Arabische Nacht

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Sommer: Die Wasserversorgung einer Hochhaussiedlung ist zusammengebrochen. Nur im siebten Stock eines Wohnblocks duscht Franziska, die sich an ihr früheres Leben als arabische Prinzessin nicht erinnern kann. In 7-32 wohnt sie mit Fatima, die immer dann, wenn Franziska nach dem Duschen bei Sonnenuntergang in tiefen Schlaf fällt, ihren Freund Kalil in der Wohnung ungestört treffen kann. Karpati, Nachbar, hat die duschende Franziska vom gegenüberliegenden Wohnblock aus beobachtet und fühlt sich wie unter einem Zauber durch Wassergemurmel zu ihr hingezogen. Als er die Schlafende von 7-32 küssen will, findet er sich plötzlich in einer Cognacflasche wieder. Auch Lomeier, der Hausmeister, hört das Wasser in den Rohren rauschen. Die Suche nach dem Leck führt ihn zu Franziska, die auch er küssen muss: Plötzlich steht er in einer Wüste. Kurze Zeit später taucht Kalil im 7. Stock auf. Als Franziska zum ersten Mal seit Jahren nach Sonnenuntergang aufwacht und ihn sofort küssen will, verkehrt sich dieses moderne Märchen zu einem Wahn-Spiel um Liebe und Tod. Aber vielleicht ist alles nur der Traum eines Schriftstellers, dem seine an der Schreibmaschine und dem Diktaphon imaginierten Figuren aus dem Ruder laufen ... "Die arabische Nacht" zählt zu den meistgespielten und meistdiskutierten Texten der diesjährigen Theaterspielzeit. Von der Kritik gefeiert, wird das Stück wegen seiner formalen Anlage auch als eine Art Hörspiel auf dem Theater angesehen. Tatsache ist, dass lange vor der Uraufführung auf der Bühne "Die arabische Nacht" beim Hörspiel bereits zur Produktion angenommen war, aber erst jetzt realisiert werden konnte. Vielleicht liegt hier der seltene Glücksfall eines Textes vor, der beides ist: originäres Theaterstück und originäres Hörspiel, ein Text, der für jede Darstellungsform besondere Lösungen einfordert. (Quelle: archive.org)