Komödie der Eitelkeit

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Inhalt

Ein autoritäres Regime verbietet jede Abbildung des Menschen.
Auf den Besitz oder die Herstellung von Spiegeln, Fotos, Filmen und gemalten Portraits steht die Todesstrafe.
Elias Canetti entwirft eine Grundsituation und läßt Bühnenfiguren auf das Gedankenexperiment reagieren - von der volksfestartigen Bilderverbrennung bis zum langsam fortschreitenden Identitätsverlust, von der Fanatisierung einzelner Vertreter der neuen Heilslehre bis zu einem rege blühenden Schwarzmarkt.
Der Verlust des Spiegelbildes wird zum Symbol der Verhinderung von Selbstreflexion.
Der Versuch der gänzlichen Auslöschung des Individuums scheitert an der Gier des menschlichen Ich-Bewußtseins nach Bestätigung.
Canetti entnimmt die Kandidaten für sein philosophisches Experiment einer vertrauten Wiener Theatertradition von Nestroy, Kraus und Horváth. Seine Figuren sind der Querschnitt durch die Masse: es sind Bürger und Kleinbürger – Greißler, Friseure, Lehrer, Dienstleute, Hausangestellte.
Seine theatralischen Mittel sind die der Komödie und die der „akustischen Masken“, des Aufzeigens der jedem eigenen Sprache und Sprechweise.