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Marker setzen in: Mittagsjournal 1999.08.28
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KI-generiertes Transkript
Mittagsjournal.
Eine angenehme Mittagstunde wünscht aus dem Studio Werner Löw auf unserem Programm heute unter anderem die neuen Sicherheitsvorkehrungen im Tauerntunnel.
Heute Abend wird der Tunnel ja wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Hilfe des österreichischen Bundesheeres im türkischen Bebengebiet mit Trinkwasseranlagen, nämlich der zunehmend doch erfolgreiche Einsatz der KFOR-Soldaten im Kosovo.
Und ein Interview mit dem designierten Wieder-EU-Kommissar Franz Fischler zum bevorstehenden Hearing der neuen Kommissare durch das Europaparlament.
Außerdem die heute beginnende Berliner Funkausstellung, Europas größte Unterhaltungsmesse, der Wahnsinn auf dem Fußballtransfermarkt, am Beispiel Italien, die Zeiten, wo ein Spitzenspieler eine Milliarde Schilling kosten wird, sind angeblich nicht mehr fern und die finanzielle und künstlerische Schlussbilanz der heurigen Salzburger Festspiele.
Im Journal zu Gast heute der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen.
Wir starten damit übrigens eine Interviewserie vor den Wahlen Anfang Oktober.
Das Mittagsjournal starten wir aber wie immer mit den Nachrichten, zusammengestellt heute von Elisabeth Mahners, gelesen von Josef Wenzel-Chnatek.
Österreich.
Der Tauern-Tunnel wird heute, drei Monate nach der Brandkatastrophe, wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Sanierungsarbeiten konnten schneller abgeschlossen werden als erwartet.
Es wurden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut.
Man verbesserte den Tunnelfunk.
Die Kosten werden mit etwa 120 Millionen Schilling angegeben.
Am frühen Nachmittag wird bei der Autobahnkapelle in Flachau ein Gottesdienst zum Gedenken an die zwölf Opfer abgehalten.
Österreich, Türkei.
60 österreichische Bundesheersoldaten sind heute früh zu einem Hilfseinsatz für die Erdbebenopfer in der Türkei abgereist.
Die Soldaten sollen vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichten, um die Versorgung der Bevölkerung in der weitgehend zerstörten Stadt Yalova zu gewährleisten.
Die Aufräumarbeiten in dem Katastrophengebiet werden fortgesetzt.
Derzeit untersuchen 400 Architekten und Ingenieure beschädigte Gebäude.
Staatsminister Yilmaz hat versprochen, für die Obdachlosen innerhalb von 40 Tagen 25.000 Fertighäuser errichten zu lassen.
Wie der Politiker diese Ankündigung verwirklichen will, erscheint jedoch unklar.
Brasilien Erzbischof Dom Elda Camara, bekannt als Beschützer der Armen und Verfolgten, ist in Recife im Alter von 90 Jahren gestorben.
Elda Camara galt als einer der Wegbereiter der sogenannten Befreiungstheologie.
Während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 trat er als Verteidiger der Menschenrechte hervor.
Er wurde zu einem der wenigen der erklärten Gegner der Diktatur, die nicht in den Untergrund oder ins Exil gehen mussten.
In seinen Schriften wie »Revolution für den Frieden« und »Gott lebt in den Armen« setzte sich der Erzbischof für einen brasilianischen Sozialismus ein.
Den Medien des Landes war es jahrelang untersagt, Don L. da Camera zu Wort kommen zu lassen.
Nach seiner Emeritierung reiste der Erzbischof durch die Welt, um auf die Not in seiner Heimat aufmerksam zu machen.
Zuletzt lebte Don L. da Camera sehr zurückgezogen.
Interviews und Stellungnahmen zu öffentlichen Problemen wurden immer seltener.
Russland Die voraussichtlich letzte Besatzung der russischen Weltraumstation Mir ist in der letzten Nacht planmäßig und sicher zur Erde zurückgekehrt.
Die Soyuz-Raumkapsel mit zwei Kosmonauten und einem französischen Raumfahrer an Bord landete in der Steppe von Kasachstan.
Die Mir umrundet nun, nach mehr als 13 Jahren Nutzung, menschenleer die Erde.
An Bord der Raumstation ereigneten sich zahlreiche Pannern, dennoch galt Mir stets als Stolz der russischen Raumfahrt.
Die Regierung in Moskau hat sich bis zuletzt bemüht, noch einen Geldgeber für die Fortführung des Betriebs der Raumstation zu finden.
Voraussichtlich im kommenden Frühjahr wird die Mir versenkt werden.
Russland, USA.
Die russische Korruptionsaffäre zieht weite Kreise.
Die Bank of New York entlässt eine ihrer stellvertretenden Präsidentinnen.
Sie habe interne Richtlinien der Bank missachtet, hieß es.
Nach Angaben des IWF, des Internationalen Währungsfonds, gibt es bisher keine Beweise für eine Veruntreuung von IWF-Geldern durch russische Regierungsvertreter.
Die Ermittlungen gegen mindestens zwölf derzeitige und ehemalige Kreml-Verantwortliche, darunter eine Tochter von Präsident Yeltsin, sind noch nicht abgeschlossen.
Frankreich
Die Banque Nationale de Paris hat im Streit um die Übernahme des Konkurrenten Société Générale eine Niederlage erlitten.
Die staatliche Regulierungsbehörde lehnte die Übernahmepläne ab und stimmte zugleich gegen die zusätzlich geplante Dreierfusion mit der Geschäftsbank Paris-Bas.
Die Banque Nationale de Paris kann die Entscheidung noch vor dem höchsten Verwaltungsgericht von Frankreich anfechten.
Deutschland.
In Berlin hat am Vormittag die 42.
Internationale Funkausstellung begonnen.
Neun Tage lang sind die neuesten Entwicklungen aus der Welt der Unterhaltungselektronik zu sehen.
Im Zentrum der Technikschau soll das digitale Zusammenwachsen von Radio- und Fernsehgeräten, Telekommunikation und Computertechnik stehen.
Weimar und Frankfurt am Main feiern seit den Nachtstunden den 250.
Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe.
Höhepunkt ist die Verleihung des Goethe-Preises in der Frankfurter Paulskirche an den Schriftsteller Siegfried Lenz.
Auf 20 Bühnen der Geburtsstadt Goethes werden Szenen aus seinem Werk dargestellt.
Zum Abschluss sind ein Bürgerfest und ein Feuerwerk geplant.
Und wir kommen zum Wetter am letzten Wochenende im August.
Jörg Stieber, bitte.
Seit Tagen schon plagt uns eine ziemlich verwaschene Wetterlage ohne ausgeprägte Tief- oder Hochdruckgebiete.
Die Luft ist recht feucht.
Zum Teil wirkt sie schon herbstlich, wie die vielen Nebel- und Hochnebelfelder zeigen.
Sonnenschein gibt es meist nur für ein paar Stunden und dann folgen schon wieder die nächsten Regenschauer.
In den kommenden Tagen ändert sich daran nichts Wesentliches.
Es bleibt unbeständig und nicht besonders warm.
Jetzt ein Blick in die Landeshauptstädte.
In Wien ist es derzeit bedeckt bei 20°C, Eisenstadt stark bewölkt 19°C, St.
Pölten wolkig 20°C, Linz stark bewölkt 22°C, Salzburg wolkig 24°C, Innsbruck heiter 22°C, Pregens bedeckt 20°C, Graz heiter 22°C und Klagenfurt wolkig und 20°C.
In Westösterreich bis herein zur westlichen Obersteiermark und nach Oberkärnten ist es am Vormittag vielerorts recht sonnig geworden und auch in Niederösterreich den Burgenglanz der südlichen Steiermark und in Unterkärnten lockert es jetzt vermehrt auf.
Wenigstens kurz kommt hier fast überall die Sonne heraus.
Der Hochnebel im Donauraum bleibt aber zäh.
Von längerer Dauer ist der Sonnenschein allerdings nirgends.
Von Westen her ziehen nach und nach wieder Wolken auf und im Laufe des Nachmittags bilden sich im Großteil Österreichs ein paar Regenschauer und Gewitter.
Die Temperaturen erreichen je nach Sonnenscheindauer 19 bis 25 Grad.
Morgen Sonntag ist es dann meist stark bewölkt.
In Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und Teilen der Steiermark regnet es immer wieder, mitunter auch recht ergiebig.
Im Norden und Osten kann es zwischendurch zwar ein bisschen auflockern, aber auch hier muss man morgen mit einigen Regenschauern rechnen.
Dazu sind wieder einige Gewitter möglich.
Die höchsten Temperaturen liegen nur zwischen 16 und 22 Grad, in 2000 Meter Höhe hat es um die 9 Grad.
Am Montag überwiegen weiterhin die Wolken, der Regen wird aber weniger.
Ein paar Regenschauer gibt es besonders im Westen und Süden, während sich sonst ab und zu auch die Sonne zeigt.
Dienstag und Mittwoch erwarten wir vor allem in Westösterreich zeitweise Regen, im Osten hingegen etwas Sonne.
Und am Donnerstag regnet es voraussichtlich wieder überall.
Ein mutiger Vorgriff von Jörg Stiebuhr in eine verwaschene Wetterwoche.
Dankeschön.
Heute am frühen Abend werden die ersten Autos also wieder durch den Tauern-Tunnel rollen.
Fast genau drei Monate nach der Brandkatastrophe wird der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Bauarbeiten konnten früher als erwartet abgeschlossen werden und das obwohl zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut wurden.
Auch der Tunnelfunk soll jetzt zur Sicherheit beitragen, berichtet Viola Ferzetnic.
Der Tunnelfunk wurde verbessert und soll nun auch bei einem Brand unterbrechungssicher sein.
Außerdem wurde ein Abluftsystem eingebaut, mit dem der Rauch bei einem Brand besser abgesaugt werden kann als vorher.
Alle Notrufnischen wurden mit einer Sauerstoffzufuhr ausgerüstet.
Rund 110 Millionen Schilling haben diese zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen und die Brandschadensanierung gekostet.
Josef Sandner, der Leiter des Elektrodienstes der Straßengesellschaft Oesag, sagt, warum der Tunnel erst am Abend für den Verkehr freigegeben wird.
Wir wollen wirklich sicher sein, dass alle Sicherheitssysteme, die hier eingebaut sind und neu dazugekommen sind, dass die wirklich hundertprozentig laufen.
Wir wollen also wirklich für jeden Fall gerüstet sein.
Auch für den Unglücksfall, den wir alle zusammen nicht hoffen, dass womöglich gleich in den ersten Stunden schon wieder irgendein schwerer Unfall passiert.
Der Vorstandsdirektor der OESAG, Franz Lückler, gibt Tipps für mehr Sicherheit im Tunnel.
Die Autofahrer sollten auf jeden Fall die Geschwindigkeitsbeschränkungen und den Sicherheitsabstand einhalten.
Es ist auch ganz wichtig, nicht Handys zu benutzen, sondern die Tunnelinfrastruktur zu verwenden.
Das heißt, wenn irgendwas passiert ist, benutzen Sie den Notruf, damit haben wir automatisch sehr viele Informationen, nämlich wo Sie sind, die Kamera kann auf Sie eingehen, der Tunnelmann kann mit Ihnen besprechen, er kann Ihnen die richtigen Anweisungen geben,
Handys führen meistens nur zu Zeitverzögerungen, zu Desinformationen und damit kann auch eine Rettungsaktion nicht optimal eingeleitet werden.
Informationsblätter über richtiges Verhalten in einem Tunnel können bei jeder Mautstelle abgeholt werden.
Heute Abend ist der Tauern-Tunnel wieder befahrbar.
Die solchen Gefahr in den vom Erdbeben zerstörten Gebieten in der Türkei ist nach wie vor nicht gebannt.
Österreich hat heute per Flugzeug 60 Mann des Bundesheeres als Hilfskontingent nach Jalova entsandt, wo sie mit vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser sicherstellen sollen.
Im Gespräch mit Hannes Eigelsreiter sagt der verantwortliche Kommandant Oberleutnant Martin Beck vor dem Abflug der Soldaten über den Einsatz.
Zurzeit schaut es so aus, dass wir in der Nähe des Epizentrums unseren Stützpunkt haben werden und wir sind mit vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen im Einsatzraum.
Wir haben mit ein Tanklöschfahrzeug zur Verteilung des Wassers.
Wir haben insgesamt sechs Lastwägen mit und wir haben einige Kleinfahrzeuge noch mit.
Sowie ein Ambulanzteam mit zwei Ärzten, drei Sanitätern und drei Sangehilfen.
Ist das ein ganz normaler, unter Anführungszeichen normaler Katastropheneinsatz oder rechnen Sie mit ungekannten Schwierigkeiten?
Ich glaube, dass die Schwierigkeiten an sich nicht zu groß sind.
Wir haben die Unterstützung der Bevölkerung, wir haben die Unterstützung der Behörden vor Ort.
Ich glaube, dass alles unten einigermaßen bewältigbar ist mit unserer Ausrüstung und Ausbildung.
Wie sieht denn nun die Trinkwassersituation in der Türkei aus?
Die Feuerwehr kann 30.000 Personen zur Zeit mit Trinkwasser versorgen.
Und in der Ortschaft und in der Region sind es ca.
70.000 Leute.
Das ist die Schätzung, die vom Gouverneur kommt.
Den Rest sollten wir versorgen.
Wie groß ist die Seuchengefahr in dem Einsatzort, wo Sie tätig sein werden?
Ich glaube, dass wir sehr wohl rechtzeitig unten sind.
Es ist eine Notversorgung hier da.
Es hat in den letzten Tagen geregnet und die Seuchengefahr ist aufgrund der relativ tiefen Temperaturen, die zurzeit herrschen, nicht ganz so groß.
Die Meldungen sind also zwei Typhusfälle und das ist auf 70.000 Personen relativ weniger.
Die Häuser sind also so zusammengestürzt, dass sie relativ stark komprimiert sind.
Man bemüht sich von Anfang an jetzt, diesen Schutt zu komprimieren.
Das heißt, dass also die Leichen oder die Leute, die dann noch darunter liegen, einfach abgedichtet werden, sodass also möglichst keine Ratten und sonstiges Ungeziefertes also hier zur solchen Übertragung hauptsächlich da ist, sich nicht vermehrt.
Wie wichtig ist nun die Trinkwasseraufbereitung bezüglich der Seuchengefahr?
Es ist ganz wichtig, dass man hier die Leute wegbringt von ihren Brunnen, die wahrscheinlich verseucht sind, von anderen Wasserstellen, wo wir also nicht genau wissen, wie die sind.
Wir wissen, dass es in der Nähe der Küste Ziehbrunnen sind, die also über das Meer teilweise versorgt werden.
Es ist etwas salzhaltiges Wasser aufgrund des Raffineriebrands und Brands von Chemiefabriken.
haben wir eher auch mit Kontaminationen von Chemikalien und Ölen zu tun.
Also das ist ganz wichtig, dass die Leute von dem Wasser wegbringen.
Österreicher Einsatz, Bundesheereinsatz zur Versorgung der Erdbebenopfer, der vom Erdbeben Betroffenen in der Türkei, Hannes Eigelsreiter hat berichtet.
Österreichische Bundesheersoldaten auch im Einsatz im Kosovo und dorthin schauen wir mit dem nächsten Beitrag.
In Pristina ist in den frühen Morgenstunden heute ein Bombenanschlag auf ein Denkmal verübt worden.
Verletzt wurde dabei niemand.
Die Detonation war allerdings in ganz Pristina zu hören.
Die durch den Anschlag zerstörte, moderne Skulptur, die unter dem frühen Staatschef Tito errichtet worden war, hätte einer der Glaubenssätze des damaligen Staates symbolisieren sollen.
Brüderlichkeit und Einigkeit.
Das harmonische Zusammenleben verschiedener Völker in einem Land.
Ein Ideal, an das nach den Kriegen und Grausamkeiten in Ex-Jugoslawien in den vergangenen Jahren kaum mehr jemand glaubt und das sich wohl auch nicht mehr so leicht wiederbeleben lässt.
Ethnisch motivierte Verbrechen stehen im Kosovo auch jetzt noch an der Tagesordnung, aber immerhin die internationale Truppe KFOR hat die Situation inzwischen doch besser unter Kontrolle als noch vor einem Monat, berichtet unser Reporter im Kosovo Christoph Wager.
Allmählich scheint die KFOR das anfängliche Chaos in den Griff zu kriegen, abgesehen von Orahovac freilich, wo sich die Albaner weiterhin weigern, russische Truppen zu akzeptieren.
Fast täglich nehmen KFOR-Soldaten mutmaßliche Brandstifter fest,
die serbische Häuser angezündet haben sollen.
Im Dorf Smac im Süden des Kosovo haben KFOR-Soldaten Sprengmittel in einer serbisch-orthodoxen Kirche entdeckt.
Offensichtlich sollte die ohnehin bereits beschädigte Kirche völlig zerstört werden.
Vor vielen orthodoxen Kirchen stehen mittlerweile KFOR-Panzer, um Anschläge der Albaner zu vermeiden.
Vereinzelt haben Serben offenbar wieder mehr Vertrauen in die internationalen Einheiten.
So sind zum Beispiel 190 Serben nach Gorazdevac im Nordkosovo zurückgekehrt.
Die waren nach Montenegro geflohen.
Einen rührigen Versuch zu vermitteln, unternehmen die Amerikaner.
Sie werden serbische Bauern im Ostkosovo begleiten, die ihr Getreide in einer Mühle eines Albaners mahlen lassen wollen.
20 bis 30 Traktore wird der Konvoi heute Vormittag umfassen.
In der Hauptstadt Pristina hat bereits die Polizei ihren Dienst aufgenommen.
Eine Entlastung für die Soldaten.
Auf dem Land ist es noch nicht so weit.
Dort übernehmen nach wie vor KFOR-Soldaten Polizeiaufgaben.
Auch die albanische Kampftruppe UCHK scheint sich den westlichen Einheiten allmählich unterzuordnen.
Beispiel Glogowatz, eine Hochburg der UCHK.
Dort hat sie dem Druck der kanadischen Einheiten nachgegeben und das Polizeigebäude geräumt, das sie zuvor wochenlang besetzt hatte.
Ein Kärntner Gendarmeriebeamter aus Bleiburg ist derzeit bemüht, das Gebäude wieder instand zu setzen.
Christoph Walger aus dem Kosovo und willkommen zu unserer Samstagsserie im Journal zu Gaust.
Das ist heute der Bundessprecher der Grünen, Professor Alexander Van der Bellen.
Van der Bellen ist damit übrigens der Erste in einer Interviewserie mit den österreichischen Spitzenparteipolitikern vor der Nationalratswahl im Oktober.
Van der Bellen hat die Grünen so scheint es ruhiger gemacht und vielleicht auch braver, ob das den Grünen eher nützt oder eher schadet.
Und grundsätzlich über die Situation und die Chancen der Grünen in diesem Wahlkampf, darüber hat Karl Amon mit dem grünen Parteichef fünf Wochen vor den Wahlen gesprochen.
Herr Professor Van der Bellen, Sie haben Ruhe in die Grünen gebracht.
Manche sagen, zu viel Ruhe.
Wann haben Sie sich eigentlich zum letzten Mal so richtig hörbar geärgert?
Wann habe ich mich zum letzten Mal geärgert?
Es hat schon interne Sitzungen gegeben, wo ich mich
Was etwas zu zäh gegangen ist oder ich ein Argument nicht nachvollziehen konnte oder wo ich mich auch ungerecht behandelt gefühlt habe, das kommt ja immer vor.
Dann kann ich mich schon ärgern.
Das ist ja auch normal.
Wissen Sie noch das Thema, über das Sie sich geärgert haben?
Den Sachverhalt?
Ich muss ehrlich sagen, ich habe das verdrängt.
Nein, ich weiß es nicht mehr.
Gehört das eher zur Ausnahme oder ist es die Regel?
Das gehört zur Ausnahme.
Das ist auch eine Charaktereigenschaft, die ihre positiven und negativen Seiten hat.
Also wenn mich etwas ärgert...
neige ich dazu, dass mein Blutdruck sozusagen runtergeht erst mal und ich ganz kühl und kalt werde.
Und wenn man Pech hat, führt es dann dazu, dass man sich zu spät ärgert, dass die Sitzung vorbei ist, die Sendung vorbei ist und man sich mit sich selbst wütet und sagt, Harald, warum habe ich das nicht gesagt oder so nicht reagiert und so weiter, dass der Zorn zu spät kommt.
Das ist der Nachteil der übergroßen Gelassenheit.
Von Meinungsforschern werden Sie ja als ehrlich, kompetent, aber nicht sehr durchschlagskräftig bezeichnet.
Das hängt ja möglicherweise mit Ihrer ruhigen Art zusammen.
Wie bringen Sie das mit Ihrem politischen Job unter einen Hut?
Ein Politiker muss ja, sollte er zumindest, durchschlagskräftig sein.
Es kommt darauf an, was man darunter versteht, also nämlich unterdurchschlagskräftig.
Ich glaube, Michis Burni, unsere Bundesgeschäftsführerin und ich haben es geschafft, in diesen anderthalb bis zwei Jahren eben die Partei zu konsolidieren auf eine ruhige Art, ohne große Auseinandersetzungen nach außen.
im Bestreben auch nicht zu verletzen.
Und ich glaube, diese Politik zahlt sich langfristig aus.
Glauben Sie selbst, dass Sie sich gut verkaufen?
Dass Sie sich schlagkräftig verkaufen?
Alles ist verbesserungsfähig.
Und ich habe auch in den vergangenen Jahren dazugelernt.
Es stimmt schon, dass ich mich nicht darum reiße, jeden Tag
in einem Medium, in einer Zeitung zu stehen, auch dann, wenn man sozusagen gar nicht viel zu sagen hat.
Die Grünen verkaufen sich jetzt gerne als Partei mit Kanten und Ecken und einer Integrationsfigur.
Die Integrationsfigur van der Bellen gibt es, gibt es aber noch genügend Kanten und Ecken.
Peter Pilz etwa wurde für ein Kampfmandat gesetzt, Wabel kandidiert nicht mehr, Langthaler ist ausgeschieden.
Ist Ruhe und weniger Ecken und Kanten Ihre politische Strategie oder ist das einfach passiert?
Das ist einfach passiert.
Monika Langthaler zum Beispiel steht in einer wichtigen Phase ihres Lebens.
Wenn man so Anfang, Mitte 30 ist und schon sehr, sehr lange in der Politik war, muss man sich überlegen und was ist jetzt
Was ist in den nächsten zehn Jahren?
Mit 45 oder so kann es zu spät sein.
Und ich glaube, sie hat eine schwierige, aber letzten Endes richtige Entscheidung getroffen.
Nein, nein, die Grünen als Oppositionspartei, die haben schon ihre Ecken und Kanten.
Sie sind vielleicht im Stil, nicht so aktionistisch.
Bild zum Beispiel wurde bewusst auf ein Kampfmandat gesetzt.
Hier geht doch eine Figur, die zweifellos Ecken und Kanten hat, in einen Risikobereich, die es vielleicht dann nicht mehr gibt.
Es ist richtig, dass der Bundeskongress der Grünen allerdings mit einer Stimme Unterschied Peter Pilz auf ein sogenanntes Kampfmandat gesetzt hat und ich bin absolut überzeugt, dass wir dieses sogenannte Kampfmandat machen werden, dazugewinnen werden bei den kommenden Wahlen.
Was wählt man eigentlich, wenn man bei den kommenden Nationalratswahlen Grün wählt?
Ganz kurz und plakativ,
Natürlich die klassischen Politikfelder der Grünen, das heißt Naturschutz, Umweltschutz, aber was wir sehr stark betonen jetzt auch aufgrund der aktuellen Ereignisse dieses Jahres, Bürgerrechte, die Einhaltung der Bürgerrechte, die Einhaltung der Menschenrechte, nicht nur bei sogenannten Asylwerbern, sondern bei den Österreichern und Österreicherinnen, was zum Beispiel den sich entwickelnden Überwachungsstaat in Österreich betrifft.
Also diese klassische Verknüpfung aus Bürgerrechtsthemen, sozialpolitischen Themen, frauenpolitischen Themen plus natürlich das große Thema der Außen- und Sicherheitspolitik, der nicht beitritt zur NATO, die Beibehaltung der Neutralität.
Bleiben wir kurz bei der Neutralität.
Gerade in einem wichtigen Wählersegment von Ihnen in der A-Schicht herrscht eine große Skepsis der Neutralität gegenüber.
Liegen Sie da noch richtig, wenn Sie die Neutralität ohne Wenn und Aber verteidigen?
Das Wenn und Aber in Ihrer Frage stört mich ein bisschen.
Es geht ja nicht darum, aus der Neutralität von 1955 eine Ikone zu machen, sondern es geht darum,
die sicherheitspolitische Lage und die sicherheitspolitischen Interessen Österreichs jetzt zu definieren.
Und da gehen wir von der schlichten Tatsache aus, dass Österreich nach menschlichem Ermessen militärisch nicht bedroht ist, sondern von befreundeten Nationen umgeben ist.
Wir haben mit keinem Nachbarn Grenzstreitigkeiten, wir haben mit keinem Nachbarn ethnische Probleme.
sodass eine Umrüstung und Abrüstung des Bundesheeres auf die Aufgaben der Zukunft, die tatsächlich auf Österreich zugekommen sind und zukommen werden, möglich wird.
Das ist zum Beispiel ausgebauter Katastrophenschutz und eine stärkere Beachtung unserer Verpflichtungen aus der UNO-Mitgliedschaft, also Einsatz auch im Ausland unter UNO-Mandat, so wie auf den Golanhöhen in Zypern.
Bleiben wir noch kurz beim Zustand Ihrer Partei.
Frau Langthaler soll auch deswegen aus der Politik ausgeschieden sein, weil sie bei den Grünen trotz hohem Einsatz politisch weniger reicht und umsetzen konnte.
Frau Siemer glaubt offensichtlich, die jetzt zur SPÖ gewechselt ist, dass sie dort umweltpolitisch mehr bewegen kann als in ihrer Stammbartei, den Grünen, sage ich einmal.
Kommt Ihnen das Umweltthema abhanden, weil es Ihnen die anderen Parteien wegnehmen, vielleicht sogar glaubhaft wegnehmen?
Das halte ich für ausgeschlossen.
Vielleicht sollte ich ironisch dazufügen, leider für ausgeschlossen.
Denn es ist zwar richtig, dass auch die anderen Parteien sich umweltpolitisch gebärden, sozusagen, aber immer, wenn es darauf ankommt, den Schwanz einziehen.
Das betrifft natürlich und vor allem auch die SPÖ, die in ihrer ganzen Vergangenheit, würde ich sagen, fast immer auf der bremsenden bzw.
verhindernden Seite war, wenn es um umweltpolitische Fragen ging.
Kollegin Simmer kann ich in der Beziehung nur alles Gute wünschen, denn der umweltpolitische Sprecher
Jetzt im jetzigen SPÖ-Club ist der Kollege Keppl-Müller und er vertritt in allen Punkten so ungefähr das Gegenteil von dem.
was Uli Sima bisher vertreten hat.
Wir werden ja sehen, wie das ausgeht.
Ich denke, da sind wir nun wirklich authentisch im Naturschutz.
In den Zeitungen werden Sie zitiert, dass Sie sich selbst als besserer Sozialdemokrat bezeichnen.
Sie kommen auch selbst aus der SPÖ.
Können Sie sich ganz prinzipiell vorstellen, auch eine Koalition mit der ÖVP einzugehen?
Wie ist überhaupt Ihr Verhältnis zur ÖVP?
Darf ich vorhin auf das bessere Sozialdemokrat kommen?
Das ist, wenn ich nicht irre, glaube ich, ein Bonmot des Andreas Kohl von der ÖVP, der mich als Melone bezeichnet hat, als Wassermelone, die außen grün ist und innen rot.
Das war eine Schlagzeile, die Ihnen in den Mund gelegt wurde in einer Tageszeitung.
Ein witziges Bonmot.
an dem nur so viel richtig ist, dass wir theoretisch gewisse Bührungspunkte mit der SPÖ hätten, ich sage es im Konjunktiv, hätten, in der Sozialpolitik beispielsweise oder in der Neutralitätsfrage, die SPÖ nur uns in der Realität andauernd damit konfrontiert, dass sie etwas anderes macht als das, was sie behauptet.
Was die ÖVP betrifft, so haben wir natürlich schon große Schwierigkeiten,
eine Kooperation mit einer Partei zu überlegen, die zumindest in ihrer Spitze so eindeutig für den NATO-Beitritt eingestellt ist.
Eine Partei, die in der Frauenpolitik doch, meine ich, unzweideutig den Weg verfolgt, die Frauen vom Arbeitsmarkt eher zu verdrängen, als sie dort gleichberechtigt zu machen.
Eine Partei, die uns beim Privatwaffenverbot blockiert hat,
Und last not least, der sehr schwer war sogar in der Frage von 0,5 Promille, der Absenkung der Promillengrenze, zu einem Kompromiss zu kommen.
Das macht das alles recht schwierig.
Ich habe dazu gesagt schon in der Vergangenheit, das betrifft jetzt alles die Bundesebene, es ist nicht undenkbar, dass auf Länderebene, je nachdem, was für eine Art von ÖVP dann in diesem Bundesland den Thron angibt, dass man sich vorstellen kann, nach einer Änderung der Landesverfassungen, einer Abschaffung der Proportsregierungen,
Wenn da also normale Verhältnisse einkehren, ist es nicht undenkbar auf Landesebene auch mit der ÖVP zu koalieren.
Wie stehen Sie überhaupt prinzipiell jetzt zu einer möglichen Regierungsbeteiligung?
Vor einem halben Jahr haben Sie noch gesagt, frühestens 2003.
Zuletzt haben Sie signalisiert, dass es auch früher möglich sein kann.
Was hat sich da geändert?
Ich habe diesen Ballon steigen lassen, um einmal auch zu sehen, ob es irgendwelche Signale gibt, vor allem von Seiten der größten Regierungspartei, weil ja schon aus arithmetischen Gründen eine Koalition mit der ÖVP auf Bundesebene nicht in Frage kommt.
Ich habe diesen Ballon steigen lassen und das erwartete Ergebnis erzielt nämlich, dass es kein Signal gibt von der Seite der SPÖ.
Das nehme ich zur Kenntnis.
Ein Indiz mehr für mich.
dass die Absprachen für die Zeit nach dem 3.
Oktober zwischen SPÖ und ÖVP klar sind.
Also ziehen Sie dieses Angebot wieder komplett zurück?
Nein, es bleibt natürlich dabei, dass dann, wenn es klar ist, dass wir mit unseren politischen Forderungen nicht unter den Tisch fallen und nicht über den Tisch gezogen werden sollen, dass wir dann eines Tages bereit wären.
Kann eines Tages schon nach dieser Wahl sein?
Theoretisch.
Theoretisch.
Sollen wir uns wirklich jetzt über diese Fünf-Prozent-Wahrscheinlichkeit unterhalten, wenn vom Bundeskanzler kein Signal kommt, wenn Bundesinnenminister Schlögl, das jedenfalls für seine Person, ausdrücklich ausgeschlossen hat?
Was wäre eigentlich der Preis, was wären die Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der Grünen?
Wir müssten zu einem Verständnis kommen in der Frage der Gentechnik in der Landwirtschaft bzw.
in den Nahrungsmitteln, wobei Gentechnik auch wieder nur eine Chiffre ist für die
anderen Sachen, die hier in der Nahrungsmittelsicherung anstehen.
Wir müssen in der Frage bedarfsorientierte Grundsicherung auf einen Nenner kommen, also eine Änderung der bisherigen Sozialpolitik.
Wir würden uns schon einigen können, nehme ich an, in Fragen der Beschäftigungspolitik, dem Ziel der Vollbeschäftigung, wo ich mir etwas mehr Drive erwarten würde von der SPÖ, aber das wird nicht der größte Knackpunkt sein.
Und da frage ich mich, wie ernst das der SPÖ wirklich ist, natürlich im Bereich der Frauenpolitik.
Die Frauenpolitik ist insbesondere ein Ärgernis, finde ich, weil hier die SPÖ es besonders deutlich macht, vor den Wahlen immer das Blaue vom Himmel zu versprechen.
Ich erinnere an das Jahr 1995.
Und nach den Wahlen ist wieder vier Jahre lang nix.
Können Sie sich auch vorstellen, eine SPÖ-Minderheitsregierung zu unterstützen?
Das ist eine schwierige Sache, weil eine Minderheitsregierung ist ja nur eine Übergangslösung.
Im Leben kann man grundsätzlich zu 100 Prozent selten etwas ausschließen.
Also wenn das Wunder passiert und die SPÖ würde derartige Signale senden,
Ich halte es nun wirklich für ein ganz unwahrscheinliches Szenario, dass aber die Minderheitsregierung, denn es setzt ja voraus, dass die ÖVP sozusagen die Nerven wegwirft und nach der Wahl quasi freiwillig in die Opposition geht.
Warum sollte sie das tun?
Auch die ÖVP ist einmal in erster Linie eine Partei, der an der eigenen Machterhaltung etwas liegt.
Warum sollte sie das tun?
Insofern das Gerede von einer Minderheitsregierung für eine nicht sehr starke, sondern eher schwache Drohgebärde der SPÖ.
Nur noch eine rein hypothetische Frage.
Wenn Sie Regierungsmacht bzw.
Mitregierungsmacht in die Hand bekämen, was wäre die wichtigste Sache, die Sie schnell ändern würden?
Was würden Sie anordnen, unmittelbar, wenn es nur eine Möglichkeit gäbe?
Was wäre das Wichtigste?
Ich glaube, so funktioniert Politik nicht, Herr Armon, muss ich leider sagen.
Es ist der Versuch, eine Rangordnung in Ihre Themen zu bringen, was liegt Ihnen besonders am Herzen, wenn Sie so spontan gefragt werden?
Vielleicht wäre die erste Maßnahme eine rückwirkende Erhöhung des Karenzgeldes ab 1.
Jänner 1999, als etwas sozusagen, das wieder gut zu machen ist.
Etwas, was frauenpolitisch, familienpolitisch und sozialpolitisch längst hätte geschehen müssen.
Warum ich vorhin ein bisschen gezögert habe, ist,
Der Machtwechsel kommt ja nicht einfach zustande sozusagen mit Blitzschlag, sondern dem geht eine lange Periode von Verhandlungen voraus, in denen sich herausstellt, ob es überhaupt sinnvoll ist, das Projekt weiter zu betreiben.
Und diese Periode ist enorm wichtig.
Danke für das Gespräch.
Danke Ihnen.
Der Bundessprecher der Grünen, Professor Alexander Van der Bellen, im Journal zu Gast bei Karl Amon als Auftakt einer Gast-Serie vor den Nationalratswahlen.
Am Montag beginnt bei der EU in Brüssel wieder so richtig der Arbeitsalltag und während in anderen Jahren nach der Sommerpause die Kommissare und die Beamten wieder zur Arbeit eilten, geht es heuer erst einmal darum, überhaupt eine neue Kommission ins Amt zu bringen.
Romano Prodi und sein Team sollen Mitte September vom Europaparlament bestätigt werden und erst dann gelten sie wirklich als bestellt.
Zuvor müssen sich die designierten Kommissare noch Hearings durch die Abgeordneten stellen.
Die wollen dabei die Qualifikation der Kandidaten streng prüfen und beweisen, dass das Europaparlament es ernst meint mit seiner Kontrollfunktion.
Gleich am Montag ist Franz Fischler an der Reihe.
Einer jener vier alten Kommissare, die wieder vorgeschlagen wurden.
Zweifellos ein besonderer Vertrauensvorschuss für den Österreicher, aber ganz ohne Kritik wird es wohl auch für ihn nicht abgehen.
Mit welchen Erwartungen Franz Fischler in diese Anhörung geht, das hat ihn in Brüssel Astrid Plank gefragt.
Ich denke, einige Fragestellungen liegen auf der Hand.
Etwa die Frage, wie geht es in der Landwirtschaft in den nächsten fünf, sechs Jahren weiter.
Oder Fragestellungen, die mit der Fischereipolitik zu tun haben, wo ja auch eine ganze Reihe von Verträgen neu ausverhandelt werden müssen und wo auch größere Reformen in den nächsten Jahren anstehen.
Aber sicher denke ich, dass gerade mit einem Kommissar, der schon einer Kommission angehört hat, auch sehr viel darüber diskutiert werden wird, wie eine Kommissionsreform vernünftigerweise aussehen sollte und welche Verantwortung die Kommissare zu tragen haben.
Da wird es ja auch um die Vergangenheit gehen.
Sie sind einer von den vier Kommissaren, die bleiben sollen, die schon früher im Amt waren.
Rechnen Sie damit, dass man hart mit Ihnen ins Gericht geht und noch einmal die Vorwürfe auf den Tisch schlägt, über die letzten Endes die alte Kommission gestolpert ist?
Es wird sicher viele Fragen zu diesem Thema geben, davon bin ich überzeugt.
Aber ich gehe hier ruhigen Gewissens in dieses Hearing, denn ich selber habe mir persönlich nichts vorzuwerfen.
Natürlich in jeder Verwaltung passieren auch Fehler.
Auch hier, glaube ich, sollte man ehrlich sein und das offen darstellen, worum es geht.
Und dann muss man darüber diskutieren, wie man Dinge auch besser machen kann.
Ein Punkt wird wohl auch seinen Rechnungshofbericht, der kürzlich aufgetaucht ist bzw.
in den Medien behandelt wurde und aus dem man Vorwürfe gegen sie abgeleitet hat, im Zusammenhang mit Forschungsprojekten in der Landwirtschaft.
Ja, diesen Bericht sehe ich ziemlich gelassen, denn ich bin erstens nicht einmal der unmittelbar Zuständige.
Die Forschungsprojekte auch der Landwirtschaft werden von der Generaldirektion für die Forschung koordiniert.
Und soweit Projekte direkt von der Generaldirektion Landwirtschaft abgewickelt werden, es stimmt, hier hat es auch Schwächen in der Verwaltung gegeben.
Die sind aber schon vor dieser Bericht überhaupt gemacht wurde, abgestellt worden.
Und daher gehe ich hier ganz zeugengewissens in dieses Hiering.
Also Sie glauben nicht, dass die Abgeordneten sich gerade daran festbeißen könnten und dass das für Sie besonders unangenehm werden könnte?
Ich möchte den Abgeordneten hier überhaupt nichts unterstellen.
Wie gesagt, ich erwarte mir nur eine faire Behandlung und bisher habe ich eigentlich mit dem Parlament immer gute Erfahrungen gemacht und bin eigentlich immer fair behandelt worden.
Daher sehe ich auch keinen Grund, dass das diesmal anders sein sollte.
Sie haben die Fischerei vorhin erwähnt.
Dieser Bereich ist ja für Sie neu.
Haben Sie sich da eingelesen, eingearbeitet?
Ja, das stimmt, dass das für mich neu ist.
Und Österreich ist ja nicht gerade sehr involviert in die Hochseefischerei.
Daher war das notwendig, dass ich mich hier neu einarbeite.
Und ich habe mich sehr intensiv in den vergangenen Wochen mit den Fragen, die hier anstehen, beschäftigt.
Und ich denke schon, dass ich in der Lage sein werde, auch diese Aufgabe wahrzunehmen, zumal es ja auch einige Parallelitäten zur Landwirtschaft gibt.
Etwa, wenn ich an das Prinzip der Nachhaltigkeit denke, das ist etwas, was wir in der Landwirtschaft brauchen, aber genauso in der Fischereiwirtschaft.
Denn wenn es uns nicht gelingt, stabile Fischbestände zu haben in der Zukunft, dann sind auch die Chancen für die europäischen Fischer verringert.
Teile der EVP-Fraktion haben angekündigt, dass sie besonders streng sein werden bei diesen Hearings.
Aus einer gewissen Verärgerung heraus, die noch immer besteht, weil es zu wenig konservative Kommissare geben soll.
Können Sie sich vorstellen, dass hier tatsächlich der eine oder andere blockiert wird vom Parlament, von einem Ausschuss?
Ich möchte hier nicht die Intentionen der Parlamentarier kommentieren.
Das ist ihre Sache und auch ihre Verantwortung.
Ich glaube nur eines, die Sache sollte eigentlich an erster Stelle stehen und nicht die politische Herkunft eines Kandidaten.
Und es geht ja, der Sinn des Hearings sollte eigentlich darin bestehen, zu erfahren, welche politischen Vorstellungen hat dieser Mensch,
Welche politischen Vorhaben möchte er durchbringen und wie geht er mit europäischer Politik um?
Rechnen Sie damit, dass es besondere Widerstände aus irgendeiner Ecke oder einem Lage gegen Sie geben wird?
Also ich habe hier eigentlich von niemandem eine Angst.
Auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber sehe ich auch nicht, dass es hier Fronten gegen mich gibt.
Im Gegenteil, es gibt viele Kommentare, dass man eigentlich die Arbeit, die ich in den letzten Jahren hier in Brüssel geleistet habe, schätzt.
Sagt EU-Kommissar, Kandidat Franz Fischn im Gespräch mit Astrid Blank.
Kommenden Montag sollen mehr als 400.000 Stimmberechtigte in Ost-Timor über Unabhängigkeit oder Autonomie innerhalb Indonesiens entscheiden.
Seit mehr als 20 Jahren schwelt der Konflikt in der frühen portugiesischen Kolonie.
Mehr als 200.000 Menschen hat er in dieser Zeit das Leben gekostet.
Und auch der zweiwöchige Wahlkampf war nochmals von Gewalttaten überschattet, zuletzt vor allem von Seiten proindonesischer Gruppen.
Hören Sie eine Analyse von Helmut Opletal.
1975 hat Indonesien die frühere portugiesische Kolonie Osttimor gewaltsam besetzt, doch viele der mehrheitlich christlichen Einwohner leisteten erbitterten Widerstand.
Dieses Jahr hat Indonesiens neuer Präsident Habibie nun überraschend einem Referendum über die frühere portugiesische Kolonie zugestimmt und kaum jemand zweifelt daran, dass es, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, ein überwältigendes Votum für die Selbstständigkeit bringen wird.
Doch die Gegner der Unabhängigkeit haben inzwischen mobilisiert.
Indonesien hat in den letzten Jahren zahlreiche Beamte, Polizisten und auch Siedler von anderen Inseln nach Osttimor geschickt.
Und im Grenzgebiet zum indonesischen Westtimor haben die Anhänger eines Verbleibs bei Jakarta bewaffnete Milizen aufgestellt.
Die Armee heißt es immer wieder unterstützt diese pro-indonesischen Gruppen, vor allem angesichts der Möglichkeit, dass eine Abspaltung Osttimors von Indonesien Beispielwirkung auf andere Teile des Vielvölkerstaates zeigen könnte.
Der UNO wurde nur gestattet, etwas mehr als 300 unbewaffnete Polizisten und Militärbeobachter in Osttimor zu stationieren.
Zwar hat Indonesiens Außenminister Ali Alatas jetzt einer Verstärkung dieser Einheiten zugestimmt.
Eine regelrechte UNO-Truppe zum Schutz der Bevölkerung, wie sie die osttimoresische Unabhängigkeitsbewegung vor allem nach den letzten Gewalttaten fordert, lehnt die Regierung in Jakarta aber nach wie vor ab.
Doch das könnte sich bald nach der Volksabstimmung ändern.
Es wird etwa eine Woche dauern, bis die Stimmen ausgezählt sind und schon jetzt gibt es Anzeichen, dass die indonesischen Behörden mit einem Votum für die Unabhängigkeit rechnen.
Zeitungen in Jakarta berichten von Evakuierungsplänen der Armee und auch viele zugewanderte Indonesier verlassen inzwischen das Territorium.
Für Mitte September hat Außenminister Alialatas auch die Freilassung des inhaftierten Unabhängigkeitsführers Janana Guzmao angekündigt.
Die UNO könnte dann eine Übergangsverwaltung einrichten, die das Territorium in die Selbstständigkeit führt, falls ja, falls nicht neue bewaffnete Auseinandersetzungen wieder einen Strich durch die Rechnung machen.
Helmut Oppeltal hat informiert.
Fernseher, mit denen im Internet gearbeitet werden kann, neue Multimediascheiben, auf denen Video und Musik gleichzeitig abgespeichert werden kann, Handys, die so groß sind wie eine Kreditkarte und die natürlich Zugang haben zum Internet, das alles und noch mehr wird in den kommenden sieben Tagen auf der Berliner Funkausstellung zu sehen sein.
Seit sage und schreibe 75 Jahren feiert sich da alljährlich die Informationsgesellschaft selbst mit immer neuen technischen Superlativen.
Heute ist Eröffnungstag, für uns dabei Josef Schweizer.
Die Zeit der Röhren, Bänder und Rillen ist endgültig vorbei.
Die Schlagworte lauten DVD, DVHS, DAB.
Das D steht für Digital, Bits und Bytes.
DVD, das ist die seit Jahren angekündigte Nachfolgerin der CD.
Jetzt kommt sie.
Kaum größer, höchstens doppelt so dick, fasst sie bis zu neunmal mehr Informationen.
Auf der DVD haben Spielfilme in mehreren Versionen Platz.
oder Musikstücke in Konzertsaal-Qualität.
Zusätzlich zu Stereo, also rechts und links, werden auch noch vorne, hinten, oben und unten übertragen.
Allerdings streiten Sony und Philips bei der Super Audio Disc noch gegen den Rest der Musikwelt.
Die Video-DVD dagegen steht nach langem Tauziehen um den Kopierschutz nunmehr tatsächlich vor der breiten Markteinführung.
Vorerst können die DVD-Geräte Filme nur abspielen, für die Aufnahme, also die Ablöse des Videorekorders, sind lediglich Prototypen zu sehen.
Das Aufzeichnen von Videos basiert vorerst weiterhin auf Band, das aber immerhin digital.
Das System heißt DVHS und spielt auch die gute alte Videokassette ab, zeichnet aber digital auf.
Das Ergebnis schärferes Bild, reiner Ton.
Digital ist auch die Zukunft der Fotografie.
Das Angebot wird jetzt immer breiter, von der halbwegs brauchbaren 3000 Shilling Digitalkamera bis zur Nikon Profi Spiegelreflex um 70.000.
Allen gemeinsam, die Bilder werden auf Chipkarten gespeichert und können danach bearbeitet, per Internet verschickt oder ausgedruckt werden.
Digital rauschfrei kommt auf der Funkausstellung auch das Radio daher.
Digital Audio Broadcasting, kurz DAB, könnte der Radiostandard der Zukunft sein.
CD-ähnliche Tonqualität plus Zusatzinformationen können auf dem digitalen Radiosignal empfangen werden, vorausgesetzt man hat ein entsprechendes Empfangsgerät.
War das bisher Mangelware, so zeigen in Berlin gleich ein halbes Dutzend Hersteller neue DAB-Empfänger, fehlt nur noch das entsprechende Programmangebot.
Die Zukunft des Fernsehens ist ebenfalls digital, entweder per Satellit oder über die normale Hausantenne.
Oder über Internet mit Set-Top-Boxen holt man sich die Webseiten auf den Schirm.
Dieser selbst, der Fernsehschirm nämlich, wird immer größer, immer flacher und immer teurer.
Mehr als ein Meter Bilddiagonale, keine neun Zentimeter dick, ideal für die Wohnzimmerwand, wäre dann nicht der Preis 200.000 Shilling und mehr.
Schon eher was für die normale Brieftasche sind MP3-Player, die feuerzeuggroßen Walkman für Soundfiles aus dem Internet.
Sie kommen bald auch als Kombi-Geräte mit Radioempfänger, Diktiergerät, Telefonverzeichnis und sogar mit eingebauter Digitalkamera.
Diese Funktionsvielfalt ist nur mehr vom Handy zu schlagen.
Terminkalender, Sprachsteuerung, Infrarotübertragung und Sprachaufzeichnung sind fast schon Standard.
Jetzt kommt noch der Webbrowser dazu.
Über eine internetähnliche Technik werden abgespeckte Informationsseiten auf die Handyanzeige geschickt.
Damit soll später auch Online-Banking möglich sein.
Klingt ja fast nach einer modernen Spielzeugmesse.
Josef Schweinze hat von der Berliner Funkausstellung berichtet.
Um viel Geld geht es auch im nächsten Beitrag.
Für die italienischen Fußballfans beginnt an diesem Wochenende nämlich wieder das Runde Leder zu rollen.
Die Serie A, das Gegenstück zu unserer Bundesliga, geht in die neue Saison.
Kaum jemand zweifelt daran, dass die sogenannten magischen Sieben, die größten Klubs von Titelverteidiger AC Milan bis zum AS Roma, auch diesmal die Meisterschaft ausmachen werden unter sich.
Und zu diesem Zweck haben die meisten Vereine auf dem Transfermarkt kräftig eingekauft, mit Summen, von denen ein österreichischer Verein jahrelang leben könnte.
Der absolute Rekordabschluss der Saison war der Kauf des Nationalteamspielers Christian Vieri durch Inter Mailand für mehr als eine halbe Milliarde Schilling, nicht Lire.
Mario Luk hat sich die Hintergründe und Auswirkungen dieses Transferwahnsinns näher angesehen.
Den Weltrekord hält derzeit Christian Vieri.
Inter Mailand hat den italienischen Nationalstürmer um rund 588 Millionen Schilling von Lazio Rom verpflichtet.
Diese Ablösesumme hat alle Dämme gebrochen.
Auch Österreichs Spielermanager Nummer 1, Christian Flick, versteht die Welt nicht mehr.
Es hat sich auch der Papst in diesen Transfer eingemischt und warnend seinen Finger in die Höhe gestreckt, um einfach deutlich zu machen, dass hier Summen verlangt werden, die nicht mehr realisierbar sind.
Aber auch das hat den Transfer des Christian Wehre letztendlich nicht verhindert.
Mit Beginn der 90er Jahre haben die Ablösesummen stetig zugenommen.
Das berüchtigte Boßmann-Urteil 1995 hätte diesen Trend stoppen sollen.
Damals hat die EU-Kommission beschlossen, dass ein Spieler, dessen Vertrag abgelaufen ist, ablösefrei den Verein wechseln kann.
Daraus hat sich ein neues Phänomen im europäischen Spitzenfußball ergeben.
ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig erklärt.
Wenn ein Juwel am Markt ist, so wie ein Topstar, dann will man sie sofort haben und will nicht die zwei, drei Jahre warten, die der noch unter Vertrag ist.
Denn es hat der Fall Bosman dazu geführt, dass die Kontrakte der Spieler länger werden.
Das heißt, man gibt solchen Spielern bewusst langfristige Verträge in der Hoffnung,
dass wenn er einmal gebraucht wird am Transfermarkt und dann gefragt wird, dass man dementsprechend hohe Summen ansetzen kann.
Diese enormen Transfersummen haben aber auch noch einen anderen Grund, der auf das EU-Recht zurückzuführen ist.
Sicherlich wesentlich für diese derzeitige wirtschaftliche Entwicklung ist der Umstand der Wegfall der Ausländerbeschränkungen.
Dadurch ist die Rotation im Transfersystem noch viel, viel stärker geworden.
Und der Trend setzt sich fort.
Ein Ende der Großeinkäufe der Klubs ist nicht in Sicht, außer der Markt regelt sich von selbst.
Ich befürchte, wenn man das so sagen darf, dass hier dieser Trend nicht zu stoppen ist.
Ich glaube, wir werden es bald erleben, dass für einen Spieler eine besondere Qualität ablösen in einem Bereich von etwa einer Milliarde oder auch mehr bezahlt werden.
Eine Milliarde Schilling für einen einzigen Spieler, einfach unvorstellbar.
Zum Vergleich, die Budgets der österreichischen Spitzenklubs betragen jeweils nicht einmal 150 Millionen.
Doch auch bei uns sind die Spieler mehr wert als früher, der Trend ebenfalls erkennbar.
Der Rekord?
Mario Haas ist im Sommer um 43 Millionen von Sturm Graz zu Straßburg gewechselt.
Vor einigen Jahren wäre ein Spielerverkauf von über 10 Millionen Schilling schon eine echte Sensation gewesen.
Für so manchen Klub könnte sich aber ein Teufelskreis bilden.
Um international mithalten zu können, muss man, wenn nicht vorhanden, einfach gute Spieler kaufen.
Und die haben ihren Preis.
Die Gefahr einer Überschuldung wird daher immer größer.
Für die Klubs und da vor allem für die Heimischen wird die Nachwuchsarbeit immer wichtiger, Ludwig bestätigt.
Ich glaube, wir müssen auf die Karte junge, eigene Spieler setzen.
Nicht im Hinblick auf eine Entwicklung der Nationalmannschaft, sondern im Hinblick auf einen eigenen Markt.
Wenn wir da in der Entwicklung der Jugendlichen hinkommen, wird Österreich sicher weiterhin im Konzert der Großen dabei sein.
Und wenn die Nachwuchsarbeit stimmt, dann könnten zweifelsfrei auch österreichische Fußballer mit hohen Ablösesummen, vielleicht sogar jenseits der 100-Millionen-Schilling-Grenze ins Ausland wechseln.
Doch bis dahin scheint es für Österreich noch ein weiter und steiniger Weg zu sein.
Mario Lurg von unserer Sportredaktion hat berichtet.
Morgen Sonntag gehen die Salzburger Festspiele zu Ende mit Orchesterkonzerten, mit Opernreprisen, mit Schauspielen auf allen Schauplätzen.
Es waren sicherlich die bisher aufwendigsten Festspiele mit acht Opern, sieben Schauspielproduktionen, mit an die 80 unterschiedlichsten Konzertprogrammen und vielen, vielen Begleitveranstaltungen.
Volkmar Parschalk zieht ein finanzielles und künstlerisches Resümee.
Es war der Sommer der vielfältigsten Programme, der meisten Veranstaltungen, der avanciertesten Produktionen, des endgültigen Vorstoßes der Salzburger Festspiele in Richtung Moderne und Unbekanntes.
Es gab 238.453 Besucher, eine Auslastung von 90 Prozent.
Der Finanzchef im Direktorium, Hans Landesmann, ist daher zufrieden.
Unser Einnahmensol war laut Budget circa 305 Millionen und wir haben 294.
Und zum immer wieder kolportierten Defizit von 20 bis 30 Millionen, sagt Landesmann,
Und ich schätze, dass sich der Defizit doch zwischen 10 und 12 Millionen bewegen wird, aber ich weiß es wirklich nicht genau.
Und das ist insofern nicht beunruhigend, weil wir das 2000er-Programm und Budget bereits erstellt haben.
Und dort erwarten wir mindestens 10 bis 15 Millionen Überschuss.
Hans Landesmann hatte auch mit seiner hervorragenden Konzertprogrammierung großen Erfolg, etwa dem gestürmten Progetto Polini.
Künstlerisch waren alle Produktionen interessant, nicht alle unumstritten.
Vieles war den konservativeren Besuchern zu extrem.
Doch hat das seit 1992 agierende Direktorium ein neues Publikum heranbilden können, das auch bei Ausflügen in die Kunst der Zukunft mitgeht?
So wurde die Produktion von Berlioz La Damnation de Faust in der Felsenreitschule durch die spanische Gruppe La Fura dels Paus der absolute Opernhit, erreichte im Schauspiel die Monsterproduktion Schlachten von Luc Perceval und Tom Lanois geradezu Kultstatus und erlebte man auch im Schauspiel mit Fura dels Paus und Simon McBurney Theaterstile des 21.
Jahrhunderts.
Frank Baumbauer, der Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, ist glücklich mit seiner Planung.
Ich bin froh, dass sich viele Pläne in so eine gute Konkretion übersetzen ließen und die Auslastung war optimal.
Wir haben eine einzige Situation gehabt, mit der wir nicht zufrieden sein konnten.
Das ist witzigerweise der geteilte Abend von Schlachten gewesen.
Die Marathons waren dann so überlaufen, als hätten wir noch mehrere spielen können.
Es war ein richtiger Run, es wurde zum Hit.
Gérard Mortier, der künstlerische Leiter der Festspiele, hat in diesem Sommer all das verwirklicht, was er in Salzburg machen wollte und das er in den vorhergehenden sieben Sommern vorbereitet hat.
Die Themen Faust und Don Giovanni sowie Macht und Machtmissbrauch haben gezogen, das Publikum ist mitgegangen.
Streitereien, Kränkungen, Beleidigungen sind vergessen.
Sie wissen, ich bin ein Weinliebhaber.
Und daher würde ich sagen, die Saison der Festspiele 99 war ein guter Küffel.
Ich glaube auch, es kommt dadurch, dass wir endlich auch die Früchte tragen von jahrelanger Vorbereitung.
viele Sachen wie die Uraufführungen oder Zusammenarbeit mit Fura des Baus oder Programmlinien, wie wir sie gestaltet haben, um Forst und Tonkwan.
Das sind Sachen, die schon lange bei mir am Gären sind, um Wein zu benutzen, also die da im Keller liegen und die wir jetzt, sagen wir mal, mit Geschmack prüfen können.
Und ich hoffe, dass es auch so weitergeht in den nächsten zwei Jahren.
Alberto Villar, der amerikanische Finanzmann, ist zum wichtigsten Sponsor der Salzburger Festspiele geworden.
Er kommt seit 25 Jahren her, findet die Salzburger die besten Festspiele der Welt, wird die Übernahme von Busonis Dr. Faust an die Metropolitan Opera in New York finanzieren und sagt über das heurige Jahr.
Ich denke, dass dieses Jahr so gut war, wie ich es gesehen habe.
Ich denke, es war ein sehr gutes Sommer.
Ein guter Sommer für Salzburg.
Und wir schalten nochmal ins Nachrichtenstudio.
Der Bundessprecher der Grünen, Van der Bellen, sieht seine Partei in den vergangenen eineinhalb bis zwei Jahren konsolidiert.
Die Grünen hätten auch sehr wohl noch Ecken und Kanten, meinte Van der Bellen.
So etwa sei er überzeugt, dass Peter Pilz über ein Kampfmandat in den Nationalrat einziehen werde.
Die Grünen stünden für Natur- und Umweltschutz, für Menschen- und Bürgerrechte.
Sie seien gegen einen Überwachungsstaat und für die Beibehaltung der Neutralität.
Eine Koalition mit der ÖVP nach der Nationalratswahl schloss er de facto aus.
Als Konfliktpunkte nannte er eine mögliche NATO-Mitgliedschaft und die Frauenpolitik.
Eine Zusammenarbeit auf Länderebene sei denkbar.
Seitens der SPÖ habe er keinerlei Signal registriert.
Daher sind nach Meinung von Van der Bellen Absprachen zwischen SPÖ und ÖVP für die Zeit nach der Wahl klar.
Im Konflikt zwischen Magnerschef Frank Stronach und dem ÖGB ist der geplante sogenannte runde Tisch zwischen den beiden Kontrahenten in der Steiermark so gut wie geplatzt.
Zu Wort gemeldet hat sich heute der ÖAB.
Generalsekretär Tantschitz hat dem früheren Bundeskanzler Franitzski vorgeworfen, in dem Streit der Anwalt von Frank Stronach zu sein.
Der Tauern-Tundel wird heute fast genau auf den Tag drei Monate nach der Brandkatastrophe am 29.
Mai wieder für den Verkehr freigegeben.
Es wurden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut.
Man verbesserte den Tundelfunk.
Die Sanierungsarbeiten wurden schneller abgeschlossen als erwartet.
60 österreichische Bundesheersoldaten sind zu einem Hilfseinsatz für die Erdbebenopfer in der Türkei abgereist.
Die Soldaten sollen vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichten, um die Versorgung der Bevölkerung in der weitgehend zerstörten Stadt Yalova zu gewährleisten.
Das waren die Meldungen.
Das Wetter heute vorerst noch stellenweise recht sonnig.
Im Laufe des Nachmittags und am Abend aber allmählich im Großteil Österreichs einige Regenschauer und auch Gewitter.
Temperaturwerte zwischen 19 und 25 Grad.
Morgen Sonntag meist trüb und zeitweise Regen.
Besonders im Westen Österreichs und im Süden.
Und dieses Samstag-Mittag-Journal geht damit zu Ende.
Unser Tonmeister war Franz Trünker.
Für den Ablauf verantwortlich als Regisseur Oliver Tanzer und ihr Moderator am Studiomikrofon Werner Löw.
Am frühen Abend werden die ersten Autos wieder durch den Tauerntunnel fahren. Drei Monate nach der Brandkatastrophe wird der Tunnel wieder freigegeben. Die Bauarbeiten konnten früher als erwartet abgeschlossen werden. Interview: ÖSAG Josef Sandner, Interview: ÖSAG Franz Lückler.
Mitwirkende:
Verzetnitsch, Viola [Gestaltung]
, Santner, Josef [Interviewte/r]
, Lückler, Franz [Interviewte/r]
Datum:
1999.08.28 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
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Verkehr
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Sicherheit
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Bauen
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Unfälle und Unglücksfälle
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Interview
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Bundesland / Salzburg
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Vor den kommenden Nationalratswahlen findet jeden Samstag ein Interview mit einem Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien statt. Der Bundessprecher der Grünen Alexander Van der Bellen ist im "Journal zu Gast". Van der Bellen hat die Grünen ruhiger gemacht. Er spricht über die Situation und Chancen der Grünen bei den kommenden Wahlen. Interview. Bundessprecher Alexander Van der Bellen.
Mitwirkende:
Amon, Karl [Gestaltung]
, Van der Bellen, Alexander [Interviewte/r]
Datum:
1999.08.28 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Parteien / Grüne
;
Wahlen
;
Porträt
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Opposition
;
Parlament
;
Interview
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Umweltpolitik
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Verhandlung
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Am Wochenende beginnt in Italien die neue Fussballsaison. Die größten sieben Klubs werden sich die Meisterschaft der Serie A unter sich ausmachen. Deswegen wurde sehr viel Geld investiert. Der Transfer des Nationalspieler Christian Vieri zu Inter Mailand für mehr als 500 MIllionen Schilling war der Höhepunkt. Ein Überblick. Interview: Spielermanager Christian Flick, Interview: ÖFB Alfred Ludwig.
Mitwirkende:
Lug, Mario [Gestaltung]
, Flick, Christian [Interviewte/r]
, Ludwig, Alfred [Interviewte/r]
Datum:
1999.08.28 [Sendedatum]
Schlagworte:
Sport
;
Sport
;
Handwerk und Gewerbe
;
Finanzwesen und Kreditwesen
;
Interview
;
Interessensvertretungen
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Italien
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Am Folgetag gehen die Salzburger Festspiele zu Ende. Es waren die aufwendigsten Festspiele aller Zeiten. Acht Opern, sieben Schauspielproduktionen, 80 Konzertveranstaltungen und diverse Begleitveranstaltungen wurden geboten. Eine künstlerische und finanzielle Bilanz. Interview: Finanzchef Hans Landesmann, Interview: Schauspieldirektor Frank Baumbauer, Interview: Intendant Gerard Mortier, Interview: Sponsor Alberto Vilar.
Mitwirkende:
Parschalk, Volkmar [Gestaltung]
, Landesmann, Hans [Interviewte/r]
, Baumbauer, Frank [Interviewte/r]
, Mortier, Gerard [Interviewte/r]
, Vilar, Alberto [Interviewte/r]
Datum:
1999.08.28 [Sendedatum]
Schlagworte:
Kultur
;
Kulturveranstaltung
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Rückblick
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Finanzwesen und Kreditwesen
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Drama
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Vokalmusik - Oper
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Interview
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Festakte
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Bundesland / Salzburg
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten