allergische Aspartam schade.
Weil es aber auch andere Arten von Infektionen gibt, die umgekehrt Allergien auslösen, plädiert Otto Scheiner dafür, keine voreiligen Schlüsse aus der Studie zu ziehen.
Ich denke, dass man aus der Studie zwei Schlüsse nicht ziehen dürfte.
Erstens, dass im Schmutzbaden von Kleinkindern gesund sei für die und sie vor späteren Krankheiten schützen würde, so im Sinne des natürlichen Ausreifens des Immunsystems.
Dieser Schluss ist sicher falsch.
Aber auf der anderen Seite ist es sicherlich genauso falsch, die Kinder abzuschirmen und vor allem Umwelteinflüssen möglichst schützen zu wollen.
Wie immer im Leben ist ein gesunder, vernünftiger Mittelweg auch hier das Beste, denke ich.
Die Allergierate in vielen Industrieländern zeige jedenfalls, so die englischen Wissenschaftler, dass ein gehobener medizinischer Standard zu einer Zunahme von Asthma und Allergien führe.
Hingegen sind sie überzeugt, dass der Einfluss des Lebensstils, der Umwelt und der Ernährung auf die Entstehung von Allergien überschätzt wird.
Christoph Guggenberger berichtete.
Der Sänger Heinz Zetnik hat sich einmal als eines der letzten Fossilien des Ensemble-Gedankens an der Oper bezeichnet.
Seit über 30 Jahren gehört er der Wiener Staatsoper an.
Der beliebte Singschauspieler, der in Mozart-Opern ebenso zu brillieren weiß wie in Wagners Ring, will sich aber nun vor allem dem Sängernachwuchs widmen.
Er unterrichtet nämlich an der Wiener Musikhochschule.
Darüber hat er unter anderem mit Gernot Zimmermann, unserem Kulturredakteur, gesprochen.
Zunächst lassen wir Heinz Zetnik aber mit Gesangstimme zu Wort kommen, mit einem Ausschnitt aus einem großen persönlichen Erfolg, dem Reisebuch aus den österreichischen Alpen von Ernst Grenek beginnt dieser Beitrag.
Und über den Bergen liegt Welschland, hell und heiter still,
Ob es Ernst Grenek oder Wiener Schrammelmusik ist, ob es schwierige Wagner- oder Strauss-Partien sind, Heinz Zetnig ist in fast allen musikalischen gefielten Firmen.
Zuerst kommt bei ihm erst einmal die Wiener Staatsoper.
Und wenn sie es erlaubt, dann folgt Zetnig auch einem Ruf nach Bayreuth oder an die Met.
Im Jänner wird er in Neapel unter Kuhn den Herodes in der Salome von Richard Strauss singen.
Im März-April folgt dann eine Siegfried-Produktion unter Riccardo Mutti an der Scala.
Und das florentinische Festival Maggio Musicale lockt ihn dann abermals mit Strauss Ariadne nach Italien.
Im Februar schon macht Zetnik musikalisch-kabarettistische Seitensprünge mit Topsy Küppers an der Freien Bühne Wieden.
Vor allem aber will er sich in nächster Zeit seiner Tätigkeit als Lehrer widmen.
Jetzt mache ich an der Hochschule, das läuft jetzt schon seit September des heurigen Jahres, mache ich zum ersten Mal also dramatischen Unterricht und eine Gastprofessur.
Und in diese Zeit hinein schneidet der Professor Günther Teuring mit dem Vorschlag, einen Wiener Meisterkurs zu machen im Sommer.
Ich werde das auch in einer Art dramatischen Unterricht machen.
Das heißt, ich lasse den Betreffenden oder die Betreffende
auch in einem szenischen Rahmen, das ein bisschen entwickeln.
Weil ich drauf gekommen bin, dass die Leute meistens gute Stimmen haben, aber gar nichts umsetzen.
Also man steht dann wie ein Stock im Raum und es geschieht dramatisch nichts.
Das Lernen macht Ihnen Spaß?
Ich bin draufgekommen, dass es mir eigentlich sehr viel Freude macht und es ist eigentlich wahnsinnig anstrengend, wenn man sich hineinhaut.
Ich sage immer dazu, Kinder, macht's mich nach, aber legt dann den Zetnik ab.
Ihr seid auf jeden Fall besser als ich, wenn ihr selbst selbst bleibt, was ja so wahnsinnig wichtig ist, dass man sich selber findet.
Wenn man sie so anhört, dann versteht man, dass sie vielleicht gar nicht so sehr die Technik
den Leuten beibringen.
Was sie geben, ist vielleicht ihre Energie.
Es wird so wenig genützt, es wird sklavisch, manchmal in diesen halbidiotischen Regien festgehalten, die oft so blöd sind, weil sie gar nicht stimmen und die Leute verstehen die Sprachen nicht.
Wenn ich an einen Kovantschiner denke,
wo die Russen nur die Hände über den Kopf zusammengeklappt haben.
Wir sollen uns niedersetzen und wir stehen alle auf.
Also das wäre genauso, wenn ich sage, ich liebe dich und haue meiner Partnerin eine runter.
Also all diese Blödheiten, die sich so im Laufe von Jahrzehnten ansammeln, das ist nicht meine Aufgabe.
Die Aufgabe ist, diesen jungen Leuten einfach einen Weg zu sich selbst zu zeigen.
Und es ist fast jeder begabt, nur manche sind ungeheuer zugeschüttet.
Sie unterrichten jetzt so viel, wie steht es mit Ihrem Singen?
Na, das geht sich aus.
Also ich bin natürlich jetzt ein bisschen im Stress, weil dieser Unterricht an der Hochschule ist mir ja hineingeschneit.
Spüren Sie da im Unterrichten etwas, eine Vitalität oder Sinnhaftigkeit, die Ihnen manchmal an der Oper vielleicht abgeht?
in der Routine?
Naja, natürlich wird man, ich weiß das ja von mir, der ich über 30 Jahre auf den Bühnen stehe, man ertappt sich immer wieder dabei, also ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich dann, da bin ich schlecht, da bin ich nicht gut, da bin ich unkonzentriert.
Und da muss man sich selber auch mit zunehmendem Alter immer selbst bei den Ohren aus dem Dreck herausziehen, aus dem Routine-Dreck, weil man sich sagen muss,
Es steht und fällt auch kommt noch dazu mit dem Schwierigkeitsgrad.
Wenn es eine schwere Rolle ist, ist man natürlich angespannt, als wenn es eine leichtere ist.
Aber auch die Leichten soll man nicht leicht nehmen.
Der Sänger Heinz Zetnik war das im Gespräch mit Gernot Zimmermann und ich gebe nochmals ins Nachrichtenstudio.
Europa.
Eisregen, starke Schneefälle und der Rückreiseverkehr zu Ende der Weihnachtsferien haben heute in weiten Teilen Österreichs zu einem Verkehrschaos geführt.
Auf der Tauernautobahn ereignete sich eine Massenkarambolage, in die insgesamt 50 Autos verwiegelt waren.
Es gab einen Schwerverletzten und mehrere Leichtverletzte.
Auf der Inntal-Autobahn Richtung Deutschland erreichten die Staus vor dem Grenzübergang Kiefersfelden eine Länge von acht Kilometern.
Straßenglätte wird auch aus Kärnten, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg gemeldet.
Der Kältewelle sind in Österreich bis jetzt insgesamt zehn Personen zum Opfer gefallen.
Zuletzt starb in Oberösterreich ein Pensionist beim Spazierengehen an akutem Herzversagen.
In Frankreich saßen tausende Autofahrer in ihren Wagen auf zugefrorenen Autobahnen fest.
Mindestens 7000 Menschen mussten in Hotels und Notquartieren untergebracht werden.
In Deutschland ist es Obdachlosen nun gestattet in Bahnhofshallen zu übernachten.
Deutschland.
Bundesverkehrsminister Wiesmann kann sich die Einführung einer Autobahn-Vignette nach österreichischem Beispiel unter bestimmten Bedingungen vorstellen.
Dies sei allerdings nur möglich, wenn die Einnahmen daraus dem Straßenbau tatsächlich zusätzlich zugute kämen.
Außerdem sei eine Vignette nur vertretbar, wenn die Kraftfahrzeugsteuer, wie vorgesehen, mit Beginn des Jahres 2003 abgeschafft werde, argumentierte Wiesmann.
Russland.
Der deutsche Bundeskanzler Kohl ist zu einem Kurzbesuch in Russland eingetroffen.
Er erörtert mit Präsident Yeltsin in dessen Landhaus bei Moskau vor allem Fragen der europäischen Sicherheitspolitik und den Stand der bilateralen Beziehungen.
Vorrangiges Thema ist in diesem Zusammenhang die geplante Osterweiterung der NATO.
Sie wird von der russischen Führung strikt abgelehnt.
Verhandlungsbereit ist Russland allerdings hinsichtlich einer neuen Charta zur Zusammenarbeit in der europäischen Sicherheitspolitik.
Nur noch das Wetter.
Auch am Nachmittag besteht weiterhin im Großteil Österreichs akute Glatteisgefahr.
Erst gegen Abend geht der gefrierende Regen fast überall in Schneefall über.
Die Temperaturen liegen zwischen minus drei und plus zwei Grad.
Das Team des Mittagsjournals verabschiedet sich.
Ladies first.
Konstanze Ripper, sie führt die Regie.
Tontechnik Herbert Heiner und Moderation Hans-Christian Scheidt.
Neben Österreichern und Deutschen buchen in Kärnten vor allem Holländer, Slowenen und Kroaten, vermehrt auch Italiener.
Mitwirkende:
Eisenberger, Georg [Gestaltung]
, Weglehner, Alexander [Gestaltung]
, Klippstätter, Sigurd [Gestaltung]
, Eisenberger, Georg
Datum:
1995.01.04 [Sendedatum]
Schlagworte:
Wirtschaft
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Tourismus
;
Sport
;
Konsum
;
Freizeit
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Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten