Für alle via www.mediathek.at gestreamten Medien ist, wie in den Nutzungsbedinungen für mediathek.at festgehalten, ein Herunterladen o. ä. nicht angeboten und nicht gestattet.
Alle gestreamten Audio- und Videodokumente sind mit ihren permanenten URLs dauerhaft zugänglich, wodurch sich die Notwendigkeit der Anfertigung von Kopien durch die Österreichische Mediathek für nur private Verwendung Dritter erübrigt.
Soferne die Herstellung von Kopien von Archivdokumenten durch die Österreichische Mediathek für Dritte für nur privaten Gebrauch rechtlich möglich ist, fallen dafür technische Kopierkosten an. Für Anfragen nach Kopien von Archivdokumenten und Preisauskünfte schreiben Sie bitte an mediathek@mediathek.at.
Kopien von Dokumenten des ORF (die Österreichische Mediathek ist Teil des Technischen Museums Wien, aber nicht Teil des ORF) müssen von Interessierten selbst direkt beim ORF angefragt werden (ORF-Kundendienst, -Audioservice, -Videoservice).
Kopien von Dokumenten des Filmarchivs Austria oder des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften müssen entsprechend beim Filmarchiv Austria oder entsprechend beim Phonogrammarchiv angefragt werden.
Die Metadaten der Medien, niemals die Medien selbst, deren Herunterladen nicht gestattet ist,unterliegen nach dem Herunterladen der Lizenz CC BY-NC 4.0, Namensnennung-Nicht kommerziell.
Zitieren
Zitieren
So können Sie Audio- und Videodokumente aus unserer digitalen Sammlung zitieren
Wenn Sie die Audio- und Videodateien aus unserer digitalen Sammlung für Ihre Arbeit und Ihre Forschung verwenden, freuen wir uns, wenn Sie mit einem Zitat auf unsere Quellen hinweisen!
So können Sie zitieren:
Alle Dokumente verfügen über eine Perma-URL
Für ein genaueres Zitat können Sie die Perma-URLs zusätzlich mit Markerpositionen (d.s. Zeitpositionen) versehen
Sie können im Dokument mehrere Markerpositionen setzen.
Die Markerpositionen bleiben so lange gespeichert, solange Sie sich im Audio- oder Videodokument befinden. Möchten Sie Links und Markerpositionen längerfristig für Ihre Arbeit speichern, verwenden Sie bitte den Bereich „Meine Mediathek“ (Login und Registrierung über das Burgermenü auf der Startseite).
Für Ihren persönliche Arbeitsbereich können sie Bookmarks setzen - Für diese Funktion müssen Sie sich im Bereich “Meine Mediathek” anmelden. Die Möglichkeit zu Login und Registrierung erscheint bei Klick auf das Bookmark-Symbol , alternativ können Sie sich auch über das Burgermenü auf der Startseite anmelden.
Marker setzen in: Mittagsjournal 1991.07.11
Auf dieser Seite
Katalogzettel
Information
Verortung in der digitalen Sammlung
Transkripte
Wie entstehen die Transkripte in der Österreichischen Mediathek?
Die bereitgestellten Transkripte werden mittels einer KI basierten Software erstellt. Die Transkripte ersetzen nicht die Arbeit mit den Originalquellen. Die Transkripte werden keiner inhaltlichen Bewertung oder Bearbeitung unterzogen und dienen vor allem der wissenschaftlichen Recherche sowie einer besseren Durchsuchbarkeit der Audio- und Videodokumente.
Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Das war's für heute.
Schönen Tag und willkommen beim Mittagsjournal.
Luis Glück führt Sie durch die Sendung.
Und das sind die wichtigsten unserer Themen bis 13 Uhr.
Flugzeugabsturz in Saudi-Arabien mit mehr als 260 Toten.
Vermutlich fast alles Mekka-Pilger.
Das Europaparlament fordert die EG zu Konzessionen an Österreich und die Schweiz in der Transitfrage auf.
Anhalte die Unruhen in Kroatien.
Der Landesverteidigungsrat debattiert in Wien den Kauf von Lenkwaffen für das Bundesheer.
Experten beraten auch in Wien die Ausländerproblematik und die Asylfrage, neue Bischofsernennungen in Österreich und erste kritische Stimmen.
Jörg Haider zur Drohung der liberalen Internationalen die Freiheitliche Partei auszuschließen.
Wieder Algen in der Adria.
Sonnenfinsternis über Mexiko und Hawaii heute Nachmittag und heute Nacht.
Und Kultur, ein Schnitzlerstück bei den Sommerfestspielen in Reichenau an der RAX.
Am Beginn, wie gewohnt für Sie, der Überblick über die Weltlage in den Nachrichten.
Georg Schalgruber hat sie verfasst und Heimo Godler spricht.
Jugoslawien.
Der slowenische Verteidigungsminister Jansa hat heute die Volksarmee neuerlich beschuldigt, für Truppentransporte in Hubschraubern die Insignien des Roten Kreuzes zu missbrauchen.
Das für Slowenien zuständige Armeekommando wies diese Vorwürfe zurück.
Damit werden auch heute die gegenseitigen Beschuldigungen fortgesetzt.
Slowenien und die Bundesarmee werfen einander vor, das Abkommen von Brioni nicht einzuhalten.
Der deutsche Außenminister Genscher hat erklärt, mit dem unter Vermittlung der EG ausgehandelten Kompromiss von Brioni sei nur eine Waffen- und Atempause geschaffen worden, die für drei Monate die Chance von Verhandlungen eröffne.
Albanien.
Der Vorsitzende der Demokratischen Partei Albaniens, Salih Berisha, hat die serbische Führung und Präsident Milosevic wieder heftig attackiert.
Die Demokratische Partei ist an der vor einem Monat gebildeten Konzentrationsregierung in Tirana beteiligt.
Serbien schicke bewaffnete Extremisten in die Provinz Kosovo, um dort ein Massaker unter den albanischstämmigen Bürgern anzurichten, meint Salih Berisha.
Er forderte weiters die unabhängige albanische Republik innerhalb eines jugoslawischen Staatenbundes.
Die serbische Regierung hat diese Beschuldigungen zurückgewiesen.
Saudi-Arabien.
In der Nähe des Flughafens von Jeddah kamen bei einer Flugzeugkatastrophe wahrscheinlich 262 Menschen ums Leben.
Aus noch unbekannter Ursache hat eine nigarianische Verkehrsmaschine vom Typ DC-8 nach dem Start Feuer gefangen und ist wenig später abgestürzt.
Die Toten sind zumeist Pilger, die wegen der traditionellen Hajj, der Pilgerfahrt nach Mekka, nach Saudi-Arabien gekommen waren.
USA.
Außenminister Baker und der sowjetische Außenminister Besmertnig verhandeln heute in Washington wieder über letzte Details des Vertrages zum Abbau der strategischen Nuklearwaffen.
Die Einigung in dieser Frage gilt als Grundvoraussetzung für ein Gipfeltreffen Busch-Korbatschow.
Werden die Gespräche positiv abgeschlossen, findet dieser Gipfel wahrscheinlich Ende Juli statt.
Washington hat vor dem Wirtschaftsgipfel in London unmissverständlich klargemacht, dass die Sowjetunion nicht mit einer Hilfsaktion nach dem Muster des Marshall-Plans rechnen kann.
Finanzminister Brady etwa sagte, es werde kein großes Geschäft mit einem großen Topf voll Gold geben.
Außenminister Baker formulierte, es sei sinnlos, Geld an eine zerfallende Planwirtschaft zu verschleudern.
Präsident Gorbatschow erwartet vom Westen massive finanzielle Unterstützung für die Verwirklichung seines politischen Reformprogrammes.
Österreich.
Im Innenministerium findet heute eine Enquete zu Einwanderungsfragen statt.
Minister Löschnack hat in diesem Zusammenhang erklärt, in Österreich gebe es einen Bedarf von etwa 20.000 bis etwa 30.000 Zuwanderern pro Jahr.
Insbesondere sei man an qualifizierten Kräften interessiert, ergänzte Löschnack.
Aufgabe des Staates sei es, leistungsfähige Instrumente und klagerechtliche Regelungen zu entwickeln, um negative Konsequenzen der Zuwanderung zu vermeiden.
Die ORF-Medienforschung weist heute Meldungen der Kronenzeitung über angebliche Seherverluste des ORF entschieden zurück.
Vor allem könnten die nach dem neuen Teletestsystem ermittelten Daten nicht mit den Infratestwerten der Vorjahre verglichen werden, argumentiert die ORF-Medienforschung.
Genau diesen unzulässigen Vergleich lege aber die Kronenzeitung ihrer Milchmädchenrechnung von Millionen Verlusten zugrunde.
In Österreich entfallen von 100 sogenannten gesehenen Minuten etwa 79 auf den ORF und 21 auf alle Auslandssender, berichten die Forscher.
In Deutschland entfallen nur 63, in der deutschsprachigen Schweiz nur 31 Minuten auf die öffentlich-rechtlichen Sender.
Die Position des ORF als überlegener Marktführer gehe schließlich auch daraus hervor, dass es der zweitplatzierte Sender RTL Plus auf einen Marktanteil von nur 4,4% gegenüber 78,7% des ORF bringt, resümiert die ORF Medienforschung.
Philippinen.
Die nach schweren Regengüssen befürchteten Schlammlawinen von den Hängen des Vulkans Pinatubo sind bisher ausgeblieben.
Tausende Menschen haben sich schon auf die Evakuierung vorbereitet.
Jetzt haben die Behörden Entwarnung gegeben.
Der Vulkan ist unterdessen weiter aktiv.
Auch heute steigen Aschewolken bis zu 6000 Meter hoch.
Die USA haben Manila offiziell davon unterrichtet, dass sie den durch die Vulkanausbrüche in Mitleidenschaft gezogenen Luftwaffenstützpunkt Clark Air Base vermutlich aufgeben werden.
Pazifik.
Von den Hawaii-Inseln bis nach Zentralamerika ist heute eine Sonnenfinsternis zu beobachten, die längste für die nächsten 150 Jahre.
Wissenschaftler hoffen auf zahlreiche neue Erkenntnisse über die Sonne.
Die Sonnenfinsternis stößt auf größtes Interesse.
Unter anderem haben schon zehntausende Touristen jedes freie Bett in Hawaii und Mexiko belegt.
Das waren die Meldungen.
Das Wetter bis morgen früh.
In ganz Österreich ist es heute sonnig und hochsommerlich warm.
Gegen Abend kommt es im Bergland zu einzelnen Wärmegewittern.
Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 25 und 31 Grad.
Die Aussichten für morgen Freitag, es bleibt sonnig und heiß.
Am Abend kommt es im Westen und im Bergland verbreitet zu Gewittern.
Eine Vorschau auf das Wochenende, am Samstag, am Morgen noch bewölkt, später heiter.
Im Süden einige Regenschauer.
Am Sonntag im Norden Wolkenfelder und Regenschauer vorübergehend nicht mehr so heiß.
Die Messwerte der Landeshauptstädte abgelesen um 12 Uhr.
Zwölf Uhr und acht Minuten vor einer Stunde etwa kam die Meldung als Eiltmeldung über die Fernschreiber.
In der Nähe des Flughafens Jeddah in Saudi-Arabien ist ein Flugzeug abgestürzt.
Näheres jetzt von Marcel Pott.
Ein nigerianisches Verkehrsflugzeug ist heute nahe der Hafenstadt Jeddah in Saudi-Arabien abgestürzt.
An Bord der Maschine befanden sich nach Mitteilung des britischen Rundfunksenders BBC 262 muslimische Pilger, die offenbar bei einer missglückten Notlandung auf dem Flughafen von Jeddah alle ums Leben gekommen sind.
In Dubai am persischen Golf war aus Luftverkehrskreisen zu vernehmen, dass die nigerianische DC-8
sich auf dem Rückflug von Mekka nach Afrika befunden habe, als eines der vier Triebwerke kurz nach dem Start Feuer fing.
Die saudischen Behörden in Jeddah nehmen an, dass neben den über 260 Passagieren auch die Besatzung des Flugzeuges bei dem Unglück den Tod gefunden hat.
Ein saudischer Flughafensprecher hat den Absturz der nigerianischen Verkehrsmaschine bestätigt, jedoch darüber hinaus keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt.
Augenzeugen am Unglücksort berichteten, dass Flammen aus dem Flugzeug geschlagen seien, als es kurz vor dem Absturz im Tiefflug über den Flughafen in Jeddah geflogen sei.
Angaben über die genaue Ursache des Unglücks oder die Nationalität der Opfer, die auf einer Pilgerreise zu den heiligen Städten des Islam waren, liegen noch nicht vor.
Marcel Potter berichtet.
Wir kommen zum Thema Europapolitik.
Die Optimisten sind verstummt.
Die vollmundigen Ankündigungen einer Fixierung des europäischen Wirtschaftsraumes zwischen EG und EFTA noch im Juli sind allgemeiner Skepsis gewichen.
In keiner der zentralen Fragen haben wir eine Annäherung.
sagte vor kurzem der neue Vorsitzende des EFTA-Ministerrates, der finnische Außenminister Pertti Salolainen, der in dieser Funktion Wolfgang Schüssel nachfolgte.
Die Hauptstreitpunkte bleiben die Fischereirechte, die uns weniger interessieren, und der Transit, der uns sehr interessiert.
Das eher machtlose Europaparlament in Straßburg hat sich nun auch eingeschaltet und die EG-Kommission aufgefordert, Österreich und der Schweiz beim Alpenquerenden Schwerverkehr entgegenzukommen.
Petra Glienbeil aus Straßburg.
Das Europaparlament in Straßburg hat die starre Haltung der EG in der Transitfrage kritisiert.
Im Detail verlangten die Parlamentarier, dass die Europäische Gemeinschaft sich an einer Reihe von Verkehrsgroßvorhaben in Skandinavien, aber auch in Österreich und in der Schweiz beteiligen sollte.
Dabei geht es um drei Tunnelprojekte.
Um den Gotthard-Basistunnel und den Ausbau der Zufahrten von Mailand und Basel, um den Lötschberg-Simplon-Tunnel und um den Brenner-Basistunnel mit dem Ausbau der Zufahrten von Verona und München.
Die EG sollte anerkennen, so die Auffassung der Volksvertretung, dass diese Bauvorhaben wichtig für die zwölf EG-Länder sind.
Deshalb sollten die Planungen besser koordiniert werden.
Im Fall privatwirtschaftlicher Finanzierung sollten diese Projekte die gleichen Vergünstigungen erhalten wie reine EG-Vorhaben.
Der sozialdemokratische Berichterstatter des Verkehrsausschusses, Günther Lüttke, hat nach der Amtsübernahme durch EG-Kommissar Karel van Miert eine Veränderung in der EG-Position festgestellt.
Die bis dahin festgefahrenen Transitverhandlungen gerieten in Fluss.
Man hat in Brüssel ab 1988 endlich die umweltpolitischen Sorgen der Alpenländer Österreich und Schweiz ernst genommen.
Damit konnte man realistische Perspektiven entwickeln, so meinte Günther Lüttke.
Hier hat sich aus einer ursprünglichen Konfrontationsposition heraus auch die Schweizer Seite weiter bewegt, Konzessionen gemacht, genau wie die EG.
Und ich vertrete mit meinem Bericht die Ansicht, und das hat auch der Ausschuss einstimmig nachvollzogen auf der letzten Sitzung in Kopenhagen, dass das, was man jetzt als Verhandlungsergebnis erreicht hat,
Eine gute Basis wäre für einen Abschluss der Verhandlungen, sodass also die Schwierigkeiten, die immer wieder erwähnt werden, im Bereich der Transitverhandlungen, der Transitgespräche, kein Hinderungsgrund sein müssten, um den EWR-Vertrag nicht abschließen zu können.
Die Verhandlungen über diesen europäischen Wirtschaftsraum zeigen auch hinsichtlich Österreichs, dass man das Problem des kombinierten Verkehrs, Schiene, Straße eng miteinander abstimmen und regelmäßige Gespräche darüber führen muss.
Dass sich die Verhandlungsstimmung zwischen der EG und Österreich verbessert hat, wurde bei dem Krisenmanagement nach dem beinahe Einsturz der Autobahnbrücke bei Kuhstein im vergangenen Jahr deutlich.
Wenn die EG sich langfristig finanziell engagiert und sich darum bemüht, die Abgas- und Lärmbelastung zu verringern, so die Meinung des Europaparlaments, dann müssten die Verhandlungen mit den Alpenländern bald erfolgreich abgeschlossen werden.
EWR bleibt also vorerst europäischer Warteraum.
Petra Klingenbeil hat berichtet aus Straßburg.
Kontroverse Personalentscheidungen gehören zu den Charakteristika im bald 13-jährigen Pontifikat von Johannes Paul II.
Oft gegen den Willen im betroffenen Kirchenvolk nominierte der Papst betont konservative Bischöfe.
In Österreich ist diese Entwicklung mit den Namen Hans-Hermann Grohr, Kurt Krenn, Georg Eder und Klaus Küng verbunden.
Progressive Katholiken sprechen von einem Rückfall in vorkonziliare Zeiten.
Nun gibt es neuerlich ein Revierement im Hohen Klerus hierzulande.
Kurt Graen avanciert zum Bischof der Diözese St.
Pölten.
Sein Nachfolger in Wien als Weihbischof wird der Dominikanerpater und Dogmatikprofessor Christoph Schönborn.
Heute um 12 Uhr hat der Heilige Stuhl in Rom die Bestellungen offiziell bekannt gegeben.
Hubert Arnim Ellison spricht darüber zunächst mit dem Präsidenten der katholischen Aktion.
Die katholische Aktion in St.
Pölten möchte nichts über die Bischofsernennung von Weihbischof Dr. Kurt Krenn für die Diözese St.
Pölten sagen, denn Bischof Schack hat für heute Nachmittag eine Konsistoriumssitzung einberufen und hier wird es dann offensichtlich darum gehen, die Positionen für die Zukunft festzulegen.
Leo Prüller, Präsident der katholischen Aktion Österreichs.
Wie bewerten Sie die beiden Bischofsernennungen Dr. Kurt Krenn für St.
Pölten und als neuer Weihbischof von Wien der Dominikanerpater Christoph Schönborn?
Ja, das ist eine Entscheidung Roms.
Ich glaube, dass die Neubestellung von Herrn Professor Schönborn in Wien
sich eine große Bedeutung haben wird.
Es geht aber auch um innerdürzisane Konflikte, die auch die katholische Aktion betreffen, zum Beispiel die katholische Hochschulgemeinde, mit der Weihbischof Dr. Kurt Kren große Schwierigkeiten hatte.
Es hat hier eine Trennung der katholischen Hochschulgemeinde, eine Spaltung gegeben.
Denken Sie, dass Pater Christoph Schönborn als einer, der mit der Hochschule vertraut ist, diesen Konflikt bereinigen kann und hier die Hochschulgemeinde wieder zusammenführen kann?
Ja, das hoffe ich sicher.
Ich glaube auch, dass die Gesprächsbasis mit Herrn Professor Schönborn von vornherein doch gegeben sein wird und dass mit gutem Willen von beiden Seiten die gewissen Probleme, die in den letzten Jahren in Wien aufgetaucht sind, dass die bereinigt werden können.
Was heißt das dann für die neue Diözese in St.
Pölten?
Wird dort nicht derselbe Vorgang wieder passieren?
Haben Sie diese Angst nicht?
Für St.
Pölten, ich möchte das so sagen, sicher hätte es in St.
Pölten eine ganze Reihe hochqualifizierter Geistlicher gegeben, die ebenfalls Bischof werden hätten können und von vornherein das Vertrauen der Priester und der Laien in der Diözese gehabt hätte.
Dieses Vertrauen wird sich der neue Bischof
erringen müssen.
Ist die katholische Aktion durch den Nuncius oder von Rom her gefragt worden, wenn sie sich als Bischof wünschen werden?
Ja, das ist das zweite Problem oder eine zweite Sache.
Wir müssen hier leider wieder das gleiche sagen wie die anderen Diözesen vor einigen Jahren, dass hier ein Bischof ernannt wird, den wir selbstverständlich als Bischof in der Diözese annehmen werden und von vornherein auch
unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Mitarbeit bekunden.
Dazu sind wir ja berufen, auch als katholische Aktion.
Aber dass hier von Rom her in keinster Weise mit den stürzesanen Gremien oder Vertretern, schon gar nicht mit den Laien gesprochen wurde.
Es ist wieder die Frage,
das Modus der Bischofsernennung, die hier wieder zur Debatte steht.
Wird da die katholische Aktion jetzt irgendwann mal die Konsequenzen ziehen?
Wir können als Konsequenz immer nur weiter unsere Meinung sagen.
Es ist so, dass halt Rom entscheidet und da ist nicht nur unsere Diözese und nicht nur unser Land dafür maßgebend, sondern die ganze Weltkirche.
Und da können wir als Laien sehr wenig machen.
Das sagt Leo Brüder, der Präsident der katholischen Aktion Österreichs.
Und inzwischen hat Hubert Arnim Elissen auch den neuen Wiener Weihbischof Christoph Schönborn in Rom erreicht.
Pater Schönborn, wann haben Sie denn davon erfahren, dass Sie zum Weihbischof für Wien bestellt und geweiht werden sollen?
Das habe ich schon seit einiger Zeit gehört gehabt.
Aber die offizielle Mitteilung habe ich natürlich erst vor kurzer Zeit bekommen.
Es erwartet Sie eigentlich ein schweres Erbe.
Sie kommen in eine gespaltene, zerrissene Diozese und an dieser Zerrissenheit ist der künftige Bischof von St.
Pölten nicht ganz unbeteiligt.
Sie treten sozusagen in seine Fußstapfen.
Wie werden Sie mit dieser Situation umgehen?
Meine Aufgabe als Weihbischof ist,
zuerst einmal für alle Gläubige und für den Erzbischof der Diözese da zu sein und ihnen in ihrer Glaubenssituation und in ihrem Dienst beizustehen.
Ich werde ganz selbstverständlich alle meine Kräfte, meine bescheidenen Möglichkeiten und meinen guten Willen in den Dienst der Erzdiözese stellen und bin bereit, wo immer ich kann, mitzuhelfen.
Wie das konkret aussehen wird, das ist für mich alles noch zu neu.
Ich muss selbstverständlich vor allem und zuerst ein Lernender und Hörender sein.
Sie kommen nach Wien als einer, von dem man sagt, dass er in Rom gehört wird, dass er eine anerkannte und feste Position hat.
Sie sind immerhin mit der Endredaktion des sogenannten Weltkatechismus befasst.
Werden Sie hier auch dem derzeitigen Kardinal, Herrn Erzbischof Hans Hermann Grohr, beratend zur Seite stehen, wenn es um Konflikte geht, zum Beispiel mit dem Diözesanforum, das ja in Wien für einige Aufregung gesorgt hat, weil Katholiken gesagt haben, so geht es nicht weiter, diesen Weg wollen wir nicht weitergehen.
Und der konkrete Anlass damals war ja die Ernennung von Weihbischof Grenn.
Ja, ich bin selbstverständlich da, um dem Herrn Erzbischof in aller möglichen Weise, die mit meinem Amt verbunden sein wird, zu helfen und ihm zur Seite zu stehen.
Und ich werde das selbstverständlich auch machen.
Ich muss aber eben, wie ich schon gesagt habe zuerst,
lernen, hören, schauen und ich würde sagen, zuerst einmal selber ein Zeuge des Glaubens und ein Mitglaubender mit den Gläubigen der Diözese sein.
Soweit Christoph Schönborn im Gespräch mit Hubert Arnim Ellison und eine Presseerklärung, eine Pressekonferenz von Kurt Grenn ist für morgen angekündigt.
Soviel zu diesem Thema, 12.20 Uhr.
Es war im Sommer 89, da ließ eine Algenpest in der Adria die Hoteliers und Restaurantebesitzer verzweifeln und die Reiseveranstalter stöhnen.
Touristen stornierten scharnweise die Buchungen.
Zwischen Trieste und Ancona ging der Fremdenverkehr um ein Drittel zurück.
Aus den Milliardenprogrammen zur Sanierung des Meeres, die die römische Regierung daraufhin angekündigt hat, ist nichts geworden.
Aber im Vorjahr gab es weniger Algen und wieder mehr Urlauber.
Heuer profitiert Italien von der Jugoslawien-Krise.
Vor allem die Deutschen sind wieder da, dazu die neue Reisefreiheit im Osten.
Doch ausgerechnet jetzt kommen die Alpen zurück.
Die große Hitze beschleunigt ihr Wachstum.
Vor Kartolika und Gavice hat man die schwimmenden Barrieren, die die Strände schützen sollen, wieder ausgepackt.
Richard Gasser war dort.
Die ersten großen Algenteppiche wurden schon am vergangenen Wochenende 10 bis 20 Kilometer vor der Adriaküste gesichtet.
Und am Dienstag wurde dann der grün-braune Schlamm erstmals auch an die Strände geschwemmt.
Zuerst im Golf von Trieste und Venedig, bei Kaorle, Jesolo, Bibione und Lignano, am späten Nachmittag dann auch bei Regione, Cattolica, Rimini und Pesaro.
Lauter Badeorte, die derzeit fast zur Gänze ausgebucht sind, vor allem dank der Jugoslawien-Krise und der eigenen Propaganda für die saubere Adria.
200 Kilometer der oberen Adria-Küste sollten nach ersten Erhebungen der italienischen Umweltbehörden von der Algenpest bedroht sein.
In den fremden Verkehrsorten selbst versucht man das Phänomen krampfhaft herunterzuspielen.
Sicher, es gebe Algen, heißt es etwa in Cattolica und Riccione, aber es hänge alles vom Wetter und der Meeresströmung ab.
Tatsächlich hat dann ein Gewitter Dienstagnacht und die stürmische See gestern Nachmittag den Algenschleim wieder aufs offene Meer geschwemmt.
Seit den frühen Morgenstunden wurden heute die Strände in aller Eile geputzt und zumindest bis zum Mittag gab es keinen neuerlichen Algenalarm.
Aber auch die Touristen an den überfüllten Stränden der völlig ausgebuchten Adria-Orte nehmen es gelassen.
Der Algenschleim sei zwar nicht angenehm, doch auch nicht gerade gesundheitsgefährlich,
Und schließlich hat die Algenplage bei weitem noch nicht jenes Ausmaß, wie vor zwei Jahren erreicht.
Vorerst kann also scheinbar auch die Algenpest den Fremdenverkehrsboom nicht stoppen, der heuer die italienischen Badeorte mit Millionen Touristen überflutet.
Vor allem die Deutschen, die Österreicher, Holländer und Skandinavier sind wieder en masse zurückgekehrt und sorgen für volle Häuser, wie zuletzt in den 60er Jahren.
Während die Touristiker vor Ort beschwichtigen, sind Umweltbehörden in Rom, Bologna und Venedig in Alarmbereitschaft.
Schließlich steht mit der neuerlichen Algenpest die Glaubwürdigkeit der gesamten italienischen Umweltpolitik auf dem Spiel.
Denn was ist mit jenen EG und Staatsmilliarden zur Sanierung der Adria geschehen, wenn die Algen nun wiederkommen und die Eutrophierung, also die Meeresverseuchung anhält?
Mit Ausnahme eines späten Kläranlagenprogramms betreibt man vielfach, nämlich immer noch nur, Symptombekämpfung.
Auch jetzt wurden erst einmal 500 Meter vor den Stränden die Algensperren wieder aufgezogen, während die Abwässer, die die Hauptschuld am wuchernden Algenwachstum tragen, weiter in die Adria rennen.
Richard Gasser hat berichtet, noch eine Serviceinformation dazu.
Der ÖAMTC hat wieder sein Algentelefon aktiviert in Wien mit der Vorwahl 0222, die Nummer 7 11 99 mit der Durchwahl 1200.
7 11 99 1200, das Algentelefon des ÖAMTC in Wien.
In Slowenien ist es wieder ruhig.
Eine dreimonatige Abkühlungsphase soll das Klima für einen echten Dialog über die Zukunft Jugoslawiens bereiten.
Aber die Krise im zerfallenden Vielvölkerstaat bleibt akut.
Denn es gibt einen über Slowenien weit hinausgehenden Vorrat an Pulverfässern, den Kosovo vor allem, der unter der serbischen Knute ächzt, und vor allem auch das jugoslawische Zentralproblem zwischen den Serben und den Kroaten.
Ein Konflikt mit historischen, mit ethnischen, sozialen und wirtschaftlichen Wurzeln.
Und im Brennpunkt stehen die Gebiete der 700.000 Serben in Kroatien.
Kroatische Freiwillige und serbische Nationalisten, die Četniks, liefern einander tägliche Kämpfe.
Sollte Kroatien unabhängig werden, will Serbien die Grenzen ändern, will die Serbengebiete Kroatien dem Großserbischen Reich einverleiben.
Das wäre Krieg, sagt dazu Kroatiens Präsident Flánio Tudjman.
Mit einem aktuellen Bericht aus Zagreb meldet sich Friedrich Ochter.
Kroatien unter dem Druck der Chetniks und der Bundesarmee.
Die jüngsten blutigen Zwischenfälle werden heute früh von der dalmatinischen Küste gemeldet.
In Sardar wurde ein Polizeiauto von Unbekannten beschossen.
Ein kroatischer Polizist kam ums Leben.
Zwei weitere wurden verletzt.
Auch in Slavonien geht der Chetnik Terror weiter.
Am schlimmsten traf es das Dorf Čelje bei Ošjek.
Schwarze Rauchsäulen waren zu sehen.
Zwanzig Häuser, die Kroaten gehörten, wurden verwüstet und niedergebrannt.
Wenige Kilometer entfernt das Dorf Tenja, wo es am Sonntag zu schweren Kämpfen gekommen war.
Die kroatische Seite beschuldigt die serbischen Extremisten und die Armee.
Sie verhinderten, dass Tote und Verletzte, die noch immer auf den Dorfstraßen liegen sollen, von kroatischen Sanitäts- und Rettungsfahrzeugen aus dem Kampfgebiet gebracht werden, dass Ärzte nicht in das Dorf dürfen.
20 Kilometer östlich von Osijek im Gebiet um Vinkovci der tägliche Kleinkrieg,
Vergangene Nacht neuerlich Explosionen, allerdings diesmal ohne größeren Schaden.
Bomben-Explosionen heute Nacht auch in Karlovac.
Kampffahrzeuge der Armee umkreisen die Dörfer in Slavonien.
Noch immer Barrikaden der Serben und Kroaten.
Und wenn man mit den Kroaten spricht, immer wieder massive Vorwürfe, die Armee unterstütze die serbischen Chetniks.
Als Ausländer in die von Chetniks kontrollierten Dörfer zu fahren, ist inzwischen lebensgefährlich.
Die Kukurutsfelder stehen inzwischen mannshoch, ein ideales Gelände für verdeckte Guerillatätigkeit.
Die Kroaten fragen, wird uns die Armee beim Ernten helfen oder schützen?
Es sieht nicht danach aus.
Auf dem Zivilflughafen in Osijek landet ein Militärflugzeug.
Was bedeutet das, fragt die Bevölkerung.
Denn der kroatische Informationsminister sprach davon, dass in den nächsten fünf bis zehn Tagen mit einem Armeeüberfall in Kroatien gerechnet werden könnte.
Auf dem Zagreber Flughafen sind 350 Reservisten aus dem serbischen Nisch eingetroffen.
Sie sind Teil einer Kommando-Operation.
Pilote nicht serbischer Nationalität sollen aus der Luftwaffe entfernt und durch Serben ersetzt worden sein.
Infanterieeinheiten des 5.
Armeebezirkes werden mit Reservisten aus Serbien und Bosnien-Herzegowina verstärkt.
Soldaten und Offiziere, die aus der jugoslawischen Armee desertieren, sind in Zagreb willkommen, besonders wenn sie sich bei der kroatischen Nationalgarde melden.
In einem Drei-Stern-Hotel wird ihnen derzeit eine Erholungspause gegönnt für künftige Einsätze in der Kraina und in Slavonien.
Der Grenzeinsatz des Bundesheeres in der Slowenien-Krise hat die Rolle der Armee in Österreich tiefgreifend verändert.
Die Notwendigkeit der bewaffneten Verteidigung ist unumstrittener geworden.
Der Kanzler rief den Soldaten zu, wir sind stolz auf euch und die Führung des Heeres nützt die Gunst der Stunde zum Ankauf neuer Waffen.
Die vielgeschmähten Dragen sollen Raketen bekommen und auch bei der Flugzeugabwehr soll investiert werden.
Wie wichtig es ist, hat ja auch der Golfkrieg gezeigt.
Die Frage ist, ob man mit dem jährlichen 18-Milliarden-Budget für das Bundesheer auskommt.
Die Kämpfe Robert Lichals gegen Ferdinand Lazina um mehr Geld für moderne Waffen sind ja noch gut in Erinnerung.
Heute befasst sich der Landesverteidigungsrat mit der Beschaffung von neuem Kriegsgerät.
Robert Stoppacher beschreibt die Ausgangsposition.
Verteidigungsminister Werner Fasslabend nützt die Gunst der Stunde.
Auch wenn die Beschaffung der Bodenluft- und Luftluftraketen ganz und gar nichts mit der Entwicklung in Jugoslawien zu tun hat, wie der Minister nicht müde wird zu betonen, so wäre ein Milliardenprojekt dieser Größenordnung noch vor wenigen Monaten nicht so leicht durchzubringen gewesen.
So hatte es noch vor zwei Jahren im Vorfeld des vom Fasslabend-Vorgänger Robert Lichal forcierten Beschlusses über den Kauf von Boden-Boden-Raketen, nämlich Panzerabwehr-Lenkwaffen, monatelang heftigste Diskussionen gegeben, wobei auch noch das im Staatsvertrag verankerte Lenkwaffenverbot als Argument gegen den Einstieg des Heeres in diese Technologie herangezogen worden war.
Davon ist heute keine Rede mehr.
Die Gegner der Lenkwaffen, im Wesentlichen nur noch Grüne und Jusos, argumentieren höchstens noch mit den Steuergeldern, die diese Waffen verschlingen.
Aber der Zug ist längst abgefahren.
Die Argumentation von Minister Fasslabend, wonach man unseren Soldaten die modernsten Verteidigungsmittel zur Verfügung stellen müsse, wird weitgehend akzeptiert.
In der heutigen Sitzung des Landesverteidigungsrates geht es nur mehr darum, welche Typen solcher Raketen anzuschaffen sind.
Zwei Typen stehen in der engeren Wahl.
Das französische System Mistral und die schwedische RBS-70 der Firma Bofors, die auch Lieferant der Panzerabwehrlenkwaffen Bill gewesen ist.
Beide Systeme haben eine Reichweite zwischen 3 und 6 Kilometern, je nachdem wie steil die Rakete fliegt.
Beide sind imstande, das feindliche Flugzeug bzw.
den feindlichen Hubschrauber innerhalb von 15 Sekunden zu vernichten.
Der wesentliche Unterschied besteht in der Steuerung.
Die schwedische Rakete ist lasergesteuert, d.h.
nach dem Abschuss muss der Schütze das Zielobjekt mit der Zieleinrichtung im Auge behalten.
Im Gegensatz dazu ist die französische Rakete eine Fire-and-forget-Waffe.
Mittels Infrarot-Steuerung sucht sich der Flugkörper nach dem Abschuss quasi selbstständig das Ziel, indem er auf die Abwärme von Flugzeugen oder Hubschraubern reagiert.
Mit einer Entweder-oder-Entscheidung ist aber nicht zu rechnen.
Vielmehr plädiert Verteidigungsminister Fasslabend für eine Sowohl-als-auch-Entscheidung.
Die schwedische Waffe für den Objektschutz, das französische Modell für den Schutz von Stellungsräumen.
Gleichsam in einem Aufwaschen dürfte der Landesverteidigungsrat heute auch gleich die Anschaffung von Luft-Luft-Raketen empfehlen.
Diese Waffen sollen auf die Traken Abfangjäger montiert werden, die derzeit nur über Bordkanonen mit ein paar hundert Metern Reichweite verfügen und damit den ausländischen Luftstreitkräften hoffnungslos unterlegen wären.
Die Typenentscheidung ist hier denkbar einfach, es gibt nur ein für den Traken geeignetes System, die sogenannte Sidewinder-Rakete, eine amerikanische Entwicklung.
In der ersten Etappe will man nur 8 der 24 Traken damit ausrüsten, die Zahl der verfügbaren Piloten beträgt ohnehin nur 9.
Die Kosten werden vom Verteidigungsminister mit rund 200 Millionen Schilling angegeben.
Weitaus mehr kosten die Bodenluftraketen.
In einem zehnjährigen Investitionsprogramm werden knapp 4,8 Milliarden Schilling erforderlich sein und das bezieht sich nur auf die sogenannte erste Priorität.
Sollte das Bundesheer einmal tatsächlich gezwungen werden, die Bodenluftraketen auch einzusetzen, wird es teuer.
Ein scharfer Schuss kostet nach Expertenangaben 350.000 Schilling.
Robert Stopperer hat berichtet.
Zu den innenpolitischen Ereignissen des Jahres zählt das Ende des Höhenflugs des freiheitlichen Wählermagneten Jörg Haider.
Acht Monate nach dem Superergebnis bei der Nationalratswahl wurde dem politischen Jungstar sein Lob für die Beschäftigungspolitik im Dritten Reich zum Verhängnis
Er wurde als Landeshauptmann von Kärnten abgewählt.
In den Umfragen sanken die Sympathiewerte für ihn und seine Partei.
Aus einer schwarz-blauen Koalition im Burgenland wurde auch nichts.
Innerparteilich regte sich erster Widerstand.
Auf bundespolitischer Ebene wandte sich auch die ÖVP unter ihrem neuen Obmann Erhard Busseck von der Option Haider ab.
Und international droht ebenfalls die Isolation, die liberale Internationale überlegt, die Haider-FPÖ auszuschließen.
Darum ging es heute bei einer Pressekonferenz mit Jörg Haider in Wien, bei der es aber zuvor um das Thema seiner Einschätzung der Slowenienkrise und auch der Anerkennungsfrage ging.
Ernest Hauer war dabei.
Jörg Haider hat sich heute wieder zur ehebaldigsten Anerkennung der Republiken Slowenien und Kroatien bekannt.
Aus dem Umstand, dass er nach einer anfänglichen Forderung nach Anerkennung auch im Alleingang in der Vorwoche ausdrücklich zur Zurückhaltung gemahnt habe, sei keine Richtungsänderung abzuleiten.
Das ist keine Modifizierung.
In einer solchen sensiblen Situation, wie wir sie gehabt haben, muss das erste Gebot das Vermeiden von weiteren Blutvergissen und von Konflikten sein.
Und da soll man nicht ein Scheiferl nachlegen zwischen den Streitparteien, sondern eher versuchen kein Öl mehr ins Feuer zu gießen.
Jede zusätzliche Diskussion, dass jetzt plötzlich Österreich einmal eingange, ohne dass die anderen das mitmachen, dann auch noch eine Anerkennung, ohne dass der Konflikt jetzt einmal
ein bisschen entschärft worden wäre, macht, hätte doch bedeutet, dass die Belgrader Militärs in ihrer Ansicht gefestigt worden wären, aha, die Österreicher, die ergreifen also in jeder Form aktiv Partei und wollen sich dort einmischen.
Und ich glaube, dass das auch die Überlegung war, die ja letztlich in der Bundesregierung, trotz allen schönen Erklärungen, auch zu dieser Linie geführt hat.
Die ist genau dort jetzt hingekommen, wobei die Bundesregierung meines Erachtens bisher darauf verzichtet hat, festzustellen, dass die Anerkennung jetzt eh baldigst, sobald hier die Streitparteien sich auf einer Verhandlungslösung gefunden haben, zu erfolgen hat.
Angesichts von Journalisten registrierter größerer Slowenenfreundlichkeit in der Steiermark als in Kärnten forderte Haider die Einlösung staatsvertraglich garantierter Rechte auch für steirische Slowenen.
Man verweigert bis heute den auf steirischen Boden ansässigen Slowenen etwa die muttersprachliche Erziehung in der Schule nach einem Minderheitenschulgesetz, wie wir es haben.
Aber so, wie es der Herr Landesschulratspräsident Schircher gemeint hat, der gesagt hat, bei uns gibt es keine, das werden wir ja wohl nicht glauben können, wenn angeblich so eine Euphorie in der Steiermark jetzt für die slowenischen Landsleute und für die Nachbarn besteht.
Montag wird sich der FPÖ-Obmann übrigens in London dem Präsidium der Liberalen Internationale stehlen.
Dort läuft der ein von schwedischen und niederländischen Liberalen beantragtes Ausschlussverfahren nach den Haider-Äußerungen über eine ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich.
Haider heute auf die Frage, was er dort sagen werde, wird das Protokoll vom Landtag vorlegen und jeder, der lesen kann, wird es zur Kenntnis nehmen.
Und er wolle mit den Vernünftigen in der liberalen Internationale reden.
Schließlich noch die Frage, ob es nach all den Diskussionen für die FPÖ nicht gut wäre, prononciert liberale Persönlichkeiten in den Vordergrund zu rücken?
Es sind eh genügend liberale Persönlichkeiten in Forderung.
Ein Georg Mautner-Markhoff, eine Heidi Schmidt, ein Norbert Guggerbauer.
Ich wüsste also nicht, wer kein Liberaler sein soll.
Und er selber?
Selber?
Selbstverständlich.
Ich bin wahrscheinlich der Inbegriff einer wirklich liberalen Politik.
Sagt Jörg Haider heute in seiner Pressekonferenz in Wien.
Seit im Vorjahr die Bürger von Kaiser Steinbruch gegen ein Flüchtlingsdiktat des Innenministers Barrikaden bauten, seit das Bundesheer gegen die Rumänen an die Grenze geschickt wurde, seit von vollem Boot die Rede war und unter dem Titel die Russen kommen Horrorzahlen in die Welt gesetzt wurden, steht das Thema Asyl in Österreich auf der Tagesordnung.
Auf die Öffnung des Ostens hat die staatliche Einwanderungspolitik mit strengeren Gesetzen und Verfahren, mit Arbeitsplatzkontingenten und mit Visumpflicht reagiert.
Übrigens im Gleichschritt mit ganz Westeuropa.
Die Regierung steht dabei im Spannungsfeld zwischen den bevölkerungspolitischen Notwendigkeiten der Zuwanderung und einem eher ausländerfeindlichen öffentlichen Klima.
Kritiker wie die Kirche oder Amnesty International meinen, das Immigrantenproblem werde bei uns illiberal, oft inhuman gelöst.
Die Wissenschaft sagt, Österreich hat seit 1945 drei Millionen Ausländer aufgenommen.
Insgesamt 900.000 seien geblieben.
Derzeit leben 350.000 Fremde hier.
Österreich sei also ein klassisches Einwanderungsland.
Um all diese Fragen ging es heute bei einer Enquete des Innenministeriums, von der Franz Simbürger berichtet.
Fünf Gesichtspunkte werden die Gesamtreform des Flüchtlings-, Asyl- und Einwanderungswesens kennzeichnen, wie Innenminister Franz Löschner sie vorhat.
Erstens, die Zahl der möglichen Zuzügler nach Österreich wird schon im Vorhinein, also etwa ein Jahr vorher, festzulegen sein.
Wobei der Innenminister von einem Gesamtzuzug von 20.000 bis 30.000 Menschen pro Jahr ausgeht.
Steigt dabei die Zahl der Flüchtlinge, so wird der Anteil der Einwanderer gesenkt werden müssen.
Zweites Prinzip, es müssen die Voraussetzungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt schon vor dem Eintreffen der Zuwanderer geklärt sein.
Drittens, die Zuzügler müssen sich vorher entscheiden, ob sie um Asyl ansuchen wollen, also als Flüchtlinge kommen, oder nur so einwandern wollen.
Ein Umsteigen soll es dann, etwa wenn ein Asylantrag abgelehnt ist, nicht mehr geben.
Und viertens erläutert Löschner ganz grundsätzlich, es wird diese Regelung
auf die Bedürfnisse der österreichischen Gesellschaft aufbauen, sich auszurichten haben.
Ich sage das allen jenen ganz deutlich und klar, damit hier nicht der Eindruck entsteht, wir können
Tür und Tor öffnen, so sehr das aus der Perspektive des einzelnen Betroffenen, insbesondere aus humanitären Gründen, auch verständlich erscheinen mag.
Ich möchte da nicht als zusätzlich übertriebener Härtling gelten, aber ich kann nur von solchen Illusionen warnen.
Was diese Orientierung an den Bedürfnissen Österreichs konkret bedeutet, das erläutert der Flüchtlingsbeauftragte der Regierung, Willibald Paar.
Also, Gesundheit, Unbescholtenheit, gewisse Sprachkenntnisse, darüber wird man nachdenken müssen, zumindest in der Regel ein gewisses maximales Alter,
Und daneben wird es aber besondere Voraussetzungen geben müssen, also Prioritäten für bestimmte Berufsgruppen, wobei allerdings man nicht nur den Unselbstständigen, sondern auch Selbstständig-Berufstätige hier einbeziehen wird müssen.
Fünftes Prinzip einer künftigen österreichischen Zuwanderungspolitik muss aber auch sein, dass Österreich gegenüber den Zuzüglern Verpflichtungen übernimmt.
Jede genehmigte Einwanderung müsse letztlich zu einer Gleichstellung der Ausländer mit den Inländern führen, sagt Innenminister Löschner.
Mit der noch im Ausland erteilten Einwanderungsgenehmigung sollte zumindest auch eine Arbeitsbewilligung bereits verbunden sein.
In der Praxis sollten auch die konkreten Wohnmöglichkeiten geklärt sein und schließlich soll für legale Einwanderer auch die österreichische Staatsbürgerschaft leichter zugänglich gemacht werden als bisher.
Ein Hinweis noch zum Beitrag von Franz Simbürger.
Er wird genauer berichten über diese Ausländer-Enquete im Innenministerium heute Abend im Journal Panorama ab 18.20 Uhr im Programm Österreich 1.
Österreich hat gestern in Straßburg beim Europarat eine Konvention gegen das Weißwaschen von Geldern aus kriminellen Geschäften unterzeichnet.
Diese Konvention soll die Geldwäscherei nicht nur aus der Drogenkriminalität verhindern, wie das eine entsprechende andere Konvention der Vereinten Nationen vorsieht, die Österreich auch schon unterschrieben hat.
Die nun unterzeichnete Konvention betrifft auch den illegalen Waffenhandel, sie betrifft terroristische Aktivitäten, allgemein schwere Kriminalität und selbstverständlich auch den Drogenhandel.
Diese Konvention wird in Österreich zur Formulierung eines eigenen neuen Paragrafen gegen Geldwäscherei im Strafgesetzbuch führen.
Herbert Huter meldet sich mit Informationen.
Das neue Gesetz gegen Geldwäscherei wird im Strafgesetzbuch voraussichtlich der § 165 sein.
Für Geldwäscherei werden Haftstrafen je nach Schwere des Vergehens im Ausmaß von sechs Monaten, drei Jahren oder fünf Jahren verhängt, als Wertuntergrenze werden 25.000 Schilling angepeilt und voraussichtlich soll der Geldwäscherei-Paragraf im Strafgesetzbuch Anfang 1993 in Kraft treten.
So ganz überraschend kommt die Sache auf die österreichische Justiz nicht zu.
Man muss sich keineswegs auf Neuland begeben, um sich am Ausland orientieren.
Es gibt bereits eine Reihe von Bestimmungen, die jetzt schon Geldwäscherei wirksam bekämpfen können.
Da gibt es den Tatbestand der sogenannten Ersatzhehlerei.
Das heißt zum Beispiel, nicht nur wer ein gestohlenes Auto wissentlich kauft, wird bestraft, sondern auch jemand, der auf irgendeinem Weg Geld daran verdient, wenn dieses gestohlene Auto weiterverkauft worden ist.
Außerdem gibt es das Instrument der einstweiligen Verfügung durch Gerichte, die zum Beispiel zum Einfrieren von Drogengeldern des berüchtigten Medellin-Kartells auf österreichischen Konten geführt hat.
Das neue Gesetz gegen Geldwäscherei wird aber nicht nur Bankkonten erfassen, sondern auch Liegenschaften, Autos oder sonstige Vermögenswerte.
Dann zum Rechtshilfebereich.
Dieses Einfrieren von Konten und Vermögenswerten per einstweiliger Verfügung wird auch dann wirksam werden, wenn in Österreich keine bestimmte Person als verdächtig genannt werden kann.
Es reicht, wenn eine ausländische Behörde dem österreichischen Gericht glaubhaft nachweist, dass ein Konto aus kriminellen Geldern gespeist wird.
Dann gibt es ein Verfahren gegen unbekannte Täter und dann muss auch entschieden werden, was mit dem eingefrorenen Vermögen passiert.
Bis jetzt sind diese Gelder schlicht und einfach auf den Konten liegen geblieben und man hat sich damit begnügt, sie damit dem kriminellen Kreislauf zu entziehen.
Künftig wird das Gericht den Verfall der entsprechenden Werte verfügen können, mit der Möglichkeit, Geschädigte auch im Ausland einigermaßen zufriedenzustellen.
Wie kommt nun die Justiz an die Informationen?
Hier kommt das Bankgeheimnis ins Spiel.
Derzeit müssen Bankkonten nur dann geöffnet werden, wenn das Gericht im Zuge eines bereits eingeleiteten Strafverfahrens es verlangt.
Das wird künftig nicht mehr reichen.
Die Geld- und Kreditinstitute werden von sich aus die Justiz bei entsprechenden Verdachtsmomenten informieren müssen.
Das aber ist ein heikler Punkt wegen des Bankgeheimnisses.
Im Justizministerium stellt man sich Folgendes vor.
Die Geld- und Kreditinstitute sollen eine eigene Informations- und Entscheidungsstelle schaffen, die ihrerseits dann verpflichtet wäre, die Justiz zu informieren.
Dieser sogenannten Clearingstelle kommt eine sehr delikate Aufgabe zu.
Sie wird, so will es die Justiz, von den Bankangestellten über die Bankinstitute ihrerseits von zunächst vielleicht nicht ganz stichhaltigen Verdachtsmomenten informiert, wenn etwa der berühmte Mann mit Sonnenbrille und schwarzem Geldkoffer auftaucht und etliche Bündel-Dollar-Noten in Österreich deponieren will.
Diese Clearingstelle der Banken müsste dann die Spreu vom Weizen trennen und Anzeige erstatten.
Damit im Zusammenhang der nächste Heikelpunkt, nämlich die Anonymität von Kunden in Österreich.
Von den Bankkunden geschätzt vom Ausland mit Argwohn betrachtet.
Derzeit gibt es ein Gentleman Agreement unter den Banken, das sich ein Kunde ausweisen muss, wenn er einen Betrag von mehr als 50.000 Dollar anonym anlegen will.
Auch das wird nicht mehr reichen.
Hier kommen EG-Richtlinien ins Spiel.
Die EG verlangt von ihren Mitgliedern, und Österreich wäre davon auch im Falle eines Nicht-Beitrittes betroffen, Folgendes.
Bei Banktransaktionen unter einem Wert von umgerechnet etwa 220.000 Schilling muss sich der Bankkunde der Bank gegenüber ausweisen, wenn die Bank einen Verdacht hegt.
Bei Transaktionen, die über diesen Betrag hinausgehen, in jedem Fall.
Und es wird keine anonymen Treuhänder mehr geben.
Es wirkt also der Druck, die in Österreich äußerst beliebten anonymen Spar- und Wertpapierkonten zumindest empfindlich einzuschränken.
Es ist noch nicht ganz klar, wie es in Österreich gesetzlich geschafft wird, auf der einen Seite das internationale organisierte Verbrechen am Lebensnerv, also am Bankkonto zu treffen und andererseits das anonyme Sparbüchel lautend auf Überbringer mit Losungswort aufrecht zu erhalten.
Im Finanzministerium versichert man, man will dem anonymen Sparbüchel nicht aneinanderkragen.
Nach einigem Zögern und auch einigem Druck aus den USA tritt also Österreich den internationalen Konventionen gegen die Geldwäscherei bei.
Herbert Hutter hat stimmlich assistiert von Hans Adler.
Berichtet.
Dreiviertel eins ist es.
Bei uns scheint sie auf der anderen Seite der Erdkugel verfinstert sie sich.
Die Sonne.
Im pazifischen Raum ist heute die längste Sonnenfinsternis für die nächsten 150 Jahre zu sehen.
Die Zone der totalen Verfinsterung reicht von Zentralamerika bis zu den Hawaii-Inseln.
Es ist also mehr als 10.000 Kilometer lang.
Im US-Bundesstaat Hawaii ist das seltene Naturphänomen eine Touristenattraktion ersten Ranges und natürlich auch ein großes Geschäft.
Franz Kösler.
Bekannt sind die Inseln für den Schein der Sonne.
Heute wimmelt es von Verehrern ihrer Finsternis.
50.000 Professionelle und Hobbyastronomen sind auf Grand Island in Hawaii gelandet, bewaffnet mit Fernrohren und Fotoapparaten.
35 Flugzeuge pro Stunde auf der einzigen Landebahn des Flughafens.
Und wenn heute das Heer der Privatflugzeuge sich über die Insel ergießt, sagt der Leiter des Kontrollturms, sehe ich jetzt schon nur noch schwarz.
Die Eklipse, die heute von 7.28 Uhr Ortszeit kaum mehr als viereinhalb Minuten lang zu beobachten sein wird,
ist als Jahrhundertereignis vermarktet worden und hat einen unglaublichen Strom von Besuchern aus aller Welt angezogen, die jetzt um knappe 9.000 Hotelzimmer kämpfen.
Die ersten Reservierungen sind vor zweieinhalb Jahren eingetroffen, seit Monaten ist alles ausverkauft.
In den Nobelhotels waren für ein Zimmer mit direktem Blick auf das Naturereignis stolze 3.000 Dollar zu zahlen, umgerechnet fast 40.000 Schilling.
Im Preis inbegriffen ist die individuelle Betreuung durch einen professionellen Astronomen, die Eklipsenparty und ein Drink, Solar Eclipse, ein Gemisch aus Wodka und Orangenlikör, Papaya-Stückchen und Vanille-Eiscreme.
Vor der Küste liegen mehr als 400 Boote verankert.
Die Wissenschaftler haben die Spitzen der beiden Vulkane der Insel besetzt.
Sie bieten den ungetrübtesten Blick auf die Sonne.
Der Viking Serenadedamm verlädt 1.222 Ekliptophile zur nächtlichen Kreuzfahrt in die Sonnenfinsternis.
Der Ansturm der Besucher ist der Tourismusindustrie willkommen, die unter Wirtschaftsrezession und Golfkriegsnachwehen zu leiden hat.
Die Ekliptomanie ist zum großen Geschäft geworden.
60 verschiedene T-Shirts, Designs sind im Handel und natürlich jede Menge an Aschenbechern und Teetassen, Plakaten und Sonnenbrillen zum Ereignis mit Sonnenfinsternis Motiven dekoriert.
Für 5 Dollar kann man eine Dose Original Hawaii Eklipsenfinsternis mit nach Hause nehmen.
Die Post hat eine Sondermarke mit Sonderstempel aufgelegt.
Und ein Friseur bietet Eklipsen-Schnitte an, hochgesteckte Frisuren, kunstvoll gelegt zur schwarzen Scheibe in blond gelockter Umrahmung.
In Honolulu sind 400.000 sogenannte Sun Peeps verkauft worden, die einen für die Augen ungefährlichen Blick in die Eklipse erlauben sollen.
Vor ungeschützter Betrachtung wird gewarnt, sie könnte die Netzhaut verletzen.
Uns, die wir uns die Reise nach Hawaii nicht leisten konnten, bleibt ein gewisser Trost.
Die ungefährlichste Art, die Sonnenfinsternis aus nächster Nähe zu verfolgen, versichert ein Wissenschaftler des amerikanischen Augeninstituts, ist zu Hause im Fernsehen.
Franz Kösler hat berichtet aus Washington und eben deshalb nach eigener Aussage leider nicht aus Hawaii.
Willkommen zur Kultur.
Passend zur Jahreszeit hat morgen das selten aufgeführte Arthur-Schnitzler-Stück im Spiel der Sommerlüfte im Kurtheater der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Reichenau an der RAX Premiere.
Diese sonst verwaiste Bühne ist schon seit Jahren in den Sommermonaten das Ziel vieler Wiener Theaterliebhaber.
Dort werden Schnitzler und Nestreu-Stücke von hochkarätigen Schauspielern aus Burgtheater und Josefstadt kulinarisch dargeboten.
10.000 Besucher in nur 25 Vorstellungen, das beweist den großen Erfolg des kleinen Kurtheaters.
Dieter Gettler vom Landesstudio Niederösterreich bringt Ihnen eine Vorschau.
Im Spiel der Sommerlüfte war 1928 geschrieben das letzte Stück Arthur Schnitzlers.
Der Dichter verbrachte seine Sommerfrische, wie damals der Urlaub hieß, oft in Reichenau an der Rax.
Und so geht man sicherlich nicht fehl in der Annahme, dass er zu diesem Stück, das in einem Kurort spielt, Reichenau zum Vorbild genommen hat.
Die Sommerlüfte aber sind es, die alle Personen durchs Stück begleiten.
Die drückende Hitze, die Gefühlsregungen oder Ausbrüche provoziert, bis zum Gewitter, das reinigend, aber auch erfüllend wirkt und dann der klare Morgen der Versöhnung, aber auch den Abschied bringt.
Die Bedeutung der jeweiligen Wetterlage für den Fortgang des Stückes hat der 31-jährige englische Regisseur John Lloyd Davies durch ein faszinierend einfach gehaltenes Bühnenbild und durch subtile aber aufwendige Lichteffekte gut getroffen.
Weiße Schäferwolken auf einem blauen Himmel umgeben durch Spiegelungen die Schauspieler.
Nur bei dramatischen Höhepunkten schließen sich die Spiegel und reduzieren die Agierenden auf sich selbst.
Wie so ein Engländer zu einem nahen Verhältnis mit Schnitzler kommt, dazu Davis.
Die ganze Stück geht sehr gut für eine englische Person, weil es gibt immer die Gefühlsgeschichte
Unten, der Flache.
Es gibt immer ein Niveau, die Wirklichkeit, aber dann darunter liegt ein anderer, eine Liebeswelt.
Und in England, das ist diese Reserviert-Qualität.
Englisch auch, dass man, man spricht nie genau die Wahrheit.
Übrigens ist John Lloyd Davies in Österreich nach mehreren Inszenierungen in der Wiener Kammeroper längst kein Unbekannter.
Ebenfalls nicht unbekannt, aber erstmals in Reichenau sind Marianne Nentwig und Martin Schwab im Stück ein langjähriges Ehepaar.
Zu was braucht denn der eine Ablehnung?
Der Bub?
Das ist kein Bub mehr.
Das ist ein väterlicher Mann.
Ein junger Herr ist er, ein Jüngling.
Eine Schlange, eine Jügelinsel, hat gestern der Bapt gesagt.
Hast du noch gar nicht bemerkt, wie die Weibchen angeschaut haben?
Martin Schwab ist auch der erste aus der Neuenburg-Theaterriege, der mit seinem Auftreten hier dem Rufreich hinaus entgegenwirkt, eine Zufluchtsstätte für Wiener Schauspieler zu sein, die in Wien zu wenig Gelegenheit haben, Wienerisches spielen zu können.
Im Spiel der Sommerlüfte trifft auch Ulrike Beimpold als Schauspielelefin auf mehrere Verehrer.
In dieser Szene auf Serge Falk.
Es war jedenfalls sehr dringend, sich zu erkundigen, wie lange der Herr Leutnant sich hier aufhalten wird.
Also jetzt ist er auf einen Leutnant eifersüchtig, den ich überhaupt noch nie gesehen habe.
Wenn dir Herr Kaplan erzählt hätte, dass eine alte Dame heute zu Besuch kommt, hättest du sicher nicht gefragt, wie lange sie da bleiben wird.
Ja, ich bin offenbar eine ganz verworfene Person.
Arthur Schnitzler präsentiert in seiner Sommerfrische alle Nuancen der Liebe.
Die Ausdauernde der Gattin, die Reumütige des Gatten, die Erste des Sohnes, die Kokettsuchende des jungen Mädchens, die Eifersüchtige des Arztes und schließlich die Verbotene des Priesters.
Im Spiel der Sommerlüfte ist sicherlich ein Genuss für Schnitzler-Verehrer, für alle anderen wahrscheinlich ein schöner Theaterabend.
Und wenn sich da und dort leichte Längern zeigen, so ist es nicht die Schuld der Darsteller oder der Regie, sondern die des Stückes selbst, das im Mittelteil vom duftigen Aquarell zum schweren Ölgemäldegerät.
Dieter Gettler von Radio Niederösterreich zu Schnitzlers Spiel der Sommerlüfte, das jetzt gezeigt wird im Kurtheater in Reichenau an der RAX in Niederösterreich.
Es ist in 7 Minuten 13 Uhr.
Wir schließen die Sendung mit einem neuen Meldungsüberblick.
Saudi-Arabien.
Bei einer Flugzeugkatastrophe in der Nähe des Flughafens von Jeddah sind vermutlich mehr als 260 Menschen getötet worden.
Eine Verkehrsmaschine aus Nigeria fing kurz nach dem Startfeuer und stürzte ab.
Die Toten sind in der Mehrheit Pilger, die zuvor in der Stadt Mekka waren.
Österreich.
Im Landesverteidigungsrat wird heute vermutlich über die Anschaffung von Raketen zur Luftabwehr entschieden.
Zur Diskussion stehen ein französisches und ein schwedisches Modell mit einer Reichweite von drei bis sechs Kilometern.
Der Unterschied besteht im Wesentlichen in der Steuerung.
Das schwedische Modell muss ins Ziel gelenkt werden, das französische sucht es sich selbst mit Infrarotstrahlen.
Die Kosten werden in einem 10-Jahres-Plan mit 4,8 Milliarden Schilling beziffert.
Verkehrsminister, pardon, Verteidigungsminister Fasslabend setzt sich für den Ankauf beider Typen für verschiedene Zwecke ein.
Der Landesverteidigungsrat wird heute wahrscheinlich auch die Bewaffnung der Drakenabfangjäger mit Raketen empfehlen.
An der Ernennung des Wiener Weihbischofs Kurt Krenn zum Bischof der Diözese St.
Pölten gibt es erste Kritik.
Der Präsident der Katholischen Aktion Österreichs, Leo Brüller, beanstandete, dass der Vatikan keinen Kontakt mit den Gremien der Diözese oder den Laien aufgenommen habe.
Er meinte, in St.
Pölten hätte es eine Reihe von hochqualifizierten Persönlichkeiten gegeben, die bereits jenes Vertrauen hätten, dass Krenn sich erst erwerben müsse.
Die Ernennung des Dominikaner Paters Schönborn habe Bedeutung, sagte Prüller.
Schönborn selbst meinte, für ihn sei vieles neu, er müsse lernender und hörender sein.
FPÖ-Chef Haider hat neuerlich die baldige Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch Österreich gefordert.
Haider bekräftigte aber, dass ein solcher Schritt in internationaler Abstimmung erfolgen müsste.
Haider meinte, ein Alleingang Österreichs könnte die ohnehin angeheizte Stimmung in Jugoslawien provozieren.
Jugoslawien
Slowenien und die Bundesarmee werfen einander weiterhin vor, das Abkommen von Brioni nicht einzuhalten.
Der slowenische Verteidigungsminister Jansa sagte, Hubschrauber mit Rotkreuzzeichen würden für Truppentransporte missbraucht.
Das Militär weist diese Vorwürfe zurück.
Italien.
200 Kilometer der oberen Adriaküste Italiens sind wieder von einer Algenpest bedroht.
Die Algenteppiche wurden bereits am Wochenende entdeckt, haben aber wegen des Windes die meisten Küstenstriche noch nicht erreicht.
Ihr Ausmaß ist auch nicht so groß wie vor zwei Jahren.
Die italienische Adriaküste erlebt gerade einen Touristenboom, weil viele Urlauber Reisen nach Jugoslawien abgesagt haben.
Der ÖAMTC hat ein Algentelefon unter der Wiener Nummer 711 99 durch Wahl 1200 eingerichtet.
Ich wiederhole die Telefonnummer 711 99 durch Wahl 1200.
USA Die Außenminister der beiden Supermächte, Baker und Bismertnig, beraten heute in Washington Einzelheiten des Vertrages zum Abbau der strategischen Atomwaffen.
Eine Einigung in dieser Frage ist eine Bedingung der USA für ein Gipfeltreffen der Präsidenten Bush und Gorbatschow.
Der geplante Termin ist Ende Juli.
USA
Washington will der Sowjetunion keine Hilfe nach dem Muster des Marshall-Plans gewähren.
Außenminister Baker sagte, es sei sinnlos, Geld an eine zerfallende Planwirtschaft zu verschleudern.
Der sowjetische Präsident Gorbatschow erwartet, dass beim Weltwirtschaftsgipfel in London massive finanzielle Unterstützung für die Reformpläne in seiner Heimat beschlossen wird.
Das waren die Meldungen.
Jetzt noch ein kurzer Blick auf das Wetter.
In ganz Österreich ist es heute sonnig.
Die Temperaturen erreichen hochsommerliche 31 Grad.
Und ich habe noch eine brandaktuelle Meldung für die Sportfreunde.
In Genf heute die Auslosung der ersten Runde des Fußball-Europacups.
Im Pokalsiegerbewerb trifft Stocker Rau in einer Vorrunde auf den englischen Cupsieger Tottenham Hotspurs.
Kein leichter Gegner.
Und im UEFA Cup gibt es die Gegner auch schon, sind eher leicht FC Tirol gegen Tromsoe, das ist der Meisterschaftstritte in Norwegen und Sturm Graz gegen den niederländischen Meisterschaftsvierten FC Utrecht.
Das könnte schon etwas schwieriger werden.
Der Gegner der Austria, der ist noch nicht bekannt des Meisters, also
Das Mittagsjournal ist mit dieser Sportinformation zu Ende.
Ein Hinweis noch um 13 Uhr, die nächste Zeit im Bild um 17 Uhr, das Journal um 5 Uhr und um 18 Uhr das Abendjournal in Österreich 1 mit dem Panorama zum Thema Ausländerproblematik, Ausländer-Enquete des Innenministeriums.
Für das Mittagsteam verabschiedet sich Lois Glück.
Einblendung: Innenminister Frank Löschnak, Einblendung: Willibald Pahr, Flüchtlingsbeauftragter
Mitwirkende:
Simbürger, Franz [Gestaltung]
, Löschnak, Franz [Interviewte/r]
, Pahr, Willibald [Interviewte/r]
Datum:
1991.07.11 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik Österreich
;
Asyl
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten