Krankheit

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Das Stück „Krankheit oder Moderne Frauen“ zeigt in einer ungewohnt formexperimentellen, aus verschiedenen Sprachschichten montierten Weise die Schwierigkeiten, ja Unmöglichkeit des Zusammenlebens von Männern und Frauen, aber auch von Frauen untereinander in unserer heutigen Gesellschaft. Dazu benützt es die Mittel der satirischen Sprachentlarvung ebenso wie etwa die Tradition der Schauer- und Vampirgeschichten. Eine nacherzählbare Geschichte gibt es nicht, wohl aber so etwas wie Handlungsblöcke: Im ersten treffen das „fortschrittliche“ Beziehungspaar Dr. Heidkliff und seine zum Vampir gewordene Freundin Emily aufeinander, im zweiten wird das kleinbürgerliche Eheleben des Steuerberaters Dr. Benno Hundekoffer und seiner Frau, der sechsfachen Mutter Carmilla, vorgeführt, die bei einer Geburt in Dr. Heidkliffs Frauenarzt-Ordination stirbt und ebenfalls zum Vampir wird. Dann verbünden sich die beiden nach Blut dürstenden Frauen miteinander, töten Carmillas Kinder, bis auch diese Zweisamkeit in Unfrieden mündet. Die beiden verunsicherten Männer, schon bisher eifrig am Zerstörungswerk an Natur und Beziehung tätig, schließen sich am Ende in einer Art Waffengemeinschaft zusammen, um auf „das Doppelgeschöpf“, die tragisch vereinten weiblichen Wesenarten, zu schießen: Zerstörung ist Männersache. Der Frau, besonders der Künstlerin, bleibt in dieser vom Angriffs- und Destruktionstrieb beherrschten Lebenswelt nur der Vampirismus: Ich sauge Blut, also bin ich (kreativ). Ein Stück, das keinerlei Illusion zuläßt über Freiräume des Willens und der Selbstbestimmung.