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Die Erstellung der Transkripte erfolgt mit der Transkriptionssoftware WhisperX. WhisperX basiert auf dem System Whisper der Firma OpenAI. Whisper ist ein Open Source Produkt und auf Github veröffentlicht. WhisperX ist eine optimierte Version von Whisper und wurde von der Visual Geometry Group an der Oxford University entwickelt und auf Github veröffentlicht.
Die zur Verfügung gestellten Transkripte wurden 2024 erstellt.
KI-generiertes Transkript
Mit Werner Löw im Studio.
Guten Tag und mit folgendem Programm.
Staatssekretär Ruttensdorfer will aus der Regierung zurück in die OMV wechseln.
Wir sprechen mit ihm und stellen auch die Frage, was hat die OMV als Politiker, Kaderschmiede, was andere große Unternehmen nicht haben.
Außerdem die für Freitag angesagte Anti-Rassismus-Demo in Wien und die Gegenveranstaltung der Freiheitlichen.
Der Rechnungshof zur Tiroler Arbeiterkammer, er hat Kritikpunkte gefunden.
Die Trigon-Bank hat seit heute früh die Schalter wieder offen.
Und die größte Versicherungsgruppe Österreichs stellt sich vor, die Uniqua, der Zusammenschluss von Austriakollegalität und Bundesländerversicherung.
Aus dem Ausland, im Westjordanland, beginnen die Gespräche über den endgültigen Status der autonomen Palästinensergebiete.
In Paris trifft sich die Sozialistische Internationale im Zeichen des Schröder-Blair-Kurses.
Und ein Schwerpunkt bei uns heute, der morgige 10.
Jahrestag des Falls der Berliner Mauer.
Wir bringen dazu einen historischen Rückblick und ein Gespräch mit dem deutschen Historiker Christian Graf von Kroko.
Im Kulturtag schließlich Tarzan, der neue abendfüllende Disney-Trickfilm.
In Fleisch und Blut nehmen wir im Nachrichtenstudio Josef Wenzel-Chnatek.
Er liest die von Elisabeth Mahners zusammengestellten Meldungen.
Österreich.
Staatssekretär Ruttensdorfer plant offenbar seine Rückkehr in die Wirtschaft.
Ruttensdorfer erklärte, er habe Interesse an einem Angebot der OMV.
Der SPÖ-Politiker ist als Vorstandsvorsitzender im Gespräch.
Vor seiner Zeit als Finanzstaatssekretär hatte Ruttensdorfer 20 Jahre für die OMV gearbeitet.
In der Trigon-Bank gibt es seit heute wieder Kundenverkehr.
Nach Berichten über mögliche Zahlungsunfähigkeit hatte das Institut am 27.
Oktober seine Schalter geschlossen.
Am vergangenen Freitag erklärte das Handelsgericht, es seien keine Anhaltspunkte für eine Zahlungsunfähigkeit gefunden worden.
Vorerst will die Trigon-Bank nur täglich fälliges Geld auszahlen, nicht aber gebundene Sparbücher.
Der Prozess gegen Peter Rosenstingl beginnt am 14.
Dezember.
Dem ehemaligen FPÖ-Politiker wird Millionenbetrug vorgeworfen.
In Innsbruck wird heute ein neuer Ermittlungsversuch für das Ergebnis der Tiroler Landtagswahl vom März unternommen.
Die Wahlbehörde muss Stimmzettel überprüfen.
Der Verfassungsgerichtshof hatte das Innsbrucker Ergebnis aufgehoben.
22 Stimmern könnten entscheiden, ob ein Landtagsmandat von den Grünen zur ÖVP wandert.
Dies würde der Volkspartei die absolute Mehrheit sichern.
Vor dem Hintergrund steigender Austrittszahlen tagen heute die Gremien der größten christlichen Kirchen Österreichs.
In Wien diskutiert die Katholische Bischofskonferenz, wie der Dialog für Österreich fortgeführt werden kann.
Bei den evangelischen Kirchen tagen die Lutheraner in Innsbruck, die Reformierten in Bregenz.
Nach einer Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist das Fortpflanzungsmedizingesetz nicht verfassungswidrig.
Der Gerichtshof hat damit die Anträge zweier Klägerinnen auf Abschaffung des Verbots fremder Ei- und Samenspenden abgewiesen.
Die zwei Frauen setzten sich für die Zulassung derzeit noch nicht erlaubter Methoden künstlicher Befruchtung ein.
Nahe Ostern.
Schon nach weniger als zwei Stunden ist die erste Sitzung der israelisch-palästinensischen Gespräche über ein endgültiges Friedensabkommen vertagt worden.
Beim Verlassen des Verhandlungsraumes in Ramallah im Westjordanland gab es allerdings keine Anzeichen für eine Krise.
Beide Seiten kündigten eine Pressekonferenz zum Verlauf der Gespräche an.
Die Unterhändler hatten schon vor Beginn der Verhandlungen erklärt, sie wollten zunächst Verfahrensfragen klären.
Die Palästinenser wollen die Anerkennung eines souveränen Staates erreichen.
Die Grundzüge der Vereinbarung sollen bis Mitte Februar ausgehandelt werden.
Russland Die tschetschenische Hauptstadt Grozny liegt wieder unter schwerem Beschuss russischer Kampfflugzeuge und Artillerie.
Angegriffen wurde unter anderem das Haus des tschetschenischen Parlamentspräsidenten.
Dabei wurden fünf Menschen getötet.
Der Politiker selbst erlitt nur leichte Verletzungen.
Der russische Ministerpräsident Putin gibt den Appellen des tschetschenischen Präsidenten Maskadow an die Vereinten Nationen und die USA wenig Chancen.
Putin erklärte, Maskadow könne sich an wen auch immer wenden, selbst an den Papst.
Solange der tschetschenische Präsident Terroristen unterstütze, lohnten sich keine Verhandlungen.
Georgien Papst Johannes Paul II.
wird nach Abschluss seines Indien-Besuches heute in Tiflis erwartet.
Präsident Cevardnadze bezeichnete die Visite des Papstes in der ehemaligen Sowjetrepublik als einmaliges Ereignis der Geschichte.
Cevardnadze meinte, er habe seit zehn Jahren darauf gehofft.
In diesem Zusammenhang erinnert er auch an den Fall der Berliner Mauer vor zehn Jahren.
Edward Cevardnadze war damals sowjetischer Außenminister.
Deutschland Die Gedenkfeiern zum zehnten Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer werden fortgesetzt.
Der frühere amerikanische Präsident Bush wird Ehrenbürger von Berlin.
In Leipzig entscheidet der Bundesgerichtshof über das angefochtene Urteil gegen den letzten DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz.
Er war wegen Totschlag an vier DDR-Flüchtlingen zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Krenz selbst legten Berufung ein.
USA.
Im Bundesstaat Colorado beginnt der Prozess gegen den elfjährigen Raoul.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Buben vor, seine fünfjährige Halbschwester im Intimbereich berührt zu haben.
Die Anwälte Raouls wollen die Einstellung des Prozesses wegen eines Formfehlers beantragen.
Das Verfahren hat in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern Empörung ausgelöst.
Soweit die Nachrichten und ich gebe gleich weiter an Michael Martin von unserer Wetterredaktion für seinen Wetterbericht.
Übers Wochenende hat der Winter einen großen Schritt vorwärts gemacht.
In den Alpen hat es weit herunter geschneit, stellenweise schon bis auf 900 Meter.
In Obergurg liegen derzeit 15 Zentimeter Schnee, am Sonnblick ist es mehr als ein halber Meter.
Und das feuchte und kalte Wetter bleibt uns auch in den nächsten Tagen erhalten, denn genau über den Alpen liegt ein hartnäckiges Tief.
Die Temperaturen gehen sogar noch ein wenig zurück, die Schneefallgrenze sinkt allmählich auf 600 Meter Höhe und besonders am Alpen-Nordrand kommen noch einige Zentimeter Neuschnee dazu.
Zurück zu den aktuellen Meldungen.
In Wien und Eisenstadt ist es derzeit bedeckt bei 8 Grad, St.
Pölten und Linz stark bewölkt 7, Salzburg und Innsbruck leichter Regen 5, Bregenz-Nieseln 6, Graz wolkig 9, sowie Klagenfurt heiter 9 Grad.
Im Großteil Österreichs bleibt es heute Nachmittag stark bewölkt und mit lebhaftem Nordwestwind ziehen vor allem zwischen dem Außerfern und den niederösterreichischen Voralpen Regenschauer durch.
Schnee fällt oberhalb von 900 bis 1200 Meter Höhe.
In Osttirol und Kärnten bleibt es hingegen recht sonnig und auch in der südlichen Steiermark, in Montafon und am Tiroler Alpenhauptkamm kommt zumindest ab und zu die Sonne heraus.
Die Nachmittagstemperaturen 4 bis 9 bei Sonne bis zu 12 Grad.
Heute Nacht ändert sich kaum etwas, besonders an der Alpen-Nordseite regnet und schneit es zeitweise.
Morgen Dienstag überwiegen dann in ganz Österreich die Wolken, ein wenig Sonnenschein geht sich am ehesten noch in Osttirol und Kärnten aus.
Nördlich der Alpen, zwischen Adlberg und Oetscher, ziehen dagegen immer wieder Regen- und Schneeschauer durch, Schnee fällt tagsüber oberhalb von 700 bis 1000 Meter Höhe.
Am Nachmittag wird der Regen dann auch ganz im Osten wieder häufiger.
Mit Höchstwerten zwischen 2 und 8 Grad ist es noch eine Spur kühler als heute,
Nur im Süden sind morgen bis zu 10 Grad möglich.
In 2000 Meter Höhe hat es um minus 5 Grad.
Und kaum anders der Mittwoch, überwiegend bewölkt mit Regen- und Schneeschauern, vor allem an der Alpen-Nordseite.
Die Temperaturen gehen noch ein bisschen zurück.
Es ist mittlerweile neun Minuten nach zwölf.
Staatssekretär Rutensdorfer plant also offenbar seine Rückkehr in die Wirtschaft.
Er sei an einem Angebot der OMV interessiert, lautet die bisherige offizielle Version.
Vor seiner Zeit als Finanzstaatssekretär hat der Rutensdorfer 20 Jahre lang schon für die OMV gearbeitet.
Gabi Waldner hat den wechselwilligen Noch-Politiker am Telefon erreicht.
Herr Staatssekretär Rotensdorfer, es heißt, Sie interessieren sich für ein Angebot aus der OMV.
Heißt das, die Politik macht Ihnen jetzt keinen Spaß mehr?
Richtig ist, dass ich ernsthaft überlege, in die Wirtschaft zurückzukehren und hier gibt es das Angebot von der OMV und ich bin an dem interessiert.
Verraten Sie uns, wie das Angebot ausschaut?
Nun, es ist so, dass bereits nach meinem Weggang aus der OMV die beiden Hauptaktionäre von Abu Dhabi, die Investmentgesellschaft IPIC und der ÖRG beschlossen haben, dass sie mir anbieten, zurückzukommen in den Konzern, wenn ich dies möchte.
Das ist kein vertragliches Rückkehrrecht, sondern das war ein Beschluss der beiden Hauptaktionäre.
Und die beiden haben das insofern aktualisiert, als Vertreter dieser beiden Gesellschaften mit mir persönlich in den letzten Tagen gesprochen haben und eben gefragt haben, ob ich bereit wäre, in den Konzern zurückzukehren.
Offen ist die konkrete Ausgestaltung.
Ich habe die beiden Hauptaktionäre gebeten, über diese konkrete Ausgestaltung einer möglichen Funktion von mir Gespräche zu führen, sodass eben in naher Zukunft
von mir aus eine konkrete Entscheidung auch getroffen werden kann.
Es geht aber da aller Voraussicht nach, wenn man sich anschaut, wie es bei der OMV zurzeit ausschaut und wie auch die Verträge ausschauen, es dürfte sich um den Posten des Generaldirektors handeln, oder?
Ich bin grundsätzlich interessiert, in dieses Unternehmen zurückzukehren.
Es liegt dann bei den Hauptaktionären und auch beim Aufsichtsrat zu entscheiden, wie die Verteilung der Aufgaben im Vorstand erfolgt.
Aber das wäre auf jeden Fall ein Angebot, das Sie annehmen würden, Nachfolger von Richard Shentz zu werden, wenn der Ende Juni 2000 ausscheidet?
Ja, dazu kann ich nicht Stellung nehmen.
Eines ist aber klar.
Ich war fünf Jahre Generaldirektor, Stellvertreter in diesen Unternehmen, habe vorher beim Vertrieb, beim Tankstellenvertrieb, Mineralölproduktenvertrieb dieses Unternehmens nicht nur in Österreich, sondern in ganz Zentraleuropa mitgewirkt, war Finanzchef und zum Schluss auch für Erdgas
Exploration und Produktion zuständig.
Ich bringe also ein hohes Maß an Erfahrung für dieses Unternehmen mit.
Wieso zu diesem Zeitpunkt?
Macht das innenpolitische Part jetzt nach der Wahl die Situation, die schwierige bei der Regierungsbildung, die Möglichkeit, dass die SPÖ vielleicht gar nicht mehr in der Regierung ist, macht Ihnen das die Sache ein bisschen leichter?
Die Organe des Unternehmens haben entschieden, dass sie die Vorstandsnachfolgefrage noch höher regeln wollen und sind deshalb
zu diesem Zeitpunkt an mich herangetragen.
Mit der innenpolitischen Situation besteht hier keinerlei Zusammenhang.
Wann wird aus Ihrer Sicht die Entscheidung fallen?
Wann wird man wissen, ob Sie weiter in der Regierung sind oder nicht?
Nun, die OMV, die Organe der OMV haben sich vorgenommen, eine solche Entscheidung noch heuer zu treffen.
Vermutlich anlässlich der nächsten Aufsichtsratssitzung am 10.
Dezember.
Und das wird auch für meine Entscheidung ein wesentliches Datum sein.
In den vergangenen Jahren hat es einen regen Personalaustausch gegeben zwischen der OMV und der SPÖ-Regierungsmannschaft.
Ich nenne da den Bundeskanzler Klima, dann den Minister Einem und auch Sie.
Was sagen Sie denn zu dieser Optik, wenn Sie jetzt zum Beispiel wieder zurückkehren zur OMV?
Ja, ich war 20 Jahre in diesem Unternehmen tätig und habe große Erfahrung und daher ist es irgendwo naheliegend, dass ich zu meinem gelernten Beruf sozusagen zurückkehre.
Staatssekretär Wolfgang Ruttensdorfer im Gespräch mit Gabi Waldner, also einer, der in Zeiten der Weichenstellungen seine ganz persönlichen Weichen hier offenbar auch stellen wollte, zurück zur OMV.
Gabi Waldner hat es erwähnt, die OMV, vormals als staatlich dominierte österreichische Mineralölverwaltung noch ÖMV genannt, diese OMV scheint ganz besondere Qualitäten zu haben, was
dass die Funktion als Reservoir sozusagen für österreichische Politiker anlangt.
Kanzler Klima, Kaspar Einem, der Minister, wir haben es gehört.
Mehr über diese OMV und Karrieresprünge zwischen Politik und dem Unternehmen von Wolfgang Geier.
Der Blutaustausch zwischen dem Ölkonzern OMV und der SPÖ-Regierung ist beachtlich.
Viktor Klima, Kaspar Einheim und Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer waren vor ihrem Einstieg in der Politik in leitenden Funktionen innerhalb des Energieriesen tätig.
Der Kanzler war im Vorstand der Firma zuständig für die Finanzen, der Verkehrsminister als Direktor im Geschäftsbereich Gas und der nun zur Rückkehr bereite Staatssekretär war in der OMV bereits Generaldirektor-Stellvertreter.
In seiner neuen und alten Wirkungsstätte wird Wolfgang Ruttensdorfer darüber hinaus auf einen weiteren Parteifreund treffen.
Mark Hall, ehemals Sekretär von Victor Klimas, ist dort als stellvertretender Vorstandsvorsitzender tätig.
Auch Mark Hall war von der OMV aus zuvor in die SPÖ gewechselt und nach zwei Jahren an der Seite Victor Klimas im Jahr 1995 wieder zum Energiekonzern zurückgekehrt.
Nicht mehr als Referent, sondern als Vorstand.
Für die FPÖ Anlass genug, um im Parlament im Rahmen einer dringlichen Anfrage gegen Proports und Postenschacher zu protestieren.
Auch innerhalb der ÖVP wird der Energie- und Ölkonzern OMV mit seinen 6.134 Mitarbeitern und 65 Umsatzmilliarden als sicherer Hafen für SPÖ-Politiker bezeichnet.
Wenngleich nicht jedes Schiff die Einfahrt schaffte.
Ein bereits fertig ausverhandelter Vertrag für den ehemaligen SPÖ-Bundesgeschäftsführer Peter Marizzi blieb ohne Unterschrift.
Von 100.000 Schilling Monatsgehalt plus Dienstwagen war damals die Rede.
Nach Medienberichten im Sommer 1995 soll der Transfer von SPÖ Richtung OMV an internen Widerständen gescheitert sein.
Aus der OMV selbst heißt es heute auf alle Fragen zur Verquickung von Politik und Posten lediglich kein Kommentar.
Der Präsident des Aufsichtsrates, Oskar Grünwald, ist laut Konzern derzeit im Emirat Abu Dhabi und daher nicht erreichbar.
Neben der Überzahl an prominenten SPÖ-Spitzenpolitikern findet sich in den Annahlen der OMV aber auch der Name Freda Meissner-Blau.
Die Grünpolitikerin der ersten Stunde und spätere Präsidentschaftskandidatin erteilte dort auf Honorarbasis Unterricht in Fremdsprachen und hatte sich später mit dem nachhinein unbegründeten Pensionsvorwürfen herumzuschlagen.
Wolfgang Geier hat informiert.
Die Trigron-Bank in der Wiener Innenstadt hat seit heute früh wieder geöffnet.
Ende Oktober hatte sie die Schalte geschlossen, nachdem es Meldungen über eine angebliche Zahlungsunfähigkeit gegeben hatte und über eine sogenannte Geschäftsaufsicht, die bevorstehen sollte.
Dafür hat das Handelsgericht dann aber gar keinen Grund gesehen.
Dennoch hat heute der erste Geschäftstag mit Kundenverkehr bei der Trigron-Bank mit massiven Kundenprotesten begonnen, berichtet Ernst Weinisch.
Circa 100 Personen warten bei Regen und Wind seit Stunden vor der Bank.
Doch nicht alle Spareinlagen werden ausbezahlt.
Heute habe ich erfahren, sie zahlt momentan nur die fälligen Spareinlagen aus.
Das sehe ich eigentlich recht vernünftig, weil, wie man sieht, die Leute sind alle aufgeregt und dadurch wird, wie soll man sagen, ein Rahn auf die Bank verhindert.
Andere Sparer sehen das nicht so gelassen.
Sie wollen ihr Geld sofort, auch wenn es auf einem gebundenen Sparbuch liegt, wie das bei einem Konkurs der Fall wäre, und gehen mit Bankvertretern vor der Trigon-Bank hart ins Gericht.
Ein Konkurs ist nämlich so, dass innerhalb von drei Monaten das Ganze abgeschlossen sein muss.
Und Sie zögern das nur raus.
Ich brauche Ihnen gar nichts.
Ich sage Ihnen eines, ich glaube Ihnen nicht einmal die Uhrzeit mehr.
Der Vertreter der Bank, Andreas König, versucht zu beruhigen und erklärt.
Täglich fällige Sparbücher werden ausgezahlt.
Alle anderen nicht.
Warum nicht?
Weil der Regierungskommissar die Abhebungen nicht freigegeben hat.
Sie haben nach wie vor, sind Sie unter Abruf eines Regierungskommissars gestellt?
Die Aufsicht ist weiterhin da, ja.
Sie wollten heute Ihr Geld abholen und bekommen es nicht, oder?
Sie haben mich doch nicht filmen lassen, vor dem ganzen Zirkus.
Ich sage Ihnen gar nichts.
Sie haben Geld da und kriegen es nicht, oder?
Ich kriege es nicht, weil ich es auf ein Jahr gebunden habe, bis September.
Und heute kriegen Sie nur das, das Fälliges?
Gar nichts, ich habe ja kein Fälliges.
Ich habe ja kein Fälliges, wenn es erst im September nicht 2000 fällig wird.
Ich hab gesagt, wir gehen alle gleich aus Hans.
Lass mich von den Kameldreibern, von diesen Dubiosen nicht rollen.
Sie warten hier auch, wollen ihr Geld wieder.
Ich bin seit 5 Uhr hier.
Das ist zwar gebunden, das Sparbuch, aber Sie müssen jederzeit die Ausbildung zahlen.
Man muss auf die Zinsen verzichten.
Wann wäre Ihr Geld fällig?
Circa neun Monate wäre es fällig.
Aber was ist, wenn einer Geld braucht, auf jede Bank gehe ich, kann man das Geld abholen, muss aber auf die Zinsen verzichten.
Darf ich fragen, haben Sie mehr als 250.000 Schilling da?
Ich frage das deshalb, weil bis 250.000 Schilling wäre ja keine Gefahr.
Also ich falle nicht um, um das Geld, das ist zu viel.
Aber Sie hätten es lieber jetzt?
Sie hätten es lieber jetzt, das ist logisch.
Auf jeden Fall, wer bis zu 250.000 Schilling am Sparbuch hat, braucht in keinem Fall zu zittern.
Hier würde die Einlagensicherung haften.
Ja, also die gesetzliche Sicherung bis 250.000 Schilling.
Aber wer ein gebundenes Sparbuch hat, der ist diesmal offenbar wirklich gebunden bis zur vollen Länge der Bindungsfrist.
Wie geht es weiter mit der Trigon Bank?
Christian Hunger hat recherchiert.
So in die Schlagzeilen zu kommen, wie es bei der Trigon Bank die letzten zwei Wochen der Fall war, das ist so ungefähr das Schlimmste für einen stets auf Diskretion bedachten Bankier.
Nicht nur, dass damit schlagartig alle Kunden verunsichert werden, wenn gleichzeitig alle auf einmal ihr Geld zurückhaben wollen, dann ist das der sichere Ruin einer Bank.
Zumindest das scheint heute vorerst abgewendet worden zu sein, indem nicht alles und sofort ausbezahlt wird.
Im Übrigen sind heute offensichtlich alle in der Sache involvierten Stellen um Schadensbegrenzung bemüht.
Die Bankenaufsicht beim Finanzministerium, die gerne das eine oder andere zur Erklärung ihrer Maßnahmen in den letzten Tagen zu sagen hätte, ist aufgrund des Bankenaufsichtsgesetzes zur Einhaltung des Amtsgeheimnisses verpflichtet.
Die Nationalbank, die dem Finanzministerium ihre Prüfer zur Verfügung stellt, hat eine Nachrichtensperre in der Angelegenheit verhängt.
Und in der Trigon-Bank selbst hat man sich heute ebenfalls zum Schweigen verpflichtet.
Fest steht, dass der vom Finanzministerium beauftragte Regierungskommissar wohl noch einige Wochen in der Bank bleiben wird, um seinen Statusbericht über das Institut fertigzustellen.
Die Verhängung einer wesentlich mächtigeren Geschäftsaufsicht, so wie es die Finanzprokuratur verlangt hat, ist seit Freitag der Woche vor Woche mit richterlichem Bescheid abgewiesen worden.
Auch an Liquidität dürfte es der Trigon Bank vorerst nicht fehlen, nachdem ein nicht näher bezeichneter Partner 50 Millionen Schilling eingebracht und damit die Eigenmittel auf 200 Millionen Schilling erhöht hat.
Bleibt abzuwarten, ob es der Trigon Bank gelingt, das Vertrauen ihrer zuletzt 1.500 Kunden, für die sie 6.500 Kunden betreibt, ob sie dieses Vertrauen wieder gewinnen kann.
Das Vertrauen der Kunden ist jedenfalls das wichtigste Kapital einer Bank.
Christian Hunger hat zusammengefasst.
Am kommenden Freitag sollen viele Lichter blinken in Wien und zwar um 18 Uhr 5 oder O5 in Anlehnung an das Zeichen für den österreichischen Widerstand, wie es etwa auch an der Wand des Stephansdoms eingeritzt ist.
So planen es zumindest die Organisatoren der Anti-Rassismus-Kundgebung für diesen 12.
November.
Bei einer Pressekonferenz heute Vormittag schalteten die Veranstalter, darunter auch die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, rote Fahrradleuchten an als Warnblinken gegen die rechte Geisterfahrt der Republik.
Die Kundgebung am Freitag soll um 16 Uhr vor dem Parlament beginnen und um 18 Uhr eben am Stephansplatz enden.
An dem Ort, wo vor einem Monat die Wahlkampfschlussveranstaltung der Freiheitlichen abgehalten wurde.
In der heutigen Ausgabe des Profil ist zu lesen, dass Jörg Haider am Tag der Anti-Rassismus-Demo am 12.
November öffentlich auch eine Grundsatzrede halten will.
Klaus Webhofer fasst zusammen.
In der Wiener Hofburg soll die laut FPÖ-Grundsatzerklärung von Parteiobmann Jörg Haider abgegeben werden, vor einem ausgewählten Publikum, wie Generalsekretär Westenthaler sagt.
Auf die geplanten Inhalte von Haiders Ausführungen, der ja selbst nach wie vor in den USA weilt, will der Generalsekretär nur allgemein eingehen.
Wir planen eine solche Veranstaltung, wo Dr. Jörg Haider zur Demokratie, zu Österreich, zur Situation nach der Wahl sicherlich auch
zu den einen oder anderen Angriffen gegenüber den Freiheitlichen grundsätzliche Positionen und Erklärungen klarstellen und feststellen wird.
Grundsatzreden von Haider, so Westenthaler weiter, seien jedoch immer für Überraschungen gut.
Allerdings die Darstellung des Nachrichtenmagazins Profil, das unter Berufung auf den freiheitlichen EU-Parlamentarier Peter Sichrovsky schreibt, Haider werde auch offen über eigene Fehler sprechen und sich für Äußerungen in der Vergangenheit entschuldigen, weist Westenthaler zurück.
Hier sei Sichrowski falsch zitiert worden entgegen Westenthaler.
Das Datum der FPÖ-Veranstaltung dürfte aber wohl kein Zufall sein.
Als Gegenveranstaltung zur Anti-Rassismus-Kundgebung will Westenthaler sie aber nicht verstanden wissen.
Es ist auch eine Veranstaltung der FPÖ, an diesem Datum, findet aber am Vormittag statt und nicht am Nachmittag oder Abend, wo ja die andere Veranstaltung stattfindet.
Die Organisatoren der Anti-Rassismus-Kundgebung sehen der Heider Rede jedenfalls gelassen entgegen, sagt Doron Rabinovic.
Andererseits ist es so, dass es nicht nur langweilig, sondern auch bestürzend ist, wie wenig Jörg Haider immer wieder imstande ist, sich von der Vergangenheit loszusagen und wie er immer wieder rassistisch vorgeht und mit Rassismen Politik macht und abgesehen davon auch schon längst nicht mehr glaubwürdig ist.
Am Abend des 9.
November 1989 verkündete die DDR die Aufhebung von Reisebeschränkungen für DDR-Bürger.
In erster Linie bedeutete das den freien Zugang zu West-Berlin.
Aber auch in derselben Nacht stürmten Zehntausende die Grenzübergänge und ganz Berlin feierte.
Die Rasanz, mit der die DDR zerfällt, überrascht nun auch den Westen.
Elf Monate nach dem Fall der Berliner Mauer erfolgt schon die Vereinigung der beiden deutschen Staaten.
Diese Mauer hat 171 Menschen das Leben gekostet, 40.000 überwanden sie von Ost nach West unter Einsatz ihres Lebens.
Hören Sie Amelie Strateczny mit einem historischen Rückblick auf die damaligen Ereignisse.
28 Jahre, das ist die Stunde!
Das ist Wahnsinn!
Wahnsinn!
Das muss ich hoffentlich erleben können.
Das ist der Augenblick, auf den wir alle gewartet haben.
Ich kann nicht glauben, dass ich jetzt hier bin.
Ich wohne ein Jahr lang vor der Mauer und gucke sie mir ein Jahr lang an und darf jetzt mit einem Mal fahren.
Es ist der historische Tag, da muss man dabei sein.
Ein historischer Tag, besser gesagt eine historische Nacht vom 9. auf den 10.
November 1989.
Der Fall der Berliner Mauer.
Die seit dem Sommer 1989 anhaltende Massenflucht von DDR-Bürgern in die Tschechoslowakei und nach Ungarn brachte den Stein ins Rollen.
Die Ungarn schnitten die ersten Löcher in den eisernen Vorhang.
Eine Massenfluchtbewegung war auch der Anlass zur Errichtung der Berliner Mauer 1961 gewesen.
Kurz zuvor noch dementierte DDR-Chef Walter Ulbricht, was schon längst beschlossen war.
Aber es war das erste Mal, dass das Wort Mauer in diesem Zusammenhang fiel.
Mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, dass sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird.
Niemand hat die Absicht eine Mauer zu erwischen.
In der Nacht vom 12. auf den 13.
August wurde der antifaschistische Schutzwall, eine vier Meter hohe Mauer, quer durch Berlin gezogen, die Häuser auf dem späteren Todesstreifen niedergewalzt und im Grundbuch erfolgte die Eintragung Eigentum des Volkes.
Und damit war das einzig bisher noch offengebliebene Schlupfloch im eisernen Vorhang zwischen den beiden deutschen Staaten verrammelt.
28 Jahre später, während die SED-Führung den 40.
Jahrestag der DDR-Staatsgründung mit Pomp und Paraden feiert, erlebt Ost-Berlin den größten Protestmarsch seit dem Aufstand 1953.
Kurz darauf steht Berlin im Jubel der Vereinigung.
Geplant war es so nicht.
Heute, nach Öffnung der SED-Archive, weiß man, was damals so mancher Genosse nicht wusste.
Die DDR stand knapp vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch.
In der letzten ZK-Sitzung am 9.
November unter Egon Krenz, dem Nachfolger des entmachteten Staatsratsvorsitzenden Erich Horniker, beschloss man, den letzten Trumpf auszuspielen.
Durchlässigkeit der Mauer im Tausch gegen neue Milliardenkredite aus Bonn.
In der Pressekonferenz gegen Abend machte das ZK-Mitglied Günter Schabowski die sensationelle Mitteilung.
Wir haben uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.
Zehntausende wollten sofort wissen, ob das in der Praxis funktioniert und stürmten den legendären Checkpoint Charlie und die anderen Grenzübergänge.
Der freie Zugang nach West-Berlin sei nicht mehr rückgängig zu machen, sagt Berlins Bürgermeister Walter Momper.
Also hinter diese Regelung kann die DDR nicht mehr zurückfallen.
Ich habe heute so viele gesehen, die vor Freude geweint haben, die noch die Spaltung der Stadt, den Bau der Mauer damals bewusst erlebt haben.
Wir können das nicht fassen.
Es war ein Märchen.
Während die Menge jubelt, so ein Tag, er möge nie vergehen, ist die Berichterstattung im Ostberliner Radio noch deutlich zurückhaltender.
Am Checkpoint Charlie sind wir rübergegangen, am Grenzübergang.
Dann sind wir mit dem Nachtbus da.
Ich würde sagen, fast anderthalb bis zwei Stunden in etwa durch West-Berlin getourt.
Kaum geschlafen heute Nacht.
Ich wollte pünktlich auf Arbeit sein.
Ist Ihnen bekannt, dass noch andere Kollegen vielleicht aus Ihrem Kollektiv hier das Gleiche gemacht haben wie Sie?
Nein, eigentlich nicht.
Doch, es ist noch einer.
Wir haben noch einen Kollegen.
Aber steht auch wieder jetzt an seinem Arbeitsplatz.
DDR-Chef Egon Krenz spricht im Zentralkomitee allerdings vom beginnenden Chaos.
Und so mancher Genosse sieht sein Leben ruiniert.
Die Lage hat sich in der Hauptstadt äußerst zugespitzt.
Das macht den Chaos breit.
Arbeiter verlassen Betriebe, 100 Werktätige haben im VW-Elektromechanik Kreuzdorf aufgehört zu produzieren.
Im Parteiaktiv herrscht Unverständnis zu den beschlossenen Reisemöglichkeiten.
Ich bin der Spinner, über das was ich gehört habe.
In mir ist alles zerbrochen.
Mein Leben ist zerstört.
Eine Woche später feiert Bundeskanzler Kohl die Öffnung des symbolträchtigen Brandenburger Tores.
Für mich ist das einer der glücklichsten Stunden meines Lebens, weil ich spüre als Deutscher, dass ich hier in Berlin mitten in Deutschland bin und dass wir hier zu Hause sind und dass wir alles tun wollen, um die Gemeinsamkeit der Deutschen zu pflegen.
Ein knappes Jahr später sind die DDR und die BRD ein deutscher Staat.
Zehn Jahre nach der Maueröffnung ist die große Euphorie verflogen.
An ihrer Stelle sind zum Teil Katzenjammer und wechselseitige Vorurteile getreten.
Viele Westdeutsche halten die Ostdeutschen für bequem und unflexibel, für faul und verantwortungsscheu.
Viele Ostdeutsche beklagen Arroganz und Besserwisserei der Westdeutschen.
Wie ist es dazu gekommen?
Wie konnte sich die Befindlichkeit der Deutschen in einem Jahrzehnt so verändern?
Ferdinand Olbert hat darüber und über die historische Bedeutung des 9.
November 1989 mit dem Politikwissenschaftler und Schriftsteller Christian Graf von Kroko gesprochen.
Kroko hat auch ein neues Buch zu diesem Thema geschrieben mit dem Titel Über die Deutschen.
Herr von Krokus, es gibt für die Ereignisse des Herbst 1989 verschiedene Bezeichnungen.
Am gebräuchlichsten ist jetzt die Bezeichnung Wende geworden.
Sie plädieren für den Begriff Revolution und Sie sagen auch, dass der 9.
November 1989 eigentlich wichtiger sei als der 3.
Oktober 1990, der Tag, an dem die beiden deutschen Staaten vereinigt wurden.
Warum?
Also, um beim letzten anzufangen, dies ist ein rein, wenn Sie so wollen, bürokratisches Datum.
Der 3.
Oktober.
Der 3.
Oktober.
Da waren ja die Stäbe, also der Bundesinnenminister Herr Schäuble und von drüben Herr Krause, die haben verhandelt mit ihren Beamten und ein riesen dickes Werk.
Vertrag über die Wiedervereinigung.
Dann muss das ratifiziert werden von Parlamenten und das war dann eben der 3.
Oktober, wo man fertig war.
Aber der 9.
November, das ist der Sturz der Mauer, das war das, was die Menschen aufgewühlt hat.
Freude, Tränen, Jubel, Fassungslosigkeit von Staunen.
Und es ist ja auch sozusagen die unmittelbare Folge von dem, was wirklich eine Revolution war.
Zum ersten Mal in Deutschland ist gelungen, dass man einen Obrigkeitsstaat zum Einsturz bringt.
Das, was weder in Österreich noch in Deutschland 1848 zum Beispiel gelungen ist.
zum ersten Mal gelungen.
Und das wäre eigentlich, denke ich, das, was wir als Erinnerung, als Gründungsidee festhalten müssten.
Nun haben Sie schon die Euphorie erwähnt, die damals sowohl in West wie auch natürlich vor allem in Ostdeutschland geherrscht hat.
Der damalige Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Walter Momper, sagte, die Deutschen seien das glücklichste Volk der Welt, repräsentativ sicher für die meisten Deutschen.
Das hat sich aber sehr bald geändert und Sie schreiben in Ihrem neuen Buch, die Deutschen seien zum verdrossenen, wenn nicht zum verdrossensten Volk geworden mittlerweile.
Was ist da falsch gelaufen?
Also ich denke, es sind eine Reihe von Dingen, die man nur jetzt antippen kann, dass man unterschätzt hat, was es kosten würde.
Also vom Westen her gesehen.
Das ist ja doch ein ganz moderner Industriestaat und da müssen wir ein bisschen was tun.
Aber in ein paar Jahren wird das also blühende Landschaften sein, wie Helmut Kohl gesagt hat.
Und dann stellt man fest, es ist ja alles durch und durch verrottet.
Man muss bei null eigentlich wieder anfangen.
Umgekehrt, wir wollten sozusagen nun in ein Paradies hinein.
Wir haben ja immer, wie das so ist, wenn man eine Welt nicht kennt und sie immer nur aus dem Fernsehen sieht über Jahrzehnte.
Die Ostdeutschen.
Die Ostdeutschen jetzt.
Dann macht man sich selbst falsche Vorstellungen.
Das ist das Land, wo Bananen also frei auswachsen und schöne Autos und schöne Reisen in die Welt und so weiter.
Und plötzlich ist man in einer Welt der Arbeitslosigkeit, was wieder mit dem eben genannten zusammenhängt.
Und man wird konfrontiert mit Leuten leider,
Die sagen, vergesst alles, was ihr gemacht habt, ihr seid ganz dumm.
Jedes Gesetz und unser Rentenreformsystem müsst ihr übernehmen und lernt mal wieder wie Schulkinder von der ersten Klasse an das ABC der freien Marktwirtschaft und so weiter.
Also da kommt dann auch eine Arroganz wiederum hinein, die Enttäuschung auf der anderen Seite auslöst.
Also die Vorurteile Ossis und Wessis haben schon einen gewissen Hintergrund, einen realen.
Sie sind nicht von ungefähr.
Also ich will Ihnen noch ein Beispiel erzählen, ein ganz persönliches.
Ich bin ein Schriftsteller und nach dem Wender gab es also große Aufrufe von deutschen Schriftstellern, rettet die Verlage in Ostdeutschland.
Ich habe das nicht unterschrieben, aber ich habe gesagt, ich gebe einem Leipziger Verlag mal ein Buch und
Dann gehe ich also jetzt immer wieder, reise ich dahin und mache eine Lesung.
Und dann kommen hinterher Menschen zu mir und sagen, wir danken Ihnen so herzlich, dass Sie hier waren.
Ich sage, warum?
Was ist Besonderes?
Sie waren der Erste, der auf uns auch anschließend im Gespräch gehört hat.
Haben wir von einem Westdeutschen noch nie gehabt.
Ich bitte Sie, acht oder neun Jahre danach, da läuft es einem doch kalt den Rücken runter.
Liegt die Schuld für diese Entfremdung eher am Westen, an den Westdeutschen?
Ja, würde ich sagen, schon deswegen, weil wir haben ja nicht gleiche Teile wiedervereinigt, sondern ein großes, mächtiges, reiches, modernes Land mit einem kleinen, auch schon zahlenmäßig, ein Viertel kaputten, bankrotten Land.
Und wenn ein Großer mit einem Kleinen sich vereinigt,
ist immer die Gefahr viel größer, dass der Große den Kleinen überfährt sozusagen oder jedenfalls nicht hinhört.
Die Macht macht leicht taub, wenn man sie hat.
Nun gibt es offenbar, es wird ja oft beschrieben, diese Mauer im Kopf, die die einstige reale Mauer ersetzt.
Wie lange, glauben Sie, wird es noch dauern, bis diese Vorurteile beseitigt werden können?
Also ich bin kein Prophet und kann das sehr schwer sagen.
In meinem Buch, das Sie erwähnt haben, kommt zum Beispiel vor, dass jemand, und das ist Gott sei Dank jetzt in steigendem Maße, ein junges Mädchen, eine Studentin aus Westdeutschland sagt, ich gehe mal an eine ostdeutsche Universität.
Ganz da im Osten nach Greifswald und lerne... Ist aber noch die Ausnahme.
Immerhin eine wachsende Ausnahme.
Und die jungen Leute von drüben sind natürlich hier vielleicht fast zu viel, weil da auch ausläuft.
Es gibt Dagegen, wo man fast nur noch alte Leute findet.
Weil hier sind die Chancen für diejenigen, die tüchtig sind.
Wie lange, ich weiß es nicht.
Wir werden noch Geduld brauchen.
Ich glaube, jetzt haben wir zehn Jahre.
Also fragen Sie mich nach zehn Jahren wieder.
Vielleicht sind wir ein Stück weiter.
Aber ich denke fast, das braucht eine Generation zum Auswachsen.
meint der deutsche Politikwissenschaftler und Schriftsteller Graf von Kroko im Gespräch mit Ferdinand Olbert.
Und zum Thema Mauerfall heute auch am Abend mehr in unserem Journal Panorama ab etwa 18.20 Uhr im Programm Österreich 1.
In Ramallah, nördlich von Jerusalem, haben heute konkret die sogenannten Final-Status-Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern begonnen.
Es geht um nicht weniger als den künftigen Palästinenser Staat, um Grenzen, um jüdische Siedlungen auf palästinensischem Gebiet und auch um die ganz heikle Frage Jerusalem.
Von Israel ja als unteilbare ewige Hauptstadt beansprucht und zum Teil besetzt von den Palästinensern, zumindest im arabischen Ostteil als ihre Hauptstadt angestrebt.
Zum Zeitplan und zur Ausgangslage für die Verhandlungen mehr von Ben Segenreich.
Die Gespräche, die dieses messianische Zeitalter herbeiführen sollen, haben heute in Ramallah, der palästinensischen Autonomiestadt nördlich von Jerusalem, begonnen, genau genommen sogar schon zum dritten Mal.
Denn schon im Mai 1996 hatte man ein Eröffnungstreffen inszeniert, das war der ursprünglich im Osloabkommen vorgesehene Starttermin gewesen.
Und im letzten September, als der Friedensprozess nach langer Pause wieder auf die Schienen gestellt war, hat man die Eröffnung dann wiederholt.
Das waren aber bloß Termine für die Fotografen gewesen, jetzt soll es endlich wirklich an die Arbeit gehen.
Der Diplomat Oded Eran leitet das israelische Team, Informationsminister Yasser Abed Rabo führt die Palästinenser an.
Mehrmals in der Woche will man nun zusammenkommen und intensiv verhandeln, mit einem Etappenziel vor Augen.
Im Februar 2000 soll ein Rahmenabkommen von rund zehn Seiten fertig sein, das die Grundzüge des permanenten Status fixieren soll.
Ehe es soweit ist, wird es vermutlich noch ein Gipfeltreffen nach der Formel von Camp David nötig sein, bei dem US-Präsident Bill Clinton dem israelischen Premier Ehud Barak und Palästinenser Chef Yasser Arafat über die letzten Hindernisse hinweghilft.
Und im Hintergrund der offiziellen Verhandlungen sollen Barak und Arafat ständig Kontakt halten, um immer wieder schwierige Fragen aus dem Weg zu räumen.
Das wird auch nötig sein, denn der Clou des Oslo-Konzepts war es ja, die bisher unlösbar scheinenden Probleme einvernehmlich in die Zukunft zu schieben, um überhaupt voranzukommen.
Vor dem Berg dieser Probleme steht man jetzt.
Die Zukunft Jerusalems ist vielleicht das heikelste davon.
Man muss sich aber auch darüber einigen, ob und unter welchen Bedingungen die Palästinenser einen Staat haben sollen, wo die Grenzen verlaufen werden, was mit den Flüchtlingen der Kriege von 1948 und 67 geschehen soll,
und ob jüdische Siedlungen geräumt werden.
Barack soll dabei die verschiedenen Themen verknüpfen wollen, also etwa die rasche, prinzipielle Anerkennung eines Palästinenserstaats anbieten, im Tausch dafür, dass die Palästinenser in der Flüchtlingsfrage auf das von ihnen geforderte Rückkehrrecht verzichten.
Barak verbreitet dabei angestrengten Zweckoptimismus.
Er hat die Idee des Zwischenabkommens im Februar geboren und er scheint wirklich daran zu glauben, dass der permanente Status schon im September 2000 perfekt sein kann.
Allerdings an der provisorischen Palästinenser Autonomie arbeitet man schon seit sechs Jahren und sie ist immer noch nicht fertig.
Ben Segenreich aus Israel und die Gespräche in Ramallah sind übrigens vor kurzem für den heutigen ersten Tag zumindest einmal wieder unterbrochen worden.
Von heute an bis Mittwoch findet in Paris der 21.
Kongress der Sozialistischen Internationale statt.
Mit 170 Delegationen aus fünf Kontinenten, mit elf teilnehmenden Regierungschefs von Tony Blair, Gerhard Schröder, Massimo D'Alema, Lionel Jospin bis hin zu Ehud Barak und auch Yassin Arafat.
Österreichs Kanzler Viktor Klima wird wegen seines übervollen Terminkalenders am späten Nachmittag wohl nur zu einer Stippvisite nach Paris kommen.
Im Zentrum der Debatte jedenfalls die Frage, welche Sozialdemokratie für das 21.
Jahrhundert.
Dabei dürften trotz monatelanger Arbeit einer Kompromissformel die Gegensätze zwischen dem sogenannten Dritten Weg eines Tony Blair und der eher traditionellen Position der französischen Sozialisten nochmals deutlich zutage treten.
Aus Paris, Hans Woller.
Frankreichs Sozialisten als Gastgeber dieses 21.
Kongresses der Sozialistischen Internationale gehen selbstbewusst in diese dreitägige Veranstaltung, denn die sogenannte Pariser Erklärung, die im Laufe des heutigen Abends hier vom Kongress verabschiedet werden wird, trägt wesentlich stärker ihre Handschrift, als man das noch vor wenigen Monaten für möglich gehalten hätte.
Damals, als alle Welt nur noch vom Dritten Weg und vom Schröder-Blair-Papier sprach, dem Manifest, welches die Flexibilität der Märkte zu einem Ziel
der modernen Sozialdemokratie erhob.
Demgegenüber standen Frankreichs Sozialisten als archaische und etwas angestaubte Partei da.
Seitdem aber hat Schröder eine Wahl nach der anderen verloren und Tony Blair die Europawahlen, wie ein Frankreichs Sozialisten mit rosigen Wirtschaftsdaten und stabilen Sympathiewerten wuchern können.
In der Pariser Erklärung der Sozialistischen Internationale, die gestern schon vom Präsidium abgesegnet wurde, tauchen nun die Begriffe Flexibilität und dritter Weg gar nicht mehr auf.
Dafür aber ist von einem kritischen Verhältnis zum Kapitalismus die Rede und wird die Rolle des politischen Willens angesichts der Herausforderungen der Globalisierung nochmals deutlich herausgehoben.
Es ist dies das Ergebnis der politisch-ideologischen Gegenoffensive der französischen Sozialisten, die im September ein Arbeitspapier mit dem Titel »Auf dem Weg zu einer gerechteren Welt« vorgelegt hatten, in dem es unter anderem heisst, Modernität dürfe die Treue zu sozialdemokratischen Werten nicht ausschließen.
Modernität heisse nicht, dass man die Gesellschaft den angeblich natürlichen Wirtschaftskräften überlasse.
Mit diesem Papier waren Frankreichs Sozialisten bei ihren Schwesterparteien hausieren gegangen, wobei, so räumt Jean-Guy Douny, einer der Autoren ein, die portugiesischen und österreichischen Kollegen ihre Position etwas rüde gefunden hätten.
Nichtsdestoweniger hat der britische Premierminister Tony Blair bereits im Vorfeld mit einem offenen Brief gestern an die Adresse der französischen Sozialisten für Aufsehen gesorgt.
Sie sollten sich, so Blair, nicht zu unbeweglichen Hütern überkommener Dogmen machen, angesichts der neuen Gegebenheiten der Globalisierung.
Die fortschrittliche Linke müsse ihren Glauben in die Marktwirtschaft deutlicher machen und dürfe nicht weiter vergeblich bestehende Arbeitsplätze durch Arbeitsgesetze aus einer anderen Zeitalter schützen wollen.
Der Generalsekretär der französischen Sozialisten, François Hollande, hielt dem zur Eröffnung des Kongresses entgegen,
Unser Kongress muss der Kongress der Rehabilitation der Politik gegenüber der Wirtschaft sein.
Wir müssen durch unsere Intervention eine größere Transparenz der Märkte erreichen, Steuerparadiese abschaffen, den internationalen Kapitaltransfer besteuern, um die Spekulationen einzuschränken und unter Oberhoheit der UNO einen ökonomischen Weltsicherheitsrat schaffen.
Und der scheidende Präsident der sozialistischen Internationale, Pierre Marois, sagte gerade eben an Tony Blair gewandt,
Für die sozialistische Internationale, lieber Tony, war der dritte Weg historisch immer der Weg zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus und ich zum Beispiel, das muss ich hier beichten, habe mein ganzes Leben auf diesem dritten Weg verbracht.
Die Sozialistische Internationale in Paris aus Frankreich hat Hans Woller berichtet.
Dreiviertel eins ist gleich zurück nach Österreich.
Seit heute Vormittag steht es fest, in etwas mehr als einem Monat, am 14.
Dezember, wird der Prozess gegen Peter Rosenstingl beginnen, gegen den langjährigen freiheitlichen Abgeordneten und Verkehrssprecher seiner Partei und weitere zehn Angeklagte, darunter auch der frühere niederösterreichische freiheitliche Parteichef Grazer.
Hören Sie mehr zu diesem angekündigten Prozess von Robert Friesen.
23 Prozestage sind für den Rosenstingl-Prozess vorgesehen.
Letzter Verhandlungstag ist der 1.
März 2000.
Dann wird auch das Urteil erwartet.
Ein Marathon-Prozess für die Richterin Eva-Maria Seidel.
Insgesamt 85 Seiten umfasst die Anklageschrift.
Elf Personen sind angeklagt.
Neben Peter Rosenstingl, seinem Bruder Herbert und dessen Gattin, sowie die früheren FPÖ-Politiker Bernhard Kratzer und Josef Dienhobel.
Noch vor Weihnachten sollen alle Angeklagten einvernommen werden.
Die Einvernahme von Zeugen soll dann nächstes Jahr beginnen.
Insgesamt 30 Zeugen sind geladen.
Dem Prozess wurde allerdings einiges von seiner politischen Brisanz genommen.
Denn an die Vorladung von FPÖ-Politikern ist vorerst nicht gedacht.
Peter Rosenstinkel hat durch die Aufnahme von Krediten nicht zuletzt die FPÖ-Niederösterreich in schwere finanzielle Turbulenzen gebracht.
Ein großer Prozess also wegen untreuer und gewerbsmäßigem Betrug.
14.
Dezember, der Termin, der Beginn.
Die größte Versicherungsgruppe Österreichs hat sich einen neuen Namen gegeben, UNIQA.
Damit verschwinden so traditionsreiche Einzelmarken wie Austriakollegalität und Bundesländerversicherung überhaupt vom Markt.
Für die Versicherten ändert sich im Grunde nicht nur soviel, dass die neuen Polizen den neuen Namen tragen werden.
Hören Sie Einzelheiten von Werner Herritsch.
Ein neuer Name, ein neues Outfit, aber im Grunde keine neue Versicherung.
Die bisherige Bark-Versicherungsholding, bestehend aus den traditionsreichen Versicherern der Bundesländer, der Austriakollegialität und der Raiffeisenversicherung, ist Geschichte.
Über 20 Prozent hat die Gruppe am österreichischen Versicherungsmarkt gehalten, mit Schwerpunkt Krankenversicherung.
Jetzt wird sie umfirmiert in die Unica-Versicherungen AG, die als Konzernobergesellschaft fungiert.
Mit heutigem Tag werden auch die Aktien der Bundesländerversicherung an der Wiener Börse zu Unica-Stammaktien.
Die Globalisierung macht auch vor der österreichischen Versicherungsbranche nicht Halt, daher der strategische Entschluss, mit einer neuen Marke im europäischen Umfeld reüssieren zu können, sagt Generaldirektor Herbert Cimecek.
Wir haben mit der Umgründung eine klare Konzernstruktur ohne Doppelleisigkeiten und ohne interne Konkurrenzverhältnisse.
Bis vor kurzem waren ja im Rahmen unserer Gruppe elf Versicherungsgesellschaften in Österreich tätig, davon bis zu sechs Gesellschaften in einem und derselben Sparte.
Wir haben einen einheitlichen, international einsetzbaren Marktauftritt als Globalversicherer und daneben einen Spezialauftritt, wenn Sie so wollen, in bestimmten Teilmärkten und für bestimmte Zielgruppen.
Das Ziel von UNIQA ist es, unter die 30 größten europäischen Versicherer aufzusteigen.
Im Moment liege man um Platz 40.
Trotz Wachstum will UNIQA aber ein unverwechselbar österreichisches Produkt bleiben.
Die Bedrohung durch große ausländische Versicherungen sieht Simecek nicht.
Auch nicht, wenn der Hemmschuh der verschiedenen Währungen mit Einführung des Euro wegfällt, denn viele ausländische Versicherer aus Italien, Deutschland oder der Schweiz seien schon längst in Österreich und sozusagen austrophiziert.
Marktentscheidend werde es vielmehr sein, welche Versicherung sich am besten auf die zunehmend individuellen Kundenwünsche einstellen kann.
Unica will daher bald eine All-Inclusive-Versicherung anbieten, die bis auf ganz wenige Ausnahmen alles abdeckt, sagt Herbert Simecek.
Was wir wollen, was wir anstreben und das natürlich nicht nur für die Haushaltsversicherung ist, dass man sich bei uns gegen alles versichern kann, mit Ausnahme einiger spezifisch klar ausgedrückter Dinge, die bei Versicherungsbeginn einvernehmlich ausgeschlossen werden.
Also wir werden nicht mehr den Weg gehen,
nur festzulegen, was versichert ist, sondern wir werden den Weg gehen, und das auch in anderen Produkten, nur mehr das festzulegen, was nicht versichert ist.
Die Taufe des neuen Markennamens hat UNIQA mit einer Zukunftsstudie begleiten lassen, die in Buchform aufliegt.
65.000 österreichische Haushalte haben auf Fragebögen geantwortet, mit dem Ergebnis, dass Belege, dass die Österreicher anders sind als angenommen, nämlich optimistischer und realistischer, was die Zukunft betrifft.
Und die Lieblingsfarbe der Österreicher ist aus dieser Studie bunt.
Für einige Aufregung sorgt derzeit in Tirol der Rechnungshofbericht über die Gebaren der Tiroler Arbeiterkammer in den Jahren 1995 bis 1999.
Grundsätzlich fühlt die Arbeiterkammer ihre Leistung als Interessensvertretung der Arbeitnehmer zwar sachlich beurteilt,
Im Detail wirft sie den Prüfern aber vor, Vorgänge in der Kammer beurteilt zu haben, die sie, vereinfacht gesagt, nichts angingen.
Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser fühlt sich persönlich angegriffen und hat heute erstmals dazu öffentlich Stellung genommen.
Robert Unterweger war dabei.
80 eng beschriebene juristisch komplexe Seiten legt AK-Chef Fritz Dinkhauser heute den Journalisten vor.
Auszüge aus dem Rechnungshofbericht, Kommentare der Kammer dazu, sowie weitere Anmerkungen aus einem von der AK dazu in Auftrag gegebenen Gutachten des bekannten Juristen Prof. Hengstschläger.
Dinkhausers Resümee heute als reim wörtlich, nix neues im Westen, wir ham a rein Westen.
Die AK sieht insgesamt also ihre Rolle als starke Vertretung der Arbeitnehmer bestätigt.
Teilweise stößt die Kritik der Prüfer, insbesondere jene, die Dinkhauser persönlich betrifft, aber auf klare Ablehnung.
So stellt der Rechnungshof etwa einzelne...
Dinkhausers Dienstvertrag und seinen teilweise auch privat genutzten Dienstwagen in Raum.
Alles bereinigt, beeilt sich Dinkhauser heute klarzustellen.
So habe er etwa 96.000 Schilling nachgezahlt.
Von den Prüfern des Rechnungshofs fühlt sich der streitbare AK-Chef Dinkhauser, bekanntlich auch Partei-Rebell der Volkspartei, offensichtlich verfolgt.
Was ich da höre ist, dass sich das wie ein roter Faden durchzieht.
dass der Dinkhauser der Liebling des Rechnungshofs geworden ist.
Das zieht sich also durch.
Den mögen sie besonders.
Da muss ich einen Fanclub haben.
Ich weiß nicht, was das ist.
Sie sind vier Monate wohnend, aber keine Ahnung.
Solche Leute mit eigener Persönlichkeit und mit eigener Willensvorstellung sind nicht beliebt.
Vermutlich auch nicht beim Rechnungshof.
Und mit den Wahlen meint Dinkhauser die Arbeiterkammerwahlen.
Jurist und Gutachter Hengst Schläger hält heute fest, der Rechnungshof habe bei der Tiroler AK teilweise Rechtsmeinungen geäußert, was nicht seine Aufgabe sei, zumal er sich an die Wirtschaftlichkeit der Kammer zu halten und diese zu überprüfen habe.
Dinkhauser ergänzt, wenn nur irgendein Vorwurf gegen ihn persönlich im Raum stehen bleibe, dann überlege er juristische Schritte.
Heute sagte der Präsident voller Emotion und weiter kämpferisch.
Die Dienstkasse wird deshalb um keinen Gramm anders werden.
Um keinen Gramm.
Ich stehe zu allen diesen Dingen, die ich letztlich zu verantworten habe.
Überhaupt nichts.
Und wie gesagt, das, was da an Lächerlichkeiten preisgegeben wird, im Verhältnis zu dem, was da an Gewaltigem geleistet worden ist in dieser Zeit, muss ich sagen, ist an und für sich der Bericht beschämend.
Sagt Fritz Dinkhauser.
Der Vorstand der AK hat sich also wie gesagt schon mit den Umständen beschäftigt.
Auf die Frage, ob das leitende Gremium der Kammer hinter ihm stehe, meinte der Präsident heute nur kryptisch, errechne mit freundlichen Interpretationen der Fakten.
Aus Innsbruck war das Robert Unterweger.
Tarzan ist wieder da, im neuesten Walt Disney Zeichentrickfilm.
Der insgesamt 27. abendfüllende Trickfilm aus den Disney Studios hat in den USA allein am ersten Wochenende umgerechnet fast 400 Millionen Shilling eingespielt.
Am Beginn des Beitrags von Hans Langsteiner dazu ein Szenenausschnitt.
Oh, verstehe.
Oh, verstehe.
Das ist die klassische Ich-Tarzan-Du-Jane-Begegnung in der Disney-Version.
Dass es der ländenbeschürzte Dschungelkönig einmal zum weltweiten Populärmythos bringen würde, das hätte sich sein Schöpfer Edgar Rice Burroughs nie träumen lassen.
Der hatte sich im Jahr 1912 schon erfolglos als Cowboy und Soldat versucht, als er seine allererste Tarzan-Geschichte an einen Heftverlag verkaufen konnte.
23 weitere Romane, unzählige Comic-Strips und 47 Filme später, ist Tarzan zum trivialen Symbol für Aussteigerträume und Zivilisationsflucht geworden.
Oder, wie es der deutsche Schauspieler und Regisseur Detlef Buch formuliert, der hier einem Elefanten die Stimme geliehen hat?
Das eigentlich Ursprüngliche, was dabei herausgekommen wäre, das fasziniert uns natürlich in der
mit der mythologischen Geschichte schon.
Dadurch hat das immer seinen Reiz, seine Tarzan-Geschichte.
Und Buchs Synchron-Kollege Jaron Löwenberg, die deutsche Stimme Tarzans im neuen Trickfilm ergänzt?
Ich glaube, dass Tarzan auch so etwas Urwüchsiges hat.
Es hat etwas ganz Natürliches, also so eine Naturkraft, die, glaube ich, auch sehr viel Eindruck macht.
Die Naturkraft scheint in der Disney-Version freilich familienfreundlich gezähmt.
Dieser Tarzan muss sich schon als kleines Kind von seinen Affen-Adoptiveltern domestizieren lassen.
Und auch für den erwachsenen Tarzan mündet das freie Dschungeldasein schließlich in traute Zweisamkeit.
Jane muss bei Tarzan bleiben.
Was?
Bleiben wir?
Oh nein, ich hab noch meinen Vater und... Jane.
Aber... Bleib.
Aber... Bitte.
Hand in Hand, woher kommst du, sag von wo?
Für die effektvolle Umsetzung ihres Tarzan-Familienfilms haben die Disney-Studios aber Kosten und Mühen nicht gescheut.
Die Zeichnungen für diesen Film entstanden in Kalifornien und in Frankreich gleichzeitig und wurden erst ganz zuletzt miteinander kombiniert.
Ein neues Computerprogramm lässt die Äste, auf denen Tarzan zielgruppengerecht umhersurft, plastisch hervortreten.
Und Popstar Phil Collins müht sich in seinem ersten Soundtrack nicht nur, wie vorhin gehört, mit der deutschen Sprache, sondern etwa auch mit der spanischen.
Am finanziellen Erfolg all dieser Bemühungen ist aber nicht zu zweifeln.
Mit Urwald-Abenteuern haben die Disney Studios vom Dschungelbuch bis zum König der Löwen schon immer Glück gehabt.
Und die allerhöchsten Weihen erteilt schließlich der Enkel des Tarzan-Erfinders selbst.
Danton Burroughs meint, erst durch die Möglichkeiten des Zeichenfilms sei Tarzan so lebendig geworden, wie ihn sein Großvater beschrieben habe.
Wir konnten die Charaktere meines Großvaters so ausdrücken, wie er sie geschrieben hat.
Es zeigt dir die magische Fähigkeit der Animation und was du damit tun kannst.
Und mit diesem Beitrag von Hans Langsteiner geht das Mittagschanal zu Ende.
Ein Blick aufs Wetter noch.
Im Großteil Österreichs dicht bewölkt und etwas Regen.
Oberhalb von 900 bis 1200 Meter Schneefall.
Recht sonnig hingegen in Osttirol, Kärnten und auch in Teilen der Steiermark.
Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad bei Sonne bis zu 12.
Das Mittagschanal-Team, Gavinel Technik, Agathe Zupan Regie und der Moderator Werner Löw.
Die Trigon Bank in der Wiener Innenstadt hat wieder geöffnet. Ende Oktober wurde die Bank, nach Meldungen über eine angebliche Zahlungsunfähigkeit, geschlossen. Eine kolportierte Geschäftsaufsicht fand nie statt. Massive Kundenproteste finden am ersten Tag der Öffnung statt. Eine Reportage vor Ort. Interview: diverse anonyme Bankkunden, Interview: Banksprecher Andreas König.
Mitwirkende:
Weinisch, Ernst [Gestaltung]
, Anonym, Bankkunde [Interviewte/r]
, König, Andreas [Interviewte/r]
Datum:
1999.11.08 [Sendedatum]
Schlagworte:
Wirtschaft
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Finanzwesen und Kreditwesen
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Krisen und Konflikte
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Interview
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Handwerk und Gewerbe
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Diskussion
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Widerstand
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
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Österreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Am Abend des 9. November 1989 verkündete die DDR die Aufhebung von Reisebeschränkungen für DDR-Bürger. Dies bedeutete den freien Zugang zu Westberlin. 11 Monate nach dem Fall der Berliner Mauer erfolgte die Vereinigung der beiden Staaten. Ein historischer Rückblick. Interview: Archivaufnahmen diverse anonyme DDR-Bürger, Einblendung: DDR-Staatschef Walter Ulbricht, Einblendung: SED-Funktionär Günther Schabowski, Interview: Bürgermeister Walter Momper, Einblendung: Archiv Radioberichterstattung, Einblendung: SED-Generalsekretär Egon Krenz, Einblendung: Bundeskanzler Helmut Kohl.
Mitwirkende:
Sztatecsy, Amalie [Gestaltung]
, Anonym, DDR-Bürgerin, DDR-Bürger [Interviewte/r]
, Ulbricht, Walter [Interviewte/r]
, Schabowski, Günter [Interviewte/r]
, Momper, Walter [Interviewte/r]
, Krenz, Egon [Interviewte/r]
, Kohl, Helmut [Interviewte/r]
Datum:
1999.11.08 [Sendedatum]
Schlagworte:
Politik
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Rückblick
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Marxismus und Kommunismus
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Jubiläum
;
Interview
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Reden und Ansprachen
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Archiv
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Geschichtswissenschaft
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Radio
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Radiosendung-Mitschnitt
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20. Jahrhundert - 90er Jahre
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Deutsche Demokratische Republik
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Bundesrepublik Deutschland
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
In den nächsten Tagen findet in Paris der 21. Kongress der sozialistischen Internationale statt. 170 Delegationen und 11 Regierungschefs sind angemeldet. Im Zentrum der Debatte steht die Rolle der Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert. Die Position Frankreichs steht den Regierungschefs Blair und Schröder gegenüber. Einblendung: Sozialdemokrat François Hollande, Einblendung: Sozialdemokrat Pierre Mauroy.
Mitwirkende:
Woller, Hans [Gestaltung]
, Hollande, Francois [Interviewte/r]
, Mauroy, Pierre [Interviewte/r]
Datum:
1999.11.08 [Sendedatum]
Ort:
Paris
Schlagworte:
Politik
;
Sozialismus und Sozialdemokratie
;
Kongress
;
Diskussion
;
Verhandlung
;
Regierung
;
Reden und Ansprachen
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
Frankreich
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten
Im neuesten Walt Disney-Zeichentrick-Film spielt Tarzan die Hauptrolle. Der 27. abendfüllende Disney-Trickfilm hat in den USA fast 400 Millionen Schilling eingespielt. Einblendung: Filmausschnitt "Tarzan", Interview: Synchronsprecher Detlev Buck, Interview: Synchronsprecher Jaron Löwenberg.
Mitwirkende:
Langsteiner, Hans [Gestaltung]
, Buck, Detlev [Interviewte/r]
, Löwenberg, Jaron [Interviewte/r]
Datum:
1999.11.08 [Sendedatum]
Schlagworte:
Kultur
;
Spielfilm
;
Graphik
;
Vorschau
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Finanzwesen und Kreditwesen
;
Interview
;
Radiosendung-Mitschnitt
;
20. Jahrhundert - 90er Jahre
;
USA - Vereinigte Staaten von Amerika
Typ:
audio
Inhalt:
Nachrichten